Verlobung von Trump und Netanhyahu

Beerdigung der Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten

Autor: U. Gellermann
Datum: 08. Dezember 2017

Blinkende Ringe dürfen amerikanische Mädels vor der Hochzeit erwarten. Klunker, wie sie jetzt Donald Trump der nicht ganz so jungen Braut Benjamin Netanyahu anstecken will, sind eher ungewöhnlich. Eine ganze Stadt soll sich der liebe Benjamin an den Finger stecken dürfen: Jerusalem. Doch auch in den USA gilt, dass Hehler-Ware illegal ist. Im Fall der USA ist der Händler mit geklautem Zeug allerdings der Bräutigam selbst. Aber Donald, <The homicidal> verfügt leider über eine höchst gefährliche Armee, um sein geplantes Verbrechen zu decken. Mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels geht das Projekt des „jüdischen Staat“ Israel in eine Art Endrunde, die wahrscheinlich mit dem Tod ziemlich vieler Teilnehmer enden wird. Denn darum geht es: Der Staat Israel definiert sich als jüdischer Staat und wer ihm die Stadt Jerusalem als Hauptstadt zuspricht, ignoriert schlicht jene 3,7 Millionen Palästinenser, die im israelisch besetzten Westjordanland und dem Gaza-Streifen leben. Und auch über die mehr als 20 Prozent arabischer Israelis geht Trumps Vorschlag ebenso brutal und einfach hinweg.

Wo bleiben nur all die deutschen Medien und Institutionen, die sonst immer lautstark „Völkerrecht“ rufen, wenn ihre eigenen Interessen berührt sind? Windelweich lässt sich Frau Merkel vernehmen: „Die Bundesregierung unterstützt diese Haltung nicht“. Nein, die Bundesregierung wird nur den vermehrten Flüchtlingsstrom aus dieser Gegend alimentieren, wenn noch mehr Palästinenser der mörderischen Unterdrückung durch israelische Polizei und Soldateska entfliehen. Nein, die Bundesmarine wird nur den Auslandseinsatz vor der libanesischen Küste verlängern, in dem sie als Partner der israelischen Marine gegen die Hisbollah agiert. Die Unterstützung des Apartheidstaates Israel geht munter weiter und im Auswärtigen Amt wird man sich schon nach einem Grundstück für die deutsche Botschaft in Jerusalem umschauen.

Für die „Süddeutsche Zeitung“, das Kampfblatt deutscher Außenpolitik, geht es auch nur um Grundstücke: „Dass der US-Präsident dennoch für diplomatisches Geschick nicht zu haben ist, hat mit seiner Vergangenheit im Immobiliengeschäft zu tun. Jerusalem ist vor diesem Hintergrund dann wie eine Immobilie. Sie mag wertvoll, umstritten und historisch belastet sein. Aber wem sie in der Realität gehört, wer in der Realität dort das Sagen hat und wessen Hauptstadt sie in der Realität ist, daran gibt es keine Zweifel.“ Na, dass ist völkerrechtlich schon mal erledigt, ohne Zweifel. Auch die FAZ macht sich Immobilien-Sorgen: Die USA „habe noch gar kein Grundstück für die neue Botschaft im Auge. Das ist keine Kleinigkeit, denn das Gebäude müsste Platz für rund tausend Mitarbeiter bieten. Der frühere Bauunternehmer Trump lege außerdem Wert darauf, dass der Neubau die Steuerzahler nicht allzu teuer zu stehen komme.“ Wie schön, dass angesichts von Völkerrechtsbruch und Palästinenserjagd wenigstens sparsam gewirtschaftet wird.

Dass dort, wo mit der Hauptstadt-Schenkung ein Unterdrückungs-Projekt seinen vorläufigen Höhepunkt finden soll, wo Menschen wohnen, sie sich weder als Israelis noch als Juden definieren, kümmert die USA nicht. Das hat Tradition, haben doch auch die ursprünglichen Einwohner Nordamerikas ihren Platz in der Sterbestatistik gefunden. Das war für die neuen Grundstücks-Eigentümer eine lukrative Angelegenheit. Der Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen von 1947 sah vor, auf dem Gebiet des heutigen Israel einen vorwiegend jüdischen und einen palästinensischen Staat zu schaffen und Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Um solche völkerrechtlichen Kleinigkeiten scheren sich weder Trump noch eine deutsche Öffentlichkeit, die wie im Banne einer absoluten Israel-Freundlichkeit schlafwandelt und, wie zum Beispiel die „Tagesschau“, Trumps Willkürakt zu einem Stück „Realpolitik“ umdeutet.

Ganz vorne auf dem Weg in die gewaltsame Realität ist Carsten Kühntopp vom ARD-Studio Kairo: „Den Palästinensern lässt der Präsident damit keine Wahl mehr. Sie sollten die Forderung nach einem eigenen Staat jetzt offiziell aufgeben und stattdessen beantragen, dass ihre Gebiete vollständig von Israel annektiert werden. Dann würden sie Bürger Israels mit allen Rechten, die dazugehören.“ Klar, so wie sie heute schon Bürger 2. Klasse sind, dürften sie sich nach der Trumpschen Operation dann in der 3.Klasse wiederfinden. Doch den vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg in die neue Realität bietet uns eine angeblich sozialistische Tageszeitung, die sich besser „Altes Deutschland“ nennen sollte: „Aus Chaos folgt bekanntlich eine neue Ordnung“, schreibt da ein besonders ordentlicher Journalist, „Aus der Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, könnte die Gelegenheit erwachsen, vielleicht doch Bewegung in den bis zum Zerreißen angespannten Status quo zu bringen.“ Die vom ND-Autor erhoffte Bewegung, dass wissen sogar die bürgerlichen Medien, wird nur zu mehr Leid, Elend und Terror führen. Zu einer Querfront der imperialen USA mit dem rassistischen Juden-Staat, die jenes Chaos schafft, das man auch nach dem Abwurf einer Atombombe beobachten kann. Macht nichts, Hauptsache Bewegung, sagt da der Chaos-Theoretiker vom ND.

Nach der Verlobung folgt meist die Hochzeit. Es wird eine Trauung in Schwarz sein. Denn parallel feiert Netanyahu, auf dem Arm von Trump, die Beerdigung der Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. Dezember 2017 schrieb Hella-Maria Schier:

Bezüglich der Querfront-Kampagne, da ja hier auch davon die Rede war, finde ich es recht auffällig, dass diese ja öffentlich Rollen kam, nachdem Links infolge der Finanzkrise von 2008 wieder richtig Aufwind bekam. Nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Ostblocks waren die Linken ja lange schwach und orientierungslos, der Finanzcrash aber gab linker Politik wieder volle und für breite Bevölkerungsschichten erkennbare Legitimation. Es entstanden M15, Occupy, Blockupy etc.
Die Linke hätte wieder richtig stark und sogar salonfähig werden können als Kontrahent des Finanzsystems. Ich selbst war mit Blockupy in Frankfurt.Und was macht Blockupy heute??
Jedenfalls nichts Antikapitalistisches mehr, soweit man überhaupt von ihnen hört. Auch keine Demos gegen Aufrüstung. Ist ja alles querfrontverdächtig. Von irgendwo haben die Eliten, denen die Linken zu mächtig zu werden drohten, den Antisemitismusvorwurf eingestreut. Sie sahen sie womöglich schon vor ihren Villen aufmarschieren und sich genötigt etwas dagegen zu tun. Leider sind viele Linke kreuzdämlich, hatten sie denn gedacht, das Establishment würde seine Macht nicht verteidigen? Der Klassenkampf ist schon mit einem Krieg vergleichbar und PR ist immer ein wesentlicher Teil von Kriegen. Wozu haben die Herrschenden denn ihre Think Tanks? Wenn schon die Produktwerbung mit psychologischer Manipulation arbeitet, ist doch zu erwarten, dass die politische PR das auch tut.Hier ging es den Eliten darum, sich mit ihrem System schleunigst wieder aus dem Fokus zu nehmen, in den sie durch den Crash geraten waren. Ein anderes Feindbild musste her, stark und ideologisch zwingend genug, dass die Linken sich ihm nicht verwrigern konnten. Da gibts nur eins: Antisemitismus und Nationalismus. Immer mit unterschwelligem Bezug zum 3.Reich. Aber indem sie das Bild einer Rechten Gefahr als Mittel gegen Linke Politik heraufbeschworen und links für rechts erklärten, gaben sie rechts erst so richtig Auftrieb, denn während Linke sich aus Berührungsangst mit Rechts ängstlich zurückzogen, konnten die Rechten sich diesen Raum.nehmen und mit linken Themen punkten, was die Linken noch mehr erschreckte und sie zur Distanzierung von ihrer eigenen Substanz verleitete. Das ist das Querfront-Szenario. Ein Selbstvernichtungsprogramm für die Linke. Es funktioniert aber nur dank der Blödheit bzw. der Karrieresucht linker Politiker. Wer so etwas feststellt, d.h. den Herrschenden eine Strategie unterstellt ist dann natürlich ein "Verschwörungstheoretiker". Aber weder das Finanz-Establishment nich die nationalistische Rechte halten Blödheit für eine Tugend, nur unverständlicherweise die Linken. Warum denn nur? Es ist mir völlig unbegreiflich.
Natürlich wollen die ihre Privilegien retten, da schrecken sie doch nicht vor manipulativen
Tricks zurück, wenn es so leichter und billiger geht. Alle stehen ihnen zur Verfügung, samt der Instrumente, sie zu verbreiten. Hallo, wach werden! Assoziationen mit der Nazi-vergangenheit sind nunmal besonders effektiv, ob es gilt die Finanzmacht und israelische Politik vor "Antisemiten" zu schützen oder einen Krieg gegen einen "neuen Hitler" vom Zaun zu brechen. Die "Nazi-Keule" ist ein zuverlässiges Machtinstrument. Weil die Linke sich Blödheit verordnet und mitspielt.
Selbst klügere deutsche (!) Linke schrecken davor zurück, hier genügend scharf hinzuschauen. Denn das tun ja die Rechten. Und es wäre ja "Querfront". Warum sch.... sie nicht darauf?
Sie sollten es den Rechten eben nicht überlassen! Die Rechten sind hier leider viel schlauer. Der Umgang mit der Nazi- Vergangenheit ist de facto auch ein transatlantisches Macht-Thema. Solange die Linken sich dieser unangenehmen Wahrheit nicht stellen wollen, verschaffen sie nicht nur dem Finanzsystem und den USA, sondern auch den Rechten einen klaren Machtvorteil. Und was soll das den Opfern des Nationalsozialismus nützen? Wie soll es einen neuen Faschismus verhindern? Das Gegenteil ist natürlich der Fall. Ob nun die Transatlantiker oder Rechte Nationalisten sich durchsetzen: Faschismus wird das Ergebnis sein. Weil das Finanzsystem ihn in sich trägt. Seine einzigen natürlichen Feinde sind die Linken, aber die kneifen.


Am 13. Dezember 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Hallo Fachbuch.
Du kannst es drehen und wenden, die entscheidende Frage wird die Frage nach Krieg und Frieden sein. Sie wird zur Menschheitsfrage werden.
Die tiefe Sorge des GALERISTEN ist spürbar in den Worten, und im Gesamtzusammenhang des Artikels erkennbar..Die Krisen der Welt zwingen uns aufzustehen, für den Frieden mit den Völkern, weil die Lebens Interessen ähnlich sind, und die Völker würden sich sehr schnell einig werden.( Frei nach Brecht).
In der PdL sind nun einmal Linke, aus allen Ecken kommend; ein Sammelbecken eben. Ich erwarte von einer Zeitung, die sich links nennt eine glasklare Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse, und dass der Kapitalismus damit gemeint ist, ist doch irgendwie klar.
Ich halte es da mit Lenin:
"Ohne revolutionäre Theorie, keine revolutionäre Bewegung."


Am 13. Dezember 2017 schrieb Hannes Niesslbeck:

Sehr geehrter Herr Britz,

Äh, Völkerrecht gleich Menschenrechtskonvention? Sie sollten sich schon entscheiden, mit welchem Recht Sie argumentieren. In der Menschenrechtskonvention findet sich dazu jedenfalls nichts.

Wikipedia ist, zumindest für mich, keine seriöse Quelle. Ihre Anspielung: "Gefunden bei Wikipedia, wie wir wissen, ein von Anti-Deutschen gemeinhin akzeptiertes Portal." verstehe ich nicht. Was wollen Sie mir damit sagen?

Aber sei´s darum, ich bin vielleicht nicht so komplett im Thema wie Sie, aber es war doch die UNO, die den Israelis und den Palästinensern einen eigenen Staat zugestanden hat. Es gab eine Mehrheit in der UNO für die Aufteilung Palästinas. Daher ist das Existenzrecht Israels für mich nicht verhandelbar, für Sie offenbar schon.

Zur Entstehung Israels empfehle ich als Quelle die Bundeszentrale für politische Bildung:

http://www.bpb.de/internationales/asien/israel/44995/gruendung-des-staates-israel

Ich zitiere: "Juden haben, soweit sie sich tatsächlich als EIN israelisches Volk verstehen, sicherlich ein Recht auf einen eigenen Staat irgendwo,..."

Frage: Wo wäre es denn genehm? Madagaskar? Sibirien? Sachsen-Anhalt? Lesen Sie war die BpB über die Gründung Israels schreibt!

Fakt ist, die Palästinenser hätten ihren eigenen Staat haben können. Ich zitiere die BpB: "In dem circa 25.000 Quadratkilometer umfassenden Territorium mit einer Bevölkerung von 1,3 Millionen Arabern und 608.000 Juden sollten ein arabisch-palästinensischer und ein jüdischer Staat entstehen. Jerusalem - von zentraler Bedeutung für Juden, Christen und Muslime - war als neutrale Enklave gedacht."

Stattdessen wurde von den Arabern bzw. Palästinensern versucht mit kriegerischen Mitteln alles zu bekommen und die nach dem Holocaust verbliebenen Juden komplett zu vernichten. Das scheiterte an der Wehrhaftigkeit der Israelis und mit jedem gescheiterten Versuch wurden die Chancen der Palästinenser auf einen eigenen Staat geringer, als sie vorher waren. So sieht palästinensische "Friedenspolitik" aus. Wer permanent mit dem Kopf gegen die Wand rennt, muss sich nicht wundern, wenn er sich eine blutige Nase holt!

Nein, ich habe kein Verständnis weder für die Politik von Abbas noch für die der Hamas, natürlich verstehe ich das Leiden der Palästinenser, aber ich sehe auch die hunderte, wenn nicht tausende Israelis, die in den letzten Jahrzehnten ermordet wurden von palästinensischen "Freiheitskämpfern", für mich sind das Terroristen, angefangen von München 1972 bis zu den Selbstmordattentätern und Messermördern der heutigen Zeit.

Antwort von U. Gellermann:

Sie drücken sich, genau wie die BpB, um die Grundfrage: Wem gehört das Land? Sie sollten mal in die UNO-Resuliton 181 reinsehen: Die Resolution beinhaltete die Beendigung des britischen Mandats und sah vor, Palästina in einen Staat für Juden und einen für Araber aufzuteilen, wobei Jerusalem (einschließlich Bethlehems) als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte. Darum ging und geht es im Artikel: Um den völkerrechtswidrigen Versuch Trumps die Stadt Jerusalem dem israelische Staat zu „schenken“.

Damit ist die Diskussion beendet.


Am 13. Dezember 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Marc Britz
Sehr gut im Geiste des Völkerrechts und der Menschenrechte, aller Menschen erklärt.
Vielen Dank.


Am 13. Dezember 2017 schrieb altes Fachbuch:

das ND-zitat komplettiert sich so:
"Ob das sich abzeichnende Chaos und die Gewalt zu einer Friedensordnung führen, ist allerdings zu bezweifeln."
der artikel ist hier:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1072501.jerusalem-trump-schafft-eine-neue-unordnung.html

dem übrigens FREIEN redakteur a. isele beim ND ist also bewusst, worin das gipfeln wird!!!! und er schließt den gedanklichen bogen mit: "Mit seiner Politik sorgt Trump überall auf der Welt für Chaos. Die Ordnungsmacht USA tritt ab, was folgt, ist ungewiss."

man kann also dem ND schlecht ein frohlocken oder ignorieren der ernsthaftigkeit des themas, bzw. sympathien für trumps entscheidung unterstellen.

herr gellermann,
was sie einen "vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg in die neue Realität..." dargeboten von einer "
angeblich sozialistische Tageszeitung, die sich besser ?Altes Deutschland? nennen sollte.." scheint eine phobie zu werden!!??
kriegen sie auch einen artikel ohne hiebe auf die PdL hin?
vielleicht sollten sich die 200 verwirrten pro-yücel intellektuelle konstituieren und die bessere linke gründen??

und machen sie sich keine sorgen über: "Die Ordnungsmacht USA tritt ab, was folgt, ist ungewiss"??
gut, dass das ND uns gewarnt hat!!

Antwort von U. Gellermann:

Ganz sicher gibt es eine Reihe kluger und wirklich linker Mitglieder in der PdL, die wegen dieses Satzes im Neuen Deutschland "Die Ordnungsmacht USA tritt ab, was folgt, ist ungewiss“ aus dem entsetzten Kopfschütteln nicht mehr rauskämen: War es nicht die USA, die in Libyen, im Irak und anderswo für eine tödliche Ordnung gesorgt hat? Wer den Schreiber dieses Satzes (übrigens ist der Herausgeber einer Zeitung auch für die Artikel der freien Mitarbeiter verantwortlich) für einen Liebhaber des Imperialismus hält, der hat keine Phobie sondern sondern die ganz gewöhnliche Befürchtung, dass diese schlimme Krankheit auf Teile jener Partei übergreifen könnte, die bisher als einzige im Bundestag Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnt.
Und um auf den Einleitungs-Satz "Aus Chaos folgt bekanntlich eine neue Ordnung.“ zurück zu kommen: Folgt aus dem Chaos der Kriege oder der Naurkatastrophen „bekanntlich“ eine neue Ordnung? Und ist es eine neue Herrschaftsordnung? Wem ist sie „ bekannt"? Ist sie auch wirklich ordentlich? Ich fürchte, dass ein solch unwissenschaftlicher Unsinn nur einem völlig unordentliche Gehirn entsprungen ist und es wäre Aufgabe der ND-Herausgeber ihn schleunigst wieder einzufangen.


Am 13. Dezember 2017 schrieb Reinhard Lerchet:

Ulrike Spurgat: Zu @ Herr Niesslbeck
Ja! Sie haben Recht! Aber! Wenn es doch so offensichtlicher bullshit ist . . .
Ereifern sie sich doch an wichtigen Themen! - Ich habe sie ja auch schon einmal kritisiert : Entschuldigung!

P.S. Das ND vollzieht anscheinend eine Anpassung. Da ist mir schon einmal augefallen: Krieg ist Frieden und Rechts ist Links!


Am 13. Dezember 2017 schrieb Marc Britz:

Sehr geehrter Herr Niesslbeck,

erlauben Sie mir auf diese Aussage zu reagieren:

"Daraufhin habe ich mir die Menschenrechtskonvention noch einmal vorgenommen, um dieses Menschenrecht bestätigt zu finden. Dort wurde ich allerdings nicht fündig, woher Sie diese Behauptung nehmen, würde ich deshalb gerne erfahren."

Komisch, bei mir ging das Finden ganz schnell:

"Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist eines der Grundrechte des Völkerrechts. Es besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dies schließt seine Freiheit von Fremdherrschaft ein. Dieses Selbstbestimmungsrecht ermöglicht es einem Volk, eine Nation bzw. einen eigenen nationalen Staat zu bilden oder sich in freier Willensentscheidung einem anderen Staat anzuschließen.

Heute wird das Selbstbestimmungsrecht der Völker allgemein als gewohnheitsrechtlich geltende Norm des Völkerrechtes anerkannt. Sein Rechtscharakter wird außerdem durch Artikel 1 Ziffer 2 der UN-Charta, durch den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) sowie den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPWSKR), beide vom 19. Dezember 1966, völkervertragsrechtlich anerkannt. Damit gilt es universell."

Gefunden bei Wikipedia, wie wir wissen, ein von Anti-Deutschen gemeinhin akzeptiertes Portal. (Kleiner Spass beiseite, nicht persönlich nehmen!)

Sie schreiben weiter:

"Nehmen wir an, Sie haben Recht mit Ihrer Behauptung, dann kann man damit doch auch das Recht auf einen eigenen Staat für die Juden begründen."

Es ist leicht zu sehen, dass diese Aussage gesetzwidrig ist. Die (vormals britischen, russischen, polnischen, französischen, deutschen, etc.) Juden haben, soweit sie sich tatsächlich als EIN israelisches Volk verstehen, sicherlich ein Recht auf einen eigenen Staat irgendwo, aber nicht wenn dieser auf einem Territorium errichtet wird, das vorher - wie hier - vom Volk der Palästinenser (einschliesslich der jüdischen und christlichen Palästinenser) bewohnt wurde und dieses damit mit einer israelischen Staatsgründung unfreiwillig unter Fremdherrschaft geriet.

Und auch hierauf würde ich gerne kurz eingehen:

"Oder gilt das nur für Palästinenser, die doch jederzeit ihren eigenen Staat haben könnten, wenn sie doch nur den israelischen Staat als solchen anerkennen und bei den Verhandlungen über eine Lösung des Problems auch nur einen Millimeter von ihrer Forderung, die Juden ins Meer zu treiben, vulgo sie auszulöschen, abrücken würden."

Sie haben Recht. Natürlich gilt das für die Palästinenser, und in diesem ganz besonderen Fall sogar ganz streng NUR für sie. Denn Sie waren schliesslich zuerst da. Ob man deren Rhetorik mag, oder nicht, spielt zunächst keine Rolle, sie haben das Völkerrecht klar auf ihrer Seite. Was die Taten betrifft, sind die jüdischen Israelis übrigens gerade dabei, die nichtjüdischen Palästinenser ins Meer zu spülen, und nicht umgekehrt. Auch das ist zumindest vom Standpunkt der wissenschaftlichen Kartographie unkontrovers feststellbar.

Ob sie sich mit Ihren Aussagen weiterhin auf die Seite massiver Völkerrechtsverstösse stellen möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen, ich hoffe angesichts der "Beweislast" trotzdem auf Ihr Einsehen.


Am 13. Dezember 2017 schrieb Reinhard Lerche:

Ja, Uli, da hast du einen wunden Punkt angetriggert. - Aber!
Die drei Pateien tun so, als ob sie zwei Parteien wären!
Wahrscheinlich haben wir sogar fünf oder sechs Parteien die am Tisch nicht -mehr?- miteinander sprechen.
Zumindest zwei "Gesprächspartner" haben ausschließlich Maximalforderungen und bleiben dabei.
Dabei sind die "Extremisten" Netanyahu(?) und die Hamas/PLO/Abbas allesamt schön am Tropf.
Und nun schreiben diese Jäger der verlorenen Genaration das Geschichtsbuch neu! Trump und Leitmedienblubberer schüren.
Am Ende bleibt wieder die Wahrheit auf der Strecke!
Deshalb: Danke Uli!
Der Mensch will Frieden und die Herrschaft will deren Unterwerfung!


Am 12. Dezember 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Herr Niesslbeck
Sicherlich werde ich ihnen gar nix beweisen müssen.
Menschenrechte sind Menschenrechte,, und da muss ich nicht in Konventionen nachschauen, denn das Menschenrecht erklärt sich aus sich selbst heraus, und ihre "Spitzfindigkeiten" sind so spitzfindig auch wieder nicht. Für sie wichtig:
Schauen sie in die Genfer Menschenrechtskonventionen, was dort zu Menschenrechten steht.
Um diese Erkenntnis benennen zu können, und auch zu vertreten macht Mensch sein aus , und dass sie dafür "Beweise" brauchen ist eher befremdlich.
Dass Israel dieses Recht hat steht doch außer Frage, davon wird ja auch laut und deutlich gebrauch gemacht, allerdings nicht so, dass andere Völker unterdrückt und gedemütigt werden dürfen.


Am 12. Dezember 2017 schrieb Albrecht Storz:

Da hier mehrfach auf die "Montagsmahnwachen" Bezug genommen wurde, meine Frage: was ist so schlimm daran, für den Frieden zu sein und nicht alle anderen Überzeugungen von irgend welchen "Linken" zu teilen? Ist es eigentlich nicht von vorne herein klar, dass jemand der für die Abschaffung von Kriegsursachen und gegen gewalttätige Konfliktaustragung ist, nicht im negativen Sinne "rechts" sein kann? Kann so jemand Rassist sein? Oder Faschist? Geht das mit Friedensliebe?

Oder denkt man (@Altes Fachbuch) das wären alles verkappte Militaristen die nur die Friedensbewegung kapern wollen um dann ihre Maske vom Gesicht zu reißen?

Ich verstehe wirklich nicht diese Abgrenzungstitis gegen Leute, die vielleicht nicht notwendig vollkommen durchdachte Positionen haben, aber einfach gegen Rüstung und Krieg sind. Welche Gefahren lauern denn da, was passierte mit "Linken" und mit der Friedensbewegung wenn friedliche gesinnte vermeintliche Rechte dort mitmischen würden? Was wird da befürchtet?

Und woher weiß ich eigentlich, dass ein "ausgewiesener Linker" wie etwa ein Herr Lederer, nicht in Wahrheit Militarist ist und irgend wann sein Maske vom Gesicht reißt?

Ich verstehe es nicht, dass Leute lieber die Friedensbewegung dort sehen, wo sie heute ist: im Nirwana, als sich mit Menschen, die sich engagieren wollen zusammen zu tun.

Und übrigens: es gibt ein ganz einfaches Mittel Mahnwachen oder"Stoppt Ramstein"-Kampagnen nicht anderen zu überlassen: selber hingehen! Massig hingehen! Überwältigend hingehen! Und schon sind möglicherweise dort versteckte Rechte in der Minderzahl und damit unwichtig.


Am 12. Dezember 2017 schrieb Rena Färber:

Ich halte diese Querfront-Quatscherei für einen Strategie zur Spaltung f+der Linkspartei. Mit der willkürlichen Antisemitismus -Denunziation (z. V. Halina Wawzyniak), lässt sich, mit der Unterstützung der ZEIT und anderer bürgerlicher Organe, die Partei prima aufspalten: In die guten Merkel-Staatsräsonler und die bösen Israel-Gegner. Rasu mit den LINKEN aus der LINKEN!


Am 12. Dezember 2017 schrieb Albrecht Storz:

Für mich ist inzwischen jeder, der mit diesen Kampf-Begriffen unhinterfragt oder ohne Anführungszeichen umgeht entweder ein Missbrauchter (so dumm, dass er sich in deren Kampagne einspannen lässt) oder ein Missbraucher (diejenigen, die diese Kampagne gegen insbesondere die deutsche Friedensbewgeung fahren).

"Querfront", "Verschwörungstheoretiker", "rechts anschlussfähig", "Putinversteher", falsche, bösartige Anwürfe wie "Antisemit" wenn jemand zB Israels Politik oder das Finanzsystem kritisiert, oder dümmliche Forderungen wie "wenn jemand die USA oder die NATO kritisiert, dann muss er zugleich Russland kritisieren um glaubwürdig zu sein". Weil sonst ist man ja ein Russland-Troll

... dies sind alles solche Begriffe und Kampagnen mit denen man die Friedensbewegung bis zur Unkenntlichkeit schwächen will.

Am schlimmsten sind natürlich die, die aus scheinbaren "linken Herzkammern" (Otto-Brenner-Stiftung) oder etablierten Organisationen der Friedensbewegung (VVN, DFG-VK) kommen. Auch da sitzen sie schon drin.

Das Gute dabei: an ihren Worten werdet ihr sie erkennen!


Am 12. Dezember 2017 schrieb Hannes Niesslbeck:

Sehr geehrte Frau Spurgat,

das Recht auf einen eigenen Staat ist ein Menschenrecht, so schreiben Sie.

Daraufhin habe ich mir die Menschenrechtskonvention noch einmal vorgenommen, um dieses Menschenrecht bestätigt zu finden. Dort wurde ich allerdings nicht fündig, woher Sie diese Behauptung nehmen, würde ich deshalb gerne erfahren.

Nehmen wir an, Sie haben Recht mit Ihrer Behauptung, dann kann man damit doch auch das Recht auf einen eigenen Staat für die Juden begründen.

Oder gilt das nur für Palästinenser, die doch jederzeit ihren eigenen Staat haben könnten, wenn sie doch nur den israelischen Staat als solchen anerkennen und bei den Verhandlungen über eine Lösung des Problems auch nur einen Millimeter von ihrer Forderung, die Juden ins Meer zu treiben, vulgo sie auszulöschen, abrücken würden.

Antwort von U. Gellermann:

Leider gibt der Staat Israel seit Jahren nie seine Grenzen an: Er will zu gern die zusammengeklauten Gebiete in die neuen Grenzen pferchen. Gern auch Jerusalem als Hauptstadt einzeichnen. Alles gegen das geltende Völkerrecht. Die Palästinenser wären verrückt, wenn sie dieses neu erfundene und geraubte Israel anerkennen würden.


Am 11. Dezember 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Otto Bismarck
nicht differenziert genug, aus meiner Sicht.
Eine Aufarbeitung des Faschismus gehört auf die Tagesordnung, wenn sie schon bei der Historie sind, und nur eine klare Analyse dessen, und welche Schlüsse denn wirklich nach Faschismus und Völkermord gezogen worden sind lassen ein Fragezeichen zu.
Wessen Interessen werden hier geschützt ? Wem nützt es, dieser blutige, menschenverachtende Konflikt ?
In einer Welt, in der das Recht des Stärkeren sich durchsetzt, in der die USA an nichts gebunden ist, also nach Wildwest Manier machen kann was sie wollen, und ihnen auch noch immer wieder Recht und Unterstützung gezollt wird, weil alle am Rockzipfel der USA hängen, um nen Krümel, oder ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen zu wollen ist erbärmlich.
Die USA wird das so weiter machen, weil man sie lässt; und Deutschland hat weder die Politiker noch den Mumm sich von dieser USA endlich zu befreien.
Für mich bleibt der Faschismus in Deutschland in seiner Brutalität, mit dem gezielten Völkermord, mit der Verfolgung und dem Versuch der Vernichtung von Andersdenkenden, mit dem Wahn nach Erweiterung von "Lebensraum," mit den medizinischen Experimenten an Menschen, mit den Konzentrationslagern, und ihrem mörderischen Krieg, vor allem gegen die Sowjetunion einzigartig und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.


Am 11. Dezember 2017 schrieb Otto Bismark:

Es ist einfach kaum noch auszuhalten. Diese Gleichsetzung von Judentum, ob als Religion oder Rasse mit dem Staat Israel. Das ist sowas von ahistorisch! Wenn diejenigen, die auf Seiten Israels nur wegen dessen Judentums stehen doch sehen würden, daß sie damit jegliches Unrecht, das dieser Staat begeht legitimieren. Wo wird denn das hinführen? Welche Ansprüche werden denn dann noch folgen, wenn die Palästinenser ausgerottet sind und dahin führt das Ganze doch letztendlich. Ich hörte mal vor einiger Zeit einen israelischen Politiker in einer Fernsehdiskussion, die ich allerdings nicht mehr genau bezeichnen kann sagen, daß ein Jude das Recht hätte, überall in der Welt zu siedeln! Was soll denn so etwas? Will man denn nicht endlich mal begreifen, daß altes Unrecht nicht durch Neues ungeschehen gemacht oder gesühnt werden kann? Das unendliche Leid, daß unsere Vorfahren nicht nur den Juden, sondern auch den Russen, den Briten, den Franzosen, den Kommunisten, den Homosexuellen und wem nicht noch alles angetan haben ist nun mal Geschichte und läßt sich aus dieser nicht löschen. Genausowenig wie die Handlungen und Erklärungen aus der arabischen Welt, die von Hannes Nisselbeck zitiert wurden. Nur wie wir uns heute dazu stellen, das ist entscheidend. Und dazu gehört doch wohl zuallererst und konsequent, jegliches Unrecht wem gegenüber auch immer und durch wen auch immer zu bekämpfen. Und da ist der Begriff des Antisemitismus sicher ein schlechter Wegweiser.


Am 11. Dezember 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Herr Niesselbeck
wenn es darum geht, wie im Kindergarten. "Wer hält zu wem"," dann bin ich auf der Seite des Völkerrechts, dem Weltfriedensrat , der Seite des Galeristen, und derer, die sich für ein freies Palästina einsetzen.Vor allem aber ist es die Solidarität, die die geknechteten und erniedrigten Menschen in Gaza brauchen, dringender denn je, und Israel hat kein Recht einem anderen Volk die Existenzberechtigung abzusprechen, dass müsste doch mit der eigenen Geschichte eine Selbstverständlichkeit sein.

Das Recht auf einen eigenen Staat ist Menschenrecht.


Am 11. Dezember 2017 schrieb Hannes Niesslbeck:


Herr Gellermann, ich respektiere Ihre Ansichten zum Staat Israel, wie weit man zurückgeht, um die derzeitige Situation zu erklären ist allerdings fraglich. Man könnte z. B. darauf verweisen, dass die Juden schon vor sehr langer Zeit Palästina bewohnten, bevor im Jahre 70 A.D. der Tempel der Juden durch die Römer zerstört und die Bewohner in alle Welt vertrieben wurden.

Nach dem Ersten Weltkrieg genehmigte Großbritannien, das zu dieser Zeit Palästina verwaltete, die Wiedereinwanderung der Juden. Die Situation spitzte sich nach dem Holocaust im Zweiten Weltkrieg zu. Hunderttausende Juden aus aller Welt emigrierten nach Palästina.

Die UN beschloss daraufhin die Teilung Palästinas in zwei Staaten. Einen Staat für die eingewanderten Juden und einen für die arabischen Einwohner. Die Araber empfanden das als ungerecht. Das verstehe ich zwar, aber die Methode der Nachbarstaaten, schon in derselben Nacht, Israel anzugreifen, verstehe ich schon weniger.

Weil Israel über eine hohe Motivation verfügte, seinen Staat zu verteidigen, gewann es diesen Krieg. Israel vergrößerte so sein Territorium. Klar, der Sieger nimmt sich, was er erobert hat, so ist das in jedem Krieg. Hunderttausende Palästinenser flüchteten in arabische Nachbarländer, den Gazastreifen und das Westjordanland.

Wie auch immer die Gründung von Israel abgelaufen ist, Fakt ist, der Staat besteht seit 70 Jahren und man kann ihn nicht einfach verschwinden lassen. Dass die Situation mit jedem Versuch der Palästinenser und der angrenzenden arabischen Staaten, die Sache mit kriegerischen Mitteln zu lösen, mit einer Verschlechterung der Lage für die Palästinenser endete, ist eine zwangsläufige Folge, wenn man Kriege verliert, ist das eben so.

Dass jeglicher Versuch, die Situation friedlich durch Verhandlungen zu lösen, scheiterte, ist tragisch, aber angesichts der Forderungen der Palästinenser nicht verwunderlich.

Wer mit dem Ziel, die Israelis ins Meer zu treiben, in solche Verhanlungen geht und sich keinen Millimeter bewegt, der muss sich nicht wundern, wenn diese scheitern.

Mit dem Wissen, was mit Juden geschieht, wenn sie sich noch einmal so friedfertig geben, wie zu Zeiten des 3. Reichs, kann ich die Politik Israels nur zu gut verstehen.

Antwort von U. Gellermann:

Ein 2.000 Jahre altes Märchenbuch ist kein Grundbuch, auch wenn die Israelis das behaupten. Die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern scheitern, lt. den Israelis, immer daran, dass die Gegenseite den Staat Israel nicht anerkennen will. Ein Staat der seine Grenzen bis heute nicht festlegt, weil er das zusammengeraubte Land nicht aufgeben möchte, ist nicht anzuerkennen. Klassisch für die deutsche, vermerkelte Staatsräson ist die Weigerung internationales Recht zu akzeptieren. Dieser Räson gegen das Völkerrecht folgen Sie, als ob man mit dem neuen Unrecht (gegen die Palästinenser) das alte (gegen die europäischen Juden) weder gutmachen könnte. Was immer Sie verstehen: Mit Recht hat es nichts zu tun.


Am 11. Dezember 2017 schrieb Hans Tigertaler:

Rekapitulation:

"Die Juden, wenn sie gut, sind sie besser als die Christen - wenn sie schlecht, sind sie schlimmer" (Heinrich Heine). Die Juden in Deutschland waren besser, aber schlimmer dran. Die Juden in Israel sind schlechter, aber besser dran. Und so ist selbst mein Wunsch zwieschlächtig: Unsere Juden sollten endlich nach Hause kommen.

"Unter allen heidnischen Religionen, denn eine solche ist die israelitische gleichfalls, hat diese große Vorzüge, wovon ich nur einiger erwähnen will. Vor dem ethnischen Richterstuhle, vor dem Richterstuhl des Gottes der Völker, wird nicht gefragt, ob es die beste, die vortrefflichste Nation sei, sondern nur, ob sie daure, ob sie sich erhalten habe. Das israelitische Volk hat niemals viel getaugt, wie es ihm seine Anführer, Richter, Vorsteher, Propheten tausendmal vorgeworfen haben; es besitzt wenig Tugenden und die meisten Fehler anderer Völker; aber an Selbstständigkeit, Festigkeit, Tapferkeit und, wenn alles das nicht mehr gilt, an Zäheit sucht es seinesgleichen. Es ist das beharrlichste Volk der Erde, es ist, es war, es wird sein,
um den Namen Jehova durch alle Zeiten zu verherrlichen. Wir haben es daher als Musterbild aufgestellt, als Hauptbild, dem die andern nur zum Rahmen dienen.« (Johann Wolfgang Goethe)

Der Philosemit ist ein Antisemit, der Juden gern hat.

Die Menschheit ist groß genug, daß sich genügend Gute finden werden, um wieder über die Juden herzufallen. Was braucht's da mich. Ich wasche meine Hände in Unschuld.

Antwort von U. Gellermann:

So sehr ich die Anmerkung zum Antisemiten teile: Mir weist weder der Heine noch der Goethe einen Zusammenhang zum Artikel auf.


Am 11. Dezember 2017 schrieb Hannes Niesslbeck:

Zu diesem Thema ist es für einen Deutschen sicher nicht einfach Stellung zu beziehen. Ich persönlich bin dabei vollkommen auf Seiten Israels und begründe das wie folgt:

1967 tönten die Führer der arabischen Staaten rund um den Staat Israel:

Syriens Präsident Nureddin Mustafa al-Atassi am 22. Mai 1966:

"Wir wollen einen totalen Krieg ohne Einschränkungen, einen Krieg, der die zionistische Basis zerstören wird."

Am 20. Mai 1967 verkündete Hafiz al-Assad, damals syrischer Verteidigungsminister und späterer Staatschef:

"Unsere Streitkräfte sind nun voll bereit [?] dem Akt der Befreiung den Anstoß zu geben und die zionistische Anwesenheit im arabischen Heimatland in die Luft zu jagen. Ich als Militär glaube, dass die Zeit gekommen ist, den Vernichtungskrieg zu führen."

Am 27. Mai 1967, kurz vor Kriegsausbruch verkündete Gamal Abdel Nasser, der Präsident Ägyptens:

"Unser grundlegendes Ziel ist die Vernichtung Israels. Das arabische Volk will kämpfen."

Unmittelbare Auslöser des Krieges waren die ägyptische Sperrung der Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt, der vom Ägyptischen Präsidenten Nasser erzwungene Abzug der UNEF-Truppen vom Sinai und ein ägyptischer Aufmarsch von 1000 Panzern und fast 100.000 Soldaten an den Grenzen Israels.

Im darauf folgenden 6-Tage-Krieg hat Israel die Golanhöhen, den Sinai, Gaza, das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Sinai und Gaza wurden zurückgegeben. Das restliche Territorium hat Israel behalten, meines Erachtens völlig zu Recht.

Wer Kriege anzettelt und verliert, bezahlt eben unter anderem auch mit dem Verlust von Territorien, davon können die Deutschen ihr eigenes Lied singen. Niemand käme auf die Idee, dass die Gebiete jenseits der Oder-Neisse Linie jemals wieder zu Deutschland gehören könnten.

Die arabischen Staaten wollten und wollen bis heute die Israelis komplett vernichten, ins Meer treiben, auslöschen.

Die Israelis wären mit dem Klammerbeutel gepudert, angesichts dieser noch immer ausgestoßenen Drohungen, auf strategisch wichtige Gebiete wie die Golanhöhen oder das Westjordanland zu Gunsten der Araber zu verzichten.

Antwort von U. Gellermann:

Als die Israelis am 14. Mai 1948 ihren Staat proklamierten haben sie weder ihre arabischen Nachbarn noch die auf dem späteren israelischen Territorium lebenden Palästinenser gefragt oder einbezogen. Damit auch klar wurde, wer die neuen Herren waren, verübte die israelische Terror-Gruppe „Irgun“ schon am 9. April 1948, einen Anschlag auf das palästinensische Dorf Deir Yasin, 100 arabische Zivilisten wurden ermordet. Überwiegend Frauen und Kinder. Mit diesem Massaker begann die gewaltsame Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat. Und sie hält bis heute an.

Wie man auf „der Seite“ der israelischen Terroristen sein kann ist mir völlig unverständlich. Natürlich ist der von Deutschen verübte Massen-Mord an den europäischen Juden eine wesentliche Ursache für die israelischen Staatsgründung. Aber warum sollen Palästinenser für diese Schuld büßen? Gäbe es so etwas historische Gerechtigkeit, dann hätte den Israelis 1948 zum Ausglich ein deutsches Bundesland zur Staatsgründung zugestanden.


Am 10. Dezember 2017 schrieb Jürgen Apitzsch:

Üblicherweise bestimmen Staaten selbst, welche ihrer Städte zur Hauptstadt gekürt wird. Wie kommt also ein amerikanischer Präsident dazu, eine israelische Hauptstadt auszurufen?

Und was wäre die Folge, würde Trump entscheiden, die Hauptstadt der BRD sei Bonn? Zögen dann unsere Regierung wieder nach Bonn zurück? Naja, wundern würde es mich nicht.


Am 09. Dezember 2017 schrieb Rita Ebbing:

Diesen Unsinn verzapft die Linkspartei-Funktionärin Halina Wawzyniak in der ZEIT:

"Und dann ist da noch die Israelfrage. Der Antisemitismus gehört in der Querfront zur DNA. Da wird der Staat Israel schon mal mit dem Apartheidsregime in Südafrika verglichen. Es gab und gibt Linke, weit über die Linkspartei hinaus, für die sind solche Positionen anschlussfähig. Leider."

Die Gleichsetzung von Israel-Kritik mit Antisemitismus ist platteste Querfront von CDU-SPD-FDP. Wer diesen rechtspopulistischen Quatsch in seiner Partei duldet ist reif für die übergroße GROKO.


Am 09. Dezember 2017 schrieb Hans Kerbel:

So funktioniert Querfront-Logik: Mit links Israel als Apartheid-Staat beschimpfen und mit rechts Hern Lederer angreifen.

Antwort von U. Gellermann:

Wie nennt man denn einen Staat in dem Staatsbürger ungleiche Rechte haben, die nach Herkunft/Religion definiert sind? Und Leder wird zur Zeit von einem Berliner Gericht angegriffen.


Am 09. Dezember 2017 schrieb Spargel Tarzan:

Die amerikanische Entscheidung Jerusalem zur Israelischen Hauptstadt anzuerkennen und muß es ernnen heißen? stammt aus 1995, als Bill Clinton Präsident war.
Clinton und alle ihm nachfolgenden Kriegsherren habe das Thema jedoch wie eine heiße Kartoffel angefaßt.
Nun kam der Kushner zum Trump und der Donald hat auch gleich sein Wahlversprechen eingehalten. Vorher hatte er schon die obligatorische Aufschiebung des Verfahrens unterschrieben und nachher auch wieder. Seine Befürworter sind es aber zufrieden, denn er hat wieder eines seiner Versprechen gehalten, er, der stramme Nachfahre aus der Pfalz und in seinen Adern fließt teutsches Blut.

Weil aber dieser ganze Irrsinn seit 22 Jahren unter dem Deckel gehalten wurde, kocht nun die palästinensische Volksseele über, mit Recht.
Doch wann wird die Frage gestellt: wem nützt es?
Bislang bleibt sie unbeantwortet auch wenn dem Frager klar sein wird, dann auch wieder die üblichen Namen und Akteure zu vernehmen. Es sind ja immer die gleichen Verbrecher, die ihren Vorteil wittern und bekommen.
Und sollte es diesmal anders enden, dann nur weil sich andere internationale Verbrecher zu einem neuen Kartell gefunden haben, um das alte Kartell abzulösen.
Den Arbeitern in der Rüstungsindustrie wird die Arbeit so schnell nicht ausgehen...


Am 09. Dezember 2017 schrieb Uschi Peter:

RTDeutsch
Newsticker
"Privatschule im Libanon setzt Israel auf Karte und gerät ins Kreuzfeuer der Kritik
8.12.2017 ? 11:13 Uhr
https://de.rt.com/1bq3
Privatschule im Libanon setzt Israel auf Karte und gerät ins Kreuzfeuer der Kritik
Quelle: www.globallookpress.com
Privatschule im Libanon setzt Israel auf Karte und gerät ins Kreuzfeuer der Kritik
Eine private französische Schule in der libanesischen Hauptstadt hat für eine Lawine der Kritik gesorgt, weil sie in einem Lehrbuch Israel statt Palästina als südlichen Nachbar des Libanons bezeichnete. Libanesischem Recht zufolge darf die Existenz Israels nicht anerkannt werden.

Der Konflikt begann mit einem Beitrag in sozialen Netzwerken, den der Vater einer Schülerin geteilt hatte. Die Meldung enthielt ein Foto der Karte, auf der der Staat Israel verzeichnet war. Darauf folgte die öffentliche Empörung. Die Schule musste sich entschuldigen und auch versichern, dass sie den absoluten Respekt vor der Souveränität und der Geschichte des Libanons hat."


Am 09. Dezember 2017 schrieb Karola Schramm:

Ein heißes Eisen haben Sie hier angefaßt, lieber Uli Gellermann.
Doch nachdem ich mir einige Landkarten angesehen habe, scheint es doch so, dass die Würfel lange schon gefallen sind.

Die Karten zeigen:
1946 jüdisch kleine weiße Pünktchen auf schwarzem, palästinensischem Landbesitz.

1947 UN-Teilungsplan
Israel 56 % - Palästina 43,5 % Landbesitz

1948 Krieg
überwiegend weiß, also Israel, mit einem schwarzen handtleller großen Flecken rechts, also östlich mit einem kleine Hals daran nach Süden hin für die Palästinenser.

1967 Krieg
Oslo 1995 alles weiß, das Schwarze ist grau - Israel 78 % - Palästina 22 % Landbesitz.
1967
2015 überwiegend weiß- Israel - mit kleinem Bereich östlich mit schwarzen Pünktchen, Palästinenser. Das ganze Areal ist rot eingekreist.

Man sieht, dass sich die Situation vollkommen umgekehrt hat. Palästina ist komplett von Israel umzingelt und es sieht nicht so aus, dass aus dieser Situation eine 2-Staatenlösung sich überhaupt entwickeln kann.
Quelle:www.arendt-art.de/deutsch/palästina/text/Karte.htm

Dass Jerusalem und Umgebung einschließlich Bethlehem als corpus separatum gelten und für beide Teile zugänglich sein soll, spielt für Trump keine Rolle. Gut - vielleicht ist das so, wenn es bei dem Sonderstatus bleibt.
Trotzdem hat Palästina keine Chance, auch wenn Trump nicht so gehandelt hätte.
Die israelischen Regierungen haben sich nicht an die Abmachungen von 1948 gehalten, dass, wenn sie auf palästinensischem Gebiet siedeln, die Rechte der Palästinenser achten und respektieren, wie es die 2-Staatenlösung vorsah.
Nichts davon ist mehr zu sehen. Im Gegenteil. Die israelische Jugend wird in Kriegen verbraten und in den USA sowieso. Alles für Nationenbuilding. Und die EU ist nicht weit weg. Sie will mitspielen im Krieg des Giganten für Pax americana. Syrien in Schutt und Asche, Libyen k.o., Ägypten ist derzeit nicht regierbar - so hat die USA vollen Zugang zum Mittelmeer.

Das Völkerrecht - lieber Uli Gellermann, wird seit Schröder/Fischer mit Füßen getreten. Sie haben die schreckliche Büchse der Pandora geöffnet und nun nimmt das Schicksal seinen Lauf. Das Perverse daran ist, dass das die meisten Politiker schön finden. Sehe gerade vor meinem innere Auge Göring-Eckard....

Trotzdem wünsche ich Ihnen und den hier Schreibenden einen schönen 2. Advent.


Am 09. Dezember 2017 schrieb Otto Bismark:

Nun dürfen wir aber nicht alles durcheinander betrachten, sondern sollten uns bemühen, Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen. Wohlgemerkt, Trump ist kein Wohltäter und macht konsequenterweise ziemlich genau das, was er vor der Wahl versprochen hat. Und im Falle Israel natürlich wieder genau das, was die zionistische Lobby von ihm erwartet. Und die Frage ist doch eigentlich nur, wieso ist ihm das möglich? Ganz einfach, weil ihm das von Europa, geführt von der deutschen Hegemonialmacht erlaubt wird. Was wäre denn, wenn wir Europäer konsequent so wie eben Trump auch unsere eigenen Interessen durchsetzen würden? Sowohl Russland betreffend als auch in der Palästina-Frage. Denn seien wir mal ehrlich, was ist denn zu letzterer in den vergangenen 50 Jahren wirklich geschehen? Nicht das Geringste, nur hohle Sprüche. 2-Staaten-Lösung - warum wird die nicht beispielsweise von Deutschland mit seinem gesamten diplomatischen Gewicht vorangetrieben? Weil wir natürlich genau wissen, dass uns der alte braune Geist noch immer in den Knochen steckt und wir es deshalb nicht wagen können, den Israelis Vorhaltungen wegen deren völkerrechtswidrigen Politik zu machen! Wir kaufen uns deswegen mit Unterwürfigkeit frei und verraten das nächste Volk, dem Unrecht geschieht. Ja, so ist er, der Deutsche!


Am 08. Dezember 2017 schrieb Marc Britz:

Und nach der Hochzeit wird wieder Cowboy und Indianer gespielt.

Bereits 1982 wiess der frazoesische Philosoph Gilles Deleuze in einem Interview mit dem palestinensischen Autor Elias Sanba auf die Aehnlichkeit des Schicksals der amerikanischen Ureinwohner mit dem der arabisch-muslimischen Palestinenser hin:

"Es gibt zwei verschiedene Bewegungen im Kapitalismus. Einmal ist es eine Sache ein Volk auf ihrem eigenen Territorium zu nehmen und es dort arbeiten zu lassen, es dort auszubeuten um Mehrwehrt zu akkumulieren: Das ist was man normalerweise eine Kolonie nennt. Dann, im Gegensatz dazu, ist es eine Sache ein Territorium von seiner Bevoelkerung zu bereinigen, im besten Fall um es woanders als Arbeitskraft einzusetzen. Die Geschichte des Zionismus und Israels, wie die Amerikas, geschah auf die zweite Weise: Wie kann man leeren Raum produzieren, wie kann man ein Volk rauswerfen."

Allerdings gibt es nach Deleuze Grenzen dieses Vergleichs, Grenzen auf die kein Geringerer als Yassir Arafat selbst einmal hingewiesen hatte: Es gibt eine arabische Welt ausserhalb Palestinas, waehrend die Indianer keine Basis oder Kraefte ausserhalb des Territoriums besassen aus dem sie vertieben wurden.

Dies ist sicherlich auch den Strategen des Militaerisch-industriellen-medienkomplexes nicht entgangen: Die US-amerikanische Botschaftsverlegung nach Jerusalem und die Anerkennung der Stadt als Hauptstadt eines rein juedischen Israels ist der Zuender an der vom Westen selbst gebastelten Zeitbombe der arabischen Welt. Ein weiterer Stellvertreterkrieg neben Syrien droht. Diesmal vielleicht mit dem Iran via Hamas auf libanesischem Territorium. Was auch immer der Grund fuer diese Eskalation der Palestinafrage sein mag, in jedem Fall eint die zionistischen und evangelikalen Cowboys das Klingen der Muenze im Beutel der eigenen Waffenindustrie als besondere Werkschaetzung Gottes zu verstehen.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Alexander Kocks:

Konsequenterweise müsste Frau Merkel
nach Ihrem Verständnis (siehe Krim) jetzt Sanktionen gegen Israel und die USA verhängen, da diese gegen internationales Recht Land annektieren.
Vor einigen Jahren hatte ich ein Gespräch mit einem syrischen Regierungsbeamten über die neue Kolonialpolitik der Angloamerikaner und Europäer im Nahen Osten. Der Mann sagte mir,
wir hatten jahrhundertelange Okkupationen durch die Mongolen, die Kreuzritter, die Osmanen und dann wieder durch England und
Frankreich. Alle sind hier wieder gegangen, wir
haben Sie rausgeschmissen. Wir Araber haben ein anderes Zeitgefühl und hier muss nichts sofort erledigt werden, wir haben alle Zeit der Welt. Alle Okkupanten sind wieder verschwunden und die Amerikaner und Europäer werden wir wiederum hier rausschmeißen, egal ob das 100, 500 oder 1000 Jahre dauert. Eins ist sicher ihre werdet hier wieder verschwinden.
Dieser Aussage ist nichts hinzuzufügen.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Pjotr 56:

Russland hat West-Jerusalem als Hauptstadt erwähnt, zusammen mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines palästinensischen Staates.
vgl.
http://www.russland.news/russland-erklaert-west-jerusalem-zur-hauptstadt-von-israel/


Am 08. Dezember 2017 schrieb Tronald Dumb:

@ Burkhard Bielski

Ich rate einfach mal: Ist womöglich dieses Bild gemeint?

http://www.latimes.com/politics/washington/la-na-essential-washington-updates-banksy-weighs-in-on-trump-s-wall-a-new-1501895188-htmlstory.html

Oder vielmehr diese(s)?

http://www.jpost.com/Israel-News/LOOK-West-Bank-graffiti-depicts-Netanyahu-and-Trump-locking-lips-508730


Am 08. Dezember 2017 schrieb Lutz Jahoda:

DIESER RÜCKBLICK
SOLLTE ERLAUBT SEIN

Herrn Carsten Kühntopps Einlassung aus Kairo erinnert mich an den 14. März 1939, als der Staatspräsident der Dritten Tschechoslowakischen Republik, Dr. Emil Hácha, in Begleitung seines Außenministers,, Dr. Franti?ek Chvalkovský, nach Berlin gereist waren, um auszubügeln oder eventuell noch zu retten, was nicht mehr zu retten war, weil Frankreich und England mit dem Münchner Abkommen Fakten geschaffen hattern, die Böhmen und Mähren kaum noch Raum zur Gegenwehr ließen.
Da Hitler bereits mehr wusste als die Herren aus Prag (die Slowakei hatte sich im Lauf des Tages für unabhängig erklärt), ließ er die tschechischen Besucher erst im Hotel und anschließend noch in der Reichskanzlei bis weit nach Mitternacht warten, wo in Ruhe an der Erklärung gefeilt wurde, in der schon Háchas unglückseliger Satz eingebaut war, den er zum deutschen Außenminister Ribbentrop gleich nach Ankunft im Hotel gesagt hatte, dass er bereit sei, um dem Ziel aller Bemühungen um Ruhe, Ordenung und Frieden zu dienen, das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches zu legen.
Was daraus wurde, weiß die Welt:
Der Rest von Böhmen und Mähren - die letzte Chance für Freiheit und Demokratie - Rettungsfloß zahlloser Flüchtlinge - war zum Entern freigegeben worden.
Opfer dieser Entscheidung damals waren vorwiegend jüdische Familien.

Ich schrieb in drei Büchern darüber:
"Lutz im Glück und was sonst noch schieflief" und "Up & Down - Nervenstark durch ein verhunztes Jahrhundert" sowie in der Romantrilogie "Der Irrtum".
Alle Bücher bei Edition Lithaus, Berlin.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Trump der Heiratsschwindler, der Hochstapler mit seinem egomanischen Verhalten, seiner Unfähigkeit, seinem ekelerregendem Narzissmus treibt die Welt in den Abgrund eines weiteren Krieges.
Die USA muss zündeln, nachdem Syrien, so hoffe ich mit der Unterstützung Russlands den langersehnten Frieden erkämpft hat, und das syrische Volk endlich wieder aufbauen kann, um in Frieden leben zu können, und die Wunden heilen zu lassen. Trump befriedet mit seinen politischen Entscheidungen Teile seiner Wähler; nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Welt interessiert ihn nicht, außer sie hat einen Nutzen für die USA.
Er hatte es im Wahlkampf versprochen, völlig unüberlegte politische Entscheidungen zu treffen, weil er der "Größte" ist.
Seine Steuer"reform," für die Reichen, zu denen er schließlich auch gehört, lässt ihn Tarantella tanzen, in seiner Profit Gier. Schließlich profitieren seine Unternehmen von dieser "Reform."
Er braucht die rechten Evangelikalen, die seinen Wahlkampf massiv unterstützt haben. Es passte diesen Schritt jetzt zu tun: Die Umfragewerte auf dem Null Punkt, die Basis wackelt, und es geht ihm um seine Wiederwahl.
Dass er Öl ins Feuer gießt bei dieser sensiblen Angelegenheit wird billigend in Kauf genommen.
Die Folgen dieser Entscheidung haben nicht lange auf sich warten lassen. Unruhen im Nahen Osten sind die Folge.
Das gequälte, erniedrigte und geknechtete palästinänsische Volk, ihrer Rechte beraubt wird sich wehren. Ob es die Kraft hat, nach all den Jahren der Unterdrückung, wieder weiter zu machen, ist ihnen ist doch unendlich vieles genommen worden, und nun noch dieses Stück Hoffnung, erlaubt keine Vermutungen. Sie haben das Recht auf eigenen Staat, und es ist wirklich bitter heute erkennen zu müssen, dass all die Demonstrationen, die politischen Kämpfe, die Unterstützung der Freiheits Bewegungen von diesem Zombie Trump vernichtet zu werden, gelingen soll ? Nein, denn nichts wird verloren gehen von dem, was den Menschen zum Menschen macht, nie aufzuhören, die berechtigten Interessen der Völker in der Welt zu unterstützen, und den Weg, und sei er noch so beschwerlich und lang im Sinne des proletarischem Internationalismus mit ihnen, aufrecht und der Zukunft zugewandt zu gehen.
Nun hat Israel die offizielle Möglichkeit den Siedlungsbau weiter betreiben zu können.
"Der Weltfriedensrat verurteilt entschieden die Entscheidung Präsident Trumps
Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen......"
"Die USA-Entscheidung ist eine klare Entscheidung gegen die Resolutionen des UN Sicherheitsrates über den Status der Stadt als Teil der besetzten palästinänsischen Gebiete.
Der WPC bekräftigt seine prinzipielle Position für eine gerechte und gangbare Lösung des Konflikts mit der sofortigen Beendigung der Besatzung Palästinas durch Israel und die Etablierung und Anerkennung eines unabhängigen Staates Palästinas in den Grenzen von vor dem 4.Juni 1967 mit Ost Jerusalem als seiner Hauptstadt.
Wir fordern das Recht auf Rückkehr der Flüchtlinge, entsprechend der UN Resolution 194 und die Freilassung aller palästinensischen politischen Gefängnissen."
Wir fordern die Anerkennung Palästinas als einem vollen Mitgliedstaat der Vereinten Nationen."
Dem schließe ich mich voll und ganz an.
Wieder gut gemacht, lieber GALERIST, und die Wunde Palästina schmerzt.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Matthias Brendel:

Sehr guter Artikel, wie immer eigentlich.
@Andreas Schell: Ich könnte das, was Sie schreiben nicht besser ausdrücken.
Fassungslos muss ich feststellen:
Dies ist nicht mehr die Welt, in der ich mich noch zurechtfinde.
Es riecht nach totalem Krieg, erst im nahen Osten, dann bei uns.
Passend dazu ist die Tatsache, dass die aufgelaufenenen Staatsschulden der "Guten" niemals mehr zurück gezahlt werden können (sollen?), nur durch einen umfassenden Waffengang ist diese von allumfassender Gier und Brutalität verseuchte Welt noch zu refinanzieren.
Jetzt fehlt nur noch, dass man uns flächendeckend Tranquillizer ins Wasser gibt, damit die letzten Selbstdenker geräuschlos verschwinden.


Am 08. Dezember 2017 schrieb antares56:

Wieder mal Danke für diesen mutigen Kommentar! Könnte in unserer "Medien-Welt" schnell als Anti-semitisch abgetan werden - aber hier ist ja plötzlich jeder, der Israel kritisiert, ein Antisemit!
Ich sage dazu: 242! Aber erstaunlicherweise muss sich Israel nicht an UN-Resolutionen halten - das wird nur von Ländern wie Russland, Nordkorea, Syrien, Iran etc verlangt.
Verbrecher wie Netanhyahu gehören vor ein Kriegs- und Menschenrechtstribunal das nicht von den USA, GB, Frankreich oder der BRD kontrolliert wird!


Am 08. Dezember 2017 schrieb Burkhard Bielski:

@Hans Rebell-Ion:
Wenn ich Ihre e-mail-adresse hätte, könnte ich Ihnen ein wunderbares Foto zum Thema von der "Apartheid-Mauer" senden...
Ich habe heute meinen ordinären Tag..."Ich kann nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte" !!! burkhardb859@gmail.com


Am 08. Dezember 2017 schrieb Heinz Assenmacher:

Ich würde diese Entscheidung von Trump nicht so negativ sehen. Immerhin bringt sie Bewegung in die verfahrene Situation, die USA mit ihrer Kongress und Senat total dominierenden Israel-Lobby fallen nun endgültig als "neutraler Vermittler" aus, sie waren es ja noch nie!

Die 2-Staaten-Lösung ist doch eigentlich schon seit Jahrzehnten tot. Wo war denn der ernsthafte Widerstand der europäischen Regierungen und Medien gegen den nie unterbrochenen Ausbau der jüdischen Siedlungen im Westjordanland oder die Errichtung eines Freiluftgefängnisses im Gaza-Streifen?

Die Tatsache des Todes der von der internationalen Gemeinschaft nie ernsthaft forcierten 2-Staatenlösung führt in einem größer werdenden Teil der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung zur Diskussion über eine 1-Staatenlösung.
Dieser gemeinsame Staat für Juden, Moslems, Christen und alle andere Menschen auf dem Gebiet des historischen Palästina kann sich meinetwegen auch Israel nennen. Klar ist natürlich, dass alle Bürger/innen dieses Staates die gleichen Rechte und Pflichten hätten und es keine unterschiedliche Gesetze für jüdische und nichtjüdische Menschen gäbe.
Ein bekannter Vertreter aus der israelischen Friedensbewegung ist z.B. Jeff Halper, der Koordinator des Israeli Committee Against House Demolitions (ICAHD).
https://ceasefiremagazine.co.uk/jeff-halper-the-two-state-solution-longer-viable-stop-talking-it/

Natürlich höre sich schon all die Einwände gegen diese 1-Staatenlösung, "darauf lassen sich die Israelis nie ein" usw.
Es gibt für alle friedensbewegten Menschen auf der ganzen Welt nur eine Antwort auf diese Einwände: Jetzt erst recht Unterstützung für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS) gegen israelischen Kolonialismus!

In Deutschland gibt es schon in mehreren Städten recht aktive BDS-Gruppen, die sich über Zulauf freuen!

Antwort von U. Gellermann:

In einer Situation, in der die Palästinenser mit dem Rücken an der Wand stehen, ist der Akt von Trump eine weitere Verschlechterung ihrer Lage.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Mein "Beschluss": Ich erkenne Trump und seine Hauptstadt auf Indianerland nicht an!
Seine "Botschaft" in Berlin soll er schliessen, ebenso seine "geheimen Botschaften" an deutsche Regierungen unterlassen!


Am 08. Dezember 2017 schrieb Andreas Schell:

Was ist aus uns geworden? Die Köpfe sind verdreht, die Friedensbewegung in Querfront, Aluhüte, Verschwörungstheoretiker und Spinner zerteilt. Dem "auf-die-Straße-gehen" wurde das Chaoten-Label aufgeklebt und im Zuge des G20 viele Exempel statuiert. Der Grüne Cem Özdemir wird in den öffentlich-rechtlichen Medien gefeiert für den Satz "wenn wir uns nicht um Osteuropa kümmern, dann tun das andere", also die Russen? Ganz in der Um-Osteuropa-Kümmer-Tradition eines Joschka Fischer steht er damit - Grüne Linie seitAlle Parteien unterstützen die NATO und deren Rüstungs-Wahn. Die Linke zerlegt sich, um nicht letzte Hoffnung zu werden, derweil selbst: Transatlantik-Lederer vor Friedensaktivist Jebsen, weil letzterer angeblich ein Antisemit und Querfrontler ist? Kann das wirklich so sein? Egal! Wir sind komplett auf Linie und es kann los gehen. Jetzt, da unsere größten Verbündeten den nahen und den fernen Osten, wie lange geplant zeitgleich anzünden, ist die Übung der kleinen deutschen Luftwaffe gemeinsam mit der Israelischen über der Negev-Wüste schon erfolgreich absolviert. Auf geht's in den dritten Weltkrieg, denn wir sind die Guten, wir werden angegriffen und wir werden siegen. Der Atompilz über den wichtigen Luftwaffenstützpunkten hier im schönen Grenzgebiet zwischen Oberbayern und Schwaben wird mein Hausdach abschatten, und so was kann man nicht überleben. Jeder Deutsche hat ein solches strategisches Ziel in seiner Nähe. Abwehrfeuer wird das sein, denn eine russische Aggression kann ich bis heute nicht erkennen. Wohl aber erkenne ich extreme Aggression unseres guten Westens gegenüber dem bösen Rest der Welt. Vernunft? Dialog? Fehlanzeige. Weg mit der russischen Fahne, nicht nur von der Olympiade, scheint das Ziel zu sein.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Albrecht Storz:

"Aus Chaos folgt bekanntlich eine neue Ordnung"

Das scheint die von den Antideutschen ausgegebene Parole zu sein wie man einerseits Abstand zu Trump wahren kann (Trump ist ja in deren Augen zumindest bisher ein Usurpator der "wahren, herrlichen, zweifelsfrei immer rechthandelnden USA"), andererseits seinen Schritt entsprechend ihres "Israel-ist-nicht-kritisierbar"-Dogmas doch begrüßen darf.

Interessant auch auf Telepolis in der Kopfzeile zum Artikel "Trumps Freundschaftsdienst an Netanjahu und an religiöse Eiferer in den USA" von Thomas Pany

"Jerusalem-Entscheidung: Der US-Präsident zeigt Mut, das Offensichtliche zu bestätigen, ...".

Wie Pany hier auf "Mut" kommt und was denn "das Offensichtliche" sein solle geht aus dem Artikel für mich überhaupt nicht hervor. Aber Transatlantiker und Antideutsche werden zumindest diese Kopfzeile schon richtig verstehen. Der Artikel selber ist dann durchaus differenzierter.


Am 08. Dezember 2017 schrieb Wolfgang Frommann:

Russland hatte bereits im Frühjahr Jerusalem als Hauptstadt anerkannt. Nur zur Info.

Antwort von U. Gellermann:

Ja, leider am 6. April 2017

Dran bleiben...

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