SÜDDEUTSCHE-Prozess verloren

Freunde gewonnen: Bisher 11.703,27 € Spenden
Die nächste Instanz kann vorbereitet werden

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. Juni 2018

Die „Süddeutsche Zeitung“ ist mit ihrer Anzeige wegen Beleidigung vor dem Münchner Amtsgericht erstmal erfolgreich gewesen. Das Gericht verurteilte den Beklagten Uli Gellermann zu 30 Tagessätzen á 30 Euro. Der Rechtsanwalt des Beklagten wird Rechtsmittel einlegen.

Für eben diese zweite Instanz haben die Freunde und Leser der RATIONALGALERIE – der Website, mit der Gellermann die „Süddeutsche“ beleidigt haben soll – in großzügiger Solidarität bisher 11.703,27 Euro gespendet. Aus diesem Geld darf und wird nicht die Strafe bezahlt werden. Aber die Kosten für den Rechtsanwalt, das Gericht und die Reisekosten sind damit mehr als gedeckt. Der Betrag sollte für die erste Instanz reichen, darüber hinaus für ein Berufungsverfahren, eine mögliche Revision - und notfalls auch noch für eine Verfassungsbeschwerde. Nach der Bilanzierung geht das überschüssige Geld umgehend in die Obdachlosenarbeit.

Das hilft dem Beklagten auf dem weiteren Rechtsweg sehr. Das hilft aber auch und gerade der Meinungsfreiheit. Denn eben die mochte das Münchner Gericht nach „Abwägung“ nicht über das Recht einer Zeitung stellen, die mit ihrem Artikel fraglos ihre Leser beleidigt hatte. Die mit ihrem postfaktischen Text ein klassisches Stück Meinungs-Journalismus ablieferte und so die eigene Berufs-Ehre besudelte. Denn die „Süddeutsche“ war mal ein Blatt, das gut recherchiert nicht primär Meinung, sondern Nachricht produzierte. Ein Blatt, das Haltung hatte. Ein Blatt, das einst seine Aufgabe als „Vierte Gewalt“ wahr nahm: Als kritisches, öffentliches Korrektiv amtlicher Verlautbarungen. So wurde die Presse einst von Jean-Jacques Rousseau begriffen, der sie als die vierte Säule des Staates bezeichnete.

Spätestens als die traditionsreiche "SZ" Ende 2007 für mehr als eine halbe Milliarde Euro an die "Südwestdeutsche Medienholding" verdealt wurde, entwickelte sie sich zu einem dieser Mainstream-Produkte, die stramm atlantisch und regierungsfromm ausgerichtet sind. Dem Konzern gehören 16 Zeitungen, über 150 Fachinformationstitel und 16 Anzeigenblätter. Darüber hinaus verfügt er über zahlreiche Radiobeteiligungen, eine Fernseh-Produktionsgesellschaft, Druckereien, Post- und Logistikunternehmen, IT-Dienstleister sowie viele weitere Unternehmen, die im Umfeld des Verlagsgeschäfts tätig sind. Und, da schau her, er gibt auch den "Deutschen Bundeswehr-Kalender" heraus. Das ist auf den Seiten der "Süddeutschen" schnell zu erkennen: Man darf die Zeitung ganz sicher als echte Freundin der Auslandseinsätze einer deutschen Armee bezeichnen, die gut und gern das Völkerrecht bricht.

Die "Südwestdeutsche Medienholding" wiederum gehört der "Medien-Union GmbH" mit Sitz in Ludwigshafen. Und wen haben wir denn da? Die Verlegerfamilie um Dieter Schaub. Der Vater von Schaub hatte den Verlag gründen können, als die französische Besatzungsmacht ihm 1945 eine Lizenz für die Herausgabe der regionalen Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ schenkte. Das war damals fast so gut wie eine Lizenz zum Geld drucken. Und bis heute drucken die Schaubs munter weiter: Der Sippen-Chef Dieter rangiert auf der Liste der „100 reichsten Deutschen“ auf Platz 76. Sein Vermögen wird auf 1,1 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dass der Milliardär natürlich nicht persönlich gegen Uli Gellermann antritt versteht sich. Die Anzeige wegen Beleidigung hat er sicher von gut bezahltem juristischem Fachpersonal formulieren lassen. Und das wird auch die 2. Instanz vorbereiten.

Eigentlich sollte die "öffentliche Hauptverhandlung gegen den Beschuldigten Gellermann" in München um 13.30 Uhr beginnen. Aber als der Korrespondent der RATIONALGALERIE frühzeitig im Saal A 124 eintraf erfuhr er, dass der Beginn der Verhandlung auf 10:15 Uhr verschoben worden war. So ging es auch anderen, die aus der RATIONALGALERIE vom Termin erfahren hatten. Also wurde die öffentliche Verhandlung abrupt in eine faktisch nicht-öffentliche Verhandlung verwandelt. - Deutsche Gerichte sind "unabhängig und nur dem Gesetze unterworfen" steht im Grundgesetz. Und die „Europäische Menschenrechts- Konvention sieht prinzipiell ein öffentliches Verfahren vor. Und prinzipiell sind auch alle, Arme wie Reiche, vor dem Gesetz gleich.

Mal ganz persönlich: Von der schnellen und verläßlichen finanziellen Solidarität der Freunde und Leser der RATIONALGALERIE bin ich überwältigt. Gerührt bin ich auch von den vielen klugen und herzlichen Briefen an die GALERIE. Darunter sind nicht wenige Freunde der Meinungsfreiheit, die sich erstmals auf der Site geäußert haben. Ihnen allen sage ich DANKE! Mein Dank gilt auch den Kollegen anderer Medien, die sich tatkräftig der Solidaritäts-Kampagne angeschlossen haben:

Ruck-Zuck-&-Viel
Die Solidarität im Netz

Da wurde nicht lange gefackelt: Kaum war die Nachricht über das SÜDDEUTSCHE-Klage-Unwesen online, da haben die Kollegen im Netz reagiert und entweder den Artikel aus der RATIONALGALERIE übernommen oder die Nachricht in eigenen Artikeln verarbeitet. Wer weiß, dass sich manche Sites/Blogs als Konkurrenz empfinden, der wird sich doppelt freuen: Viele begreifen den SÜDDEUTSCHE-Rachefeldzug als Angriff auf alle.

Sogar im benachbarten Ausland haben sich Kollegen zur Meinnungsfreiheit bekannt: In den Niederlanden war es "Apokalyps nu!" und aus der Schweiz reihte sich "Uncut-News" in die Kette der Solidarität ein.

Im deutschen Netz waren diese Titel zu finden:

Alternativ-Report - ALLES SCHALL UND RAUCH - Blauer Bote - Blognetnews - DasGelbe Forum - DEMOKRATISCH LINKS - Die Freie Meinung - Die Freiheitsliebe - Die Welt der alternativen Nachrichten - Die Propagandaschau - Einar Schlereth - KEN FM - NachDenkSeiten - Netkompakt - Net News Global - Neue Rheinische Zeitung Online - SPUTNIK - Sascha's Welt - WELTNETZ TV - WISSEN BLOGGT -

Falls ein Medium vergessen worden sein sollte, bitte ich um Nachsicht: Das Netz ist groß.

Ein Münchner Blogger als Zeuge
Eine Justiz-Posse wird doch öffentlicher als gewollt

Trotz der plötzlichen Änderung gab es doch noch einen unabhängigen Zeugen der Verhandlung gegen Gellermann: Ein Münchner Blogger, durch die RATIONALGALERIE informiert, hatte sich aufgemacht, den Prozess zu beobachten. Vergeblich. Denn die Damen und Herren des Münchner Gerichtes hatten den Termin verschoben. Ganz sicher ist dem Gericht die Doppel-Bedeutung des Wortes „verschoben“ nicht bewußt. Doch so plötzlich, wie der Termin verschoben wurde, tauchte der Zeuge auf: Ein Münchner Blogger wollte doch mal sehen, wie das Amtsgericht im Falle Gellermann so arbeitet: Doch wie Sie sehen. sehen Sie nichts, sagt der Volksmund. Denn als der Blogge eintraf, war alles auf einen anderen Prozess-Beginn verlegt.

Das angeblich anonyme, amorphe Netz hat viele Gesichter: Eines trägt den Namen von Dr. Ralph Bernhard Kutza. In seinem Bericht (siehe Link) beschreibt der Blogger akribisch, wie ihm das, was er sehen wollte, geradezu magisch verschleiert wurde. Es ist keine zauberhafte Jahrmarkts-Attraktion: Komm´ se näher, komm´se ran. Es ist ein Münchner Amtsgericht.

https://www.ralphbernhardkutza.de/postfaktisches-arschloch-strafbewehrten-beleidigung/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 23. Juni 2018 schrieb Klaus Klaus:

Eine Anmerkung zu 'postfaktisch'.

Das ist ein komischer Ausdruck. Gellermann benutzt ihn im Sinne von 'auf Vermutungen, nicht auf Fakten beruhend'. So wird er meist benutzt.

Das ist aber unsinnig. 'Post' heißt 'nach' und ein postfaktisches Urteil / Meinung ist ex post. Also nachträglich, nachdem die Fakten bekannt sind.

Postfaktische Arschlöcher sind z.B. die, die meinen gewusst zu haben - NACH der Bankenkrise 2008 - dass das so kommen musste, das vorher aber nicht gesagt zu haben.

Oder die, die behaupten, sie hätten ja schon 33 gewusst, worauf Hitlers Politik hinausläuft. Das sagen sie aber nach 45, nachdem wir wissen, worauf sie hinauf lief. - (Leute, die eine korrekte Prognose machen, gehören nicht zu diesen postfaktischen Arschlöchern.)

Antwort von U. Gellermann:

„Postfaktisch“ wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2016 gewählt. Postfaktisch ist ein Kunstwort, das sich am englischen Begriff "Post Truth" orientiert. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das ungefähr „Jenseits der Wahrheit“. Gemeint ist damit, dass die Fakten und Tatsachen in der öffentlichen Diskussion zunehmend unwichtiger würden. An die Stelle der objektiven Wahrheit träten Emotionen und das Aussprechen „gefühlter Wahrheiten“ Gellermann verwendet es in diesem Sinn.


Am 22. Juni 2018 schrieb Roman Wezenberg:

...auch auf die Gefahr hin, zu nerven..
Ihre Nachricht: Herr Gellermann,
suchen Sie Fakten. Zeugen die belegen, daß Herr Wetzel seinen Hund getreten, seine Frau geschlagen, Falschparker angezeigt oder einen Bettller beleidigt hat. Vielleicht könnte man dann darauf plädieren, daß Herr Wetzel tatsächlich ein Arschloch ist, postfaktisch sowieso aber vielleicht auch ein klassisches... Vielleicht für die letzte Instanz...Viel Glück


Am 22. Juni 2018 schrieb Karen Winter:

Bitte lieber Herr Gellermann, weiter so. Ich habe auch einen kleinen Betrag überwiesen. Sie sollen alle Instanzen durchhalten können. Obwohl mir klar ist, dass Sie nicht gewinnen können. Sie werden drüber schreiben. Und man wird daraus lernen können. Und es wird ein Vergnügen sein bei Ihnen darüber zu lesen. Danke!!!!!!


Am 22. Juni 2018 schrieb Roman Wezenberg:

Großartig "posfaktisches Arschloch" ist glatt an mir vorbei gegangen. Können wir nicht alle, die Ihnen Wohlgesonnenen und Spender einfach ein Forum gründen, in denen wir alle den Wetzel als postfaktisches Arschloch bezeichnen. Mir wäre es e ine Freude. Vielleicht fällt es in Ihrem Fall ja unter Kunstfreiheit..
Nun denn, ich gucke eigentlich nur die Anstalt, Mann Sieber und wenn was Gutes an Kabarett läuft, auch das. Manchmal "Heute Show". Obwohl ich sie manchmal verfluche, die Heute Show, weil Sie auf den Zug des Putin Bashings aufspringt, muss mir diese Tatsache ja nicht die darauf folgenden Witzchen verderben. Und Sie? Sie habe ich immer gerne gesehen, in der Heute Show. Warum? Ich bin 45, werde langsam grau, es wachsen Haare auf meinen Ohren, damit könnte man Kopfkissen füllen, wenn ich die Nasenhaare nicht rasiere, sehe ich binnen kürzester Zeit aus wie Hitler...Wenigstens wird mir morgens noch das zweite Köpfchen entgegengereckt...egal. Was ich sagen will, ich werde soo schnell alt und hab da eigentlich keinen Bock drauf. Im Bregen Kind verpackt in welkendem Fleisch. Und dann sehe ich Sie in der Heute Show, fröhlich von Begattungsplänen berichten, kiffend, all das Jugendliche, daß ich befürchte im Alter zu verlieren. Sie haben mir ein Stückchen weit, die Angst davor genommen, ich darf, ich kann also auch im Alter noch ein Spinner sein. Geübter sogar, ausgefeilter.. Ja...dafür wollte ich mich bedanken. Auf diese Seite bin ich zufällig durch Kenfm gestoßen, werde sie aber mal in die Favoriten packen und bestimmt lesen Sie mich dann öfter. Ich wünsche Ihnen für den oder folgende Prozesse alles Gute, zeigen Sie´s den Vorhautzecken!! Die kapieren nicht, daß die nun entstehende Welle, vermutlich viel schädlicher fürs Blättchen ist als sich damit abzufinden, ein postfaktisches Arschloch zu sein:)


Am 22. Juni 2018 schrieb Gabriel Müller-Huelss:

Nachdem das Amtsgericht München Herrn Gellermann quasi zum Geburtstag den Ausschluss der Öffentlichkeit "schenkte" und ihn in der Sache durch das Urteil dazu einlud und ermunterte, der SZ durch Revision eine Intensivierung des - wie ich mal implizieren möchte - von dieser ersehnten Streisand-Effektes zu ermöglichen, bleibe ich selbstverständlich dabei und erhöhe gleich mal meine finanzielle Beteiligung.

Aktuell ist hier https://www.heise.de/tp/features/Strafanzeige-wegen-Martin-Schulz-Parodie-4090125.html zu lesen, dass es in ähnlicher Sache nun auch den Verein "Aktion Arbeitsunrecht" und Werner Rügemer erwischt hat. In diesem Falle schreien der berühmteste Würrrselener oder die SPD nach o.g. Effekt.

Wir leben schon in einer sehr merkwürdigen Zeit, in der die geistige, soziale und politische Verwahrlosung doch gar zu weit und erschreckend fortgeschritten ist.


Am 22. Juni 2018 schrieb Andreas J. Bittner:

Hallo, Herr Gellermann,

ich wollte Ihnen mal meinen herzlichen Dank für die — mittlerweile — Serie „KenFM: Die Macht um acht“ aussprechen, herrlich! ich freue mich schon auf die nächsten Folgen und werde sie artig auf Facebook posten :-)

Antwort von U. Gellermann:

Danke für die Verbreitung des Videos: https://kenfm.de/


Am 22. Juni 2018 schrieb Rolf Ehlers:

Lieber Uli Gellermann,

ist es möglich, dass ich den volle Text des Münchener Urteils erhalte, das Sie wegen strafbaren Beleidigung verurteilt hat?
Ich bin selbst gelernter Jurist, bin (Jahrgang 1941) heute aber froh, der Enge dieser Profession entkommen zu sein. Noch ist die Justiz nicht so verkommen wie die Mainstreampresse. Aber die Justiz begnügt sich oft mit Plattheiten und urteilt ohne solide geistige Basis. Zu gern würde ich das Urteil auf mögliche Fehler abklopfen, vielleicht kann ich ein wenig helfen.

Ich ahne schon, dass das Gericht allein auf den Tatbestand der Formularbeleidigung abgestellt hat, die angeblich durch absolut Keine besonderen Tatumstände zu rechtfertigen sein soll.

So oder so drücke ich Ihnen die Daumen. In Wahrheit haben Sie längst durch die allgemeine Aufmerksamkeit gewonnen und alle Menschen mit, die die Wahrhaftigkeit lieben. Einem gewissenlosen Dummschwätzer den Spiegel vorzuhalten statt ihn und seine Auftraggeber mit seinen Gemeinheiten durchkommen zu lassen, ist doch eine Großtat! Durch den Prozess werden mehr Menschen darauf aufmerksam, dass die reichen Medienmächtigen uns das wenige an Demokratie gestohlen haben, das wir nach dem Kriege mal hatten.

Antwort von U. Gellermann:

Das Urteil liegt leider noch nicht vor. Teile davon werden ganz sicher in der RATIONALGALERIE veröffentlicht werden. Wie ich mit dem kompletten Text umgehe muss ich mit meinem Rechtsanwalt besprechen.

Herzlichen Dank für das Hilfsangebot.


Am 22. Juni 2018 schrieb Dian C.:

Ich frage mich, wie beleidigend sich jemand gegen mich verhalten müsste, damit ich mich dagegen nicht nur mit meinen eigenen Kräften wehren wollte, sondern mir Helfer suchte, letztlich sogar diesen Staat mit seinen Institutionen zur Mithilfe aufforderte!?

Weil ich (auch dazu) unwissend bin, las ich im StGB § 185 zu "Beleidigung", und weil meine Neugierde geweckt war, auch gleich noch folgend zu "übler Nachrede" und "Verleumdung". Noch erhellender ist der darauf folgende Paragraph. Er erklärt, warum Herr Gellermann froh sein dürfte, dass sein "Gegner" nicht zu den "Personen des politischen Lebens" - zumindest im engeren gesetzlichen Sinne - zählen wollte.

Ich habe nach meiner Lektüre nicht das Gefühl, meiner Antwort damit näher gekommen zu sein. Gut, "A...loch" hat mir sicherlich der eine oder andere auch schon mal ins Gesicht gesagt; "postfaktisch" tatsächlich noch nicht. So kann ich auch schwer nachfühlen. (Eigentlich bin ich des Zusatzes halber eher belustigt. Was gibt sich der Urheber des bösen A-Wortes doch für Mühe, es mir - aber auch so richtig - zu zeigen, wie er zu mir steht.)

Zugegeben, schriftlich und (internetweit) öffentlich ..., da fehlt mir jegliches Erleben. Aber sei's drum; auch diejenigen die es mir ins Gesicht sagten, hatten nicht immer und auf ganzer Linie Unrecht. Und ich müsste jetzt weiter ausholen, denn dem ging einiges voran.

So auch Hubert Wetzel. Er las einen Gellermann-Text, der einen seiner dezidiert angriff; womöglich las er ihn auch als Angriff auf seine Kollegen, seine Redaktion, seine Gilde. Man stelle sich die Schmach vor, wenn ihn Kollegen erst auf den "Gellermann-Verriss" aufmerksam machen mussten! Jetzt beginnt mein Verständnis einzusetzen. Wie tut das weh, wie ist solche Verletzung zu heilen?

Gut, dass Hubert Wetzel Kollegen, eine "integre" Redaktion, ja eine ganze Zeitung hinter sich schätzen kann, denn ihm fehlen ganz offensichtlich die Worte, zumindest jene, die ihn zum Sieger eines sich anbahnenden, wortgewandten, journalistischen Streits machten. Nicht genug die Verletzung, jetzt auch noch die lähmende Angst, nicht die richtigen Worte zu finden. Nur Worte, oder auch Argumente?

Wie tief diese Angst sitzen muss, kann man daran erkennen, wie lange es bis zur Anklage (sicherlich auch eine interessante journalistische Abhandlung!) brauchte. Wie lange hat die SZ, viele ihrer Kollegen mit sich ringen müssen, um dieses (ungeeignete?) Mittel im Kampf der Wortgewaltigen für sich als das beste herauszufinden, David gegen Goliath, alle Angst von sich abwerfend, aufbegehrend, kraftvoll, - und - erfolgreich.

Nun, ich verstehe mehr, warum sich hier Stimmen regen, die schon jetzt, noch vor der zweiten Instanz, den wirklichen Gewinner, den Goliath Gellermann für bestätigt, gestärkt, kurz für den eigentlichen Gewinner halten.

Und weil ich mit meinem schwachen Verstand und starken Gefühl zweifle, David und Goliath richtig benannt zu haben, will zu bedenken geben, dass eine zweite Instanz - bei mir - an beidem nichts ändern können wird.

Als nahezu Unbeteiligter will ich eine Lanze für die Obdachlosen brechen: Gibt es begründet Hoffnung für die Annahme, diese sollten sich mit ihrer ihnen angekündigten Zuwendung nur noch etwas gedulden, David und Goliath müssen noch eine Runde (wofür eigentlich?) und dann gibt's sogar noch etwas mehr - außer zu lesen?!

(P.S. Die Klageschrift darf jetzt nach Verhandlung veröffentlicht werden, oder?

Antwort von U. Gellermann:

Es gibt keine „Klageschrift“, es gibt einen lakonischen „Strafbefehl“. Der beschuldigt mich einer Beleidigung nach §§ 185, 194 StGB.


Am 22. Juni 2018 schrieb Michael Riecke:

@Michael Kohle
Zu "krummer" Spendenbetrag.
Lieber Herr Kohle,
der "krumme" Spendenbetrag ergibt einfach aus der Umrechnung von Rubel in Euro. Haben Sie jemals bei einem Umtausch von Eigenwährung in Fremdwährung und umgekehrt eine glatte Summe bekommen? Ich noch nicht.

Antwort von U. Gellermann:

Das Hauptproblem war die Umrechnung des nordkoranischen Won.


Am 22. Juni 2018 schrieb H-G Cikon:

Ich drücke die Daumen und hoffe, dass am Ende dieser Verfahren das grossartige (finanzielle) Solidaritätsresultat grösstenteils den Obdachlosen zugute kommen - wenn schlussendlich die Kosten des Verfahrens dem Kläger auferlegt werden.


Am 21. Juni 2018 schrieb Rudolph Bauer:

sehr lobenswert, sehr lobenswert!
diese anstalt der rüstungs-dussel wird sich davon nicht beeindrucken lassen; wer einmal auf dem öffentlich-rechtlichen thron sitzt, wird diese kloschüssel nicht aufgeben wollen.
was bleibt zu tun? nicht aufgeben!!! nicht klein beigeben!!!
Bezieht sich auf dieses Video: https://kenfm.de/die-macht-um-acht-3/


Am 21. Juni 2018 schrieb marie becker:

"Schließlich hat sie nach Lage der Dinge doch nur die Katzen von Böhnhardt und Mundlos in deren Abwesenheit gehütet. Oder?"

Sie hat aber nie die Katze aus dem Sack gelassen und blieb meistens MUNDLOS.


Am 21. Juni 2018 schrieb Winfried Wolk:

Lieber Uli,

danke für die Zusendung dieses Links, womit ich natürlich auch die Gelegenheit erhalte, Dich life agieren zu sehen. Dein sarkastischer, fast hätte ich geschrieben „Humor“, der eben meilenweit vom gängigen Humorbegriff entfernt ist, entlarvt die Hohlheit und die Lügnerei unserer leitenden Informationsstützpunkte/Mainstreamjournalistenkämpfer mit Charme und unverbissen. Deshalb ist es, obwohl alles tieftraurig und irgendwie hoffnungslos ist, auch wieder amüsant, weil Du all den Schwachsinn auf eine doch amüsante, höchst sympathische Weise übermitteln kannst. Übrigens – war da mal was wie Schlaganfall? ich hörte so etwas, merke aber rein gar nix, jedenfalls nicht bei deinen Vorträgen! Toll!


Antwort von U. Gellermann:

Gemeint ist dieses Video:

Gellermann zur ARD
Der Arbeitsgemeinschaft öffentliche-rechtlicher Rüstungsindustrie-Anstalten Deutschlands und ihrer „Tagesschau“

In der Serie bei KenFM „Die Macht um Acht“
siehe Link: https://kenfm.de/die-macht-um-acht-3/


Am 21. Juni 2018 schrieb Uwe Brandt:

Hallo Herr Gellermann,
ich möchte gerne Ihre Seite mit einem kleinen Beitrag unterstützen.

Wo finde ich Kontodaten?

Bin leider erst jetzt auf Ihre Seite gestoßen, werde aber mit Interesse Ihr Archiv durchforsten.

Antwort von U. Gellermann:

Herzlichen Dank für die Solidarität. Das sind die Konto-Daten.

Rechtsanwalt Jan-César Woicke
Postbank Leipzig,
IBAN: DE05860100900603875903
STICHWORT: SÜDDEUTSCHE

Und damit Sie künftig nichts verpassen kommt Ihre Adresse in meinen Verteiler.


Am 21. Juni 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Tja, wer hat denn da gespendet ?
Es kann nur Einen geben:
Präsident Putin.

Antwort von U. Gellermann:

Ulrike Spurgat hat Gellermann ertappt! Und Putin auch.


Am 21. Juni 2018 schrieb Götz Six:

Hallo Herr Gellermann,

ich habe sehr interessiert Ihren Beitrag „SÜDDEUTSCHE-Prozess verloren“ gelesen. Leider bin ich erst jetzt auf die Sache aufmerksam geworden und gehöre nicht zu den Spendern. Den Auslöser mit dem „postfaktischen Arschloch“ hatte ich damals allerdings gelesen.

So richtig ich Ihre Kritik an der SZ finde, so falsch finde ich allerdings Ihre jetzige Taktik. Ich würde nicht in die nächste Instanz gehen, den Überschuss behalten und das Geld sehr wohl auch für die Bezahlung der Strafe verwenden. Bei der ganzen Sache geht es ja darum, Sie finanziell unter Druck zu setzen und zwar unabhängig davon, wie der Fall vor Gericht ausgeht. Sie sollen beim nächsten Mal Angst haben, so etwas wieder zu tun, weil dann wieder Kosten auf Sie zukommen könnten. Wenn Sie jetzt aber mit einem Gewinn aus der Sache raus gehen, obwohl Sie vor Gericht verloren haben, setzten sie exakt den gegenteiligen Anreiz. Effektiver können Sie diese Leute nicht besiegen. Außerdem würden Sie natürlich ein Zeichen setzen, nämlich dass es einem großen Medienkonzern nicht gelingt, einen Blogger finanziell unter Druck zu setzen.

Falls Sie sich unsicher sind, könnten Sie Ihrer Leserschaft dieses Vorgehen via Internet Poll zur Abstimmung vorlegen und auch fragen, ob für einen Wiederholungsfall die selbe Spendenbereitschaft vorhanden wäre. Wenn das Feedback positiv ausfällt, verfahren Sie wie oben beschrieben. Sie könnten für den Wiederholungsfall ein moderates Zahlungsziel vorlegen und der Leserschaft mitteilen, wenn es erreicht ist und vor allem hält Sie nichts davon ab, einen Teil des Gewinns heimlich trotzdem für gute Zwecke zu spenden.

In jedem Fall würde ich der SZ dann via Blogbeitrag die Gewinnsumme genüsslich unter die Nase reiben und das Blatt in nächster Zeit intensiv bestalken, bis Sie wieder so einen Schundartikel finden, den Sie dann wieder so kommentieren. Dabei lassen Sie bewusst wieder Spielraum für Klagen zu und beenden den Beitrag mit dem Satz, dass Ihre Frau sich bisher gegen den von Ihnen favorisierten Urlaub auf Bali sträubt, weil sie es zu teuer findet, Sie aber darauf hoffen, dass eine weitere Klage der SZ sie diesbezüglich umstimmen würde (oder etwas in der Art).

Antwort von U. Gellermann:

Weder darf ich das Vertrauen der Spender enttäuschen, die ihr Geld für eine juristisch-politische Auseinandersetzung gegeben haben, noch wollte ich jemals nach Bali. Zudem betrachte ich die begonnene Kampagne als ein Lehrstück über Justiz und Macht. Dabei kann man viel erfahren. Letztlich könnte sogar Geld für Obdachlose übrig bleiben. Das wollen Sie doch sicher auch denen zukommen lassen.


Am 21. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

Eine lernfrage:
Welche Rechtsschutzversicherung muss ich abschliessen, um künftig gegen Missverständnisse bei meiner Meinungsfreiheit abgesichert zu sein??

Eine polemische frage:
Macht es wirklich einen unterschied, ob ich jemanden ziegenficker oder arschloch tituliere?
Fürs Gericht schon!


Am 21. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@Hella-Maria Schier

"Wen die Eliten unbedeutend finden, lassen sie am Torpfosten, äh, an sich abprallen."

Vielleicht darf ich in Ihrem Sinne Uli auch etwas Mut machen, mit einem Zitat von Mahatma Gandhi:

"Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du."

Aber passt das auf Ulis Kampf mit der SZ?

P.S.
Wie Michael Kohle habe ich mich auch gefragt, wo denn bei den 11.703,27 Euro Spenden die 27 Cent herkommen.


Am 21. Juni 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

Eine Reaktion wie die der Süddeutschen zeigt auch einen gelungenen Treffer an ( um vom Fuß Ball zur Politik zur Medienpolitik wechseln). Wen die Eliten unbedeutend finden, lassen sie am Torpfosten, äh, an sich abprallen. Lieber kein Aufsehen. Erst ab einer gewissen Breitenwirkung wird der Gürtel der Meinungsfreiheit richtig spürbar. So hat das ganze Theater bei allen ärgerlichen Aspekten auch etwas Ermutigendes. Vielleicht lernt dadurch so mancher erst die Rationalgalerie kennen. Ich wünsche in diesem Sinn viel Erfolg und viel Durchhaltevermögen dem Uli Gellermann!


Am 21. Juni 2018 schrieb Ole Bienkopp:

Da scheinen wohl einige Beteiligte die Öffentlichkeit zu fürchten, wie der Vampir das Sonnenlicht...

Eine Frage: Wenn die Verhandlung um über 3 Stunden vorverschoben wurde... WER war denn dann überhaupt anwesend? Der Beklagte ja wohl ganz offenkundig nicht. Kläger? Klagevertreter? Rechtsanwalt des Beklagten? Oder war das Gericht ganz allein?

Wer muß in diesem "Rechtsstaat" überhaupt anwesend sei, damit ein Prozess gültig ist?
Daß Prozesse auch völlig ohne Kenntnis des Beklagten, daß er überhaupt verklagt wurde, stattfinden können (so dem Blogger des "Blauen Boten" in den ersten Instanzen der Stern-Affäre "Bana Al Abed" passiert) ist ja auch schon so ein "Ding"...


Am 20. Juni 2018 schrieb Gabi Heidrich:

Wie armselig, Konzerne wollen kleine Blogger ruinieren. Vielleicht sollte sich die 4. Gewalt ihrem eigentlichem Anspruch widmen, seriöse Berichterstattung


Am 20. Juni 2018 schrieb Wolfgang Bittner:

Lieber Uli,

lass Dich bitte durch die Klage der SZ nicht von Deiner erfrischenden Polemik abbringen! Wie die Satire, ist auch die Polemik ein probates und legitimes Genre, vor allem in der politischen Auseinandersetzung; das scheint dem Gericht nicht bewusst zu sein. Ich freue mich immer, Deine geschliffenen und fundierten Beiträge zu lesen und versichere Dir meine Solidarität.

Antwort von U. Gellermann:

Tatsächlich plädiere ich für Satire, also für Kunstfreiheit. Mit diesem Satz aus meinem Artikel:

"Und so füllt Wetzel jede Zeile seines Artikels mit einer Methode, die man auf ihn anwenden muss, etwa so: Wetzel ist eine echte Schmierblatt-Sau, auch wenn das nicht bewiesen ist, kann es gut sein, dass er auf seinen Artikel onaniert hat. Zwar weiß man es nicht genau, aber wenn man diese Behauptung ernst nimmt, dann erhält man ein erschreckendes Bild.“

Hier wird deutlich, dass ich die Was-Wäre-Wenn-Methode des SZ-Autors auf ihn selbst anwende und so zu einer ironischen, fiktiven Erzählung komme. Dass ich parallel auch polemisch bin werde ich sicher nicht bestreiten.


Am 20. Juni 2018 schrieb V. Heinrich:

Lieber Ulli, ich bezeichne solche "Personen" wie den Herrn Hubert Wetzel schon seit Jahren als Analjournalisten und deren Arbeitgeber als Analmedien.
Da frage ich mich schon manchmal, wie lange so was in unserer Kapitaldiktatur noch möglich ist.
Noch wird ja in solchen Fällen "nur" versucht, die finanzielle Lebensgrundlage der mißliebigen Personen etwas zu ruinieren.
Aber wie alle Totalitären Systeme, wird auch diese Kapitaldiktatur, kurz vor dem an die Wand laufen, immer offensichtlicher Rechtsradikal, siehe der Rechtsfreie angebliche Rechtsstaat den es hier irgendwo geben soll.
Die Frage ist, wann wird es wieder lebensbedrohlich?


Am 20. Juni 2018 schrieb Michael Kohle:

Störe ich mal wieder, vor allem die gute Stimmung hier? So wie neulich Ende Mai auch? Ist es schon wieder soweit? Wer nicht einstimmt in die Hossianah-Chöre über die Gellermann’schen Etüden, soll sich gefälligst trollen - so hieß es das letzte Mal. Daran geändert haben dürfte sich zwischenzeitlich nichts.

Rational steht für vernunftgeleitetes, zweckgerichtetes Denken und Handeln, behauptet jedenfalls Wiki. Dass dem Galeristen aus gutem Grund das Hemd näher ist als der Rock, auch keine Frage. Ist ja seine website. Und dass die drei Euro und siebenundzwanz’ge Zerquetschte im Spendentopf aus einem Fremdwährungszugang herrühren? Hoffentlich, denn sonst …

Na, alle auf Betriebstemperatur zwischenzeitlich? Die üblichen Verdächtigen alle oben auf ihrem Baum der eine Palme ist? Dann kann ich - mit Verlaub - endlich zur Sache kommen. Vor anderthalb Jahren also hat der Galerist, echauffiert von einem hanebüchenden Beitrag eines Elite-Schreiberlings, es nicht anders vermocht - um sein Herz nicht zur Mördergrube werden zu lassen nämlich - als aus seiner journalistischen Botanisier-Trommel den einzig passenden Ausdruck zu fischen für den Schreibtischtäter: das postfaktische Arschloch.

Jetzt, schlappe sechzehn Monate später, dürfen wir endlich erfahren, was der einst per Inzucht gezeugte IRV - der investigative Rechercheverbund, ein Verbund aus SZ, WDR und …genau…NDR - denn so treibt, wenn er nicht gerade anderweitig beschäftigt ist mit panama¶dise papers oder ähnlichem Schwachsinn. Ist es wahrlich eine Überraschung - in der Not frisst der Teufel Fliegen - wenn sich das Kampfblatt für Akademiker und verarmten Landadel nun doch aufgerafft fühlen zu müssen glaubt von Gellermannschen Unverschämtheiten? Wo doch gerade die gleiche Wagenburg heftig unter Beschuss stand wg. peinlicher Verklappung eines Kollegen von Herrn Wetzel, einem langjährigen, verdienten Mitarbeiter. Ein Entlastungsangriff (im Western hieß es dann: öffnet die Tore!) tut da immer gut. Zumal es da noch das Nordlicht im besagten Verbund gibt, einer, der sich seit längerem vom Journalisten im Unruhestand Uli G. behelligt fühlt(e), auch wenn Letzterer vornehmlich gegen die Macht um Acht zur Attacke bläst. Im wohl vierteljährlichen Monitoring des „Investigativverbundes“ - sowas wie eine Redaktionskonferenz - dürfte es wohl regelmäßig gefallen sein: Et ceterum censeo, carthaginem esse delendam. Und endlich wurde er erhört, der Kai, der Gniffke.

Und so kam es eben, wie es kommen mußte. Da gab und gibt es ja noch die Kavallerie, die wie einst Ziethen aus dem Busch immer wieder gerne behilflich ist. Insbesondere wenn es darum geht, das Recht der Herrschenden und/oder des Kapitals wieder herzustellen, zu sichern und zu wahren. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach - habe sie gestern schon mal geäußert - hätte Blogger G. sich geehrt fühlen sollen, ob der Aufmerksamkeit, die ihm gezollt wird um dann dem probaten Ratschlag zu folgen: Unrat vorbeischwimmen lassen. Aber nein, er nimmt - mutig und tapfer, zugegeben - den Fehdehandschuh auf. Na ja, er muss es wissen.

Was jetzt mein Einstieg oben sollte? Das will ich gerne erklären, auch wenn es mir nicht gut bekommen dürfte! Auch dieses Mal - eher schlimmer als je zuvor - erscheint es mir, als würde das hochverehrte Publikum die Funktion und Aufgabe der Rationalgalerie anders begreifen. Für Mancheinen geradezu ein Ort zur eigenen Verlustifizierung, so scheint es mir. Oder auch zur das eigene Ego schmeichelnden Selbstverwirklichung! Ob das der Galerist wirklich als ziel- und zweckführend akzeptieren kann und will?

Die Kategorisierung des Herrn Wetzel, der Grund dafür, alles längst vergessen. Um was ging es noch einmal? Letzte Nacht fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da lief vor meinen Augen und Ohren ein Machwerk ab, das mich nach wenigen Minuten erschüttert im Ohrensessel nach hinten sinken ließ. Sowieso erschöpft von der stundenlangen Flucht vor dem rollenden und auch dem ruhenden Ball war ich auf arte gelandet. Und da lief der Film der Filme für die ultimativ verblödete transatlantische Elite: „Operation Europa - Mogherini und ihr Masterplan“. Das kann man nicht erzählen, das muß man gesehen haben, zu ertragen war es allerdings nicht. Wenn ein Herr Wetzel schon das sein sollte, dessen der Galerist ihn einst bezichtigt hat, wie - um Gottes Willen (übersetzt für OMG - ein Sonderservice für Linksliberale) - müßte dann die Riefenstahl der Moderne - eine gewisse Annelisa Piras - einordnet werden? Auch hier weiß Wiki Einiges zu vermelden. Für ein vorhergehendes „Werk“ soll ihr ein Preis verliehen worden sein 2016, vom damaligen Bellevue-Besetzer Gauck und auch noch vom damals noch heiß begehrten Martin Schulz. Das sagt doch wohl alles! Das erschröckliche Ende des Siechtums der Wertegemeinschaft, ein Meisterwerk. Wem das noch nicht reicht um bei Laune zu bleiben, dem könnte ich noch den aktuellen Erguss von John Pilger zum Thema Julian Assange empfehlen. „Wie die transatlantische Wertegemeinschaft mit ihrem höchsten Gut - der Würde des Menschen - umzugehen fähig, bereit und in der Lage ist“ würde ich die Übersetzung überschreiben. Würde, ich tue es ja nicht, das Übersetzen, genausowenig wie den link setzen zum Artikel. Wer sich auf der Galerie einzufinden weiß, sollte sich auch in Neuland bewegen können. Was Julian Assange mit Gellermann zu tun hat? Hat sich das jetzt wirklich jemand gefragt? Dann aber unbedingt den Pilger zu Rate ziehen!

Antwort von U. Gellermann:

Nie und nimmer habe ich die Whistle geblasen. Allerdings zuweilen auf etwas gepfiffen. Zum Beispiel auf die „Süddeutsche“, stellvertretend für den Medien-Mainstream.


Am 20. Juni 2018 schrieb Wolfgang Oedingen:

Aber doch bitte nicht mit allen.
Herzlichen Gruss aus Köln.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich nicht. Von Willi Ostermann bis zu den Bläck Fööss: Ein einziger Sanges-Siegegeszug des Rheinischen.


Am 20. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@ Paulo H. Bruder, Sie sagen:

"Lieber Gellermann,
hätten S' halt "Oasch" g'schrieben; darunter versteht man an der Isar keine Beleidigung nicht."

Der Gellermann is halt a bisserl zu preußisch.

Antwort von U. Gellermann:

Der schönste Patriotismus ist doch der Lokal-Patriotismus. Aber als ehemaliger Düsseldorfer bin ich nur mit Kölnern befeindet.


Am 20. Juni 2018 schrieb Peter Böhme:

Ich halte Gellermann die Daumen. Zwar wird er auch in der 3. Instanz nicht gewinnen, die Eliten ertragen eben kein offenes Wort. Aber mit seiner Initiative führt er die Justiz und die die Doof-Medien auf das schönste vor. Danke, da spende ich doch gern!


Am 19. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@ Michel Kohle, Sie sagen:

"Die Urteilsbegründung der ersten Instanz hätte mich dann doch interessiert." - Mich auch.

Uli sagt: "So bald die Urteilsbegründung der 1. Verhandlung vorliegt wird sie veröffentlicht werden."

War denn nicht jemand im Saal, der sie gehört hat?

Antwort von U. Gellermann:

Zwar gab es Zeugen, aber noch liegt die Begründung nicht schriftlich vor. Und erst wenn sie in Schriftform vorliegt werde ich sie veröffentlichen.


Am 19. Juni 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

Lieber Gellermann,
hätten S' halt "Oasch" g'schrieben; darunter versteht man an der Isar keine Beleidigung nicht. Man sagt ja bekanntlich auch "leck' mich". Nämlich wo? Am Oasch. Oder aber, warum nicht Franz-Josef-Lateinisch höhere Bildung bezeigen und "anus" schreiben? Im vorliegenden Fall: "anus iustitiae". Bis zum nächsten Mal:
Servus, Hawed'ehre!

Antwort von U. Gellermann:

Die lateinische Variante gefällt mir am besten.


Am 19. Juni 2018 schrieb Michael Kohle:

Mit Verlaub, Herr Gellermann, diese einmalige Chance, die hätte ich mir nicht nehmen lassen. Diesen Stern der etwas anderen Art (z.B. in Form eines schwarzen Antimaterie-Gestirns), den hätte ich mir stolz auf die linke Brust geheftet. Sowas hätte ich mir was kosten lassen. Zwar hätten wir dann immer noch nicht gewußt, wie hoch genau der Kurs für ein „asshole“ à la Premiumsschmierfink angesiedelt ist (dem Linksliberalen gewidmet: das a-Wort steht für … aber das wußten sie bestimmt dann doch, oder). Und wie hoch der Anteil für „postfaktisch“ am bescheidenen Sümmchen von neunhundert Stutz sein mag, werden wir jetzt wohl nie mehr erfahren.

Was genau erhoffen Sie sich denn von der 2. Instanz? Etwas, was sie nicht schon erreicht haben? Ruhm und Ehre jener erlauchten Schar, von denen die stolz sein dürfen, von den robentragenden Blitzeschleuderern bayrischer Justiz einmal ins Fadenkreuz genommen worden zu sein? Glauben Sie wirklich, dass die Zweite besser sieht? Haben Sie gar Hoffnung , es dem Ackermann mit zum V hochgereckten Fingern nachmachen zu können? Zu solcher Justiz-Klientel gehört ein Gellermann doch wohl nicht. Haben jetzt nicht diverse Kreise den Galeristen eher genau da, wo „man“ ihn von Anfang an haben wollte? Vor dem Kadi?

Hat da nicht ein anderer Uli, der mit dem H. dahinter, den weiseren Schluss gezogen? So ein Schrecken hat das Ende auch für den nicht gehabt, die Kurzzeitpflege zu Landsberg hat ihn weder geschreckt noch geschadet. Und jetzt, ein Schrecken ohne Ende? Ganz zu schweigen von den ganz anderen potentiellen Gefahren, die da lauern dürften. Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand - so heißt es. Wußten Sie nicht, dass diese Regel unstrittig nicht für bayrische Gerichtssäle zu gelten hat, selbst wenn dort neuerdings södersche Kreuze „an Gottes statt hängen“ dürfen? Sind da vielleicht doch andere Kräfte am Wirken, wer weiß? Die Amigos vom investigativen Rechercheverbund möglicherweise? Kaum zu glauben!

Hat denn nicht wenigstens der Rechtsbeistand auf allerlei Seltsames im juristischen Prozedere hingewiesen, wenigstens vor der Entscheidung zum „Weiter so“? Anrüchig schon mal das arg verspätete Herbeizerren einer vermeintlich strafbewehrten Verwendung einer Verbalinjurie als Klagegrund. Wo doch nachweislich selbst die Klägerin die Nutzbarmachung des casus belli - in Worten: das Arschloch - zu eigenen Zwecken bzw. in eigener Sache nicht leugnen kann. Als ob das alles nicht schon gereicht hätte. Dann die Terminansetzung: Freitag, 13 Uhr 30 in der Hauptstadt der Bewegung, in München im bayrischen Amtsgericht! Man ahnt die Absicht! Dann der anhebende zeitliche Wanderzirkus, der Sicherstellung der doch ansonsten erforderlichen Öffentlichkeit wenig zuträglich! Doch, doch! Hoch anzurechnen dem Hohen Gericht, so konnte doch wenigstens die Würde des Gerichts dadurch gewahrt werden, weil ihre immerwährende Schamröte nicht publik wurde.

Die Urteilsbegründung der ersten Instanz hätte mich dann doch interessiert. Schließlich war der transatlantische Hof&Kriegsberichtserstatter vor anderthalb Jahren - so oder ähnlich muss sie gelautet haben - vom Beklagten Gellermann schmählichst in seiner beruflichen Ehre gedemütigt worden. Damit wurde auch ein Hort der publizistischen Elite in seiner unermüdlichen Ausübung endsiegfördernder Volksaufklärung arg getrübt wenn nicht in Frage gestellt. Und was war das Anderes als Wehrkraftzersetzung? Der ewig währenden Bedrohung aus dem Osten muß doch mit aller Kraft entgegen gewirkt werden, da darf es keinen Pardon geben und Widerspruch schon gar nicht. Volksschädigendes Verhalten, nichts sonst.

Etwas arg weit hergeholt jetzt? Mitnichten! War alles schon mal da! Vor jubiläumsverdächtigen fünfundsiebzig Jahren. Auch da konnte, nein, mußte Flagge gezeigt werden. Hatten da doch ein paar nichtsnutzige Pimpfe männlichen und weiblichen Geschlechts das Treppenhaus der alterwürdigen Universtität zu München beschmutzt und damit mißbraucht, in dem sie so von oben herab (genau: von der Galerie) auf Papier ausgelassenes Beleidigendes zu Führer, Volk und Vaterland herunterflattern ließen. Der Pedell will es gesehen haben und so sah sich deshalb aufgefordert, es der seinerzeit herrschenden Obrigkeit umgehend zu vermelden. Die seinerzeit zuständigen Münchner Kommissare von der gar nicht so geheimen Staatspolizei blieben nicht untätig und so konnte schon nach einem Tag, oder waren es zwei, der Freisler Roland aus Berlin zur Urteilsverkündung einbestellt und schon mal prophylaktisch Stadelheim aufgefordert werden, sich bereit zu halten. Der den Rumpelstilz gebende Freisler soll dann auch alsbald eine seiner besseren Auftritte geliefert haben tagdrauf und für die umgehende Durchführung der Endlösung zur Verhinderung weiterer Wehrkraftzersetzung durch die Abgeurteilten gesorgt haben. Stadelheim, übernehmen sie - so hieß es wieder einmal.

Ist es wirklich ein Zufall, dass just jenes für die Verrichtungen zu München-Stadelheim notwendige Werkzeug erst jüngst wieder aufgefunden wurde? Sowas darf doch nicht verloren gehen. Wie berichtete dann auch die Süddeutsche Zeitung Anfang des Jahres 2014 vom Fund, Fundstück und Fundort? Jahrzehntelang erst verschollen dann im freistaatlichen Museum ganz in der Nähe entdeckt. Sogar ein highlight soll die betreffende Guillotine gewesen sein in diesen Jahren des palliativen Vergessens. Bei einer musealen Ausstellung zu Ehren Karl Valentins sei sie - wie die stets investigative SZ zu berichten wußte - aber dann doch schon mal zum Einsatz gekommen, jene Guillotine zur Ehre der Weißen Rose. Pikantes wurde dazu berichtet: in Ermangelung freiwiliger Probanden wurden Stoffpuppen aufgeboten. Erzählte u.a. auch die SZ. Wer wurde denn da beleidigt, der Valentin oder doch Sophie und Hans oder etwa alle drei? Jedenfalls de facto und nicht de jure! Wer da wohl der Beklagte bei einem Klageerhebungsverfahren gewesen wäre?

Immer wieder eine machtvolle Demonstration des starken Freistaates und seines Justizapparates jedenfalls. Folgt man übrigens den Verlautbarungen der SZ zur Behandlung des vorgenannten Findlings, so scheint eine Wiederverwendung derzeit nicht geplant zu sein. Entwarnung also für alle mutwilligen Wehrkraftzersetzer, Landesverräter und Verbalinjurier. Und noch was Positives, was sich so aus investigativer Recherche ergab: noch wird eine Sopie Scholl - ob ihres Tuns oder wegen was auch immer sonst - von der heutigen deutschen Elitenpresse als Widerstandskämpferin geführt. Das lässt einen doch irgendwie hoffen, Flugblattverteillung - wenn auch auf unübliche Art - adäquater Widerstand? Das hat was! Auch wenn es mal kein Neuland mehr geben sollte, diesen flyer nimmt uns niemand. Und eine Sauerei so wie früher mit den schwarzen Pfoten muß es ja nicht mehr sein.

Antwort von U. Gellermann:

Die 2. Instanz dient der Wahrheitsfindung. Mal sehen, was wir finden. Und so bald die Urteilsbegründung der 1. Verhandlung vorliegt wird sie veröffentlicht werden.


Am 19. Juni 2018 schrieb Karola Schramm:

Auch ich preise die Solidarität mit Uli Gellermann und fühle mich dazu gehörig. Habe ich doch auch hier ein Forum gefunden, welches meiner politischen und menschlichen Einstellung entspricht.

Ist es nun schlimm, wenn ich darauf hinweise, dass es öfter passiert, nicht nur in Bayern, dass Gerichtsverhandlungen kurzfristig verschoben werden und ich erst einmal keine böse Absicht dahinter sehe, wie es hier ausgelegt wird?

Damit dieser ganze Ärger über die SZ, den Prozess etc. wieder auf einen sachlichen Boden kommt, fiel mir ein Kanon von Wolfgang Amadeus Mozart ein: "Leck mich im Arsch." Er beschreibt in diesem auch seinen Ärger über seine damaligen Fürsten und kommt zu dem Schluss: "Knurren, Brummen ist vergebens, ist das wahre Kreuz des Lebens. Drum lasst uns froh und fröhlich sein, Brummen, knurren ist vergebens - leck mich im Arsch."

Das, finde ich, ist ein guter Tipp. Denn die Hirnforschung, die Psychoanalyse und Medizin kennt das Sich fest beißen an negativen Erlebnissen, die sich im Menschen festsetzen (können) die Freude am Leben nehmen kann und somit auch konstruktives Handeln verloren geht und unmöglich macht. Ärger macht krank.

Das bedeutet ja nicht, nichts mehr zu tun. Sondern mit frischem Wind und ganz locker in die nächste Runde zu gehen. Der kleine David hat den Riesen Goliath mit einem einzigen, treffsicheren Wurf aus seiner Steinschleuder zum Verlierer gemacht.

In der 2. Instanz kann das auch der kleine politische Blog von Uli Gellermann fertig bringen, denn alle ethischen, moralischen und sachlichen Gründe sind auf seiner Seite.
Dazu eine leichte l.m.A. Stimmung wie in diesem Kanon von Mozart besungen, aus der die Sicherheit des Sieges hervorgeht, kann nichts mehr schief gehen.

Auf youtube einfach "Leck mich im Arsch von Mozart" eingeben und Sie können den Kanon hören. Der Link funktioniert leider nicht - er ist gesperrt, was mich auch wieder nachdenklich macht.
"Wer den Neoliberalismus will, will in den Feudalismus zurück", habe ich vor Jahren im niederländischen Handelsblatt gelesen. Damit das nicht passiert, gibt es Uli Gellermann und diesen Prozess.


Am 19. Juni 2018 schrieb Günther Kampmann:

Über 10.000 Euro: Das ist ein toller Betrag für den juristischen Kampf. Genau so wichtig scheint mir sie politische Solidarität, die in den vielen Leserbriefen zum Ausdruck kommt. Ein echter Lichtblick!

Antwort von U. Gellermann:

Dem kann ich mich nur anschließen. Danke.


Am 19. Juni 2018 schrieb Vera Leistner:

Der gespendet Betrag ist ein großartiges Beispiel für Solidarität. Ich habe mir eine Spende nicht leisten können und in deshalb sehr froh, daaa sich so viele andere Spender gefunden haben.


Am 19. Juni 2018 schrieb Hans-Jürgen Hahn:

Als langjähriger sog. Gedenkstättenpädagoge seit 1981 mit konkreten Friedens-
projekten zwischen israelischen und deutschen Jugendlichen, als Herausgeber des bekannten Auschwitzalbums auf deutsch (1995 Vlg. Das Arsenal) vertrete ich seit 2016 öffentlich eine zu Unrecht von einer HAWK geschasste Dozentin, einer Palästinenserin, wg. angebl. Antisemitismus. Dies ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt für die schizoide Wahrnehmung wie mediale Vermittlung dessen, was unsere Staatsdoktin gg. dem Staat Israel angeht.
Deshalb nehme ich Ihre Notizen mit Interesse zur Kenntnis. Das Einziehen der Köpfe bei der lokalen Presse bin ich nun gewohnt. Doch nun gehört auch die SZ seit geraumer Zeit dazu. Bleiben Sie dran!

Antwort von U. Gellermann:

Und schon sind Sie in der Liste. Wir bleiben dran.


Am 18. Juni 2018 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Nach Lesen des heutigen Artikels und desjenigen, der als "Stein des Anstoßes" gilt, kam mich bei der Nennung von Namen und Zusammenhängen, von Verfilzungen rund um das Produkt Süddeutsche Zeitung ein Gedanke an: Wer die Musik bezahlt, der bestimmt, was gespielt wird.
Oder noch anders, so kam mir ein Zitat aus "Der Pate" in den Sinn hinsichtlich dessen gemachter Vorschläge, die nicht abgelehnt werden können...

Und hier lässt sich trefflich über bestimmte Berufsgruppen der "Entscheidungsträger" sinnieren. Wobei man möglicherweise das "B" bei Beruf durch ein "V" ersetzen könnte. Die bayrische Justiz ist spätestens seit der Mollath-Affäre mehr als suspekt geworden.


Am 18. Juni 2018 schrieb marie becker:

ich finde es schlimm, dass sich unsre Justiz mit solchen Querelen befasst , statt wirklich brisante Fälle durchzuarbeiten. Wen wundert es,
wenn ein BAMF unter seinen Aktenbergen seufzt und zur "Selbsthilfe" greift.

kein Trost, aber auf die Weise wird deutlich, welche Kompetenz unsre Justiz besitzt; eine klare Unterscheidung zwischen wesentlich und unwesentlich sollte unbedingt von jedem Gericht zu fordern sein.

Ihnen Uli , weiter viel Erfolg und vor allem wenigstens DEN Rest an Gesundheit, der Ihnen die Kraft verleiht, weiter gehen zu können auf Ihrem Weg.


Am 18. Juni 2018 schrieb Des Illusionierter:

Lieber Uli Gellermann,

was bedeutet denn dieses Termintheater des Münchener Amtsgerichts? Es ist m. E. ein Zeichen der Schwäche! Die allmächtige Justiz hat die Hosen voll bis zum Gürtel, dass ein Prozessbeobachter die richtigen Fragen stellen könnte! Pfui Teifi! Was für Jammerlappen bei dieser faktischen Übermacht!
Aber so nicht!
Sicher geht es vielen hier so wie mir: jetzt habe ich erst den richtigen Zorn beisammen!
Bitte keine Scheu, wenn das Geld für die Prozesskosten knapp wird: Für diese Sache greife ich gerne nochmal in´s Portemonnaie!

Antwort von U. Gellermann:

Danke für den Griff: Die 2. Instanz naht.


Am 18. Juni 2018 schrieb unbekannt:

Da darf man aber sehr gespannt sein, wie angesichts der "RECHTS-" lage der deutschen Justiz und im Vergleich zum Gellermann-Prozeß das Urteil gegen Beate Tschäpe ausfällt. Wird sie freigesprochen?
Schließlich hat sie nach Lage der Dinge doch nur die Katzen von Böhnhardt und Mundlos in deren Abwesenheit gehütet. Oder?


Am 18. Juni 2018 schrieb Marc Britz:

"Dieser Antwort folgte bei der rechten Partei unten ein Gelächter, das so herzlich war, daß K. mitlachen mußte. Die Leute stützten sich mit den Händen auf ihre Knie und schüttelten sich wie unter schweren Hustenanfällen. Es lachten sogar einzelne auf der Galerie. Der ganz böse gewordene Untersuchungsrichter, der wahrscheinlich gegen die Leute unten machtlos war, suchte sich an der Galerie zu entschädigen, sprang auf, drohte der Galerie, und seine sonst wenig auffallenden Augenbrauen drängten sich buschig, schwarz und groß über seinen Augen. Die linke Saalhälfte war aber noch immer still, die Leute standen dort in Reihen, hatten ihre Gesichter dem Podium zugewendet und hörten den Worten, die oben gewechselt wurden, ebenso ruhig zu wie dem Lärm der anderen Partei, sie duldeten sogar, daß einzelne aus ihren Reihen mit der anderen Partei hie und da gemeinsam vorgingen. Die Leute der linken Partei, die übrigens weniger zahlreich waren, mochten im Grunde ebenso unbedeutend sein wie die der rechten Partei, aber die Ruhe ihres Verhaltens ließ sie bedeutungsvoller erscheinen. Als K. jetzt zu reden begann, war er überzeugt, in ihrem Sinne zu sprechen. »Ihre Frage, Herr Untersuchungsrichter, ob ich Zimmermaler bin - vielmehr, Sie haben gar nicht gefragt, sondern es mir auf den Kopf zugesagt -, ist bezeichnend für die ganze Art des Verfahrens, das gegen mich geführt wird. Sie können einwenden, daß es ja überhaupt kein Verfahren ist, Sie haben sehr recht, denn es ist ja nur ein Verfahren, wenn ich es als solches anerkenne. Aber ich erkenne es also für den Augenblick jetzt an, aus Mitleid gewissermaßen. Man kann sich nicht anders als mitleidig dazu stellen, wenn man es überhaupt beachten will. Ich sage nicht, daß es ein liederliches Verfahren ist, aber ich möchte Ihnen diese Bezeichnung zur Selbsterkenntnis angeboten haben.«

Dieser kurze Auszug aus Kafkas ‚Prozess' scheint mir die Sache doch ganz gut zu versinnbildlichen. Auch eine Galerie kommt darin vor. Dir, lieber Uli, wünsche ich viel Erfolg mit der nächsten Instanz. Auch werde ich Dich, falls nötig, zu einem späteren Zeitpunkt nochmals finanziell unterstützen.

Antwort von U. Gellermann:

Herzlichen Dank!


Am 18. Juni 2018 schrieb Haejm Geiss:


Was hat Uli Gellermann in letzter Zeit an kritischer Kommentierung verbrochen? Er hat wohl so eine Art Gotteslästerung begangen, einmal an der Tageschau, dann an der Süddeutschen. Das Unverzeihlichste aber, er hat wiederholt Israel kritisiert und kritische Leserzuschriften abgedruckt. Das darf einfach nicht sein. Nun soll wegen eines Nebenschauplatzes ein Exempel statuiert werden, damit jeder kritische Schreiberling in Deutschland begreift, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen.

Zum Nachlesen die Belege für meine "Verschwörungstheorie":
22.1.18 ?Unter falscher Flagge?
1.5.18 AfD-Gauland will für Israel sterben
21.5.18 ?Nächstes Jahr in Jerusalem? (Kritik auch über Hanitzsch-Rausschmiss)
11.6.18 Die unheilige Allianz Saudi-Arabien und Israel


Am 18. Juni 2018 schrieb Marie Hansen:

Was heißt denn: "Hartelijk gefeliciteerd!" in der Zuschrift von Piet Grotekamp?

Antwort von U. Gellermann:

"Herzlichen Glückwunsch" auf Niederländisch.


Am 18. Juni 2018 schrieb Alexander Kocks:

Konnte man von der deutschen Justiz ein anderes Urteil und ein faires Verhalten bei der "'Öffentlichkeit des Verfahrens" erwarten, zumal wenn das Verfahren in München gegen ein Münchener Konzernblatt stattfindet? Mein Vertrauen in unsere Justiz ist da äußerst gering, aber das Verhalten des Münchener Gerichts bei der Öffentlichkeit des Verfahrens haut mich doch vom Hocker.
Zu weiteren Spenden bis zur Verfassungsbeschwerde bin ich gerne bereit

Antwort von U. Gellermann:

Danke für die „Bereitschaft“. Erst gehen wir mal in Berufung. Und werden auch darüber die Leser informieren.


Am 18. Juni 2018 schrieb Fred Vargas:

Meinen Glückwunsch! Solidarität ist kein leeres Wort! Aber: Der Kampf geht weiter.


Am 18. Juni 2018 schrieb Spargel Tarzan:

Wer die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen G+J und dem Blogger Blauer Bote kennt, wird im hier vorliegenden Fall erstaunliche Parallelen erkennen, der Unterschied liegt nur in der räumlichen Distanz, Hamburg zu München.
Das Verhalten und Agieren des jeweiligen Gerichts sind erstaunlich deckungsgleich, wobei der Blaue Bote wohl erst aus einem Gerichtsschreiben erfuhr, daß er nunmehr verurteilt sei. Da hatte das Gericht ganz im Sinne der Gerichtskostensenkung auf jegliche Information der Öffentlichkeit und des Beklagten verzichtet. Warum sollte man auch, schließlich sind hier höhere (Kartell)Interessen von Seiten der Judikative zu wahren.
Vor dem Gericht sind alle gleich, nur einige sind gleicher als gleich und wer Recht bekommt bestimmt immer noch der Besitz und das Einkommen.
Das sind die Prinzipien eines Rechts-Staates, nicht die eines Rechtstaates...


Am 18. Juni 2018 schrieb Andreas Schell:

Am Freitag stand ich zehn Minuten vor dem Beginn der öffentlichen Hauptverhandlung um 13:30 vorm Gerichtssaal. Herrn Dr. Kutza, dem für seinen Blogbeitrag besonderer Dank gebührt, hatte die Idee, trotz aller sichtbaren Ankündigungen und meiner eigenen telefonischen Anfrage am Vormittag nochmal beim Pförtner zu fragen, wie es denn mit der Pünktlichkeit steht. Wir erfuhren dann staunend von einem sehr lässigen jungen Mann, nachdem sich dieser seinerseits telefonisch über die Aktualität der ihm vorliegenden, überholten Sitzungsliste informiert hatte, dass die Verhandlung bereits von 10:15 bis 11:17 stattgefunden hatte - de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Mehr war nicht zu holen.

Die Öffentlichkeit, zu der ich mich am Freitag zählte, sieht sich am Eingang des abschreckenden, riesigen Betonbaus in der Nymphenburger Straße, der entfernt an ein bayerisches Gymnasium mit vorgeschalteter Flughafen-Sicherheitskanal erinnert, beim Eintritt einer durchaus stattlichen, bewaffneten Schutzmannschaft gegenüber: Metalldetektor, Abtasten, Umdrehen noch mal Abtasten, was-sie haben *keinen* Laptop dabei? Die Öffentlichkeit stört hier offensichtlich die öffentliche Ordnung. Und Sicherheit geht vor.

Die Süddeutsche Zeitung ist arrogant, NATO-treu und transatlantisch, hasst jegliche Kritik am Staat Israel, schmeisst als Beleg altgediente Karikaturisten wie den Hanitzsch raus, weil er den Netanyahu mit großen Ohren und 'ner Bombe in der Hand gemalt hat und will zugleich in unerträglicher, geschichtsvergessener Doppelmoral seit Jahren den Krieg mit Russland, dessen Präsident Putin von der Süddeutschen in fanatischer Bigotterie gefürchtet wird wie Luzifer. In der bayerischen Landeshauptstadt, in der Arschloch ein Teil des öffentlichen Tonfalls ist - man muss nur mit dem Fahrrad fahren - hat sie Hohn und Spott für ihre konstant miese Leistung und ihre unwürdige Hetzpropaganda verdient, die seit vielen Jahren die Leser scharenweise in die Flucht treibt. Von diesem Hohn und Spott handelt der Artikel des Galeristen, der uns dieses großartige Theater beschert.

Ich schlage vor, die zweite Instanz mit möglichst vielen Zuschauern zu genießen. Sehen wir dabei zu, wie der Staat die Befindlichkeiten unserer Milliardäre und ihrer treu-doofen medialen Hofschranzen schützt.

Antwort von U. Gellermann:

Ganz herzlichen Dank für die solidarische Hilfe und den Vorschlag: Sobald der nächste Gerichts-Termin bekannt ist wird er frühzeitig bekannt gegeben. Und diesmal werde ich selbst in München sein.


Am 18. Juni 2018 schrieb Piet Grotekamp:

Hartelijk gefeliciteerd! Aus Holland die beste Wünschen. Weiter so!


Am 18. Juni 2018 schrieb Lena Bucher:

Das ist doch perfekt: Ein Konzern bestellt eine Verurteilung und ein Gericht liefert sie. Bravo!


Am 18. Juni 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Ironische Frage an Hr. Gellermann: Schon mit Hr. Molath in kontakt getreten? Der kennt auch die eine oder andere bayrische Justizposse. Was für eine Frechheit den Prozess um mehr als zwei Std. vorzuverlegen. Wäre Ihr Rechtsbeistand nicht so zeitig anwesend gewesen wären Sie u.U. in Abwesenheit verurteilt worden, von der fehlenden Öffentlichkeit ganz zu schweigen.

Erneut:
"Zum Schicksal des Rechts unter einer langdauernden Terrorherrschaft ist nichts weiter zu sagen:
Die Gesetzgebung ist zur Maschinerie degradiert, die Rechtssprechung feil geworden, da kein Richter im Amte bleiben kann, wenn er sich dem diktatorischen Willen, sobald er einmal an ihn herantritt, nicht beugt, die Justizverwaltung eine Bütteleinrichtung, wenn nicht viel schlimmeres.
Recht als eine normierte Ordnung zur Sicherung der Freiheiten aller ist der Todfeind der Willkür, es wird von ihr, kaum kommt sie zum Zuge, entmachtet, in Teilen ausser Kraft gesetzt, in anderen vergewaltigt, verstümmelt und, selbst wenn es heilbleibt, mißbraucht."
Eugen Kogon, "Der SS-Staat Das System der deutschen Konzentrationslager" Kindler Verlag (1974) Auflage 401.000-465.000, Seite 14


Am 18. Juni 2018 schrieb Hartwig Latocha:

Sehr geehrter Herr Gellermann,
im Zusammenhang mit dem süddeutschen Blättchen habe ich gerade den Spendenknopf kurz gedrückt. Die von Ihnen geplante Erweiterung der Rationalgalerie ist schön, richtig und wichtig! Bitte nehmen Sie mich in Ihrem Newsletter-Verteiler auf.

Antwort von U. Gellermann:

Herzlichen Dank für die Spende. Der Spenden-Button wird leider erst im Herbst auf der Site erscheinen.
Sie sind ab sofort im Verteiler.

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