Steinmeiers Neue Heimat

Die Innere Einheit geht nur an Feiertagen

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Oktober 2017

Steinmeier? Steinmeier? Kennen Sie nicht? Verständlich. Man hatte den Eindruck gewonnen, dass der Mann nach dem 12. Februar 2017 verschwunden war. Denn da wurde er von einer scheinbar bunten Mischung aus CDU, SPD, GRÜNEN und FDP zum Bundespräsidenten gewählt. Und dann war er weg. Jedenfalls aus der Öffentlichkeit. Spielte er hinter den Mauern des Schlosses Bellevue Skat? Arbeitete er an Putschplänen zum Sturz Angela Merkels? Oder schrieb er Tipps für Martin Schulz, so von Sozialdemokrat zu Sozialdemokrat, denn auch Steinmeier hatte mal für den Kanzler-Job kandidiert, er wusste wie man verliert. Falsch. Alles falsch. Steinmeier saß schon seit Monaten an seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit. Und als man sie dann hörte oder las, die Rede, wünschte man ihm doch ein paar nette Skatrunden auf Staatskosten.

Um die innere Einheit unseres Landes macht sich der Bundespräsident Sorgen. Um die Einheit der Kinder ohne Pausenbrot mit den Kindern, die ihren ersten Brillanten für´s Ohr schon zum Schulstart bekommen? Um die Einheit der Kunden bei der Kaviar-Verkostung mit den Kunden, die an den Märkten nach abgelaufenen Lebensmittel-Packungen für umsonst fragen? Um die Einheit der Rolex-Sammler und der Pfandflaschen-Sammler? Was verdammt soll die verbinden? „Das freie und gleiche Wahlrecht verbindet uns – und das spüren wir jedes Mal, wenn wir mit unseren Nachbarn in der Schlange vor der Wahlkabine stehen“, antwortet Steinmeier. Er, der von einer übergroßen Koalition aus Dienstwagen-Fahrern ins Amt gehievt wurde, spürt eine Verbindung zu denen, deren Recht der Wahl immer aufs Neue durch beliebige Koalitionen entwertet wird? Da muss er aber feine Sinne haben. So feine Sinne, dass sie sogar ins Internet reichen. Denn er erspürt selbst „Mauern rund um die Echokammern im Internet“. Die gepolsterten Mauern rund um die Chefetagen der Medien, die immer nur nur das gleiche Echo auf den Regierungssprecher herstellen, können ihm nicht auffallen. Denn was er dort sieht, liest oder hört, das könnte auch von ihm formuliert sein.

Und weil ihm die hundertfache Wiederholung des Wortes „alternativlos“ einfach nicht auffallen will, weil ihn das nicht wütend macht, da fällt ihm lieber ein, „dass Wut am Ende die Übernahme von Verantwortung nicht ersetzt.“ Gerade in diesen Tagen wird wieder viel Verantwortung übernommen: Immer gern und auch in Jamaika: Regierungsverantwortung. Das ist die Verantwortung, die sich in Posten und Pöstchen auszahlt. In Diäten und Pensionen. Die Verantwortung für eine Mörderbande namens NSU, eine Bande die durch unsere Heimat tobte, um unsere Erde mit Blut zu besudeln. Feige, hinterhältig, noch bis in den Gerichts-Saal eine Mischung aus blöd und auch noch stolz darauf. Verantwortung? Unmittelbar nach Steinmeiers Rede tagten jene Geheimdienste, die rund um die NSU-Mörder 40 V-Männer und V-Frauen platziert hatten. Hat jemand von diesen Dienstgesichtern, diesen Fleisch gewordenen Sicherheits-Risiken, auch nur einer irgendeine Verantwortung übernommen? Nein. Wie ihr Hätschelkind Tschäpe, ihre mit der Steuergeld-Flasche groß gezogene Freizeit-Agentin, plädieren sie schon jetzt auf nicht schuldig.

„Diesem Land anzugehören, bedeutet Anteil an seinen großen Vorzügen, aber eben auch an seiner einzigartigen historischen Verantwortung.“ Da ist sie wieder, die Verantwortung. Millionen und Abermillionen Tote sind im Ergebnis des von Deutschland losgetretenen Weltkrieges zu betrauern. Wer diese Verantwortung als Erbe bekommen und begriffen hat, der müsste jene deutschen Soldaten, die sich in fremden Ländern herumtreiben, schnellstens nach Hause holen, müsste die Rüstungsindustrie in Acht und Bann tun, statt ihren Vertretern auf Empfängen des Präsidialamtes freundlich die Hände zu schütteln. Einmal, fasst unversehens, nähert sich Steinmeier der Wirklichkeit, da hat er einen aus dem Osten getroffen und der sagt ihm: "Mein Betrieb ist pleite, mein Dorf ist leer. Es ist ja gut, dass Ihr Euch um Europa kümmert – aber wer kümmert sich um uns?" Doch dieser kurze Blick auf eine unliebsame Realität wird sogleich in die Belanglosigkeit versendet: „Das hören wir nicht gern an einem Feiertag.“ Als ob die Sorte Steinmeier das an Werktagen gern hören wollten.

„Wo Heimat ist, da gibt es viel zu erzählen“, erzählt uns Steinmeier in der Feiertags-Rede und erzählt und erzählt. Das Wort Heimat kommt allein 19 Mal in seinem Manuskript vor. Flugs will die CDU daraufhin ein Heimat-Ministerium einrichten. Warum nicht gleich ein Heimatschutz-Ministerium wie die USA. Diesen von George W. Bush gegründeten Staatssicherheitsdienst, dessen Kraken-Arme bis heute in jeden privaten Computer langen. Die grausige verbale Nähe zum „Thüringer Heimatschutz“, dem Geburtshelfer des NSU, muss den USA-Schützern nicht auffallen, bei Steinmeier ist der Blick auf solche Ähnlichkeiten durch eine stattliche Apanage und durch einen luxuriösen Dienstsitz verstellt.

Wer ein Ministerium für die Heimat braucht, der hat keine. Das gilt auch für Frank-Walter Steinmeier, den Architekten der Agenda 20/10, der den Arbeitslosen im Land eine neue Heimat in den Job-Centern verheißen hat. Da sitzen sie nun in den Wartesälen und warten auf eine Heimat, die ihnen Arbeit gibt. Nicht Almosen und auch nicht Geschwätz.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 12. Oktober 2017 schrieb Uschi Peter:

@Ulrike Spurgat: Sehr informativ recherchiert, danke für die Ergänzung.
Ich habe mal die BPs nachgelesen. Kein Wort über eventuelle Naziverstrickungen, z.B. bei Lübke nur "Bauleiter". Die "Hetzanklagen" der DDR war ja erlogen.
@Hans Rebell-Ion: Schon bemerkt, die Emporkömlinge suchen sich Wahl- und Wirkungskreise gern im Osten. Dann hat der Osten den Schwarzen Peter wie bei Björn Höcke, der nach Thüringen eingewandert ist.
@Klaus Bloemker: ...weil man von außen nur die schöne Fassade sieht. Indien ist ja auch die "größte Demokratie" der Welt mit dem so humanen Kastenwesen.
Brecht: ..die im Dunkeln sieht man nicht...


Am 12. Oktober 2017 schrieb altes Fachbuch:

herr gellermann,
nun hör'n se doch ma uff, mit die sozialromantik;) pausenbrot und pfandpflaschen sind tolle geschenke der werte- und wohlstandsgesellschaft. und hätten se watt ordentlichet gelernt, wär'n se ooch beim kaviar verkosten dabei;)
watt beidet nich verboten is, also lernen und futtern. nur eine kausalität bedingt datt nich:)
es gibt keine armut in deutschland, sonst hätte die doch im wahlkampf eine rolle gespielt.
und auch steinmeier erwähnt nur virtuelles: worthülsen, werte und schwachsinniges einheitsgebrabbel, die eine einheit EINFORDERN, wie sie es eben im normalen leben nicht gibt!
"Nicht alle, die sich abwenden, sind deshalb gleich Feinde der Demokratie. Aber sie alle fehlen der Demokratie." sprach er: ergo sind die feinde plus die fehlenden keine freunde der (besser DIESER) demokratie. besser kann man sich als demokratiefeind und schwarz-weiß-maler nicht outen! über die "demokratie" an sich, und wie sie sich gebärdet und beim tribun (pack) ankommt, will und kann er nicht nachdenken!! als verfechter der parlamentarischen demokratie kennt er nur das unidirektionale - ich volksvertreter, du stimmvieh.
steinmeier redet von "Mauern aus Entfremdung, Enttäuschung oder Wut, die bei manchen so fest geworden sind, dass Argumente nicht mehr hindurchdringen." woher die entfremdung, enttäuschung und wut herkommen, oder ob seine gebetsmühlenartige argumentation (weiterso) die ursachen sind. kann er nicht erkennen, "weil wir kaum noch dieselben Nachrichten hören, Zeitungen lesen, Sendungen sehen."

letztendlich ist dies eine fortsetzung von: "nicht die eliten, sind das problem, sondern die menschen".
zu blöd, zu faul, zu friedfertig, scheue vorm wettbewerb und dessen konsequenzen - und "sozialromantiker".

steinmeiers heimat ist definitv nicht meine!!

Antwort von U. Gellermann:

Die Steinmeiers halten unsere Heimat für die ihre und vorläufig besetzt.


Am 12. Oktober 2017 schrieb Rudi der Ratlose:

Lieber Rebell-Ion,

schämen Sie sich nicht. Für Steinmeier können Sie so wenig, wie für Gewitter und andere Schlechtwettergebiete.

Und die SPDler in Kirchmöser? Die können sich den Steinmeier genauso schlecht selbst entfernen, wie sie das bei Blasen- und Nierensteinen schaffen. Im Selbstversuch wäre das ein sehr gefährliches Unterfangen. Da brauchte es schon eines geschickten Chirurgen. Und da wir ja Humanisten sind, wollen wir das Steinl ja auch keinesfalls zertrümmern, sondern bloß anders verorten, weil: ein zertrümerter Stein macht ziemliche Schmerzen beim Abgang. Bloß wo kriegt man solchen Chirurg für den politischen Bereich her?


Am 12. Oktober 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Steinmeier redet von "Heimat" und hat ganz fern von seiner "Heimat" in Kirchmöser, einem Stadtteil von Brandenburg/Havel, direkt neben meiner Heimatstadt Plaue/Havel seine SPD-Ortsgruppe sich ausgesucht als "Genosse Nr. 19". In Kirchmöser ging ich 1956 zur 10-Klassenschule, danach zum Abi in Brandenburg. Ich schäme mich, dass Steinmeier gerade in meiner Heimat seine Parteigruppe hat und die dortigen Genossen diesen BP, der 27 Jahre nach der "Einheit" nicht seine Stimme für eine wirkliche(!) "Gerechtigkeit zwischen Ost und West" erhebt, z. B. für gleichen Lohn, für gleiche Rente und gegen andere bestehende Ungleichheiten, das diese "Ost-Genossen" also ihre Nr.19 nicht dort rausschmeissen!


Am 11. Oktober 2017 schrieb Hans-Jürgen Nussbickel:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

über "alles Schall und Rauch" habe ich von dieser Publikation Kenntnis genommen und bin sehr beeindruckt.
Gerne würde ich von Ihnen regelmäßig "aufgerichtet "werden.
Bitte nehmen Sie mich in Ihren Verteiler auf.
Besten Dank.

Antwort von U. Gellermann:

Und schon sind Sie "drin".


Am 11. Oktober 2017 schrieb Uschi Peter:

So wie jeder Mensch ein kleines Umfeld als „Kuschelnest" braucht, benötigt er auch ein großes Umfeld, sein Land. Das gibt ihm seine Identität. Die Sprache, die ihm ähnlichen Menschen, die Bräuche, die Kultur braucht er, um sich im Leben zurecht zu finden. Das ist seine Heimat.
Hier ein Lied aus der verstorbenen DDR, mit dem die Kinder damals „indoktriniert" wurden:
Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört.


Am 11. Oktober 2017 schrieb Lisa Meinhard:

Meist lese ich politische Texte ungern. Doch dieser hat literarische Qualität. Sätze wie dieser "Wer ein Ministerium für die Heimat braucht, der hat keine" sind von bestechen der sprachlicher Klarheit. Danke.


Am 11. Oktober 2017 schrieb joe bildstein:

Was Herr Murat Kurnaz wohl denkt wenn er Frank Walter da oben am Zenit sieht?
Wuerde viel geben mit Herrn Kurnaz bei einem Glass Tee und einer Wasserpfeife darueber zu philosophieren.

Zum Film - 5 Jahre Leben - , gibt es eine interessante Kritik der sonst stramm rechtskonservativen WELT

"Bei Welt.de meinte Hanns-Georg Rodek: "Wir wollen doch mal sehen, ob sich das Gremium, das im Sommer den deutschen Film für das Oscar-Rennen bestimmt, trauen wird, den amerikanischen Juroren diese Provokation vorzusetzen. Und damit mehr Mut hätte als die Berlinale, die Frank-Walter Steinmeier solch eine Zumutung ersparen wollte"


Am 11. Oktober 2017 schrieb Otto Bismark:

Großartig!


Am 10. Oktober 2017 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

„Spielte er hinter den Mauern des Schlosses Bellevue Skat“? Der Steinmeier, kann der überhaupt Skat spielen? Dazu bräuchte es drei Skatspieler. Und wer spielt schon mit diesem Angestellten unserer Oberklasse?. Diese sicherlich nicht; so ein Proletenspiel! Mau Mau dürfte das Spiel der Wahl sein. Dazu braucht es nur zwei die Karten spielen. Und da fand sich sein, des Steinmeiers, alter Kumpel der eiskalte Technokrat Hans-Georg Massen (http://www.zeit.de/2012/33/Maassen).
Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz seit 2012, für den E. Snowden ein Verbrecher/Verräter ist und der auch ein Problem mit Pressefreiheit hat, die von netzpolitik.org kennen den Hans-Georg seit 2015 auch ganz gut. Gut fand der Herr Massen auch die Programme der im Text des Galeristen erwähnten Heimatschutzministerien wie z.B. Xkeystore
(http://www.sueddeutsche.de/politik/spionage-in-deutschland-verfassungsschutz-beliefert-nsa-1.1770672). Und beim Thema NSU, da denkt sich der Maassen und der Misere mit Merkel: läuft doch. All die Dinge des Hr. Maassen et al wurden und werden von dem Bundespräsidenten Steinmeier mitgetragen.

Heimat, Heimat, Heimat, worüber soll der Grüßonkel der Oberklasse den sonst faseln. Hat er doch nach seiner Inthronisierung feststellen müssen kein Bismarck oder Hindenburg zu sein. Das mit dem Hindenburg, das macht die Merkel ganz alleine:

Nicht von der Hand zuweisen ist jedenfalls, dass die Union der AfD in Teilen das Feld überlassen hat. Der Journalist Robin Alexander stellte dazu die bedrückende These auf, dass dies strategisch von der CDU-Führung so gewollt war, um eine rot-rot-grüne Regierung zu verhindern. „Es war eine strategische Entscheidung, dass die CDU eher die linken Parteien angreift“, sagte der Welt-Journalist unter Berufung auf eine Präsentation bei einem CDU-Strategietreffen. (https://www.waz.de/kultur/fernsehen/und-wer-hat-den-streit-um-die-obergenze-nun-gewonnen-id212178625.html). Anders ausgedrückt: wir basteln uns unsere AfD schon selber und als wenn die Oberklasse ein Problem mit Diktatur oder Faschisten hat (s. o.). Ein Angestellter dieser Klasse hat zu gehorchen, sonst wird Ge-Wulft oder Ge-Köhlert, da verstehen Liz Mohn, Friede Springer der Herr Winterkorn u.a. keinen Spass.

„Das freie und gleiche Wahlrecht verbindet uns - und das spüren wir jedes Mal, wenn wir mit unseren Nachbarn in der Schlange vor der Wahlkabine stehen“, so so, der Hr. Steinmeier musste Schlange stehen, am Wahltag. Einen Service haben die da, unter aller Sau. Und erstmal die Schlangen vor den Jobcentern und Sozialämtern, vor den Häusern in denen die Wohnungen an den meistbietenden Mieter versteigert werden oder im Supermarkt, wo die KassiereInnen nach 8-10 Std. schuften unter ständiger Überwachung für einen Hungerlohn, zum Feierabend fix und fertig ins Bett fallen um am nächsten Tag wieder in dieses unwürdige Rad der Ausbeutung zurück zu kehren.

„Wer ein Ministerium für die Heimat braucht, der hat keine.“ In der Tat, Heimat:

„[…]
Der Staat schere sich fort, wenn wir unsere Heimat lieben. Warum grade sie - warum nicht eins von den andern Ländern?“ Es gibt so schöne.[...]
Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen ? wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand - nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist. Unser ist es. Und so widerwärtig mir jene sind, die - umgekehrte Nationalisten - nun überhaupt nichts mehr Gutes an diesem Lande lassen, kein gutes Haar, keinen Wald, keinen Himmel, keine Welle - so scharf verwahren wir uns dagegen, nun etwa ins Vaterländische umzufallen. Wir pfeifen auf die Fahnen - aber wir lieben dieses Land. Und so wie die nationalen Verbände über die Wege trommeln - mit dem gleichen Recht, mit genau demselben Recht nehmen wir, wir, die wir hier geboren sind, wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel - mit genau demselben Recht nehmen wir Fluß und Wald in Beschlag, Strand und Haus, Lichtung und Wiese: es ist unser Land. Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir. Und in allen Gegensätzen steht - unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert ? die stille Liebe zu unserer Heimat.“ [Kurt Tucholsky: Heimat]
http://www.textlog.de/tucholsky-heimat.html


Am 10. Oktober 2017 schrieb Matthias Brendel:

Steinmeier, Maschmeier, Pofalla, von Klaeden, Wulff, Gauck und Fischer
sind kostenfrei, Helden und finanziell
sicher...
Eine Heimat mit solchen Vorbildern, braucht keinen Konflikt zu scheuen.


Am 10. Oktober 2017 schrieb Günther Mann:

Zitat von Klaus Bloemker: "Wie kommt es nur, dass Deutschland seit Jahren an erster oder zweiter Stelle der Länder weltweit ist, die positiv gesehen werden. Deshalb wollen ja auch so viele Leute zu uns kommen."

Zu uns kommen wollen Menschen aus dem Auswärts. Die können nicht wissen wie es bei uns wirklich ist. Vor allem wissen sie nichts von dem Elend, das jeden Migranten hier erwartet. Von der Rechtlosigleit, der Behördenwillkür, der sozialen Aus- und Abgrenzung.


Am 10. Oktober 2017 schrieb Hans Tigertaler:

"Himmel" leitet die deutsche Sprache von dem alten Wort "Heime", "Heimat" ab. (Wilhelm Raabe)

"Steinmeier? Steinmeier? Kennen Sie nicht?" Wie auch - ich komme nicht an seine Dissertation über Obdachlose heran - Unter Verschluß! Doch "Wo Heimat ist, da gibt es viel zu erzählen" - kommt auch hier drauf an, selbst wenn man hier mehr erfährt als aus der unbekannten Doktorarbeit.

Heimat ist ein Inbegriff für den Ort, an dem das Gemüt ganz groß und die Sorgen ganz klein waren. Das ist alles. Und so besingen die Heimat eben alle, von der Antike bis in neueste Zeit, aus allen Richtungen, geographisch und ideologisch, literarisch und wissenschaftlich, humanistisch und verbrecherisch, dumm und genial. Es mag sogar gelten: Wer im Gefängnis geboren wurde, liebt das Gefängnis. Locus amoenus.

Den Ideologieverdacht gegen den Heimatbegriff erheben nur die mit den dicken Brieftaschen und den dünnen Brettern, also die Finanzbourgeoisie und ihr Fußvolk, die Scheinlinken. Jakob Augstein zum Beispiel, denn ein Millionär kennt natürlich Heimatlosigkeit prinzipiell nicht: Wohin er sich auch wendet, die gewohnten Kofferträger, Society-Experten und Schuhputzer sind schon da. "Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, das ist es, was ich eine Heimat nenne" (Goethe). Deren neue Internationalität statt alter räumlicher Nähe verlangt jedoch den Geldmenschen.

Vom Juste-Milieu-Bürger, der schrieb:

"Das Haus, die Heimat, die Beschränkung -
die sind das Glück und sind die Welt."
(Theodor Fontane)

über den Linksbürger, der schrieb:

"Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen.
Mich läßt die Heimat nicht fort.
Ich bin wie ein Baum, der - in Deutschland gewachsen -
wenn's sein muß, in Deutschland verdorrt."
(Erich Kästner)

über sogar den Unbehausten, der schrieb:

"Prag läßt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen."
(Franz Kafka)

ist noch ein Abstieg zu Jakob Augstein, der indigniert über die neuerdings schleimende Agenda-Täterin Göring schrieb:

"Heimat! Sie hat Heimat gesagt!" (Er muß den Schlußdialog aus Charade gesehen haben)

Ein Begriff, der für Augstein im Mund der kleinen Leute, anders als in seinem, nur als braune Suppe schwappen kann. Er weiss nicht: "Ohne Geld bleibt bei ihm nur das unvernünftige Tier"? (Brecht).

Die erinnerte Heimat ist am Ende nichts anderes als: Abwesenheit existentieller Bedrohung, unter Bedrohung! Insofern hat Gellermann recht: Wozu die Beleidigungen mit dem andauenden Nazi-Lärm?


Am 10. Oktober 2017 schrieb Mark Westermann:


Ausserdem verwendete er in seiner Rede das Wort Verfassung. Er kennt also noch nicht einmal den Unterschied zwischen Verfassung und Grundgesetz. Das erstere wird vom Volke beschlossen und das zweit von der Herrschaftsklasse. Er spielt uns also Demokratie vor, die es nicht gibt. Er ist und bleibt für mich eine verlogender Typ, und davon haben wir viel zu viele


Am 10. Oktober 2017 schrieb Rudi der Ratlose:

Warum Steinmeier mehrfacher Millionär ist? Das ist aber mal gar keine Frage! Aus leerem Stroh, dass man drischt, Gold machen ist so neu nun nicht. Das konnte schon Rumpelstilzchen.

Herr Steinmeier kann aber noch mehr Tricks. Wenn er zum Beispiel seinen Namen auf ein hervorragendes Blatt Büttenpapier setzt, kann es sich nach wenigen Stunden in wertloses Toilettenpapier verwandeln. Den Trick hat er im Februar 2014 in Kiew vorgeführt und der Maidan war voller Begeisterung.

Zum Berufsbild des Politikers gehört ja sonst nicht sonderlich viel, aber Taschenspielertricks sollte man schon beherrschen.


Am 10. Oktober 2017 schrieb Hella-Maria Schier:

Im Internet gibt wesentlich mehr konträre Meinungsäußerungen als in den etablierten Medien. Es als " "Echokammer" zu bezeichnen, passt daher gerade nicht!


Am 09. Oktober 2017 schrieb Karola Schramm:

Lieber Uli Gellermann, sie "treten" Gefühle beim Lesen Ihres Artikels über Steinmeier bei mir los, die ich gelernt habe, brav zu verdrängen. Oder nehme ich Teil an Ihrer Wut, Ihrem Zorn, der berechtigt ist und sich beim Lesen einfach überträgt ?

Wer, wie Steinmeier "predigt" mit Pathos in der Stimme, ist eher ein Verführer, ein böser Zauberer, der auf Gefühle setzt statt auf gesunden Menschenverstand und Herz. Denn was ist mit der Heimat derer, die so jämmerlich und herzlos jeden Tag zerbombt wird ? In Syrien, in Afghanistan, in Ägypten, in Afrika, in Griechenland, in Spanien in Osteuropa ? Von uns und mit unserer militärischen Hilfe und finanziellen Zwangsjacke ? Diese Heimaten zählen nicht. Wie soll man da die deutsche Heimat wertschätzen, wenn man die Heimat anderer verachtet und zerstört ?
Man sieht - nichts als leere, hohle Phrasen können diese Politiker dreschen und Sie zeigen das, legen den Finger auf die Schwachstellen und reißen ihnen den Schleier der Scheinheiligkeit vom Gesicht. Und ich fühle mich hilflos und der Refrain eines alten Liedes fällt mir ein: Im Wartesaal zum großen Glück da warten viele., viele Leute. Die warten auf das Glück von morgen und leben mit den Wünschen von übermorgen. Tja, die armen Leute.

Diesen Leuten hat man kontinuierlich den Boden unter den Füßen weggerissen, wie andernorts den Heimatboden zerstört, sodass sie gar kein Glück erzeugen können, auch ein noch so guter Schmied nicht. Das ist der Betrug und das gleichzeitige Verbrechen, welches die Politiker im Namen der Wirtschaft heute begehen. Und der Herr Präsident kleistert es mit salbungsvollen Worten auch noch zu und macht sich, wie die Kanzlerin, zum Erfüllungsgehilfen der Teilung und nicht der Einheit.


Am 09. Oktober 2017 schrieb Rüdiger Becker:

Chapeau!


Am 09. Oktober 2017 schrieb Ariane Baumbart:

Steinmeier ist mehrfacher Millionaer.
Warum wohl?

Toll geschrieben. Hat mich wirklich beruehrt. Danke vielmals.


Am 09. Oktober 2017 schrieb Christel Buchinger:

Hoffentlich erhältst du dir noch lange deine Rage auf diese Hanswürste und filettierst sie uns mit Genuss!
"Die Einheit der Rolex-Sammler und der Pfandflaschen-Sammler" - das entlarvt das ganze Einheitsgefasel ganz wunderbar! Ost und West? Pah! Oben und unten! Diese Einheit ist leider vorhanden ab


Am 09. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Steinmeier, der eiskalte, berechnende Taktiker und Schreibtischtäter, der zweite Mann hinter Schröder gewesen. Der fiese Möp, der beliebt in der Bevölkerung, weil gut erzogen und angepasst wirkend, als könne er kein "Wässerchen trüben," daherkommt. Nun hat er endlich seine Rede halten dürfen. "In Deutschland gut und gerne leben." Einer der doofen Wahlslogans der cDU, hat ihm bei seiner "Deckel drauf Rede" wohl Pate gestanden. Und Schäuble folgt Lammers. Na, wenn das nicht schon lange klar gewesen ist.
Auch dieses Amt wird er so verwalten,dass ER keinen Schaden nimmt.
Murnat Kurnaz war unschuldig in Haft. Steinmeier wusste, dass US Geheimdienste intensivst in Deutschland spionierten. 2002 hat er die Zusammenarbeit genehmigt. Der "Spiegel" lobte ihn als "einen überzeugten Demokraten, berechenbar und seriös." Auch sein angebliches Nichtwissen, über die NSA wird ihm nicht auf die Füsse fallen, weil er immer und überall durchkommt.
Der 3. Bundespräsident der Republik Gustav Heinemann, der als Innenminister (1949-50) aus Protest gegen die Wiederbewaffnung zurückgetreten ist, allerdings das KPD Verbot von 1956 als richtig angesehen hat, war als Bundespräsident die Versöhnung mit den Nachbarn, nach Faschismus und Krieg wichtig.
Steinmeier als 12. Bundespräsident kann als "Belohnung" für seine unerträglichen "Schweinereien," Reden schwingen, die wie er selber: ohne Inhalt, Phrasen, Oberflächlichkeiten, ohne wirklichen Bezug zur Geschichte emotionslos, und brav die Politik der Herrschenden vertritt, halten.
Jamaika ? Da raucht Bob Marley sich erstmal einen.......
Hat es für den Bundespräsidenten Steinmeier, über ein mitleidiges kurzes Benennen der Wirklichkeit hinaus, in seinem Wolkenkuckuckskeim eine Bedeutung, dass im Freistaat Bayern 5000 Obdachlose, davon zahlreiche Tagelöhner aus Bulgarien, die ihre Familien unterstützen, und sich keine Bleibe leisten können, existieren müssen ?
Dass in Franken, in einer Pflegeeinrichtung 6 Menschen zu Tode gekommen sind, weil sie völlig unzureichend versorgt wurden ?
"Alle haben weggeschaut. Heimaufsicht, der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen), und die PdL (Pflegedienstleitung"). Dass in den Krankenhäusern bei denen, die Hilfe bei der Nahrungsaufnahme brauchen, oftmals die Zeit nicht reicht, zu helfen, dass es nun erkannt worden ist, dass Mangel- und Unterernährung die Folge ist ? Oftmals werden die Betroffenen, in den Krankenhäusern, aber besonders in den Einrichtungen sich selbst und den Angehörigen überlassen, wenn es darum geht, dem Sterbenden beizustehn; ihn zu begleiten, ihm die Hand zu halten, und die Angehörigen im Verlust zu unterstützen. So genau will Steinmeier das nicht wissen.
Dass jedes achte Kind in Deutschland Sprachprobleme hat ?
Dass vorsichtig ausgedrückt bis 2040 in Deutschand bis 3,3 Millionen Fachkräfte in der Pflege fehlen könnten ( Prof. Dr. Stefan Sell).
Dass die Privatisierung des Menschen in seinem Mensch sein, also die Vermarktung seiner selbst eine zwangsläufige Entfremdung beinhaltet, weil aus der Beziehungsarbeit eine Geschäftsbeziehung wird im Alltags- und Arbeitsleben ?
Dass die Armut einen neuen Höchststand im Jahr 2017 erreicht hat ?
Berlin im Vergleich zum Vorjahr von 20 auf 22,4%. In Bremen ist fast jeder Vierte arm. (24,8%).
Problemlos könnte ich weiter machen.
Wieder einer der Artikel, wofür ich sehr danke.


Am 09. Oktober 2017 schrieb Helmut Nater :

@ Klaus Bloemker:ich will nicht viel Worte sagen zu Ihrem Einwand.
Ein BP mehr in der Reihe der letzen Jahrzehnte der einem im Halse stecken bleibt.Der Autor hat sich mMg. sehr zurückhaltend geäußert.Denken wir an Murat Kurnaz der schmählich von Steinmeier verraten wurde in Guantanamo als ihn die Amis loswerden wollten.Er hat Jahre seines Lebens verloren nur weil sich der nun BP wegduckte.Ein schlechter Charakter,wahrlich.


Am 09. Oktober 2017 schrieb antares56:

Bei Steinmeier fällt mir als erstes immer sein verbrecherisches Versagen im Fall des Murat Kurnaz ein! Einen unschuldigen Deutschen in einem US-Foltergefängnis zu belassen und ihm jede Hilfe zu verweigern ist für mich eines seiner grössten Verbrechen! Und entschuldigt dafür hat er sich bis heute nicht!


Am 09. Oktober 2017 schrieb Klaus Bloemker:

Na, das ist ja wieder ein Text, der kein gutes Haar an unserer Heimat (und seinem Präsidenten) lässt. Und die Echokammer der Rationalgalerie ruft es zurück.

Wie kommt es nur, dass Deutschland seit Jahren an erster oder zweiter Stelle der Länder weltweit ist, die positiv gesehen werden. Deshalb wollen ja auch so viele Leute zu uns kommen. Können wir nicht wenigstens darauf stolz sein?

Antwort von U. Gellermann:

Abers als Sie behaupten lasse ich je Menge Haare an meiner Heimat: Die Haare von Heine, von Tucholsky, oder von denen, die im Widerstand gegen die Nazis waren dürfte in meine Gegenwart keiner krümmen. Und in den Brandenburger oder Mecklenburger Seen habe habe ich ebensowenig ein Haar finden können wie in der Kartoffelsuppe meiner Großmutter. Aber solche wie Steinmeier, die nicht wissen wollen, dass die Heimat auch eine soziale Dimension hat, die ihr Vaterland in der NATO sehen, die sollten heimatlos genannt werden müssen.


Am 09. Oktober 2017 schrieb Lutz Jahoda:

DANKADRESSE

Entgegen aller Butterwege,
bewegt sich Präsidialstratege
Steinmeier mit rankenschlanken
bankennahen Staatsgedanken.

Fein gedichtet, sanft erzählt,
treudeutschdoof konzernvermählt:
Danke, lieber Gallensteinmeier,
für die faulen Einheits-Mär-Eier!


Am 09. Oktober 2017 schrieb Anke Zimmermann:

"Nach einem chinesischen Sprichwort verwandeln sich Berge in Gold, wenn Brüder zusammenarbeiten. Es muß nicht Gold sein, und es geht auch nicht ohne Schwestern. Aber kein Weg führt an der Erkenntnis vorbei: Sich zu vereinen, heißt teilen lernen."
Richard v. Weizäcker


Am 09. Oktober 2017 schrieb Heinrich Triebstein:

"Politik ist der Spielraum, den Wirtschaft ihr lässt", wissen wir von Dieter Hildebrandt. "Journalismus ist der Spielraum, den Wirtschaft ihm lässt", füge ich hinzu. Unserer Tageszeitung habe ich heute einen Leserbrief zu 'Martin Schulz will SPD-Chef bleiben' angeboten:
'2006: Ein Kenner der Realwirtschaft: Die Attac-Forderung nach Besteuerung von Finanztransaktionen sei viel zu harmlos. Abgeschafft gehöre der Finanzsektor. 2008: Die Verächter des Staates verzocken sich an den Börsen und lassen sich vom verachteten Staat rauskaufen. 2009: Der SPD-Kandidat von 2013 spricht der Finanzelite die Rolle des Schicksals zu. 2011: Ein ehemaliger Mittäter plädiert dafür, den privaten Banken das Recht auf Geldschöpfung aus dem Nichts zu entziehen und es europaweit einem System von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu übertragen. Inzwischen ist das Hauptfinanzgeschäft auf den BlackRock-Kapitalismus (http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=36414) übergegangen, der völlig unreguliert den Transfer der durch Arbeit geschaffenen Werte von Arm nach Reich, von Süd nach Nord und von Öffentlicher Hand in private Hand weiterbetreibt.
2017: Wählerinnen und Wähler eröffnen den Wirklichkeitsverweigerern in der SPD eine Chance: Der Adler SPD schleppt sich seit der Agenda 2010 mit einem Flügel dahin. Aufwind kann nur aus der Zivilgesellschaft kommen. Wo das meiste Geld gemacht wird, müssen auch die Kosten für das Gemeinwesen und das Gemeinwohl aufgebracht werden. Warum nicht dem Gedanken von Richard David Precht folgen, jede Finanztransaktion mit einer Steuer von zwei Prozent belegen? Damit Arbeit, insbesondere die Arbeit mit und an Menschen, endlich bezahlt werden kann! Dem Kenner der Realwirtschaft kann das nur gefallen."


Am 09. Oktober 2017 schrieb Karl Heinz Bernhart:


Steinmeier ist ein würdiger Nachfolger Gaucks. Das Amt des BP hat nur noch Bedeutung als Endlager für "verdiente" Polit-Eliten, die sich reibungslos in die Manipulationsmaschine der Meinungsindustrie einfügen. Wulff bietet ein Beispiel, wie es Abweichlern von diesem Verhalten ergehen kann, wenn sie auch noch ein bisschen blöd sind.
Diesem "höchsten Amte" kann nichts mehr schaden. Es ist nichts weiter mehr als ein kostspieliger Witz - aber einer ohne auch nur einen Funken Esprit!


Am 09. Oktober 2017 schrieb Alexander Kocks:

Dieser bräsige und blutleere Apparatschik im Präsidentenamt sollte, bevor er den Deutschen mal wieder ihre "Erbschuld" aufs Gewissen legt, sich seiner eigenen Verantwortung und Taten bewusst werden. Es sind Phrasendrescher wie Steinmeier die nichts verstanden haben und keine Lehren aus der Vergangenheit ziehen, denn sonst würden sie nicht beim Sturz des legitimen und gewählten Präsident der Ukraine behilflich sein und damit unser Verhältnis zu Russland zerstören und den Frieden in Europa gefährden. Steinmeiers Rolle von Ende Februar 2014 beim gewaltsamen Sturz des ukrainischen Präsidenten ist unvergessen. Auch würden Menschen die Lehren aus der Vergangenheit gezogen haben sich nicht an der Entsendung deutscher Truppen an die russische Grenze beteiligen, zumal wenn sie das Amt des Außenministers bekleiden.
Ich bin all den Schauspielern und Sängern dankbar die an der Wahl unseres Präsidenten teilnehmen durften, insbesondere aber der Schauspielerin, die auf die Frage warum die Deutsche Bevölkerung den Präsidenten nicht wählen dürfe, antwortete:
Dazu sei die deutsche Bevölkerung noch nicht reif genug.


Am 09. Oktober 2017 schrieb Andreas Schell:

Der Herr Steinmeier ist nicht nur einer der Architekten der Agenda 2010, deren verheerende Auswirkungen heute schon fast unumkehrbar erscheinen. Er ist auch einer der Architekten des Kiewer Maidan, gefolgt vom Sturz der Regierung Janukowitsch. Nicht dass ich, in beiden Fällen, ein Fan der vorherigen Verhältnisse wäre. Da bestand zweifellos Handlungsbedarf, ABER die von Steinmeier ergriffenen oder mit getragenen Maßnahmen gingen am Thema vorbei. Im Falle der Agenda 2010 war eine beispiellose Verbilligung der deutschen "Human Ressources" die neoliberale Antwort auf das aus der Ära Kohl übernommene "Armenhaus Europas". Undenkbar war und ist die Sozialisierung der gewaltigen Unternehmensgewinne, die in erster Linie Produktivitätsgewinne waren und sind. Diese Gewinne gingen und gehen in die Kapitalmärkte und nähren das Vermögen ganz weniger in Form eines fetten leistungslosen Grundeinkommens. Man vergleiche und verstehe die aktuelle DAX-Grafik vs. Nullzins auf Omas Sparkonto. Arbeit und Bescheidenheit nutzt nix. Geld haben ist dagegen prima!

Im Falle des Kiewer Maidans leistete Steinmeier einen nicht unwesentlichen Beitrag zum "Regime Change". Unter dem Druck Steinmeiers und seiner Kollegen zerlegte sich die Ukraine. Ein Krieg wurde herbeiführt, ganz im Sinne von EU und NATO, der verlängerten Werkbänke des Hegemons USA, mit weit reichenden Konsequenzen für die Europäische Stabilität. Und nein, nicht die Russen haben ihn begonnen, diesen Krieg, sondern die alternativlose EU, die alternativlose NATO und mit vorne dran die alternativlose deutsche Außenminister-Marionette Steinmeier.

In diesem Sinne ist unser Herr Bundespräsident an seinen Taten als das zu erkennen, was er *war und ist*. Erstens ist Steinmeier (wie Schröder vorher und Schulz nachher) einer der korrupten Lakaien, die das Großkapital in Deutschland von der Sozialdemokratie erlöst und ihm damit Milliarden in die Kasse geschaufelt haben. Die Alternative wäre es gewesen, zum Wohle aller, im Sinne seiner Partei und seiner offensichtlich geheuchelten, evangelisch-christlichen Gesinnung das gerade Gegenteil zu tun! Zweitens ist die von Steinmeier in verantwortlicher Position mit getragene, militante Kampagne in Osteuropa, speziell der Ukraine und das dadurch stark beschädigte Verhältnis mit dem sehr geduldigen Nachbarn Russland ein riesiger Schaden für den Frieden in Europa. Das alles zusammen hat, inclusive seiner Ernennung zum Bundespräsidenten, nichts mit dem S in SPD zu tun hat, nichts mit dem F und dem D in FDP, nichts mit dem C und dem D in CDU, sondern höchstens etwas mit dem Olivgrün in Olivgrün zu tun, der Partei, die seit fast zwanzig Jahren im Inneren die Friedensbewegung und nach außen andere Länder bombardiert.

Also ich brauch' ihn nicht, den Steinmeier. Er ist ganz oben im Staat, seine Partei abgewählt. Genau dafür steht er!


Am 09. Oktober 2017 schrieb Elke Kamphausen:

Dieser Satz von Steinmeier „Mauern rund um die Echokammern im Internet“ korrespondiert mit der unsäglichen Rezension im ND, über die Sie an anderer Stelle schreiben. Das hätten sie gern, die Steinmeiers, dass dass wir die neuen Möglichkeiten der Gegeninformation im Netz nicht nutzen. Der Begriff "Echokammern" kommt mit Sicherheit aus einer der Wording-Fabriken der Großfälscher des Mainstreams. Halbgare wie Albrecht von Lucke stürzen sich gern auf solche 'modernen' Wortschöpfungen. Leider wurden sie auch in denen eigentlich vernünftigen "Nachdenkseiten" benutzt. Sie hatten in Zusammenhang mit "Springers Erben" darauf hingewiesen, fass es natürlich auch Echokammern für Medien wie die Tagesschau oder den Spiegel gibt. In und ausserhalb des Netzes. Aber so ein schönes Wort - es klingt ja fast so schrecklich wie Verschwörungs-Theorie oder Fake-News - verwenden solche Politiker wie Steinmeier gern: Es dient der ideologischen Herrschaftssicherung.


Am 09. Oktober 2017 schrieb Kurt Winkelmann:

Eine schöne scharfe Filetierung der Steinmeier-Rede. Diese herzhafte Kost brauche ich zum Montags-Frühstück. Danke.

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