Soldaten! Verweigert den Syrien-Befehl!

Wer seinem Land treu dient, sagt NEIN

Autor: U. Gellermann
Datum: 10. Dezember 2015

AN DIE SOLDATEN DES SYRIEN-KOMMANDOS

"Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe."
(Gelöbnis der Bundeswehr)

Soldaten!

Ihr habt geschworen, der Bundesrepublik treu zu dienen. Jetzt will man Euch in einen Krieg senden, der diesem Schwur widerspricht. Das gilt für die kämpfenden Einheiten ebenso wie für die nachgeordneten Dienste.

Dieses Kommando widerspricht jeder Vernunft, jeder militärischen Einsicht und allen Gesetzen, die Euren Dienst betreffen.

Euer Einsatz wird von der Regierung mit der "Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen" begründet. Ihr wisst, dass Euer Kommando in Afghanistan die gleiche Begründung hatte. Und Ihr wisst auch, dass nach 14 Jahren dieses Auslandseinsatzes der Terror nicht geringer sondern nur mehr geworden ist.

Auch der von den USA geführte Krieg im Irak wurde mit der Terror-Bekämpfung begründet und hatte doch nur mehr Terror und Terroristen zur Folge.

Euer Schwur mahnt Euch zur Verteidigung unseres Landes. So wie auch das Grundgesetz im Artikel 87 a Euch ausdrücklich nur zur Verteidigung verpflichtet. Was auch immer erzählt wird: Es gibt kein UNO–Mandat für den Einsatz in Syrien.
Hat die syrische Regierung der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt? Sind syrische Truppen auf dem Weg zu unseren Grenzen? Nein. Und doch sollt Ihr Euch in diesem Land an einem Krieg beteiligen.

Klar und deutlich sagt der Artikel 26 des Grundgesetzes unserer Republik: "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen." Wer dem Syrienkommando Folge leistet, greift einen souveränen Staat an. Der nimmt an einem Angriffskrieg teil. Das ist strafbar.

Außerdem sollt Ihr Euch an "vorsätzlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung" Syriens beteiligen. Wie jeder weiß, sind Luftangriffe gegen Terroristen nie ausschließlich auf militärische Ziele zu begrenzen. Immer sind zivile Opfer zu beklagen. Der Internationale Strafgerichtshof bezeichnet solche Einsätze als Kriegsverbrechen und stellt sie unter Strafe.

Ausdrücklich sagt das Soldatengesetz in seinem § 11, dass ein Befehl nicht befolgt werden darf, wenn dadurch eine Straftat begangen würde.

Soldaten!

Macht Euch nicht strafbar. Verteidigt die Grundrechte unseres Landes. Verweigert Euch diesem unsinnigen, verbrecherischen Einsatz in Syrien. Dient unserem Land und sagt NEIN.

Uli Gellermann
Gefreiter der Reserve
Raketenartilleriebataillon 12

Harmut Barth-Engelbart
Ex Offiziersanwärter
3. Panzergrenadier-Bataillon 352

Fred Stein
Stabsunteroffizier d.R.

Günter Gleising
Gefreiter der Reserve
Ehem. 4. Flugabwehrbataillon Handorf

Timo Roelle
Hauptgefreiter d. R.
890. FmBtl.


An alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, an alle Verwandten der Soldaten, an ihre Freude und Bekannten: Gebt der Truppe diesen Aufruf, helft Verbrechen zu verhindern, setzt unser gutes Recht durch.
An alle Medien auch und gerade im Internet, an alle Blogs und Sites: Verbreitet dieses Aufruf.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 17. Dezember 2015 schrieb Theodor Prinz:

Sehr geehrtes Team der Rationalgalerie,



ich bin noch aktiver Berufssoldat als Stabsoffizier im 30. Dienstjahr.
Am Tage des Bundestagsbeschlusses zum sog. Syrieneinsatz habe ich folgendes an den Generalbundesanwalt gesendet, da auch ich meinen Diensteid ernst nehme. Als u.a. ehemaliger Truppenfachlehrer für Wehrrecht sind mir die Grenzen der Befehlsbefugnis und die Konsequenzen der Erteilung rechtswidriger Befehle bekannt.

Deshalb schrieb ich:

Strafanzeige gegen die Bundesregierung wegen Vorbereitung eines Angriffskrieges


Sehr geehrter Herr Dr. Frank,


ich bin ob des aktuellen, hastigen Handelns der Bundesregierung nicht nur als Staatsbürger, sondern insbesondere als Offizier der Bundeswehr, äußerst besorgt.
Ohne unmittelbare Bedrohung der Existenz des Staates und ohne äußeren Zwang hat die Bundesregierung den Einsatz der Bundeswehr im Ausland beschlossen.
Ein diesen Einsatz legitimierendes UN-Mandat liegt nicht vor. Es existiert auch keine Erklärung des NATO-Bündnisfalles oder eine Erklärung des nationalen Verteidigungsfalles.
Daher bitte ich Sie, diese Strafanzeige gegen die Bundesregierung, wegen Vorbereitung eines Angriffskrieges entgegenzunehmen.
Vom höchsten Vertreter des Strafverfolgungssystems unseres Rechtstaates erhoffe ich die Feststellung, ob die Bundesregierung rechtstreu, gewissenhaft und sorgfältig im Rahmen unseres Grundgesetzes, der Strafgesetze, der EU-Verträge und der Charta der Vereinten Nationen handelt oder wegen eines Verstoßes dagegen entweder zum Einstellen der Kriegsvorbereitungen gezwungen oder gar zur Rechenschaft gezogen werden muss.


Begründung


Die Bundesregierung plant den Einsatz militärischer Kräfte der Bundeswehr in mindestens einem außereuropäischen Staat der kein Mitglied der NATO ist, ohne das hierzu ein Mandat der UN vorliegt oder der Verteidigungsfall erklärt wurde.
Der Einsatzraum kann Syrien und den Irak umfassen, ist aber potentiell nicht auf diese beschränkt.
Die Bundesregierung trifft dabei Maßnahmen zur Vorbereitung, Unterstützung und Durchführung von Kampfhandlungen gegen eine oder mehrere nicht-staatliche oder proto-staatliche Gruppierungen und Organisationen in diesen Ländern.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, sondern muss aufgrund von Erfahrungen als sicher angenommen werden, dass als Folge der militärischen Handlungen mittelbar und unmittelbar, neben militärischen Zielen, auch Unbeteiligte an Leib, Leben und Eigentum geschädigt werden.
Ein davon betroffener Staat kann dies als einen Kriegsakt gegen sich und seine Bürger ansehen.
Ein Krieg ist nicht durch seine Art, Dauer, seine Intensität oder seinen Umfang
definiert, sondern durch die Erklärung oder Handlung eines Staates. Die Handlung ist, insbesondere in Form des Einsatzes militärischer Mittel gegen einen Gegner bzw. dessen Territorium oder Mittel, immer ein kriegerischer Akt.
Grundsätzlich ist nur ein Verteidigungskrieg zulässig. Der Verteidigungskrieg richtet sich gegen einen gegenwärtigen oder unmittelbar bevorstehenden Angriff auf eigenes Gebiet oder eigene Mittel oder gegen das Gebiet und die Mittel eines Bündnispartners durch einen militärisch handelnden, im Grundsatz staatlichen Aggressor.
Zum Zwecke der Verteidigung den Einsatz der Bundeswehr anzuordnen bedarf der Feststellung des Verteidigungsfalles durch den Bundestag oder dessen Notorgane.
Legitimität für den Einsatz Deutscher Streitkräfte und Kriegsmittel, außer zur Landes- und Bündnisverteidigung, ist grundsätzlich nur durch ein UN-Mandat zu gewährleisten.
Die UN-Charta erfordert für den Einsatz militärischer Mittel in Konflikten stets ein Mandat der UN.
Art. 51 erlaubt den Einsatz militärischer Mittel ohne Mandat nur für den unmittelbaren Verteidigungsfall bis der Sicherheitsrat Maßnahmen ergreift.
Die EU-Verträge setzen den Beistand der Partner in den Rahmen der UN-Charta und erfordern eine legitimierende Entscheidung des EU-Rates. Die EU-Verträge können aber nicht die Wesenskerne der UN-Charta aushebeln oder negieren, sondern stets nur eine Umsetzung und Koordination in deren Gesamtrahmen regeln.
Terrorangriffe sind kriminelle Akte. Ihnen ist mit Kräften, Mitteln und Instrumentarien der Polizei-, Schutz-, Geheim- und Sicherheitsapparate zu begegnen.
Kräften die Krieg und Leid über Menschen bringen ist Einhalt zu gebieten. Als Ultima Ratio kann der Einsatz militärischer Mittel gegen diese Kräfte geboten sein.
Werden deutsche Soldaten eingesetzt, so hat das unter allen Umständen unter Anwendung des internationalen und nationalen Rechts zu erfolgen.
Ich schwor vor über 29 Jahren "Der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen".
Diese Strafanzeige soll dazu beitragen die Bundesregierung vor ihrer eigenen
Handlungsweise zu schützen und es mir ermöglichen, meinen Diensteid zu halten.



Kurs halten - nicht bange machen lassen.
 


Am 14. Dezember 2015 schrieb Hans John:

- Der Bundeswehreinsatz verstösst klar gegen das Völkerrecht, wie alle bisherigen Aktionen der Nato u. der USA
- Der Bundeswehreinsatz verstösst gegen das Grundgesetz von Deutschland Art. 87a IMMERNOCH!
- Der Bundeswehreinsatz basiert auf einem Lügengebäude von Kriegstreibern
- Ihr dient einer gesetzesbrechenden Bundeskanzlerin und einer Plagiats-Doktorin von der Leyen
- Ihr seid gemäss Grundgesetz Art. 20,4 zum Widerstand verpflichtet weil diese Regierung Deutschland Schaden zufügt.
- Gemäss dem Amerikanischen Historiker W. Tarpley müssten nur 100 Km Grenze zur Türkei geschlossen werden, um den IS zu besiegen: https://www.youtube.com/watch?v=4sk3unMulUY


Am 14. Dezember 2015 schrieb Fred Stein, Stabsunteroffizier d.R.:

Ich schließe mich diesem offenen Brief an.


Am 13. Dezember 2015 schrieb Torsten Küllig:

Wir.Dienen.Deutschland?

Sehr geehrter Herr Piee, Sie sind der Beweis dafür, dass es ein Fehler war, die Wehrpflicht innerhalb der Bundeswehr abzuschaffen. Die Innere Führung geht der Bundeswehr gerade in Zeiten wie diesen offensichtlich immer mehr verloren. Die ungetrübte Sicht eines Zivilisten, der seinen Wehrdienst ableisten muss, verleiht einer Wehrpflichtarmee einen ganz anderen Charakter.
Aussagen wir Ihre bestürzen mich hingegen sehr. In einem Krieg "mischt man nicht mit". In Kriegen wird gekämpft und in Kriegen sterben Menschen.
Unser 14jähriges Afghanistanabenteuer lässt grüßen.

Ich empfehle Ihnen dringend sich einen Vortrag von Herrn Prof. Dr. Rothfuß zum Thema Feindbildgenese anzuschauen. Ich verspreche Ihnen, dass Sie dann Konflikte anders bewerten werden und hoffe, dass Sie zukünftig differenziertere Kommentare verfassen werden.

"Krieg kennt keine Sieger, jeder militärische Triumph erweist sich in Wahrheit als Niederlage aller Beteiligten." von Clausewitz


Am 13. Dezember 2015 schrieb Marco Piee:

Ich war und bin Oberfeldwebel der Bundeswehr. Meine Meinung ist wir sind bereit um gegen den IS Terror mit zu mischen. Wovor sollen wir Angst haben? Uns wird es so oder so treffen mit dem Terror ob wir wollen oder nicht, ich würde für mein Land sofort wieder in den Krieg gehn.

Antwort von U. Gellermann:

Dann kann man Ihnen nur wünschen, dass Sie weder früh sterben noch vor den internationalen Gerichtshof kommen.


Am 13. Dezember 2015 schrieb Gerd-Bodo Dick:

Hallo Herr Gellermann, die Bundeswehr ist zum Spielball der Waffenlobby geworden. Low cost to kill. Die politischen Verantwortlichen aller Farben sind Erfüllungsgehilfen der YES WE CAN Nation. Wenn Lockheed pleite ist müssen Bundesbürger eine Drohne kaufen die keine Flugzulassung hat. Wenn Israel moderne U-Boote Technik braucht verkauft man Technik und noch 5 U-Boote. Israel bekommt noch einen Sonderbonus von 10 Milliarden vom Steuerzahler. Deutschland ist mit 2,2 Billionen überschuldet. Ich habe als junger Soldat auch einen Eid geschworen die BRD im Angriffsfall zu verteidigen. Dazu stehe ich heute noch. Die Einsätze der der BW weltweit lehne ich entschieden ab. Eine Lachnummer zum Abschluss. Frau von der Leyen (Laien). Die erste Frau und 7 fache Mutter als Verteidigungsministerin. Leider waren die männlichen Vorgänger auch nicht von Kompetenz beseelt. Wer nicht folgt der fliegt. leider der M A400 immer noch nicht. Das beste Beispiel für die 3 Groschen Vorführung BUNDESWEHR.
Letzte Besoldungsstufe B1 bei der 7. Wehrübung.


Am 12. Dezember 2015 schrieb Erich Musterfrau:

Häh, "Soldaten der Bundeswehr, ich bin selbst eine Reservistin der 2/22 -Vollausbildung Honest John Atomraketen- aus Schwalmstadt (1971/72)".

Frauen in der Bundeswehr 1971/72 an Waffen ausgebildet? Ist mir doch glatt entgangen!

Antwort von U. Gellermann:

Frau Portugall war zu jener Zeit noch ein Mann.


Am 11. Dezember 2015 schrieb Pat Hall:

Danke an E. Portugall für ihren Beitrag und dafür zolle ich für ihre Entscheidungen großen Respekt.
Wenn Deutschland seine Grenzen schützen muß,oder will,dann braucht man eine Bundeswehr,denn wie soll man sich im Falle eines " Käsekrieges " mit Holland oder anderen Ländern verteidigen ?
Damals, 1965, stand ich vor der Wahl entweder mich von der Bundeswehr gefangen genommen zu werden oder zur See zu fahren .
Daher wurde ich lieber Seemann,habe viele Länder bereisen können und als wichtiger Nebeneffekt auch manche Politk und Mentalitäten von Ländern und Menschen kennenlernen.
Trotz allem wäre ich auch zur Bundeswehr gegangen,mit der Einsicht dieses Land zu verteidigen.
Das alles ist aber schon lang lang her und die Seefahrt wie ich sie erlebte ist Vergangenheit,aber auch hier waren die Tonlagen auf Schiffen ganz sicher nicht immer angenehm.
Daher freue ich mich für eine Schreiberin ,
zitat :
"so irritierend und unangenehm ist mir Ihre schrecklich militaristische Tonlage".
Wenn sie hier etwas aus dem Leben einer tapferen und klugen Soldatin dazu gelernt hat anstatt sich auf den Empörungstron zu heben.
Heute lassen sich Menschen leicht intrumentalisieren und da macht die Bundeswehr entprechnd Werbung um für Nachwuchs zu sorgen,wie "Handelswege sichern " der Bananen wegen ?
Wer dem noch Glauben schenkt und Soldat wird hat kein Rückgrat und ist auf die Schleichwerbung des Deutschen Bundestags hereingefallen.


Am 11. Dezember 2015 schrieb Karola Schramm:

Danke für die Hilfe in Form dieses Aufrufes, dass von deutschem Boden keine Kriege mehr ausgehen dürfen, was grundgesätzlich festgelegt ist.

Da dem politischen Personal dieser Sachverhalt völlig egal ist, sie weiter nach Macht streben, man sehe sich nur die Abstimmungsergebnisse im Bundestag für diesen Einsatz an, dann muss Widerstand aus allen Richtungen und Ecken kommen.

Hier ist eine solche Ecke und ich bin außerordentlich dankbar, dass es sie gibt.
Danke Herr Gellermann für den Mut und Ihr Engagement. Ich werde diesen Aufruf gerne weiter verbreiten.


Am 11. Dezember 2015 schrieb Reyes Carrillo:

Liebe Elvira Portugall,
so sehr ich Ihre Botschaft verstehe, so sehr diese freilich an Soldaten gerichtet ist und so sehr Ihre Worte völkerrechtlich richtig und das gegenwärtige deutsche Verbrechen in Syrien gnadenlos thematisiert werden muss, so irritierend und unangenehm ist mir Ihre schrecklich militaristische Tonlage. Ihre soldatischen Diktion von Gelöbnis und Pflicht, Ihrer Pflicht irgendwelcher Staaten gegenüber, von der situationsabhängigen Ankündigung eigenhändigen Tötens gar und generell von diesem ganzen absurden Kram, für ein Land, für welches auch immer, sein Leben zu geben. Ach, jeder Soldat, jede Soldatin auf diesem Globus schwafelt im Chor solches verhängnisvolle Zeugs daher. Eine israelische Soldatin würde, adaptiert auf ihren Topos, dieselben Stereotypen aus dieser eigenartigen, mir immer fremd bleibenden Soldatensicht heraus aufsagen. So kann und wird es nie Frieden geben, nirgendwo.


Am 11. Dezember 2015 schrieb Reyes Carrillo:

Großartig! Vielen Dank für diesen Aufruf! KenFM hat ihn übernommen, die Nachdenkseiten, die Propagandaschau hat ihn verlinkt…
Ich unterstütze ihn natürlich einmal deshalb, weil ich Pazifistin bin und zum anderen, weil dieser in diesem Fall völlig nebensächlich ist. Und wenn es ein einziger Uniformierter wäre, der diesen Aufruf liest und ins Grübeln käme!

Hoffentlich gibt es auch in Russland gestandene Blogger, die an ihre Soldaten ähnliche Aufrufe richten! (Präventiv: Ja, ich weiß, dass Russland die einzige Kriegspartei ist, die – formal völkerrechtlich gesehen – das Recht zum Bomben in Syrien hat. Tief befriedigen kann mich das indes nicht! Uli schreibt ja völlig zu Recht: „Wie jeder weiß, sind Luftangriffe gegen Terroristen nie ausschließlich auf militärische Ziele zu begrenzen. Immer sind zivile Opfer zu beklagen.“ Und dies gilt selbstverständlich auch für russische Bomben.)


Am 11. Dezember 2015 schrieb Ewald Eden:

"Sieben Kinder hat Frau von der Leyen. Keines von Ihnen ist an der Front. Es geht auf Weihnachten. Das ist die Zeit für Hausmusik. Das Requiem in d-Moll von Mozart dürfte es schon sei. So besinnlich. So traut. So humanistisch.
Was es unterm Baum zu essen gibt? Gegrilltes Syrer-Baby? Die Bombensplitter wird die Hausfrau eigenhändig entfernt haben. Man gönnt sich ja sonst nichts."
 
 Dies Zitat von Uri Gellermann
kommt hautnah an die Wahrheit ran -
es stört jedoch die trauten Kreise
der Kriegshuldiger in keinster Weise.
 
Man erfreut sich eig´nem Unversehr,
und dass eig´ner Verstand so komplett leer.
Da ist viel Platz für Lügengründe
und riesig Raum für Lobbys Pfründe.
 
Ein Eckchen hält man sich noch frei
für mitfühlende Heuchelei -
denn unter Volkes Weihnachtsbäumen
soll Volk doch laut von Frieden träumen.
 
Es soll den fallend´Flocken lauschen
auch wenn Schnee´s weiß ist blutig rot -
soll freudig noch die Plätze tauschen
mit denen die schon morgen tot.
 
Besorgt schon mal die weiten Felder
für der Gefall´nen Ehrenplätz´
sammelt für Nachkriegszeit schon Gelder
um sie zu Ehren, diese Plätz´.
 
Und wieder geht´s nach alten Mustern
in Waffenschmiedens hehrem Glanz
wo Profiteure Bomben schustern
für Volkes Jugends Totentanz


Am 11. Dezember 2015 schrieb Elvira Portugall:

Soldaten der Bundeswehr, ich bin selbst eine Reservistin der 2/22 -Vollausbildung Honest John Atomraketen- aus Schwalmstadt (1971/72). Die Ersatzreserve I wurde mir nie aberkannt. Ich legte das Gelöbnis ab, dass nie mehr ein Krieg vom deutschen Boden ausgehen darf und ich mein Leben dafür einzusetzen habe, sollte Deutschland wieder einen Angriffskrieg führen.

Vor 9 Jahren wanderte ich nach Syrien aus und bin eng mit der syrischen Regierung verbunden. Deutschland hat nun Syrien (der syrischen Regierung) den Krieg erklärt, da kein Einverständnis der syrischen Regierung vorliegt, das syrische Staatsgebiet zu überfliegen oder zu betreten. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass ich mich aus diesem Grunde als Deutsche gezwungen sehe, sollte ich auf deutsche Soldaten stoßen, die sich widerrechtlich in Syrien aufhalten, auf syrischem Staatsgebiet zu töten. Ich berufe mich auf das Recht der Selbstverteidigung und die Pflicht, gemeinsam mit dem syrischen Staat die Integrität Syriens zu erhalten. Mein Alter spielt keine Rolle, denn ich bin Rentnerin, die aber voll einsatzfähig ist. Als ausgebildete Logistikerin werde ich nun alle meine Kraft einsetzen, den Staat Syrien unter Dr. Baschar al Assad zu verteidigen, so wie ich es im Gelöbnis im Jahre 1971 für Deutschland getan habe. Ich sehe keinen Widerspruch mit meinem Handeln, denn Deutschland führt einen Angriffskrieg gegen meine neue Wahlheimat. Ich habe das Recht und die Pflicht, gemeinsam mit meinen syrischen Christen in meinem neuen Heimatdorf diese neue Wahlheimat gegen alle Angriffe von außerhalb Syriens zu verteidigen. Deutschland hat bereits einen Holocaust an Tausenden von Christen in Syrien verübt, denn DAS NEUE SYRIEN KOMMT AUS WILMERSDORF. In Berlin-Wilmersdorf wurde die "FREIE SYRISCHE ARMEE" gegen die säkulare Regierung Syriens gegründet, die zur Vernichtung des Staates Syrien gebildet wurde. Ausführliches Doku Material - auch von meiner Arbeit in der Bundeswehr auf Facebook.

Aus diesem Grunde rufe ich meine Kameradinnen und Kameraden zur Verweigerung des Dienstes an der Waffe auf. Begründung: Völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen ein Nicht-Nato Land.

Meine Vorgesetzten waren 1971 Hauptfeldwebel Wittich vom Geschäftszimmer und Hauptmann (später Major) Winkler des RakArtBttl 2/22 Schwalmstadt/Treysa. Ich leitete auch die Vorschriftenstelle der 2/22.

Antwort von U. Gellermann:

ACHTUNG1 EINE WICHTIGE BOTSCHAFT AUS SYRIEN.


Am 11. Dezember 2015 schrieb Frank Scholz:

Danke für diesen kämpferischen Aufruf und danke auch an die vielen Kommentatoren, die Dich unterstützen und bestärken. Wie immer bei Deinen genialen Analysen, kann ich Dir nur vollumfänglich zustimmen.

Einen kleinen Hinweis hätte ich noch an die anderen Leser. So wie Du auch, gab es natürlich schon früher mahnende Stimmen, dass hier düstere Wolken aufziehen, was Frieden und Menschlichkeit betrifft.

Besonders denke ich da an Konstatin Wecker und seine vielen Lieder gegen den Kapitalismus, Krieg und Militarismus.

Wecker hat dazu in der Vergangenheit viele bemerkenswerte Interviews gegeben. Selbst bei den eher nicht als links zu bezeichnende DWN. Er hat auch ein zum freien Download angebotenes Buch, zusammen mit Prinz Chaos II. geschrieben. Titel: ?Aufruf zur Revolte?.

Hier mal für alle Interessierten paar Links zum Nachlesen. Wir sind nicht allein, aber wir müssen mehr und stärker werden.

http://nachdenkseiten.de/?p=19445

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/05/konstantin-wecker-wir-treiben-die-naechste-generation-ins-kriegerische/#.VDxhcjYETgE.blogger

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/08/konstantin-weckers-zorniges-plaedoyer-gegen-den-krieg-ja-ich-bin-ein-putin-versteher/

Hier ist der Link zur Wecker-Seite und der Link zum kostenlosen Download des Buches.

http://wecker.de/de/literatur/item/53-Entruestet-euch.html
http://randomhouse.de/content/attachment/webarticle/aufruf_zur_revolte_40040.pdf

Den Prinz Chaos II. gibts natürlich auch im Netz.

https://prinzchaos.wordpress.com/


Am 11. Dezember 2015 schrieb Ralf Neumann:

Gelungener und notwendiger Aufruf. Notwenig wäre nun vor allem auch, dass eine ausreichende Menge der Soldaten ihm folgen. Jedoch zweifle ich in dieser Hinsicht an Verstand und Mut. Trotzdem ist mindestens gewonnen, dass hinterher niemand behaupten kann, er hätte von nichts gewußt.

Die Bundesrepublik Deutschland reklamiert für sich, ein Rechtsstaat zu sein, d.h. ein Staat zu sein, dessen Akteure allesamt ohne Ausnahme an Recht und Gesetz gebunden sind. Wäre dies tatsächlich der Fall, müßten seit einigen Tagen aufgrund der Schwere der Straftat (§ 80 StGB - Vorbereitung eines Angriffskrieges - ist ein Verbrechen, vergleichbar mit Mord) seit einigen Tagen ein Großteil der Abgeordneten des Bundestages, Teile der Regierung und Armee bereits in Untersuchungshaft sitzen.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Ute Plass:

Unterschriftenaktion:
Syrienkrieg ? nicht in unserem Namen

http://www.syrien-aufruf.de/


Am 10. Dezember 2015 schrieb Reinhard Sichert:

@ Markus Schmitz
Ich verstehe nicht, warum Sie sich persönlich angegriffen fühlen, denn es liegt mir fern, ein Pauschalurteil über Soldatinnen und Soldaten zu fällen, auch wenn ich als überzeugter Pazifist nicht nachvollziehen kann, dass man diesen Beruf wählt. Ich betreibe auch keinerlei Schwarz-Weiß-Malerei. Meine Anmerkungen bezogen sich vielmehr auf die vermeintliche Stimmung in der Truppe im Auslandseinsatz. Da entsteht durchaus der Eindruck, dass man mit Überzeugung und Begeisterung dabei ist und sich wenig Gedanken um Sinn oder Unsinn des (Kampf)Auftrags macht.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Aleksander von Korty:

Zu einer sehr ernstem Sache ein ebenso ernster Aufruf des Galeristen. Allerdings sind Zweifel anzumelden, wie ernst er von den Adressaten genommen wird.
Brecht schrieb zu dieser Problematik:
"In Erwägung Ihr hört auf Kanonen,
andere Sprache könnt Ihr nicht verstehn,
müssen wir dann eben,
ja das wird sich lohnen,
die Kanonen auf Euch drehn!"
Und Karl Liebknecht äußerte zu gleichen Thema: "Der Feind steht im eigenen Land!"


Am 10. Dezember 2015 schrieb Harry Popow:

Ich unterstütze den Aufruf vorbehaltlos. Ich bin froh, als einstiger Oberstleutnant der NVA mit dafür gesorgt zu haben, dass es hier auf deutschem Boden nicht zum Blutvergießen kam. Wer Befehle erteilt, die das Völkerrecht und die Menschenrechte brechen, macht sich mitschuldig an Kriegsverbrechen. Dem Paroli bieten? Da sind also viel eigenständiger Grips und Mut nötig...


Am 10. Dezember 2015 schrieb Eckart Spoo:

Danke für die Initiative. Ich schließe mich an.

Nur eine Frage: In dem Aufruf ist in Anführungszeichen von vorsätzlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung die Rede. Von wem stammt diese Formulierung?

Antwort von U. Gellermann:

Das Zitat stammt hier her:

Als Kriegsverbrechen definiert das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs: "vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung als solche (…); ii) vorsätzliche Angriffe auf zivile Objekte (…); - der Angriff auf unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, die nichtmilitärische Ziele sind (….)“


Am 10. Dezember 2015 schrieb Peter Bürger:

DANKE FÜR DIESEN IMPULS,
ich halte die Soldaten für richtige Adressaten; egal wie klein die Reichweite, man stößt Nachdenken an und verunsichert ... ein Feindbild "Soldat" (sage ich als linker Pazifist) ist im übrigen unpolitisch wie es nur geht ... ohne kritische Soldaten wäre die anti-vietnamskriegsbewegung nie zum zuge gekommen ...


Am 10. Dezember 2015 schrieb Klaus-Jürgen Bruder:

Unsere Ansprechpartner sind weder der Staat (die Hoffnung auf seine strafrechtliche Reaktion ist irreführend) noch die Soldaten (deshalb wäre jede Aufforderung an diese die Überschätzung unserer Befehlsgewalt).
Unsere Ansprechpartner sind die uns am nächsten Stehenden: unsere Kollegen, die Schreibenden, Forschenden, Nachdenkenden, um sie damit zu konfrontieren, dass sie dummes Zeug unwidersprochen lassen, weiterverbreiten, produzieren, Begründungen für Verbrechen, und damit zur Zustimmung zum wahnsinnigen Handeln verführen, zum Schweigen über Verbrechen, zur Verleugnung.

Antwort von U. Gellermann:

„Wir“ verlangen auch z. B. die Einführung einer Transaktionssteuer, wohl wissend, dass sie wahrscheinlich nie kommt. Das machen wir a) um deutlich zu machen was gut für den Staat und seine Bürger wäre und b) um Kollegen und Nachbarn die richtigen Ansprüche zu vermitteln. Tatsächlich ist ein Appell an die Soldaten fast vielversprechender: In der Geschichte der Bundeswehr gab es immer wieder politische Verweigerer und sie haben ähnliche Argumente genutzt wie die im Aufruf.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Hans-Udo Sattler:

Danke & Grüße!!! -
https://politropolis.wordpress.com/2015/12/10/soldaten-verweigert-den-syrien-befehl

https://politropolis.wordpress.com/2015/12/07/strafanzeige-wegen-planung-und-durchfuehrung-eines-angriffskrieges/

Auch hier auf Facebook mitmachen und mitdiskutieren:
STRAFANZEIGE gegen die JA-Sager zum Angriffskrieg gegen Syrien
https://www.facebook.com/events/931492960231960/permalink/931919260189330/


Am 10. Dezember 2015 schrieb Erich Heeder:

In der heutigen Zeit ist es viel leichter einen Befehl zu verweigern als Anfang der 70ziger Jahre. Wenn sich alle Soldaten einer Kompanie einig sind, dann kann da keiner etwas gegen tun. Wir haben mit über 250 Soldaten einen Befehl verweigert, und keiner von uns allen ist bestraft wurden. Denn der Batallionskomandeur konte keine 250 Soldaten einsperren, nur weil die Befehlsgeber nicht das getan haben, was alle wollten. Ich glaube in der heutigen Zeit ist das viel schwerer, weil die Berufssoldaten nicht mehr zusammen halten, denn es ist ja ihr Beruf, und das ist ein großer Nachteil. Wer da rein geht, kann da auch wieder raus gehen, so ein fach ist das. Niemand wird heut zu Tage gezwungen, das zu machen, was ihm auf getragen wird, auch wenn das sein Beruf sein sollte. ich habe immer noch den Satz im Kopf: "Es ist Krieg, und keiner geht hin!!"


Am 10. Dezember 2015 schrieb S. Hauptkorn:

Spitze!
Fragt sich nur, wie wir an die E-Mail-Adressen der Soldaten kommen?


Am 10. Dezember 2015 schrieb Markus Schmitz:

@Reinhard Sichert

Herr Sichert, ich war Soldat und ich habe lange mit Überzeugung an das geglaubt was ich tat. Glauben Sie mir, das System zu überblicken, geschweige denn zu durchschauen dauert eine gewisse Zeit und ist auch nicht jedem Soldaten möglich. Sich seine eigene Meinung zu bilden dauert eine weiere gewisse Zeit. Den Mut zu finden, seine Lebensplanung über den Haufen zu werfen und nochmal neu anzufangen ist nur ganz, ganz wenigen gegeben, bzw. möglich. Sie geben als Berufssoldat Ihre Pensionsansprüche auf und stehen mit leeren Händen da. Meist haben Sie aber in dem Alter, in dem Sie nicht mehr als Heissporn gelten, sondern ein bereits gesetzteres Alter erreicht haben, eine Familie zu ernähren. Ich will damit zur Vorsicht raten, was schnelle Urteile über den gemeinen Soldaten betrifft. Die Kriegstreiber, die Heizer und Anstachler sitzen in der Politik, der Rüstungslobby und den Medien! Seien Sie sicher, deren Kinder haben nie gedient, werden nie dienen und wenn Sie dienen, werden sie nicht an die Front geschickt. Gegen Pauschalurteile über Soldaten aber möchte ich mich verwehren! Das ist zu einfach! Schwarz - Weiß, so einfach Herr Sichert funktioniert die Welt eben nicht!


Am 10. Dezember 2015 schrieb Lutz Jahoda:

In diesem Artikel der RATIONALGALERIE sind bereits alle rechtlichen Gründe enthalten, die Ulrich Gellermanns Aufruf rechtfertigen.
Zur Ergänzung sei auf den Beitrag von
Professor Norman Paech hingewiesen. Nachzulesen auf den Themenseiten 12 und 13 der "jungen Welt" von Donnerstag, dem 10. Dezember 2015. Norman Paech ist Professor für Verfassungs- und Völkerrecht i. R. der Universität Hamburg.
Hier Auszüge aus seiner Zusammenfassung:
"Die von der Bundesregierung in Anspruch genommene rechtliche Begründung für die Entsendung deutscher Streitkräfte nach Syrien ist unhaltbar. Es besteht kein Recht auf kollektive Selbstverteidigung, weder gemäß Artikel 51 der UN-Charta noch auf Grund der Resolutionen 2170 (2014), 2199 (2015) und 2249 (2015).
Ein kollektives Selbstverteidigungsrecht zugunsten Syriens besteht nicht, weil die syrische Regierung nicht zugestimmt hat, ihr auch nicht vorgeworfen werden kann, sie sei unwillig oder unfähig, sich zu verteidigen, wenn man sich weigert, mit ihr zu sprechen und sie sogar beseitigen will.
Zudem hat Russland die Zustimmung und damit die völkerrechtliche Legitimation für seine militärischen Verteidigungsmaß-nahmen von der syrischen Regierung erhalten.
Es besteht auch kein kollektives Verteidigungsrecht zugunsten Frankreichs, denn die Terroranschläge in Paris können nicht dem syrischen Staat zugerechnet werden. Syrien hat dem IS nicht, wie seinerzeit Afghanistan für Al-Qaida, ein Rückzugsgebiet bzw. einen "sicheren Hafen" geboten und hat auch keine Kontrolle über den IS. Das Völkerrecht besteht nach wie vor darauf, dass ein Staat nur dann angegriffen werden darf, wenn ihm die Terroranschläge, die von seinem Territorium ausgehen, zugerechnet werden können. Dies ist ein Gebot der Souveränität und territorialen Integrität sowie des zwingenden Gewaltverbots; beide können nur mit der Zustimmung Syriens aufgehoben werden.
Frankreich verbleiben alle Möglichkeiten der Verfolgung der Attentäter mit den nationalen Mitteln der Polizei, Grenzkontrollen, Strafverfolgung sowie der Einforderung von Beistand und Unterstützung durch die EU-Mitglieds-staaten gemäß Artikel 222 des EU-Vertrags.
In diesem Rahmen kann auch die Bundesrepublik tätig werden."
Begreiflich, dass sich Frau von der Leyen um den Begriff "Krieg" herumzuschummeln versucht. Denn abschließend weist Professor Norman Paech auch noch auf diesen Punkt hin:
"Die militärischen Kämpfe gegen den IS sind in völkerrechtlicher Terminologie ein internationaler Konflikt. Er erstreckt sich über zwei Staaten, Irak und Syrien, an ihm nehmen derzeit 15 Länder teil. Es handelt sich um einen Krieg, der schon lange die Dimensionen eines nichtinternationalen Konflikts (Bürgerkrieg) gesprengt hat, und der auch als Krieg bezeichnet werden muss."

Der Frühling 1945, der für viele Soldaten meines Jahrgangs 1927 und noch jünger zum ewigen Winter wurde, liegt inzwischen siebzig Jahre und sieben Monate zurück.
Unglaublich, dass eine deutsche Regierung an einer Praktik herumbastelt, die das deutsche Volk und dessen Jugend innerhalb von hundert Jahren nach zwei Weltkatastrophen einem dritten Unheil entgegentreideln möchte.
Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, lasst uns die Seile kappen!


Am 10. Dezember 2015 schrieb Reinhard Sichert:

Ich begrüße und unterstütze Ihren Aufruf, denn er spricht mir aus dem Herzen. Trotzdem wage ich zu bezweifeln, dass er bei den Soldatinnen und Soldaten und deren Familien irgendetwas bewirkt. Vor kurzem hörte ich ein Interview mit Bundeswehrangehörigen aus Kundus, die sich anlässlich des Blitzbesuches unserer Kriegsministerin in Afghanistan äußerten. Ich vernahm kein Wort des Zweifels an der Sinnhaftigkeit der Verlängerung ihres Einsatzes, sondern nur Euphorie und ungeteilte Zustimmung. Innerhalb meiner Verwandtschaft gibt es auch einen ehemaligen begeisterten Krieger, der an verschiedenen Auslandseinsätzen der Bundeswehr, u.a. in Kundus, teilnahm und ebenfalls hundertprozentig hinter sinnlosen Befehlen stand. Offenbar basierte seine Lakaientreue auf der festen Überzeugung, ?unser Land am Hindukusch verteidigen zu müssen?. Ob es jedoch wirkliche Überzeugung oder eher der aus Sicht eines Normalsterblichen relativ üppige Sold war, sei dahingestellt.
Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass derzeit keine Antikriegsstimmung herrscht und von den Medien verbreiteten Meinungsumfragen zufolge die schweigende Mehrheit des deutschen Volkes den Syrien-Einsatz und damit einen verbrecherischen Krieg unterstützt.

Antwort von U. Gellermann:

Ob sich jetzt sofort Soldaten finden, die ihren Dienst im Syrien-Krieg verweigern, ist sicher fraglich. Es gehört mehr Mut dazu, zum Verbrechen NEIN zu sagen, als beim Verbrechen mitzumachen. Immerhin haben die erste zehn Sites im Netz den Aufruf übernommen, so macht man Anfänge. Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“


Am 10. Dezember 2015 schrieb Thomas Nippe:

Ich unterstütze Deinen Aufruf vorbehaltlos!


Am 10. Dezember 2015 schrieb Jutta von Freyberg:

Seit einigen Tagen betreue ich in Berghaupten eine kurdische Flüchtlingsfamilie aus Kobanê, die völlig verzweifelt ist. Ich werde ihr deinen Aufruf übersetzen. Danke


Am 10. Dezember 2015 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Die BRD-Regierung beruft sich auf die EU-Beistandsklausel gemäß Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages sowie auf div. Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.Der Völkerrechtler Norman Paech, ehem. Richter am Bundesverfassungsgericht, derzeit Prof. für Verfassungs- und Völkerrecht i. R. an der Universität Hamburg, stellt heute eine verfassungs- und völkerrechtliche Analyse zum Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte in Syrien in der heutigen Ausgabe der Jungen Welt vor. Sein Fazit: "Die Entsendung der Bundeswehr wäre ein schwerer Verstoß gegen geltendes Völker- und Verfassungsrecht." Damit hat er zweifellos recht, dumm nur, dass sich kein regierender Politiker für seine Analyse interessieren wird.

Ihr Aufruf ist gut gemeint, inhaltlich unterstütze ich ihn voll und ganz, und das nicht, weil ich Pazifist bin, sondern weil es sich eben nicht um einen Verteidigungskrieg handelt, wie die Bundesregierung argumentiert, sondern um einen Angriffskrieg gegen den Staat Syrien.

Der Bundesregierung geht es unübersehbar darum, im Fall der Niederlage der Assad-Regierung in der Region präsent zu sein und ein Stück der Beute zu erhaschen. Der Kampf gegen den mörderischen IS tritt dagegen in den Hintergrund, um nicht zu sagen, er ist nicht das Kriegsziel.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Hans Rebell-Ion:

"Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder."
Dwight D. Eisenhower

"Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit."
Bertolt Brecht

"Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg."
Marcus Tullius Cicero

"Soldaten sind Mörder!"
Kurt Tucholsky


Am 10. Dezember 2015 schrieb Uwe Bergholz:

Zwar glaube ich nicht, dass einer der Berufssoldaten den Mumm hat zu verweigern, aber Ihre Initiative ist trotzdem großartig. Denn meist wird die Bundeswehr von den Linken links liegen gelassen, das ist falsch. Auch Ihr Ton liest sich ziemlich echt. Ich fühlte mich an die Ansprache meines Kompanie-Chefs beim Morgen-Appell erinnert. Und natürlich komme ich Sie im Gefängnis besuchen!


Am 10. Dezember 2015 schrieb Torsten Küllig:

Ich bin der Sieg
Mein Vater ist der Krieg
Der Friede ist mein Sohn
Der gleicht meinem Vater schon

Erich Fried


Am 10. Dezember 2015 schrieb Guenther Lachmann:

Lieber Uli Gellermann, was denn nun? - dürfen wir nun da, bei dem Assad, oda wieda der da heißt, Fußball spielen oda nich? Uns hat der Kommandeur gesagt, dass wir Fußball spielen dürfen, weil es ja nichts mit Patriotismus zu tun hat. Abba erst müssenwa da die Fremden vatreiben - du weißt schon, die mit dem Assad oda so sich gegen unsere Geschenke wehren wollen. Un dann noch den Assad, den der will ja nich, das hat uns der Kommandeur auf schönem bunten Papier gezeigt, also, der will ja nich, dass wir da Fußball spielen können. Also diese Terrormacher, die Syrier unso, die meine ich müssen erst mal da weg, deshalb verteidigen wir auch unser Fußballspiel. Das sagt auch der neue Vorsitzende im UN-Menschenrechtsrat, Faisal bin Hassan Trad, aus dem schönen Saudi-Arabien. Die haben von uns ja auch Geschenke gekauft - für das Fußballspiel.
14 Jahre, du schreibst aber komische Sachen; 14 Jahre Afghanistan; nee dass weiß ich besser. Wir sinda nuhin, weilwa die Mohnernte übawachen sollen. Mein Vater war da nämlich aufpassen, dass nur unsere Freunde ausa USA die Mohne bekam, und der sagt, du bist ein Seelenvakäufer, der weiß dass, der hat nämlich alle... (Und so weiter und so fort)
/* --- * ---*/
Noch einmal; Ein großartiger Aufruf! Und ich hoffe, dass unsere Soldaten diesem Aufruf folgen, ihrem Gelöbnis folgen, und nicht dem Befehl gegen die Menschlichkeit Folge leisten. Freilich wird jedem der betreffenden Soldaten der Gedanke von Befehlsverweigerung durch den Kopf gehen. Einschließlich eines Strafverfahrens, welches auf ihn wartet. Hier trennt sich die Spreu vom stechenden Hafer. - Staatsanwälte (unbedingt und absolut weisungsgebunden) und Richter (ebenso weisungsgebunden durch Parteizugehörigkeit) müssen dann entscheiden, ob aus dem latenten Faschismus, ein potentieller, ein existentieller, Faschismus ausgerufen werden kann. - Darüber muss sich der Soldat bewusst sein.
Es werden nur Freiwillige zum Krieg befohlen. Mit Didaktik und Logik ist aus diesem Umfeld nicht viel zu holen. Die Stimulanz des Abenteuers - endlich einmal so schön schießen zu dürfen, kann dem Soldaten nur genommen werden, wenn ihm bewusst gemacht wird, dass sein befohlener Krieg, auch ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung ist. Eine Anordnung von Kreaturen, deren Bestreben es ist das Volk zu vergewaltigen.Die Unterstützung und Beihilfe zum Mord folglich eine Akzeptanz des Mordens in Deutschland führt. Was doch wohl die Bevölkerung, mehrheitlich, ablehnt.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Rudolph Bauer:

Ausgezeichnet! Vielen Dank, Riesenapplaus; die Soldatinnen und Soldaten sind die *richtige* Adresse der Friedens- und Antikriegsbewegung. Denn sie bezahlen mit ihrem Leben, ihrer Gesundheit oder ihrer Psyche (Traumata). Tragt den Widerstand in die Truppe! Niemand aus der Politikerkaste (auch nicht die Delegierten des SPD-Parteitags), aus den Chefetagen der Rüstungsindustrie und der Medien, die den Krieg gutheissen, ist im mörderischen Fronteinsatz. Soldatinnen und Soldaten, verweigert die Befolgung verbrecherischer Befehle! Befolgt das Grundgesetz! Erweist Euch als tapfer! Keine Wiederholung der Verbrechen der Wehrmacht!


Am 10. Dezember 2015 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Wir helfen, diesen absolut notwendigen Aufruf zu verbreiten.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Wer dem Syrienkommando Folge leistet, greift einen souveränen Staat an. Der nimmt an einem Angriffskrieg teil. Das ist strafbar."

Das ist aus gutem Grunde strafbar - es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vom Völkerrecht ganz zu schweigen!

Lieber Uli Gellermann,

ich danke Ihnen von Herzen für diesen mutigen und dringend notwendigen Aufruf an die "Staatsbürger in Uniform" und die nachgeordneten Dienste.

Das Berliner Regime hat den Boden des Grundgesetzes, des Völkerrechtes, der demokratischen Grundregeln schrittweise verlassen.

Jede und jeder Einzelne ist jetzt aufgerufen, bei Anordnungen des Regimes genau und gewissenhaft zu prüfen, ob er sie befolgt, oder ob er sich aus Gewissensgründen gezwungen sieht, dies nicht zu tun.

Ihren Aufruf leite ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis weiter.


Am 10. Dezember 2015 schrieb Markus Schmitz:

Aus Sorge um Deutschland, aus Sorge um Kameraden der Bundeswehr!

Dieser Angriffskrieg dient niemandem, weder dem Frieden, noch den Syrern und am allerwenigsten der Verteidigung unseres Vaterlandes! Er soll einer kleinen Machtelite dazu dienen, ihre Macht und ihren Einfluß auszuweiten. Diese Machtelite stellt sich eigenmächtig und rechtswidrig über geltendes, nationales und internationales Gesetz. Sie schert sich einen Dreck um Menschenleben und Menschenrechte und setzt sich so selbst auf gleiche Stufe mit dem schlimmsten Terroristen! Dass eine oberste Justiz und ein Staatsschutz diesen Rechtsbruch nicht strafrechtlich verfolgen, dass Straf- und Staatsrechtler nicht aufschreien, zeigt wie marode unser westliches Werte- und Rechtssystem bereits ist. Man muß die Frage stellen, ob nicht der Artikel 20, Absatz 4 i.V.m. Absatz 3 des Grundgesetzes bereits Anwendung finden muß. Wer reinen Gewissens bleiben will, wer unsere westlichen Werte mit Inhalt füllen will, wer einen gesunden Menschenverstand hat, lässt sich nicht durch unsere Politiker mißbrauchen und verführen. Er hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zum Widerstand und muß sich einem solchen Kriegseinsatz als Staatsbürger in Uniform verweigern!

Markus Schmitz, Stabsfeldwebel a.D.
- diente der BRD mehrfach im Bosnienkrieg
- diente der BRD mehrfach und über mehrere Jahre ununterbrochen im Afghanistankrieg
- schied im Rahmen der Bundeswehrreform auf eigenen Wunsch, freiwillig aus dem aktiven Dienst aus.

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