Roter Teppich für Erdoğan

ARD schenkt der Diktatur Sendezeit
AKP-Organisation in Deutschland ist der lange Arm

Autor: U. Gellermann
Datum: 28. Juli 2016

Mit hochgeföhnter Servilität saß der Chefredakteur des bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, dem Chef der türkischen Diktatur, Recep Tayyip Erdoğan, gegenüber. Sorgen mache er sich, sagte der Interview-Beauftragte der ARD im Ersten TV-Progamm zu ganz ordentlicher Sendezeit, Sorgen wegen der gefährlichen Lage im Land. Gemeint waren nicht die Medienverbote und Verhaftungen in der Türkei schon vor dem versuchten Militärputsch, die Bedrohung der Justiz, die Repression gegen Rechtsanwälte und Strafverteidiger, lange vor dem missglückten Staatsstreich, und auch nicht die befohlene Brutalität der Polizei gegen die Bevölkerung auf dem Taksim-Platz und anderswo. Natürlich galten die Gottlieb-Sorgen auch nicht den vom Erdoğan-Militär ermordeten Kurden. Sondern dem armen Erdoğan selbst: „Es gab Luftangriffe, es war eine gefährliche Situation, war es die kritischste Situation Ihrer Amtszeit?“

Ganz sicher war das Interview keine kritische Situation für den türkischen Präsidenten. Es war, nach Maßstäben eines anständigen Journalismus, unnütz und liebedienerisch. Und völlig auf der Linie einer deutschen Regierung, die gerade versucht den türkischen Ausnahmezustand in einen harmlosen Notstand umzudeuten. In dieser für Frau Merkel kritischen Situation, in der immer mehr deutsche Wähler die Frage stellen, ob das Land in Berlin oder in Ankara regiert wird, musste ein Entlastungs-Interview her, in dem der arme Diktator seine schwierige Lage darstellen durfte: „Zerstören sie damit nicht ein Stück Bildung?“ fragte der bayerische Schleppenträger der Diktatur besorgt, mit Blick auf die vielen, über Nacht in der Türkei entlassenen Lehrer. Da könne er ganz beruhigt sein, teilte ihm Erdoğan mit, er stelle gerade an die 30.000 neue ein. Aufatmend lehnte sich der Stichwortgeber zurück. Ja, im Präsidentenpalast werden die Probleme gelöst, liest man auf seinem Gesicht. Dass die türkische Demokratie in Stücke geschlagen wird, ist ja nicht sein Thema.

„Ausländervereine“, sagt der Paragraph 14 des deutschen Vereinsgesetzes, „können verboten werden, soweit ihr Zweck oder ihre Tätigkeit . . . die politische Willensbildung in der Bundesrepublik Deutschland . . . beeinträchtigt oder gefährdet“. Und gegenüber der PKK hat die deutsche Justiz, im braven Gefolge der türkische Regierung, von diesem Gesetz auch ausgiebig Gebrauch gemacht. Nun ist der Bayerische Rundfunk kein Ausländerverein, es reichte vielleicht, der von seinem Chefredakteur ausgehenden Gefährdung der politischen Willensbildung durch Servilität gegenüber Despoten mit einer einfachen Kündigung entgegenzutreten. Aber die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (Avrupalı Türk Demokratlar Birliği, UETD) ist ein Verein. Und nicht mal die deutsche Fluchtabwehr-Regierung würde bestreiten wollen, dass dieser Verein die Interessen der AKP, der türkischen Staatspartei und Erdoğans in Deutschland vertritt. Dieser Verein hat 2008 Erdoğans Auftritt in Köln organisiert, bei dem er Assimilation mit einem „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gleichsetzte, und dieser Verein hat seinen Wahlkampfauftritt 2011 in Düsseldorf vorbereitet. Und sogar während der Proteste rund um den Gezi-Park und gegen die brutalen Polizeieinsätze in der Türkei, sorgte die UETD für eine Kundgebung, auf der neben dem türkischen Kulturminister Ömer Çelik auch Erdoğan per Videobotschaft auftrat.

Es gab Zeiten, in denen man die Aktivitäten der UETD noch unter Folklore, oder sogar notfalls unter Integrationsbemühungen hätte abbuchen können. Diese Zeiten müssten seit dem Beginn der türkischen Diktatur eigentlich beendet sein. Ein Blick auf die Website der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ zeigt, wie wenig sie mit der Demokratie gemein hat: „Am 20.07.2016 wurde der Ausnahmezustand für drei Monate in der Türkei ausgerufen, ohne die grundlegenden Freiheitsrechte einzuschränken und vom Türkischen Parlament abgesegnet.“ Das Wort „abgesegnet“ ist den türkischen Spezial-Demokraten so rausgerutscht. Denn natürlich ist das Parlament nicht mehr frei in seinem Willen. Und nur weil Medien verboten, Journalisten verfolgt und Gefangene gefoltert werden, gibt es für die UETD noch keine Einschränkung der Freiheitsrechte. Die Massenverhaftungen in der Türkei erklärt sie nicht mit der Diktatur, sondern: „Die derzeit unmittelbar nach der Abwendung des Militärputsches durchgeführten Festnahmen haben das Ziel, das ganze Ausmaß zu erkennen und notfalls weitere Putschversuche zu unterbinden.“ Sie dienen sozusagen nur der Wahrheitsfindung. Der wird sicher auch ein Brief an die „Sehr geehrte Fraktionsvorsitzenden des Deutschen Bundestages“ dienen, der von der „Völkermord-Resolution im Bundestag“ weiß, das „löst nicht nur in der Türkei Unmut aus. Auch unter den europäischen Türken sorgt die Entscheidung für reichlich Verärgerung und Unverständnis.“ Das muss man gelesen haben: Der Verein droht mit den europäischen Türken, die eigentlich Staatsbürger oder Gäste der jeweiligen EU-Staaten sind, jetzt aber für die Interessen der türkischen Regierung mobilisiert werden sollen.

„Normalerweise sind Sie als Präsident bekannt dafür, dass Sie entscheidungsstark die Dinge durchsetzen, die ihnen wichtig erscheinen“, sagte Sigmund Gottlieb – der Mann, der mit genug bayerischen Orden bestückt ist, um einen Altmetall-Handel aufzumachen – in seinem Interview und meint den Erdoğan-Todesstrafen-Plan. Tiefer kann man sich kaum vor der Diktatur verbeugen. Aber Gottlieb gab auch einen Hinweis: „Sie haben ja auch, Herr Präsident, Glück in einer schwierigen Situation. . . Weil die Europäer etwas von Ihnen bekommen . . . das ist sozusagen das Flüchtlingsabkommen.“ So ein Glück: Erdoğan kann machen was er will, wenn er der EU nur die Flüchtlinge vom Hals hält. Und außerdem fragt der Mann vom Bayerischen Rundfunk: „Was können Sie, was wollen Sie tun, um die Bekämpfung dieser Terror-Organisation voranzutreiben.“ Nicht die Frage „Warum haben Sie den IS unterstützt und machen Sie das immer noch?“ fiel dem Untertan am Thron von Sultan Erdoğan ein. Auch nicht die Frage nach den IS-Ölverkaufen über die Türkei. Das hätte ja das stille Glück des entscheidungsstarken Präsidenten stören können.

Die ARD hat einen schönen roten Teppich für Recep Tayyip Erdoğan ausgerollt. Die „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“, darf als Vorfeld-Organisation, als langer Arm des Diktators in Deutschland begriffen werden. Anständig wäre, wenn die UETD wenigstens die 16.000 Euro übernähme, die Sigmund Gottlieb monatlich aus den Rundfunkgebühren mit nach Hause nimmt. Dann wäre auch klarer, warum der Journalist Gottlieb nicht die Frage nach dem Verbleib der Journalistin Nazlı Ilıcak gestellt hat, jener Frau, die einen Korruptionsskandal in der Erdoğan-Umgebung aufgedeckt hatte und die in diesen Tagen von den Handlangern der Diktatur verschleppt wurde.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 31. Juli 2016 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Siegfried Gottlieb - DER CSU-eingefärbte Charakterkrüppel -
befördert in diesen Zeiten exakt das, was unser Land zu allerletzt braucht:
weitere Spaltung - zu Gunsten der Rechten, zu Ungunsten von Flüchtlingen.
KOTZ ! ! ! so ein verheerendes Signal - Autokraten auch noch die Füße zu küssen!
(Erdogan kann machen kann was er will,
Hauptsache er hält uns die Flüchtlinge vom Leib!)
P F U I D E I F I S I G G I !


Am 31. Juli 2016 schrieb Uschi Peter:

Ich erinnere mich an das Interview des Herrn Schönenborn mit Präsident Putin. Der hat diesem bösen Diktator, der uns nicht an die russischen Ressourcen lassen will, ganz schön Maß genommen. Mit dem lupenreinen Demokraten Erdogan macht man so etwas natürlich nicht.


Am 30. Juli 2016 schrieb Franz Müller:

Nur der BR konnte so einen mehr als überflüssigen Teppich für den nach Hitlerschen Machtgier strebenden "Demokraten"ie Ergogan ausbreiten. Hoffe ich.


Am 29. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Lieber Günther,
auch dieser Kommentar ist zu bemerken ,und bemerkenswert gut.
Die Traurigkeit/Wut die an der einen oder anderen Stelle deutlich wird, zeigt, was den Menschen zum Menschen macht: Empathie, und die Fähigkeit zur Liebe.
"Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden, und laut zu sagen: Nein !" K. Tucholsky


Am 29. Juli 2016 schrieb Günther Lachmann:

Nicht nur "Die Raute" gehört zu den Mitgliedern des Rotary Club, sondern auch Sigmund Gottlieb, der in ihrem Magazin (Rotary Magazin) hoch gelobt wird. Wen wundert es da noch, dass diese geo-finanzielle Verschwägerung gerne einem Kriegsverbrecher zu dem weichen Spielraum eines Sympathisanten-Interviews verhilft. Hier ,im Interview treffen sie wieder zusammen, jene Gesellen, welche den Hitlergruß in der DNA aktiviert halten.
Ein Satiriker, der sich den Fragenkatalog anschaut, könnte meinen, dass der Diktator, Frau Recep Tayyip Erdoğan vorgeführt werden solle. als Zweit-Semester fuer "Doktrin fuer Antriebskräfte des internationalen Faschismus, und besonders den des türkischen Neo-Faschismus" Das wäre eigentlich die Stunde der "Linken" gewesen. Aber aus deren angepasster Ecke kam nur ein zärtlicher Windhauch statt das Grollen eines missbrauchten Volkes. Schon lange haben die rechten Faktionen der "LINKEN" Reihen den Rechtspopulismus verinnerlicht - nein, von dort ist kein Widerstand gegen den sich immer mehr entblößendem Rechtsextremismus zu hören. In dem Interview hätte Erdoğan, wäre Erdogan ein Mann, darauf bestehen müssen, die brisanten Themen anzusprechen. Sicherlich wäre damit ein weiterer Streit unter den Deutschländern vermieden worden, und in der Türkei die "Schwelende Glut" eines erneuten Putsches, erst einmal aus dem Haus gebracht worden.
Und hätte Sigmund Gottlieb, an Stelle eines aufgeblasenen Luftballons zu imitieren, ein Interview geführt, kritische Fragen gestellt (nein, ich bin kein Verschwoerungtheoretiker, der die Fragen fuer einen zionistischen Komplott halten um Erdogan zu schaden), hätte man eine Basis fuer weitere Diskussionen in Deutschland gegen den Rassismus schaffen können.
Nun ist man nicht weitergekommen, hat aber teure Sendezeit nutzlos gestaltet, und dem Verbraucher aufgelastet. Vergessen wurde auch, das in den vergangenen Jahren die Sympathien fuer die Erdoğan – Partei (AKP)sank. Korruptionen gegen rechtsstaatliche Verfahren. Die allgemeinen Menschenrechte wurden mit den Fuessen getreten (Artikel 1 bis einschließlich Artikel 30,)
Wichtige Streiks wurden per Dekret verboten und als Ausgleich gab es Kriege gegen die Kurden mit bisher über 6000 Getosten. Das hätte der „Schöne Gottlieb“ auf seiner Fragenpalette haben sollen.
Dem Putschversuch folgende „Saeuberungswelle“ bei Polizei, Justiz, Militär, folgte eine weitere Säuberung an den Bildungsstätten. Nur eine blind wütende Diktatur verträgt keine akademischen Freiräume und verträgt keinen Widerspruch.

Antwort von U. Gellermann:

In Vielem hast Du Recht, aber es gibt in der Linkspartei zumindest noch eine klare Stimme, die Bundestasabgeordnet Sevim Dagdelen zur Schließung von drei Nachrichtenagenturen, 16 Fernsehstationen, 23 Radiosendern sowie 45 Zeitungen in der Türkei:

"Die massenhaften Haftbefehle gegen Journalisten sollen jede regierungskritische Stimme in dem NATO-Mitgliedsland und EU-Beitrittskandidaten zum Verstummen bringen. Wer nicht direkt eingesperrt wird, soll sich eingeschüchtert fühlen. Erdogan schaltet und waltet, wie er will. EU und NATO legen ihre Hände in den Schoß. Es ist ein Skandal, wenn Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ankündigt, die Bundeswehr bleibe in Incirlik stationiert, selbst wenn Erdogan die Todesstrafe wiedereinführt. Bundeskanzlerin Merkel muss endlich handeln und politische Konsequenzen daraus ziehen, dass ihr Partner Erdogan sein Land in eine Diktatur umwandelt.“


Am 29. Juli 2016 schrieb Reinhard Lerche:

Ich muss da doch mal eine Lanze für Erdogan schlagen:
1. Er hat bei Hollande und dem "Anschlag" Nizza zu 95% abgekupfert.
2. Er hat bei Hollande und der "Aussetzung" der Genfer Konvention zu 100% abgekupfert.
3. Er hat bei Obama zu 100% gelernt, dass man immer nur wiederholen muss: "Das waren die ... ."
Zu unserem CSU-Dackel möchte ich gar nichts sagen - da würde unsachlich!


Am 29. Juli 2016 schrieb Flash Flash:

Sehr geehrter Herr Gellermann!
Bei allem Respekt vor Ihrem Mut, auch `mal gegen die derzeitige "Kreml-Linie" hinsichtlich der Türkei anzuschreiben:

Doch leben wir nicht bereits selbst in einer sog. Diktatur?
In der die Meinung nur solange "frei" ist, wie diese unbedeutend ist (z.B. kleine Minderheiten) oder den Interessen der Herrschenden entspricht?
Oder eine "Demokratie", in der nur noch die Wahl zwischen "Pest" und "Cholera" bleibt?

Antwort von U. Gellermann:

Bei mir findet grundsätzlich nur die Gellermann-Linie statt.
Ob man in einer Diktatur lebt weiß man erst, wenn man die Demokratie strapaziert. Das machen die Deutschen bisher nicht.


Am 28. Juli 2016 schrieb Argonautiker xxx:

Es steht zu befürchten, daß das, was Erdogan gerade in seinem Land tut, auch hier nicht mehr fern ist.

Gewalt verbreitet sich Epidemisch, auch Staatsgewalt.

Antwort von U. Gellermann:

Scheint mir nicht nötig zu sein: Die braven Deutschen machen doch fast alles was die Obrigkeit will.


Am 28. Juli 2016 schrieb Edgar Mohr:

Der devote Teigige hätte jede einzelne Frage mit gleichem Duktus auch Herrn Hitler stellen können. Widerlich.
Schade für alle Mitbewerber. Das Rennen um den SCHMOCK DES JAHRES scheint gelaufen .


Am 28. Juli 2016 schrieb Lutz Jahoda:

DAS SIGMUND-GOTTLIEB-GSTANZL
(als Schuhplattler zur Vertonung freigegeben)

Bauchpinsler, ausg´spitzda!
Lobhudler, ausg´schambda!
Hoadalump, ausg´waxna
Sigmund!
Gschwoiköpfad schlaumaiernd,
katzbucklad rumeiernd,
Teppich ausrollenda
Schimpfgrund.

Stockschläg auf d´ Fußsohln,
kannst du dir abholn.,
damit du weißt,
eh die Hosnaht dir reißt,
was Demokratisch
auf Türkisch heißt!


Am 28. Juli 2016 schrieb Alles nur Satire:

Alles nur Satire:
16.000 Ocken erhält man im Ör-Medien-Biotop nicht für systemkritische Berichterstattung.

Deshalb „arbeiten“ dort nur Leute, die sich bei der Vergabe von Konformismus eine doppelte Portion abgeholt haben.

Ob der Mann für medialen Diktatorenglanz im März 2017 in Pension geht, ist wurscht. Es stehen Dutzende potentielle Nachfolger mit gleichen Qualifikationen und empathischen Dellen in den Startlöchern.

Vorher sollte aber noch das BVK mit Band drin sein, vom Gauck noch persönlich verliehen. Das gehört sich so, in diesen Kreisen.

Es haben aber nur die allerwenigsten Menschen mit diesem System, ihren Vertretern und seinen Auswüchsen Probleme. Sonst würde man in Berlin nicht mehr auf den Straßen fahren können, wegen der vielen Massendemos.

Was anderes, Herr Gellermann. Das Weißbuch 2016 ist seit dem 14.07. `raus. Haben sie schon ein Exemplar in Arbeit?

Ich habe meinen Download bisher nur bis zu den „Vorworten“ von Merkel und v.d. Leyen gelesen und habe extreme Schwierigkeiten, weiter lesen zu wollen. Mehr so ein innerer Widerstand.

Ich hoffe da auf Sie und einen (oder mehrere) Kommentar(e) in der Rationalgalerie. Kann ich auf sie zählen?


Am 28. Juli 2016 schrieb Axel Biermann:

Die "Huffington Post" hat mal vor etwa zwei Jahren etwas sehr wohlwollendes über den Siggi geschrieben: Das ist Sigmund Gottlieb - der schwärzeste Journalist Deutschlands. Die Aussage ist allerdings falsch; man bezeichnet auch nicht jemanden, der kein Brot backen kann, als Bäcker. Meine Gedanken sind bei den Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amber-Weiden, wo der Siggi als Honorarprofessor auf den jouranlistischen Nachwuchs losgelassen wird. Ich fühle mit euch. Bei Twitter fand ich den folgenden schönen Satz: "Erdogan empfängt S. Gottlieb und lässt ihn wieder frei?! Jetzt geht er aber endgültig zu weit."
Aber es gibt dennoch Hoffnung: Altersbedingt scheidet Gottlieb am 31.03.2017 aus.


Am 28. Juli 2016 schrieb Christel Buchinger:

Ich habe das Interview nicht gesehen, hätte ich es, ich wäre mindestens eine Woche magenkrank geworden; mit anderen Worten hätte k..... müssen. Wer so eine Interview mit einem Faschisten macht, ist selber einer, er sagt es nur noch nicht.


Am 28. Juli 2016 schrieb Alfred Matejka:

Lieber Uli,vielen Dank für deine ausgezeichnete Arbeit.Eine Frage habe ich aber.Bist du der Meinung,der Journalist Gottlieb hätte die Frage nach dem Verbleib der Journalistin Nazli Ihcak gestellt,wenn er statt 16 000 Euro nur 6.000 Euro monatlich nach Hause nehmen würde?Nach meiner Lebenserfahrung in der Arbeiterbewegung waren die schlimmsten Verräter unserer Sache immer diejenigen,die den Verrat nicht wegen Geld sondern für das Lob und die Streicheleinheiten des Klassengegners gemacht haben.

Antwort von U. Gellermann:

Nein, der Gottlieb würde für weniger Geld nicht weniger schleimen. Ich fade nur, wenn wir Gebührenzahler ihm schon so ein tolles Gehalt zahlen, dann sollte er wenigstens eine ordentliche Arbeit dafür abliefern. Wohl wissend, das dies ein frommer aber verglichen Wunsch ist.


Am 28. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Was ist in Deutschland los ?
Ein Diktator, der alles, was ihm persönlich nicht passt, der die eigene Bevölkerung in Teilen abschlachtet, der Journalisten verhaften lässt, der Redaktionen schließen lässt, der Richter mal so eben abholen lässt, der solange wählen lässt, bis ihm das Wahlergebnis passt, der die politische Opposition unter Generalverdacht stellt, und dafür sorgt, dass Abgeordnete ihrer Rechte beraubt werden, wird zum Interview, natürlich mit rotem Teppich, geladen.
Und S. Gottlieb hat die Haare schön.
Frau Merkel schweigt: sie ist mal wieder, wie immer, wenn es um Standpunkt, um die Verteidigung von Grundrechten, um Menschenrechte und um Menschlichkeit geht, abgetaucht.
Was für eine Berichterstattung in unseren Medien.Wie gut, dass es den Uli gibt.
Diese bescheuerten Fragen, die in Folge auch nur solche platten, nichtssagenden Antworten bedeuten können den Schluss nur zu lassen, dass Manipulation, Verdrehen,Lügen, Denkrichtungen in eine bestimmte Richtung zu befördern, und dass alles unter dem Deckmantel, der "Freiheit"
Da stellt sich die Frage: Freiheit für wen ? Die Türkei ist im Begriff eine Diktatur zu werden, und Erdogan wird im Deutschen Fernsehen so dargestellt, wie. Ist doch nicht so schlimm. Alles wird gut, wenn der starke Mann seine Kinder an die Hand nimmt, und das türkische Reich baut
Mit diesem Despoten kann und darf nicht zusammengearbeitet werden, dass würde seine Position nur festigen. Die Verhandlungen müssen abgebrochen werden. Der schmutzige Geflüchtetendeal darf nicht umgesetzt werden.
Gefordert werden muss:
Presse- Meinungsfreiheit, Freiheit für all diejenigen, die von ihrem Menschenrecht Gebrauch machen, sich frei zu äußern, und ihre politische Haltung zu leben. Wo sind die Menschen geblieben. Sie sind von der Bildfläche verschwunden, und sitzen in Erdogans Kerkern. Es ist eine Schande, wie die deutsche Politik sich positioniert. Stillhalten, Wegducken, und die ÖR für ihre Zwecke missbrauchen. Die machen mit, weil der Kniefall vor Merkel und Co. lange vollzogen ist.
Dieser Hass auf politisch Andersdenkende, auch in Deutschland gibt Grund zur Sorge, und alle demokratischen und linken Kräfte sind aufgefordert sich dem mit aller Kraft entgegen zu stellen, denn das "Nie wieder Krieg" und "Nie wieder Faschismus" muss uns, auch wenn unterschiedliche Bewertungen an der einen oder anderen Stelle vorgenommen werden, einen.
Die LINKEN im Bundestag sollten sich dieses zu Herzen nehmen. ....."zu sagen was ist bleibt die revolutionärste Tat." Rosa
Dieses trifft auch für die ständig attackierte S. Wagenknecht zu. Und dass ausgerechnet von denen, die weichgespült, und deren Haltung oftmals eher als systemfreundlich angesehen werden kann. Bei den GRÜNEN sind sie besser aufgehoben.


Am 28. Juli 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Ich weiß gar nicht, was du willst, lieber Uli: Neben dem Gottliebs Siggi mutiert Erdoğan doch geradezu zum sympathischen Charismatiker. Allein das Szenario in diesem mondänen Raum: Ein Mann – und ein Wicht. Zudem ist Gottlieb radikaler Katholizist und Papstist. Ob Erdoğan ein radikaler Islamist ist…? Siggi Gottlieb, ein Leben lang unterwegs im verinnerlichten Auftrag, das Wort der CSU, also Gottes Wort zu verkünden, Erdoğan als AKP-Staatspräsident im verinnerlichten Auftrag, sein Wort, also ebenfalls Gottes Wort durchzusetzen: Da ist mir doch der Mafiaboss näher als so ein schleimiger Kriechdiener. Zu einem richtigen Mafiaboss gehört natürlich auch, dass er überflüssige Schleimer, die seine wertvolle Atemluft wegatmen gern auch mal in Salzsäure auflösen lässt. Mit dem armen Siggi hat es hier der Boss in beeindruckender Demonstration gleich selber gemacht. Bosse verachten schwache Kriecher, selbst wenn sie nützlich sind.
Gut, die gefärbten Augenbrauen von Gottlieb – geschenkt: Für ein breiig-teigiges Nichts-Gesicht, das dem hilflosen Karikaturisten einzig Silberlocke, rahmenlose (!) Brille und Dreifachkinn vor Stift, Feder und Pinsel wirft, darf Nachsicht walten. Physiognomische Merkmale als Kritik? Aber selbstverständlich! Einer wie Gottlieb bettelt darum.
Was zu diesem „Interview“ sagen? Als Satire gar nicht mal so schlecht? Du hast jedenfalls das Nötige in deiner dir eigenen vertiefenden, unverdaulichen Ironisierung gesagt, lieber Uli. Für die gelungene Vermischung des Merkel-Ersatzmannes mit Informationen über diese üble UETD deshalb vielen Dank!


Am 28. Juli 2016 schrieb Jana Wegener:

Sie weisen am Ende Ihres Artikels auf eine besondere Unappetitlichkeit hin: In der Türkei werden massenhaft Journalisten verhaftet, aber ein journalistischer Funktionsträger legt sich den Diktator zu Füssen und redet mit ihm. Das ist nicht nur ekelhaft, dass zeigt auch eine neue Qualität des öffentlichen Zynismus und der Verkommenheit des öffentlich-rechtlichen Medien-Systems.


Am 28. Juli 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Ein Blutroter Teppich für Erdogan, das ist doch überaus passend ! ! !
Schließlich ist der Herr an diese Farbe gewöhnt, da er in der Türkei zwar nicht über einen Teppich geht, aber derzeit durch das Blut seiner Landsleute watet.


Am 28. Juli 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

Die ARD kann wohl kaum noch wesentlich tiefer sinken, als sie mit diesem Adolf-Erdoelgan - Interview gesunken ist.

"Tiefer liegt nur die Titanic."

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