Reich frisst Arm

Ein, zwei, mehr Millionen Flüchtlinge

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. September 2015

Eine Million Flüchtlinge, zwei Millionen Flüchtlinge, wer bietet mehr? Wie auf dem Jahrmarkt werden die Zahlen ausgerufen. Bisher prophezeit der ungarische Ministerpräsident, Viktor Orban, mit hundert Millionen vermuteten Vertriebenen in naher Zukunft, die meisten. Brav berichten deutsche Medien über eine zum Teil vorbildliche, zivile Willkommens-Kultur. Fast plakativ schweigt die Tag für Tag wogende Medienberichterstattung über die Ursachen des Flucht-Tsunamis. Während die ersten Seiten und die ersten Minuten noch den Flüchtlingen gehören, geht das übliche Geschäft hinter den Schlagzeilen weiter. Die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank Fed drucken immer mehr Geld und Geld, um das üblich-üble Finanzgeschäft zu bedienen. Und während nach dem Finanzkollaps 2008 zumindest in den Feuilletons vor lauter Schreck und Geldverlust über ein Ende des Kapitalismus gerätselt wurde, wirft die apokalyptische Völkerwanderung bisher scheinbar keine Systemfrage auf, sondern nur die Frage danach, ob denn genug Turnhallen zur Verfügung stünden.

Das große Schweigen, die übergroße Heuchelei lässt die Frage nach der Verantwortung für die Flüchtlingsströme kaum zu. Dass lange vor den Schleppern Profit gemacht worden ist, mit billigen Rohstoffen, mit teuren Waffen, auf einem Markt brutaler Ausbeutung, darüber schweigt der Apologeten-Chor des Kapitalismus. - Über 80 % der Weltbevölkerung leben von weniger als 10 US-Dollar am Tag. Der Hunger in der Welt nimmt zu. Aus den aktuellsten Schätzungen der FAO (Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) geht hervor, dass 923 Millionen Menschen Hunger leiden. Die FAO schätzt außerdem, dass zwischen 2003 und 2007 die Anzahl unterernährter Menschen um 75 Millionen gestiegen ist.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sind die Instrumente, die, unter dem Deckmantel einer Förderung des Welthandels zum Wohle aller, bislang nur die Interessen ihrer Kapitalmehrheitseigner (der Industrieländer) durchgesetzt haben.
So wurden die meisten Entwicklungsländer im Laufe der 1980er und 1990er Jahre im Gegenzug für Kreditzahlungen sogenannten "Strukturanpassungsprogrammen" unterworfen, die als eines von vielen Elementen die Liberalisierung des Außenhandels vorsahen. Eine "Liberalisierung", die nichts anderes bewirkte als die Märkte für die Konzerne in den USA und Europa zu öffnen. Das Ergebnis: Es stieg die Arbeitslosigkeit, es nahmen Armut und Ungleichheit zu, die nationalen Produktionskapazitäten wurden abgebaut.

Länder, die sich dem ökonomischen Diktat der reichen Staaten verweigerten, die versuchten, die Ungleichheit des Welthandels zu mildern und eigene Wege zu gehen, wurden als Diktaturen gebrandmarkt und in das Regime-Change-Programm der USA aufgenommen. Der Maßstab dafür, was eine gute Diktatur ist und was eine schlechte, reicht bis in die elektronische Sprachregelung: Wer bei Google das Begriffspaar Syrien/Diktatur eingibt, erzielt rund 400.000 Treffer, das Begriffspaar Saudi Arabien/Königreich erreicht den Traumwert von 700.000 Ergebnissen. So belegt der PageRank-Algorithmus der Suchmaschine nichts anderes als eine Medienwirklichkeit, deren Interesse an der Wahrheit völlig beliebig ist: Der syrische Staat wird den Medienkonsumenten als Diktatur serviert, während die saudische Repressionsmaschine als orientalische Märchendynastie verkauft wird.

Noch während an einer menschelnden Oberfläche von der Integration der Flüchtlinge geredet wird, haben die Profit-Maximierer ganz andere Ziele: "Flüchtlinge befristet vom Mindestlohn ausnehmen" fordert der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates Michael Bahlsen und leckt sich schon die Lippen beim Anblick neuer Billig-Löhner. Denn davon, da ist sich die Wirtschaft sicher, kann es nie genug geben. Auch wenn die Lohnstatistik feststellt, dass schon in den letzten fünfzehn Jahren die Hälfte der in Deutschland Beschäftigten um 17 Prozent weniger verdient haben als im Jahr 2000 während das Gewinneinkommen der Unternehmer um 70 Prozent geradezu explodierte.

Weil die Gewinne exorbitant sind und das Geld billig, geht in diesen Tagen ein Deal der verschwiegenen Art vor sich: Die Backpulver-Dynastie Oetker kauft sich in die Firma ESG ein. ESG, das war jenes Unternehmen, das damals den Perma-Absturz des Kampfflugzeugs "Starfighter" verhindern sollte. Heute macht der Rüstungsladen seine 250 Millionen Euro jährlich immer noch im Waffengeschäft: Man "betreut" das Transportflugzeug Transall C-160, das Militär-Flugzeug Fiat G.91 und den Kampf-Hubschrauber Bell UH-1D. Die Oetkers haben einen Riecher für profitable Geschäfte. Denn dort, wo die Mehrheit der Flüchtlinge herkommt, wird nach wie vor Rüstungsgerät aller Art umgesetzt. So fressen die Reichen die Armen in einer ganz eigenen Verwertungskette auf: Einmal als Betrogene internationaler Marktbedingungen, dann als Opfer der Rüstungskonzerne, um sie nicht zuletzt in den Willkommens-Ländern erneut zum Objekt der Profit-Gier der Lohn-Drückerei zu machen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 30. September 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Nicht nur der Hunger nimmt zu .....
... sondern auch der Durst. In diesem Zusammenhang ist da unbedingt auch die DrecksFirma NESTLÈ zu erwähnen, die sich weltweit und schamlos Wasserrechte sichert - immer den eigenen PROFIT im Auge.

NESTLÈ begibt sich laut vd. TV-Dokumentationen permanent auf Suche nach immer neuen Pfründen, auch in die entlegendsten Gebieten der Erde. So ist
NESTLÈ u.a. ansässig in einer südafrikanischen Zone (Name vergessen), wo großer Wassermangel herrscht.
Den armen Menschen dort wird entschädigungslos das eh schon knappe Trinkwasser entzogen, geraubt! In gigantischen Mengen wird es mit riesigen Tanklastern aus den Gebieten gekarrt, in die Natur werden für die Tankfahrzeuge extra riesige Schneisen geschlagen. Das vor allem für NESTLÈ "wertvolle Naß"
wird anschließend von denselben Menschen in kleine Plastikfläschchen gefüllt,
und dann von NESTLÈ unter dem Namen "PUR LIFE" vermarktet, sprich teuer verscherbelt. Zu teuer allerdings und unerschwinglich für den kleinen südafrikanischen Arbeiter, der für NESTLÈ den Sklaven zu machen gezwungen ist - er wird doppelt und dreifach ausgebeutet.

Haarsträubend skrupellos das Vorgehen des NESTLÈ-Konzerns - für den ist dieses "Gratis"-Wasser beinahe 100%iger Profit!
.... das zu: "Reich frißt Arm".


Am 29. September 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Ich glaube schon, dass die islamische Religion eine Transformation zu mehr Freiheit und Humanismus durchmachen müsste.
Auch das Christentum war früher archaisch und intoleranter. Damals erlebte hingegen der Islam eine kulturell hochstehende und tolerante Phase, vor allem in Spanien, welches wiederum danach das Zentrum besonders intoleranten Christentums wurde. Da hätte ich aber lieber im muslimischen Spanien gelebt!
Al Andalus hatte Europa gezeigt, dass der Islam nicht streng und intolerant sein muss, daran könnten sich beide Seiten mal erinnern.
In Granada gibt es heute übrigens wieder muslimische Gemeinden und Moscheen, bisher kommen sie mit den meisten christlichen Mitbürgern gut zurecht, obwohl sogar der Muezzin vom Minarett ruft. -

Allerdings ist die Ursache für die heutige vorherrschende Strenge nicht nur bei den islamischen Ländern selbst zu suchen.
Der Westen hat - und tut es heute noch - für seine regionalen und geopolitischen Interessen fundamentalistische Strukturen unterstützt und gefördert, die sonst vielleicht schon viel weiter und liberaler entwickelt wären.
Dabei hat er auch immer wieder nahöstliche Regionen destabilisiert. Eine Gesellschaft in Chaos und Bedrohung ruft viel eher nach einer starken und rigorosen Führung, sowie Halt in einer strengen Ideologie/Religion.
Die verunsicherten Menschen klammern sich an überkommene Vorstellungen.
Das gilt nicht nur für Staaten.
Das gilt auch im Fall schlechter Sozialisation und Armut islamischer Mitbürger in Deutschland.
In wirtschaftlich geschwächten Ländern versagt die Bildung, die das individuelle Denken fördert.
Schließlich sind viele Menschen in muslimischen Ländern auch nicht ganz zu unrecht von unserer der oberflächlichen materialistischen Konsum-Mentalität abgeschreckt, auch wenn sie das andererseits verführt. Ob die muslimische Welt sich positiv verändert, hängt also auch davon ab inwieweit wir es tun.


Am 24. September 2015 schrieb Lucifer Diabolo:

All die Fakten, Fremdeinmischung, ausländische Interessen, etc. die Sie in Ihrem Artikel als Verursacher von Armut und Flucht benennen, sind richtig erkannt, mit dem linken Auge zwar, aber immerhin.
Also alles fremdbestimmt?.Von Eingenverantwortung lese ich kein Wort. Andere Volksgemeinschaften mit geschichtlich und/oder politisch ähnlichen Erfahrungen haben es anders gemacht und sind ganz ordentlich dabei gefahren, den Menschen geht es wesentlich besser als noch von 2-3 Generationen, demokratisch ist das nicht zu meistern gewesen..
Ein Beispiele: China. Noch von 50 Jahren sind dort die Menschen zu tausenden verhungert. Demokratie, Fehlanzeige. Aber bitte, was will ich? In Freiheit verhungern oder mit Einschränkungen ganz ordentlich leben? Syrien war auf einem ähnlichen Weg, bis die Menschenrechtler kamen.
Das Problem der südlichen Mittelmeeranrainer ist die mittelalterliche, nicht interprätierbare Religion, die Eigeniniziative und Strebsamkein nicht fördert, die eine Intergration in andersartige Gesellschaften unmöglich macht, weil sie das heilige Buch untersagt, die eine Gesellschaft hervorgebracht hat, die in den letzten 1500 Jahren keinen Anteil an den Entwicklungen, die das Leben im abendländischen Kulturkreis verbessert haben ( Medizin, Technik, Menschrechte, Wissenschaft), hatte. Kein einziger technisch-medizinischer Nobelpreis eines Muslin, ( dafür eine Anzahl an die verhassten Juden). 
Und dann der religiös motivierte zügelose Bevölkerungszuwachs. Algerien hat seine Bevölkerungs seit der Unabhängigkeit vervierfacht. Wie will man die alle satt, in Arbeit und Brot bekommen. China hat das Problem gelöst, undemokratisch, aber effektiv.


Antwort von U. Gellermann:

Sie vergessen, bzw, unterschätzen, dass die Reste des osmanischen Reiches, nahezu komplett kolonisiert wurden, dass sie heute mit einer Supermacht konfrontiert sind, die zur Zeit der chinesischen Entwicklung so nicht existierte und das China (schon lange als Staat konstituiert) seine Befreiung durch eine Revolution erreichte. Zur Geschichte der islamischen Religion will ich hier nur anmerken, dass aus und in dieser Religion große mathematische, medizinische, literarische und militärische Leistungen entwickelt wurden.


Am 23. September 2015 schrieb Eard Wulf:

@caroline bischoff:
"14 millionen muslime geben zu, dass ihre religion zu streng ist, siehe völkerwanderung."

Hust, einen Flüchtlings-Strom als Völkerwanderung zu betiteln, dass hat was.

Den Vergleich mit der Religion, in einer Gegend in dem der IS(siehe lemond diplomatic - deutsche Ausgabe), und jede andere involvierte Partei, alles zwangsrekrutiert was älter als 15 ist, nenne ich Blasphemie(mutig)!

Nebenbei, bei der letzen Bundestagswahl haben ~40% aller wahlberechtigten zugegeben, dass sie nichts zu wählen haben. In Dresden wurde der Bürgermeister mit 42.7% Wahlbeteiligung gewählt(http://www.dresden.de/de/rathaus/politik/wahlen/ob-wahl/ergebnis.php), mir stellt sich die Frage, ab wann wird eigentlich eine Wahl für ungültig erklärt? unsere Politik feiert sich gar für ihre, ergaunerten xx%. Ignoranz ist der Anfang vom Untergang - Dummheit das Ende.

Prozentrechnung: 1.6 Mrd Anhänger hat diese Religion(Islam), 14 Millionen liegen irgendwo bei 0.x Prozent.


Am 22. September 2015 schrieb Rainer Junkereit:

Solange wir nicht gegen den Terrorkapitalismus der Konzerne und Banken kämpfen wird sich in der Welt kaum etwas ändern! Dazu gehören allerdings Regierungen, die nicht auf Seiten der Konzerne und Banken stehen. Und dazu gehhören allerdings auch Bürger, die die Mechanismen der Parteiendiktatur in der BRD verstehen und diese Parteien wieder auf den Weg des Grundgesetzes führen!
Und solange wir uns nicht vom Oberterroristen in der Welt, den USA, abnabeln, wird sich eh´nichts ändern.


Am 22. September 2015 schrieb Lena Brinkmann:

Das Frappierende an Gellermanns Artikel ist die Verbindung von Allgemeinem (Statistik) mit dem Konkreten: Der Profi der Oetkers und anderer am allgemeinen Elend.


Am 22. September 2015 schrieb Uwe Unterbach:

@ Catrin Berger
Und doch kann man es nicht klarer sagen:REICH FRISST ARM! Dafür der Rationalgalerie meinen herzlichen Dank.


Am 22. September 2015 schrieb Catrin Berger:

Ich fürchte, dass die Leute einfach müde sind: Noch eine Katastrophe, und noch eine: Das schüchtert ein, lähmt, statt zum Widerstand anzuregen.


Am 22. September 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Übrigens: PRO ASYL hat das schreckliche Desaster solcher Menschenmassen an Europas Grenzen - doch alles schon J a h r e vorausgesagt!
JEAN ZIEGLER analysierte das alles ebenfalls in seinem
Buch: "Papa, wie kommt der Hunger auf die Welt?" (oder so ähnlich).

Es wäre so an der Zeit, daß endlich die Verursacher der menschlichen Tragödien (die Waffendealer, die Nahrungsmittelspekulanten an den Börsen etc.pp),
in den Focus rücken und nicht die Flüchtlingsthemen, die alles überlagern.
Das ist noch nicht allzu oft vorgekommen. Es liegt daran, daß die Profiteure doch ganz genau wissen, wie man sich seine Marionetten +Mitspieler in den Parlamenten warm und gewogen hält.

Gerade gestern am 21.09.15 brachten sie über NESTLÉ eine extrem unrühmliche Reportage im TV, eine von vielen:
"Bittere Schokolade/Kinderarbeit" - US-Folterberichte - Tier-/Fleischskandale - Ausbeutung - "Der Plastik-Planet" - BRD-Steuer-Oase Nr. 9 - . . . beinah täglich bekommt man solche Skandal-Reportagen zu sehen.
Dahinter steckt doch SYSTEM, das resignativ, mürbe machen soll (?)
Ob es daran liegt, daß einem glatt schwindlig könnte ob der Fülle, wie immer neues Übles ans Licht kommt?? Morgen ist ja alles schon wieder Schnee von gestern -
und schon wird gestriges von einem neuen Skandal überdeckt.
So ziehen viele Menschen einfach den Schwanz ein, ducken sich weg, beten allenfalls - statt AUFZUSTEHEN, sich zu engagieren. Mit "Politik" will man am besten nichts zu tun haben.
NESTLÈ- Dr. Oetker-Produkte aber zu BOYKOTTIEREN - d a s wäre doch die bessere Alternative!

Genau: Jetzt fehlt nur noch, daß jetzt auch noch TTIP + CETA durchgeboxt wird . . .

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Bitte also nicht vergessen Leute / massenhaft verbreiten:
Anfang OKTOBER ist in Berlin eine g i g a n t i s c h e Anti-TTIP/CETA-
Demonstration geplant !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Am 21. September 2015 schrieb S. Hauptkorn:

Sorry, lieber Herr Ebel, ich fürchte ich verstehe nicht ganz worauf Sie mit Ihrem Tipp `Arbeit nachlesen und nachdenken´ hindeuten möchten.

Hier allgemein noch ein ebenfalls guter Artikel zu diesem Thema:
http://www.flassbeck-economics.de/wir-muessen-etwas-in-den-herkunftslaendern-der-fluechtlinge-tun-welch-ein-hohn/


Am 21. September 2015 schrieb Gisela Pietrzak:

Gnade uns Gott, die kriegen das nicht auf die Reihe…
Aber über dem Baltikum bewaffnete Nato-Übungsflüge machen, da sind sie dicke da..

Antwort von U. Gellermann:

Sie wollen es nicht auf die Reihe kriegen, Uli


Am 21. September 2015 schrieb Gabriele Jäger:

Ich würde gerne etwas über Ihren Hintergrund wissen.
Ich lese auch die NachDenkSeiten und finde es sehr angenehm, dass die Macher etwas zu ihrer Person gesagt haben, ebenso flassbeckeconomics.

Habe ich nicht richtig hingeschaut und etwas,übersehen , was meine Frage beantwortet?
Freue mich über Ihre Nachricht.

Antwort von U. Gellermann:

Sie haben nichts übersehen, mir kommt es auf Die Texte an, ich denke, meine Personalien erklären wenig. Aber trotzdem: Gelernter Industriekaufmann, unstudiert, als Filmemacher, Werbe-Fuzzi und für den Berliner Senat gearbeitet, unabhängig links, lebe in Berlin, sammle Menschen und Geschichten.


Am 21. September 2015 schrieb Manfred Ebel:

Lieber Herr Olieni, siehe hier die Liste unserer Peiniger: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_500_reichsten_Deutschen, denen gegenüber wir uns wohl in tiefster Ehrerbietung verbeugen sollen.
Sie feiern sich uns gegenüber in aller Dreistigkeit!
Liebe Frau Hauptkorn, es lohnt über "Arbeit" nachzulesen und nachzudenken. Anheusers Lumpenproletariat können Sie nur schlagen. nicht bekehren.


Am 21. September 2015 schrieb Ulrich Fiege:

Ein sehr guter Artikel denn das ist dass, was dahinter steckt. Diese Willkommenskultur habe ich gestern mal genauer betrachtet und siehe da, bei den beiden Kampagnen von Campact waren es 72.290 Menschen die sich gegen das von Innenminister de Misere Verschärfung des Asylrechts wandten, 2.802.603 Menschen waren an der Unterschrift gegen TTIP vertreten, dabei sind beide Kampagnen etwa 2 Monate alt und noch nicht zu Ende.

Nun wird der Mittelstand entsorgt und die Agenda 2010 ist fast am Ziel, das dafür ein paar Kriege notwendig waren lag in den Zielen unserer Politik und das ist der Profit. Die Menschen die vor Bomben und Granaten fliehen, denn es geht in Syrien als Beispiel um die Frage, ob dieser oder jener Mann/Jugendlicher, "dafür" oder "dagegen" ist werden sie gefragt, - und dann muss sich ein Junger Mensch oder Erwachsener entscheiden eine Waffe in die Hand zu nehmen und Menschen erschießen, die früher seine Freunde waren? Da flüchte ich doch lieber mit meiner Familie und würde gerne Arbeiten wollen und etwas weiter gedacht, könnten diese Flüchtlinge mit dem passenden Gesetz dazu in einer freiwilligen Maßnahme, Die Integrationsmaßnahme EIM die "Euro-Integration-Maßnahme©?" als Beispielname mit dazugehörendem Sprachkursen und einem Job, samt Wohnung wird dem neuen Humankapital auch geboten. Wer wäre dazu besser geeignet wie der Pudding-König? Und Schäuble muss die Steuer-Erleichterungen für den Mittelstand einstellen wegen der vielen Flüchtlinge.

Das wird noch mehr Glatzen geben und das ist im Sinne der Regierung, bin gespannt wie lange es dauert bis der Notstand von der Regierung ausgerufen wird, denn dieser Aufruf ist in den Verträgen von Lissabon sehr Speziell geregelt.


Am 21. September 2015 schrieb Hans Ion:

ULIS Analyse ist genial:
Die "Endlösung" wird fatal!


Am 21. September 2015 schrieb Manfred Ebel:

Am Wochenende sah ich einen Film von Wim Wenders mit dem und über den Fotografen Salgado, den ich zum Thema dringendst empfehle: "Das Salz der Erde". Salgado dokumentierte in höchst eindrucksvoller Weise die unmittelbaren existenziellen Konflikte der Menschen, deren Leid in den Kriegen, den ununterbrochenen unglaublichen Hunger und die Genozide der Gegenwart. Man kann nicht glauben, dass das unsere Gegenwart beschreibt, dass das passiert, wärend wir uns in der "zivilisierten" Welt süffisant "Geiz ist geil!" um die Ohren hauen und um den Vorteil einer Autolänge kämpfen.
Leider werden im Film nicht die Ursachen und Schuldigen benannt. Sehen Sie sich den Film bitte an.
Der Film schlägt den Anheusern und Bahlsen in die Fresse.

Uli schreibt: "Der Hunger in der Welt nimmt zu." Erinnern die geschätzen Leser sich an die "Millenniums-Entwicklungsziele"? 2015 ist das Jahr der Abrechnung:
- Der Anteil der Menschen, die von bis 1,5 Dollar am Tag leben müssen, ist gegenüber 1990 halbiert.
- Die Anzahl der Hunger leidenden Menschen ist halbiert.
- Ehrbare Vollbeschäftigung für alle(!) ist erreicht.
- Alle Kinder dieser Welt schließen ab diesem Jahr eine Primärschulbildung ab.
- Kindersterblichkeit ist auf ein Drittel gegenüber 1990 gesenkt.
- Müttersterblichkeit ist auf ein Viertel gesenkt.
Und so weiter. (ggf. bitte nachlesen!)
Kein einziges der Ziele ist verwirklicht. Das genaue Gegeteil in seiner höchsten und brutalsten Form ist der Fall.
Eine kapitalistische Welt kann das Elend nicht beseitigen. Der Kapitalismus erzeugt es. Der Artikel benennt und beweist es.

Wir reden das moderne Bildungsbürgerwort von Empathie, dass die meisten der Flüchtlinge nie gehört haben. Versuchen wir doch wenigstens einmal, das praktische Leben auch nur in eines der Flüchtlinge der "apokalyptischen Völkerwanderung" zu erfühlen.
Bennen wir die Ursachen und Schuldigen. Beseitigen wir sie.
Die Systemfrage steht und sie wirkt, ob es den Menschen bewusst ist oder nicht. Nur wenn sie bewusst wird, kann das System beendet und ersetzt werden.
Nicht reformieren! Beseitigen!


Am 21. September 2015 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Danke, Ulli Gellermann, für diesen wie immer investigativen, informativen und inhaltsreichen Artikel mit dem treffenden Titel: "Reich frisst Arm" (vgl. Jean Ziegler: `kannibalische Weltordnung´) Wir werden ihn sehr gerne weiter verbreiten.


Am 21. September 2015 schrieb Dario Vo:

Wenn es eines Beweis bedurfte, wie schlecht es der BRD-Wirtschaft geht, dann lag er bis vor kurzem in Bild-Kampagnen wie "Deutschland hilft". Wenn selbst der Springer-Verlag nicht primär an braune Instinkte appelliert, muss ich den Fachkräftemangel ernst nehmen.
Nun haben wir ohnehin eine Merkel-Regierung, die fast schon so ewig erscheint, wie die von Kohl. Die muss auch nicht besonders über Rassismus gestärkt werden.
Aber SPD und FDP fällt dann doch noch ein, wie sich die ständige Medienpräsens der Flüchtlinge gegen die soziale Frage nutzen lassen.
Meine zweitliebste Feindin – nach von der Leyen – Andrea Nahles ließ gerade verkünden lassen, "wegen der Flüchtlinge" werde die Zahl der Erwerbslosen wohl steigen. Und da sind wir Langzeiterwerbslosen ja auch schon vom Mindestlohn ausgeschlossen.
Die FDP in Niedersachsen ist laut Lokalpresse alarmiert von Vorschlägen Wohnungsleerstand für die Unterbringung von Flüchtlingen zu enteignen. Auch hier wird schon mal vorsorglich die Konkurenz der Verlierer des Kapitalismus intoniert.
Bleibt nur die Antwort auf die Frage von S. Hauptkorn an Gert Anheuser. Arbeitsplätze lassen sich über eine Ausweitung des öffentlichen Sektors und Staatsmonopole in der Daseinsvorsorge (Gesundheit, Energie, Wohnen, Verkehr, Kommunikation, etc.) schaffen. Der Bedarf in Krankenhäusern oder bei der Sanierung von Infrastruktur reicht locker für Erwerbslose und Flüchtlinge. Finanzierbar ist dies über Vermögens- und Kapitalsteuern.
Wer ein Problem mit Flüchtlingen hat muss sich einer Alfabethisierungskampagne zu Fluchtgründen unterziehen. Da haben wir die vom "Westen" inszenierten Kriege und die "ganz normale" Insolvenz von Bauern in Afrika oder Asien zugunsten von Monsanto, Shell oder Nestle.
Eigentlich müsste Gert Anheuser all dies auch wissen.



Am 21. September 2015 schrieb Heinrich Triebstein:

15.8.15 WDR Fernsehen Reihe "Baustelle Deutschland" Thema "Asyl". Der Moderator Jürgen Becker in seinem Beitrag: "Ich glaube das ist wie in der Geschichte, wo ein Banker, ein BILD-Leser und ein Flüchtling zusammen an der Theke sitzen, und sie sollen zwanzig Kekse untereinander aufteilen. Wie geht das? Ganz klar. Der Banker nimmt sich neunzehn und sagt dem BILD-Leser, pass auf, dass der Flüchtling dir den Keks nicht wegnimmt."
Es gibt längst Überlegungen zu Alternativen.
Joseph Huber plädiert für eine Vierte Gewalt neben Gesetzgebung, Regierung und Justiz, die Monetative. Sie wird zuständig für die Geldschöpfung aus dem Nichts. Diese orientiert sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger: Gesundheit, Sicherheit, Resepkt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße, wie Robert und Edward Skidelsky die sieben Basisgüter nennen, zu denen alle Menschen Zugang haben müssen.
Der österreichische Finanzwissenschaftler Franz Hörmann argumentiert für einen "Kooperativen Indivdualismus", dessen Grundprinzip er am Abfahrtslauf erläutert: Heute gibt es bei sportlichen Wettkämpfen einen Sieger wie im Wirtschaftsleben: Der Gewinner sackt alles ein. Die Alternative dazu bezieht alle Teilnehmenden an Wettbewerben ein: Alle gewinnen, sobald sie im jeweiligen Bewerb ihre eigene bisherige Bestleistung übertreffen.


Am 21. September 2015 schrieb caroline bischoff:

14 millionen muslime geben zu, dass ihre religion zu streng ist, siehe völkerwanderung.


Am 21. September 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:


Dr. Oetker und Bahlsen?

Schade, von denen kaufe ich nach Möglichkeit ohnehin schon seit Jahren nichts.

Da war ich mal wieder der Zeit voraus...

Antwort von U. Gellermann:

Man nennt sie auch das Back-Pack.


Am 21. September 2015 schrieb S. Hauptkorn:

@Gert Anheuser

ich hätte da zwei Fragen:

Ist Uli Gellermann dafür zuständig Arbeitsplätze zu schaffen?

Was würde denn Ihrer Meinung nach Arbeitsplätze schaffen?


Am 21. September 2015 schrieb Gert Anheuser:

Ja, ja, die alte Leier: Der Kapitalismus ist an allem Schuld. Bringt das einen Arbeitsplatz für die Flüchtlinge?


Am 21. September 2015 schrieb Simone Birgersson:

Dem ist nichts wesentliches mehr hinzuzufügen, ausser dass sich mittlerweile auch in dieser schmutzigen Affäre die letzte Charaktermaske des politischen Establishments dazu berufen fühlt selbige gänzlich fallen zu lassen.
In diesem Fall bei Claudia Roth frei nach dem Goetheschen Motto `wer nie sein Brot im Bette aß, der kennt auch nicht, wie Krümel pieksen´.
Hier der Link, sehenswert das Filmchen:
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=MiHjeFbTc7w


Am 21. September 2015 schrieb Pat Hall:

Alle Mann an Bord sprach der Kapitän,wir haben genügend Kojen, auch für Proviant ist gesorgt, und wenn nicht, dann ist noch reichlich Platz in den Ladeluken, auch im Zwischendeck.
Schnell war der Proviant verbraucht, die Sanitären Anlagen verstopft und unbrauchbar, und so wird es auch in ganz Europa zugehen, denn die Weichen wurden bereits gestellt.

Früher habe ich immer gerne einen Pudding von Oetker genossen doch nachdem dieser auch noch ins Kriegsgeschäft eingestiegen ist bekomme ich nur noch Würfelhusten!
Konzerne,sind es, beherrschen die politischen Ebenen.
Danke an U.G. mal wieder für diese hervorragenden Gedankengänge.


Am 21. September 2015 schrieb Arnulf Rating:

Genau. Du sagst es!

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