Oliver Stone - Agent Moskaus

Wenn deutsche Pro-Amerikaner echte
Amerikaner zu Anti-Amerikanern machen

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. September 2016

Von Oliver Stone weiß man, dass er ein zu Recht berühmter US-amerikanischer Filmemacher ist. Mit Filmen wie Platoon (zum Vietnamkrieg), wie John F. Kennedy – Tatort Dallas (JFK), Natural Born Killers und Nixon – Der Untergang eines Präsidenten, hat er dem politischen Film wichtige und erfolgreiche Beiträge geliefert. Von Stone weiß man, dass er zur anderen, zur besseren Seite der USA gehört. Jetzt bringt er auch noch den Film "Snowden“, über den von Obama gejagten und von der deutschen Regierung verachteten Whistleblower in die Kinos.

Das geht nicht, haben sie bei der obersten Medien-Agentur Deutschlands, der TAGESSCHAU-Redaktion gedacht. Da könnte ja das schöne Bild von den sauberen USA ins Wanken geraten, an dem die Reaktion seit Jahrzehnten so tapfer arbeitet. Aber den Film, der verspricht ein Welterfolg zu werden, gar nicht wahrnehmen? Das kann die TAGESSCHAU bei Nazis in der Ukraine machen, bei Friedensaufrufen von Prominenten, bei terroristischen Aktivitäten der Saudis. Das alles kann die Doktor-Gniffke-Truppe, nach dem TAGESSCHAU-Chef benannt, unter den Redaktionstisch fallen lassen. Aber einen der berühmtesten Filmemacher der Welt? Der außerdem seinen Film auch noch in Deutschland produziert hat? Da muss man sich was einfallen lassen.

Und so stellt die TAGESSCHAU flugs eine fette Verdächtigung auf ihre Website, direkt neben die Ankündigung zum Film. „Welche Rolle spielt Snowdens Anwalt?“ fragt die Schlagzeile und stellt mit Grabesstimme schon mal fest: Er ist Russe! Und er hat Kontakte zum Geheimdienst! Das erste ist unbestritten. Das zweite wird mit der Doktor-Gniffke-Patent-Methode bewiesen: Russische Journalisten „gehen davon aus“, dass der Anwalt diese Verbindung habe. Also: Angela Merkel hat Kontakte zum Geheimdienst! Denn sie sitzt ständig mit ihrem Geheimdienstkoordinator am selben Konferenztisch. Millionen Deutsche haben Kontakte zum Geheimdienst. Denn sie werden ständig von den Diensten bespitzelt. Da gehen wir doch mal davon aus! Das behauptet ein einziger russischer Journalist! Das ist investigativer Journalismus. Das sind Fakten der Extra-Klasse.

Aber das reicht noch nicht. Der selbe Journalist hat über eine Pressekonferenz mit Snowden und seinem Anwalt auf dem Flughafen Scheremetjewo im Juli 2013 geschrieben: Die habe wie eine Show gewirkt! Und schlimmer noch: Regelmäßig trete der Anwalt in internationalen Medien auf, um für Snowden zu sprechen, teilt uns die TAGESSCHAU mit. Das konjunktivistische Hörensagen schwillt zum dröhnenden Bocksgesang: Der Anwalt Anatoli Kutscherena kennt sogar Putin. Ein Abgrund von Kreml-Hörigkeit tut sich auf. Und dann der Klimax von zwei TAGESSCHAU-Aushilfskräften: „Kutscherena sagte in einem Interview mit "Russia Beyond the Headlines", er habe Stone diesen Film vorgeschlagen und bei einem Arbeitstreffen in Moskau mit ihm diskutiert.“

Blitzartig spult sich im konditionierten deutschen Gehirn die Gedankenkette ab: Snowden verriet NSA-Geheimnisse an die Weltöffentlichkeit. Er flieht ausgerechnet nach Russland. Nur weil sein Leben und seine Freiheit bedroht sind. Sein russischer Anwalt inspiriert Oliver Stone zum Film über Snowden: „Der Film soll unter anderem auf einer Novelle basieren, die der russische Rechtsanwalt über den Snowden-Fall geschrieben hat.“ – So macht die TAGESSCHAU den Filmemacher Stone zum Einfluß-Agenten Moskaus. Auch so kann man eine Filmkritik schreiben. Wenn man auf der Lohnliste der ARD steht.

Es schimmert grün durch den fadenscheinigen TAGESSCHAU-Beitrag von Silvia Stöber und Patrick Gensing. Beide sind auch Autoren der Böll-Stiftung. In deren Umgebung hat man Erfahrung mit Geheimdiensten und Medien. Hatte doch die Berufsgrüne Marie-Luise Beck schon mal den Verfassungsschutz dringlich gebeten, er möge die „ominöse Maren Müller und ihre ständige Publikumskonferenz" ins Visier nehmen. Und Patrick Gensing hat wie zufällig „antiamerikanische Züge in der Debatte um die NSA-Überwachung“ bemerkt, um dann in der Friedensbewegung eine Querfront zu entdecken. Denn die behaupte, dass die USA ihre Interessen „durchboxe“ und „ihre Geldgeilheit durch Menschlichkeit“ tarne. Schon wieder Antiamerikanismus.

Stone ist wahrscheinlich auch ein Anti-Amerikaner. Das jedenfalls teilt uns John Kornblum, der langjährige US-Botschafter in Deutschland, faktisch mit: „Oliver Stone ist ja berüchtigt für seine Verdrehung von Wahrheiten“, sagte Kornblum zu BILD. Er warf dann Star-Regisseur Oliver Stone vor, einer „Heiligsprechung“ Snowdens Vorschub zu leisten. Auch der SPIEGEL entdeckt bei Stone eine „schrille Forderung“. Denn der sagt glatt sowas: „Die Verantwortlichen im Whistleblower-Fall sollten vor Gericht wie einst die Nazis bei den Nürnberger Prozessen“. Da müssen die guten deutschen Pro-Amerikaner den schlechten Amerikaner Oliver Stone einfach zum Anti-Amerikaner erklären. Ideologie kann krank machen.

Der Film SNOWDEN ist ab sofort in den Kinos.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 24. September 2016 schrieb Ernst Blutig:

Es ist ja immer erheiternd, wie in Zeiten, in denen Geheimdienste einem nachweisen können, wann man wo einen Furz mit welcher Note zum Besten gab, und zwar lückenlos, ganzjährig und rund um die Uhr, sich Zeitungen, Zeitschriften und TV sich einen abmühen, um auch nur halbwegs irgendjemand oder irgendetwas auf die Bühne der VerÖffentlichkeit, früher Pranger genannt, zu hieven, um das ganze dann in den Gehirnen von Lesern und Zuschauern mittels einfachster sprachlicher Tricks als Beweise erscheinen zu lassen. Letzteres IST dann der Beweis. Jeder der es wagt dieses dünne Konstrukt zu kritisieren, IST der Beweis für dessen Richtigkeit. Eine perfekte geschlossene Wahnvorstellung.
Nicht die der Medien!
Die der Leser und Zuschauer!

Wenn jemand wie Oliver Stone, der schon sehr lange die Geschichten der USA stark kritisierend verfilmt, in welcher Weise auch immer den verlängerten Staatsapparaten gefährlich wäre, man hätte schon längst etliche Beweise der Geheimdienste auf dem Tisch oder er wäre angeklagt oder tot.


Am 24. September 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Dass echte Freundschaft oder Liebe Kritik und den Umgang damit beinhaltet, lernt man so in der Pubertät. Die kritiklose Loyalität die diese Pro-Amerikaner fordern, ist infantile Ergebenheit.
Die USA sind ein Imperium, woraus ihre Politiker auch kein Hehl machen. Sie sind stolz darauf, sie finden es sexy.
Sie stolzieren herum, trampeln dabei auf ihre Diener (was alle sein sollten) und wollen dafür bewundert werden.
Und unsere Pro-Amerikaner lecken ihnen..... die Füße und versprechen ihre Ergebenheit bis zum Tod, falls ein Nato-Bündnisfall ihn erfordern sollte.
Es ist wie eine Religion. Da denkt und zweifelt man auch nicht, da glaubt man.
Bei jedem "ketzerischen" Abweichler von der "Reinen Lehre" drohte der Antichrist.
Also lauschet niemals den teuflischen Einflüsterungen des Antiamerikaners, denn seine Verführungen und Verschwörungen lauern überall.


Am 23. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@J. Keuner
.......viel geschrieben, und wenig erhellendes gesagt.


Am 23. September 2016 schrieb Gideon Rugai:

Das Interview habe ich mir direkt mal auf Zeit-Online zu Gemüte geführt und war überrascht über den angeschlagenen Ton, bzw. diesen tatsächlich veröffentlicht zu sehen - wie wohl auch die dortige Leserschaft.

Das lässt mehrere Deutungen zu z.B. diejenige, hier ein paar journalistische Glasperlen vor die Füße der Säue geworfen zu bekommen ( "Hier' guckt mal, wir können auch offen und [US-]kritisch ! Jawoll!").

Aber ein anderer Gedanke beschlich mich schon, nämlich, dass hier hinter vorgehaltener Hand bzw. hinter vorgehaltenem Oliver Stone mal ein wenig Tacheles innerhalb des Gleichstrom-Einhei(z)tsbreis medialer Prägung gesprochen werden durfte, ohne dafür ins Archiv versetzt oder zu einem Provinzblättchen abgeschoben zu werden....

Cui bono ?

Aber vielleicht bin ich auch nur hoffnungslos romantisch und naiv :)


Am 23. September 2016 schrieb Josef Keuner:

Die Meinung von Gensing/Stöber war erwartbar (und in meinen Augen auch vertretbar). Was mich an dem Beitrag stört, ist die Machart: Ein Großteil der Informationen stammt aus dem verlinkten Guardian-Artikel Anfang 2014 ((https://www.theguardian.com/world/2014/feb/02/is-edward-snowden-prisoner-in-russia) zum Vergleich (https://www.tagesschau.de/ausland/snowdens-anwalt-101.html)) Ein sachlicher Fehler beim Guardian wird ausgebügelt: es ist der Rat beim FSB, nicht eine Kammer, wie -per google translate - jeder leicht herausfinden kann. Seine Rolle als Multifunktionär wird -löblicherweise über den Guardian hinaus - angeschnitten, aber das er solcher und als Anwalt der russ. Öffentlichkeit bekannt ist, kommt nicht recht raus: Jeder kann sich hier 'mal ein Bild machen: http://echo.msk.ru/programs/razbor_poleta/1161964-echo/
Nebenbei: die Hauptquelle des Guardian: (Seite des FSB) https://osfsb.ru/about/members/318/default.aspx

Bis dahin gehen der Guardian und Tagesschau nicht über leicht selbst recherchierbare Oberflächlichkeiten hinaus, die nicht seit knapp 3 Jahren bekannt sind. Das einzig Neue ist das "Institute" (https://wikileaks.org/plusd/cables/08MOSCOW229_a.html). Dass das "Institut" dem Herrn Elsässer eine Plattform bietet, ist richtig, allerdings geht es dem Tagesschaubericht durch die Lappen, dass er nicht nur Gründer, sondern noch immer Vorsitzender des "Instituts" ist (http://argument.ru/pers/podr/2.html). Vermutlich weil das auf Kutscherenas Seite nicht aufgeführt ist (http://www.kucherena.ru). So bleibt bei mir der schale Geschmack einer hastig recherchierten Geschichte ohne Hintergrundwissen zurück, die selbst jemand wie ich ohne Russischkenntnisse in zwei Stunden zusammenstricken kann.

Antwort von U. Gellermann:

Was an der Agentenstory von Gensing und Stöber „vertretbar“ gewesen sein soll, ist eindeutig Ihr Geheimnis.


Am 23. September 2016 schrieb Georg Steinke:

Hier wird erneut klar gemacht, wie umfassend die Strategie der Atlantiker ist. Wer es wagt, die angeblich moralische Integrität der USA infrage zu stellen, wird zum Agenten gemacht. Dass sich dazu auch immer wieder grüne Knechte der Staatspropaganda finden, ist bezeichnend für den Grad grüner Verkommenheit.


Am 22. September 2016 schrieb john smith:

"Oliver Stone ist ja berüchtigt für seine Verdrehung von Wahrheiten", sagte Kornblum zu BILD."

DAS ist ja geradezu köstlich! Kann man das BILD vielleicht ein paar Punkte größer abBILDen?


Am 22. September 2016 schrieb Jochen Scholz:


An Pat Hall

Achtung! Das war ironisch gemeint, denn hierzulande beißen die deutschen Philosemiten jüdische Kritiker der israelischen Politik mit dieser Vulgär-Psychologie weg, damit ihr Weltbild keinen Schaden nimmt.


Am 22. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Kornblumen; früher in den Weizenfeldern, an den Wegesrändern, und heuzutage im Garten, in meinem auf jeden Fall.
Dieser "fiese Möp," der den Namen dieser wunderschönen Blume tragen darf, und dadurch in einem wesentlich günstigerem Licht erscheint ärgert mich. Herr Nacktschnecke würde besser passen; weil schleimig, kriechend und irgendwie kommen die immer wieder.---
Dieser Artikel ehrt den Oliver Stone, der es wirklich mit ganz starken Gegnern zu tun hat, und weiter macht. Das in unseren Käseblättern Gift und Galle gespuckt wird, wen wunderts ?
Und die Beck von den Grünen ?
Die Hoffnung, dass die weg sein könnte, hat sich leider nicht erfüllt. Manche Wünsche sollten in Erfüllung gehen.

Danke Uli für den Artikel, die Info, dass der Film in den Kinos laüft, und sich dein Artikel wohltuend von dem ganzen geschriebenen Blödsinn, der nun nicht zu vermeiden ist, sich wohltuend, abhebt.


Am 22. September 2016 schrieb Michael Kohle:

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen!

Wunderte mich immer wieder, wie es Mohr zu schaffen vermochte, nach Dr. Gniffkes gesammelten sonntäglichen Meisterstücken - den Tagesthemen direkt nach Will´schen oder früher Jauch´schen Stuhlrunden - via TTT (man beachte: das steht für Titel und Thesen und Temperamente !!!) dem
rundfunkvertraglich auferlegten Bildungsauftrag doch noch nachkommen zu dürfen. Bis ich dann irgendwann einmal trotz gerade erfahrener nachhaltiger Gniffke-Sedierung aufstutzte und vernehmen musste, dass der Mohr ins gleiche Horn zu stoßen beliebte - wie der Herr so´s Gscherr. So wie einst auch bei Schiller - jedem Eidgenossen bestens bekannt - der Gessler-Hut zu Ehren kam, dem per Kratzfuss und Katzbuckeln die Aufwartung geboten werden musste, hat dann auch dieser Mohr dem Gniffke-Hut immer öfters seine Ehrerbietung dargebracht: regelmäßig vom bösen Putin, von der Annexion und was oder wer was weiß ich sonst noch den Weltfrieden gefährdet - die Fassbomben z.B., die darf man keinesfalls vergessen - voller Zorn und Inbrunst gepredigt.

Und dann war es neulich wieder einmal so weit. Leicht weggeknackt von den vorgenannten Sendungen, schreckte ich auf: der Mohr auf der Mattscheibe. Es darf zwar keine Mohrenköpfe mehr geben, aber der Mohr - ein Fels in der Brandung. Den Bericht zum Film ?Snowden - gar nicht so richtig mitbekommen, kann mich jedenfalls kaum daran erinnern, hatte schließlich meine Erfahrungen mit der „absolut objektiven“ Tendenz Mohr´scher Machwerke. Bezüglich des Abschlusskommentars allerdings kann ich nur von meiner allergrößten - nein, nicht Entrüstung - Überraschung feststellen: der Mohr lobte den Film über den grünen Klee und forderte den TTT-Zuschauer auf, diesen Film keinesfalls zu verpassen. Und er glaubte sogar noch, einen Scherz drauf setzen zu können. Man solle doch die Kinokarte per Internet buchen, dann würde TTT via NSA auch erfahren, ob dem Ratschlag gefolgt worden wäre. Der Scherz erschien mir dann doch wieder etwas grenzwertig. Wie lustig doch so Verschwörungstheorien so sein können, gell?

Gestern dann - nachmittags im Radio - schon wieder Stone und Snowden. Einiges gewohnt von dem Staatssender für Jugend- und Volksindoktrination im Südwesten auch da - surprise, surprise - erst einmal nur Gutes über den Film. Sogar reichlich Informationen darüber, wo der Film gedreht wurde, wie oft Stone in Moskau eingeflogen ist (9 x) - gut fünf Minuten das Interview mit einem Protagonisten des Filmes. Man musste schon genau hinhören um aufzumerken und dann ein „na also“ abzudrücken. So wie eben die von Gellermann hier beschriebene Methode auch: sollte vorläufig erst mal nichts am Film rumgekrittelt werden, dann eben das lose Streuen von roten Heringen, die direkt nichts mit dem eigentlichen Thema zu haben, die aber vom ausgestrahlten miesen Geruch (der faulen Heringe) alles im Umfeld verpesten.

Ist schon eine arge Zwickmühle, in der sich die Gniffkes - weltweit, nicht nur landesweit - befinden. Ist doch einerseits unbedingt das verbrecherische Tun des Filmhelden in den Senkel zu stellen - die Washington Post ist ja rechtzeitig beigesprungen mit der Forderung nach seiner Strafverfolgung - andererseits kann aber wohl kaum das heilige Moment des Investorenschutzes bedrangsalt werden, indem dem Erfolg an der Kinokasse gegengearbeitet wird.

P.S.
Falls sich jetzt noch jemand die Stirn in Furchen zieht, warum ausgerechnet die Washington Post sich in den Rang des Chefanklägers sich zu erheben müssen glaubt, wo sie vor nicht ganz drei Jahren selbst den Honig von Ruhm und Ehre daraus gezogen hat, nein, unlogisch ist das nicht.
Das aus Watergate-Zeiten mit ewigem Ruhm bekleckerte Blatt hat nämlich den Eigentümer gewechselt zwischenzeitlich. Der heißt jetzt Bezos, Jeff Bezos. Der hat auch noch eine andere Firma im Portefeuille, sogar selbst gegründet und wir alle tragen fast täglich zu deren beachtlichen Erfolg bei. Und diese Firma - irgendwas mit Amazonas - hat nachweislich diverser Veröffentlichungen (also keine Verschwörungstheorie) Verträge direkt mit der Centralen Intelligenz Agentur abgeschlossen, mit einem derzeitigen finanziellen Rahmen von schlappen 600 Millionen $, Folgeaufträge stehen an. Noch Fragen?


Am 22. September 2016 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Warum ist es so absurd, einen Amerikaner als Antiamerikanist zu bezeichnen?
Das kommt daher, daß wir keine Vorstellungen von dem Wesen und den Ausmaßen des existierenden Amerikanismus haben. Wirklich nicht? Dabei muß man doch nur die Ohren offen halten, da macht doch niemand einen Hehl daraus. Selbst auf dieser Seite des großen Teiches, wenn auch nicht so krass.

So ähnlich muß es im Dritten Reich gewesen sein. Auch da war der Faschist der Gute und der Antifaschist der Böse.


Am 22. September 2016 schrieb Hannes Niesslbeck:

Oliver Stone hat der ZEIT ein sehr lesenswertes Interview gegeben.

http://www.zeit.de/2016/38/oliver-stone-regisseur-usa-hillary-clinton-edward-snowden

Die m. E. interessantesten Ausschnitte:

"ZEIT: War es Ihnen wichtig, zu zeigen, dass Snowden zunächst ein konservativer Republikaner war und kein durchgeknallter Linker?

Stone: Warum verwenden Sie diesen Ausdruck?

ZEIT: Was stört Sie daran?

Stone: Was ist falsch daran, ein Linker zu sein? Oder ein engagierter Linker? Und vor allem muss man nicht durchgeknallt sein, um links zu sein. Es gibt eine noble Tradition progressiver Bewegungen, in den USA, in Deutschland, überall.

Solche Zurechtweisungen würde ich mir von deutschen Intellektuellen auch wünschen!

Noch sehr bemerkenswert, der Schlußsatz:

"Einige der schlimmsten politischen Figuren Amerikas kommen aus dem Süden, Lyndon B. Johnson, George W. Bush, Rick Perry, Ted Cruz, um nur einige zu nennen. Ich habe Angst vor dem Süden. Diese "Ich tret dir in den Arsch, Cowboy"-Mentalität. Diese zynischen Großmäuler. Diese militärisch-industrielle Mischpoke, die ihr Geld mit Blut, Öl und Kriegen macht. Das kann nicht die Zukunft sein. Es kann einfach nicht sein. "

Zu dem erwähnten Interview in der ZEIT ist es vielleicht noch von Interesse, dass die Sendung Kulturzeit auf 3Sat und das Mittagsmagazin den folgenden Teil des Interviews schamhaft verschwiegen haben:

"In den USA wollte niemand einen Film über Edward Snowden finanzieren. Ein großes Studio nach dem anderen lehnte ab. Natürlich wurde niemand von der NSA aufgefordert, die Finger davon zu lassen. Es war Selbstzensur. Deshalb haben wir den Film dann hauptsächlich in München gedreht, mit deutscher und französischer Beteiligung. Unsere deutsche Produktionsfirma hatte einen Deal mit der Firma BMW, die ihr normalerweise Autos für die Produktion zur Verfügung stellt. Aber plötzlich sagte BMW Nein. Wir vermuteten dann, dass die amerikanische Tochtergesellschaft von BMW nichts mit Snowden zu tun haben wollte."


Am 22. September 2016 schrieb Pat Hall:

Die Amerikaner sind immer die Guten und beschützen Europa,so lehrt man es noch Heute in den Schulen & Universitäten,denn alles Andere ist Anti-Amerikanismus,oder gar Anti-Jüdisch,oder nicht ?
Unsere Freunde lesen sogar unsere Rechtschreibfehler aus den E-Mail´s heraus und Hören am Telefon zu welchen Interessen wir geneigt sind ?
Wenn ich dann auch noch den Fischaugen dicken J.Kornblum und seinen Argumenten lauschen muß,meldet sich mein Verdauugssystem .
Ich bin auf weitere Meldungen & Rezessionen über diesen Tatort-Krimi gespannt.
Vielen Dank an Uli.G für diese köstliche Satire.
Falls dieser Film über Snowden dem Jochen Scholz nicht zusagt und gefällt, hier ist meine persönliche Empfehlung
über,
Die Yes Men regeln die Welt...;-) GENIAL!
https://www.youtube.com/watch?v=AMWv3VY-4v8


Am 22. September 2016 schrieb Lutz Jahoda:

ORTSBESICHTIGUNG

Es gibt das Weiße Haus
in Washington
und das Pentagon daneben.
Und dazwischen
Arlington, den Totengarten
der Soldaten,
die einst Pro- und Anti waren,
doch inzwischen nicht mehr leben.
Dies angemerkt,
nicht nur am Rande,
zur dummen Pro- und Anti-Schande.


Am 22. September 2016 schrieb Elke Zwinge-makamizile:

Mit Ihrer Analyse des konkreten Falls Oliver Stone und sein Film "Snowdon" decken Sie exakt auf, wie die Doktor-Gniffke-Redaktion arbeitet. Mittlerweile kommt es mir vor als würden sich immer deutlicher globale, gesellschaftliche, militärische Antipoden herausbilden.
Wie hier im Kleinen angeführt auf der einen Seite die unsägliche Marie-Luise Beck und auf der anderen Seite Maren Müller. (Den Deutschlandfunk in Bezug auf Nachrichten/Presseschau kann man sich ebenfalls im US-Atlantikbrücken-Boot denken.) Oliver Stone hat als fortschrittlicher Amerikaner (den Kontinent meinend) übrigens auch einen wunderbaren Film über Fidel Castro und über die Präsidenten der fortschrittlichen Länder Lateinamerikas zur Zeit Hugo Chavez gemacht voller Humor und Wärme. Ich freue mich auf den Film und dass die Antipode des internationalen Widerstandes (Abnabelung von einer US-Hegemonie) sich in allen Sparten immer mehr herausbildet. Ihre Schmocks sind dabei Gold wert. In diesem Zusammenhang auch danke, dass Sie auf die Antikriegsdemo am 8.10. hinweisen.


Am 22. September 2016 schrieb Gert Flegelskamp:

Nur ein Hinweis, die ZEIT hat ein Interview mit Oliver Stone veröffentlicht:
http://www.zeit.de/2016/38/oliver-stone-regisseur-usa-hillary-clinton-edward-snowden


Am 22. September 2016 schrieb Marie Leitner:

Die blinde Neigung zu den jeweiligen US-Regierungen behindert doch heftig das Denkvermögen. Statt sich über solch einen tapferen Mann wie Edward Snowden zu freuen (immerhin hat er uns unter Gefahr für Job und Leben) über die NSA-Krake aufgeklärt) und einem ähnlich mutigen Filmemacher wie Stone und applaudieren, werden beide schnell in die Agentenschublade einsortiert, um sie unschädlich zu machen. Dass sich die „Tagesschau“ und andere mit dieser Haltung in die Anti-Snowden-Kampagne der US-Regierung einordnen, ist diesen ergebenen Kleingeistern offenkundig gleichgültig.


Am 22. September 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Sehr geschätzter Herr Galerist, Ihnen ist einmal mehr mit diesem Artikel eine köstlich-bissige Satire gelungen. Kein journalistisches Kettensägenmassaker, sondern ausgeführt mit der scharfen Klinge eines Floretts, wie es nur ein Meister der Fechtkunst vollbringen kann.
Was den unsinnigen und demagogischen Begriff des ANTIAMERIKANISMUS betrifft, habe ich mich dazu schon vor drei Tagen zu ihrem diesbezüglichen Artikel ausgelassen und will mich hier nicht wiederholen, dass würde ihre Leser nur langweilen. Ein anderer Kommentator hat dazu vor drei Tagen die richtige Bemerkung gemacht: " Die waren ANTIAMERIKANER sitzen in Washington, so wie die waren ANTISEMITEN in Jerusalem, die ihren jeweiligen Völkern Schaden zufügen!"
Mir fällt bei dieser verlogenen Demagogie immer wieder der von mir ebenfalls sehr geschätzte Kabarettist Volker Pispers ein: " Mein Kanzler hat gesagt, wir sollen nicht in einen oberflächlichen Antiamerikanismus verfallen. Nun meiner ist gar nicht oberflächlich, Verstehen sie mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Amerika, Es ist ein wunderschönes Land. Wenn sie mal Gelegenheit haben, dann fliegen sie dorthin. Das Problem sind die Menschen, die dort leben. Die Gemütslage des Durchschnittsamerikaners als naiv zu bezeichnen, ist sehr schmeichelhaft! Es ist ein bisschen so, wie mit Bayern!"
Dieser Aussage ist nichts hinzuzufügen! ! !


Am 22. September 2016 schrieb Jochen Scholz:

Ja, das eint Oliver Stone mit den jüdischen Kritikern der israelischen Politik: Selbsthasser, amerikanischer.

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