NSA: Parlaments-Theater

Ein Ausschuss heißt Ausschuss, weil er Ausschuss produziert

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. Mai 2015

Es beginnt langweilig zu werden: Ja, die Bundesrepublik ist den USA ausgeliefert. Und ja, Frau Merkel ist die Statthalterin der Vereinigte Staaten. Und auch die Merkel-Sprech-Maschine tut es noch: "Abhören von Freunden geht gar nicht." Sie hat eine echte Variationsbreite drauf: "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht" hat sie schon mal gesagt, auch die brutale Variante: "Abhören von Freunden, das ist inakzeptabel", kam ihr bei Gelegenheit über die Lippen. Die Merkel lügt wenn sie den Mund aufmacht. Das weiß jeder, sagt aber keiner. Statt dessen läuft eine große parlamentarische Inszenierung auf der Berliner Bühne. Ein Kasperle-Theater, das sich als Drama ausgibt.

Kasper Gabriel hängt sich aus dem Guck-Kasten, wedelt mit seiner Pritsche und sagt: Die Merkel-Gretel war´s. Die hat gesagt, dass sie nichts gewusst hat. Hat aber doch was gewusst, ätsch! Kommt der dicke CDU-Polizist, schiebt den Vorhang beiseite und brummt ins Publikum: Liebe Kinder, das Steinmeier-Krokodil hat doch schon damals, als der Schröder noch König war, die deutsche Daten-Demokratie gefressen und als "Memorandum of Agreement" mit den Amerikanern wieder ausgespuckt. Kreischen im Medien-Publikum: Der Steinie war´s, der Steinie war´s, lag mit der NSA im Gras! Aus dem Hintergrund lispelt die geheime Maaßen-Schlange: Nicht jeder Fehler ist ein Skandal, aber jeder Skandal ist ein Fehler. Also nichts Neues diesseits des Vorhangs. Doch hinter dem Vorhang, bei den sieben Bergen, tagt seit gut einem Jahr der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages.

Eigentlich sollte der NSA-Ausschuss eine Freilicht-Bühne sein, auf der ein Riese die Hauptrolle spielt. Freilicht der Öffentlichkeit wegen, und Riese weil, glaubt man dem Grundgesetz, das Parlament und seine Ausschüsse das Volk repräsentieren. Doch schon die Regeln des Gremiums scheuen das Licht: Bei den geheimen Teilen der Sitzungen des NSA-Untersuchungsausschusses wird eine Metallkiste aufgestellt. Alle Handys und Tablets müssen dort deponiert werden. Niemand soll was Geheimes an die Öffentlichkeit geben können. Also untersucht der Ausschuss die Geheimnisse der Geheimdienste, aber natürlich geheim. Für einen wirklichen Aufklärer wäre jetzt das Zeichen gegeben: Geh heim! Wenn Du Deinen Wählern nichts mitteilen darfst: Tritt ab. Verlass´ die Potemkinsche Bühne, auf der sechs Vertreter der Regierungsparteien ihre eigenen Lügen untersuchen, während zwei Oppositions-Verteter irgendeine Miene zum schlechten Komödien-Stadl machen sollen.

Doch wer gedacht hätte, die Inszenierung einer Untersuchung könnte nicht noch schlechter werden, sah sich getäuscht: Der Hauptbelastungszeuge, Edward Snowden, wurde zur Untersuchung nicht eingeladen. Der hätte ja was Geheimes erzählen können, das hätten die Angeordneten dann nicht weitergeben dürfen. Und das hätten die Ausschuss-Mitglieder ihren Wählern nicht erzählen dürfen, nein wie peinlich, soll der doch in Russland bleiben. Weil er gemein fand, wie penetrant die links-grüne Minderheit aber doch den Snowden einladen wollte, trat der erste Vorsitzende des Ausschuss, Clemens Binninger, flugs zurück. Obwohl er eine Idealbesetzung war. Denn vorher war er bereits Chef im Untersuchungsausschuss „Terrorgruppe nationalsozialistischer Untergrund“, da konnte er schon mal üben, dass man einen Geheimdienst keinesfalls ernsthaft was fragen darf. Seine ausgewiesenen Nicht-Kenntnisse über die Ku-Klux-Klan-NSU-Connection wären im NSA-Gremium gut zu gebrauchen gewesen, denn auch hier geht es um eine US-Verbindung, die niemand so genau kennen darf.

Als dann der Binninger-Nachfolger, Roderich Kiesewetter, aus dem Ausschuss zurücktrat, weil der BND beim Reservistenverbande der Bundeswehr gespitzelt hatte - dem Kiesewetter als Präsident vorsteht - wäre es spätestens an der Zeit gewesen den Ausschuss platzen zu lassen. Aber dessen Mitglieder müssen diese Wendung als dramaturgische Zuspitzung der Inszenierung begriffen haben: Wenn der BND-Untersucher selbst vom BND untersucht wird, dann ist das doch brüllend komisch! Seit Charleys Tante hat es solch eine bekloppte Verwechselungskomödie nicht mehr gegeben. Der Geheimdienst guckt dem Geheimausschuss heimlich in die Unterwäsche, und der soll ihn später von allen Vorwürfen reinwaschen. Längst war der BND-Verbindungsmann aus dem Kanzleramt, Guido Müller, zum BND als Vize-Chef gewechselt. Wahrscheinlich weil er jetzt als Geheimnisträger nichts mehr zu Wahrheitsfindung beitragen darf. Der ehemalige Kanzleramts-Chef Ronald Pofalla wurde zur Sicherheit bei der Deutschen Bahn deponiert. Und man darf sicher sein: Bei dieser Abfindungs-Summe wird der nie das Maul aufmachen. Einmal war es im Ausschuss wirklich originell: Der Brigadegeneral Dr. Dieter Urmann, Leiter der Technischen Aufklärung des BND, berichtet, dass manchen Operationen nur händisch, in anderen Fällen maschinell - mit zusätzlichen manuellen Stichproben - durchgeführt wurden. Dass dabei etwas durchrutschte, was nicht durchrutschen durfte, sei nicht auszuschließen. So ist es: Das ganze Leben ist eine Rutschbahn: Der Aufstieg ist schwer, danach glitscht alles wie von selbst.

Noch immer tagt der Ausschuss. Obwohl das Publikum der Aufführung langsam müde ist. Denn offenkundig heißt ein Ausschuss deshalb Ausschuss, weil er Ausschuss produziert. Ein ordentliches Schlusswort wurde schon vor Monaten von unserem allseits verehrten Herrn Bundespräsidenten formuliert: "Dann ist ja nun wirklich zu sagen: Jetzt reicht’s auch einmal.“ Für ein spritziges Ende der Scharade sollte Kermit, der Frosch aus der Muppet-Show, auf die Bühne geholt werden, den Gauck-Satz aufsagen und mit seinem legendären Spruch das Publikum auffordern: "Applaus! Applaus!! Applaus!!!"


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 11. Mai 2015 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

BRAVO BRAVISSIMO Uli Gellermann!
In einer so verlogenen Zeit wie dieser, wo einen öfter der helle Zorn überkommt angesichts des beschriebenen Theaters - dürstet es einen regelrecht nach Wahrhaftigkeit! Man käme doch wirklich gut aus o h n e den üblichen Bluff und
die Nebelkerzen von diesen Leuten und Lobbyistenfreunden bzw. ihren Medienorganen. Unverfroren und eiskalt handeln sie nicht für, sondern g e g e n uns, das Volk (Bsp. TTIP).

Insofern ist er Balsam, echte Labsal - publizierter Journalismus d i e s e r A r t ! Möge sich das "Gegengift" RATIONALGALERIE wie ein Lauffeuer rasend schnell
herumsprechen, denn bestimmt sind viele Menschen zornig und der täglichen Lügen überdrüssig. Aber vor allem möge sich der "heiße Tipp Gellermann" weiter verbreiten, möglichst bis in die letzten Winkel dieses unseres Landes - bis hin zu den verlogenen Kasperfiguren und A....kriechenden US-Marionetten - den Merkels (incl. Steffen Seiberts), von der Leyens, Steinmeiers, Gaucks, De Maizieres, Schäubles ....
und wie sie noch alle heißen ......
Persönlich tue ich jedenfalls mein Möglichstes!


Am 10. Mai 2015 schrieb Georg Moritz:


Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch dieser Artikel von Radio Utopie:



https://www.radio-utopie.de/2015/05/03/schach-dem-neoconopticon/



Zitat:

"Damit dürfte sich das ganze Ausmaß an Heuchelei und Zynismus offenbaren, was praktisch die gesamte politische Klasse und Presse dieser Republik, aber leider z.B. auch in Österreich und Frankreich, derzeit an den Tag legt. Bestenfalls ist von Ignoranz und Unfähigkeit in Sachen Politik, Journalismus, Justiz und Recht zu sprechen. Gemeinsames Interesse dieser Beteiligten - ob bewusst oder unbewusst, ob aktiv oder passiv - ist die Zerstörung des anvisierten Zielobjekts: die eigene Demokratie.

Der "Untersuchungsausschuss", samt seiner nächsten Aufführung am Donnerstag, kann kommen."



Am 09. Mai 2015 schrieb M Caesar:

Wenn die Wahrheit ganz sicher nicht ans Licht kommen darf, dann wird ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß eingerichtet.


Am 08. Mai 2015 schrieb André Burguete:

Was immer auch der Ausgang dieses Schmierenstückes ist, die Drehbuchautoren werden sich ihr schönes Gesamtprojekt wohl kaum versalzen lassen:

https://www.radio-utopie.de/2015/05/07/die-neue-geheimorganisation-unkontrollierbare-supermacht/#more-98264


Am 08. Mai 2015 schrieb curti curti:

@ Hella-Maria Schier

Die Doku auf arte (auch klasse weil gerade wieder böse Geisterboote durch die Medien kreisen) zu den Täuschungsmanövern der USA macht deutlich, wie mittels hinterhältigem Schauspiel eine perfide Realität verborgen werden kann. Das aktuelle Bühnenstück in Berlin hat Uli Gellermann vorzeitig gepfeffert versalzen. Leider werden es wohl nicht viele sein, die davon kosten um es angewidert vor die zu spucken, die nur auf heuchlerisches Wohlgefallen und Eigennutz bedacht sind!

Interessant zur Doku ein Interview mit dem Regisseur Dirk Pohlmann:

https://www.youtube.com/watch?v=_af_uTuza2A


Am 08. Mai 2015 schrieb Bastian Vennhaus:

Diese Theaterkritik ist eine Meisterwerk der Netzliteratur. Auf Ihre Site bin ich zufällig gestoßen. Ab sofort möchte ich in Ihren Verteiler.


Am 07. Mai 2015 schrieb Manfred Ebel:

Sehr geehrter Herr Moritz,

danke für den Hinweis und den Link. Dann lag ich ja so falsch nicht. Persönliche und politische Erpressbarkeit war mir als Motiv zu unglaublich.
Um so mehr wäre vorstellbar, dass wenn maßgebliche Politiker sich in einer Regierungserklärung umfassend offenbaren würden, das Volk in großen Mehrheiten hinter der weiteren Politik stünde und D ein weltweites Signal aussendete. Angesichts der Kriegsgefahr ist das nötig. Es wäre ein unglaublicher Schub in der Demokratie und Zivilisationsentwicklung.
Zudem würden Offenlegungen seitens der US-Geheimdienste vollständig auf die USA selbst zurückschlagen. Das würden sie kaum riskieren. Und wenn!
Klar würde es erhebliche Turbulenzen verursachen. Aber es gibt ausreichend Rückenhalt in Europa und der Welt.
Am Ende wäre sogar den USA ihr Überleben gesichert.

ein weiterer Link: https://www.youtube.com/watch?v=9MHikgsYt7U


Am 07. Mai 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

@Jürgen Keller

"Der Fall wird nicht eintreten, deutsche Politiker tun, was die USA wollen!"
Der Schröder hatte sie doch mal geärgert, als er nicht mit in den Irak-Krieg zog, muss der aber aber eine weiße Weste gehabt haben.....

Hier ist ein total dämliches "Strategiespiel" auf Spiegel online, das den Leser einlädt, als Angela Merkel auf W. Putin zu reagieren.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/strategie-simulation-angela-merkel-und-die-ukraine-krise-a-1026477.html
Bei meiner Spielvariante war sie in drei Zügen am Ende ihrer politischen Laufbahn (allerdings noch am Leben) - na und? was, solls, wenn man in diesem Job sowieso nur Mist machen kann, hätte ich angekreuzt, wenn das Spiel diese Option angeboten hätte. Aber da scheine ich irgendwie artfremd zu sein, das mit der Machtsucht versteh ich nicht, und schon gar nicht,wenn man dann ohnehin nur die Marionette einer anderen Macht ist!
Jeder Politiker müsste vorher einen psychologischen Eignungstest durchlaufen! Warum müssen das Piloten und Politiker nicht? Sie können noch mehr Menschen in den Abgrund steuern.
Auf Arte lief eine sehr interessante Doku, spät oder sehr früh, wie immer, also für Sonderlinge: Montag, 18.05. um 8:55 Uhr wird sie nochmal. wiederholt!
"TÄUSCHUNG. DIE METHODE REAGAN ?" eine interessante Dokumentation zur nachhaltigen Beschädigung des vernünftigen Ziels gemeinsamer Sicherheit in Europa (Albrecht Müller), Sonst vielleicht noch auf der Arte-Mediathek zu finden.
false-flag Manöver angebl. russicher U-Boote in Schweden, sehr provokante militärische Stärkedemonstrationen der USA am sowjetischen Hoheitsgebiet,die wir fast nicht überlebt hätten. Erinnert an heutige Szenarien... und Olof Palme war am Schluss ein Politiker, der nicht machte, was die USA wollten.





Am 06. Mai 2015 schrieb Wera Blanke:

Ja, so muss Satire sein: Dass man Tränen lacht über das Kasperl-Theater, die sich mischen mit den Tränen über die eigentliche Tragödie - damit alles zusammen gurgelnd im Gully der Geschichte verschwinden kann! Danke!!


Am 06. Mai 2015 schrieb Georg Moritz:

@Manfred Ebel

" ... was passiert eigentlich, wenn deutsche Politiker mal nicht machen, was die USA wollen?"

Die Antwort gibt Professor Werner Weidenfeld in einem kurzen Video:
https://www.youtube.com/watch?v=sfuh4rya2aA

Transkript (mit Korrekturen) aus: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25668
---snip---

`Ich kann Ihnen sagen: in meinen zwölf Jahren als Amerika-Koordinator habe ich drei Verhaltensweisen der amerikanischen Regierung erlebt: In dem Moment, wo man mit ihnen einer Meinung ist, sind wir die besten Freunde, und wir umarmen uns und man hat Angst um seine Rippen, weil die Umarmungen zu intensiv sind. Wenn wir in zweitrangigen Fragen nicht einer Meinung sind, dann sagt die amerikanische Regierung regelmäßig: »Und das passiert mit uns? Wo bleibt die Dankbarkeit in der Geschichte? Wir haben die Freiheit und Sicherheit der Deutschen erobert und erhalten« und was weiß ich. Und wenn wir in einer ernsten Frage anderer Auffassung sind, dann kommt Geheimdienst-Material auf den Tisch, das Deutschland belastet, und: »Entweder ihr macht mit. Oder ihr seid dran.«´

Professor Weidenfeld war in den Zeiten von Bundeskanzler Helmut Kohl zwölf Jahre lang Regierungskoordinator der Deutsch-amerikanischen Beziehungen. Am 28.11.2013 in der Sendung Beckmann äußerte er sich zum Umgang der USA mit der deutschen Bundesregierung.

Blackmail gehört genauso zum amerikanischen Geschäftsgebaren wie der Dollar selbst.


Am 06. Mai 2015 schrieb Manfred Ebel:

" ... was passiert eigentlich, wenn deutsche Politiker mal nicht machen, was die USA wollen?"

Die Frage stellt sich wohl jeder einmal und sie steht permanent im Raum. Persönliche Erpressbarkeit sind sicherlich eine Gruppe von Gründen. Sollte sich denn keiner finden, der keinen Dreck am Stecken hat?

Inzwischen meine ich, wer eine Antwort sucht, muss in die finstersten Abgründe menschlicher Fantasie schauen: Unsere Fantasie verbietet uns, soetwas wie z.B. die wirklichen Sachverhalte um 9/11 zu denken. Wir kämen selbst nicht auf solcherart Niedertracht. Deshalb muss man Schlimmeres als das Übelste für möglich halten. Was halten Sie z.B. von einem massiven Seuchenausbruch?, vorher zur Warnung aufsehenerregende Morde?, großräumige Flächenbrände?, ein Tschernobyl?, ein Blackout der Energieversorgung?

In ihren Blockbustern zeigen die Macher, wes Geistes Kind sie sind.
Na ja, das unter höchstem persönlichen Einsatz abzuwenden, Glaube an eigene unfehlbare Omnipotenz und ein paar Silberlinge mehr sind doch ausreichende Gründe - oder?

Zwickmühlen wären o.g. Szenarien auch für ehrliche Menschen..


Am 06. Mai 2015 schrieb André Burguete:

@ U.Gellermann

Ihr Artikel ist ein Meisterwerk und Paradebeispiel für echten, kritischen Journalismus. ich werde ihn nach Kräften verbreiten. Wenn so etwas als Kolumne auf den Titelseiten unserer Hofpostillen zu finden wäre, gingen deren einbrechende Umsätze wohl schlagartig wieder in die Höhe.


Am 06. Mai 2015 schrieb Pat Hall:

Weil ich mir heute einen Pfandflaschen Sammelnfreien Tag genommen habe ,schaute ich auf die Nachdenkseiten `rein.
Dort fand ich Werner Rügemer im Pleisweiler Gespräch das man sich auf YOU-TUBE ansehen kann.
Da wir bereits schon vorinformiert sind findet man hier die Hintergründe über die dominanz der US-Finanzindustrie,
http://www.nachdenkseiten.de/?p=25959#more-25959


Am 06. Mai 2015 schrieb Hans Ion:

Ja!-ja! das "alte" Lied: "Go hom, Ami, Ami go hom ... !" https://www.youtube.com/watch?v=BO4rGVza9Zs


Am 06. Mai 2015 schrieb André Burguete:

@Hella-Maria Schier

Obwohl es durchaus Gründe gäbe, vor der Veröffentlichung von Nacktfotos von Frau Merkel und Herrn Gabriel zu zittern, dürfte das Erpressungspotential doch eher in Dateien wie z.B. der folgenden liegen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenholz-Dateien


Am 06. Mai 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Auf meine alten Tage noch einmal an mein Kasperle-Theater erinnert zu werden, erzeugt doppelte Wehmut. Es war ein gelungener Nachbau mit ausgeleuchteter Bühnentiefe und Vorderlicht, mit Kulissen, Seitengassenwänden, auswechselbaren Bühnenbildern und einem dunkelroten Samtvorhang, der sich auf- und zuziehen ließ. Auch ein Auftaktlied hat es gegeben: "Singsang und Allotria, Pimpelpampelsuse, alles war schon einmal da, in der Heiteren Muse!"

Doch so etwas, wie von Ulrich Gellermann geschildert, hat es in dieser tragikomischen Echtversion noch nie derart ernsthaft drastisch auf deutscher Parlamentsbühne gegeben.

Und das will schon etwas heißen, so man das Gruselstück der zwölf deutschen Jahre vergisst und auch die Bonner Nachgeburt ausklammert.
Mit dem wiedervereinten Deutschland handelt es sich um eine Uraufführung unter Plagiatsverdacht, die unter dem Kürzel MBB (Merkels Bunte Bühne) in die Geschichte eingehen wird.

"Merkels Bunte Bühne präsentierte" wird der Einstiegsslogan lauten, und hoffentlich nicht nur in politisch-satirischer Nachbetrachtung.

Nur leider, so wie es aussieht, wird das Kapitel "Ehrliche Aufarbeitung zur volksnahen Kenntnisnahme" auf sich warten lassen müssen; denn noch agieren die konzerngeschnitzten Zappelmonster, angepinselt mit staatstragender Wichtigkeit und eingehauchtem edlen Leben, dank kapitalkräftiger Medienpräsenz.
Noch nie war Heinrich Heines Satz so aktuell wie heute, dem nahenden siebzigsten Jahrestag der Befreiung Europas von faschistischem Übel - einer Krätze, die sich erneut auszubreiten beginnt.

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht."
Da kann ich nur noch einen Erich Kästners Reim nachempfundenen Satz hinzufügen: "Wie könnt Ihr nur derart erschreckend tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken!"


Am 06. Mai 2015 schrieb Gaby Weber:

Hab grad deinen Artikel über die usa etc. gelesen. heute hat mir das AA auf meinen Antrag (vor Monaten) mitgeteilt, dass das von mir beantragte Geheimschutzabkommen BRD-USA aus den 50er Jahren leider leider nicht freigegeben werden kann, weil die US-seite ihre Zustimmung verweigert hat.


Am 06. Mai 2015 schrieb Ulrich Fiege:

Herr Gellermann besser kann man dieses Theater nicht aufführen, es sind mehrere Akte und die junge Welt schreibt unter "Weiter kuschen vor dem großen Bruder" das die Bundesregierung erst die USA fragen müsse ob sie den eigenen Parlamentariern die Informationen vom eigenen Geheimdienst überhaupt vorlegen dürfte, es ist unglaublich was geboten wird.


Am 06. Mai 2015 schrieb Tanja Wittkowski:

Dass es sich beim NSA-Untersuchungsausschuss um eine Schauspieler-Truppe handelt ist auch an den Namen zu erkennen: Da heißt einer "Roderich Kiesewetter", ein anderer "Tankred Schipanski", das müssen Künstlernamen sein. Bestimmt.


Am 06. Mai 2015 schrieb Susanne Kreuzer:

Erst einmal herzlichen Dank, köstlich und wunderbar. Wenn es nicht so traurig wäre, man könnte stundenlang lachen.

Leider greift dieser Blödsinn in unser Leben zu sehr ein. Samstag fuhr ich mit Freundinnen zum Markt. Herrlicher Tag. Die eine sagte, "Und wenn die Merkel weg ist, was kommt dann?" Gute Frage. Von Schröder (SPD) zu Merkel (CDU) hat uns schon mal lediglich vom Regen durch Umgehung der Traufe direkt in die Sch.... gebracht. Das Berliner Kasperletheaterensemble schwebt ohne Bodenhaftung über ihren ganzen Dreck drüber und weiß von nix. Und uns wabbert die Brühe knöcheltief um die Beine. Vergessen darf auch nicht werden, dass die jetzige Regierung immerhin mit Mehrheit - wenn auch mit knapper - gewählt worden ist. Schmeißen wir sie doch endlich mit Mehrheit raus. Schon mal ein vorgezogener, unrühmlicher Abgang wäre mir persönlich ein innerer Reichsparteitag. Frau Merkel muss gehen, und mal schauen, wen sie noch so alles mitzieht.


Am 06. Mai 2015 schrieb Regina Girod:

An der Masse der Kommentare siehst Du, wie das Bild vom Kasperletheater gesessen hat. Am besten gefällt mir die geheime Schlange!


Am 06. Mai 2015 schrieb Jürgen Keller::

Zu Hella-Maria Schier:

Der Fall wird nicht eintreten, deutsche Politiker tun, was die USA wollen!


Am 06. Mai 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Bei den ersten beiden Weltkriegen mußte Deutschland noch von den schwarzbraunen Bankster-Kreisen "Anglo-Amerikas" "geframet" werden, um es in die Selbstzerstörung zu treiben, in Kooperation mit den inländischen deutsch-nationalistisch Schwarzbraunen.

Diesmal ist es es nur noch eine Hülle, ein Vasall im "transatlantischen" EUSA-Marionetten-Theater der gekauften, ausgeforschten, erpreßten Regierungen und Pseudo-Parlamente.
Ein widerliches Schaus
piel, das uns in Medien-Trugbildern durch Presstituierte in `täglich alten´ Aufführungen vorgegauckelt wird.

Da gehe ich doch lieber in "Gellermanns satirisches Kasperle-Theater" mit dem "dicken CDU-Polizisten", den ich so gerne sehe...
Gegründet 1789.


Am 06. Mai 2015 schrieb Pat Hall:

UPPS ? Herr Bergmann,wo bleibt Ihr Humor ?
Für mich ist dieser Artikel wie die Anleitung zu einem Bühnenstück das sogar weltweit für Berühmheit des Parlamentes sorgen könnte ?
Es würde doch als Festspiel der Satire die Säale füllen und für brüllendes Gelächter Sorgen, Weltweit, ob der Dummheiten dieser Politdarsteller...


Am 06. Mai 2015 schrieb Lea Breton:

Der von Ihnen verwandte Begriff der "Potemkinschen Bühne" Bühne ist tautologisch: Eine Bühne ist immer unecht.

Antwort von U. Gellermann:

Stimmt. Ich hätte Jahrmarkts-Kulissen schreiben müssen.


Am 06. Mai 2015 schrieb curti curti:

Im Ergebnis also "nur" eine Wiederholungsposse aus dem politischen Komödienstadl, dessen deutsches EPI-Zentrum in Berlin angesiedelt ist. Die Themen variieren beliebig, jedoch in deutlich zunehmendem Tempo, während die grundlegende Misere vorsätzlich unangetastet bleibt. Das ist der Stoff aus dem für das staunende Publikum Träume projiziert werden. Kein Wunder, daß Mutti darin die Rolle der einzigartigen Erlöserin zukommt, deren Größe in gleichem Umfang zunimmt wie Inkompetenz und Arschkriechertum in Politklüngel und Wahlvolk. Beides bedingt sich.

Für die nächste BTW deshalb als Vorschlag, die folgende Karikatur zu plakatieren mit stellvertretendem Hinweis auf all die Parteien, die dieses System mehr oder weniger stützen. So würde wenigstens sichtbar der "Ehrlichkeit" mehr Ausdruck verliehen, nachdem von parlamentarischer Opposition, geschweige denn wirklicher Demokratie, kaum noch die Rede sein kann. Dafür steht auch die Magie der Raute!

http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturarchiv_5599.html


Am 06. Mai 2015 schrieb Gisela Pietrzak:

So isses!
Mann, Mann, Mann ..ein Theater.
Ist aber nicht langweilig, oder?


Am 06. Mai 2015 schrieb Rüdiger Bergmann:

Was Sie da schreiben ist ja Anti-Parlamentarismus der wildesten Sorte. Diese Verunglimpfung des Parlamentes erinnert an die Pöbelei der Nazis in den 30er Jahren.

Antwort von U. Gellermann:

Ich bin nicht anti- sondern außerparlamentarisch. Um die eigene Verunglimpfung kümmert sich das Parlament selbst.


Am 06. Mai 2015 schrieb Karl-Heinz Brunner:

Mit Ihrem Artikel werden Sie der Rolle der linken und grünen Abgeordneten nicht gerecht, die im NSA-Ausschuss um Aufklärung ringen. Das ist schäbig.

Antwort von U. Gellermann:

Die grünen und linken Mitglieder des Ausschusses spielen tatsächlich eine Rolle: Die des Feigenblattes.


Am 06. Mai 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Jetzt möchte ich es doch zu gerne mal wissen, was passiert eigentlich, wenn deutsche Politiker mal nicht machen, was die USA wollen? Werden sie umgebracht? Wird ihr Konto gesperrt oder Nacktfotos verbreitet?
Was fürchten sie so.?


Am 06. Mai 2015 schrieb Aleksander von Korty:

Applaus ! Applaus ! ! Applaus ! ! !
für die köstlich-zutreffende Theaterkritik des Galeristen ! ! !

Doch verwundern darf dies Alles nicht ! ! !
Schließlich hat alles seine Geschichte ! ODER: Keine Wirkung ohne passende Ursache! !

Immerhin hat der in dem Geschäft erfahrene und von den Gringos weich gespülte Nazi Gehlen in ihrem Auftrag damals bei der Gründung der BANANENREPUBLIK und von deren Gnaden den BND gegründet. Wem also anders sollte er dienen und nützlich sein ? ? Natürlich dem Imperium ! ! !

Das war schon immer so bei Vasallenstaaten. Das haben selbst vor zweitausend Jahren erfolgreich schon die alten Römer so praktiziert.

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