Netanyahu im Kanzleramt

Der Beauftragte für Antisemitismus

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. Juni 2017

Ja tut sich denn schon das Sommerloch auf? Oder müssen mal wieder deutsche U-Boote zu Tiefstpreisen an Israel geliefert werden? Anders ist es schwer zu erklären, dass vor Tagen, scheinbar aus dem Nichts, eine Kampagne gegen Antisemitismus über die deutschen Medien in den Bundestag schwappte und im Versuch mündete, einen „Antisemitismusbeauftragten“ zu installieren.

Begonnen hatte es mit einer angeblichen Dokumentation über „Judenhass“ den die Auftraggeber des Films, der WDR und ARTE, wegen erheblicher Mängel nicht zeigen wollten. Das ließ die Bildzeitung, den publizistischen Außenposten der israelischen Regierung, nicht ruhen: Unter lautem Zensurgeschrei präsentierte die Zeitung den Film unter Umgehung der Rechte-Inhaber im Netz. Als dann wenig später im Bundestag über die Installation eines „Antisemitismusbeauftragten“ debattiert wurde, konnte man Konturen und Zielpunkt der Kampagne erkennen: Ein neuer Posten soll künftig im Kanzleramt den Artikel Drei des Grundgesetzes, das Diskriminierungsverbot, einseitig interpretieren. Denn längst ist dort festgelegt, dass „Niemand wegen . . .seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“ darf. NIEMAND. Das Grundgesetz verzichtet klug auf die Hervorhebung einer Gruppe. Das soll nun anders werden.

Wer sich dann den Film zum „Judenhass“ anschauen durfte, der musste die primitive, permanente Verwechslung von Israel-Kritik und Antisemitismus ertragen. Natürlich mit der üblich-üblen Gleichsetzung der Israel-Kritiker mit den Nazis. Wer weiß, dass sich die Filmautoren bei ihren Recherchen wesentlich auf die Jerusalemer Organisation „NGO-Monitor“ gestützt hatte, der kennt den Hintergrund: Diese Truppe ließ sich zeitweilig von der „Jüdischen Agentur für Israel (JAFI)“, einer Quasi-Regierungsbehörde alimentieren. Diese trübe Quelle mag der Film natürlich nicht offenlegen. So kommt dann auch ein israelischer Geheimdienstgeneral als Kronzeuge für die angeblich freiwillige Flucht der Palästinenser aus Israel zu Wort, ohne dass die Filmemacher seine Herkunft nennen mögen. Und so wird dann die linke Bundestagsabgeordnete Annette Groth mit dem Naziverbrecher Julius Streicher gleichgesetzt, nur weil sie etwas sagt, was alle Welt weiß: Die israelische Blockade des Gazastreifens verhindert dort den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auf welchem Weg die Autoren an ein Jugendbildnis des Netz-Medienmachers Ken Jebsen gekommen sind, auf dem er aussieht wie ein Verbrecher auf der Flucht, ist unbekannt. Bekannt ist, dass es den Antisemitismus-Schnüfflern schon reicht, wenn jemand die Goldman-Sachs Banken-Maschine als Finanz-Hai qualifiziert, um des Judenhass’ verdächtigt zu werden.

Draussen, außerhalb der Bundestags-Hinterzimmer, werden muslimischen Mädchen die Kopftücher runtergerissen, draußen werden Moscheen angezündet, draußen gibt es mit PEGIDA eine antimuslimische Massenorganisation. Mehr als 400 politisch motivierte Angriffe gegen islamische Gebetsräume und Moscheen zählte das Bundesinnenministerium von Anfang 2001 bis März 2016, darunter Brandstiftungen und Sprengstoffanschläge. Aber drinnen soll das Grundgesetz demnächst nur für eine bedrohte Minderheit eine organisatorische Ergänzung finden. Ein Beauftragter gegen Anti-Islamismus wird noch nicht gesucht.

Als wäre es Zufall, sind die NATO-Länder primär in muslimischen Ländern auf der Jagd nach Rohstoffen und außenpolitischen Vorteilen unterwegs. Als wäre es Zufall, legitimiert eine antimuslimische Stimmung solche Kampfeinsätze als „Krieg gegen den Terror“. Auch die freundliche Unterstützung Israels in diesem Krieg schreit geradezu nach einer ideologischen Legitimation: Wer gegen den geheiligten Krieg Israels gegen die Palästinenser ist, der kann nur ein Antisemit sein. Genau für die Durchsetzung dieser Sprachreglung strebt eine Bundestagsmehrheit ein neues Amt an.

Auf den Gängen des Bundestags kursiert in diesen Tagen ein Witz: Meldet sich doch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu für den neuen Job des Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt. Die verlegene Ablehnung des Bewerbers, man wolle doch weniger und nicht mehr Antisemitismus erzeugen, habe er sofort als typisch deutschen Antisemitismus gebrandmarkt. – Kanzlerin Merkel konnte über den Witz nicht lachen, ihr Sprecher erklärte, das sei kein Witz sondern eine Nacherzählung.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Juni 2017 schrieb Klaus Bloemker:

@ H.C. Hoffer
Sie haben schon einen richtigen Punkt.

Es gibt in Washington ein großes UNITED STATES HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM - Es gibt da aber kein 'American Indian Genocide Museum' oder ein 'African-American Slavery Museum'.

Woran liegt das? Die Indianer und die Schwarzen haben in Amerika nicht die Lobby, die die Juden haben. Und die jüdische Lobby in Amerika war bisher auch zu 90% eine pro-Israel Lobby.

Das scheint sich zu ändern. Jüdische College Studenten in Amerika rücken jetzt sehr stark von Israel ab. - Aber das ältere jüdische Establishment in Amerika ist immer noch sehr pro-Israel.


Am 28. Juni 2017 schrieb marie becker:

die nachgeborenen haben keine Schuld an den Taten ihrer Eltern und Großeltern; sie haben nur die Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder UND an keinem Ort der Erde wieder passiert.
Sie müssen aber mit Entsetzen feststellen, dass deutsche Militärs im Regierungsauftrag als Vasallen der USA weiter mordend und zerstörerisch durch viele Länder der Erde ziehen und diese Raubzüge werden von deutscher
"Verteidigungsministerin" als HUMANITÄRE Hilfe deklariert.


Am 27. Juni 2017 schrieb H.C. Hoffer:


"Fakt ist: Es gab, gibt deutsche Schuld ... Auch wenn die nachgeborene Genration frei von Schuld ist: Sie ist nich frei von besonderer Verantwortung ..."

Einverstanden !
Gilt das auch für englische und französische und vor allem für us-amerikanische Generationen und nun auch für israelische ?
Oder sind die von ihnen begangenen Genozide: die indigene Völker weltweit, die sie ausgerottet haben, die weltweite Sklaverei - nicht der Rede wert ?

Der fabrikmäßige Mord der Nazis ist an Wahnsinn kaum zu überbieten, aber die Taten derer, die "Nordvietnam in die Steinzeit bomben" wollten oder denen der "Hungertod von 500 000 Kindern" es wert schien, einem selbst hochgerüsteten Diktator Mores in die Knie zu zwingen ... ist davon nicht weit entfernt.
(Präs. Johnson /Außenmin. Albright)

Die Vietnamesen hätten allen Grund zu sagen, dass der an ihnen verübte Genozid einzigartig sei und dass sie Wiedergutmachung verlangten. Und dass in Washington ein großes Denkmal errichtet werde für den Mord an ihrem Volk und dass sie atomwaffenwähige U-Boote verlangten ...
Was andere massakrierte Völker noch verlangten von denen und denen ... erspar ich mir ... denn deren Klagen werden ja doch nicht gehört.

Schuldkult ? Ja, bitte, aber für alle imperialen Staaten !

Antwort von U. Gellermann:

Das Wort "Schuld-Kult" wird gern von jenen abfällig benutz, die am Holocaust nichts Außergewöhnliches sehen. Es war bis in die 60er, 70er Jahre hinein ein hartes und notwendiges Stück Arbeit den West-Deutschen die Anerkennung der Schuld abzuringen. Damit meine ich nicht die sogenannte „Wiedegutmachung“. Sondern das Eingeständnis, dass die Deutschen in ihrer Mehrheit das Hitler-Regime unterstütz haben und neben den Arisierer auch viele andere Deutsche von der Vernichtung der europäischen Juden profitiert gaben. Daran kann ich bis heute nichts Kultiges finden.


Am 27. Juni 2017 schrieb marie beckert:

tja Uschi Peters, Ihr Seitenhieb auf Moslems und deren angeblich (vielleicht doch) vielen Untaten ist auch nicht gerade dazu angetan auf Frieden hinzuwirken.
(frage: wieso gibt es bei Arabern oder anderen Volkszugehörigkeiten NUR die Charakteristik oder Zugehörigkeit zu einer Religion? haben Sie selbst NUR die Eigenschaft eine Christin zu sein? gibt es sonst nichts, was Sie kennzeichnet? Bei andern aber dürfen Sie deren Charakter NUR auf eine Religionszugehörigkeit zurückführen?


Am 27. Juni 2017 schrieb Meinrad Johann Stöckli:

In Ihrem höchst aktuellen Beitrag zum ständigen angestimmten Gejammer wegen dem
Antisemitismus (der fällt ja bekanntlich wie das sprichwörtliche Manna vom Himmel herab)
ist mir dieser Satz augefallen:

Bekannt ist, dass es den Antisemitismus-Schnüfflern schon reicht, wenn jemand die Goldman-
Sachs Banken-Maschine als Finanz-Hai qualifiziert, um des Judenhass’ verdächtigt zu werden.

Hier anschliessend habe ich Ihnen aus Tachles, dem jüdischen Wochenmagazin, das Interview
der Französin Cécile Wajsbrot zur Präsidentschaftswahl herauskopiert, da die Beiträge nach
ein paar Wochen im Archiv und nur noch gegen Bezahlung lesbar sind.

Achten Sie was die Frau Wajsbrot zum einstigen Brötchengeber von Macron, der Rothschid-
Bank zu sagen hat, ich habe den Passus rot markiert.


Mit freundlichen Grüssen

Meinrad Johann Stöckli




«Frankreich steckt in einer moralischen Krise» - Tachles 12.05.17
Intverview von Valérie Wendenburg mit Cécile Wajsbrot

Im Gespräch äussert sich die Autorin Cécile Wajsbrot über die Spaltung der französischen Gesellschaft, über Antisemitismus und die Notwendigkeit einer politischen Veränderung.

tachles: Emmanuel Macrons Sieg bei den französischen Präsidentschaftswahlen hat weltweit für Erleichterung gesorgt. Nun sitzen wir drei Tage später zusammen in Zürich. Wie fühlen Sie sich ?
Cécile Wajsbrot: Auch ich spüre eine grosse Erleichterung und Zufriedenheit. Aber die Wahl ist noch nicht zu Ende, es ist noch völlig offen, ob Macron auch Erfolg bei der Wahl zur Nationalversammlung haben wird. Zu denken gibt mir, dass mehr als zehn Millionen Menschen für Marine Le Pen gestimmt haben. Das finde ich sehr erschreckend.
Frankreichs Bevölkerung ist gespalten. Neben den Menschen, die den Front National gewählt haben, sind elf Millionen Wahlberechtigte den Urnen ferngeblieben, weitere vier Millionen haben einen ungültigen oder leeren Wahlzettel abgegeben. Warum ist das Vertrauen vieler Franzosen in die Politik so erschüttert?
Es gibt schon seit langem Gefühle des Hasses und Ressentiments innerhalb der Bevölkerung. Diese Wahl zeigt das deutlich. Im ersten Wahlgang haben insgesamt mehr als 40 Prozent der Wähler für Le Pen oder Jean-Luc Mélenchon gestimmt – diese Menschen vertreten oftmals ähnliche Ansichten, egal ob sie politisch links- oder rechtsaussen stehen. Sie vereint die Angst vor dem Fremden.
Frankreich wird immer wieder als ein von einer Identitätskrise zerrissenes Land beschrieben. Die Bürger müssen, so sagt es Macron, ihren Kampfgeist wiederfinden, um ein neues Frankreich aufzubauen. Sind die Menschen dazu bereit?
Ich bin ziemlich überrascht und ein bisschen erschüttert, wie sich viele Leute, die in der Stichwahl für Macron gestimmt haben, geäussert haben. Sie haben ihn nur gewählt, um Le Pen zu verhindern. Macron bekommt also keinen grossen Vertrauensvorschuss von der Bevölkerung. Es sind bereits Leute auf die Strasse gegangen, um zu demonstrieren, dass sie kein Vertrauen in ihn setzen. Ich kann mich nicht erinnern, dass dies bei Jacques Chirac so gewesen ist.
Im Jahr 2002 stimmten immerhin 82 Prozent für Jacques Chirac, um bloss nicht Front National unter Jean-Marie Le Pen zu wählen. Eine Erkenntnis der aktuellen Wahl scheint auch zu sein, dass der Front National seinen Schrecken verloren hat.
Ja, in dieser Hinsicht wurde ein Tabu wurde gebrochen. Der Grund liegt meiner Ansicht nach darin, dass die verschiedenen Präsidenten Frankreichs seit mindestens 20 Jahren nahezu nichts gemacht und bewirkt haben. Sie sind an die Macht gekommen, um an der Macht zu sein und zu bleiben. Das führte zu einer moralischen Krise im Land, sie seit den 1990er-Jahren existiert. In Frankreich gibt es eine Kluft innerhalb der Gesellschaft, die das Land spaltet. Dagegen wurde nichts unternommen, bis heute nicht. Viele Menschen denken daher, dass es nun nur noch eine Partei gibt, der sie noch keine Chance gegeben haben - und das ist der Front National. Fatal ist, dass er die Ängste der Leute noch schürt und ihnen zum Beispiel vermittelt, es gäbe immer mehr Einwanderer. Was gar nicht stimmt. Interessanterweise hat Marine Le Pen dort am meisten Stimmen erhalten, wo am wenigsten Einwanderer leben. Die Menschen haben nicht vor etwas Konkretem Angst, sondern vor dem, was kommen könnte.
Sie haben bereits vor zehn Jahren in einem Interview vorausgesagt, dass die Rechtsradikalen aufgrund des Reformstaus und der Kluft innerhalb der Bevölkerung in Frankreich an Zulauf gewinnen könnten.
Damit habe ich leider recht gehabt. Aber es wählen heute Menschen aus allen Bildungsschichten den Front National, das ist neu. Ich denke, es hat mit der Angst vor einer Veränderung zum Negativen zu tun und mit der Sorge vor einer Wirtschaftskrise.
Macron hat versprochen, in den nächsten fünf Jahren alles zu tun, damit es keinen Grund mehr gibt, für extreme Parteien zu stimmen. Kann ihm das gelingen?
Es ist ja schon einmal bemerkenswert und beruhigend, dass er das überhaupt gesagt hat und er sich der Situation im Lande bewusst ist. Das ist ein grosser Schritt. Es scheint mir bisher so, als würde Macron ernst meinen, was er sagt, und das zu versprechen, was er wirklich vorhat zu tun. Auf mich wirkt er authentisch, also bin ich hoffnungsvoll.
Nach Israel und den USA ist Frankreich das Land mit den meisten jüdischen Gemeindemitgliedern. Immer mehr aber wandern nach Israel aus. Ist der Antisemitismus eine ernsthafte Bedrohung?
Ich glaube, es hat schon immer Antisemitismus in Frankreich gegeben. Früher war er vielleicht versteckter und nun tritt er offener zutage. Eine Sache aber ist mir während des Wahlkampfes aufgefallen. Macron wurde immer wieder mit Verachtung vorgeworfen, dass er Banker gewesen sei. Es war wie ein Stigma. Ich frage mich ernsthaft, ob dieser Vorwurf ihm auch gemacht worden wäre, wenn er nicht bei der Bank Rothschild gearbeitet hätte. Mir scheint es, als könne man heute schon mit Antisemitismus konfrontiert werden, wenn man gar nicht selbst jüdisch ist.
Die Unsicherheit innerhalb der jüdischen Bevölkerung Frankreichs ist aufgrund der Terroranschläge gestiegen. Wie erleben Sie die Stimmung im Land?
Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass nach dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» und auf den jüdischen Supermarkt an der grossen Demonstration am 11. Januar 2015 fast nur Schilder mit der Aufschrift «Je suis Charlie» zu sehen waren. Es gab nur vereinzelte Parolen mit Hinweisen auf den Supermarkt. Von daher kann ich nachvollziehen, wenn Juden in Frankreich sich weniger beschützt fühlen. Ich lebe abwechselnd in Paris und Berlin, und muss sagen, dass in Deutschland schon viel früher eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte stattgefunden hat. Während meiner ganzen Kindheit und Jugend und auch noch als junge Erwachsene habe ich erlebt, wie in Frankreich die Verantwortung für die Vichy-Regierung und die Deportation der Juden beiseite geschoben wurde. Ich hatte immer das Gefühl, in zwei Welten zu leben: in meiner Familie, in der meine Grossmutter immer wieder erzählt hat, wie ihr Mann von der französischen Polizei vorgeladen und dann in ein Internierungslager gebracht wurde. Später wurde mein Grossvater in Auschwitz ermordet. In Frankreich spricht man übrigens bis heute nicht von Konzentrations-, sondern immer nur von Internierungslagern. Ausserhalb der Familien war diese Geschichte, die ja meine Familiengeschichte war, überhaupt kein Thema. Wenn aber darüber gesprochen wurde, dann war von Frankreich immer als einem besetzten Land die Rede. Auch Marine Le Pen hat diese Ansicht im Wahlkampf wiederholt vertreten.
Kommendes Wochenende werden Sie im Literaturhaus Basel am Anlass «Fragile: Ein Blick nach Frankreich» über Frankreich und die Frage nach der Angst in Europa sprechen. Vereint die Menschen Europas diese Angst vor dem Ungewissen und vor der Zukunft?
Ich denke schon. Aus Angst sind viele Menschen empfänglich für Rechtspopulismus, auch in anderen Ländern. Ich schäme mich für Frankreich, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht. Die Regierung von François Hollande hatte zugesagt, innerhalb von zwei Jahren 30 000 Flüchtlinge aufzunehmen, was nicht geschehen ist. Das Paradoxe ist, dass viele Flüchtlinge gar nicht nach Frankreich wollen, was die Politiker wiederum gekränkt hat. Sie wollen nämlich, dass Frankreich attraktiv ist und jeder Lust hat, zu uns zu kommen. Wenn es aber darum geht, die Menschen aufzunehmen und zu integrieren, sieht es wieder ganz anders aus.
Die Wahl wird als Schicksalswahl für Europa bezeichnet. Stehen die Franzosen hinter der Idee der Europäischen Union?
Vielleicht bin ich zu pessimistisch, aber ich glaube, viele Menschen haben nur befürchtet, den Euro zu verlieren. Es geht der Mehrheit nicht um eine Zustimmung zu Europa, es geht mehr um eine Angst, Gewohntes zu verlieren und bisher Erreichtes zu bewahren.
Wird es Emmanuel Macron gelingen, auch bei der Wahl zur Nationalversammlung viele Wähler für seine Bewegung «On Marche» zu gewinnen?
Ich hoffe es, denn er hat eine Chance verdient. Meiner Meinung nach lohnt es sich, logisch zu handeln und wieder für Macrons Bewegung zu stimmen, damit er seine Ziele wirklich umsetzen kann. Zum ersten Mal seit 1981 gibt es im Frankreich der Nachkriegszeit eine Hoffnung. Damals wurde François Mitterand erstmalig gewählt, und diese Wahl hatte eine Veränderung der Gesellschaft zur Folge. Ich denke, die Menschen sind wieder bereit dazu. 
https://www.tachles.ch/frankreich-steckt-in-einer-moralischen-krise

Antwort von U. Gellermann:

Frau Wajsbrod reitet ein altes Pferd: Wer die Rothschild-Bank kritisch erwähnt, sei bereits Antisemit. Lasst uns feststellen: Es gibt christliche, agnostische und jüdische Banker. Sie alle wollen möglichst viel Profit. Einen Unterschied im Ergebnis des Glaubensbekenntnis ist nicht festzustellen.


Am 27. Juni 2017 schrieb Klaus Bloemker:

Der Film ist im wesentlichen ein verzweifelter PR Versuch, das Negativbild Israels umzudrehen.

Mindestens 30 Minuten hat er gar nichts mit Antisemitismus zu tun sondern damit, dass Israel alles richtig macht. Nur einmal heißt sehr (!) kritisch:

"Gelegentlich unterlaufen den Israelis auch Fehler."

Gelegentlich?


Am 27. Juni 2017 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Jeeedes Wort dieses U.GELLERMANN- Artikels- speziell dieses Abschnitts - würde ich voll mitunterschreiben:

"Als wäre es ein Zufall, sind die NATO-Länder primär in muslimischen Ländern auf d. Jagd nach Rohstoffen - und außenpolitischen Vorteilen unterwegs. Als wäre es ein Zufall - legitimiert eine antimuslimische Stimmung solche Kampfeinsätze als "Krieg gegen den Terror".
Auch die freundliche Unterstützung Israels schreit geradezu nach einer ideologischen Legitimation:
Wer gegen den geheiligten Krieg Israels gg. die Palästinenser ist, der KANN nur ein Antisemit sein. Genau für die Durchsetzung dieser Sprachregelung strebt eine Bundestagsmehrheit ein neues Amt an. (U. Gellermann) "

Pfffth ....!!!!!!


Am 27. Juni 2017 schrieb Edgar Göll:

Danke für den brillianten Antisemitismus-Beitrag. Nicht die Politik verdirbt den Charakter, sondern ein verdorbener Charakter
verdirbt die Politik. (Julius Raab, österreichischer Politiker, 1891-1964)


Am 27. Juni 2017 schrieb Uschi Peter:

Das Problem wäre keins,wenn man endlich aufhören würde, die Menschen nach ihrer Herkunft bzw. ihrem Geburtsort zu stigmatisieren. Bei jedem DDR-Bürger wird auf die Herkunft aus selbiger verwiesen, Wenn er/sie schon seit Ewigkeiten BRD-Bürger war und als Baby dorthin kam, bei Verbrechen wird auf den Geburtsort verwiesen.
Warum muss auf die jüdischen Wurzeln von Menschen Bezug genomen werden? Ist das relevant für ihr Verhalten? Die Moslems werden auch nicht mit Straße und Hausnummer benannt, auch wenn sie noch soviele Untaten begehen. Man beurteile die Menschen nach ihren Taten, nicht nach der Herkunft (Artikel 3 GG).


Am 27. Juni 2017 schrieb Peter Meiser:

@ Chris Gold
Wer wie Sie so undifferenziert schreibt: "Ein stilles Gedenken, an alle Opfer der Kriegsverbrechen des 2. WK ist m. E. ehrenwert." unterschlägt aber die Opfer aus den KZ, den Vernichtungslagern und die Zwangsarbeiter in Industie und Landwirtschaft. Denn diese waren in erster Linie nicht Opfer von Kriegshandlungen sondern Opfer einer Ausbeutungs- und Vernichtungsideologie basierend auf Rassenhass bzw. politischer Gegnerschaft.


Am 26. Juni 2017 schrieb Lutz Jahoda:

Lutz Jahoda:
Uli Gellermann
und allen Freundinnen und Freunden
der RATIONALGALERIE zur Kenntnis:

Die Zeit der schnellen Jahre hat begonnen.
Fest steht schon heute, wer gewinnen wird.
Was war, ist zur Erinnerung geronnen.
Es wärmt das Herz, sich kurz darin zu sonnen.
Wer seufzend mehr erwartet hat, der irrt.

Ich hab gesungen, hab getanzt, geschrieben.
Hab mich vor Ehebindung nie gescheut.
Mein Publikum war mir stets treu geblieben.
Es war ein Geben, Nehmen, auch im Lieben.
Ich blieb im Land und hab es nie bereut.

Nun bin ich neunzig. Was mich schon sehr wundert.
Nicht immer hab ich meiner Pflicht genügt.
Es könnte sein, dass demnächst nichts mehr zundert,
Sagte mein Doktor, der wird demnächst hundert.
Da kann ich nur noch hoffen, dass er lügt.

447 Seiten Politpoesie und Prosa habe ich Euch hinterlassen, aufgewertet durch 91 Farbillustrationen von Reiner Schwalme (80), Buchillustrator und Karikaturist beim Satire-Magazin "Eulenspiegel".
LUSTIG IST ANDERS heißt das Werk. Es ist ein deutsch-amerikanisches Lesebuch. Books on Demand (BoD) hat den sofortigen Abruf ermöglicht - rechtzeitig genug vor der Bundestagswahl - über den Buchshop von BoD, über Amazon, aber auch über den Buchhandel nach Verlangen zu erwerben.
Hier noch mein Abschlussvers:

Was gesagt werden musste, ich schrieb es auf,
hier in der Gellermann-Attitüde,
und wurde, ähnlich wie er, nicht müde,
und selbst im heiklen Fall niemals prüde,
mich einzureihen im Staffellauf.

Lasst von Euch hören, ich würde mich freuen.
Gellermann bleibt bitte weiterhin treu.
Wenn Deutschland falsch wählt, wird Deutschland bereuen.
Das wäre in Deutschlands Geschichte nicht neu.

Antwort von U. Gellermann:

Wenn einer eine Pause nimmt
und böhmisch heißt und manchmal singt
dann soll er feiern alle Tage
und tanzen auch, so wie ihm es behage.
Uns fehlte er, der Lutz Jahoda
doch ist wieder hier und sogar da.
Ach, hin und her gereimt: Hurra!


Am 26. Juni 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ R. Schäfer. dass sie hier veröffentlicht werden, zeigt die Größe des Galeristen.
Von Judenhass zu sprechen auf einer Seite, die jegliche Art von Menschenfeindlichkeit ablehnt, politisch sehr klar und eindeutig positioniert ist, lässt allerdings die Aussage zu, dass sie dringend ihre Positionen überprüfen sollten, und um eine gewisse Differenzierung würde ich doch bitten. Im übrigen weise ich weit von mir, als Tochter eines politisch verfolgten, und im KZ weggeschlossenen Kommunisten, der nachweislich solidarisch jüdischen Gefangenen geholfen hat, dass sie hier Unterstellungen machen, die mich als Leser und Schreiber auch betreffen, nämlich einem erwiesenermaßen, angesehenen, glaubwürdigen, antifaschistischen und antimilitaristischen und politischen Journalisten, der viele Jahre seines Lebens für Demokratie, Völkerfreundschaft, Solidarität, gegen Krieg und gegen Faschismus steht. Seine Kraft und seine Zeit stellt er uns unbeirrt zur Verfügung, obwohl seine Genesung noch auf dem Weg ist, und sicherlich Zeit braucht.. Vielen Dank, und weiterhin meine besten Wünsche.


Am 26. Juni 2017 schrieb Haejm Geiss:

Lenin hatte am 27. Juli 1918 im "Gesetz gegen Antisemitismus" angeordnet, dass jeder aktive Antisemit ohne Durchlaufen irgendwelcher Gerichtsverfahren erschossen werden konnte. "Wer immer Juden schlecht macht, wird verfolgt"

Soweit sind wir noch nicht in Deutschland, doch wer jüdische Geschichtsschreibung hinterfragt, kann sich als Nazi beschimpfen lassen und ist schnell hinter Gittern, wenn er auf abweichenden Ansichten beharrt. Alleine der Umstand, dass es heute wieder strafbewehrte Denktabus gib, selbst wenn die damit beschützten Schilderungen die reinste Wahrheit widerspiegeln sollten, ist für jeden freisinnigen Menschen unerträglich. Nicht weniger unerträglich ist, dass die zionistischen Organisationen nur für jüdische Belange nach einem staatlichen Glassturz verlangen. Dies empfinde ich als diskriminierend und rassistisch, denn jedem Menschen in unserem Land soll mit Respekt und Toleranz begegnet werden.


Am 26. Juni 2017 schrieb Gideon Rugai:

"Die deutsche Geschichte verlangt den Kampf gegen Antisemitismus gebieterisch."

Entschuldigen Sie bitte, aber dieser Satz könnte entsprechend martialisch mit rollendem "R" vorgetragen direkt aus einer alten deutschen Wochenschau stammen.
Schon bezeichnend wenn selbsterklärte "Anti-Anti" Vorturner ihren eklatanten Mangel an gesunder Differenzierung & Kritikfähigkeit mithilfe von schon fanatisch zu nennender Kurzsichtigkeit zu verbergen suchen.
Auf die Art und Weise wurde uns schon ein schönes Jahr 1933 beschert

Prosit !


Am 26. Juni 2017 schrieb Rüdiger Becker:

Falsch, Herr Gold. Die "selben Abscheulichkeiten wie einst" vollzieht keinesfalls mancher Staat heute. Da sind wir Deutschen wohl ewig einzigartig. Das sollte man weder vergessen noch verharmlosen - wie Sie das tun.
Ebensowenig sollte man zulassen, dass noch die leisteste Kritik an mannigfaltigen üblen Praktiken der heutigen Machthaber in Israel so absichtsvoll wie böswillig umgedeutet und damit neutralisiert wird.


Am 26. Juni 2017 schrieb marie becker:

@Herr Schäfer,
ist ein geschickter Schachzug: man konzipiert einen Staat als "JÜDISCHEN STAAT" damit ist jede Kritik an diesem Staat auch Kritik an Juden...fein ausgedacht, aber klare Kante ist: eine saubere Unterscheidung zwischen ISRAELKRITIK und ANTISEMITISMUS:
wir lassen uns eine Vermischung beider nicht mehr aufdrücken, auch von Merkels Freund Netanjahu nicht...Netanjahu ist genauso ein Despot wie jeder andere und möchte als Demokrat durchgehen...


Am 26. Juni 2017 schrieb Marc Britz:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

Geschichte gebietet gar nichts, auch nicht die deutsche. Sie hat im Gegenteil sogar die größtenteils unangenehme Eigenschaft in Indifferenz gegenüber den Wünschen der in ihr verwickelten Akteure voranzuschreiten. Das ist der Preis für das was man gemeinhin Freiheit nennt.
Man KANN aber aus der Geschichte lernen, zum Beispiel dass sie sich - wenn überhaupt - nur strukturell wiederholt und nicht in ihrer oberflächlichen Erscheinung. Der Antisemitismus der 30er und 40er Jahre wiederholt sich gerade strukturell im Antiislamismus der Israelis und der mit ihnen verbündeten westlichen Imperialisten - allen voran die USA.
Wenn mann also eine Handlungsweise aus der vergangenen Geschichte ableiten WILL - z.B. weil man Imperialismus, Chauvinismus, Rassismus und Militarismus ablehnt - muss sich diese gegen die entsprechenden aktuell wirksamen unterdrückerischen Strukturen richten, und nicht gegen oberflächliche Erscheinungen aus denen sich diese zum größten Teil bereits zurückgezogen haben.
Wer sich dagegen weigert den Kampf gegen imperialistische Strukturen aufzunehmen wo sie aktuell am schlimmsten wüten und sich stattdessen in der Welt der Oberflächlichkeiten gemütlich einrichtet, ist der wirkliche nicht aus der Geschichte lernen wollende Drückeberger.


Am 26. Juni 2017 schrieb marie becker:

"Einen Schuld-Kult kann ich nicht feststellen. Feststellen kann ich ein selektives Erinnern in Deutschland: Die Millionen toten Russen gibt es offiziell nahezu nicht."

Es gibt noch mehr Gruppen, die während des 1000jährigen Reiches verfolgt und umgebracht wurden...und immer waren es NUR JUDEN, nur der Holokaust , der als verbrechen galt...das Beharren auf diesem Alleinstellungsmerkmal kennzeichnet das Israelische Narrativ seither und gibt Israel die Berechtigung die Einheimische arabische Bevölkerung zu vertreiben und oder als Untermenschen zu betrachten und ihr jede Daseinsberechtigung zu nehmen. und unsrerseits betrachten wir hier in Europa schon lange den Widerstand der Palästinenser als Terror und geben damit das Zeichen dafür, dass wir Netanjahus Mannen jede Willkür zugestehen, jeden Mord .
jede weitere Landannexion in der Westbank und neuerlich mal wieder Bombenangriffe auf Syrien....
Die Geschäfte, die wir mit Waffen nach Israel seit Jahren betreiben gehen lange schon in die Milliarden...und Merkels Freundschaft mit der Upperclass in Israel, die den Palästinensern (wörtlich !) das Wasser abgräbt wurde zur Staatsräson erklärt.
Die Dauerokkupation Palästinas und die schleichende Annexion der Westbank , ferner die Dauerabriegelung Gazas sind Völkerrechtsverbrechen und müssten von der sogenannten freien Welt geahndet und endlich beendet werden.
ich weiß, dass man das, was ich schreibe unberechtigterweise als Antisemitismus interpretieren wird, das trifft mich nicht: es ist Kritik an der Regierungspolitik Israels gegenüber den arabischen Nachbarn , insbesondere den Palästinensern.


Am 26. Juni 2017 schrieb Hans Tigertaler:

Der eingewanderte islamische Bevölkerungsanteil in Deutschland, da stimme ich Gellermann zu, braucht denselben Schutz vor Verfolgung wie die deutschen Juden. Dennoch kann es mit ihrer Umma beim Kampf gegen den unablässig Kriege führenden westlichen Imperialismus für Linke keinerlei Gemeinsamkeit geben! Dies stellte bereits Lenin im Thesenentwurf für den Zweiten Kongress der Dritten Internationale als dritten Punkt fest, nämlich als »Notwendigkeit, den Pan-Islamismus und ähnliche Strömungen zu bekämpfen, die die Befreiungsbewegung gegen den europäischen und amerikanischen Imperialismus mit einer Stärkung der Positionen der Khane, der Gutsbesitzer, der Mullahs usw. verknüpfen wollen« (Werke Bd. 31, S. 132). Es ist das Unglück der Enragés unserer Linken, sich den Blick auf die ungeheuerlich reaktionäre Weltmacht des Islam vom harmlosen und ausgebeuteten Underdog seiner Gemeinschaft, dem jede Hilfe gehört, verstellen zu lassen. Die Folgen werden fürchterlich sein.

Antwort von U. Gellermann:

Jede Menge Neukölner Muslime sind so islamisch wie Zehlendorfer Protestanten christlich sind: An hohen Feiertagen. Der Kampf libyscher oder syrischer Menschen gegen gegen den Imperialismus verlangt natürlich Solidarität. Denn das hätten sie gern, die Merkels, Trumps oder Macrons: Den Blick auf den reaktionären Islamismus zu verengen, um im „Kampf gegen den Terror“ sie Schimäre westlicher Freiheit zum Beispiel am Hindukusch zu verteidigen.


Am 26. Juni 2017 schrieb Spargel Tarzan:

an anderer Stelle schrub ich dazu:
"Das ist ja richtig, nur ist das Machwerk eine WDR-Produktion, die, wie so oft und üblich, erstmalig bei Arte ausgestrahlt wurde, bzw. werden sollte.
Und daß der WDR nicht gerade glänzt, seitdem
Thomas „Tom" Buhrow dort das Sagen hat, ist nicht zu übersehen. Buhrow, der in den USA seinen letzten Schliff erhielt und durch den Verein Atlantikbrücke e.V. konditioniert wurde. Nur so läßt sich erahnen warum so etwas das Licht der Welt erblicken konnte.
Ein filmisches Gegenstück sei nur am Rande erwähnt: "Jud Süß" von 1940, ein ebensolches Machwerk"
und
"vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden, nur so viel müll in einer sendung gibt es wohl selten. alle sind böse nur israel ist lieb, der gazastreifen ist eine blühende landschaft und jürgen todenhöfer spinnt wenn er durch einen tunnel mußte, wo man doch problemlos durch die tür kann usw, usf.
und mir kann ja einer sagen was er will, nur war der kommentar (im film) ein einziges hetzprogramm. fragt sich wer so etwas auskotzt?"

was mir aber auch klar wurde, warum der Zentralrat der Juden in Deutschland sich für die Ausstrahlung einsetzte, wo doch sonst alles als anti semitsch bezeichnet wird, was nicht bei 3 auf dem Baum ist.
Der Kommentar des Israelischen Terroristen setzte dem ganzen die Krone auf und ich fragte mich: halten die einen für wirklich so blöd?
Ich befürchte die Antwort lautet "ja"


Am 26. Juni 2017 schrieb Peter Andreas Schöbel:


Bei der Umdeutung von Israel-Kritik in Antisemitismus handelt es sich nicht um eine Verwechslung, sondern um Propaganda übelster Art. Wie sagte schon jemand vor über 70 Jahren? "Wer Jude ist, bestimme ich!" Genauso springt der Hase durchs Feld: Netanjahu, Lieberman = gute, also richtige Juden, Norman Finkelstein, Moshe Zuckermann = böse, also keine richtigen Juden. Und zu den verlogenen Propagandisten gehören auch Leute, die die Freundschaft zu Israel zur Staatsraison erklären, sich aber wortwörtlich verpissen, wenn regimekritische Juden zu ihnen wollen. Alles das ist auch nicht neu: Es gab eine Zeit in Deutschland, da galten auch die Scholls und Staufenbergs nicht als richtige Deutsche und die Hitler & Co waren die Oberdeutschen. Zum Glück haben sich da die Zeiten schon etwas geändert.

Diese ganze Propaganda hat, wie schon der Antisemitismus der Nazizeit, eine schnöde ökonomische Grundlage. Damals kam den deutschen Wirtschaftsgrößen der Antisemitismus der Nazis gerade recht, um an die jüdischen Unternehmen und an das Vermögen wohlhabender Juden heranzukommen. Und so förderte man den Antisemitismus. Heute nun ist Kritik an Israel eher ökonomische hinderlich: Waffen für Israel und ein Vorposten im arabischen Raum, na das ist doch was. Da macht es sich doch gut, wenn man unter dem Deckmantel der Antisemitismus-Bekämpfung das ganze absichert. Und damals wie heute begreift die unaufgeklärte Masse nicht, wessen Spielball sie ist. Und jeder, der die ökonomischen Hintergründe von Nazismus und Antisemitismus verschweigt, hilft ein wenig dabei. Denn die wahren Drahtzieher bleiben im Dunkeln.

Man muss es laut und deutlich sagen: Ja, die Nazis waren üble Antisemiten. Aber groß werden konnte das Ganze nur, weil es für einige Kreise sehr profitabel war. Wäre es das nicht, hätten sie das nie toleriert. Und die Macht dazu hatten diese Kreise.


Am 26. Juni 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

Wenn Kritik an der Goldman-Sachs - Banken-Maschinerie als "antisemitisch"
bezeichnet wird,
so schließe ich daraus, daß die "semitisch" sei?

Das würfe aber ein schlechtes Licht auf
die Moralität dieser "Semiten"!

Oder ist Goldman-Sachs etwa überhaupt
nicht "semitisch"?

Wie könnte dann Kritik an dieser Ganoven-Bank "antisemitisch" sein?

Was heißt "semitisch" nebenbei?
Ist das ein Verein? Ein Kult?
Oder muß man da drin geboren sein?
Also eine "Gott bewahre!" Art von
"Stamm" oder "Rasse"?

Rätselhaft.

; - )

Antwort von U. Gellermann:

Wer jene des Antisemitismus bezichtig, die Goldmann-Sachs als Bankster bezeichnen, merkt nicht mal, dass er selbst Rassist ist.


Am 26. Juni 2017 schrieb Chris Gold:


Sehr geehrter Herr Gellermann,

bzgl. des Schuldkultes,...
dies entscheidet das subjektive respektive das objektive Empfinden eines jeden selbst. Unterredungen mit allen Altersgruppen zeigten mir auf, dass das suggerieren einer Schuld durchaus latent vollzogen wird. Insbesondere der Verweis auf "Du möchtest doch nicht als "Nazi" betittelt werden"! Und dies betrifft u. a. auch jegliche Kritik an einem Staatssystem und deren Diener des Volkes.

Und das ist Fakt!

Antwort von U. Gellermann:

Fakt ist: Es gab, gibt deutsche Schuld: Den letzten Weltkrieg haben nicht die Alliierten begonnen. Die Massen-Ermordung der europäischen Juden war kein Massen-Suizid. Auch wenn die nachgeborene Genration frei von Schuld ist: Sie ist nich frei von besonderer Verantwortung für ein friedliches Verhältnis zu ihren Nachbarn und der Verpflichtung jeder Form von Rassismus zu Widerstehen. Wenn das Kult würde, wäre ich froh.


Am 26. Juni 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Sehr geehrter Herr Gold !
"Schuldkult" "70 Jahre, ein Ende haben sollte."
Es gibt kein Ende für das was geschehen ist. Durchaus verständlich, dass das deutsche Volk über den 2. Weltkrieg im besonderen den Schleier des ewigen Vergessens legen will.
Keine Chance. NIE WIEDER FASCHISMUS !
Lehren aus den Folgen, bis Heute betrauern die russischen Familien, den menschlichen Verlust ihrer Angehörigen. Es kann nicht oft genug gesagt werden. 27 Millionen tote Sowjetbürger; davon 22 Millionen Zivilisten, und trotz alledem reicht uns Russland, fast trotzig immer wieder die Hand, die unsere unfähigen, geistigen tieffliegenden und zu hoch bezahlten Politiker nicht annehmen dürfen, weil die USA so bestimmen. Wir müssen mit Russland, unserem Nachbarn in Frieden und Freundschaft leben. --
Israels hat, genau wie das palästinensische Volk das recht auf selbstbestimmtes Leben, aber wie gesagt, das palästinensische Volk eben auch. Israels Politik ist in vollem Umfang immer und wieder zu kritisieren. Sie handeln unmenschlich, unverantwortlich, und in hohem Maß brutal und politisch erbärmlich.
Dem jüdischen Volk, dem soviel angetan wurde vom und durch den Faschismus mit Hitlers Schergen weiß doch selbst am Besten was es bedeutet: Verfolgt, gedemütigt, gequält und ermordet zu werden, und auch noch Generationen später an den Gräbern, wenn es denn welche gibt zu stehen. mit dem nicht endenwollendem Schmerz, über die, die in der Geschichte unvergessen bleiben, und an die immer wieder erinnert werden muss. Schmerz ist Schmerz. Die jüdische Familie weint um ihre Angehörigen, nicht mehr als die palästinensische Familie, und diese Einsicht und Erkenntnis muss doch genügen, den Frieden zu befördern Besonders das deutsche Volk, stellvertretend ihre unfähigen Repräsentanten haben dem Genüge zu tun. Nicht einseitig, unreflektiert, geschichtsvergessen und verdreht, sondern mit klarer, eindeutiger, und dem menschenwürdigem Leben aller Menschen verpflichtet auf immer, ist die Konsequenz dessen. Frieden und Freundschaft mit den Völkern der Welt, die selbst bestimmen müssen, wie sie leben wollen, und das muss das unterdrückte und traumatisierte palästinensische Volk, auch.
Man sollte etwas nicht durcheinander schmeißen: In der deutschen Sprache, ist Schuld nicht eindeutig. Schulden machen bedeutet gleichzeitig, sich schuldig gemacht haben, obwohl das Eine mit dem Anderen nichts zu tuen haben darf. Die Schuld, von der gesprochen werden muss ist eindeutig, und Deutschland wird auf immer mit dem Völkermord an den Juden erkennbar bleiben müssen, doch keinesfalls kann dadurch eine Rechtfertigung für die Vernichtung des palästinensischen Volkes akzeptiert werden. Die israelische Politik macht sich schuldig, wie die USA, wie Deutschland, und andere.
Sie legitimieren ihre schmutzige, dreckige und menschenfeindliche Politik, und da passt der Vorwurf des Antisemitismus ihnen immer in den Kram, zumal mit großer Wahrscheinlichkeit, sich weitaus weniger Abgeordnete mit dem Faschismus, den Folgen und den notwendigen Konsequenzen ernsthaft beschäftigt haben, denn dann würde sich ein Vergleich mit einem der schlimmsten, fanatischen Faschisten Julius Streicher von selbst verbieten. Ich muss annehmen, dass die größte Geißel der Menschheit, die Dummheit ist, und davon ist im Deutschen Bundestag mehr als genug, und das ist wirklich beschämend.
Dieses Thema zu wählen war mehr als richtig, und zeigt den politischen Instinkt des Galeristen.


Am 26. Juni 2017 schrieb Chris Gold:

Sehr geehrte Kommentatoren,

nichts wird geschichtlich relativiert. Dennoch sollte sich jeder selbst eingestehen, dass über 70 !!! Jahre Schuldkult ein Ende haben sollte. Ein stilles Gedenken, an alle Opfer der Kriegsverbrechen des 2. WK ist m. E. ehrenwert. Aber Schuldgefühle stetig zu generieren ist starrsinnig und zeugt nicht von Klugheit, der Menschheit untereinander Frieden zu bringen. Ein ständiges "Öl ins Feuer" schütten, hilft niemandem. Zudem vollzieht manch ein "Staat" zurzeit die selben Abscheulichkeiten wie einst. Und die Liste dieser Staaten ist ellenlang.

Antwort von U. Gellermann:

Einen Schuld-Kult kann ich nicht feststellen. Feststellen kann ich ein selektives Erinnern in Deutschland: Die Millionen toten Russen gibt es offiziell nahezu nicht.


Am 26. Juni 2017 schrieb Andreas Schell:

Vielen Dank für die Beleuchtung der Erkenntnis "permanente Verwechslung von Israel-Kritik und Antisemitismus". Dem ist eindeutig so. Aber ist das gerade überhaupt aktuell? U.a. durfte Stephan Löwenstein am 3. Dezember in der FAZ behaupten, die Christen (nicht die Juden) wären die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft auf der Welt! Wer verfolgt wird, darf sich wehren. Also auf die Verfolger, mit Propaganda-Gebrüll und überlegenen, modernsten Waffen! Wir machen munter weiter den nahen Osten und ein Paar afrikanische Staaten platt, denn dort wohnen sie, unsere Bedroher. Alles Terroristen! Dagegen sind die Israelis doch nur arme, brave, und selbstverständlich weltweit verfolgte Waisenknaben. Dass es in Deutschland und Israel wahrscheinlicher ist, an einem Gummibärchen zu ersticken, als bei einem Angriff islamistischer Terroristen umzukommen, ist zweitrangig. Noch schlimmer ist, dass die Moslems keine Gummibärchen essen, weil was vom Schwein drin ist und daraus einen weiteren, riesigen Vorteil ziehen, der egalisiert werden muss! Gell, soissesdoch, Herr Schäfer?


Am 26. Juni 2017 schrieb Renate Freden:

BESTSELLER!
Jetzt schon in der 2. Woche Spitze bei Amazon. Weiter so!
https://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/188804/ref=zg_b_bs_188804_1


Am 26. Juni 2017 schrieb Rainer Schäfer:

Die deutsche Geschichte verlangt den Kampf gegen Antisemitismus gebieterisch. Se wollen sich davor drücken. Hinter ihrer Israel-Kritik verbirgt sich sich doch nur der Judenhass!


Am 26. Juni 2017 schrieb Andreas Buntrock:

Die Erklärung auf die von Uli "gelesene Messe" liefert die BPK vom 21.06.2015

Irgendwas mit "unverbrüchliche* Freundschaft und Partnerschaft"

ab Minute 08:24 und 15:00
http://www.jungundnaiv.de/2017/06/21/bundesregierung-fuer-desinteressierte-komplette-bpk-vom-21-juni-2017/

*)https://de.wiktionary.org/wiki/unverbr%C3%BCchlich

Wenn man sich dann noch die Verlautbarungen desselben Herren zur Ukraine anhört -
ab Minute 12:03,

bekommt das Wort Schizophrenie eine völlig neue Bedeutung.

Dran bleiben...

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