"Mutmaßlich" war es Putin

Ein ekliges Propagandaspiel mit Toten

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Juli 2014

Ein Video geistert durch die Medienlandschaft: Durch eine nicht zu identifizierende Gegend fährt ein Raketenwerfer ohne die üblichen militärischem Kennzeichen, also ebenfalls nicht identifiziert. Aber die Kiewer Regierung liefert im Kommentar dann doch die Erkennungs-Daten: Es sei ein Raketenwerfer, den die ukrainischen Separatisten benutzt hätten, um die malaysische Passagiermaschine des Flug MH17 abzuschießen und er sei auf dem Weg zur russischen Grenze. Aus solchen und ähnlichen unbewiesenen Behauptungen einer mit Faschisten gespickten Regierung bastelt US-Präsident Obama mal eben eine Schuldzuweisung: "Das war kein Unfall. Das passiert wegen russischer Unterstützung". Fraglos sind ähnliche Propaganda-Töne auch von russischer Seite zu lesen. Dort ist man ziemlich sicher, dass die Kiewer Regierung schuld sei. Dieser Artikel wird also nicht die einseitigen Spekulationen wiederholen, die in deutschen Medien zu lesen sind. Sondern das tun, was ordentlicher Journalismus zu tun hat bevor handfeste Beweise vorliegen: Zweifel anmelden. Zum Beispiel diesen: Kein Land der Welt verfügt über eine solch präzise und lückenlose Video-Überwachung vom Weltraum aus wie die USA. Hoch gerühmt ist die Tiefenschärfe der Drohnen-Videos. Wo sind die Satelliten-Bilder vom Abschuss der Rakete?

Vor drei Tagen meldete die ARD, dass "regierungstreue ukrainische Rettungskräfte" einen Flugschreiber gefunden hätten. Andere Medien haben die Meldung übernommen. Leider wisse man nichts über deren Verbleib. Die Flugschreiber wären bei der Aufklärung des Absturzes unbedingt hilfreich. Und Aufklärung täte dringend not, wenn es, wie im Ukraine-Fall, um Krieg und Frieden geht. Also könnte die ARD, die den Kiewer Autoritäten zu Recht als befreundetes Medium gilt, doch die Frage nach dem Verbleib stellen, fragen wer die Flugschreiber gefunden hat und wann sie denn der Auswertung zur Verfügung gestellt würden. Und selbst wenn die ARD keine Antwort bekäme, wäre das eine Nachricht. Doch zu so viel Recherche-Mühe mag sich der öffentlich-rechtliche Sender nicht aufraffen.

Ein wenig später findet das ZDF, mithilfe eines Kamermannes der Agentur Reuters, einen zweiten Flugschreiber. Unmittelbar an der Abschusstelle. Aber der ZDF-Sprecher kommentiert unverdrossen auf die Bilder einer unbehinderten Bergung, dass die Separatisten die Aufklärung behindern. Und dann setzt er das unwürdige Verwirrspiel um die Leichen der Opfer fort: Seit Tagen wird in staatlichen und privaten Medien erzählt, die Separatisten würden die Leichen "verschleppen", um sie der Untersuchung zu entziehen. Zwar gibt das ZDF erstmalig zu, dass die Leichen wegen das warmen Wetters in Kühlwaggons verbracht werden, weil sie nur so weniger Schaden vor der Untersuchung nehmen. Aber jetzt gefällt dem ZDF-Sprecher der Ort nicht zu dem sie gebracht werden. Er verwendet den Begriff "Leichen-Schacher" und will nicht merken, dass er mitschachert: Um die betsmögliche Diffamierung.

"Anton Geraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers", teilt uns die österreichische Zeitung "Die Presse" mit , "veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite, dass das Flugzeug von einer bodengestützten weitreichenden Luftabwehrrakete vom Typ Buk (SA-11 Gadfly) getroffen worden sei." Woher wusste der das unmittelbar nach dem Absturz? Das ist eine der Fragen, die niemand stellt, deren Antworten aber viel erzählen könnte. Der genannte Raketenwerfer wird uns häufiger begegnen. Unter anderem bei der BILD-Zeitung. Die mit folgender Schlagzeile an der "Aufklärung" beteiligt ist: "BILD erklärt Putins Horror-Raketen." Was BILD nicht "erklärt" und was auch eher seltener zu lesen oder im TV zu sehen ist: Dieser Raketen-Typ wird ebenfalls von der ukrainischen Armee genutzt. Im Medien-Dunst kaum zu entdecken ist, dass nordwestlich von Donezk Batterien des 156. Fla-Raketenregiments der ukrainischen Streitkräfte, mit insgesamt 27 Startanlagen Buk M1, Stellung bezogen haben. Eine weitere Frage sollte von objektiven Medien gestellt werden: Warum die Raketen-Werfer dort stationiert sind. Haben die Separatisten doch kein militärisches Fluggerät das mit Boden-Luft-Raketen bekämpft werden müsste. Immerhin mag die WELT daran erinnern, dass die ukrainische Armee im Jahr 2001 schon einmal versehentlich ein Passagierflugzeug über ihrem Territorium abgeschossen hat: "Alle 66 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder an Bord des Jets von Tel Aviv nach Nowosibirsk starben damals."

Der TV-Sender N24 teilt uns mit, dass "die Boeing 777 . . nach Angaben von Malaysia Airlines niedriger als eigentlich geplant (flog). Beantragt sei eine Flughöhe von 35.000 Fuß (10.700 Meter) gewesen. Die ukrainische Flugsicherung habe aber angewiesen, auf 33.000 Fuß zu fliegen." Warum, weiß N24 nicht. Obwohl eine niedrigere Flughöhe über einem Kriegsgebiet eine höhere Risiko bedeutet. Auch scheinbar sonst keines der schlauen Medien weiß die Frage zu beantworten. Weil sie niemand gestellt hat. Es sind solche Medien, die, wenn sie nicht gleich behaupten Putin sei es gewesen, durch dauerhaftes Zitieren der natürlich parteilichen Offiziellen aus Kiew oder Washington kaum eine andere Lesart zulassen. Wenn schon die vorgeblich seriöse FAZ - natürlich ohne Beweis - sagt, dass die fragliche Rakete "mutmaßlich" von den Separatisten abgefeuert worden sei und deshalb die "Moskauer Führung" zur "Besinnung" ruft, dann kann die australische Regierung nur folgen: Regierungschef Tony Abbott kündigte im Parlament in Canberra an, er werde wegen des Absturzes von MH17 den russischen Botschafter einbestellen. Und auch das HANDELSBLATT und jede Menge anderer deutscher Nach-Sprecher und -Schreiber weiß: "Nach US-Erkenntnissen ist es sehr wahrscheinlich, dass moskautreue Kräfte die Maschine abgeschossen haben". Nur nicht fragen woher die USA diese "Erkenntnisse" haben und womit sie die denn belegen könnten. Man will die FREUNDE offenkundig nicht in Verlegenheit bringen und auf keinen Fall an die Giftgas-Nummer von Colin Powell erinnern, mit der er vor der UNO den Irak-Krieg begründete.

Angesichts des Leids der Opfer des Flugzeug-Absturzes und dem ihrer Angehörigen sollten eigentlich alle Propagandamaschinen schweigen. Doch der Medienmainstream schweigt zumeist vornehm nur von den vielen, vielen zivilen Toten, die der "Kampf gegen den Terror" der Poroshonko-Regierung in der Ost-Ukraine hinterlässt. So kann, schon der widerlichen Instrumentalisierung der Opfer des Flugzeugabsturzes wegen, nicht geschwiegen werden. Zumal es in diesem Propaganda-Kampf auch um künftige Tote geht: Unmittelbar nach dem Absturz hat der "Rechte Sektor", jene ukrainische Faschisten-Organisation, von der die Strukturen der "Nationalgarde" und der Milizen bestimmt werden, dem ukrainischen Präsidenten ein Angebot gemacht: Wenn man 5000 Maschinengewehre und Munition erhalte, würde man den Krieg in zwei Wochen beenden (Link sieh unten) Der Präsident hat bisher nicht nein gesagt. Auch hat die FAZ noch keine Mutmaßungen über das Angebot angestellt. Überhaupt wird diese großzügige Geste des Nazi-Sektors - am 19. 07. 2014 von der staatlichen Nachrichten-Agentur UKRINFORM publiziert - in den deutschen Medien bisher beschwiegen. Wahrscheinlich der Ausgewogenheit wegen.

http://www.ukrinform.ua/eng/news/right_sector_ready_to_send_5000_people_to_east_323991


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 23. Juli 2014 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Vor ein paar Tagen habe ich bei Ria Novosti gelesen, dass es im Dorf Grabowo einen
Augenzeugen gab, der folgendes gesehen haben will:

Das Passagierflug wurde in gewissem Abstand von einem Kampfflugzeug begleitet. Dieses schoß dreimal in den Himmel. Dann stürzte das Passagierflugzeug ab. 

Außerdem wird darüber gesprochen, dass die Besatzung des Kampfflugzeugs nicht mit den russischen Symbolen an Flugzeugen vertraut war, aber die Farben Rot, Blau, Weiß gesehen hatte, in Annahme, in diesem Flugzeug habe Putin auf seiner Rückreise aus Lateinamerika gesessen. 

Außerdem sollte man diesen Flugzeugabsturz mit dem sogenannten Verschwinden des malaysischen Flugzeugs über dem Indischen Ozean im März nicht ganz vergessen. Es könnte sich doch auch um ein innermalaysisches Problem handeln. 

Es wird natürlich eine Menge gemunkelt und spekuliert. Mir aber fällt zum Beispiel der "Zwischenfall von Tongking" ein, der von den USA als Auslöser für den Vietnamkrieg benutzt wurde. Es ist bewiesen, dass die USA damals ihre eigenen Leute opferten, um Vietnam überfallen zu können. Weiß nicht, irgendwie sagt mir ein Anymus, dass es sich bei dem Flugzeugabsturz über der Ostukraine um eine sehr unsaubere Sache handeln könnte, bei der die CIA die Finger im Spiel hatte, um die Situation in der Ukraine zu eskalieren und einen Anlass für den Einmarsch der NATO zu schaffen, nachdem es nicht gelungen war, Putin zum Einmarsch zu reizen. Bisher sind die USA die Nutznießer dieses Flugzeugabsturzes, die noch mit Toten politische Ausbeute machen wollen.

Es gibt einfach zu viele Hinweise auf die ukrainische Luftwaffe, und ich lasse mich nicht davon abbringen, dass Russland mit Putin eine solche Dämlichkeit niemals begehen würde.
Sie würde Russland einfach nichts nützen, aber sehr viel der NATO. In diesem Zusammenhang: Warum legen die USA ihre Satellitenbilder nicht als Beweismaterial vor? Könnte sich dann vielleicht herausstellen, dass ihr Präsident gelogen hat, als er hysterisch Russland beschuldigte, das Flugzeug abgeschossen zu haben?



Am 23. Juli 2014 schrieb Bill Hicks:


Am 23. Juli 2014 schrieb Renate Goldau:

Die ARD sagt am 23.07.2014 00:20 Uhr: "Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord ist nach Informationen der USA versehentlich von prorussischen Separatisten in der Ostukraine abgeschossen worden. Das berichteten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise." Sie hätte auch sagen dürfen: "Die Boeing 777 der Malaysia Airlines ist vor dem Absturz in einer rosa Wolke verschwunden. Das berichtet der Nachtwächter aus Rinteln unter Berufung auf den Zunftausschuss." Die Beweiskraft wäre ähnlich stark. Nicht schlecht wäre auch, wenn die ARD Colin Powell als Quelle genannt hätte.


Am 23. Juli 2014 schrieb G. Pietrzak:

Wie ich eben las und mich daran erinnerte…das Tribnal in Malaysia, das Bush, Cheney, Blair usw 2011 als Kriegsverbrecher verurteilte…


Am 23. Juli 2014 schrieb Martin Lechky:

SPIEGEL, 30/2014

im übrigen hab ich heute Vormittag mein SPIEGEL-Abo gekündigt. Am Sonntag, den 20.07.2014, kam der neue SPEIGEL, ich hatte schon kurze Zeit, ein - zwei Monate, vorher beschlossen dass wenn diese einseitige Propaganda nicht aufhört ich das Abo kündigen werde. Ich kam bis zur Seite 10, dann brauchte ich erst einmal eineinhalb Tage - um das zu verdauen. Es war der Leitartikel, also ein Kommentar - der die Meinung der gesamten SPEIGEL Redaktion - widerspeigelte, der mich zum Verzweifeln brachte!

Unter dem Titel "Todesengel und Friedensstifter" wird einem der Unterschied zwischen Krieg in Palästina/ Israel und Krieg in der Ukraine erklärt. Ein Meisterwerk.

Wir, der Westen, könnten ja ohnehin nicht intervenieren da "(...)Weder Israelis noch Palästinensern wollen Hilfe von den USA und Europa(...)Beiden[Seiten] scheint ein >Status quo< attraktiver als ein Friedens>Risiko<." Déjà-vu. "(...)[es] gibt eine irritierende Mitleidsmüdigkeit mit den Menschen in Nahost.(...)"

Als wenn die Klagemauer das Zentrum des nahen Ostens wäre.

"Ganz anders in der Ukraine(...)da bedurfte es nur(...)eines Katalysators(...) dass es so nicht weitergeht. Einer schlimmstmöglichen Katastrophe(...)die (...)Wahrscheinlich(...) von prorussischen Seperatisten beim >Abfeuern< (...)in Kauf genommen wurde."

Puh, soviel Hellsichtigkeit hätte ich der SPEIGEL Redaktion garnicht zu getraut, aber Vermutungen liegen dem SPIEGEL ja ohnehin näher als harte Fakten. Recherchiert wird da wohl ohnehin nicht mehr.

Aber, es geht ja weiter:

"Politiker der USA und der EU können den Druck auf den Kreml verstärken(...) Wirtschaftssanktionen.(...)[man muss, allerdings,] den Scharfmachern aus den eigenen Reihen(...) aus der Ukraine - widerstehen"

">Gefordert< ist(...)eine von Washington(...) initiierte internationale Ermittlungskommission zum Flugzeug>abschuss<".

Fuck the EU.

">Gefordert< ist ein Waffenstillstand(...) nebst einer Herausgabe aller schwerer Waffen durch die Separatisten"

Ups, verteidigen die sich da nur, gegen einen möglichen Genozid?

Jetzt kommt ohnehin die beste Forderung:

"Und der Einsatz(...) von den Vereinten Nationen(...) mit Schießerlaubnis(...) nicht nur Frieden überwachendXX, sondern auch Frieden schaffendXX(...)"

"Der Frieden kann und muss erzwungen werden"

Besser hätte es Pastor Gauck und Fr.v.d.Leyen auch nicht verantworten können.

Wir halten also Fest, hüben Hui - drüben Pfui.

Wenn in Gaza, einem eingemauerten Ghetto mit ~1.1 Mio. internierten Menschen, Menschen zerbröselt werden ist das Okay - für die Redaktion des SPIEGELS. Wenn sich Menschen gegen einen möglichen "Völkermord" wehren - dann müssen die entwaffnet werden und eine UN-Schutztruppe(NATO) muss intervenieren!

Und das alles hat der SPIEGEL Leitartikelt bevor es überhaupt irgendwelche echten Fakten gab.

ALLE ACHTUNG! Und ich dachte, ich hätte schlecht geträumt.

ps: mögliche Rechtschreibfehler verweise ich auf:
http://gutezitate.com/zitat/114023



Am 23. Juli 2014 schrieb Tilo Schönberg:

Uli - Danke für diesen Artikel!
Ich informiere mich seit 2002 nahezu alternativ. Gazetten wie Stern oder EhNaMag, Zeit, SZ u.ä. haben ihre Daseinsberechtigung sowas von verloren. Vor zwei Tagen hab ich noch gedacht: Hey, die nächste WM steigt in Russland! Und was steht heute in der HH Mopo? "Nehmt Putin die WM weg!" Man möchte regelecht lachen, wenn es einem nicht zum heulen wäre!

Was uns bleibt, sind Gegeninformationen! Hinweise auf üble Verdrehungen von Tatsachen: u.a. ist der "würdelose Umgang" mit den Leichen von #MH17 doch richtig fies!? Richtig daran ist - das diese "mutmaßlich" Meldung so nicht stimmt:
http://apasfftp1.apa.at/oe1/news/00022F5E.MP3
Auch die "mutmaßliche" Leichenfledderung ist ein Fake:
http://rt.com/news/174332-ukraine-plane-photo-perverted/

Ja, wenn ich mir Mr. Tagesthemen reinziehe, habe ich immer dessen gefälschtes Putin-Interview (Georgien-Krieg) vor Augen!

Zwei Dinge hinterfrage ich bei jedem Artikel: "Qui Bono?" & "Follow the money!" - Es hilft!!! :o)))

Dranbleiben!


Am 23. Juli 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Der US-"Friedens"Nobelpreisträger scheint sich derzeit immer eindeutiger zu positionieren (mein Eindruck).

OBAMA-Treueschwüre in Richtung ISRAEL - und das Werfen von Fehdehandschuhen - gemeinsam mit der EU - in Richtung PUTIN.

Man fragt sich, wie es zu dieser schwer nachvollziehbaren "Loyalitätshaltung" kommt. Vor allem aber, woher die USA derlei statische "Erkenntnisse" nehmen und etwas Ungeprüftes zusammen mit den Verbündeten schon im Vorfeld als Tatsache festklopfen: Einen gräßlichen Vorfall jemand Bestimmtem in die Schuhe zu schieben. Ein Unglück, das man für seine eigenen Zwecke ausschlachten kann, das man aber besser nicht ganz so genau hinterfragt, da es sonst peinlich enden könnte. ...
Ja richtig, es erinnert verdammt an die sogenannten "Beweise", Zeichnungen wie von Kinderhand - anhand derer Colin Powell - selber hinters Licht geführt - dem Irakkrieg sein OK erteilte (was ihn angeblich später - zu spät - reute).

Es scheint, als sei das eine neue schlaue Strategie. Als gehe es dem Big Brother mit der Ausmachung eines gemeinsamen Feindes - Putin - um einen Kuhhandel: leichtere EU-Unterstützung für die NATO - Osterweiterung.


Am 22. Juli 2014 schrieb Gideon Rugay:

@ Hatto Fischer

Da mir die ganze Hatto-Affaire spanisch vorkommt (nun, eher griechisch wie ich feststelle) tat ich das was ich sonst auch zu tun pflege : Mal ein bisschen Google-Recherche betreiben.
Es dauerte nur einen Klick. Hatte ich erwartet auf einen fehlgeleitet-überambitionierten Jungspund zu treffen der vermeintliche Verschwörungstheoretiker und sonstige Abtrünnige "stalkt" (gibts ja nu mal leider sowas) treffe ich zu meinem Entsetzen auf einen neunundsechzigjährigen "Philosophen & Poeten" der anscheinend über seinen eigenen Narzißmus stolpert und auch mal für Die Zeit schreibt.

Zeit für ein altes deutsches Sprichwort: Alter schützt vor Torheit nicht.


Am 22. Juli 2014 schrieb curti curti:

Auf dem Onlineforum des ehemaligen Nachrichtenmagazins SPIEGEL ist seit Monaten kein Durchkommen mehr, sobald es ans Ein(Aus-)gemachte geht.

Hab heute zu 5 verschiedenen Artikeln versucht zu kommentieren ? Durchlaufquote 0!

Als Beispiel zu folgendem Artikel:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mh17-merkel-und-steinmeier-fuer-mehr-druck-gegen-putin-a-982156.html

Sorry SPON??? soll das jetzt DER BLOEDEL in Reinkultur sein!

Ihr operiert einzig mit Unterstellungen, könnt NULL-Fakten vorweisen und zitiert ernsthaft Cameron mit den Worten: "Putin muss mehr liefern" oder Kerry mit "Für Putin ist die Stunde der Wahrheit gekommen". Auch sonst nur krude Thesen.

Geht es noch SPON?

Was hat der Westen außer konjunktiven Anschuldigungen und daraus abgeleitet Strafforderungen bislang vorgelegt?

Eben - NICHTS!!!!!

Rußland hat demgegenüber gestern auf der Pressekonferenz -anders als der Westen- relativ sachlich vorgetragen und viele berechtigte Fragen gestellt. Wie wäre es ausnahmsweise mal damit, daß ihr das tut was Journalisten eigentlich tun sollten. Euch um Antworten zu kümmern!

Mittlerweile ist dermaßen offensichtlich wie die Bevölkerungen "verschauckelt" werden, daß es weh tut soweit man den Verstand noch nicht völlig verloren hat.




Am 22. Juli 2014 schrieb Heinrich Triebstein:

Gibt es das viel gelobte US-amerikanische Satellitenüberwachungssystem? Wenn ja, ist
es auch über einem Krisengebiet wie der Ukraine im Einsatz? Wenn ja, was
haben die Fotos aus dem All, deren Tiefenschärfe über den grünen Klee
gelobt wird, aufgenommen? Warum werden die Aufnahmen nicht
veröffentlicht? Könnte es sein, dass dann klar wird, die Separatisten
und Putin haben nichts mit dem Abschuss zu tun? Der radikale Demokrat
Thomas Mann hat gesagt: "Krieg ist nichts als die feige Flucht vor den
Problemen des Friedens."


Am 22. Juli 2014 schrieb curti curti:

Verfolgte man gestern die "Tages- oder heute-show" ist man dort bereits in der 2. Stufe aktiv und hat sich insoweit dem "mutmaßlich" entledigt. Kleber eröffnete mit dem "abgeschossenen Flugzeug", ergänzt durch einen Clip, in dem Eltern flehentlich ausriefen "Putin, gib unsere Kinder zurück". Auch die ARD ließ sich kurze Zeit später nicht lumpen und zeigte das "Russische Schuldeingeständnis" vor der niederländischen Botschaft, belegt durch abgelegte Blumen, Bekundungen auf Kartonage und einem privaten Interviewpartner. Nicht zu vergessen MissInformation Golineh Atai, die bereits in der Betonung zum Ausdruck, daß die Gegenseite alles mögliche behaupten kann - stimmen tut es eh nicht.

Wie wahr, wie wahr Herr Gellermann!

Das es auch anders geht, zeigten die über 3sat ausgestrahlten ORF-Nachrichten, in denen gefragt wurde was denn nun an den Vorwürfen beider Seiten stichhaltig sei. Auch wies man auf die Not der Zivilbevölkerung hin, etwas das hiesige "Qualitätsmedien" weitestgehend ausklammern.

Geflutet mit medialer Propaganda kann es da nur noch überraschend sein, daß aus Rußland statements kommen die sich mit der Sache beschäftigen und nicht von konjunktivem Vokabular und Strafforderungen beseelt sind .

https://www.youtube.com/watch?v=l2c0l4QEeeE

Zum Glück verliert Amerika die Geduld mit Europa. Das läßt etwas hoffen!

http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-usa-draengen-eu-zu-sanktionen-gegen-russland-a-982197.html


Am 22. Juli 2014 schrieb Pat Hall:

Als Anmerkung gebe ich dieses Nachrichtenteil zum lesen bei,

Die russische Nachrichtenagentur"Interfax" berichtet darüber, dass der Angriff der Maschine des russischen Präsidenten Putin galt. Dieser kam mit einem in Form und Farbe ähnlichen Flugzeug vom BRICS-Gipfel aus Brasilien und überflog in einer Höhe von 10.100 Metern exakt das selbe Gebiet. Demnach überquerte die Präsidentenmaschine um 16:21 Uhr Ortszeit (12:21 GMT) die Ebene des vermeintlichen Abschusses, die Maschine der Malaysia Airlines um 15:44 (11:44 GMT). Ein Abschuss durch die vorrückende ukrainische Armee ist also nicht auszuschließen.


Am 22. Juli 2014 schrieb Jörg Roesler:

Ganz herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Beiträge.


Am 21. Juli 2014 schrieb curti curti:

Das ehemaliger Nachrichtenmagazin, mittlerweile unter DER BLOEDEL segelnd, nimmt jede Gelegenheit wahr, den Tiefpunkt noch weiter nach unten zu verlagern. Mittlerweile geht das fast im Stundenrhytmus, allen voran der "Osteuropa-Spezialist" Bidder, ein Benjamin durch und durch.

Soweit wie heute Rußland seine Sicht der Dinge vorträgt, erneut erfreulich sachlich, wird dies bereits einleitend wie folgt disqualifiziert:

"Hat sich ein ukrainischer Kampfjet dem Malaysia-Airlines-Flug MH17 genähert? Diese Behauptung streut die russische Regierung - und widerspricht damit allen Erkenntnissen westlicher Geheimdienste."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-russland-beschuldigt-ukrainischen-kampfjet-a-982184.html

Der Inhalt ist analog hohl, von den westlichen Erkenntnissen oder besser Vorwürfen und Ableitungen hört und liest man seit kurz nach dem Absturz auf breiter Front, aber worin konkret bestehen - Leerlauf!

Etwas scheint die Qualitätsmedien zumindest namentlich mit Rußland zu verbinden - dort kritische Kommentare einstellen zu können hat was von Russisch Roulette.


Am 21. Juli 2014 schrieb Ruppert Brendel:

Machen wir uns nichts vor: Stalingrad haben wir den Russen noch längst nicht vergessen, da muss man sich nur die aktuellen Titelseiten der meinungsbildenden Blätter ansehen. Oder manche Leserzuschrift hier. Obendrein torpediert dieser Putin nun auch seit Jahren die strategischen Pläne unserer Verbündeten zur Marginalisierung des russischen Bären und Umgestaltung des Landes nach unseren Plänen. Was ließen sich Ressourcen sparen, wenn wir den Raketenschirm, den geplanten, gleich an die russisch-chinesische Grenze vorverlegen könnten. Aber KGB-Wladimir stellt sich immer wieder quer. Ganz naheliegend, dass auch ein Wirbelsturm über Indiana auf sein finsteres Konto ginge.


Am 21. Juli 2014 schrieb Gideon Rugai:

Die Verlogenheit und Seltsamkeit des derzeitigen Russen- und Putin" Bashings" (ach dieses Neudeutsch mit Anglizismen gespickt- herrlich) wurde mir vorletzten Sonntag an ganz anderer Stelle bewusst : Nämlich bei einem Bekannten der sich gerade die DTM Übertragung (Deutsche Tourenwagen Masters) vom (ja, tatsächlich) "Moscow Raceway" anschaute. Erzählte er mir noch, dass im Jahr zuvor noch nach "Sotschi-Art" über russische Verhältnisse gemeckert wurde, waren heuer alle Beteiligten voll des Lobes für die hochprofessionelle Organisation inkl. DTM-Experte Norbert Haug der nochmals bestätigte die DTM gehöre definitiv dort hin...

Hä? In den Achzigern hat die halbe Welt die Olympiade in der damaligen UdSSR (wg. Afghanistan wars gell?) boykottiert, Empörungsrufe noch und nöcher (dazu gibt es auch einen herrlichen Loriot-Sketch) aber mir ist nicht gegenwärtig, dass hier irgendein FIA Sportfunktionär sich mokiert hätte, Fahrer und Sonstige ihre Teilnahme verweigert, oder sich irgendwie kritisch bzw. anti-russisch geäußert hätten. Und andersherum aufgezäumt hätte ja auch Putin allen Grund den DTM Deal platzen zu lassen mit dem Vermerk man könne sich seine DTM sonstwo hinstecken, angesichts des Kettengerassels nach US- bzw. NATO-Manier einschlägig bekannter "Falken". Nö, stattdessen business as usual, und der russische Präsi hat anscheinend die Ruhe weg. Warum wohl? Also, hier stimmt irgendetwas so ganz und gar überhaupt nicht.
"Geradezu grotesk" fällt mir dazu nur ein...


Am 21. Juli 2014 schrieb Thomas Klier:


Reyes Carrillo - "(...) Schwer vorstellbar ist allerdings für alle Seiten, dass bewusst und gezielt ein ziviles Passagierflugzeug aus (bürger-)kriegsstrategischen Gründen abgeschossen wurde. Irgendetwas muss von irgendwem verwechselt oder aus dem Ruder gelaufen sein. (...)"



Nein, dies ist ganz und gar nicht "schwer vorstellbar". Wer um die Existenz solch perfider Planungen wie bei "Operation Northwoods" weiss, bei dem schrillen sofort die Alarmglocken bei solchen Ereignissen. Nicht aber bei unseren "Qualitätsjournalisten". Das ehemalige Hamburger Nachrichtenmagazin "vergisst" z.B. bei seiner Retrospektive zu KAL 007 solch "unwichtige" Details wie das amerikanische Aufklärungsflugzeug RC-135. Stattdessen wird bei diesem, wie Uli es zutreffend beschrieb, "ekligen Propagandaspiel mit Toten" an die Gefühle der heimischen "CSI" und "Tatort"-Gemeinde appelliert und mit Überschriften wie "Der zertrampelte Tatort" gehetzt. Das Konkurrenzblatt aus München ist sich nicht zu blöde, sich über "dreiste" "Separatisten" zu echauffieren, die vor den Kameras der Presse "posieren" und sich dabei "ausleuchten" lassen. Aber das entsprechende Photo von AFP wird natürlich gleich mitgeliefert und den eigenen Lesern serviert.

Wie die entsprechenden Schlagzeilen unserer "Qualitätsmedien" aussehen würden, wenn einem der dort, immerhin in einem veritablen Bürgerkrieg, kämpfenden, der Abzug ein bisschen locker sitzen würde und er die geile Medienmeute mit ein paar Warnschüssen aus seiner Kalashnikov in Schach halten würde, kann man sich lebhaft vorstellen. Aber sowieso wird ja nach einhelliger Berichterstattung der ungehinderte Zugang zur Unglücksstelle und eine unabhängige Untersuchung verhindert.

Man möchte es diesen Schmierfinken in´s Gesicht schreien: Dort herrscht BÜRGERKRIEG!!! BÜRGERKRIEG in einem europäischen Staat im 21. Jahrhundert!!! Bürgerkrieg auch am 17. Juli, Gestern, Heute!!!

Ein Bürgerkrieg, über dessen Führung und tatsächliche Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung es seltsam still geworden ist in useren Qualitätsmedien seit jener umstrittenen Wahl vom 25. Mai.
Von einer wahrheitsgemässen Berichterstattung über die Ursachen ganz abgesehen... Wahrhaftig ein "ekliges Propagandaspiel mit Toten"!
Und auch die Frage nach dem "Cui bono?" wird im ehemaligen Nachrichtenmagazin als "floskelhafte Frage" und damit unzulässig, diffamiert.
Eine Frage, die eigentlich jeder gewissenhafte Kriminalist bei Beginn der Untersuchung eines Verbrechens stellt oder dies zumindest sollte.

Aber der bzw. die Schuldige(n) sind ja bereits "bekannt": "Putin" respektive "der Russe" war´s! Nur den Ausdruck "der Ivan" vermisse ich... aber diese Steigerung kommt bestimmt noch. Es braucht halt eine gewisse Zeit für das entsprechende "(...) Wording von Nachrichtenagenturen und Qualitätszeitungen (...)". In den Kommentarspalten tobt sich der Mob ja schon aus:
Selbst vermeintlich "Linke" (jedenfalls nach meinem politischen Verständnis) fabulieren schon ungeniert vom "russischen Muschik" und von "militante(n) Vorstadt-Alkoholiker(n)", die für den Abschuss verantwortlich seien.

Verdammt, ich habe keine Ahnung, wer für den Tod dieser Menschen verantwortlich ist. Ob es ein bewusstes und geplantes Verbrechen war, ob es ein irrtümlicher Abschuss war, der womöglich fahrlässig in Kauf genommen wurde (oder vielleicht sogar provoziert?), oder ob demotivierte und unzulänglich ausgebildete ukrainische Soldaten dafür verantwortlich sind...

Aber ich lasse mir nicht das Hirn vernebeln von diesem "Propagandaspiel" und den heuchlerischen und scheinheiligen Sprechblasen, die vom Choleriker und Kriegstreiber Steinmeier abgesondert werden.
Es bleiben viele Fragen in diesen Stunden und Tagen übrig, z.B. die, warum der Luftraum über diesem Bürgerkriegsgebiet nicht schon vor dem Abschuss (denn dass es ein Abschuss war, steht für mich ohne jeden Zweifel fest) KOMPLETT gesperrt wurde. Denn immerhin wohl 14 Flugzeuge und Hubschrauber wurden in diesem, ich betone es nochmal, BÜRGERKRIEGSGEBIET, nach ukrainischen(!) Angaben bereits abgeschossen.

Und der deutschen Sozialdemokratie respektive Herrn Steinmeier muss man selbstverständlich so einiges erklären, z.B. dass, nur weil Militärflugzeuge in der Luft fliegen, es sich durchaus auch um "schwere Waffen" handelt; seine Krokodilstränen in der BILD-Zeitung hinsichtlich der "schweren Waffen", die in diesem Bürgerkrieg (von beiden Seiten(!)) zum Einsatz kommen, sind also vollkommen verfehlt! Gerade jetzt wird von Artilleriebeschuss und einem Panzervorstoss auf Donezk berichtet. Anzahl der zivilen Opfer? Unbekannt... Wie überhaupt auch die Anzahl der Opfer dieser angeblichen "Anti-Terroroperation" seit April sogar keine hervorgehobene Rolle in unseren "Qualitätsmedien" gespielt hat. Und was ist mit den Opfern vom Maidan, dem Kiever und Odessaer Gewerkschaftshäusern? Was ist mit (unabhängigen und wahrhaften) Untersuchungen in diesen Fällen? Keine Zwischenergebnisse?

Menschen lassen sich nunmal nicht gerne "abschlachten" nirgends und niemals, simple as that! -

Auf die Berufung von Steinmeier auf "grundlegenste Regeln der Zivilisation" gehe ich besser nicht ein, weil sonst mein Magensäurespiegel mich erneut zu körperlichen Reaktionen im Sinne von Max Liebermann treiben könnte...

Ob ich von "Putin", "Lavrov" und "Moskau" belogen werde? Keine Ahnung, bestimmt, in einigen Fällen. Interessiert mich aber auch nicht wirklich. Denn ich weiss mit Sicherheit, dass ich von einem Grossteil der Politiker und Medien meines Landes tagtäglich belogen und betrogen werde. "Im Grossen", wie "im Kleinen"!

Ich befürchte, wir werden die Wahrheit, wie auch in anderen Fällen leider NIE erfahren.


Am 21. Juli 2014 schrieb Seyfried Licht:

Danke Uli für deinen neuen mutigen, bestimmt nicht propagandistischen Artikel, der hier von H.Fischer dreist argumtentationsarm als Propaganda deklariert wird. Ich hatte gestern Abend gerade folgenden Eintrag im SPON Userforum geschrieben, da erschien die Nachricht über deinen neuen Artikel. Mein Kommentar auf SPON wurde warum auch immer nicht veröffentlich. Vielleicht weil ich ihn mit "fast sprachlos" übertitelt hatte - da kann man ihn ja auch gleich weglassen. 

Ja, die komplette Situation in der Ukraine, ihre Entstehungsgeschichte, die neuste Spitze der Eskalation (MH17) und ungute Ahnungen über ihren Fortgang machen sprachlos, wobei weder wir, noch die russische oder ukrainische Normalbevölkerungung wissen, warum es überhaupt so gekommen ist und was im Moment wirklich gespielt wird. Sorry, `Spiel´ ist im Kriegsfall, den die Ukrainer in ihrer Heimat gerade erfahren, natürlich die falsche Wortwahl. Welche Worte auch immer, ich bin mir sicher, nicht nur die Ukrainer und Russen erfahren über die Medien in ihrem Land entweder wenig oder werden belogen, sondern auch wir sind eher Meinungsgehilfen, die sich auf die Berichte unserer Medien beziehen, denen selten allwissende Vorortberichterstatter als Quellen dienen, sondern auch die sind wiederum oft angewiesen auf vorgekaute Agenturberichte. Propaganda ist selten einseitig, erst recht, wenn wieder Zeichen des kalten Kriegs aufziehen. Wenn Putin wirklich eigenes Militär in der Ostukraine eingeschleußt hat, so muss man doch auch zur Kenntnis nehmen, dass die ohne Zweifel recht rechts eingestellte Ukrainische Regierung sich längst westliche/amerikanische Hilfe für ihren Kampf gegen die nonkonformen Russlandfreunde in der Ostukraine holte, und sei es nur strategische. Es ist noch nicht lange her, da hatten die Menschen in der Ukraine noch gleiche Ziele gegen eine korrupte Regierung, sie waren freundlich zueinander, Freunde sogar - und heute hassen sie sich. Angefeuert erst durch (von anderen übernommene) Worten und später durch die Gewaltbereitschaft einzelner Idioten manifestiert. Mensch neigt leider zu Verallgemeinerungen und Gruppenbildung.
Ich hab Putin noch nie gemocht, aber nun gegen ihn zu hetzen, wo die Sachlage völlig ungeklärt ist, fällt mir nicht ein. Hetze ist immer propagandistisch. Ich hoffe inständig, die brenzliche Situation in der Ukraine wird nicht zum riesigen Flächenbrand - wobei genau das womöglich einigen wenigen so gut in den Kram passte - ja dieses Gefühl bekommt man leider, da muss man nicht gleich zum VTler degradiert werden. Typische Verallgemeinerung. Ich hoffe also um differenziertere Berichterstattung, denn ich bin in der Sache Ukraine definitiv auf die gewissenhafte Arbeit der (offiziellen) Medien als meine Hauptquelle zur Meinungsbildung angewiesen ... No Propaganda please! - Nochmal danke, Uli, du bekommst das gut hin! Journalisten haben in diesen Zeiten große Verantwortung, sie sollten jedes Wort überdenken.
 
 


Am 21. Juli 2014 schrieb Rainald Irmscher:

Zunächst Bernd Schulze vielen Dank für seinen Hinweis!

Mir erscheint es überhaupt das Wichtigste zu sein, zur Deescalation beizusteuern, wo es überhaupt möglich ist. Dieser Artikel von Uli Gellermann zielt genau in diese Richtung.

Jede Äußerung, die weiteres Blutvergießen wahrscheinlich macht, ist menschenverachtend. Es ist unerträglich, wie Politik hier von machtbesessenen Narzisten gegen die Interessen der Mehrheit gemacht wird, und wie Medien eingesetzt werden, das sinnlose Morden in kriegerischen Auseinandersetzungen fortzusetzen, bei denen die schlimmsten Schäden, die angerichtet werden, in den Gehirnen der traumatisierten Überlebenden angerichtet werden.

http://www.pachizefalos.de/Austrocknen-der-Kriegsquellen.htm


Am 21. Juli 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Servus Hatto,

ich kann aus deinem dummen Rülpser eigentlich nur herauslesen, dass du offenbar mit Uli Gellermann ein massives persönliches Problem hast und es unbedingt in die Galerie tragen musst. Hört dir sonst keiner zu? Hat dir der böse Uli mal ein Förmchen weggenommen? Durch deine völlig überladene Abarbeitung an der Person Uli Gellermann vernichtest du natürlich auch gleichzeitig deinen unsinnigen, die Sachlage nicht begreifenden dürren Inhalt gleich mit. Aber das macht nichts. Merkst du nicht, dass das Vokabular deiner Gellermann-Schelte das klassische Vokabular des Unterlegenen ist, des Neiders, das des Neurotikers? Nein, du merkst es nicht. Und deshalb auch nicht, wie lächerlich du dich machst mit deinem geradezu kindisch-peinlichen dem Gellermann „auf die Schliche kommen“ und derlei Kindergartenkram. Mann, Hatto, reiß’ dich am Riemen, heul’ dich am Busen deiner Frau über den bösen Uli aus, verschone aber die Galerie mit deinen unerledigten Psychogeschichten! Mit solchen – sicher unfreiwilligen - Demonstrationen, wie haushoch dir der Hausherr überlegen ist und dass du das schmerzlich weißt, schießt du dir nur ins eigene Knie. Gute Genesung!


Am 21. Juli 2014 schrieb Herbert Noll:

Angesichts des Leids der Opfer des Flugzeug-Absturzes und dem ihrer Angehörigen sollten eigentlich alle Propagandamaschinen schweigen... " (U. Gellermann)

In der Tat, dem kann/muss man zustimmen, aber was ich hier in der "Rational"galerie heute lese, ist leider Propaganda der übelsten Art. Sorry, das ist unerträglich und werde ich mir nicht länger zumuten...


Am 21. Juli 2014 schrieb Pat Hall:

Vielen Dank für diesen Artikel Ulli.
Noch ein Gedanke der mir nicht aus den Kopf geht :
Vor einigen Tagen hörte ich im Radio ,dass Putin angeblich in Südamerika war.
Das Emblem an der Heckflosse des Flugzeugs ist mit den russischen Farben zu verwechseln ähnlich.
Gibt es Hinweise ob Putin tatsächlich in Südamerika war ?


Am 21. Juli 2014 schrieb curti curti:

Kaum war die Nachricht vom Flugzeugabsturz der Malaysian Airlines im Umlauf, erfolgte die Instrumentalisierung der Opfer.

Die für solches Vorgehen einschlägig bekannten Länder, Politiker und Medien beschuldigten quasi ad hoc die Separatisten und waren weiterführend emsig bemüht, ihre tatsächliche Zielrichtung, Rußland, weiter einzukesseln bzw. in die Enge zu treiben. Noch mehr Strafmaßnahmen, die internationale Brandmarkung des Aufstands als Terrorismus und was der propagandistische Instrumentenkoffer noch so parat hält wurde in Stellung gebracht.

Die Speerspitze an Widerlichkeit wird bislang besetzt vom weiterhin als ukrainischer Ministerpräsident t(p)aktierenden Yazenuk, der in einer hastig einberufenen Pressekonferenz kurzerhand den Krieg Rußlands gegen die Ukraine, gegen Europa, gegen die ganze Welt verkündete. Auch die bundesdeutschen "Qualitätsmedien" fühl(t)en sich in die übelsten Sphären der Propaganda beheimatet. Verschwörungstheorien übelster Sorte sind das, Hetzkampagnen durch und durch, allesamt "gestützt" auf konjunktives Vokabular und hochspekulative Film- u. Tonbandschnipsel. Von journalistischem Anspruch, geschweige denn Gewissen weit und breit keine Spur..

Dank an Herrn Gellermann für seine klaren Worte!

P.S. Wie soeben erfahren - der Raketen-LKW fuhr wohl eher in die Gegenrichtung, in einem von KIEW kontrollierten Gebiet. Trifft dies zu - wie erklären die jetzt die fehlenden Raketen?

http://www.duckhome.de/tb/archives/12615-Ich-wars-nicht-der-Putin-wars.html


Am 21. Juli 2014 schrieb Hatto Fischer:

Nun liegt der versprochene Artikel vor. Nach langen Recherchen und Anmeldung des Zweifels, doch wiederum verlierst Du Dich im `Selbstlob´ und nicht nur das, Du versteigst Dich sogar im Begriff `ordentlichen Journalismus´ betreiben zu wollen.
Was Du demonstrierst ist leider Pseudo-Journalismus der sich anhand der wohlmeintlichen Fehler der anderen Medien bereichert oder sagen wir lieber bekleckert.
Es tut mir leid keine anderen Worten zu finden, aber Dein Artikel verstreut eine derartige trostlosigkeit.
Wer genauer hinsieht, der kommt allmählich auf die Spuren die Deine Schliche hinterlassen.
Bei all dem Material das Du erwähnst, so auch den vermutlichen Raketenabwerfer, wird der Mangel an Kennzeichen der Beweis hier handele es sich um dubiöse Umstände. Doch traten bereits viele Rebellen von Anfang an ohne Insignien auf, so dass kein Außenstehender diese Art von Truppen identifizieren konnte. Waren sie von Russland entsand oder lokale Kräfte die plötzlich über Waffen verfügten? Mit anderen Worten, es ist zu erwarten dass solche Vorgänge ohnehin unter Kamouflagge geschehen und deshalb jemand der die Situation kennt, bzw. wie sie sich entwickelt hat, würde zumindest dem Leser stutzig machen, um herausfinden zu lassen was ist daran wahr, was nicht.
Mit anderen Worten, wenn Du schon dem Leser einen Filter geben willst womit er die jüngsten Ereignisse selbstständig beurteilen kann, ohne dabei sein Mißtrauen gegenüber allem zu verlieren, dann würde ich von einem unabhängigen Journalisten etwas anderes erwarten als nur Hohn zu liefern. Das aber hast Du getan.
Du vertiefst somit nicht die Frage was ist Propaganda, was ist wahr, sondern Du wühlst nur noch mehr den Lehmboden im kleinen Teich der Gerüchte auf, so dass die Sicht auf den Grund noch weiter unmöglich wird als zuvor.
Es gibt dabei noch andere Reaktionen wie mit den Leichen umgegangen wurde, und nicht nur mit den Leichen sondern mit sämtlichen persönlichen `belongings´ wie z.B. Koffer, Pässe. Manche Vorgänge erinnern mich an was ein Schriftsteller als Vorgang der blinden Ameisen beschrieb: da zerschnellt ein Schiff mit einer Ladung Kohle an deren Küste und das ganze Dorf macht sich übers Schiff her als handele es sich um Raubgut.
Ferner benutzen die Separatisten den Zugang zum Unfallsort als auch zu den Leichen und Beweisen als Mittel gewisse Verhandlungen voran zu treiben d.h. entweder gegen Bezahlung oder mit Kiew Waffenstillstand. So gesehen kümmern sich die sehr wenig um die Leichen.
Das Erschreckende ist wie über die Toten hinweg gegangen wird und es nicht zu einer Besinnung kommt, leider auch bei Dir nicht.
Du tust mir also schrecklich leid wenn Du meinst Du würdest als unabhängiger Journalist einen ernstzunehmenden Beitrag zu dieser jüngsten Geschichte liefern. Beim nächsten Mal würde ich Dir raten weniger Selbstlob und mehr zur Sache, also da wo wirklich ernsthafter Zweifel anzumelden wäre, auch das konsequenter Weise zu tun. Das Flugzeug ist schließlich nicht von selbst abgestürzt.

Antwort von U. Gellermann:

Wie immer keine Argumentation, statt dessen Nachbeten der Mainstream-Behauptungen: Du bist leider nicht intellektuell satisfaktionsfähig sondern nur noch langweilig. Aber angesichts der akuten Kriegsgefahr ist das nicht nur dumm sondern auch gefährlich.


Am 21. Juli 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Uli, zunächst einmal zolle ich dir den allergrößten Respekt für die akrobatische Fähigkeit, mit geballter, zitternder Faust eine Tastatur bedienen zu können! Das muss man angesichts dieses hochgefährlichen, pietätlosen, kriegszündelnden Propagandadrecks erst einmal fertig bringen.

Ich bin ja nur froh, keine ordentliche Journalistin zu sein und ich den Luxus genießen darf, munter drauf los quatschen zu können! Deshalb: Ich schließe es definitiv aus, dass Russland und Putin hinter dieser Katastrophe stehen! Definitiv! Michael Spreng z.B. fordert in seinem Blog von allen Putin-Verstehern nachträglich den tiefen Kotau, sollte Putin, wie er natürlich zu 99% suggeriert, teuflische Verantwortung für diesen Anschlag tragen. Ich werde die erste sein, die dann seine nach wie vor in Springer-Stiefeln steckenden Schweißfüße leckt! Die schlichte „cui bono“-Frage (wem nützt das/was?) schließt für jeden halbwegs nüchtern gebliebenen Beobachter Russland/Putin eigentlich aus, lenkt den Blick aber umso mehr auf das ukrainische Militär und seine Faschisten zzgl. US-Söldnern, CIA. Im Gegenteil, ich möchte hier nochmals ausdrücklich Putin und Lavrov hervorheben, ohne deren deeskalierende, besonnene Politik über die gesamten Krise sich alles noch wesentlich katastrophaler darstellen würde als es sowieso ist.

Schwer vorstellbar ist allerdings für alle Seiten, dass bewusst und gezielt ein ziviles Passagierflugzeug aus (bürger-)kriegsstrategischen Gründen abgeschossen wurde. Irgendetwas muss von irgendwem verwechselt oder aus dem Ruder gelaufen sein. Aber wer weiß?

Vielen Dank für deine Fragen, Informationen und Verknüpfungen, für den Versuch (d)einer Nüchternheit, für den so fehlenden Blick auf die Opfer dieses Massakers! Und auch für den Verweis darauf, dass wir vielleicht nur noch Haaresbreite von der Katastrophe entfernt sind. Dieser sehr journalistische Artikel entfaltet – für mich - in seiner objektiven Stringenz Bedrohliches – zu Recht! Alle Töne, die jetzt aus den USA zu uns herüberwehen kennen wir auswendig: Es ist die stets gleiche Warm-up-Melodie zu dann dreist herbeigelogenen, dreckigen Gewaltakten und letztlich Krieg!


Am 21. Juli 2014 schrieb Martin Lechky:

Also ich würde einmal nahelegen das in dieser Region nicht einmal ein Fliege furzen kann ohne das dass nicht irgendein AWACS/ A50/ A100 oder andere Systeme (Satelliten?) mitbekommen würden. Der genaue Punkt des `Furzes´ wäre damit auch bekannt. Es ist also anzunehmen das gewisse Kreise - in Russland, in der Ukraine, in den USA, in der BRD - sehr genau wissen - wer - da - wo - irgendwas abgeschossen hat; oder ebend auch nicht.


Am 21. Juli 2014 schrieb Joe Bildstein:

Die teutonische Presselandschaft ist tot, die Verbindungen dieser Seilschaft zu den Maechtigen wurde bestens in "Der Anstalt" dargelegt. WELT, ZEIT, SPIEGEL, BILD, ARD, ZDF sind nicht mal mehr im Vollrausch zu ertragen.
Im Bezug auf diese unbeschreibliche Tragoedie darf ich vielleicht auf Iran Flight 655 verweisen:
[http://en.wikipedia.org/wiki/Iran_Air_Flight_655].... darin zu finden ""...the United States recognized the aerial incident of 3 July 1988 as a terrible human tragedy and expressed deep regret over the Loss of lives caused by the incident...".


Am 21. Juli 2014 schrieb Bernd Schulze:

Sehr guter sachlicher Artikel
Wenn ich die bisher im Internet veröffentlichten Videos sehe, so fällt mir auf, daß keine brennenden Trümmer zu Boden fallen und aß das Flugzeug erst am Boden explodiert.(?)

Wenn eine Luft/Luft - oder Boden - Luft - Rakete ein Flugzeug trifft, dann immer die heißeste Stelle, also ein Triebwerk, die dabei entstehende Hitze läßt das Kerosin sofort entzünden und alles verbrenne. Außerdem sind kaum noch intakte Teile des Triebwerkes zu erkennen, alles ist verbrannt und zerfetzt. Aber warum gehen wir alle von einer Boden-/Luft - Rakete aus`?Wer hat uns auf diese Spur gesetzt? Man sollte erst einmal die Untersuchungen abwarten . In anbetracht des Musters bzw. des Herstellers drängt sich mir noch etwas anderes auf - warum zieht keiner den Fan - Reverser in Betracht? Boeing hatte, allerdings an der 767, schon mindestens zwei Abstürze wegen Aktivierung des Fan - Reversers im Flug zu verzeichnen, man erinnere sich an die 767 von Lauda Air. Ursache waren Software - Fehler am Flugzeug, der Flugzeughersteller ist für die Fan - Reverser Ansteuerung verantwortlich. Dabei brennt auch nichts bis die Maschine am Boden aufschlägt.

Also sollten unsere Qualitätsmedien ihre Füße stillhalten und dafür erst einmal ihre
Arbeit tun.

Ich bin ja gespannt wann für den nächsten LKW - Unfall auf der A2 Putin verantwortlich
gemacht und mit Sanktionen bedroht wird.
Alles Gute für die Woche


Am 21. Juli 2014 schrieb Christian Harde:

Lieber Herr Gellermann,

Sie bringen es wieder auf den Punkt.

(Bürger-) Krieg in der Ukraine -- weiter zunehmende Kriegsgefahr in Europa, dazu vielleicht drei Links:

http://www.democracynow.org/2014/7/18/stephen_cohen_downed_malaysian_plane_raises

http://www.jungewelt.de/2014/07-19/053.php

http://www.imi-online.de/2014/07/18/flugzeugabschuss-steilvorlage-fuer-naechsten-eskalationsschritt-im-ukraine-konflikt/

Danke, daß die Rationalgalerie den Ukraine-Konflikt seit Monaten kontinuierlich so kompetent begleitet!

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