Mit der LINKEN ein Ausflug ins Grüne

Wie sich eine Partei überflüssig machen kann

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. Juni 2014

Es ist für außerparlamentarische Linke eher lästig, wenn sie sich mit den Innereien der Linkspartei beschäftigen müssen. In einer Zeit, in der im Irak und in der Ukraine Macht- und Kriegsfragen über den Tag hinaus entschieden werden, in der mit dem TTIP, dem EU-USA-Handelsabkommen, die Unterwerfung der EU unter das Diktat internationaler Konzerne droht und Israel mal eben machtgeil die syrische Armee bombardiert weil ein junger Mann auf dem Golan von einer Rakete der syrischen Opposition getroffen wurde, ist eine Botschaft an das Innere der Linken eher zeitraubend. Doch hat sich die Linken-Spitze jüngst mit ihrer Distanzierung von der Abgeordneten Sevim Dagdelen und deren Vorwurf an die Grünen-Spitzenfrau Göring-Eckardt, sie verharmlose die Kiewer Faschisten, ein sonderbares ignorantes Stück Politik geleistet, das kommentiert werden will.

Nun gibt es nicht wenige linke Leute, die halten die bürgerliche Demokratie und ihr Parlament ohnehin für unwesentlich. Zumeist zeigen sie das per Wahlenthaltung. Natürlich ist der Stimmzettel nur selten ein Instrument wirklicher Emanzipation. Doch wer sich an den kurzen sozialistischen Versuch im Chile der 70er Jahre erinnert und daran, dass die damalige Regierung Allende durch Wahlen an die Macht kam, der kann kaum behaupten, dass Wahlen und Parlamente grundsätzlich nichts bewegen würden. Auch wenn das gewaltsame Ende der Regierung Allende durch einen Putsch beweist, dass Wahlen allein nicht genügen, um die Freiheit aller zu erreichen, gab und gibt die erfolgreiche linke Eroberung parlamentarischer Positionen in Chile doch Hinweise auf die Rolle des Parlaments auf dem Weg zu einem gerechteren Land. Ohne eine konsequente Linke im Parlament, das beweist auch und gerade der aktuelle Bundestag, würden manche gesellschaftliche Fragen gar nicht oder nur regierungskonform in den Medien diskutiert. Das gilt insbesondere für Themen wie die Kriegspolitik der jeweiligen Bundesregierungen und den Hartz-IV-Komplex.

Doch während der Hartz-IV-Komplex von der Linkspartei weitgehend konsistent thematisiert wird, zeigen sich in der Kriegs- und Friedens-Frage immer wieder Schwankungen in der Haltung der LINKEN. Schwankungen, die linke Grundhaltungen für eine friedliche Außenpolitik Deutschlands durch die Linke selbst konterkarieren. Nicht selten werden diese unproduktiven und unkontrollierten Bewegungen von Gregor Gysi ausgelöst oder wohlwollend begleitet. Es ist der selbe Gysi, der große Verdienste um die Linkspartei hat, ohne den es wahrscheinlich die PDS nicht gegeben hätte, jenes Rettungsfloss für Marxisten aller Art, das zum Kern einer neuen linken Partei geworden ist. Und bis heute ist er der heitere, verständliche, TV-taugliche Erklärer vieler linker Argumente.

Doch historische Verdienste bedürfen ständig der Erneuerung, der Bewährung und der Prüfung. Zum Beispiel den Prüfstein Israel: In seiner Rede "Die Haltung der deutschen Linken zum Staat Israel" von 2008 bei der Luxemburg-Stiftung, kritisierte Gysi ohne jeden Beleg Teile seiner Partei, die vorgeblich den israelisch-arabischen Konflikt in einem Gut-Böse-Schema "implodieren" ließen. Mit diesen ungenannten Teilen und den ungenannten Belegen peitschte er heftig die Luft, um dann - nach vielerlei Ausflügen, die auch eine unergiebige Anleihe bei Clausewitz einschlossen - zu jenem Kernsatz zu kommen: "Aber das Verhältnis Deutschlands zum Staat Israel kann mit dem Stichwort `Solidarität mit Israel´ gekennzeichnet werden und hat auch den Status einer Staatsräson." Solidarität mit einem Apartheid-Staat? Solidarität mit dem Knüppel der USA im Nahen Osten? Was an dieser Solidarität links sein soll, hat er nicht erklärt und erklärt es bis heute nicht. Und warum Linke in der Staatsräson-Galeere der Frau Merkel rudern sollen erschließt er uns auch nicht.

Zum Beispiel EU: Kaum hatte die Linksparteispitze, inspiriert durch Gregor Gysi, die Formulierung, die EU sei eine "neoliberale, militaristische und weithin undemokratische Macht" aus dem EU-Wahlprogramm der Partei gestrichen, zeigte die EU in der Ukraine was militaristisch ist: Drei EU-Außenminister, unter ihnen der deutsche, stellten sich auf die Seite einer Pro-NATO-Regierung, die mit Nazis gespickt ist und bis heute einen Bürgerkrieg gegen Teile der ukrainischen Bevölkerung führt, um Russland zu einer militärischen Reaktion zu provozieren. Nachdenken bei Gysi und den Seinen? Eine öffentliche Korrektur? Kein Denken daran. Und während nachdenkliche Völkerrechtler wie Reinhard Merkel in der FAZ die Loslösung der Krim von der Ukraine eine "Sezession" nennen und für völkerrechtskonform halten, hält Gregor Gysi im Deutschlandfunk "die Abtrennung von Territorien durch einen Volksentscheid auf diesem kleinen Territorium . . . für völkerrechtswidrig." Juristisch hat er sich verhoben, politisch versucht er anscheinend eine bella figura für die Logen der Bundes-Eliten zu geben.

Fortsetzung folgte: Als die Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt in ihrer Replik auf einen Beitrag von Sahra Wagenknecht zur Lage in der Ukraine im Bundestag sagte: "Sie reden hier wieder von dem Einfluss der Neofaschisten in der Regierung der Ukraine – meine Güte" und versuchte mit den schlechten Wahlergebnissen der Nazis eben diesen Einfluss zu bagatellisieren, antwortete ihr die Linke Sevim Dagdelen: "Frau Kollegin Göring-Eckardt, Ihre Rede gerade erinnerte mich an den großen Dichter und Denker Bertolt Brecht, der einmal treffend formuliert hat: Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher! Es entsetzt mich, ich bin darüber wirklich schockiert, dass Sie hier die Behauptung aufstellen, dass sich mit den geringen Stimmenzahlen für die Kandidaten der Swoboda oder des Rechten Sektors das Problem des Neofaschismus, das Problem des Antisemitismus in der Ukraine erledigt haben. Sie wissen ganz genau, dass das nicht stimmt. Drei Minister der Regierung in Kiew, also der Regierung der Ukraine, sind Mitglied der neofaschistischen Partei Swoboda. Ein Minister dieser Regierung steht der Swoboda nahe. Ein weiterer Minister gehört der UNA-UNSO, einer neofaschistischen Organisation, an. Das heißt, eigentlich haben fünf Minister dieser Regierung einen neofaschistischen Hintergrund. Der Rechte Sektor kontrolliert weiterhin den ukrainischen Sicherheitsapparat.“

Diese ebenso klaren wie erschreckenden Tatsachen in einem Parlament zu äußern, das in seiner Mehrheit diese von Dagdelen völlig richtig skizzierte ukrainische Regierung unterstützt, war mutig, wahr und notwendig. Aber in einer Presserklärung mochten sich Gregor Gysi, Katja Kipping und Bernd Riexinger dieser Haltung nicht anschließen: "Eine solche Kritik (an der faktischen Verniedlichung der Nazis in der ukrainischen Regierung A. d. R.) rechtfertigt aber keinesfalls, der Abgeordneten Göhring-Eckardt ein Verbrechen zu unterstellen, sie damit als Verbrecherin darzustellen. Von dieser Äußerung unserer Abgeordneten Sevim Dagdelen distanzieren wir uns." Hatte jemand die drei gefragt? Nein. Mussten sie ungefragt einem Mitglied ihrer Partei in den Rücken fallen? Keineswegs. Warum machen sie es dann? Aus jener peinlichen, scheinbaren Wohlanständigkeit heraus, die ein klares scharfes Wort nur deshalb für falsch hält, weil andere es für falsch halten? Oder weil bei den kommenden Landtagswahlen in Thüringen eine Koalition aus LINKEN, SPD und Grünen denkbar ist und man die sensiblen GRÜNEN nicht verärgern will? Dieser Ausflug zu den GRÜNEN ist eher ein Schuss ins Blaue: Niemand weiß mit welch weiteren Anpassungsforderungen SPD und GRÜNE noch kommen werden, niemand weiß, ob es in Thüringen nicht eher zu einer schwarz-grünen Koalition kommen wird, was viel über die inhaltliche Qualität der GRÜNEN aussagt.

Auf die Dauer können taktische, anpasserische Spiele wie jene von Gregor Gysi und seinen Freunden, die Linkspartei ebenso hoffähig wie überflüssig machen: Zwar kann sie so an dieser oder jener Landesregierung beteiligt sein, zwar rückt sie so vielleicht nach den nächsten Bundestagswahlen in die Nähe einer Regierungsbeteiligung, aber in dem Maße, in dem sie den anderen Parteien ähnlich wird und sich selbst unähnlich, entfällt der wesentliche Grund sie zu wählen: Ihre wichtige Position als wirkliche Alternative. Es wäre schade um die LINKE und auch um Gysi, wenn sie in der Profillosigkeit verschwänden. Weil man sie daran erinnern sollte, kommt folgender Aufruf gerade recht:

http://www.brecht-hat-recht.de/hintergrund/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 03. Juli 2014 schrieb Caroline Bischoff:

Das verstehe ich auch nicht !

Selbst habe ich eine übertragung aus dem
bundestag vor ein paar Monaten verfolgt, indem Gysi die parlamentarierer davor gewarnt hat, die nazis in kiew zu unterstützen. er hatte alle nazis aufgezählt und beweise dafür geliefert.


Am 29. Juni 2014 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Ganz kann ich Ihnen diesmal nicht zustimmen, Herr Gellermann.
Zum einen deshalb nicht, weil das bundesdeutsche System niemals parlamentarisch verändert werden kann, zumal die Linke ja im Grunde gegen jede Aktivität außerhalb der Partei so gut wie resistent ist. Aber erst im Zusammenwirken mit außerparlamentarischen Aktionen macht die Parlamentszugehörigkeit überhaupt erst sinnvoll.

Zum anderen aber deshalb, und ich bin über Gysis und Co. Reaktion überhaupt nicht überrascht, weil die PDS 1989 eben nicht die "linke Idee" hochhielt, sondern die sozialdemokratische, und das seit ihrer Gründung 1989. Es gab viele aufrechte Genossen, die genau aus diesem Grunde aus der Partei ausgetreten sind, eben nicht nur die Karrieristen. Wie gesagt, Gysis Schwenk hin zur Regierungsfähigkeit ist für mich nicht überraschend.

Da Sie aber Chile erwähnen, so sollte nicht vergessen werden, dass der Sozialist Allende selbst verhindert hatte, dass die chilenische Arbeiterklasse zu den Waffen greift und den Putsch niederschlägt. Was folgte, war die notwendige Konsequenz daraus.

Ich sehe das so: Falls die Linke jemals in Regierungsverantwortung gelangt, egal, ob auf Bundes- oder Länderebene, wird sie sich genauso verhalten, wie sie sich bereits in Mecklenburg-Vorpommern verhalten hat, wie sie sich in Berlin verhalten hat und wie sie sich gegenwärtig in Brandenburg verhält. Solch eine Linke wird nicht gebraucht.

Nun ist die Partei Die Linke. im Parlament zumindest die einzige, die auch mal gegen die Regierungspolitik opponiert. Wir haben nichts Besseres, leider. Aber es ist, nicht nur Fall von Sevim Dagdelen, eine opportunistische Partei. Darüber darf man nicht hinwegsehen, eine Schönfärberei hilft weder der Linken noch uns allen.

Antwort von U. Gellermann:

Genau dieser ihrer Überlegung stimmt mein Artikel zu: "Aber erst im Zusammenwirken mit außerparlamentarischen Aktionen macht die Parlamentszugehörigkeit überhaupt erst sinnvoll." Und Allendes Überlegung der MIR, jene Mischung aus maoistischen und trotzkistischen Gruppierungen, und deren Forderung zum bewaffneten Kampf nicht zu folgen, ist auch im Rückblick nur spekulativ zu bewerten. Immerhin war General Carlos Prats damals eine gewisse Zeit scheinbar ein Garant für den Einfuss der Regierung Allende in der Armee.


Am 29. Juni 2014 schrieb curti curti :

Auch wenn die Überschrift zum Schmunzeln anregt, der Inhalt ist bitterernst und dringlich. Denn wie kommt die Linke von diesem Ausflug zurück?

Beim Nachdenken über diese Frage stellt sich zunächst Grübeln ein und in weiterer Folge kommt es zum Schlingerkurs, man spürt regelrecht den Eiertanz den die Linke gegenwärtig an maßgeblichen Stellen vollführt. Schade, sehr sogar!

Konsequent handeln und dabei authentisch bleiben gerät scheinbar auch für die Führungsebene der Linke zunehmend zum Widerspruch. Der "Ausflug ins Grüne" kann insoweit durchaus zur Folge haben, fortan mit stramm bürgerlich-saturiertem Wohlstandsbauch zu agieren und damit nur noch im bundestäglichen Einheitsbrei mitmischen zu können/wollen, bundesweite Ausdehnung nicht auszuschließen. All das bis die Blase platzt, denn anders als bei den Grünen ist der Kurswechsel nicht gleichbedeutend damit, "Willkommen daheim" zu sein.

Der Affront gegen ihre Abgeordnete Sevim Dagdelen ist vor diesem Hintergrund nicht überraschend. Man passt sich an und trotte(l)t dem vorherrschenden "Einheitskanon" hinterher, wonach es skandalös ist, die Wahrheit anzusprechen, sie einzufordern. Dies ist unzweifelhaft kennzeichnend für den Kosmos, in dem die politische und mediale "Oberliga" spielt und überzeugt ist sich bewegen zu können. Kritik unerwünscht bzw. verbeten!

Wie sagte Sevim Dagdelen zu Göring-Eckhardt: "Es ist eine Schande.......". Richtig, und gleiches gilt für das anschließende Verhalten der Linken, die ihr anschließend mehr oder weniger in den Rücken gefallen sind!


Am 28. Juni 2014 schrieb Annemarie Görne:

Wenn man am Anfang im Zusammenhang mit Chile über die Wichtigkeit der Macht im Parlament schreibt, kann man nicht am Ende die Linkspartei für ihr Engagement im Bundestag und anderen Parlamenten - kommunal oder in Landtagen - verteufeln. Und mit Problemen wegen Beleidigungen (siehe kürzlich Bundespräsident) hat sie auch unschön zu tun. Leider. Über Politik schreiben ist eben, wie ich aus eigener journalistischer Erfahrung weiß, einfacher als Politik zu machen in diesem Lande.


Am 27. Juni 2014 schrieb Thomas Nippe:

Ich teile Deine Ansicht. Bei mir verstärkt sich in letzter Zeit der Eindruck, daß es der LINKEN um jeden Preis nur noch um die Regierungsfähigkeit geht. Dafür verbiegt man sich, wenn es sein muß, bis zur Unkenntlichkeit. Geht das so weiter, dann wird es nur eine Frage der Zeit sein. bis sich die Partei aus dem politischen Spektrum verabschiedet. Das hast Du ja auch angedeutet.


Am 27. Juni 2014 schrieb Mary Henessen:

Hätte Gregor Gysi geschwiegen wäre ihm ein philosophischer Anstrich geblieben. Schade um den eigentlich klugen Politiker.


Am 27. Juni 2014 schrieb Christoph Pauli:

iDie Linke sollte wohl besser in der Opposition bleiben und die Zeit, welche für die Linke Partei arbeitet nutzen, um Kompetenz und Glaubhaftigkeit noch stärker ausbauen.

Bei Wahlergebnissen um die 10% bleibt es ohnehin fraglich wie der Einfluß stärker zur Geltung kommt: als einzig authentische Oppositionspartei, oder in Regierungsbeteiligung mit all den negativen Konsequenzen fauler und dummer Kompromisse und eitler Metamorphosen. Grün lässt grüßen...


Am 26. Juni 2014 schrieb Moyra Mangold:

Dieser ganze Parlamentarismus ist doch überflüssig wie ein Kropf. Sobald die Kandidaten zu nah an den großen Fleischtopf kommen, beginnt die Metamorphose (siehe Grüne). Wie Sie, Herr Gellermann, die Frage in den Raum werfen, frage ich mich auch: Was hat die drei veranlasst, darauf zu reagieren? Wer hat sie gefragt? Und dieser unangenehme Zeitgenosse Bartsch ist gerade dabei die Haltung der LINKE zu militärischen Einsätzen zu kontakarieren. Da kann ich nur mit Dirk Müller reagieren: "Wir sind so dumm, dass uns die Schweine beißen"


Am 26. Juni 2014 schrieb Christoph Simon:

Das Brecht-Zitat bietet mit seinem "oder" dem Empfänger eine Wahlmöglichkeit. Nun will sich Frau Göring-Eckardt nicht als Verbrecher titulieren lassen; sie hat sich also entschieden. Mit entlarvenden Fakten wurde Frau Dagdelen jedenfalls nicht widersprochen, sondern nur mit pauschaler Empörung.

Für einen über Jahrzehnte überzeugten Grünwähler wie mich ist deren Haltung zur deutschen Ukrainepolitik ein harter Schlag. Soll ich nun beruhigt darüber sein, dass nicht mal mehr die Führung der Linken von einem derart opportunistischen und machtgeilen Denken verschont geblieben ist, weil somit sowieso nichts anderes, wählbares übrig bleibt?

Ach, wie gerne würde ich aufrichtig einer Partei zustimmen können. Wenn das aber offensichtlich nicht (immer) möglich ist, muss man sich eben doch jedes mal das kleinste Übel aussuchen, solange man an Wahlen teilnehmen will.


Am 26. Juni 2014 schrieb Hartmut C. Hoffer:

Die LINKE in den Parlamenten ist in einer wahren Dilemma-Situation gefangen. Wenn sie sich darauf eingelassen hat, (auch) auf parlamentarischem Weg politisch verändernd tätig sein zu wollen, dann muss sie sich an die Spielregeln halten (Wahlprozedere, gesetzl. Bestimmungen u.v.a.m.) Und wenn sie dann Dabei ist, dann muss sie genau aufpassen, dass aus ihrem Dabeisein kein Hinnehmen und besonders keine Affirmation des Bestehenden wird (s. Grüne !!)

Wie aber will die LINKE das Bestehende ändern, sie bekommt keine 50% plus x, im Westen nichtmal 5% plus x ? Sie kann kritisch begleiten, aufklären, auch schreien - ( wenngleich der weitgehende Medienboykott sie schier verzweifeln lässt.) Aber genügt das? Muss sie nicht auch versuchen zu regieren , mit den anderen? Oder ist die dann von den anderen erwartete Anpassung (USA & Nato guuut, Israel friiedlich, Russland, China, Iran bööööse,) das Ende der Partei ! Ich fürchte ja ! Die Zerstörung der Grünen als Friedenspartei ist das Menetekel für die LINKE. Wenn sie diesen Weg wirklich geht, dann ist sie so überflüssig und lästig wie ein Furunkel am Ar*** !

Die LINKE kann diese Gesellschaft nur mit den zivilgesellschaftlichen Gruppen verändern, sie kann und muss Unruhestifter im Parlament sein ... und die Beziehungen und die staatliche Kohle nutzen, um ganz viel Sand ins Getriebe der Maschinerie* zu werfen, auf dass sie stehenbleibt und etwas ganz Neues entstehen kann und entstehen wird: Eine Postwachstumsökonomie, wie sie z.B. Nico Paech in seinem gleichnamigen Buch beschreibt.
(N.P.: Befreiung vom Überfluss - Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie, 5. Aufl. 2013)

* "Was hält dieses System noch auf in nächster Zeit, trotz alledem? Wenn es sich schon in seinem Lauf nicht bremsen lässt, trotz alledem, woll´n wir ihm Sand ins Getriebe streu?n, uns über die Störgeräusche freu´n, wenn die Profitmaschinerie laut knirscht und knackt, trotz alledem, gewiss, dass auf der Welt kein Übel ewig währt, trotz alledem." (Hannes Wader)


Am 26. Juni 2014 schrieb Die LINKE Stralsund:

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,
anbei lesenswerte Beiträge von Ulrich Gellermann. Besonders empfehlen wir einen Besuch seiner Internetseite www.rationalgalerie.de mit politisch - besonders kulturpolitisch - bemerkenswerten Rezensionen, Kommentaren und Beiträgen.


Am 26. Juni 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Vorab: Frau Dagdelen hat durchaus Recht, wenn sie diesen Kuschelkurs, den die deutsche Regierung mit einem Regime an den Tag legt, das gravierende Personenfehler im „neuen“ System besitzt, kritisiert. Neue, alte Zöpfe, die eigentlich total abgeschnitten hätten werden sollen. Wie war das? Gingen nicht die Menschen in den seriösen! Anfängen der Maidan Demonstrationen für genau das auf die Straße, was sie jetzt ebenfalls wieder haben? Jetzt in Schokolade? Und wenn Frau Göring-Eckardt meint, die Neonazis seien nicht so schlimm und zu vernachlässigen, dann ist das einfach nicht hinnehmbar. Jeder Einzelne ist zu viel. Möglicherweise ist da Frau Göring-Eckardt schon etwas abgehärtet, da dieses Neonazi-Unwesen in den neuen Bundesländern blüht und gedeiht!

Nun zieht sich ja bekanntlich ein jeder den Schuh an, der ihm passt. Ein Zitat ist einfach nur die Aussage eines anderen, ein Vergleich, eine Assoziation. Wobei Vergleiche, wie man sagt, immer etwas hinken. Brecht zu zitieren war sicherlich nicht falsch, jedoch die direkte Anrede erfolgte ja nicht. Es blieb beim neutralen „Wer“ (so was tut) – zum Aussuchen. Völlig überzogen die Reaktionen, besonders die des Unsympathlings Kauder, der sich offensichtlich als Ritter von der traurigen Gestalt hinsichtlich angeblicher Ehrabschneiderei der grünen KGE präsentieren wollte.

Völlig daneben finde ich die Reaktion der Linken-Spitze. Das hätte Gysi anders bringen sollen, so er denn meint, abschwächen zu müssen. Es hätte ausgereicht, auf die Albernheit der Übertragung eines Zitates auf eine Person 1:1 hinzuweisen. Und dass eben „Verbrecher“ in diesem Kontext ein zu großes Wort sei, jedoch Dummheit, Naivität oder Unwissen bei Negieren der tatsächlichen Fakten sowie Unredlichkeit Frau Göring-Eckardt zu bescheinigen seien! Definitiv.

Gerade die klaren Worte zeichneten bisher Herrn Gysi aus. Leider erkennt man in der letzten Zeit etwas zu viele „Eiertänze“ der Linken. Frau Wagenknecht bildet da eine löbliche Ausnahme! Ein No-Go in meinen Augen war auch kürzlich die Vergnügungsreise nach Brasilien, einträchtig und kuschelig mit Merkel in deren Maschine. Das Bundeskanzleramt hatte zur Mitreise eingeladen, von jeder Fraktion einer, der DURFTE. Und alle kamen. Auch der Fraktionsvize der Linken, Dietmar Bartsch. Der – darauf angesprochen - recht unwirsch reagierte.

Man hätte ja auch „nein“ sagen können. Macht nämlich kein gutes Bild gegenüber dem Steuerzahler. Noch zur WM nach Südafrika hatte die Linke da noch ein gutes Gespür und flog nicht mit.

„Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten“ schrieb Oliver Hassencamp. Das ist es doch, woran die Welt krankt. An der Gleichgültigkeit und der Gewöhnung. Und so kommt schleichend das Ungute – und plötzlich ist es da. Und keiner hat es kommen sehen! Wenn wir das gewusst hätten – das haben wir doch nicht gewollt…. Möglich, aber weggesehen schon!

Ich hoffe, dass sich die Linke nicht weiter die Linse trüben lässt und zum "Takt" jenseits des Hühnerhofes zurückfindet. Auch wenn "Grün" die Farbe der Hoffnung ist. Man spricht auch von "giftgrün", oder "bitter und grün" wie Galle. Unbekömmlich!


Am 26. Juni 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Die Weimarer Republik lässt grüßen, so dass ich fragen muss: Nichts aus der innerlichen Zerrissenheit der Gruppierung Links gelernt?


Am 26. Juni 2014 schrieb Tor Habita:

Solidarität mit dem Staat Israel ...
Der Staat Israel besteht ja nicht nur aus den stimmberechtigten Staatsbürgern, sondern aus allen Menschen die dort wohnen - lass dich da nicht auf die Sicht der ewig gestrig rechten mordenden Flügel in Israel ein, die eine Herrschaft der wenigen wollen.

Du berichtest so gut, auch über die Ukraine, wenn ich Putin für einen Demokraten halten würde, hätte ich persönlich keine Schwierigkeiten damit, das Referendum auf der Krim als Völkerrechtskonform anzusehen. Ich verstehe aber durchaus, warum man anderer Meinung sein kan. Mit dem Schmankerl, das in diesem Zusammenhang AK Schröder seinen völkerrechtswiedrigen Eingriff in Juguslavien beim Namen nannte.

Sevim wurde doch durch den Applaus der Fraktion getragen, und nach Berthold, müsste man viele im Bundestag Verbrecher nennen, oder halt Dummkopf - ob das eine linksorientierte Politik voranbringt, wage ich zu bezweifeln, denn links sein kannst du nicht alleine! Hat schon jemand mal darüber Nachgedacht ob GrünenChefin Göring-Eckardt, wen schon nicht Verbrecher genannt werden möchte, so denn dumm ist? Um Grün zu sein brauchst du keine Solidarität zu den Menschen die keine Macht haben, oder zu den Menschen die benachteiligt sind und auch keine Solidarität zu Menschen die nicht so viel Geld haben, so dass ihnen ein kaput gesparter Sozialstaat (Art. 20 GG) nichts ausmacht - denn Eigentum verpflichtet (Art. 14 GG) und viele denken um die Würde des Menschen (Art. 1 GG) nicht anzutasten - auch darftst du als Grüner für Krieg sein und Ihn führen.

"Wer selber über etwas verfügt, das er nur auf Kosten anderer erhalten hat, wer seine elitären Interessen gegen die Interessen der Mehrheit geschützt wissen will, wer sich starke Bündnisse wünscht, um einseitige Privilegien vor dem Zugriff der eigentlich Berechtigten zu schützen und wem das Wohlergehen der Schwachen und Unterdrückten nichts bedeutet, der wird sicher nicht in Erwägung ziehen, für die Ziele der Linkspartei einzutreten." Jacob Jung Blog

Im deutschen Bundestag und in vielen Landtagen ist DIE LINKE. vertreten. Mitglieder der Linkspartei engagieren sich basisdemokratisch in zahlreichen Orts- und Landesverbänden, Arbeitsgemeinschaften auf Landes- und Bundesebene und bestimmen hier die Politik der Partei mit. Eine Mitgliedschaft ist, in den Arbeitsgemeinschaften kostenlos und in der Partei ab der Vollendung des 14. Lebensjahrs möglich. Nicht Parteimitglieder erhalten hoffentlich den Status vor Erfurt, nach dem nächsten Bundesparteitag wieder. Den Parteimitgliedsbeitrag legt jedes Mitglied im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten selber fest, auf Wunsch kann der Mindestbeitrag auch augehandelt werden, z.Zt. liegt der Mindestbeitrag bei 1,50 pro Monat.


Am 26. Juni 2014 schrieb Robert Hansen:

Das ist ein wunderbarer Satz: "Und warum Linke in der Staatsräson-Galeere der Frau Merkel rudern sollen erschließt er uns auch nicht." Genauer und treffender kann man die Position Gysis zu Israel nicht hinterfragen. Zugleich freue ich mich, dass Sie die Verdienste von Gregor Gysi ungeschmälert erwähnen.


Am 26. Juni 2014 schrieb Pat Hall:

Ich stelle Vergleiche an ,wie es wohl in einem Hühnerstall zu ginge. Eine grün Henne die laut gackert und ein Hahn der nichts wirkliches auf die Reihe bringt sind eigentlich nur für die Suppe,oder ?


Am 26. Juni 2014 schrieb Werner Weber:

Ihre Kritik an der Linkspartei ist unverschämt. Wie sollen Gysi und andere denn anders auf die Sprüche der Dagdelen reagieren? Es gehört sich einfach nicht Frau Göring-Eckardt als Verbrecherin zu bezeichnen. Das muss mal klar gesagt werden.


Am 26. Juni 2014 schrieb Hartmut Meister:

Im erwähnten Interview lässt Gysi noch mehr raus:

Heinemann: Herr Gysi, ist die gegenwärtige postsowjetische Außenpolitik Russlands nicht ein gutes Argument für die NATO-Erweiterung?

Gysi: Ja, klar!

Danke, mir reicht´s


Am 26. Juni 2014 schrieb Ursula Münch:

Danke für diesen Text, er entspricht (wieder mal) genau meiner Auffassung.

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