Mit den Taliban reden

Afghanistan: Das westliche Regime weicht zurück

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. Februar 2016

Auch nach dem verheerenden Angriff der US-Luftwaffe auf ein Krankenhaus in Kundus geht das Bomben in Afghanistan täglich weiter. Es ist nur aus den deutschen Nachrichten verschwunden. Auch wird dort gern der Eindruck erweckt, dass US-Bomber immer nur drumherum bomben, um Städte und Dörfer, und dann nur feindliche Kämpfer treffen. Doch wichtiger sind in den deutschen Medien die afghanischen Flüchtlinge geworden. Der Innenminister will Afghanen abschieben, von 7.000 ist die Rede. Unter ihnen sind viele, die mit den fremden Truppen in Afghanistan zusammengearbeitet haben. Zumindest sie sind vom Tod bedroht. Und während offizielle Verlautbarungen noch von der Freiheit nachhallen, die in Afghanistan angeblich verteidigt wird, siegt in Deutschland der Pragmatismus: Gestern noch Verbündete, sind die Afghanen jetzt eher lästig.

Ein Vergleich deutscher Politik gegenüber Syrien und Afghanistan lohnt sich. Anders, als die Redaktionen der permanenten Selbstzensur ihre Konsumenten glauben machen wollen, ist Afghanistan ein islamischer Gottesstaat: „Afghanistan ist eine islamische Republik“, sagt Artikel 1 der Verfassung. Gottesstaat? Den dröhnenden Begriff hatten die Medien doch lange ausschließlich für den Iran reserviert. In Syrien, wo die deutschen Tornados gegen deutsches und internationales Recht ihre Daten für das Bomben sammeln, steht in der Verfassung des „Regimes“ zur Religion: „Der Staat respektiert alle Religionen und garantiert die freie Ausübung aller Riten, sofern sie nicht die öffentliche Ordnung stören.“ Aber das eine ist eben „unser“ Regime, das andere nicht. So einfach kann Politik sein. So einfach werden seit Jahr und Tag, im Gefolge amerikanischer Herrschaftswünsche, Länder zerstört und Flüchtlinge hergestellt.

Afghanistan, weiß der deutsche Innenminister zu erzählen, sei zwar kein „sicheres Herkunftsland“, aber es gäbe da und dort „sichere Gebiete“. Da sollten dann die aus Deutschland Abgeschobenen hin. Wo die von Herrn de Maizière herbei gebetete Sicherheit kommen mag, weiß jedenfalls nicht die UN, die erst jüngst eine steigende Zahl von zivilen Opfern in Afghanistan beklagt – nicht wenige von den „ausländischen Verbündeten“ der aktuellen Regierung verursacht. Mehr als 2,5 Millionen Afghanen sind auf der Flucht. Sie fliehen vor einem Krieg, der unter der verlogenen Behauptung des Kampfes gegen den Terror nur neuen Terror zur Folge hatte. Ein Krieg der andauert: Die Taliban, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ jüngst, „verbuchen in nahezu allen Landesteilen Geländegewinne“. Und während die bewaffnete Opposition in Syrien seit mehr als vier Jahren ein beliebter Gesprächspartner deutscher Berater ist, wird die bewaffnete Opposition in Afghanistan von der deutschen Diplomatie ignoriert.

Niemand hatte die ausländischen Truppen damals eingeladen, als der US-Präsident Rache für die Attentate des 9/11 nehmen wollte. Aber nach dem offenkundig erfolglosen militärischen Versuch, ein anderes, dem Westen geneigtes System in Afghanistan zu installieren, wäre es ein Gebot der Menschlichkeit, seinen Partnern bei diesem fragwürdigen Geschäft einen sicheren Fluchtort anzubieten. Und es wäre ein Gebot der Vernunft, mit den Taliban zu reden, um eine friedliche Lösung für den Krieg zu suchen. Von beidem weiß die deutsche Regierung wenig. Menschlichkeit wird gern auf dem Markt der Meinungen ausgerufen, wenn Kriege eine öffentliche Begründung verlangen. Und Vernunft? Wer an der Seite der USA den Krieg als neue deutsche Verantwortung begreift, hat Vernunft und Verstand längst verloren. Wer diese eigentlichen Voraussetzungen für eine eigenständige Politik wiederfinden will, für den kann ein Gespräch mit den Taliban kein Tabu sein.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. Februar 2016 schrieb Guenther Lachmann:


Taliban vor verschlossenen Türen

Der Anfang fuer ein freies Afghanistan wurde mit Nur Muhammad Taraki (Amtszeit: 30. April 1978 - 14. September 1979) gemacht.
Unter seiner Fuehrung fanden sich die verschiedenen Koenige, Fuehrer, und religoese Gruppen zusammen.
Und schon zu dieser Zeit flossen Gelder aus verschiedenen Quellen nach Afghanistan (größere Summen über die US-Botschaft und die deutsche Botschaft im Kathmandu [Nepal] in Afghanistan ein.)
Diese Gelder wurden bereits 81/82 benutzt um Kämpfer gegen die soviet-freundliche Regierung auszubilden. (und zu Neujahr gab´s dann US-Pumpkin-Pie; eingeflogen im Diplomaten-Gepäck, Das Ist Kein Witz!!)
Es ist ein Ammenmärchen, eine Desinformation, dass die Taliban erst 94/96 entstanden sind, wenn sie schon im Februar 82 Gelder erhielten. Als die Sovietunion (unter Mohammad Najibullah) sich aus Afghanistan zurück zog, wurden (wahrscheinlich) die finanziellen Zuwendungen erhöht, oder waren in deren Schwerpunkte verändert. Soweit zur Richtigstellung der mannigfaltigen Falschinformationen.
Nun, einige Tage später, frage ich mich, welche Sturmbö durch den holen Kopf eines Thomas de Maizière wohl getobt haben mag, dass er überall Safe-Havens findet, fuer ungewolltes Personal, welches einst half doch sooo-vieeel Gutes nach Afghanistan zu tragen, welches dann nach 2001 das Nachbardorf oder die Wasserversorgung zerstörten, die lebenswichtigen Brücken und die Energieversorgung dem Erdboden gleich machten. Vielleicht stand Maizière in seinem dicht verschlossenen Kleiderschrank, als er die Sicheren Plätze fand. Oh ich weiß! Maizière meint jene Plätze, die unter dem Befehl von Oberst Klein im September 2009 bombardiert wurden, über 140 Zivilisten tötete, und 4 bis 7 Taliban-Kämpfer, welche mit zwei Tanklastwagen fest steckten. Damit war die Ernennung zum Brigadegeneral verbunden, welche am 27. März 2013 erfolgte. (damit mich der Leser nicht falsch versteht: ich unterstütze nicht die Taliban.)
Was Maizière betreibt, ist weitere Nachhilfe zum Mord. Er setzt auf Konfrontation. Hätten man der Klage, der Opfer statt gegeben, wäre zwar nicht der millionenfache Mord, durch westliche Bomben, an der Zivilbevölkerung gerechtfertigt worden, aber es hätte der Fuß in der Tür zu Gesprächen sein können.
Maizières Hoffnung, dass sich die politischen und die verschiedenen religoese Gruppen gegenseitig den Garaus machen werden, wird nicht aufgehen. Zu fest ist das Land in den Händen der Taliban. Das hat aber der Westen sich selber zu verdanken. Bombardierung von Frauen und Kindern öffnet keine Türen.


Am 19. Februar 2016 schrieb Sven Heuser:

Die mit dem langen Löffel isst, sitzt auf dem Chefsessel im Kanzleramt und wispert mit teilnahmsloser Mine und leerem Blick in die Mikrofone, dass die Fluchtursachen zu bekämpfen seien. Wobei sie sich auffallend bedeckt hält, diese expressis verbis zu benennen und einen überzeugenden BRD-Projektplan zur Bekämpfung zu präsentieren. Das haben ihr vermutlich ihre drei Psychologen geraten, die für ihre persönliche (Propaganda)-Betreuung zusätzlich im Kanzleramt fest angestellt wurden.


Am 18. Februar 2016 schrieb Kostas Kipuros:


Nun, Herr Hollmann, Sie haben schon wieder einen Beleg Ihrer selektiven Wahrnehmung geliefert. Die von Ihnen als legitim bezeichnete Regierung ist nicht das Ergebnis von legitimen demokratischen Wahlen der Afghanen gewesen, sondern des militärischen Sturzes des Taliban-Regimes im Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September durch die USA. Natürlich hat kein Mensch, der bei Verstand war, diesem Regime eine Träne nachgeweint. Nur hatten die Taliban mit den Anschlägen von New York ebenso wenig zu tun, wie das militärische Eingreifen der USA in Afghanistan mit der Errichtung einer dortigen Zivilgesellschaft. Falls es Ihnen entgangen sein sollte: Hamid Karzai wurde am 4. Dezember 2001 mit erheblichem Druck der USA auf der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn zum Präsidenten der Übergangsregierung ernannt, weil man sich von ihm noch am ehesten die Umsetzung westlicher Interessen in der Region erhoffte. Offensichtlich ist das für Sie ein durchaus legitimes Motiv. Interessant und bezeichnend ist übrigens die Einschätzung der US-Rolle in Afghanistan durch Karzai selbst. Zehn Monate vor dem angekündigten Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan hatte der Präsident erneut scharfe Kritik an der US-Regierung geübt und gesagt: Die Mission in seinem Land diene inzwischen nicht mehr den Afghanen, sondern der Sicherheit der USA und westlichen Interessen. So zu lesen in einem Interview mit der "Washington Post".
Die von Ihnen monierte Doppelzüngigkeit in Bezug auf Gespräche mit den Taliban ist übrigens ganz auf Seiten des Westens: Denn es sind die USA, die seit Jahren mehr oder minder heimlich-offen Verhandlungen mit den afghanischen Taliban führen - also mit jenen Kräften, die einst in Washington als schlimmere Mordgesellen als die Nazis apostrophiert wurden. Da stellt sich doch die Frage, weshalb es ein politisches Reinheitsgebot sein soll, um keinen Preis mit Assad zu verhandeln.


Am 18. Februar 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Es ist richtig, mit den Taliban zu sprechen. Heißt es denn nicht immer und immer wieder: "Politik ist das Betrachten der Wirklichkeit." Allerdings der wirklichen Wirklichkeit und nicht eine, die beliebig Heute so und Morgen so ist. Beruhigend ist, dass Sie, Herr Uli immer wieder Klarheit bringen in Zeiten wo mir manchmal schwindelig wird das zu reflektieren und noch einordnen zu können. Wir sind von hochbezahlten, unfähigen kleinkapitalistischen Krämerseelen umgeben, und die Lage in der Welt lässt leider erstmal nur den Schluss zu endlich zu begreifen,dass nur eine starke in sich gefestigte Zivilgesellschaft mit Verantwortung, mit Widerstand, der Liebe zum Leben und dem festen Willen zur Demokratie, das Ruder herumreißen kann.


Am 18. Februar 2016 schrieb Lutz Jahoda:

SELBSTGESPRÄCH EINES PSYCHIATERS
IM FEBRUAR 2016 IN BETRACHTUNG
EINES FOTOS, DAS DIE LEERE REGIERUNGSBANK IM DEUTSCHEN
BUNDESTAG ZEIGT

Nervensysteme sind unauffällig,
die Damen und Herrn dennoch psychisch gestört,
äußerlich glatt, servil, auch gesellig,
und grade deshalb unterschwellig
psychoanalytisch betrachtenswert.

Angstneurose? Zwangsneurose?
Toleranzneurose à la de Maizière?
Bei all diesen Herrschaften Jacke wie Hose!
Ich tippe auf Aktualneurose.
Selbsteingebrocktes wiegt doppelt schwer.

Die Damen und Herren sind ferngesteuert.
Das spricht sie keinesfalls frei von Schuld.
Täglich transatlantisch befeuert,
macht selbst Kluge auf Dauer bescheuert.
Auch Ärzten reißt irgendwann die Geduld.


Am 18. Februar 2016 schrieb Manfred Caesar:

@ Heiducoff:

Domröse liegt absolut richtig .Das Ziel ist erreicht.Das "westliche" Ziel ist Chaos ,Tod und Verderben.
"Freiheit" hat nach Hillary Clinton einen hohen Preis. Der Tod von 1 Mio Irakern ist nach ihrer Aussage angemessen.


Am 18. Februar 2016 schrieb W. Händel::

Für diesen Rundfunk zahle ich nicht! Für ein öffentlich-rechtliches Modell jenseits der Sender.


Am 18. Februar 2016 schrieb Claus Hollmann:

Verstehe ich jetzt nicht, Herr Gellermann. Ich dachte, die "legitime afghanische Regierung" hat die USA gebeten, dort einzugreifen. Hm. Aber das ist nur in Syrien so. In Syrien gibt es "gute" russische Bomben, höchstens mit ein paar Kollateralschäden, in Afghanistan werden Zivilisten vorsätzlich massakriert durch den BLutsäufer. Aber das hatten wir ja schon...

Das Problem ist auch weniger, ob Gottesstaat ja oder nein, sondern wie verbrecherisch das Regime auftritt. Auch ein säkularer Staat wie Syrien foltert, verstümmelt, mordet und treibt Leute in die Flucht. Das ist nicht das entscheidende Kriterium.

Interessant ist auch, dass man mit den Taliban reden soll, mit Leuten, die man anderswo als "Kopf-AB-Terroristen" bezeichnet. In Syrien redet doch auch keiner mit ISIS und anderen Dschihadisten. Da ist das in Ordnung, in Afghanistan soll man mit solchen Leuten reden. Merkwürdig...

Antwort von U. Gellermann:

Die USA besetzen, von niemandem gebeten, völkerrechtswidrig ein Land. Sie haben im Gepäck Hamid Karsai, der von ihr als Statthalter eingesetzt wird. Das ist ihre „legitime Regierung“.


Am 18. Februar 2016 schrieb Kostas Kipuros:

Eben meldete dpa folgende Nachricht: Bei einem Luftangriff der US-geführten internationalen Koalition auf IS-Gebiet im Nordosten Syriens sind mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien auch drei Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Bombardiert worden seien südlich der Stadt Hasaka mehrere Orte, die unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stünden. Bereits am Mittwoch waren bei einem Luftschlag der Koalition in dieser Region mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen.
Frau Merkel: Empören Sie sich! Jetzt!


Am 18. Februar 2016 schrieb Christel Buchinger:

Lieber Stefan Heuer,

zu den Ausreisewilligen sollte sich unbedingt der Herr Sarrazin gesellen! Sein Name deutet entweder darauf, dass seine Vorfahren Sarazenen waren, also Menschen die aus dem osmanischen Reich stammten oder der Türkei oder es waren Franzosen, die mit Sarazenen Handel trieben und häufig die Länder des Osmanischen Reiches besuchten. Auch Herrn Sarrazin rufen wir zu: Geh doch rüber!


Am 18. Februar 2016 schrieb Jürgen Heiducoff:

Ja - der andauernde Krieg in Afghanistan wird einfach aus unseren Medien ausgeblendet. Er passt nicht zu den derzeitigen politischen Herausforderungen.
Der deutsche Vier-Sterne-General Domröse, zu dessen Verantwortung als Befehlshaber des Joint Force Command auch die laufende NATO Mission in Afghanistan gehört, sieht überhaupt keine militärischen Probleme am Hindukusch. Er marginalisiert die verfahrene Lage in Afghanistan und erweckt den Eindruck, das westliche Engagement am Hindukusch sei von Erfolg gekrönt gewesen. Da besteht natürlich keine Notwendigkeit, mit den Taliban zu verhandeln. Für ihn scheint der Krieg gegen den Terror schon (siegreich) abgeschlossen zu sein. Dabei sollte er, der vor acht Jahren Chef des Stabes der Internationalen Schutztruppe ISAF war, wissen, mit welchen taktischen Herausforderungen die hochgerüstete ISAF damals täglich konfrontiert war. Wie oft mussten die Flaggen im HQ ISAF auf Halbmast gesenkt werden. Öffentlich senkte keiner der Verantwortlichen sein Haupt vor den Opfern - weder vor den eigenen, noch vor den zivilen, deren Zahl stetig anstieg.
Nun konzentriert sich General Domröse eher auf die militärische Abschreckung Russlands an seinen Westgrenzen. Da waren die „Speerspitze" und die Aktivierung schneller Eingreifkapazitäten nur der Anfang. In deutschen Think Tanks werden bereits Gedanken zur Einbeziehung nuklearer Elemente in die Abschreckung gegen Russland öffentlich. Es ist unverantwortlich!!!
www.youtube.com/watch?v=Cp0mOsgU2LU


Am 18. Februar 2016 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr.:

Stark!
Ausgezeichnet.!

Die deutsche Politik ist zum Kotzen!
Inhuman. Fahrlässig. Mörderisch für viele, die sich auf sie einlassen.


Am 18. Februar 2016 schrieb Andreas Buntrock:

"Afghanistan, weiß der deutsche Innenminister zu erzählen, sei zwar kein `sicheres Herkunftsland´, aber es gäbe da und dort `sichere Gebiete´ da sollten dann die aus Deutschland Abgeschobenen hin."
-------------------------------------------------
Thomas de Maizière

Die Schamlosen kennen keine Scham!
Die Gewissenlosen kennen kein Gewissen!
Die Schuldigen kennen keine Schuld!
Die Lügner kennen keine Wahrheit!
Die Täter kennen keine Untat!

Die Wehrlosen sind die Opfer jenes "Herren" und seiner Komplizen!


Am 18. Februar 2016 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Verbündete - gar Menschen?
Das USSyndikat und seine deutschen Politproktologen kennen diese Begriffe gar nicht.
Es sind lästige Missbrauchsopfer, die es zu entsorgen gilt. Nach der Logik des Imperiums sind übrigens unsere Politproktologen nichts Anderes. Verräter, die gegen die Interessen Ihres Volkes handeln. Der Unsympath und stest magengeschwürgesichtige deutsche Innenschmarotzer und seine Chefin im Kanzleramt, die sich nach Ihrem FlüchtlingsthemaMeinungswechselEpos wieder einmal erfolgreich weg duckt, sollten definitiv ihre Schnauze halten! Ihre transatlantischen Führungsoffiziere haben vor langer Zeit die menschliche Gemeinschaft verlassen. Und die charakterschwülen HandhebeMarionetten im Bundestag sind auf dem besten Wege dahin.


Am 18. Februar 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Die Nahost-Journalistin und Autorin Karin Leukefeld hielt heute abend einen Vortrag in der sehr gut besuchten Kölner Lutherkirche mit anschließender Diskussion. Zwei der vielen von ihr angesprochenen Punkte, die mir erklärungsbedürftig erscheinen, möchte ich erwähnen.
So unterstütze die Bundesregierung mit Steuergeldern eine bestimmte der vielen Oppositionsbewegungen, die fundamentalistisch ausgerichtet sei und zu Saudi-Arabien und der Türkei in Kontakt stehe. Man solle doch mal die Abgeordneten zur Rede stellen, wen wir denn da eigentlich mit unserem Geld unterstützen und warum.
Ein anderer Punkt erschien mir noch seltsamer. Viele der Flüchtlinge sind ja direkt im Nahen Osten von den Nachbarländern aufgenommen worden, mehr als bisher von uns. Sie erhalten aber Unterstützungszahlungen aus Europa einschl. Deutschland. Diese Zahlungen seien allerdings neuerdings bzw. letztes Jahr gekürzt worden. Eine nicht geringe Anzahl von Flüchtlingen hätte dies als Grund angegeben, nach Europa weiter zu ziehen.
Als ich in der Diskussion nach dem Grund für die Kürzung fragte, meinte sie, das wisse sie nicht, aber man müsse der Sache eigentlich nachgehen.
Im Folgenden blieb die einseitige Berichterstattung der Medien über Syrien auch nicht unerwähnt mit der Folge, dass plötzlich drei junge Männer aufstanden und einer von ihnen erklärte, er habe sich das jetzt lange genug angehört, die "antisemitische" Tendenz sei ja nicht zu überhören. Nun kann man nahöstliche Zusammenhänge kaum umfassend erläutern ohne dass das Wort Israel oder Palästinenser mal fällt, aber natürlich war der Vorwurf Quatsch. Damit nicht genug, nun hätten wir auch noch die Presse der Lüge bezichtigt und uns damit endgültig als Dunstkreis von Pegida offenbart. Und mit gerechter Empörung und hoch erhobenem Kopf verließen die drei Diener des heiligen Großinquisitors den ketzerischen Tempel. des Leibhaftigen.


Am 18. Februar 2016 schrieb Stefan Heuer:


Ein Nachgeborener von Flüchtlingen hetzt gegen Flüchtlinge und sendet sie in den sicheren Tod. Das ist schon, pardon, sehr witzig, nicht? Wenn der Herr DE MAIZIERE (so heisst der Knabe) Flüchtlinge nicht mag, habe ich einen ganz heissen Tipp für ihn: Als Vorbild dienen! Daher meine Botschaft: "Lieber Herr de Maiziere, wenn sie Flüchtlinge in Länder zurückschicken möchten, die von uns zerstört und mit brutalen Regimen versehen worden sind, dann möchte ich Sie herzlich bitten: seien Sie ein Vorbild! Ihre Familie ist aus Frankreich wegen der dortigen zeitweisen Unterdrückung der Hugenotten nach Preussen geflohen. (Für die Opfer der BRD-Bildungspolitik: Preussen war ein Staat, in dem die TOLERANZ gegenüber der Religion herrschte). Preussen verdanken wir den Klassiker, das "jeder nach seiner Fasson selig" werden möge. . Herr de Maiziere verdankt also den schlichten Umstand seiner biologischen Existenz dem Umstand, dass Menschen TOLERANZ gegenüber seinen Vorfahren gewahrt und diese als ASYLANTEN aufgenommen hatten. Man könnte auch sagen: Preussen war MENSCHLICH, aber dieses Wort kennt Herr de Maiziere ja nicht. Also, zum Mitschreiben: Ohne Asyl, ohne Preussen kein Thomas de Maiziere - so einfach. Also, sehr geehrter Herr de Maiziere, wenn Sie meinen, Deutschland könne sich Asyl für Bedrängte nicht leisten, Deutschland könne sich hingegen unter ihrer Regie vielmehr die Ausghebelng der Genfer Konvention leisten, bitte. Dann tun Sie uns allen den Gefallen und erfüllen Sie vorbildlich die Anforderungen, die Sie an andere stellen. Nach seriösen Informationen ist Ihre Heimat, Frankreich, ein sicheres Herkunftsland. Wann dürfen wir Ihre Abreise feiern?
Ach so, und packen Sie bitte ihren schwiemeligen Verwandten Lothar gleich mit ein, danke.

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