Merkel gewinnt Ukraine-Wahl

Ihre Partner: Offene und weniger offene Nazis

Autor: U. Gellermann
Datum: 27. Oktober 2014

Welch ein schaler Triumph: Merkels Mann in Kiew, Petro Poroschenko hat irgendwie die Wahl gewonnen. Gut, es war nicht völlig überraschend, hatte doch die Bundeskanzlerin schon bei ihrem Kiewer Instruktionsbesuch im August 500 Millionen Euro aus deutschen Steuergeldern auf seinen Tisch gelegt. Ein Teil davon hatte der arme Oligarch gleich in Streubomben angelegt, aber dieser oder jener Cent floss auch in den aktiven Wahlkampf für den "Petro-Poroschenko-Block", jene Partei, deren Spitzenkandidat Vitali Klitschko hieß und der auf ein energisches "Sitz!" aus der Konrad-Adenauer-Stiftung seine eigen Partei "Faust" nur noch in der Tasche ballen darf. Aber damit ein annehmbares Wahlergebnis gesichert werden konnte, hat "Pjotr Poroschenko Krwawy“ (Peter der Blutige), wie man ihn gern und treffend in der Ost-Ukraine nennt, von seiner Berliner Chefin rechtzeitig vor den Wahlen weitere drei Milliarden "Brückenfinanzierung" geschenkt bekommen.

"Es gibt eine Notwendigkeit einer gewissen Brückenfinanzierung", sagte die Merkel jüngst in ihrem unnachahmlichen Deutsch auf dem letzten EU-Gipfel. Das sind die drei Milliarden der immer noch offenen, von den Russen bisher gestundeten Gasrechnung. Denn wenn die nicht endlich bezahlt wird, kann es in Kiew sehr, sehr kalt werden. Und Wähler, die Angst vor dem Frost haben, die könnten was Falsches wählen. Also ergab sich eine gewisse Notwendigkeit. Während zum Beispiel die Griechen höchst gern eine solche Brücke gebaut sehen würden, immerhin gehörten sie lange Zeit doch zu den besten Kunden der deutschen Waffenindustrie, denkt Angela Merkel weiter: Der neue ukrainische Markt ist ihr die Zukunft. Auch deshalb wusste die Haus-Nachrichten-Sendung der Kanzlerin, die "Tagesschau", schon Tage vor der Wahl: "Ukraine: EU-Wahlbeobachter rechnen mit freier Wahl".

Etwa zwei Millionen der Wähler in den nach wie vor umkämpften Gebieten der Ost-Ukraine haben an der Wahl nicht teilgenommen. Oppositionelle Parlamentarier wurden verprügelt, mit dem Tode bedroht, ihre Parteibüros verwüstet, in Brand gesteckt, die Kommunistische Partei soll sogar verboten werden, aber die ARD rechnete, auf EU-Wahlbeobachter gestützt, mit einer "freien Wahl". So waren denn viele Ukrainer tatsächlich so frei den Wahlen fernzubleiben: Kaum mehr als die die Hälfte der Wähler stimmte über ein Parlament ab, das für sich in Anspruch nimmt, auch über jenen Teil der Ost-Ukraine zu entscheiden, der sich nach wie vor im Bürgerkrieg befindet. Das hindert den EU-Wahlbeobachter Joachim Zeller (CDU) nicht daran, vorab die Richtung anzugeben: "Und nun wird es davon abhängen, dass das neu gewählte Parlament bald zu einer stabilen Regierungsbildung kommt, damit die Probleme des Landes - die immens sind - angegangen werden können."

Stabil, im Sinne einer Mehrheit für eine Poroshenko-Merkel-Regierung, kann es nur dann werden, wenn sich Poroschenko (20 Prozent) auf einen Freund der Merkel-Freundin Timoschenko stützt: Auf den bisherigen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk und dessen Partei "Völkische Front" (20 Prozent), die einen zweiten Platz erreicht hat. In deren "Militärrat" sitzt der Führer des faschistischen Bataillons Asow- als Mordbrenner aus der Ost-Ukraine bekannt. Von Jazenjuk selbst stammt dieses Nazi-Zitat: "Sie (in der Ost-Ukraine gefallene Regierungs-Soldaten) verloren ihr Leben, weil sie Männer und Frauen, Kinder und Alte verteidigten, die sich der Gefahr ausgesetzt sahen, von Eindringlingen getötet zu werden, welche von Untermenschen gesponsert werden. Zuallererst werden wir dadurch der Helden gedenken, indem wir die auslöschen, die sie töteten, und dann, indem wir das Land von dem Bösen reinigen werden."

Wahrscheinlich wird dieser Reinigungsprozess auch von der Partei "Selbsthilfe" (12 Prozent) unterstützt werden. Sie wird vom Lemberger Bürgermeister Andrij Sadowyj geführt. In der Lemberger Region stehen rund 30 Denkmäler des Faschisten Stepan Bandera. Kritik an diesem Nazi-Kult ist vom Lemberger Bürgermeister nicht bekannt. Auch der Gedenkmarsch für die SS-Division Galizien durch Lemberg fand offenkundig seine Billigung. Da auf der Wahlliste des Bürgermeisters auch der Kommandeur des Freiwilligen-Batallions "Donbass", Semen Sementchenko, stand, ist deren christlicher Anstrich eher Tarnfarbe. Im September wurde Sementchenko vom ukrainischen Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk mit dem Bogdan-Chmelnizki-Orden dritter Klasse behängt. Für seine "Verdienste" im Kampf gegen die Separatisten. Und natürlich war der brave Mann auch schon in Washington. Sementschenko schrieb hierzu auf seiner Facebook-Seite: "Wir haben mit unseren amerikanischen Freunden über Anti-Panzer-Waffen, Radar, Drohnen und viele andere nützliche Dinge zur Verteidigung unseres Landes gesprochen. In Washington versteht man, was unser Ziel ist.“

Deutsche Medien kommentieren die Wahlen als einen "Sieg pro-europäischer Kräfte". Da weiß man, was der Mainstream für europäisch hält. So wird die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland zum Partner einer mit Nazis gespickten Regierung werden. Und wer sich darüber wundern sollte, der muss sich nur daran erinnern, dass der Außenminister der Merkel, Frank-Walter Steinmeier, schon damals auf dem Majdan mit Faschisten verhandelt hat und aktiv an einem Regime-Change beteiligt war. Mancher Triumph hat eben seinen Preis.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 30. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Sehr geschätzte Frau Reyes Carillo,
ich bitte um Verzeihung für die falsche Anrede. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich in Kenntnis des alten spanischen Namensrechtes davon ausgegangen bin, dass es sich bei Ihnen um zwei Nachnamen (Vater und Mutter) handelt und ein Vorname nicht genannt wurde, so dass ich in alter patriarchalischer Gewohnheit die männliche Anrede wählte, was Ihnen aber aus dem spanisch-lateinamerikanischen Sprachraum vertraut sein müsste, da das hier stets so gehandhabt wird. Die Spanische Sprache ist doch noch viel patriarchalischer strukturiert,als die DEUTSCHE. Nehmen wir nur mal als Beispiel das Wort "hombre" was sowohl "Mensch", als auch "Mann" bedeutet.
Aber wie bereits eingangs bemerkt, ich entschuldige mich und werde es zukünftig beachten. Ich wünsche noch einen schönern Tag.


Am 29. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Herr Korty, 
ich knicke erhobenen Hauptes ein und gebe Ihnen - natürlich - Recht. Ich vergaß bei meinem leichtsinnigen Gefasel von `demokratischen Wahlen´, dass es solche vor der Revolution freilich gar nicht geben kann. So wie Sie Ihre Frage nicht rhetorisch meinten, so wenig ironisch meine ich meine Antwort. Es ist eben so und Sie haben Recht. 
Ich bin aber nur so lieb zu Ihnen, wenn Sie mich künftig mit Frau Carrillo ansprechen würden, ok?



Am 29. Oktober 2014 schrieb Manfred Ebel:

@ Hartmut C. Hoffer, eine Ergänzung:

Einmal schrieb ich unserem BM nach den Wahlen. (Daran beteiligten sich knapp 50%. Von den abgegebenen Stimmen wählten 20% CDU.):
"Übrigens stützt sich Ihre `Trachtengruppe´ ja auch auf gerademal 10% der Wählerstimmen. Wieso regieren Sie dann?"

Nun will ich ja CDU nicht mit den Wahl"siegern" in der Ukraine gleichsetzen, vordergründig definieren sie sich anders. Jedoch wundere ich mich immer wieder auch, wie Menschen von einer auf die nächste Wahl völlig (D, `89) umschwenken oder praktische Nachbarn (Ukraine/Krim) diametral entgegengesetzt wählen. Es ergibt sich mir ernsthaft die Frage nach der Mündigkeit der Bürger - mich inklusive!

Sollten unsere Peiniger Recht haben mit ihrer Einschätzung, die Masse der Menschen seien nicht entscheidungsfähig, müssten somit ohnehin Souveränitätsrechte abgeben?
Hier versammelt sich ja auch man gerade das Fähnlein der sieben Aufrechten. Da wollen wir uns doch nichts vormachen?!
 


Am 28. Oktober 2014 schrieb Hartmut C. Hoffer:

Unerträgliches Gejaule im ARD-ZDF- Tagespresse - Mainstream: Pro-Europäer haben gesiegt ! 
Statt meines Kommentars ein - Zitat von R. Kresse - eine wohltuende Replik in NDS auf O. Pascheit : "Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass nach aktuellem Stand abgerundet (!) 17% der Stimmen auf Rechtsextreme und Neonazis entfallen, weitere 20%+ auf Ultranationalisten mit rechtsextremen oder neonazistischen Tendenzen.(...) die Ergebnisse dieser Wahl sind in höchstem Maße besorgniserregend, wenn man sich nüchtern die Positionen der entsprechenden Gruppierungen und ihrer Akteure ansieht. Nicht zu vergessen die zahlreichen paramilitärischen Milizen, die offen Nazi-Symbole zur Schau stellen und von denen kaum zu erwarten ist, dass sie einfach friedlich zu Haus und Hof zurückkehren werden." 

Es ist erschütternd für mich zu sehen, wie USA/EU in der Ukraine mit brutalster Gewalt geputscht haben und nun mit ihren Werkzeugen, diesen mörderischen Putischsten, zusammenarbeiten und so tun, als sei ja jetzt alles in bester Ordnung: Pro-europäisch ! 
Und im Nahen Osten das gleiche Spiel: Islamist. Halsabschneider und Mörderbanden aufbauen und benutzen für die eigenen Ziele und nun - als unüberbietbare Chuzpe - deren Bekämpfung als das `total Böse´ ausgeben und sich wieder mal als Retter der Welt gerieren !

Quo vadis Blauer Planet, Meere, Berge, Wälder ... Geschöpfe ...? 

Für dich Uli - auch wenn es etwas martialisch klingt: 
"Wir sind in diese Welt geboren, um endlich (den Krieg) zu (be)siegen - uns bleibt keine Wahl."
- Hannes Wader 




Am 28. Oktober 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Als ich am Sonntag in den Nachrichten die Bilder von der Wahl sah, natürlich fein drapiert mit dem Oligarchen mit der Ausstrahlung eines Hauptdarstellers in Marion Puzis Werk, dem zum „Mr. Fäustling“ degradierten Mitstreiter und der Zopfjule da ahnte ich, dass dies Uli Gellermann genau so „erschüttern“ würde, dass er drob direkt einen Beitrag der Kategorie „Was man wissen muss“ produzieren würde. Ich habe mich nicht getäuscht. Danke dafür.

Ich bin dem Hinweis auf den Link bei den von mir eigentlich geschätzten Nachdenkseiten nachgegangen – und ja, es war eine Strafarbeit, das „Werk“, besser: den „Filibuster“ von Orlando Patscheid in Gänze zu lesen. Gereicht hätte eine einfache Stellungnahme: Sorry, da habe ich die Anführungszeichen vergessen. Natürlich war die Bemerkung reine Ironie.

Dass dem nicht so war und er das todernst meinte, zeigten die anschließenden Ausführungen mit Beschönigungscharakter. Man konnte dran tippen, dass er es nunmehr einem jeden Recht machen wollte. Bedauerlich zwar, dass Julchen mit der Kalaschnikow doch noch mitspielen müsse, so es um eine Verfassungsänderung gehen würde. Aber: Alles gar nicht so schlimm. Denn man sollte ja die Bemerkungen der Dame nicht überbewerten. Diejenigen der brutalsten Art, wo sie doch Putin „mördern“ wollte. Kopfschuss. Ne, das wird ja ein jeder verstehen, das ist mal so dahingesagt. Und eigentlich ist das ja wohl eine ganz Liebe. Merkel hatte die ja auch ins Herz geschlossen. Genauso wie den Boxer. Aber irgendwie hatte sie da auf falsche Pferde gesetzt. So richtig gefragt waren die bei niemandem. Der Boxer hatte noch Glück, dass er endlich mal einen Posten ergattern konnte. Wo es schon nicht die „Landeskrone“ war. So erscheint er jetzt als treuer Gefolgsmann des Oligarchen, dem er ja Unterstützung zugesagt hatte. Und betteln kann er immer noch. Nicht dass er oder der patriotische Poroshenko noch fürs Vaterland in ihre Privatschatullen greifen müssen. Wie gut, dass es eine verständnisvolle Mutti in Deutschland gibt.

"Ich fürchte nicht die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten" Theodor Adorno


Am 28. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Sehr geehrter Herr Reyes Carillo,
sie kommen von diesem Kontinent, ich lebe seit knapp fünf Jahren auf diesem Kontinent.
Zuvor habe ich mein Leben lang politisch aktiv in linken Parteien gearbeitet und somit auch an allen (bürgerlichen) Wahlen teilgenommen (Wahlkampf gemacht und stets selbst gewählt).
Das halte ich auch nach wie vor für richtig, obwohl die Aussage der US-Amerikanischen Anarchistin Emma Goldmann: "Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten" zutrifft Was wie ein Widerspruch klingt ist keineswegs einer! Denn selbstverständlich ist es so, dass erstens in Wahlkampfzeiten ein etwas höheres Mass an Politisierung der Menschen festzustellen ist, was für politische Diskussionen und Auseinandersetzungen (Agitation) nutzbar gemacht werden sollte und zweitens sind die Ergebnisse, auch bürgerlicher Wahlen, durchaus ein Gradmesser (wenn auch ungenauer) für die Stimmungslage der (Wahl)Bevölkerung. Und selbstverständlich auch die höhe der dabei erzielten Wahlbeteiligung. Was aber wiederum nichts daran ändert, dass mit Wahlen noch niemals gesellschaftliche Machtverhältnisse geändert werden konnten. Solche Versuche sind stets an konterrevolutionären Aktionen gescheitert. Sie selbst haben vor ein paar Tagen an eines dieser schrecklichen Beispiele erinnert, an den 11. September 1973 in Chile.
Zum Schluss noch eine (keine rhetorisch gemeinte) Frage zu dieser Thematik: Was sind denn ihrer Meinung nach "demokratische" Wahlen und wo gibt es die ???


Am 28. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Herr Korty!

Zunächst: Ich verneige mich stets wieder vor Ihrem fundierten Geschichtswissen, mit dem Sie immer wieder recht interessante Ableitungen zur Gegenwart bilden. Dies ist mitnichten ironisch gemeint. Da ich nicht aus diesem Land stamme, nicht aus Europa, sondern aus anderen politischen Kontexten, haben Sie bitte Nachsicht mit meinem an dieser Stelle mangelnden Grundwissen.
Was der Marxismus ist, glaube ich hingegen zu erahnen. Wissen indes tue ich bis tief in die Eingeweide um den Streit, den Marxisten dauernd und überall um den Weg in die „Freiheit“ führen. Um die beglückende Stimulanz dieses kultivierten, irgendwie oft auch geradezu fetischistisch anmutenden Streites weiß ich natürlich auch. Sie doch sicherlich ebenso. Deshalb an dieser Stelle gleich: Ich werde mich garantiert nicht daran beteiligen.
Wenn Sie aber innerhalb weniger Tage unwidersprochen und wiederholt über den Unsinn von Wahlen an sich (auch demokratischen) belehren, dann möchte ich in aller Bescheidenheit mitteilen, dass ich das anders sehe. Freilich, nach der reinen Lehre… Glauben Sie mir einfach, ich kenne das alles auswendig und kann es sogar rückwärts aufsagen. Und vor allem: Ich finde es absolut richtig. Was und wie sonst? Dessen ungeachtet ist nicht jede/r, die/der so tapfer wie Sie der Revolution entgegen-, ja was - entgegen sieht, kämpft, wartet? Also, nicht alle, die das mit der Stunde der Revolution gegenwärtig nicht so konkret erkennen können und trotzdem ein Trotzdem bekennen, sind zwingend doof. Dies meine - zugegeben – mehr als schlichte Botschaft.


Am 28. Oktober 2014 schrieb Peter Hammesfahr:

Die Rationalgalerie gehört zu einer der letzten linken Bastionen, die in der Ukraine-Frage nicht auf den Trick der Pro-Europäer reinfällt, die ihre Nazi-Nähe tarnen.


Am 28. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Heute geht der NachDenkSeiten-Mitarbeiter Orlando Pascheit in die Vollen und versucht, in einer langen, unerträglichen Stellungnahme seinen flapsigen Spruch von gestern: „Damit dürfte die Mär von der faschistischen Ukraine erledigt sein“ zu verteidigen. Da dies in Form, Begründungsebene und politischer Selbstanzeige ein für die NachDenkSeiten denkwürdiger Tag ist, möchte ich alle Freunde und Leser dieser Seite bitten, selbst nachzulesen:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=23733#h01
(Bitte nach unten scrollen!)

Pardòn Uli, aber ich finde diesen Hinweis wichtig angesichts der Reputation, die die NachDenkSeiten in der deutschen/deutschsprachigen Gegenöffentlichkeit genießen. Schließlich gehören die Rationalgalerie und ihre Macher nach Pascheits Meinung auch zu den "Denkfaulen, die sich schnell einem Lager zurechnen wollen"...


Am 28. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Georgi Dimitrov, der Hauptangeklagte im Nazi-Schau-Prozess zum Reichstagsbrand 1933 und spätere erste Präsident der Volksrepublik Bulgarien, hat sie mal treffend als `wildgewordene Kleinbürger´ charakterisiert, die Faschisten ! ! ! 
Darüber hinaus sind sie stets die `nützlichen Idioten´ der herrschenden Imperialisten und willfährigen Handlanger, wenn es darum geht Machtverluste zu verhindern, oder neue Einflussbereiche zu erobern. Dann wird ihnen zur Machtergreifung auch selbstverständlich großzügig finanziell und propagandistisch unter die Arme gegriffen.
Historisch klassischstes Beispiel dafür ist die Unterstützung Hitlers durch die Kohle-, Stahl-, und Rüstungsindustrie , nach dem Treffen mit ihm 1932 im Düsseldorfer Industrieclub.
Finanziell üppig ausgestattet und propagandistisch begleitet durch den damaligen Hugenberg-Medien-Konzern, stiegen die Wahlergebnisse der NSDAP sprunghaft auf etwas über 37 % an.
Was damals funktionierte und sich bewährt hat, kann der Marionettenkönigin aus dem Geschlechte derer von Uckermark heute nur recht und billig sein. Bewährte Methoden müssen bewahrt und immer wieder angewandt werden.
Und noch ein Wort zu Ihnen Herr Sven Heuser:
Ihre Wahlergebnis-Nachrechnung ist ja nett gemeint, aber eigentlich überflüssig, weil durchaus Standard. In `Gottes eigenem Land´ der Ur`DEMOKRATIE´ der sogenannten westlichen Welt, in GRINGOlandia, erreicht die Wahlbeteiligung selten mehr als 50% der Wahlbevölkerung. Da werden die jeweiligen GRINGO-BOSSE stets mit kaum mehr als einem Viertel der Wahlberechtigten gewählt, und zwar sogar ohne Bürgerkrieg in einem Teil des Landes, was noch nie jemanden gestört hat. 
Da Wahlen sowieso nichts an den Machtverhältnissen ändern (können), sie nur ein Schauspiel für die Massen sind, ist die Verweigerung dieses Unsinns, eher schon ein positives Zeichen. Zumal besonders dann, wenn ernst zunehmende Alternativen schon im Vorfeld massiv behindert oder gar verboten wurden.


Am 27. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Das hat gut getan. Noch einen Schluck späten Five-o’clock-Tea (ohne Milch!) hinterher – und der Tag darf etwas besser enden, als er begonnen hatte. Die Meldungen in einer ersten, frühen Presseumschau verhießen nur den üblichen, verlogenen Dreck. Danke, Uli, für diese ersten unerlässlichen Informationen, Einordnungen und Zuordnungen!

Denn es geht schließlich auch anders innerhalb der Gegenöffentlichkeit. In den sehr verehrten NachDenkSeiten nämlich lässt in einer Anmerkung zu einem Spiegel-Artikel über die Ukraine-Wahl der fleißige NachDenkSeiten-Mitarbeiter Orlando Pascheit dies hier verlauten: „Damit dürfte die Mär von der faschistischen Ukraine erledigt sein“. Und das wird dann so veröffentlicht. Unglaublich, aber wahr.
Tja, Uli, dort, auf „der kritischen Webseite“ weiß man eben, wie das so ist mit den Nazis in der Ukraine: Nix is’!
Und so wird deine zweite Überschrift „Ihre Partner: Offene und weniger offene Nazis“ zur alles übertönenden Hauptbotschaft. Diese Tatsache darf niemals aus den Augen verloren werden – noch weniger dann, wenn man sehen muss, wer nicht alles das lästige Faschismus-Thema in der Ukraine sang- und klanglos vom Tisch hätte.

Und wo bleibt eigentlich der versammelte bundesdeutsche Kotau vor der Russischen Föderation, die mit Wladimir Wladimirowitsch Putin an der Spitze diese (Teil-)Wahlen anerkannt hat? Hä, wo? Welchen Beweis konstruktiver, deeskalierender Politik soll denn noch geliefert werden? Von der klugen, friedenspolitisch eindeutigen Weltsicht ganz abgesehen, die Herr Putin am 25.10. in Sotchi zu erkennen gegeben hat. Wie bitte? Ja, Putin ist, soweit mir bekannt, kein Marxist. Und nein, Putins Visionen einer lebenswerten Weltordnung befriedigen meine Vorstellungen diesbezüglich ganz und gar nicht. Aber Jetzt ist Jetzt. Doch zurück zum Reden. Man denke bitte beim Reden auch an den Antagonisten Putins, an die Rede Barack Obamas vor der UNO einen Monat zuvor: Das war das ganz klar und eindeutig psychopathisch zu nennende Gesabbel eines megalomanisch Gestörten in der Funktion als gewählter Patientensprecher einer an Megalomanie erkrankten Gesellschaft und Staates.


Am 27. Oktober 2014 schrieb Markus Schmitz:

Leider wird es immer deutlicher, dass Deutschland, in blinder Unterstützung der geschwächten USA, den Weg zu beschreiten sucht, den die USA schon seit Ende des II. Weltkrieges beschreitet. Dies meist für sich erfolglos, sowie mit schlimmen Folgen für die Welt und nachfolgenden Generationen. Halten wir uns vor Augen, dass Regime wechsel von Aussen und das an die Macht putschen einst willfähriger und vom CIA aufgebauter Machthaber, sich bis heute am Ende stets gegen die USA/ den Westen selbst gewandt hat. Überall auf der Welt mußten diese Machthaber am Ende meist von denen "entsorgt" werden, mit deren Hilfe sie einst an die Macht kamen. Ob das ein Saddam Hussain, oder ein Bin Laden waren, es gibt unzählige weitere Beispiele. All diese sogenannten für den Westen zunächst nützlichen Machthaber wandten sich am Ende gegen den Westen, vermutlich weil Ihnen die Schlechtigkeit und Heuchelei der westlichen Politik unerträglich wurde.
So bin ich doch einigermaßen zuversichtlich, dass auch Deutschland für die Folgen seines verantwortungslosen Handelns auch in der Ukraine, in Zukunft stark wird bluten müssen, wenn auch vielleicht nur finanziell.
Die Mehrheit der Bürger stimmt alledem zu, indem sie schweigt. Von den Regierenden ruhig gestellt mit der Komsumdroge. Die größte Bedrohung für die Regierenden wäre ein versiegen dieser Konsumdroge. Das Volk würde schlagartig aus dem Rausch erwachen. Die Wahrheit erkennen. Aufbegehren.
Kein wunder, dass Agela alles daran setzt die Wirtschaftskräfte koste es was es wolle mit einer neoliberalen Politik zu mobilisieren. Die Frage ist, wie lange wird ihr das gelingen? Die Zentrifugalkräfte werden in der Zukunft unweigerlich zunehmen.


Am 27. Oktober 2014 schrieb Henny Datené:

Sie sind eine der wenigen Quellen echter Information. Dafür bedanke ich mich herzlich.


Am 27. Oktober 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Eine mit ehemaligen Nationalsozialisten gespickte Regierung in Bonn unter Konrad Adenauer habe ich noch in Erinnerung. Doch die Herren gaben sich immerhin zumindest äußerlich geläutert, auch wenn sie ihre Ost-Erweiterungswünsche stets am köcheln hielten.
Vor 25 Jahren kam Luftzug in die Glut und Öl obendrein in die Flamme des Übermuts. Statt Dankbarkeit und Demut stellte sich Überheblichkeit ein, und dem Europa-Gedanken wurde ein militaristisches Kleid übergestülpt - und siehe da: Das vereinte Deutschland zwirbelt seitdem im genährten Aufwind mit unübersehbarem Rechtsdrall dreist erneut ostwärts, wenn auch geschickt unter neuer Fahne und dem Tarnwort Demokratie.
Heinrich Heine würde staunen, wie zutreffend lebendig seine beiden Zeilen im Jahre 2014 immer noch sind: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!"


Am 27. Oktober 2014 schrieb Sven Heuser:

Man kommt ob der Ergebnisse aus dem Lachen nicht mehr raus.
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann waren bei dieser "richtungsweisenden" Wahl von 45,5 Mio. Einwohnern in der Ukraine ca. 36 Mio. Wahlberechtigte. Bei einer Wahlbeteiligung von 52,4% (2012: 58%) haben (lt. offiziellen Angaben) rund 19 Mio. Ukrainer an der Wahl teilgenommen*. 



Das ergibt für die langjährigen Parteienwendehälse folgende Ergebnisse:
Rund 22% = 4,2 Mio. wählten die Paarung Waffenoligarch-Rummelboxer Poroschenko-Klitschko.


Rund 22% = 4,2 Mio. wählten die State-Department-NATO-Partei Yats-Volksfront.


Rund 5,7% = 1,1 Mio. wählten die Timoschenko, die an der Regierung beteiligt werden soll.


Die zukünftige Regierung vertritt in Summe demnach 9,5 Mio. = 21% der Einwohner der Ukraine, das sind die, die so spektakulär FÜR die EU demonstriert, gekämpft, sich entschieden haben. Hahaha? Ein echter Merkel-Sieg. Gehts noch lächerlicher?



Für Europa ist eine Nebelkerze, denn die Ukraine liegt auf dem Kontinent Europa. Was wollen die Leute da groß entscheiden?



*Die wahrscheinlichen Manipulationen der üblichen Verdächtigen (US-State Department, NATO, CIA, KAS etc.) spekulieren wir bei dieser Betrachtung jetzt mal nicht. Ein Manipulationsindikator ist, dass die Yats-Partei um einige 0-Komma-Werte VOR dem Poroschenko-Klitschko-Bündnis liegen soll.
Grosses Kino - Popcorn.



Am 27. Oktober 2014 schrieb Jack Postinga:

Das muss man mal googeln: Man gibt die Stichworte "ukraine wahl europäisch" in die Suchmaschine unter "News". Dort bekommt man, gestützt auf die aktuellen Meldungen aus aller Art Medien, in Bruchteilen von Sekunden 56.700 Treffer. Die sind dann garniert mit "pro-europäische Kräfte siegen" oder "Mehrheit für pro-europäische Kräfte" und "Poroschenko auf EU-Kurs". Kursabweichungen können die Einheits-Chefredakteure nicht zulassen. Welch eine trostlose Medienlandschaft!


Am 27. Oktober 2014 schrieb Pat Hall:

Anscheinend haben Medien & Merkel jedes Maß an Fiedensbewusstsein verloren.
Wir werden Zeugen wie die Berliner Regierung sich an der Installtion der Faschisten beteiligt und auch Mordmaschinen zu lässt.
Merkel & Steinmeier werden sich an der Unterstützung von Faschisten messen lassen müßen.
Und die EU hat den Friedensnobelpreis bekommen oder bin falsch Informiert?
Danke an U.G. und Kompliment für die klare Darstellung der Situation in der Ukraine.


Am 27. Oktober 2014 schrieb Martin Lechky:

Na entlich sind die Wahlen vorbei, nun kann es munter weiter gehen mit der Bereinigung des ressourcenreichen Ostens, schliesslich haben einige Konzerne berechtigte Intressen in dem Gebiet.
http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=759928.html


Am 27. Oktober 2014 schrieb Hans Jon:

An die "POROSHENKO-MERKEL-REGIERUNG" eine alte Volksweisheit:
Wer im russischen Gas-Haus sitzt, der sollte nicht auf Russland mit Waffen werfen! 
Ofenbar ist "der Drang nach dem Osten" ein von Merkels Vater Kasner ihr vererbter Geburtsfehler, eine "OST - Sehn - SUCHT"!
Merkels Vorfahren sollen ja aus Polen stammen .. aus Kazmierczak wurde Kasner, Merkels Mädchenname.. 
1954 kamen Vater Kasner mit Familie von Hamburg in den DDR-"OSTEN" als "der Rote Kasner"! Merkel selber reiste als DDR-FDJ-Sekretärin für "Agitation & Propaganda" studienhalber und privat öfters nach Moskau, Polen und in die Tschechoslowakei.
"Früh übt sich wer ein NATO-OST-Erweiterer werden will"!
 


Am 27. Oktober 2014 schrieb Christoph Pauli:

Jetzt kann eigentlich die Merkel CDU bei den nächsten BT-Wahlen mit der NPD koalieren und dabei die AFD rechts überholen. Wenn Merkel und die K. A. Stiftung schon eine Regierung in Kiew mit Naziattitüden unterstützt, welche Lustrationsgesetze einführt.
Aber was solls- die Ukraine liegt da voll im Rechten Trend der letzten EU Wahlen.


Am 27. Oktober 2014 schrieb Rainer Wegener:

Mein Kompliment: Sie liegen mit Ihrer Ukraine-Wahlberichterstattung deutlich vor allen anderen Medien. Nur die "Neue Zürcher Zeitung" war ähnlich schnell. Allerdings mit dieser Überschrift: "Ukraine stimmt für Europa - Reformkräfte gewinnen die Parlamentswahl". Das ist mehr als peinlich. Bei Ihnen kann man alternativ die wirkliche Analyse lesen.

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