Macron der Wundertäter

Russland liegt auf dem Mond

Autor: U. Gellermann
Datum: 02. Oktober 2017

Schon im französischen Wahlkampf erweckten die deutschen Medien den Eindruck, als wäre Emanuel Macron vom Himmel auf die Erde herabgestiegen. Nur um uns alle zu erlösen. Macron war jung, was man von vielen Eurokraten kaum sagen kann, er trug Anzüge von Jonas & Cie „eine Adresse für Eingeweihte“ wie die WELT zu schwärmen wusste und die TAZ konnte ihn stilsicher in die „Slim Fit-Politikergeneration“ einordnen, das sind die Jungs ohne Hüften. Und alle Kommentatoren hoben lobend hervor, dass Macrons Frau fast 25 Jahre älter sei als er. Welch ein großartiger Beleg für den Politikverstand des französischen Präsidenten. Doch erst mit Macrons jüngster Rede an der Sorbonne, der „Initiative für Europa“ brachen alle Dämme: Wogen der Begeisterung überschwemmten die Gestade herkömmlicher Medienkunst: Die WELT schwang über von einer „ Weltregierungserklärung des Emmanuel Macron“, das HANDELSBLATT war sich sicher, dass Macron „Europa“ neu erfinden wolle, die TAZ sah ein neues „Europa“ beschworen und der SPIEGEL zitiert zustimmend die: "Neugründung Europas“. Ein Wundertäter schien geboren.

Und alle, alle übernehmen Macrons arrogante Diktion nach der „Europa“ nichts anderes sei als die Europäische Union, ein Gebilde dessen Hauptstadt Brüssel heißt, dessen Flüsse aus Geld bestehen und dessen Gipfel sich im Aktien-Index abbilden. – Gut, man darf vielleicht die Schweiz kurz unerwähnt lassen, wenn man über Europa in Begeisterung ausbricht. Auch mögen Aserbeidschan, Norwegen oder Armenien, alles keine EU-Staaten, sich mit „Europa“ angesprochen fühlen, wenn der modische Napoleon aus dem nordfranzösischen Amiens die ihm bekannte Welt neu ordnet. Aber wenn in seiner Rede Russland (Russie) nur ein einziges Mal vorkommt, nämlich wenn er sich um die Aufnahme der Balkanländer in die EU sorgt, damit die nicht „nach Russland zurückkehren“, dann platzt der üblich-üble französische Imperialist vor lauter eingebildeter Kraft aus dem Pariser Maßanzug. Seine Frau unterrichtete ihn einst in Französisch und Latein, in Geographie offenkundig nicht. Auch im Echo deutscher Medien fällt diese Leerstelle nicht auf. Denn deren Weltbild ist von ähnlicher Beschränktheit. Man bleibt in der Macron-Rede-Auswertung brav bei der EU-Innenpolitik stehen. Aber wäre die Europäische Union nicht beinahe, im Schlepptau der USA, rund um den Kiewer Maidan, in einen Krieg mit Russland verwickelt worden? Pflegt die EU nicht bis heute brav eine Reihe von Sanktionen gegen Russland, die sie erst jüngst verschärft hat? Doch glaubt man der Macron-Rede, dann liegt Russland auf dem Mond, keinesfalls in Europa.

Es ist die sattsam als Regierungs-Erklärungs-Maschine bekannte TAGESSCHAU, der eine außenpolitische Stelle in der Macron-Rede wohlwollend aufgefallen ist: „Eine gemeinsame Interventionstruppe und ein gemeinsamer Verteidigungshaushalt sollen die EU nach dem Willen Macrons auch militärisch zusammenführen. Der französische Präsident forderte eine gemeinsame Verteidigungsstrategie, die bis Anfang der 2020er-Jahre definiert wird.“ Verteidigung gegen wen? Gegen Mali, wo französische und deutsche Truppen schon jetzt das Gold des Landes gegen seine wahren Besitzer verteidigen? Oder gegen Syrien, auf dessen Territorium sich französische Fallschirmjäger illegal aufhalten und den deutschen Fliegern am Himmel über Syrien zuwinken können? Es ist eine Mischung aus schlechter Angewohnheit und geringer Bildung, dass die Tagesschau-Redakteure nicht wissen wollen, dass „Intervention“ nichts mit Verteidigung zu tun hat, sondern nur das Tarnwort für die militärische Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder ist.

Wenn man bei Macrons zu Hause und in den deutschen Redaktionen schon nicht weiß, dass Russland das flächenmäßig größte europäische Land ist, dann sollte sich doch jemand im Élysée-Palast finden lassen, der dem ach so frischen Macron mal folgendes erklärt: West-Europa und Russland sind wirtschaftlich eng miteinander verflochten. Sieben Prozent aller Ausfuhren der EU sowie 12 Prozent aller Einfuhren entfallen auf Russland. Nach den USA und China ist Russland der drittwichtigste Handelspartner der Gemeinschaft. Und wer weiß, vielleicht gibt es auch einen Geschichtslehrer im Palast, der dem neuen Hausherrn erklärt, dass die Franzosen ihren Kampf gegen Hitlerdeutschland nicht ohne die ziemlich russische Sowjetunion überlebt haben. Auch dass es das Frankreich zur Zeit General de Gaulles war, das seine relative Unabhängigkeit von den USA primär den Widersprüchen zwischen den Großmächten und einer zeitweiligen politischen Nähe zu Russland verdankte. Eine Lehre, die gerade jetzt, in der Phase der Trump-Wirren, schöne Ausblicke auf eine neue Eigenständigkeit der EU verschaffen könnte. – Zwar hat die deutsche Medienlandschaft keine Vorliebe für Donald Trump entwickelt, aber über das Verhältnis zu Russland nachzudenken, um Freiräume der deutschen Außenpolitik zu finden, das verlangte ja eigenständiges Denken. Eine Übung, die in den deutschen Redaktionen einem Wunder gleichkäme. Mon Dieu!

Wundertäter, dass weiß man aus der Legenden-Forschung, tun in Wahrheit keine Wunder. Sie tun nur so.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. Oktober 2017 schrieb marie becker:

"Aber wäre die Europäische Union nicht beinahe, im Schlepptau der USA, rund um den Kiewer Maidan, in einen Krieg mit Russland verwickelt worden? Pflegt die EU nicht bis heute brav eine Reihe von Sanktionen gegen Russland, die sie erst jüngst verschärft hat? Doch glaubt man der Macron-Rede, dann liegt Russland auf dem Mond, keinesfalls in Europa."

Wer hat denn bemerkt, dass Trumps Austritt aus der UNESCO und aus dem Iran-Atomabkommen von eben den selben Entscheidungen in Israel mit vollzogen wurden? Israel begehrte immer schon den Iran völlig zu isolieren und gegen ihn (kriegerisch) vorgehen zu können, auch mit atomaren Waffen...
wen in der EU haben diese Entscheidungen interessiert? etwa Macron? etwa Frau Merkel?
man lächelte arrogant über Trump, buckelte weiter vor Netanjahu...der ein gefülltes Arsenal an atomarer Bewaffnung verfügt...auf russische Bedrohung springt man gern auf ... weil das Risiko Putin ließe sich provozieren weil er zu clever und intelligent ist, Konsequenzen mit einzubeziehen als klein betrachtet wird?

Antwort von U. Gellermann:

Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: Trump buckelte von Beginn an vor Netanyahu und dienerte vor Saudi Arabien.


Am 05. Oktober 2017 schrieb altes fachbuch:

wer europa "retten" will, soll mir zeigen, wie dieser spagat zu machen ist:
seibert zu europa:
https://youtu.be/sJopWXhkwu0
und orban's sicht:
blob:https://www.youtube.com/a06d4879-8abe-4102-91ec-9d1dc8cc7028

ein kreis wird nie ein quadrat:)
und macron weiss es, dass macht diese spezie beliebig, aber eben auch gefährlich!!


Am 04. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Danke, Simone Birgersson. Ein wichtiger Hinweis. Etwas genauer sollte ich sein, bei diesem sensiblen Thema.


Am 04. Oktober 2017 schrieb Karola Schramm:

Ich denke eher, dass große Teile unserer Medien gerne auf dem Mond leben und nicht wahrhaben wollen oder können, dass die westl. PolitikerInnen auch der smarte Marcron, knallharte Krieger und Kriegerinnen sind, die schon seit Jahren dabei sind, für die schöne EU Europas Staatsbildungskriege zu organisieren. Zerschlagen - aufbauen - dirigieren - heißt die Parole und es sieht nicht so aus, dass Macron von seiner Lehrerin-Mutti-Ehefrau gelernt hat, was man unter Werten oder Frieden zu verstehen hat. Dass Napoleon einst an Russland scheiterte, kann für die Nachfahren ein besonderer Ansporn sein, es dieses Mal besser zu machen. Auch die Hilfe Russlands für Frankreich während des 2. WK kann als peinlich erlebt werden, wird verdrängt und nach Strategien gesucht, es jetzt aber doch besser zu machen. So hat sich Frankreich entschlossen, alle Drohnen künftig zu bewaffnen und setzt natürlich auch auf die Drohnen, die die EU jetzt bauen will. Triebfedern sind Merkel und v.d.Leyen und einige Lobbygruppen, die im Hinter-oder Untergrund fleißig daran mitarbeiten.
So ist auf www.imi-online.de in dem Artikel von 2010, "Staatsbildungskriege der EU- zerschlagen - aufbauen - dirigieren, definiert, wie das Ziel zu erreichen ist. Dort heißt es u.a.:
"Es handele sich deshalb um eine "Expansion ohne Erweiterung", mit dem Ziel, eine umfassende Freihandelszone und damit einen großeuropäischen Wirtschaftsraum zu schaffen. Auch die nächste Expansionshase werde derzeit schon ausgeplant, etwa von Mark Leonard, dem Direktor des "European Council on Foreign Relations", der beabsichtige, den EU-Großraum, von ihm als „Eurosphere" bezeichnet, auf 80 Staaten, u.a. auf ganz Afrika und den Mittleren Osten auszudehnen. So nähmen mittlerweile die Konturen des "Imperium Europa" Gestalt an. "Im Kern befinden sich die EU-Großmächte, darum gruppieren sich die alten Mitgliedsländer (EU-15) und darum herum die politisch und wirtschaftlich peripher angebunden Staaten der EU-Osterweiterung. Den äußeren Ring bilden die ENP-Staaten und schließlich die Mitglieder der Eurosphere, jener Großraum, in dem sich die Europäische Union immer offensiver als imperiale Ordnungsmacht gebärdet und auch bereit ist, militärische Gewalt zur Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen und strategischen Interessen anzuwenden§, so Wagners Fazit.

Dass wir uns in dieser militärischen Phase schon längst befinden, beweisen täglich die Berichterstattungen aus den Krisen- und Kriegsgebieten und die Zerstörunge, die die EU im Verband mit der NATO dort anrichtet. Aber auch die Gegenwehr der betroffenen Menschen ist zu spüren, die sich ebenfalls dem Terror verschreiben und hier ihr Unwesen treiben. Frankreich lebt immer noch im Ausnahmezustand und es scheint, dass das Macron und seine politische Kaste keinesfalls stört. Sie bewegen sich ja nicht auf der Straße wie "Otto und Ottilie Normalbürger." Einzig positiv, wenn es ernst gemeint war von Macron, hält er Putin nicht für einen, der Russland über die Welt ausbreiten will. Auch ist er mit Putin einer Meinung, dass Syrien auch mit Assad nicht zerstört werden darf, weil kein anderer Herrscher in Sicht sei.

Ich halte derzeit keinen Politiker für vertrauenswürdig und ehrlich, da fast alle eine Ideologie verfolgen, die an Technokratie und Wirtschaft orientiert ist, statt an den Bedürfnissen der Menschen, in Ruhe und Frieden ein gutes Leben in ihrer Heimat und auf dieser Erde zu führen.


Am 04. Oktober 2017 schrieb Simone Birgersson:

Nur eine kleine, aber nicht unwesentliche Korrektur möchte ich los werden
@ Ulrike Spurgat
"Der Dokumentarfilm "Desierto Verde" (Grüne Wiese)" heißt richtig übersetzt "Grüne Wüste". Passt auch besser zum Thema. Ansonsten habe ich nichts zu 'meckern' an dem Kommentar, eher im Gegenteil.


Am 03. Oktober 2017 schrieb altes Fachbuch:

seit 1990 die nieten in nadelstreifenanzügen meine heimat überrannten, bin ich mit solchem gesocks durch:)
lohnenswert ist die lektüre der rede (siehe link vom galeristen) alle mal.
macron erwähnt übrigens auch die usa oder die türkei und china nicht!! muss voll sein, hinterm mond;)
wahrscheinlich gilt es, den jetzigen laden "europa" überhaupt zusammen zu halten. und dies wohl mit repressiven mitteln: zunehmende zentralisierung, souveränitätsaufgabe wegen angeblichen bedrohungen von außen, gemeinsame sicherheits- und verteidigungspolitik und -strukturen, nivellierung von nationalen steuer- und sozialsystemen, bestrafung durch versagen von fondsmitteln.....
ooops, ich soll auch gefragt werden?
"Die Neuausrichtung Europas kann nicht ohne die Bevölkerungen stattfinden, sondern muss sie von Anfang an in diesen Fahrplan (durch konvente) einbinden."
ach so, konvente gibt es nur, wenn die länder es wünschen:(
"Die Schaffung eines Zugehörigkeitsgefühls ist das stärkste Bindeglied für Europa. "
und als einziger weg erscheint, per mehr fremdsprachen und auslandspraktika oder -studium die künftigen bildungseliten abzusaugen!! wer einmal in DE ist, geht doch nicht mehr zurück. auch das weiß ich seit 1990.

der glamour auch dieses galans wird verfliegen. vielleicht taucht auch bald ein leak auf. gutti in germany?? das wäre logisch und konsequent nach dem rückzug der obamas.

ach so: ausschuss geht ans werk zurück!! nadelstreifen sieht man in den blühenden landschaften seltener;)


Am 03. Oktober 2017 schrieb Arnold Winkelried:

Offenkundig sind Sie der alten deutschen Abneigung gegen die „Welschen“ verfallen. Ihre beissende Kritik an Macron klingt doch stark nach der alten Erbfeind-Leier: Der Franzmann ist zu elegant, leichtfertig und kommt gut bei den Frauen an. Das macht ihn unseriös.

Antwort von U. Gellermann:

Ein Blick in mein Bücher-Regal beweist, dass ich mit den Franzosen befreundet bin: Von Balzac, über Zola bis Sartre: Alle da. Nur dem französischen Henri IV nähere ich mich über den deutschen Heinrich Mann.

Aus gegebenem Datum wurde in der Rubrik GELESEN ein Gedicht zu deutschen Einheit veröffentlicht: Oktoberfest der Einheit.


Am 03. Oktober 2017 schrieb Karl Heinz Bernhart:

Wenn ich das über diesen Macron hier lese, dann fällt mir doch gleich unser hiesiger Ex-Messias ein, der sich, von missgünstigen Kleingeistern einer kleinen Formalie wegen zu Fall gebracht, in der reinen Luft des transatlantischen Paradieses inzwischen zu neuer Größe erhebt und wieder "im Gespräch" ist. Ein in jeder Hinsicht würdiger Macron-Partner für Deutschland!
Das wär's doch - von Mutti zu Gutti.

Wird eh langsam Zeit, dass in diesem vermieften Land die Multimillionäre nicht nur im Hintergrund die Fäden ziehen, sondern auch in der Exekutive das höchste Amt einnehmen.


Am 03. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:


@ Lieber Lutz, "unser Lutz"
Die GALERIE ist ein Glückspilz, mit ihrem hauseigenen Dichter.
Danke


Am 03. Oktober 2017 schrieb Pat Hall:

Die fetten Jahre sind längst Geschichte und kommen nicht wieder.
Politiker agieren auf den Bühnen wie Staubsaugervertreter auf Wochenmärkten um ihre Ware oder Ideen dem Stimmvieh anzubieten.
Macron&Merkel wäre nichts als ein Weiter so ins Niedriglohn-Nirvana für ganz Europa.
Wir leben in einem Zeitalter des Zorns und der Orientierugslosigkeit wo selbst ein Vegatarier sich mit Glyphosat-Gemüse vergiften darf, na und ?
Ist doch alles in der EU-Norm gestattet.
Die einzige Orientierung die mir bleibt sind Ulis Weitsicht und Kommentare und das hilft mir sehr.
Und auch einen ganz besonderen Dank an Lutz Jahoda,der in seinem Kommentar die Geschichte Frankreichs mit Wahrheit,Satire und Tatsachen mir viel Schmunzeln und Freude bereitet hat.
Gern würde ich mir den Text Ausdrucken und ihn unters Publikum verbreiten, oder?


Am 03. Oktober 2017 schrieb Lutz Jahoda:

MACRON UND MERKEL: EUROPAGRÜNDER ?
IM LICHT DER WAHRHEIT:
GERECHTIGKEITSSÜNDER !

Macron, die sprechende Schaufensterpuppe,
im Dienst europäischer Raffgiermode,
werbend für eine Gesamtländertruppe,
verschlüsselt bezeichnet als Blutwurstsuppe,
ist stolz unterwegs nach Korsenmethode.

Stress, wie Madame Joséphine ihn einst hatte,
wird es für Frankreichs First Lady nicht geben.
Doch für Frau Merkel bei jeder Debatte.
Macron nennt sie, die Allemande-Nimmersatte,
in Angst, sich womöglich zu überheben.

Dass einst schon der Kaiser aller Franzosen,
vor Moskau an schmerzhaften Frostbeulen litt,
seine Soldaten in froststarren Hosen,
meilenweit weg von Lavendel und Rosen,
schneeblind verreckten, nimmt kaum noch wen mit.

Warum auch? Wer Lust hat, Russland zu schaden,
kann täglich dies träumend schmerzfrei vollziehn:
Den Kreml als Selbstbedienungsladen,
Putin verseucht durch vergiftete Maden.
Das hätten zu gerne Paris und Berlin.

Vergesst bitte nicht, was Russland erschuf,
vom Westen behindert, auch mehrfach bedroht.
Medial unerträglich der stete Ruf
nach Sanktionen und stählernem Huf,
just aus jener Ecke, einst menschlich verroht.
Vergesst bitte niemals: Es gab dieses Land,
Germanien genannt.
Es hasste sich tot.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Uschi Peter:

Dein Beitrag wäre zum Schmunzeln, wenn er nicht so einen ernsten Hintergrund hätte, danke.
Mit Geografie haben es wohl die meisten "Europäer" nicht so. Sie werden bald die Landkarte auf eine politisch genehme Form bringen: Istanbul ist eine europäische Hauptstadt ( halb zumindest, aber die Türkei ist asiatisch!) und Russland ist asiatisch. Ja, Sibirien, aber die Bevölkerung lebt im riesigen europäischen Teil, der größer ist als das Zipfelchen Westeuropa.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Gideon Rugai:

Dazu nur soviel : Wenn in der einen Ecke der Welt plötzlich die Schlaglichter angehen, Schlagzeilen der Euphorie sich im Hauptstrom auftürmen, Dünnbrettbohrer zu Weltenrettern ausgerufen werden, dann kann man sicher sein, dass in der anderen Ecke, tief im Schatten verborgen irgendeine verdammte Schweinerei vor sich geht ....oder gerade detailliert vorbereitet wird.

Mahlzeit !


Am 02. Oktober 2017 schrieb antares56:

Es ist immer wieder eine Freude für mich, wenn ich ihre Kommentare lesen kann! Danke für ihren Einsatz trotz gesundheitlicher Probleme.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts sprachen nicht nur Marx und Engels, sondern auch Heinrich Heine dem neu geschaffenen Finanzsystem eine zutiefst revolutionäre Wirkung zu: Das ?Staatspapieren-System', so Heine, gewähre Menschen wie den damaligen Herrschern der Finanzwelt, den Rothschilds, "die Freiheit, jeden beliebigen Aufenthalt zu wählen, überall können sie von den Zinsen ihrer Staatspapiere, ihres portativen Vermögens, geschäftslos leben, und sie ziehen sich zusammen und bilden die eigentliche Macht der Hauptstädte." Eine solche "Residenz der verschiedenartigsten Kräfte, eine solche Zentralisation der Intelligenzen und sozialen Autoritäten" werde künftige Herrschaftsstrukturen begründen.
Diese global operierende, kaum kontrollierbare Macht- und Entscheidungsstruktur - diese hypertrophierte Wall Street - kann man als Geldmachtkomplex bezeichnen, wobei die Analogie zum Militär-Industrie-Komplex nicht zufällig ist.
Ein "Tiefschläfer", wer da meint, dieser "Komplex" habe nichts mit den BILDERBERGERN und ähnlichen Geheimnis-"Krämern" zu tun!
MERKEL, MACRON, LINDNER gehören dazu!


Am 02. Oktober 2017 schrieb Haejm Geiss:

Habe gerade die schweizer Studie "Die Propaganda Matrix" gelesen, Untertitel: "Wie der CFR den geostrategischen
Informationsfluss kontrolliert", da fügt sich Gellermanns Text über die Blendgranate Macron wie das letzte Puzzleteilchen.
https://swprs.files.wordpress.com/2017/09/die-propaganda-matrix-spr-tpm.pdf


Am 02. Oktober 2017 schrieb joe bildstein:

Bilder sagen mehr als 1000 Worte... auch wenn deine wieder mal richtig gut sind.

http://www.leidenartsinsocietyblog.nl/images/uploads/Celine_Image_1.jpg


Am 02. Oktober 2017 schrieb Alexander Kocks:

Emanuel Macron de Rothschild beginnt jetzt flott mit der Umsetzung der Agenda seiner Sponsoren die ihn schon ins Amt gebracht haben. Was der Tausendsassa in seiner Rede nicht erwähnt hat, ist wohl der französische Plan, dass der europäische Finanz- und Verteidigungsminister von Frankreich gestellt wird, was nach französischem Selbstverständnis alternativlos ist. Die Dame im Berliner Kanzleramt hat sich ja auch schon wohlwollend zu seiner Rede geäußert, aber glücklicherweise ist sie momentan nur geschäftsführend im Amt und kann noch nicht so richtig loslegen. Macron und Merkel sollten sich beeilen die Sanktionen gegen Russland ersatzlos zu streichen sonst ist der Zug abgefahren und die Russen werden nichts tun um ihnen dabei zu helfen die Sanktionen gesichtswahrend los zu werden.
Auch sollten sich Merkel und Macron mal die Entwicklung der Russischen Wirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft genauer ansehen. Dank der Sanktionen ist Russland zum
größten Getreideproduzent und Exporteur aufgestiegen und baut momentan rapide eine Produktionspalette auf, die das Land immun gegen die Willkür westlicher Sanktionen macht und erschließt gleichzeitig Märkte mit den Ländern die sich unabhängig vom Westen machen wollen. Die Sanktionen von Merkel und Co sind ein Gottesgeschenk für Russland, denn als Mitglied der WTO hätte Russland seine Wirtschaft nicht durch Einfuhrbeschränkungen oder Zolltarife schützen können. Ich denke in Moskau wird bald ein Ehrenmal für Merkel eingeweiht als Dank für diese Hilfe bei der wirtschaftlichen Entwicklung Russlands. Für diese wirtschaftspolitische Glanzleistung ist ihr jetzt schon der Dank der deutschen Wirtschaft und der Arbeitnehmer sicher.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Lea Berner:

Ich lache immer noch! Danke für den klugen und erheiternden Gruß zum Wochenanfang.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Besser gehts nicht.
Gelungen stilsicher, mit eleganter, spitzer Feder den "Dampfplauderer" entlarvt, auf den die ach so schlauen "Hofbericherstatter" mit Pauken und Trompeten hereingefallen sind. Für die saubere Recherche, die Hintergrundinformationen, die Analyse eines Textes, in dem die Völker der EU weder eine Bedeutung finden, noch deren Interessen zu Wort kommen, vielen Dank
Da kommt einer, aus dem politischen Nichts, Investmentbanker bei Rothschild und Co. Mit 31 Jahren in diese Position gekommen. Was für ein Überflieger, der aalglatte, schnöselige Schnösel. Das ist doch wohl nur möglich, wenn die entsprechende Skrupellosigkeit und Menschenverachtung erkennbar wurde, für die, die ihn dann 2014 zu den Bilderberger eingeladen haben, und ihn dann liebevoll, gepampert im eigenen Interesse an die Spitze Franreichs katapultiert haben. 2012 war er an einem Milliardendeal beteiligt, einer der größten Übernahmen des Jahres,den Kauf der Säuglingsnahrungssparte des US Konzerns Pfizer durch den Nahrungsmittelkonzern Nestle für 11,9 Milliarden US Dollar. Mal lesen, was ihm sein Lehrer ins Stammbuch geschrieben hat: "Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig , wer die Gesetze macht." Meyer Amschel Rothschild (1774-1812)
Wie geht das,dass Macron mit diesem Lebenslauf ausgerechnet die Interessen des Volkes vertritt, und für eine Politik steht, die Frankreich nicht zum "Armenhaus" Europas macht ?
Kein Wort über die konkreten Verhältnisse in Frankreich. Den Ausnahmezustand gibt es noch, Streiks, Abbau von Arbeitnehmerrechen, Jugendarbeitslosigkeit; die verlorene Generation: Frankreich 23,4 %, Griechenland 44,4%, Spanien 38,6%, Italien 35,5%, um nur einige zu nennen. Nun, bei Merkel hat er die Schulbank gedrückt. Vor dem ganz großen Kahlschlag, Gespräche mit den Gewerkschaften und Konzernen, um den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital in wohlklingende Ergebnisse zu lullen,und es einfach gesitteter, ohne den Klassenkampf erkennbar werden zu lassen.Geschickt eingefädelt von den Damen und Herren im Hintergrund, diesen jungen Bengel, der sicherlich nicht weiß, wie Arbeit geschrieben wird gemeinsam mit den Medien als "Wundertäter" fliegend, über Wasser gehend, und brandgefährlich, wenn er die Souveränität der Völker nicht erwähnt, wenn er beliebig, schwammig bleibt, so kann jeder das in die hohle Nuß packen, was seinen vermeintlichen Interessen entspricht, hoch geschrieben. Er ist einer von denen, die durch die Spekulationen, Leerverkäufe, Gier, und nochmal Skrupellosigkeit, Verursacher der immer noch nicht bewältigten Finanzkrise beteiligt gewesen ist, und ihn zum Präsidenten Frankreichs gemacht hat. Wieder einmal wurde der Bock zum Gärtner gemacht. 1940 unterstützten die Franzosen Philippe Petain um sich vor den Nazis zu schützen, der dann aber da genaue Gegenteil tat. -
Millionen europäischer Arbeiter arbeiten für niedrigste Löhne, ohne Absicherung, werden ausgebeutet, leben am Rande der Gesellschaft, können gefeuert werden, sind das, was Karl Marx das "Heer der Arbeitslosen" nannte, und Millionen Menschen ins Elend gestoßen hat. Herr Macron, davon hätten sie sprechen sollen.
Die AGENDA 2010 von Deutschland umgesetzt, von sPD Schröder und dem Grünen, der schwärzer wie die Nacht ist: Fischer findet gerne Nachahmer in der EU. Ein Beispiel: Rumänien, wo bis 2009 neunzig Prozent aller Arbeitnehmer einen Tarifvertrag hatten , wurde ein Arbeitsgesetz, mit "Unterstützung" und Mitarbeit des Council of Foreign Investors und der US Handelskammer durchgesetzt. Heute arbeiten 40% aller Beschäftigten für den gestzlichen MIndestlohn.
Die Arroganz der Macht. Sie werden an Russland nicht vorbeikommen, einem Land, was maßgeblichen Anteil an der Zerschlagung des Faschismus hatte, einer Bevölkerung, die bis zum heutigen Tag, ihre Toten beklagt, die ausgehungert werden sollten, die gelitten haben, und erniedrigt wurden; an diesem Land, dass größte in Europa kommen sie nicht vorbei; Herr Macron. Auf einem Marktplatz in Frankreich hätten sie sich ihre schwätzerische Rede ohne Substanz in die frisch gewaschenen Haare schmieren können.
Macron will mit Merkel regieren. Sie versuchen die Welt zu "erklären," vergessen dabei aber, dass die Welt, die Völker sind, die unter den jeweiligen Verhältnnissen gewachsen und geworden sind, und letztendlich alle eine Geschichte haben, die im kollektiven Gedächtnis fest verankert ist. Sie mag einer unterschiedlichen Bewertung unterliegen, doch der menschlichen Natur folgend, werden die Völker nach Faschismus und Krieg den gesellschaftlichen Fortschritt wählen, auch wenn es sich jetzt völlig anders darstellt, und Faschismus und Krieg vergessen zu sein scheinen. Historischer Optimismus wird das genannt.
"Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber !
Endet ihre Schlächterein!
Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein.
Vorwärts, und nicht vergessen, worin unsere Stärke besteht!
Beim Hungern und beim Essen.
Vorwärts, nie vergessen.
Die Solidarität.
Der Unterschied ist es, den die GALERIE, mit ihrem Herausgeber an die Spitze des politischen Journalismus setzt, mit ihrem Verfechter, der kompromisslos, auf seine Art, den Herrschenden die Hammelbeine langzieht, und ihre Schweinereien, und wessen Interessen sie vertreten, aufdeckt, dafür ist ihm immer wieder herzlich zu danken


Am 02. Oktober 2017 schrieb Gert Schneidereit:

Vor kurzem in Athen wollte Macron schon „Europa“ neugründen. Der Mann hat viel zu tun.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Hilla Hausmann:

Woher haben Sie denn die Behauptung her Macron habe Russland in seiner Sorbonne-Rede nicht erwähnt? In den allgemein zugänglichen Nachdrucken kann man das ja kaum feststellen.

Antwort von U. Gellermann:

Die französische Botschaft in Berlin hat seine Rede als PDF auf ihrer Website.
https://de.ambafrance.org/Staatsprasident-Macron-Initiative-fur-Europa


Am 02. Oktober 2017 schrieb Jan Peters:

Es geht weiter mit der Macron-Beweihräucherung: Schreibt doch der Siegel „Macrons Europa-Vision - Ein Windstoß im lauwarmen Herbst „ und die Süddeutsche nennt ihn „Sonnenkönig“. Der Medien-Hype nimmt kein Ende. Da bin ich dankbar, dass Sie den Mann entzaubern.


Am 02. Oktober 2017 schrieb Klaus Madersbacher:

Hat er den Ausnahmezustand schon aufgehoben? Habe noch nix dergleichen gehört ...


Am 02. Oktober 2017 schrieb andy andy:

Macron sehr treffend beschrieben lieber Uli Gellerman !
Hat mich beim franz.Wahlkampf schon fasziniert, dass da keiner tatsächlich fragt "woher kommen diese polit.Superstars ?; wofür stehen sie ? usw"
Selbes Spiel läuft gerade mit Kurz bei uns in Österreich; da wird der Dampfplaudernde Lackbubi nach oben gehypt wie wenn es kein Morgen gäbe aber keiner fragt "Wer steht denn da dahinter ? Wofür steht der eigentlich ? usw"
Dieser "Kurz`e" Brüssel-Loyalist steht nämlich genau für das, was in Österreich locker mehr als 70% der Bürger ablehnen "die Umsetzung des Zentralstaats EU" inkl. Ausplünderung der einzelnen Nationen durch die globale neoliberale Raubtiertruppe.

Das wird eine harte Legislatur für uns Bürger werden, denn in den nächsten 5 Jahren wird es sich in Europa entscheiden: "Gewinnen die globalen Parasiten und stürzen uns restlos ins Chaos oder schaffen wir es, unseren Kontinent wieder zurück zu holen !?"

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