Luftschläge im Irak - Bomben auf Syrien

Außenpolitik als gefährliche Luftnummer

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. September 2014

Luftschläge- wie lustig das klingt. Schlägt man die Luft? Wird mit Luft geschlagen? Soll in die Luft geschlagen werden? Dass da Leute wohnen, Zivilisten, dort wo US-Kampfflugzeuge Bomben werfen oder Raketen abschießen, wen interessiert es? Den obersten Kriegsherren Obama schon mal nicht. Auch nicht jene deutsche Öffentlichkeit, die sicher ist im Fall des "Islamischen Staates (IS)" auf der richtigen Seite zu sein: Würde man nicht selbst auch gern Leute bestrafen, die andere Leute vor laufender Kamera umbringen? Längst hat eine kriegsgeile Medienlandschaft viele ihrer Konsumenten zu Komplizen gemacht. Die Gedanken sind frei und für jeden Unsinn zu haben.

Sieht man sich die Freunde und Geldgeber des IS an, entdeckt man immer wieder nur Freunde der USA und Wie-auch-immer-Verbündete Deutschlands: Das NATO-Mitglied Türkei gewährt den aggressiven Islamisten Rückzugsräume auf türkischem Gebiet. Aus den Öldiktaturen Saudi Arabien, Katar und den Vereinigten Emiraten kommt das Geld für Waffen. Bis heute gibt es in diesem Lager Kräfte, die dem IS im Kampf gegen die syrische Regierung eine nette Nützlichkeit attestieren. Zwar kämpfen Truppen des IS auch gegen Milizen der syrischen Opposition, aber das zeigt nur, dass die Fraktionen im Kampf gegen das letzte laizistische Regime in diesem Raum sich noch nicht haben einigen können, wem denn die Trümmer in Syrien gehören sollen, falls man die jetzige Regierung schlagen kann.

Mal wieder suchen die USA eine Koalition der Willigen, um dort aufzuräumen, wo sie mit ihrem völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak alle staatlichen Strukturen zerschlagen haben. Zerschlagen auch die multi-ethnische, multi-religiöse Gesellschaft, die es noch während der irakischen Diktatur gab und deren Reste bislang in der syrischen Diktatur zu besichtigen sind: Unterschiedliche islamische Fraktionen, Christen, sogar Juden lebten im Korsett autoritärer Regime ziemlich einträchtig nebeneinander. Wären die USA und die ihr hörigen Subsysteme lernfähig, dann solle man aus dem letztlich verlorenen Irak-Krieg wissen, dass man ein UNO-Mandat braucht, dass man Diplomatie braucht, dass man die Helfershelfer der IS und anderer Terror-Gruppen politisch und ökonomisch isolieren müsste. Aber auch die extremen Schlauberger im deutschen Außenministerium scheinen nicht zu wissen, dass man ohne den Iran und ohne Russland in dieser Gegend nicht zum Frieden kommen kann.

Statt dessen wurde geliefert: Deutsche Waffen an kurdische Milizen zum Beispiel. Jetzt, so muss der deutsche Medienkonsument denken, jetzt wird alles richtig gut. Wie gut, dass er nicht die angesehene Agentur REUTERS liest, deren jüngste Meldung über den Nordirak von kaum einem deutschen Medium wahrgenommen wurde: Denn nach den ersten US-Luftschlägen räumten die kurdischen Milizen mit deutschen Waffen im Bündnis mit Shiiten erstmal unter ihren sunnitischen Nachbarn auf: "Zugleich wurden die Islamisten aus 25 nahe gelegenen sunnitischen Dörfern und Städten vertrieben. Doch die Lage entwickelte sich anders, als es die USA erwarteten: Über den sunnitischen Dörfern stehen nun Rauchwolken, wo Häuser niedergebrannt wurden". Die neue kurdisch-shiitische Herrschaft kennt keine Zimperlichkeit: Man brennt die Dörfer der vorgeblichen Feinde nieder, man köpft auch schon mal einen sunnitischen Nachbarn, kein IS-Mitglied, eben nur ein Sunnit, dessen Familie darf dann das Video der Exekution im Internet betrauern.

Aber deutsche Großfressen wissen es besser. Andreas Schockenhoff von der CDU meint, Deutschland müsse aufgrund seiner Exportstärke eine besondere Verantwortung innerhalb der Nato wahrnehmen: "Wer ein Drittel seiner Wirtschaftsleistung über den Export verdient, kann nicht einfach sagen: Wir verdienen das Geld, aber ihr sorgt für Sicherheit". Außenminister Steinmeier kündigt weitere Hilfe für den Nordirak an. Wer auch immer das ist: Der Nordirak. Denn längst sind US-Strategen weiter. Und der deutsche Stammtisch immer hinterher: Der außenpolitische Sprecher der CDU, Philipp Mißfelder, schließt eine Bundeswehr-Beteiligung für die geplanten US-Luftangriffe gegen Islamisten in Syrien nicht aus: Sollte eine entsprechende Anfrage gestellt werden, sei er "eindeutig der Meinung, dass wir die Amerikaner unterstützen müssen", sagte der CDU-Mann in der ARD.

Gestern noch Irak, heute ab nach Syrien: Völkerrecht? Souveränität Syriens? Das interessiert die USA nicht und ihre deutschen Kombattanten haben die Begriffe anscheinend noch nie gehört. Denn in Syrien werden langfristige strategische Ziele verfolgt: Der letzte russische Militärstützpunkt im Nahen Osten soll weg, der Einfluss des Iran in Syrien soll gebrochen werden, also wird unter dem Vorwand der IS-Bekämpfung irgendwo in Syrien irgendwas gebombt. Und weil die Al Qaida-Truppen in Syrien als Partner gegen Baschar al-Assad politisch nicht korrekt erscheinen, meldet sich der letzte US-Botschafter in Damaskus, Robert Ford: Man könne doch die "Freie Syrische Armee (FSA)" bewaffnen. Dass in deren Reihen Kindersoldaten kämpfen, dass die katholische Kirche ethnische Säuberungen durch die FSA-Brigaden beklagt, dass man in türkischen Zeitungen über Organ-Handel durch die FSA lesen kann: Das alles spielt keine Rolle wenn die "westliche Staatengemeinschaft" eine missliebige Regierung auf die schwarze Liste gesetzt hat.

Die brutale, dumme US-Aussenpolitik hat viele Anhänger in Deutschland. Ob Merkel oder Mißfelder, ob in der Ukraine oder im Nahen Osten: Unverantwortliche deutsche Politiker lassen sich zum Handlanger der geostrategischen Interessen der USA machen. Und aus den deutschen Medien ist dann zu erfahren, dass es sich nur um Luftschläge handelt. So gerät die deutsche Außenpolitik zunehmend zur Luftnummer: Ratlos und gefährlich.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 24. September 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

@ Curti Curti:
Am 20.09. hast Du mir u.a. die Eitelkeit von Obama geschrieben.. tja, spätestens heute, 3 Tage später, hat er tatsächlich den Angriffsbefehl gegeben. Ein "langdauernder Krieg" (wie immer gegen den Terror) soll das werden. Unter Obama! Tomahawks, modernste noch unerprobte Waffentechnik und den Himmel voller Drohnen über Syrien, (das ist es was Syrien jetzt braucht!) Man hat sich damit über die Warnung Assads hinweggesetzt. Aber mit SaudiArabien, den Quataris und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Jordanien an der Seite fühlt man sich ja anscheinend sicher.

Vor wenigen Tagen schrieb es Uli Gellermann, und das läßt einem das Blut in den Adern gefrieren: Freunde und Geldgeber des IS (der jetzt mit Heldenmut und brutaler Waffengewalt bekämpft wird), sind just jene Länder, die mit an der Seite der USA Tod und Verderben bringen - nämlich Saudi Arabien, Quatar, die Vereinigten Arabischen Emirate!, dazu Bahrain und Jordanien - 5 Freunde der USA und Wie-auch-immer-Verbündete Deutschlands!

Heute hat mich wieder das gleiche Gefühl des Entsetzens beschlichen wie im März 2003, als Bush den Marschbefehl gegeben hat zum Präventivkrieg gegen den Irak,
dem man zuvor den Besitz von Massenvernichtungswaffen angedichtet hatte..
Sie werden sich sicher gedacht haben, daß sich nach 11 Jahren bestimmt kein Mensch mehr an ihre damaligen LÜGEN und Betrügereien erinnert.

Obama keinen Deut besser als Bush! Nur anfangs wars (nach der Ära Bush) nicht mehr als eine schöne Illusion, daß die Wahl gerade auf d e n gefallen ist.
Spätestens heute (am 23.09.14) hätte Obama seinen verdammten "Friedensnobelpreis" zurückgeben müssen! -
dafür aber ist er, wie Du sagst, Curti Curti, viel zu eitel. (Danke für den LINK!)

Frage in die Runde:
bei all der LÜGEREI, mit der man tagtäglich zugeballert wird:
Wer von Euch glaubt eigentlich der o f f i z i e l l e n Verlautbarung,
was am 9/11 w i r k l i c h war mit den Twin-Towers?


Am 20. September 2014 schrieb curti curti:

@ Brigitte Mensah-Attoh

Nachdem bei Politikern der Wortsprache kaum noch zu trauen ist und sich die Analyse der Handlungen zunehmend aufreibend gestaltet, empfiehlt sich ein Training der. Körpersprache. Es tun sich wahre Abgründe an Divergenzen auf, ein Ausdruck vermittelt mitunter ad hoc mehr als tausend noch so gestylter Worte!

Um Obama näher kennenzulernen, nachfolgend ein verlinkter clip zu seinem Nobelpreis. Es war damals dermaßen entzückt, daß er sich zur Verleihung Esperanza Spalding hat einfliegen lassen, die ihm am Bass "Espera" (Hoffnung/Erwartung) gezupft und auch stimmlich eindringlich versucht hat zu vermitteln. Zum einem liegt ihr smoozer, eher anspruchsloser Jazz ideal auf Obama-Linie um sich intellektuell noch damit schmücken zu können, vor allem aber zeigt er reaktiv deutlich was für ein eitler Pfau in ihm steckt, der klassisch formbare Geck, dem Prestige über alles geht. Sein Nebenmann mag gar nicht hinsehen bei dem was da an negativer Strahlung entfaltet wird.

https://www.youtube.com/watch?v=qXtAFOr9ahs



Am 20. September 2014 schrieb Ernst Grobschmied:

Julia jensch berichtete eindrucksvoll über Gasvorkommen vor Zypern und über Förderung durch internationale Konzerne (USA).
Das Gebiet umfasst 12 Gas- und Oelfelder des östlichen Mittelmeeres.
Die EU-Kommission möchte sich damit der Anhängigkeit von russischem Gas entledigen und mit US-Konzernen den Deal abwickeln.
Deren Bedingung ist das Zustandekommen von TTIP.
So wird das Gesamtbild vollständig.
Ukraine-Konflikt zur Aufspaltung gewachsener Wirtschaftsbeziehungen zu Russland, Neuordnung im Sinne der USA, verpflichtende Verträge mit westlichen abhängigen Pleitestaaten.
So rettet man den USD und reduziert den Euro.
Na dann kann man ja die alternativlose EU zu TTIP schon mal beglückwünschen.

So erscheint auch die Bombardierung des Gaza-Streifens durch Israel (USA), - der ja zeitgleich mit der Ukrainekrise begann -, nun in einem ganz anderen Licht.
Es hat vor allem auch wirtschaftliche Gründe, dass man drei ermordete junge Siedler als Grundlage nahm, Gaza zu verwüsten und Menschen zu ermorden um diese zu suchen, obwohl man am Abend der Tat die drei Leichen der Siedler bereits fand. Nun ist ein Israeli der Tat angeklagt.

Doch das eigentlich Ziel scheint erreicht.
Nicht nur 30 unterirdische Tunnel sollten "geschlossen" werden, sondern ein möglicher Verhandlungspartner für Flüssiggas ist von der Weltkarte "verschwunden".
Das erfolgreiche Konzept ist ja bekannt. Wo kein Staat, da kein Völkerrecht, da ist Profit.

http://www.cashkurs.com/kategorie/cashkurs-tv/beitrag/ck-tv-on-tour-zypern-machtpoker-und-bodenschaetze/


Am 20. September 2014 schrieb Flash Flash:

Gegen das, was der (angeblich zivilisierte) sog. WESTEN vor allem während der letzten Jahrzehnte (z.B. Irak, Libyen, Syrien usw.) und der beiden vorangegangenen Weltkriege (mit rd. 100 Millionen Toten und unzähligen Verletzten bzw. sonstigen Zerstörungen) auf dieser Welt bislang angerichtet hat (von der alltäglichen kapitalistischen Armut bzw. Not und Elend in vielen Gegenden ganz zu schweigen) ist die "IS" ein "Verein von Waisenknaben", der eigentlich für den nächsten "Friedensnobelpreis" vorgeschlagen werden könnte.

PS: Dabei ist der bevorstehende 3.Weltkrieg noch gar nicht berücksichtigt.

PS: Macht sich eine(r) nicht auch `mal Gedanken, warum sich zunehmend mehr Menschen (nicht nur im "Nahen Osten") radikalisieren?
(Oftmals "vernebelt" als religiöse Spinnereien.)
Hat das nicht mit "unserer" Marktwirtschaft bzw. dem Kapitalismus zu tun, der zunehmend mehr Menschen kaum noch eine Perspektive läßt?
(Außer vielleicht Raub, Mord und Totschlag.)
Übrigens:
Etwas ähliches droht den meisten Menschen hierzulande spätestens nach dem (innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse zwangsläufigen bzw. unausweichlichen) 3.Weltkrieg auch.
Nämlich ein sog. Bürgerkrieg rivalisierender Gruppierungen um die (noch) verbliebenen Reste des früheren (kapitalistischen) Reichtums.


Am 19. September 2014 schrieb Rüdiger Becker:

Und wieder einmal ist es nur die Rationalgalerie, die für die deutsche Außenpolitik unerfreuliche, in der Sache sogar ungeheuerliche Tatsachen aufgreift: Mit den deutschen Waffenlieferungen wird unmittelbar der vom amerikanischen Überfall auf Irak verursachte konfessionelle Krieg im Zweistromland befördert. Nun sind es sunnitische Zivilisten, denen es an Leib und Leben geht. Ich wette, auch die Regionalexperten im Auswärtigen Amt haben das vorausgesehen, sich aber nur vielleicht gewagt, es auch vorauszusagen. Falls dem so wäre - als was müsste man dann wohl ihren Dienstherren bezeichnen?


Am 19. September 2014 schrieb wiliam marsch:

Woran erkennt man dass Krieg herrscht?

Indem man sich der Religion bediehnt -- medial wird letztendlich nur mehr über die - Spitze der eigenen Verantwortungs-Verweigerung - dem Glauben -- argumentiert.

Wird in den Geschichtsbüchern in 30 Jahren stehen: 2014 brach der Große Krieg aus, getrieben durch religiöses treiben der Konfliktparteien ?

Ich meine Ja. Es ist leicht sich hinter der Fassade eines Glaubenskrieges zu verstecken. Angefangen vom 30 jährigen Krieg bis ... Man kann die persönliche Verantwortung doch so leicht sozialisieren und selbst ein Wendehals sein.

Für mich ist erschreckend festzustellen dass wir in einer Gesellschaft "Das haben wir nicht gewusst" zum Quadrat (statt dem unsäglichem 2.0) leben.

Schlussendlich bleibt es beim Darvin Prinzip (war das nicht schon vor Moses so).

Odysseus - in der Literaturgeschichte - gilt als erster Individualist, frei von Zwängen und Selbstbestimmt. Heute ist die Schwarmintelligenz en vouge und das freiwillige "betreutes Denken" normal.

Ich danke für Ihre WEB Seite und wir treffen einander an der Küste der Sirinen - irgendwann


Am 19. September 2014 schrieb Hannes Stütz:

Das historisch Phantastische an dem Gemetzel ist, daß der Anrichter völlig außen vor ist - der Öl-Loddel George W. Bush jr. Er hat den einzigen Autor, dessen Erinnerungen mich interessiert hätten, hängen lassen - Saddam Hussein. Vermutlich, damit der nicht schreibt.
Ich bin Gegner der Todesstrafe, aber bildlich gesprochen gehörte er eigentlich daneben.
Aber den Internationalen Gerichtshof, der es überhaupt waaaaaagt, das zu untersuchen, den würde ich mir schon wünschen. Naiv.


Am 19. September 2014 schrieb Stefan Slaby:

Ich bin leidenschaftlicher Leser der Rationalgalerie und Verfasser der 2. Rundfunkratsbeschwerde gegen die ARD wegen derer Ukraineberichterstattung.

(siehe Hintergrund.de)

Für den Schmock des Monats hätte ich zwei Anregungen:

Udo Lilischkies oder Birgit Schmeitzner. Deren Twitter Accounts sind wahre Fundgruben...

Machen Sie bitte weiter, es ist eine Freude, Sie zu lesen


Am 19. September 2014 schrieb Monty Schädel (DFG-VK):

Besonders lächerlich im NDR Bericht ist der Teil zur "Endverbleibsklausel". Die Bundeswehr, Klaus Brandl, Oberstleutnant, sagt dazu: "Die Irakische Regierung muss uns schriftlich bestätigen, dass sie diese Waffen auch zweckgebunden nur im Kampf gegen die IS einsetzt. Also wenn sie, der Irak, auf die Idee kommen würde, und sagt wir wollen diese Waffen jetzt weiter verkaufen, an ein Land X,Y, Z, dann wäre das nicht entsprechend dieser Vereinbarung." Wer glaubt denn daran, dass die Waffen dort bleiben, wo sie hingeliefert werden? - Krieg beginnt in Mecklenburg-Vorpommern u.a. mit diesen Waffenlieferungen. Die Waffen werden die nächsten 30-40 Jahre in verschiedenen Kriegsgebieten im Einsatz sein, weil sie in diesen Tagen nicht verschrottet sondern in Kriegsgebiete gebracht werden. - Es ist doch schmerzhaft bedauerlich, dass es für die deutsche Regierung offensichtlich ohne weiteres möglich ist, Waffen im Wert von mehreren Millionen Euro mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro in ein Kriegsgebiet zu bringen. Wenn Menschen aus Kriegsgebieten hier her fliehen, ist dieses Deutschland aber nicht in der Lage diesen Menschen zu helfen und ergibt sich in "Das Boot ist voll"-Diskussionen.


Am 18. September 2014 schrieb Vera Breitkopf:

Und doch würde ich gern mal wissen, wie sie den "Islamischen Staat" mit purer Diplomatie stoppen wollen.

Antwort von U. Gellermann:

Ein UNO-Mandat muss sich nicht auf Diplomatie beschränken.


Am 18. September 2014 schrieb Hans Jon:

Die SehnSUCHT nach einer „guten“ MACHT
treibt Menschen, dass es immer wieder „böse“ kracht!
Ob heute in Afghanistan, Syrien, Irak, in der Ukraine, in Thailand,
überall treibt es zum vermeintlich „guten“ Heiland!
Aber ihr wisst es doch längst alle schon,
die erträumte Weltverbesserung schafft keine Revolution!
Denn das ewige sehn-süchtige „KRIEGEN“-Wollen
ist was für die blinden Verrückten und Tollen,
es ist ihre verständliche, aber unstillbare SehnSUCHT,
die die Kultur-Versklavten antreibt mit Wucht!
Denn in der seit 10T. Jahren herrschenden „Kriegen-Kultur“
ist von Sehn-SUCHT-Paradiesen keine Spur!
So geht die Kultur-Geschichte auf und ab
und hält die Menschheit auf Sehn-SUCHT-Trab!
Ja!, jeder weiss es doch mehr oder minder:
Jede Sehn-SUCHT-Revolution frisst hinterher ihre Kinder!
Seit 10T. Jahren also immer auf’s Neue wieder,
da singen „neue“ Erlöser die alten Sehn-SUCHT-Lieder,
aber niemals kommt das „verlorene Paradies“ hernieder!
Weder RELIGIONEN noch IDEOLOGIEN können es raffen
ein neues „PARADIES“ auf Erden zu erschaffen …
und schon gar nicht mit WAFFEN!
Wann wird man je versteh’n?,
„Weltverbesserung“ kann mit „KRIEGEN“-Wollen niemals geh’n!
Die Volksbeherrschungs-Sklavereien aller Finanz- und Militär-Diktaturen,
die nennt man schönfärberisch zwecks Volksverdummung „Hoch-Kulturen“!
Die „guten“ SehnSÜCHTE nach „Frieden, Freiheit, Gleichheit, Menschlichkeit“,
das sind immer die „bösen“ Fata Morganen in der verirrten Kultur-Wirklichkeit!
Wer es weiss, dass „SehnSUCHT“ von „sensuht“ kommt und das heisst LEIDEN,
der sollte dies rechtzeitig erkennen und diese ZIVILISATIONS-KRANKHEIT meiden!
Nur wenige „Hell“-Seher haben diese „herrschende“ Kultur klar durchdacht,
man nennt sie „Erleuchtete“, denn nur sie sind wahrlich erwacht!
Das hier „fiel mir ein“ als „Kultur-Pessimist" heute Nacht,
ich musste aufstehen und es sofort notieren,
um es bis zum „Morgen-Grauen“ nicht zu verlieren!
Gemahnt seit 2T. Jahren:
„Schwerter zu Pflugscharen!“

PS: „Krankheiten überfallen dem Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel,
sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur“ (Hippokrates)


Am 18. September 2014 schrieb Klaus Wallmann sen.:

Die "brutale, dumme US-Aussenpolitik" dient den "geostrategischen Interessen der USA", oder deutlicher: den Interessen der herrschenden Klasse in den USA. Inwiefern kann man da von "dumm" reden? "Unverantwortliche deutsche Politiker" vertreten die Interessen der herrschenden Klasse in der BRD - daran ist nichts Unverantwortliches, zumal sich die "geostrategischen Interessen" international agierender Monopole durchaus ähneln. "Merkel oder Mißfelder ... lassen sich zum Handlanger" machen? Nein, sie haben sich von vornherein bewußt als politische Geschäftsführer des herrschenden Kapitals diesem angedient. Daß der Imperialismus brutal und für die unterdrückte Menschheit gefährlich ist, daß hat er immer wieder bewiesen. Mit Dummheit und Ratlosigkeit hat das nichts zu tun. Und mit Moral gleich gar nichts. Denn diese ist bekanntlich nur für das Volk gedacht.

Antwort von U. Gellermann:

Dumm insofern als Aggressionsziele wie Irak oder Libyen keineswegs den Profit abgeworfen haben, den sie sich erwartet haben. Und unverantwortlich sind die deutschen Regiereden nur gemessen an ihren öffentlichen Ansprüchen.


Am 18. September 2014 schrieb Walter Bornholdt:

Hama/Syrien wieder Angriffsziel!
Die Terrorbanden rücken bestens ausgerüstet vor. Sind unsere Spenden an die Peschmerga schon angekommen?!

http://urs1798.wordpress.com/2014/09/17/hama-und-wieder-hat-die-terror-organisation-jabhat-al-nusra-zusammen-mit-anderen-terror-milizen-den-hugel-tel-malah-%d8%aa%d9%84-%d9%85%d9%84%d8%ad-attackiert/


Am 18. September 2014 schrieb Mathias Volger:

Ist schon soweit.
http://thehill.com/policy/international/217645-syrian-rebels-isis-agree-to-non-aggression-pact
Die ersten "moderaten Rebellen" (die, an die der Westen Waffen gegen ISIS geliefert hat) haben anscheinend gerade einen Waffenstillstand mit ISIS vereinbart. Nächster Schritt: Hey guckt mal, ISIS, wir haben hier ein paar Kisten mit ordentlichen Waffen, braucht ihr welche?
(Gefunden bei blog.fefe.de)


Am 18. September 2014 schrieb curti curti:

Wer sich der Vernunft verpflichtet fühlt und seinen Verstand entweder bei sich behalten oder wieder zurückerobert hat, wer nicht durch einseitige Interessen geleitet oder verseucht ist, taumelt heutzutage von einem Gewissenskonflikt in den anderen. Das ist unausweichlich!

Es sind ja nicht überschaubare, bedauerliche und umkehrbare Ausrutscher, die sich in Außen- und Innenpolitik ausbreiten, es herrscht regelrechte Pandemie vor, es regiert der Irrsinn. Bereits beim IS handelt es sich nicht um schwarz gestylte Kanininchen, die zufällig aus einem weißen Zauberhut entstiegen sind. Neben einschlägig bekannten Finanziers thront über allem der "gute" Onkel aus Übersee, der Stiftungsgeber sozusagen. Und da dessen destruktives Wirken unendlich zu sein scheint, ist seit gestern der Nachschub gesichert mittels offizieller Unterstützung von "gemäßigten Rebellen!!", die praktischerweise gegen den IS und Syrien tätig werden sollen. Und das der Emir von Katar sich in dieser Woche hier in D unter maßgeblichen Freunden wie z.B. dem Bundesgauckler beheimatet fühlen darf, setzt der Doppelmoral eine weitere Dornenkrone auf.

Solange wild gestikulierend mitten in die Symptome eingestiegen und das Übel nicht an der Wurzel geoutet und angepackt wird, geht es weiter bis zum globalen Overkill. Auch dies ist unausweichlich!

Ein Wort noch zu der politisch und medial beklagten "Kämpferflut" aus dem "kultivierten Westen". Gestern früh gab es im moma eine Filmvorstellung zu "Sin City", Teil 3 um noch ein wenig money aus diesem kaputten Stoff zu pressen. Die paar Sekunden nebst überschwenglichen Worthülsen der Moderatoren haben genügt um deutlich zu machen, daß es nur kurzer Zeit bedarf um den Kulturkampf von Generationen zunichte zu machen. Wer hier im Westen durch die "Schule" all dieser Filme und Games gegangen ist, der dürfte zumindest ein erhebliches Maß all der natürlichen Hemmungen verloren haben, die ihn dafür schützen sollten eigentlich undenkbare Taten zu vollbringen. Insoweit sollte nicht verwundern, wenn es in weiterer Folge nach realer action lechzt um wieder den Kick zu spüren, sei es nun in Diensten von IS oder als "Safari-Tourist" in Bataillonen wie in der Ukraine, die von hiesigen "Qualitätsmedien" kurzerhand als Freiwillige auf das Schild gehoben werden


Am 18. September 2014 schrieb Christoph Pauli:

Und unserem Merkel fällt nichts besseres ein, als den Emir aus Katar zu loben.
In einem guten und offenem Gespräch hat er ihr versichert, dass Katar niemals radikale Islamisten wie IS unterstützt hat, bzw, unterstützen wird.
Die Grinse vom Emir dazu. Das passt einfach.


Am 18. September 2014 schrieb Gisela Pietrzak:

Danke, meine volle Zustimmung!


Am 18. September 2014 schrieb Gerhard Gust:

Wer nicht völlig ignorant ist, wird nach der Lektüre dieses Artikel begreifen, was Rosa Luxemburg unter `Barbarei´ verstand, als sie formulierte: "Sozialismus oder Barbarei".


Am 18. September 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Jaja Luftschläge, das klingt schon irgendwie lustig - so wie Luftschlangen oder Luftsprünge. Obama aber will und will seinen "Friedensnobelpreis" trotzdem behalten! ! Drohnen, schlimm genug, reichen plötzlich nicht mehr gegen die IS-Terroristen *) - so daß jetzt wohl auch Bodentruppen unvermeidlich sind, wie in diesen Tagen aus dem Weißen Haus zu vernehmen ist. Und daß mit einem langen bis sehr langen Einsatz gerechnet werden müsse.
Also alles wie gehabt und wie man es längst kennt - Kriege führen die USA prinzipiell außerhalb des eigenen Territoriums. Nur bald halt auch noch mit aktiver deutscher Beteiligung, wenn es nach den USA geht. Man rechnet doch schon fest mit unserer Vasallentreue (ebenso bei der Nato-Osterweiterung) - DANKE Angela & Co!

*) Gleich und Gleich fängt keinen Krieg an. (Sprichwort)


Am 18. September 2014 schrieb Rudolf Steinmetz:

Es ist wie in dem Film "Der mit dem Wolf tanzt": die US-Kavellerie schiesst alles über den Haufen und reisst sich dann die Ressourcen unter den Nagel. Diese Mentalität ist das Sumpfgewächs eines verdorbenen, korrupten Christentums, welches sich von Beginn an mit der Macht liierte und alles davon Abweichende entweder ausmerzte oder kolonisierte. Dass dem amtierenden Jesuiten-Papst das Ausmerzen der Christen im Orient ziemlich egal sind, liegt darin begründet: Pax Romana, Pax Catholica, Pax Americana. Der Islam lies sich in weiten Teilen auf dieses westliche Spiel ein und wurde prompt vergiftet. Eine brillante Analyse dazu liefert der Ex-Priester, Philosoph und alternative Entwicklungsexperte Ivan Illich, In den Flüssen nördlich der Zukunft. Letzte Gespräche über Religion und Gesellschaft mit David Cayley, München 2006; darin sagt Illich: "Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren. [Christopher] Dawson sagt, dass die Kirche Europa ist und Europa die Kirche, und ich sage: Ja! Corruptio optimi quae est pessima [Die Verderbnis des Besten ist das Schlimmste]. Durch den Versuch, die Offenbarung zu sichern, zu garantieren, zu regeln, wird das Beste zum Schlimmsten. Ich lebe außerdem in einem Gefühl größter Zwiespältigkeit. Ich komme nicht ohne Tradition aus, aber ich muss erkennen, dass ihre Institutionalisierung die Wurzel von etwas Bösem ist, das tiefer geht als alles Böse, das ich mit unbewaffnetem Auge und Geist erkennen könnte," S. 242-43. Dieses Verhängnis muss ein Ende haben!

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

25. August 2016

Gegen CETA auf die Straßen

Nur wer den Widerstand übt, wird den Aufstand wagen
Artikel lesen

25. August 2016

ARD missbraucht Kinder

Kriegs-Pädophilie steht nicht unter Strafe
Artikel lesen

25. August 2016

Amnesie im Nahen Osten

Das neue Syrien kommt aus Wilmersdorf
Artikel lesen

22. August 2016

Hier kann jeder senden was er will

Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
Artikel lesen

22. August 2016

Erstmals seit dem Kalten Krieg

Bürger sollen Vorräte für zehn Tage anlegen
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

DIE WAFFEN NIEDER!

Kooperation statt NATO-Konfrontation - Abrüstung statt Sozialabbau

DEMONSTRATION IN BERLIN

8. Oktober 2016
Auftakt: 12.00 Uhr

Alexanderplatz/Ecke Otto-Braun-Straße


www.friedensdemo.org
Bundesausschuss Friedensratschlag | Kooperation für den Frieden | ViSdP: Laura von Wimmersperg, Friedenskoordination Berlin