Libyen ist längst gescheitert

Wann scheitern die USA?

Autor: U. Gellermann
Datum: 14. Oktober 2013

Wenn einem Staat oder dessen Bevölkerung von den USA Hilfe und Freundschaft angeboten werden, sollten die Grenzen schnell geschlossen, die Armee in Alarmbereitschaft versetzt und die Streitereien im Land sofort zugunsten eines Anti-USA Bündnisses beendet werden. Die Menschen in Afghanistan, im Irak, in Libyen und Syrien wissen, was die Hilfe der USA im Ergebnis bedeutet: Kaputte Länder. Manchmal, wie im Irak, wird dem Land einfach aus irgendwelchen Gründen die Hilfe erklärt. Häufig finden die USA im jeweiligen Land Verbündete, die, zu Recht oder zu Unrecht, mit der aktuellen Regierung unzufrieden sind und die USA um Hilfe bitten. So war es vor mehr als zwei Jahren auch in Libyen.

Zwei Jahre nach dem Sieg einer von den USA geführten Allianz über den damaligen Regierungs-Chef und dessen Clan herrscht in Libyen das Chaos. Jüngst wurde der libysche Premier-Minister kurzzeitig entführt. Das Hotel in dem er residiert ist schon mal mit Raketen beschossen worden. Die Macht im Land haben unterschiedliche Milizen, deren Stärke auf insgesamt 250.000 Mann geschätzt wird. Sie werden von Stämmen und Clans gesteuert und von regionalen Warlords befehligt. Zwar liegt das Geschäft mit dem libyschen Öl inzwischen in der Hand westlicher Ölkonzerne. Aber während zu Zeiten Gaddafis noch 1,4 Millionen Fass Öl exportiert wurden, sind es jetzt nur noch 700.000. Kein Wunder, dass die Arbeitslosigkeit in Libyen bei 30 Prozent liegt.

Wer sich erinnern mag, der weiss noch wie sich die westlichen Medien zu Beginn des Libyen-Krieges Sorgen wegen des libysche Giftgas machten: Der "irrationale Diktator", so war die allgemeine Meinung, könnte das Gas einsetzen. Von der "Washington Post" bis zum "Spiegel" wurde der Krieg auch mit den Tonnen von Senfgas begründet, die in Libyen herumlagen. Aber dann kam die scheinbar befreiende Meldung: Das Giftgas sei unter Kontrolle der Rebellen, jubelten BILD, der Westberliner "Tagesspiegel" und viele andere. In Wahrheit ist das eine Nachricht zum Fürchten, keine zum Jubeln. Vielleicht haben die USA deshalb jüngst 200 Elitesoldaten auf ihren sizilianischen Stützpunkt Sigonella verlegt. Von dort aus sind die Truppen ruckzuck in Libyen, um die Kampfstoffe zu sichern. Natürlich weiß keiner, wie viel der libyschen Giftwaffen von den islamistischen Rebellen bereits an ihre Freunde in Syrien geliefert wurden. Vielleicht sollen die Marines aber nur das schwimmende Guantanamo vor der libyschen Küste schützen: Auf der USS San Antonio zum Beispiel inhaftieren die US-Streitkräfte Terrorverdächtige. Sie werden dort keinen Richter treffen. Das bisschen Recht spricht die US-Armee schon selbst.

Die deutsche Dauerkanzlerin Angela Merkel ist unbeirrt der Meinung: "Amerika (sie meint die USA) war und ist unser treuester Verbündeter". Und auch das Auswärtige Amt droht mit dieser Position: "Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine vitale und tiefe Freundschaft." Wer solch einen Freund hat, der braucht keine Feinde mehr. Das mit den USA befreundete Rebellen-Libyen ist zu einem failed state, zu einem gescheiterten Staat geworden. Das befreundete Afghanistan ist auf dem Weg dorthin. Der von den USA "befreite" Irak befindet sich im permanenten Bürgerkrieg. Die von den USA und ihren Freunden unterstützten Rebellen in Syrien führen ihren Bürgerkrieg schon im zweiten Jahr. Aber vielleicht können die Völker und Staaten demnächst aufatmen: Den USA droht die Pleite, sie sind selbst auf dem Weg zu einem gescheiterten Staat.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. Oktober 2013 schrieb Rainald Irmscher:

USA - Vereinigte Staaten von Amerika - Wer ist das eigentlich?

Das sind doch wohl eigentlich die ungefähr 314 Millionen Einwohner. Nur werden die nicht wirklich gefragt in der plutokratischen Demokratur von Amerika.

Der bunte Haufen von Regierungsdarstellern kann es wohl auch nicht sein. Auch für die gilt das weise Wort von Seehofer: "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden".

Goldman Sachs war der größte Spender für Obamas Wahlkampf. Das gibt eher einen Hinweis auf die eigentlichen Interessen und die wirklichen Täter: "Die Märkte", die Herren der City of London gehören dazu wie die Zocker der Wallstreet . . . (Film von Prof. Wolfgang Berger dazu bei youtube)


Das Geldsystem ist also das Grundübel!!!


"Wenn man bei einer Bank 500 000 Euro aufnehmen will um ein Haus zu kaufen, überprüfen die erst, ob man kreditwürdig ist. Und wenn sie das mit ja beantworten, dann tippen sie Zahlen in dein Konto.
Genau da wird Geld geschaffen.
Dabei braucht die Bank als Einlage nicht die gesamte Summe, zehn Prozent genügen. Wenn man also 50 000 Euro Einlage hat, kann einem die Bank 500 000 Euro auf das Konto gutschreiben.
Genau in dem Moment wird das Geld geschaffen.
Dann kannst du einen Scheck über 500 000 Euro ausstellen, das Geld kommt in Umlauf und landet auf einem anderen Konto. Der Hausverkäufer steckt sich das Geld nicht bar in die Tasche, er bezahlt es bei einer Bank ein. Diese Bank hat jetzt 500 000 Euro, mit denen sie 5 Millionen Euro erschaffen kann, und so geht der Kreislauf immer weiter.
So erschaffen wir Geld." (Bernard Lietaer)
https://www.youtube.com/watch?v=sDlKASyC2f4

Das Schauen auf die USA versperrt den Blick auf die eigentliche Misere.

Wir können Probleme nicht lösen mit den Denkmustern, die zu ihnen geführt haben (Einstein).

So lange, wie wir hinnehmen, dass Banken aus dem Nichts Geld schöpfen und damit verbunden die Schulden exponentiell wachsen, wird das Gerangel darum Krisen und Kriege erzeugen.

Es liegt an uns, ein vernünftiges Fließgeld-System zu schaffen. Dazu muss niemand enteignet werden. Dazu brauchen wir am allerwenigsten Kampf!!! Unser Interesse ist, dass der Gedanke dazu friedlich verbreitet und schließlich von einer breiten Mehrheit eingefordert wird.

http://www.pachizefalos.de/

http://gradido.net/Book/c/1/das_buch

Andreas Popp - Die Export Narren:
http://www.youtube.com/watch?v=TR1R2xZLv4g


Am 15. Oktober 2013 schrieb Rolf Kräuter:

Dass die USA richtig Pleite gehen ist unwahrscheinlich. Letztlich werden werden die Schuldnerländer, alle voran China, den kaputten US-Laden sanieren müssen, damit sie nicht auch insolvent werden.


Am 14. Oktober 2013 schrieb Joaquin Gaertlein:

Das muss man wohl mit etwas Vorsicht sehen. Den VSA ist es wohl eher gleichgültig, ob es im Moment 50% oder auch weniger Erdöl aus dem Libyischen Boden pumpt....Hauptsache die Reserve dort bleibt eben für spätere VSA Verwendung dort.


Am 14. Oktober 2013 schrieb Iren Weber:

Die Verbindung von failed states im arabischen Raum und dem failed US-State ist mal wieder ein typisch-kluger RATIONALGALERIE-Einfall. Danke.


Am 14. Oktober 2013 schrieb Evelin Kraft:

Vor ca. 1 Jahr las ich, dass US-Senatoren oder Reps den Nordkoreanern anboten, es doch so zu machen wie Gaddafi, der sehr gut damit fährt ...

Was die Koreaner wohl jetzt dazu denken? Wahrscheinlich kannten sie aber die USA-Pläne alle ehem.sowjetischen Satelitenstaaten auszuräuchern - wie in den ersten beiden Videos bei www.08oo.wordpress.com u.a. schön zu sehen.

Dran bleiben...

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