Kirche rüstet auf

Zu den Waffen für´s Menschenrecht

Autor: U. Gellermann
Datum: 07. Juli 2014

In der DDR gab es keine Militärseelsorge. Möglicherweise ist sie daran gescheitert. Gerade jetzt wird mit dem neuen evangelischen Militärbischof Sigurd Rink erstmals ein Hauptamtlicher installiert: Die deutsche Verantwortung wächst, liest man, da wächst die Kirche mit. Die Bundeswehr ist mit jeweils etwa hundert Militärpfarrern der beiden christlichen Konfessionen bestens ausgestattet. Sie sind Angehörige der Armee, Bundesbeamte auf Zeit und werden aus dem Bundeswehr-Haushalt besoldet. Rund 30 Millionen Euro gibt der deutsche Staat im Jahr für die Sorge um die Seelen seiner Soldaten aus. Um die Seelen der Feinde müssen die sich schon selbst sorgen. Die Militärgeistlichen fahren ein Bundeswehr-Auto, wie hoch ihre Zulage bei Auslandseinsätzen ist bleibt unbekannt. Am Feldanzug tragen sie schmucke Kreuze, die dem eisernen ziemlich ähnlich sehen.

Längst ist der pazifistische Überschwang des Religions-Stifters - Liebet Eure Feinde, Selig sind die Friedensstifter - einem forschen Ton gewichen der vom obersten Pfarrer der Bundesrepublik mehrfach eingeläutet wurde, zuletzt in einem Interview des Deutschlandfunks: "In diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen", meinte Joachim Gauck und erinnert damit fatal an die Kommission, die einst das Gewissen der Kriegsdienstverweigerer prüfte und die beliebte Frage stellte: Wenn jetzt der Russe kommt und ihre Freundin vergewaltigt, und Sie haben rein zufällig eine Waffe dabei, na, was machen Sie denn dann? - Rein zufällig hat sich der scheidende EKD-Ratsvorsitzende Schneider nach einer Reise durch den Sudan hinter Gauck gestellt und dessen Satz unterstrichen: "Im äußersten Notfall, wo nur die Anarchie herrscht - da kann es gerechtfertigt sein, dass mit Hilfe von Militär der Krieg erst einmal zu Ende gebracht wird."

Das ist die neue christliche Nächstenliebe: Leider müssen wir ein paar von Euch umbringen, damit die anderen besser leben können. Das hört sich fast logisch, geradezu nach Erbarmen an. Wer die bekannten Fälle von Menschenrechts-Einsätzen kennt, der weiß, dass es nur erbärmlich ist. Von Afghanistan über den Irak und Libyen bis hin zu den denkbar gewordenen "Einsätzen" in Syrien oder der Ukraine sind die geopolitischen Interessen der USA und ihrer Verbündeten so penetrant deutlich, dass der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock auf die Bande von Menschenrechts-Heuchlern eindreschen sollte. Und wer bereit ist, sich die Ergebnisse dieser Kriege unideologisch anzusehen, der weiß, dass sie kein Menschenleben und kein Menschenrecht gerettet, sondern nur neues Unrecht und neue Tote erzeugt haben.

Aber an Fakten ist die Koalition der "neuen deutschen Verantwortung" nicht interessiert. Ihr Interesse gilt dem Schlussstrich: "Es gab früher eine gut begründete Zurückhaltung der Deutschen," sagt der Bundespräsident, "international sich entsprechend der Größe oder der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands einzulassen." Früher meint, als das deutsche NAZI-Erbe noch hinderlich für die neue "Größe" und militärisches Gehabe schien. Jetzt ist heute und heute können wir auch anders, heißt die frohe Botschaft. Zwar kann kein Land seine Geschichte leugnen, aber wir haben so lange gebüsst, erzählen die "Verantwortlichen", jetzt sollten wir mal so frei sein in diesen oder jenen Krieg zu ziehen. So wird der Krieg als Befreiung von der Erb-Last verkauft. Das Land über das sie schwätzen hat nicht einmal einen Friedensvertrag und in all seinen Apparaten - von den Geheimdiensten, über die Armee bis hin zum deutschen Think Tank "Stiftung Wissenschaft und Politik" - sind die braunen Wurzeln mühelos zu erkennen. Schluss mit der Zurückhaltung, her mit dem Menschenrecht auf Krieg, brüllen die Schlussstrichler und halten das für die neue Freiheit.

Der neue evangelische Militärbischof Rink warnt, wie Gauck, vor einem "neuen deutschen Sonderweg". Als der Begriff erfunden wurde, meinte er die antidemokratischen deutschen Strukturen, deren Wege zur Nazibarbarei führten. Heute meinen die Schlussstrichler das genaue Gegenteil und denunzieren den Unwillen der deutschen Mehrheit gegenüber Auslandseinsätzen der Bundeswehr als Absonderung, als Isolierung, als sei der Wille zu einer friedlichen Außenpolitik eine Krankheit. So dient die aktuelle deutsche Militärseelsorge, darin den Drohnen durchaus ähnlich, nur dem religiös verbrämten Schutz der Deutschen vor einer friedlichen Außenpolitik. So bewahren uns Gauck & Co. tapfer vor dem Schicksal der DDR.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 08. Juli 2014 schrieb Jochen Scholz:

Mit Verlaub, Bischof Rink hat nicht alle Tassen im Schrank. Dass sich ausgerechnet ein Kirchenmann der Keule "Sonderweg" bedient, zeigt, wie sehr wir uns wieder in die Zeiten von Thron und Altar zurückbewegen. Bereits beim völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien deutete sich diese Haltung beim damaligen Amtsinhaber an - ganz im Gegensatz übrigens zu seinem katholischen Kollegen. Ich empfehle Herrn Rink die Lektüre des Artikels Nein zu einem "Präventivkrieg" gegen den Irak vom 18. Januar 2003 aus "Civilità Cattolica". Die katholischen Kollegen stellen ihm sicher gerne eine Überstzung zur Verfügung. Weiterhin sollte er den Vortrag nachlesen, den Dr. Gauweiler am 4. Juni vor Offizieren der Helmut-Schmidt-Universität gehalten hat.
Falls jemand meint, die Tassen im Schrank seien ungebührlich: als ehemaliger Berufsoffizier der Baudissin-Armee verstehe ich keinen Spaß, wenn zu Kriegen aufgerufen wird.
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Scholz
Oberstleutnant a. D.
Quidquid agis prudenter agas et respice finem


Am 08. Juli 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Krieg braucht Kapital.
Kapital braucht Krieg.

Bravo! Verschiedene "Volksvertreter" - allen voran die christlichen - forcieren ihn schon seit längerem wieder, mal mehr, mal weniger deutlich, "den Krieg" - von ihnen aber gern blumig umschrieben - soll wieder hoffähig gemacht werden. Sie suchen ihn uns schmackhaft zu machen, sie ermahnen, predigen, sie reden ins Gewissen: es sei doch nicht schön, immer bloß die anderen den Kopf hinhalten zu lassen.
So machen sie sanft mit Nachdruck Druck: die Teilnahme an Auslandseinsätzen sei unumgänglich - der Menschenrechte, der Frauenrechte, der Demokratie wegen... sie werben, locken gar mit familienfreundlichen Vorteilen. Der Teilnahme am Krieg soll der Schrecken genommen werden, indem nun soldatenfreundliche-waffenunfähige waffenfähige Drohnen angeschafft werden sollen....

Daneben rollt der Rubel wie verrückt, (vermutlich auch in die Taschen so mancher "Volksvertreter") - Verschoben werden Waffen in alle Welt, Menschenrechte hin oder her (Flüchtlingsströme hin oder her). Denn unsere "Volksvertreter" sind der Rüstungsindustrie g l e i c h z e i t i g willige, nützliche Handlanger.


Am 08. Juli 2014 schrieb Martin Lechky:

@Ingrid Böhm-Duwe,
Och nö - echt jetzt?


Am 07. Juli 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Unwillkürlich dachte ich beim Lesen des Artikels an den „Antichristen“ und dessen Bedeutung und Interpretation über die Jahrhunderte. An die Beschäftigung mit diesem aus den Kreisen der Religion, der Kunst, der Philosophie, der Geschichte schlechthin. Und besonders in diesem Zusammenhang erscheint mir eine der Thesen interessant, dass dieser Antichrist aus den Reihen der Politiker kommen wird. Schon da? Der Neue? Die alten Antichristen, die Verbrecher, die sind beerdigt. Jedoch nicht mit ihnen die Neugeburt? Einer in jedem Jahrhundert? Das vergangene brachte einen Hitler hervor. Und jetzt? Wo ist der Neue beheimatet? In Amerika, in Europa, in Deutschland gar? Wo auch immer...

Eines haben sie alle seit biblischen Offenbarungen gemeinsam: Sie sind wie die Wölfe im Schafspelz. Im 2. Korintherbrief Kapitel 11, Verse 14-15 heißt es in Bezug auf die Gefährlichkeit dieser Personen, auf deren „Verpackung“ man reinfällt. Doch wie’s da drin aussieht…? Gurus, Rattenfänger, Gaukler.

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Wen wundert es, dass die Klerikalen das weiterhin tun, was sie immer schon gewinnträchtig getan haben? Ihr Fähnchen nach dem Winde richten. Welch „ehrenvolle“ Aufgabe jetzt wieder auf sie zukommt, Waffen segnen, Mut und Trost zukommen lassen. Den Müttern am besten gleich mit. Es sei denn, sie trösten sich von vornherein, dass man ihnen post mortem einen hübschen Tapferkeitsorden für den Sohn zukommen lässt. Den sie dann an das trauerbeflorte Foto heften können.

Interessant und äußerst fürsorglich erscheint natürlich die Tatsache, dass die katholische Militärseelsorge der Bundeswehr ein so richtig "christliches" Werk mit dem Herausgeber "katholische Kirche" als Online-Publikation herausgebracht hat. „Ethik und Militär“ heißt es und preist u.a. die Verwendung von Drohnen an. Da stoßen sie natürlich ins gleiche Horn wie der Ex-DDR Prediger im Verbund mit der Stahlhelm-Uschi. Staunend nimmt man zur Kenntnis, dass ein Drohneneinsatz als „moralische Verpflichtung“ zu gelten habe. Na, wenn das von höchsten christlichen Stellen so erklärt wird… Wie kann der „normale“ Christ denn da „nein“ sagen? Die Absolution wird doch direkt erteilt. Allerdings traute sich keiner der Altvorderen nach Kriegsende, sich öffentlich hinter der Kirche zu verstecken. Die „heilige Kuh“ blieb tabu. Und merklich still. Und so schaltet und waltet sie weiter…

Man sorgt sich. Und so denkt man in der ersten Ausgabe des „christlichen“ Journals „Ethik und Militär“ auch über die Psyche der „modern Kämpfenden“ nach, die nicht mehr „Aug‘ in Aug‘“mit dem Feind sondern anonymisiert mit dem Finger am Drohnenauslöseknopf tätig werden. Diese Operators können, so der Befund, an einer posttraumatischen Belastungsstörung PTBS erkranken. Ergo muss man die Angestellten sorgsam vorab überprüfen, ob sie denn dieser Belastung standhalten können. Im Zweifelsfalle müssen dann Psychopharmaka verordnet werden! Gegen den Militärstress!

Nicht sonderlich verwunderlich dürfte es sein, wenn sich der Festtagsredner der Art: "Auf in den Kampf" in seinen Ergüssen auf die gute Zeit der Dichter und Denker berufen würde. Und hier speziell auf die romantisch verbrämte Geschichte von Rilkes Cornet. Der alles seiner Vaterlandsliebe unterordnete. Mit der Fahne in der Hand! Wie geht die erste Strophe des Deutschlandliedes? Was zu Recht ad acta gelegt wurde, wo es verbleiben sollte? Schwierig, wenn Antichristen schon wieder mit den Hufen scharren und mitmischen wollen.

Die Bundeswehr sollte lediglich – so ist es konzipiert – zur Verteidigung des eigenen Landes eingesetzt werden.


Am 07. Juli 2014 schrieb Rainald Irmscher:

Herzlichen Dank für diesen Artikel!

Ja, erst vor zweihundert Jahren wurde die Leibeigenschaft bei uns abgeschafft.
Im 17. und 18.Jahrhundert galt noch „Cuius regio, eius religio“ und auch erst im 19. Jahrhundert wurde „Religionsfreiheit“ postuliert und dann in der Weise praktiziert, dass die Kirchen quasistaatliche Institutionen wurden, die die Wahrheit gepachtet hatten.

Was aber das Wesentliche war: In den Familien wurden die alten Vorstellungen und Grundsätze weitergegeben von Generation zu Generation. Die Säuglinge und Kinder wurden bis in heutige Zeit nach herrschaftlichen Prinzipien „erzogen“, anders ausgedrückt: Nach Richtlinien schwarzer Pädagogik, die sich am besten spiegeln in den üblichen Sprüchen.

Schrei doch, Schreien kräftigt die Lungen!

Kinder, die was wollen, kriegen was auf die Bollen!

Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!

Solange du deine Füße unter meinen Tisch streckst, tust du, was ich sage!

Und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt!

Dieser übergriffige Umgang mit den jungen Menschen hat weitreichende Folgen. So behandelte Kinder haben zum Überleben das Wahrnehmen von Gefühlen nicht voll entwickelt und häufig unbewusst weitgehend abgestellt, um zu überleben. Die Erinnerung, wie es kam zu diesen Prägungen, wird verdrängt, das war halt so, das wird wohl immer so sein . . .

Dieser übergriffige Umgang mit Menschen wird fortgesetzt in Schule, Justiz und Militär, im „Gesundheits“-System, Verwaltungen, Handel und Industrie. Es gibt in Industrieländern ja kaum Menschen wie (wenigstens früher) auf Südsee-Inseln, die einem mit strahlender Menschenfreude und einem offenen Lächeln begegnen. Dafür Psychiatrien und Kliniken für diejenigen, die nicht fertig geworden sind mit diesem Schicksal, und die viel zu große Zahl von Süchtigen die der Leere und Angst entfliehen wollen mit irgendwelchen Suchtmitteln.

Machtsucht, Geltungssucht, Erfolgssucht und mangelnde Empathie . . . bei angeblich gesunden Führungskräften geht auf das gleiche Konto frühkindlicher Missachtung und Überforderung. Und so haben wir das gesellschaftliche Klima das zu genau den Missständen führt, die Uli Gellermann hier zu Recht beklagt. Mächtige, die menschenverachtende Entscheidungen treffen und mehrheitlich Untertanen, die das alles hinzunehmen gewohnt sind.


Am 07. Juli 2014 schrieb Franz Iberl:

Da fehlt noch der Link zu der passenden, m.W. ziemlich einzigartigen Initiative:
www.militaerseelsorge-abschaffen.de


Am 07. Juli 2014 schrieb Marion Gänger:

Die Erinnerung an die DDR ohne Militärpfaffen ist genial: Zuerst dachte ich wo will er denn jetzt hin. Und als sich am Ende die DDR-Volte auflöste habe ich heftig lachen müssen. So macht Politik Spaß.


Am 07. Juli 2014 schrieb curti curti:

Kurz und bündig - eine Glaubensgemeinschaft, die in ihren grundsätzlichen Geboten u.a. das Töten ausschließt und gleichsam Militärpfarrer ausbildet/entsendet, steht außerhalb jeder GLAUBWÜRDIGKEIT!

Wer wie der Bundesgauckler oder andere "Würdensträger" dies umzudeuten versucht ist nicht mehr als ein Heuchler vor "seinem Herrn" (gem. seiner grundlegend orchestrierten Ideologie!).


Am 07. Juli 2014 schrieb Heinrich Triebstein:

Der kürzlich verstorbene Christian Führer sprach davon, dass nach Jahrhunderten des Zusammenspiels von Thron und Altar jetzt die Zeit reif sei für das gemeinsame Wirken von Straße und Altar. Christian Führer sprach für eine staatsfreie Minderheitenkirche. Die real existierende evangelische Kirche ist zwar Minderheitenkirche, verhält sich aber nach wie vor staatstreu und kapitalgerecht.
Die Rückbesinnung auf den Juden Jesus und seine Botschaft würde die Chance eröffnen, dass die Kirche sich zur Höhe der heutigen Verhältnisse aufschwingt. Seit der Aufklärung, seitdem Menschenrechten (die zunächst Männerrechte waren), Frauenrechten, Minderheitenrechten, Tierrechten Geltung erkämpft wurde, ist - laut Steven Pinker in "Gewalt - Eine neue Geschichte der Menschheit" - die Zahl der Opfer von Gewalt kontinuierlich zurückgegangen. Pinker hat leider versäumt, die Opfer struktureller Gewalt (z.B. Hungertote) in seiner Untersuchung zu berücksichtigen. Gegen die Strukturen helfen Brot für die Welt und Misereor nicht, worüber sich Frau Käßmann laut `Freitag´ vom 23.1.2009 verwundert geäußert hat: "Wir sind als Kirche (im Kampf gegen den Hunger stark engagiert. Aber die Zahl der Hungernden wächst. Ich verzweifle manchmal daran. Wirklichen Frieden und wahre Gerechtigkeit wird es offensichtlich erst in Gottes Zukunft geben. Aber das hindert nicht daran, jetzt zu tun, was wir können."



Am 07. Juli 2014 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Diesmal als Antwort ein Gedicht, verfasst zu Jahresbeginn 2013. Gilt immer, solange es die BRD gibt. Im Grunde haben wir Gaucks Gedöns nicht gebraucht, Gottes Stellvertreter tun es auch:

Mit Gott für Volk und Vaterland

Das neue Jahr beginnt so, wie es ging:
Die Deutschen führen Krieg, sie sind beteiligt:
für Rohstoffe, für einen Silberling ?
der Krieg ist ihnen wieder mal geheiligt.

Das liebe Vaterland mag ruhig sein,
den Segen spricht ein deutscher Kardinal.
Im Himmel lauschen ihm die Engelein,
falls Gott ein Deutscher ist und nicht neutral.

Es stirbt sich schöner, hat man Gott im Herzen,
für deutsches Kapital, sein Wohlergehen.
Den Toten spendet man dann eifrig Kerzen,
vom hehren Heldengrab mal abgesehen.

Für Bankenmacht und Monopolkonzerne -
der Klerus weiß genau, was sich gehört.
Der Segen auch der Bundeswehrkaserne -
geb´s Gott, dass der sich nicht empört.

War Stalingrad den Deutschen keine Lehre?
Was braucht es noch, sie endlich aufzuwecken?
Wenn Deutsche wieder auf dem "Feld der Ehre"
im eignen Blute liegen und verrecken?


Am 07. Juli 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Ich hab Schulter, ich hab Rücken,
ich hab Bauch.
Ja, vor allem stark beim Bücken
hab ich dieses blöde Zwicken,
kann den Schmerz nicht unterdrücken -
habt Ihr´s auch?

Ja, verdammt, sie ist wieder da, diese Subordination (habsburgisch) und die Unterordnung (wilhelminisch), hervorragend pastoral demonstriert von Günther Jauch, der gestern im Gespräch mit Frau Hillary Clinton Mühe hatte, in gemessen sonntäglicher Artigkeit die Knitter auszubügeln, die Frau Margot Käßmann, frühere Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, so gar nicht im Sinne von Bundespräsident Gauck, der "madam secretary" vorhielt und zu bedenken gab.

Kabarettist Schmickler sprach kürzlich erst über 3sat vom "Parlamentarischen Wachkoma". Jauch und die Verteidigungsministerin Frau von der Leyen versuchten, dieses Wachkoma auf die anwesenden Gäste zu übertragen.
Weniger zum Lobe des Herrn, dafür mehr zur Wachheit der Deutschen darf gesagt sein, dass diese Einschläferungsversuche immer häufiger missglücken.


Am 07. Juli 2014 schrieb Gerd Wirth:

Während der Nazi Zeit segnete die Kirche die Bomben, heute akzeptiert sie das Sterben im Namen des Menschen- und Völkerrechts von jungen Leuten. Im Gegenzug zeigt die Kirche sich heilig, dass schwerstkranke alte Menschen unter Schmerzen künstlich für die Gesundheitsindustrie am Leben gehalten bleiben müssen. "Nein" zur Sterbehilfe auf Verlangen von schwerkranken Menschen zum Wohle der Industrie mit milliardenschweren Anteilseignern und "Ja" zum Sterben von jungen Menschen bei Kriegseinsätzen aller Art, ebenfalls zum Wohle der Industrie und den geldbesessenen Anteilseignern. Nur soviel zu dem verlogenen Verhalten der Kirchen.


Am 07. Juli 2014 schrieb Robert Hentrich:

Das ist doch typische linke Brachial-Gewalt: "auf die Bande von Menschenrechts-Heuchlern mit dem Krückstock eindreschen sollte" Wenn man nicht Eurer Meinung ist kriegt man Prügel.


Am 07. Juli 2014 schrieb Hannes Stütz:

Das "Menschenrecht auf Krieg" ist die kürzeste satirische Formulierung auf Gauck und Verantwortung. Verbreiten !

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