Kaffee aus Elefantenscheiße

Obszöner Reichtum, perverse Armut, Erben erben alles

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. Januar 2016

Ein kleiner Aperitif aus Balsamico-Essig gefällig? Damit der wirklich edel ist, muss es dann aber schon der gute, 80 Jahre alte Aceto Balsamico Tradizionale „Millesimato Ginepro“ für 436 Euro die Kleinst-Pulle sein. Wenn vier Leute davon ein Gläschen zur befrackten Brust nehmen, dann ist der Hartz-Vier-Satz des letzten Monats schon mal weg. Und der vom nächsten Monat ist auch halb die Kehle runter. Nach dem Essen dann, ganz unbedingt, ein Tässchen „Black Ivory Coffee“. Der kostet 1.100 Euro pro Kilo. Ein fairer Preis: Denn die Kaffeebohnen müssen zuerst von Elefanten in Thailand unter Aufsicht gegessen werden. Danach wartet der Elefanten-Wärter so lange, bis der Dickhäuter mal muss: Dann werden die veredelten Bohnen aus dem Elefantenkot rausgesucht. Weil Enzyme im Elefantenmagen freigesetzt werden, die alle Bitterstoffe in den Kaffeebohnen verschwinden lassen. Sie hatten schon alles? Jungfrauen auf Eis, einen Ferrari mit Sahne, Kaviar in Blattgold? Dann wird es Zeit für „Black Ivory Coffee“, für den Kaffee, der aus der Scheiße kommt.

In der Scheiße sitzen, seit Jahren schon, jene Millionen Menschen, die nicht richtig arbeiten dürfen und deshalb von staatlichen Almosen leben. Nicht wenige von denen würden gern arbeiten, aber es gibt für sie nix oder eben Arbeit, von der man nicht leben kann. Die rackern und tun und machen, die bücken und drücken, damit eine Rasse von Faulenzern morgens aufstehen kann und über Nacht, ohne einen Handschlag zu tun, schon wieder reicher geworden ist: Die Erben. Nein, nicht die, die Oma ihr klein Häuschen geerbt haben. Und die Hypothek gleich mit. Sondern solche Erben, von denen in diesen Tagen das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ redet, die in jedem Jahr Vermögen im Wert von 200 bis 300 Milliarden Euro erben oder geschenkt bekommen. Die hauptberuflich Sohn oder Tochter sind. Für deren geerbte Unternehmen eben auch die arbeiten, die als Verkäuferin oder Paket-Esel nicht genug zum Leben verdienen.

Vor gut einem Jahr hatte das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die faktische Steuerbefreiung der Erben von Unternehmen verfassungswidrig ist. Wegen der “wachsenden Ungleichheit in Deutschland“. Doch im Liegenlassen – außer es ginge um Auslandseinsätze der Bundeswehr –  ist die Große Koalition einfach groß. Macht nix, sagen die falsch etikettierten SOZIAL-Demokraten, macht nix, dass dem Staat in den letzten Jahren rund 45 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgangen sind. Milliarden für echte, volle und echt bezahlte Arbeit: Vom Stopfen von Löchern in deutschen Straßen bis hin zum Stopfen von Löchern in den Köpfen deutscher Schüler. Aber dann würden die armen Kinder der Quandts (BMW), der Albrechts (Aldi) oder Schaefflers (Continental) plötzlich keinen weiteren Satz Polo-Ponys kaufen können und gerieten ins Wehklagen. Oder den Nachkommen der Ottos (vom Versand die), oder der Oetkers und derer von Finck ginge der Spaß an der Parteienfinanzierung verloren, Trübsinn würde sich im Bundestag verbreiten und die sensiblen Abgeordneten müssten teure Anti-Depressiva auf eigene Kosten kaufen.

Immer nur Zahlen und Fakten, stöhnen die Feingeister in den Redaktionen, ja schön, wir haben die Nachricht von Oxfam gebracht: Die 62 reichsten Menschen besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung - und der Trend hält an. In ihrem Bericht "An Economy for the 1%" listet die Nichtregierungs-Organisation auf, dass sich die Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen 2000 und 2014 vervierfacht haben – neun von zehn der weltweit führenden Großunternehmen sind in mindestens einem dieser Länder vertreten. Das ist das eine. Das andere – wie der DGB mitteilt haben die Hartz-Vier-Zombies heute faktisch weniger zum Leben als zum Start des Hartz-IV-Systems Anfang 2005 – hat damit doch gar nichts zu tun. Jedenfalls wollen wir vom Medienmainstream diesen Zusammenhang mal schön außen vor lassen. Man will doch noch eingeladen werden.

Dieser DGB, dem der Sozialneid aus den Augen guckt, sagt doch zum Beispiel sowas: Die Hartz-Vier-Regelsätze seien zwar von 2005 bis 2015 um 15,7 Prozent gestiegen – die Preise für Nahrungsmittel aber um 24,4 Prozent. Ja ist denn der Balsamico Tradizionale „Millesimato Ginepro“ nicht auch ein Nahrungsmittel und ist dessen Preis in der langen Lagerzeit nicht viel extremer gestiegen als der Preis für die Kaffee-Sahne bei Lidl? Darum sollten sich die Gewerkschafter mal kümmern! Die armen Töchter von Dieter Schwarz zum Beispiel – das ist der Inhaber von Lidl – deren bisschen Erb-Geld so rund 15 Milliarden Euro beträgt, denen hat der Papa noch vor seinem Tod das Geld in einer Stiftung verbuddelt. Um nur ja keine richtigen Steuern zu zahlen. Wie sollten sich die Mädels sonst jemals ein Tässchen Elefanten-Scheiße-Kaffee leisten können?


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 27. Januar 2016 schrieb Michael Kohle:

Normalerweise müsste einem ja der Appetit schon allein aus der Erwähnung der Premium-Kaffeesorte gründlich vergehen bzw. für längere Zeiten vergangen sein. Ich hätte allerdings da noch etwas zu ergänzen, insbesondere für jene, die hier aus reinem Masochismus herumstreunen und glauben die verhärmten und unterjochten Superreichen verteidigen zu müssen, jene aus der Ecke "Leistung muss sich doch lohnen"! Und für die mit noch etwas Rest-Verständnis (nicht identisch mit Rest-Verstand) für die angeblichen "Super-Leister" auf dem Erdenrund stellt sich die "Eine-Milliarden-Frage"!

Wir alle staunen derzeit nicht wenig darüber, wie in den USA gerade ein in der Dollarliste auf Position 72 geführter Hirnloser sich um ein Amt bewirbt, dass hinsichtlich des zu erziehlenden "Leistungslohnes" mehr als spärlich ausfällt. Ist das nicht seltsam? Na gut, wir wissen ja, dass im Land ohne Grenzen alles möglich ist, auch und gerade die Mär vom Tellerwäscher zu was auch immer. Immerhin, Donald T. hat es doch tatsächlich geschafft, aus den von Papaaa ererbten 100 Millionen etliche Milliarden zusammen zu "leisten". Chapeau! Und die 4, 5 Milliarden $ will er jetzt dazu verwenden, den jährlichen "Präsidenten-Leistungslohn" von - schätzungsweise - einer Drittelmillion per anno einzufahren. Wenn das nicht ein nobles Verhalten ist. Wir sollten es ihm wünschen, dass er Erfolg hat.

Wenn da nichts bzw. niemand dazwischen kommt. Der arme Donald hat plötzlich einen Herausforderer! Mr. Bloomberg! Der EX-Bürgermeister von New York City, gerade mal zwei Jahre ohne Amt und deswegen ohne ordentliches Einkommen, sinniert ernsthaft darüber ob er nicht als parteiloser Kandidat in den Kampf um das Hungertuch des Präsidentengehaltes einsteigen soll. Nun, auf den ersten Blick und für den Nichteingeweihten macht das Sinn. Wo er doch ... Vorsicht, arbeitslos mag er evtl. sein aber vermögenslos? Da wo Donald in den Siebzigern dümpelt, steht Mr. Bloomberg immerhin an 8. Stelle Und das, wo er doch gar nichts geerbt haben soll, für die Zahlenfans hier: er gehört doch tatsächlich zu den 0,01% der US-Bürger, die kaum als darbend bezeichnet werden brauchen
Zu Beginn dieses Jahres soll er lt. jenen die es wissen müssen (den Erstellern der Forbes-Liste nämlich) irgendwo bei kurz vor 40 Milliarden (in den USA als Billionen geführt) mit seiner Sammelbüchse stehen. Klar, da hat es sich natrülich ausgesammelt, da wäre die oben erwähnte, denkbar schlecht bezahlte Position des Präsidenten ja gerade eine ehrenamtliche Tätigkeit. Tja, gelle, am Ende obsiegt das soziale Gewissen!
Mag sein, wenn da eben nicht die anfänglich erwähnte "Eine-Milliarden-Dollar-Frage" wäre!

Und wie lautet sie? Damit sie nicht allzu polemisch ausfällt, will ich Dave Lintfort aus dem gestrigen Counterpunch zitieren:

Zitat:
Sollte Bloomberg tatsächlich ins Rennen einsteigen, werden Journalisten wie mir
reichlich Gelegenheit haben am Tag, ihm
nachzuspüren, wie er es wohl geschafft haben mag, sein Vermögen von $4,8-Milliarden beim Amtsantritt als Bürgermeister am 1.1.2002
beim Verlassen des "Office" 2013 auf schlappe $27 Milliarden anzuheben.

Man muss sich wirklich fragen, wie ein Bürgermeister der größten Stadt des Landes - in anzunehmender Vollzeit - es hingebracht hat, das "Ding" durchzubringen.
Hat er vielleicht in den drei Amtszeiten nebenher - in den USA nennen sie es moonlightning - bei Bloomberg LLC auch noch die Nacht durchgearbeitet? Oder ist es einfach nur so, dass die Superreichen noch reicher werden, in dem sie einfach nichts tun?

Zitatende! Hinzuzufügen gibt es auch nichts mehr!




Am 25. Januar 2016 schrieb Brigitte Klara Mensah Attoh:

Bei der neulich veröffentlichten OXFAM-Studie habe ich, ähnlich wie viele der Kommentatoren hier, unbändigen Zorn, Fassungslosigkeit und Entsetzen empfunden über diese Dekadenz - auch sogleich mehrere Mitmenschen darauf aufmerksam gemacht, solche, die aus purer Armut ihren Kontinent Afrika und ihre Familien verlassen mußten. Es handelt sich dabei um Armutsflüchtlinge meist aus Nigeria, dem Senegal... Beinahe täglich kommen sie an meine Tür. Mit dem Verkauf von irgendwelchem Zeugs versuchen sie ihr elendes Leben, das immer härter wird, zu fristen ..

... Nur halt, daß ich es nicht annähernd so perfekt und anschaulich in Worte fassen kann so wie Du Uli - dankedankedanke!


Am 24. Januar 2016 schrieb Guenther Lachmann:

Nachdem wir wissen, dass schon morgen die Weltrevolution an unsere Tür klopft, und jeder noch schnell sein Wissen oder Unwissen über den Kapitalismus und Karl Marx los werden moechte, - sei es aus Schuldgefühl oder Zugehörigkeitssyndrom - moechte ich nur noch einmal an das Konzept der persönlichen, finanziellen Bereicherung (über den ökonomisch vertretbaren Bereich [also die Grenze, wo andere Menschen, aufgrund meines Reichtums hungern] hinaus) erinnern.
Nun, wenn wir berechtigter Weise, K Marx als ein Argument, zur Kritik an den Superreichen anführen, dann ist es notwendig, dass wir auch a) die Mechanismen, und b) die fail-safe Strukturen, welche zur Bildung und Aufrechterhaltung des Kapitals fuehren, zur Diskussion stellen.
Zum Beispiel:
a) Der Arbeiter als Ware, und die Proportionen des Gewinns des Kapitals, zum Lohn der arbeitenden Bevölkerung.
a) Die Spaltung der Arbeiterschaft durch die Kreation einer hierarchischen Ordnung in der Arbeiterschaft.
b) Das Kapital selber in seinem (artificial) environment (Börse, human resources, vorsätzliche Annihilation von Land- und Wasserbeständen, Kriege), mit sehr realen Banken.
Nehmen wir nun diese drei kleinen, willkürlich konstruierten Referenzpunkte (zum status quo des vorhandenen Systems), und transferieren sie als Argument gegen die Elefanten-Scheiße, welche U. Gellermann so schön als Synonym für den obszönen Reichtum, die perverse Armut, und dem Programm die Erben erben alles, benutzt.
Und solange wie wir Entschuldigungen finden, dass dieser Reichtum existiert, kann ich all die Argumentation vergessen, und sie an die Bergziegen verfüttern, welche auch Scheiße Produzieren, welche wie schwarze Kaffeebohnen aussieht.


Am 24. Januar 2016 schrieb Flash Flash:

Noch etwas zu "Jochen Scholz", der auf meinen Kommentar mit dem Hinweis auf die kürzlich veröffentlichte "Oxfam-Studie" geantwortet hat:

"Oxfam" verbreitet das alte Märchen, daß der kapitalistische Reichtum falsch bzw. ungerecht verteilt sei und deshalb der bürgerliche Staat vor allem mittels einer besseren Steuerpolitik (nachträglich) für eine gerechtere Verteilung sorgen solle.

Einmal abgesehen davon, daß dieser Gedanke von Unwissenheit über die kapitalistische Funktion des Kapitals zeugt, sollten sich LiebhaberInnen dieser These `mal ausrechnen, was für die Armen dieser Welt dabei herauskäme.
(Eine Welt von sog. Kleinaktionären, d.h. so gut wie nichts für jeden.)

Nicht der kapitalistische Reichtum ist falsch verteilt, sondern der kapitalistische Reichtum ist falsch!

Antwort von U. Gellermann:

Sicher werden Sie bald die soziale Revolution machen. In der Zwischenzeit schreibt Oxfam dies:
"Ein Prozent der Weltbevölkerung hat mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen. Nur 62 Menschen besitzen genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die weltweite soziale Ungleichheit hat einen neuen Höchststand erreicht.Ein Grund ist die Steuervermeidung von Unternehmen und reichen Einzelpersonen durch ein System von Steueroasen, das vor allem den Reichen zugutekommt und die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft."

Für Zwischendurch erscheint mir das ganz vernünftig.

https://www.oxfam.de/unsere-arbeit/themen/steuervermeidung-unternehmen


Am 22. Januar 2016 schrieb Stefan Westermann:

@Markus Bentheim

Tatsächlich sind die wahren Antisemiten Propagandaschleudern wie Broder und Ditfurth. Der wer das israelische kriminell rassistische Apartheitsystem unterstützt kann nur ein Judenhasser sein.

Lesen Sie, Herr Bentheim, zb. mal Noam Chomsky, Norman Finkelstein oder Baruch Kimmmerling dann würden ihnen ein paar Lichter aufgehen.


Am 22. Januar 2016 schrieb Alex B:

Danke für die letzten Artikel, die Sie geschrieben haben! Es macht wirklich immer noch Spaß hier mitzulesen !!

Zu "Am 21. Januar 2016 schrieb Ute Plass:
Am 21. Januar 2016 schrieb Markus Bentheim:

Mit Entsetzen stelle ich fest, dass Sie das Logo von KENFM auf ihrer Website haben. Der Betreiber von KENFM ist als Antisemit enttarnt. Dass Sie mit ihm kooperieren, disqualifiziert Sie als Journalist"

Wer hat ihn denn enttarnt, den "antisemitischen" Iraner, von dem sie sprechen, der sich mit vielen Projekten für die Menschen einsetzt, von armen Griechen, die durch sein Team Hilfe erhalten, bis zu gutem Journalismus und sinnvollen Talk-runden mit interessanten Gästen. Der noch unabhängig ist, weil er Spendengeldern von Firmen oder Politikern zurücküberweist und von den Bürgern "crowdgefunded" wird, um unabhängig zu bleiben.
Wahrscheinlich nicht Ihre Meinung, sondern sicherlich in der Welt, faz oder sonst wo aufgeschnappt! Zum Glück gibt´s nicht mehrere von Ihnen die so denken, oooh, gibt´s ja leider doch.


Am 22. Januar 2016 schrieb Guenther Lachmann:

Wenn ich manchmal auf den engen Bergstraßen, dort wo die Elefanten-Stop-Schilder (Erdhügel, rechts gings tief ins Tal, links steile Felswand rauf - oder umgekehrt, mit schmalem Durchschlupf für Dorfbewohner) aufgeschüttet waren, die Elefantenscheiße aufhob, um damit das Feuer für den morgendlichen Tee zuzubereiten, habe ich nie golden-nuggets, in Form von Kaffeebohnen, gefunden.
Schwarzes Elfenbein; hach da werden doch so richtig die Jagdinstinkte geweckt, auf Schwarz und Elefanten. Schwarzes Elfenbein, das zergeht richtig auf der Zunge. Mit genügend Dekadenz lässt sich auch Apartheid und Rassismus schlucken - Hauptsache, es ist heiß und rassig! So richtig für die white supremacy geeignet, für jene Clique von gebürtig ? eingebildet (als gerechter Ausgleich oft ungebildet, aber das ist ein anderes Thema) - Besseren, die nicht nur riesige Ländereien besitzt, sondern sich einen monströsen Elefanten-Scheiß darum kümmern, ob auf diesen, ihren, Ländereien der Arbeitende verreckt durch mangelnde Sozialleistungen, oder der Arbeitende von einem fallenden Satelliten erschlagen wird. - Macht ja nichts, es gibt ja Millionen anderer Billig-Löhner, welche sofort die Arbeitslücke füllen können.
Und damit es auch gut geordnet mit dem Drängeln, für den Arbeitsplatz, zugeht, kann man zur Abwechslung ja bei den Berliner Regierungen nachfragen, ob diese nicht mit einigen Freiwilligen behilflich sein können., ein paar Leute von Blood & Honour, oder vom Thüringer-Heimat-Schutz vorbei schicken können. Schließlich hat Klaus Nordbruch gleich eine Farm um die (polit- strategische) Ecke, auf der Nazis und Faschisten, mit Geldern und Waffen vom Bundesverfassungsschmutz gespendet, (also auf Kosten vom Steuerzahler ) Wehrübungen abhalten dürfen.
Nur verständlich, dass man dann auch gleich im engen Kreis der Vertrauten, über ein kleines bisschen Steuerersparnis redet. Was sind denn da schon läppische 45 Milliarden, wenn man sich, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Personal sparen kann; Es geht doch ums Feudal-System, welches aufrechterhalten werden muss.
Man stelle sich nur vor, die Quandts, und Oetkers, und wie sie heißen mögen, müssen ihr Scheißhauspapier ohne Blattgoldrand benutzen, das käme einem Umsturz, einer Revolution gleich.
Ob Zibet-Katze (eine Schleichkatzenart - Kopi Luwak-Kaffee) oder trainierte Elefanten (Black-Ivory-Kaffee), ob Sozialabbau oder Steuerhinterziehung, aus Scheiße lässt sich Gold gewinnen.
Die Verbreitung von krankem Erbgut nimmt zu. Klingt dieses Axiom, vom kranken Erbgut, nicht vertraut? Diese Mentalität lässt mir das Blut, in den Adern, gefrieren.


Am 22. Januar 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Über die Analysen Karl Marx kann man je nach Klassenzugehörigkeit ja geteilter Meinung sein, doch Wissen hat doch irgendetwas auch mit dem Gewissen zu tun. Es entbehrt doch allem was uns zum Menschen macht, wenn einige wenige die Welt und die Kräfteverhältnisse bestimmen können, weil ihre Gier ins unermessliche gestiegen ist, und das wirklich katastrophale ist: alles unter dem Deckmantel des machbaren. Die Politik ist die Verbündete dieser Raubritter und Piraten. (Ich meine nicht Kapitän Jonny Depp).
Selbst auf die Gefahr des Galgens
"Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn.
10% sicher, und man kann es überall anwenden;
20%, es wird lebhaft;
50%, positiv waghalsig;
für 100% stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß;
300% und es existiert kein Verbrechen, dass es nicht riskiert , selbst auf die Gefahr des Galgens."
Karl Marx "Das Kapital", Band 1 (MEW Bd. 23. S.788. Fußnote 250.
Marx zitiert den englischen Gewerkschaftsfunktionär Thomas Joseph Dunning.



Am 22. Januar 2016 schrieb Jochen Scholz:

Aus Flash-Flash könnte nach Lektüre dieser Glosse

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oxfam-studie-welcher-reichtum-reicht-14025027.html

Flash-Flash² werden


Am 21. Januar 2016 schrieb Gerhard Gust:

Endlich mal ein Artikel aus der Feder des Galeristen der auch einen praktischen Nutzwert im normalen Leben hat. Vor knapp 6 Jahren, zu Beginn meines Rentnerdasein, bin ich wegen meiner deutschen Kleinrente ins nicaraguanische Wirtschaftsexil emigriert, in der Hoffnung, dort mit meinen bescheidenen Mitteln besser als in der teuren Bananenrepublik Deutschland zurecht kommen zu können. 

Seit dem dramatischen Wertverfall des €uro vor ungefähr zwei Jahren bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit mein monatliches Einkommen etwas aufbessern zu können. Und heute hat mir die Lektüre dieses Artikels die zündende Idee zum Schließen einer deutlichen Marktlücke vermittelt. Zwar trifft mensch hier in Nicaragua eher selten auf Elefanten, aber es muss sich doch eruieren lassen, bei welchen anderen Säugetieren vergleichbare Enzyme im Magen-Darm-Trakt freigesetzt werden, die ebenfalls dem Türkentrunk die Bitterstoffe entziehen.

Notfalls mache ich eine ICH-AG auf und  fresse den Rohkaffee selbst und wasche anschließend von  jeder einzelnen Bohne eigenhändig die Scheiße ab, aus der ich sie geholt habe. Bei der enormen Profitrate, einem Einkaufspreis von unter 4,- Dollar hier im Lande für das Kilo  Rohkaffee  und einem Endverbraucherpreis von 1.100,- €uro fürs Kilo gebrannten Kaffee, lohnt  sich ja selbst die Produktion kleinster Mengen. Und da ich über den Artikel hinaus dem "Kritiker" die Information verdanke, dass dieser hochwertige `Black Ivory Coffee´bislang in nur vier Anatara-Hotels zu erhalten ist, dürfte auch die Vermarktung kein Problem sein, Selbst hier im zweitärmsten Land des gesamten Kontinentes gibt es genügend dekadente Reiche, die mir einen lukrativen Absatz garantieren.

Meinen Dank für diese geniale Anregung zur grundlegenden Veränderung meiner ökonomischen Lebenslage werde ich dem Galeristen übrigens dadurch abstatten, dass ich ihm persönlich das erste Kilo `Black Ivory Coffee´ aus meiner eigenen Produktion kostenlos  überreichen werde.


Am 21. Januar 2016 schrieb Ute Plass:

Am 21. Januar 2016 schrieb Markus Bentheim:

Mit Entsetzen stelle ich fest, dass Sie das Logo von KENFM auf ihrer Website haben. Der Betreiber von KENFM ist als Antisemit enttarnt. Dass Sie mit ihm kooperieren, disqualifiziert Sie als Journalist.

@Markus Bentheim scheint den Manipulationen einer Querfront-Kampagne aufzusitzen, die Publizisten wie z.B. Ken Jebsen, an den Pranger stellen.
Zitiere aus: http://www.nachdenkseiten.de/?p=28643
“Gebetsmühlenartig wiederholen seine Gegner, dass er von Henryk M. Broder zum Antisemiten erklärt wurde. Nun wissen wir alle, wie leichtfertig Herr Broder mit solchen Anschuldigungen um sich wirft. Wer die Online-Sendungen von KenFM anschaut, kann sich allerdings schnell davon überzeugen, dass er mitnichten von irgendwelchen antisemitischen Botschaften beseelt ist. Sein Hauptwerk besteht darin, offizielle Medienberichte zu hinterfragen und über die Interessen des Westens bei kriegerischen Auseinandersetzungen aufzuklären. Anstatt sich aber damit zu beschäftigen, klebt man die Etikette Antisemit und Verschwörungstheoretiker drauf – Ende der Diskussion! Das ist eindeutige Abschreckungstaktik, um Aufklärung zu verhindern.”


Am 21. Januar 2016 schrieb Flash Flash:

Und wieder eine völlig falsche "Kapitalismus-Kritik".

Wenn es im Kapitalismus tatsächlich darum ginge, einige Reiche und Vermögende mit sog. Luxusgütern zu versorgen, könnte die Menschheit beim heutigen Stand der Produktivität bereits längst im Wohlstand leben.
(Und sich allenfalls z.B. über "geschissene Kaffeebohnen" amüsieren.)

Aber naja, anscheinend waren die Bemühungen von Karl Marx, die kapitalistische Produktionsweise zu erklären, weitgehend umsonst.

Dennoch ein kleiner Hinweis:
Die weltweit zunehmende Armut, Not und Elend vieler Menschen (bis hin zu Kriegen) hat ihren Grund darin, daß im Kapitalismus für den Tausch- bzw. Geldwert anstatt zur Befriedigung der Bedürfnisse produziert wird. Und nicht im mehr oder weniger "luxuriösem Leben" einiger Reichen und Vermögenden.

Humor am Rande:
Der Artikel erinnert sehr an die früheren "Micky Mouse"-Hefte, in denen sich bekanntlich "Dagobert Duck" am liebsten in seinen Goldstücken gebadet hat.

Mit der kapitalistischen Wirklichkeit hat das allerdings so gut wie nichts zu tun.
Da hätte sich Marx seine ca. 30jährigen Forschungen bzw. Erklärungen, die dieser in seinem Buch "Das Kapital" veröffentlicht hat, glatt ersparen bzw. schenken können.

Antwort von U. Gellermann:

Es doch immer wieder schön, wenn man sich einen Pappkameraden baut und ihn dann umhaut. Irgendeine Sorte von Humor, der je ein gewisses Maß an Intelligenz erfordert, konnte ich nicht entdecken.


Am 21. Januar 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

......Tucholsky hätte seine große Freude an diesem und sicherlich auch an anderen von ihnen, Herr Gellermann verfassten Artikeln. Des öfteren kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, obwohl mir meistens dann dieses doch mehr oder weniger vergeht.- Angesichts der Tatsache. dass es dekadente Eliten geben kann, die uns am Nasenring durch die Manege ziehen können. einfach so, lässt tief blicken . Und "Mutti" mit ihrer marktkonformen Demokratie und ihren Steigbügelhaltern kann einem schon mal den Tag verhageln..Also, mir sprechen Sie aus dem Herzen, und ihre radikal humanistische im besten Sinne, Gesinnung ist von Bedeutung und Wichtigkeit. Danke!
"Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden, und laut zu sagen: Nein!" Kurt Tucholsky



Am 21. Januar 2016 schrieb Andreas Buntrock:

"Vor gut einem Jahr hatte das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die faktische Steuerbefreiung der Erben von Unternehmen verfassungswidrig ist."

Und "unser" Finanzminister und "unser" Wirtschaftsminister werden NICHT wegen Missachtung des Gerichts verhaftet, sondern dürfen weiterwurschteln.
Tolle Sache, diese Immunität von Abgeordneten.

Da bleibt mir glatt mein Champagner "1907er Piper-Heidsieck" im Halse stecken.


Am 21. Januar 2016 schrieb nora schmitz-gharbi:

Spontan fällt mir beim Lesen des Artikels die bankrotte Ideologie Fr. Merkels einer marktkonformen Demokratie, ein.Diese bezieht sich nicht auf "freie Märkte". Vielmehr ist eine radikale Umverteilung, und zwar von unten nach oben, von der öffentlichen in die private Hand gemeint.Um das zu erreichen, muss der Staat die ökonomisch Schwachen, seien es Individuen oder Staaten, ohne jeden Schutz den Kräften des „Marktes" überlassen und zugleich dafür sorgen, dass den ökonomisch Starken durch einen starken Staat geeignete Rahmenbedingungen für eine Kapitalvermehrung bereitgestellt werden.

Der Neoliberalismus, der immer bereit ist, staatliche Interventionen in die Wirtschaft, als sozialistisch geißeln, ist in Wahrheit eine Art Neoliberalsozialismus, ein Sozialismus für die Reichen nämlich, die er durch staatliche Regelungen vor den Marktkräften zu schützen sucht. Es ist eine Revolution der Reichen gegen die Armen. Da die Armen aber die Mehrheit bilden, ist natürlich besonders in Demokratien eine solche Revolution mit Risiken behaftet. Es hilft daher außerordentlich, wenn man die Bevölkerung atomisiert, alle sozialen Bewegungen fragmentiert und partikularisiert und zugleich als Nutznießer der Umverteilung ein neues Klassenbewusstsein entwickelt. Das wird uns als alternativlos verkauft seitens der Politik, sie vertreten die Interessen der wirtschaftlichen Eliten, die steuerbegünstigt privaten Reichtum in politische Macht umwandeln. Die Politik wird gezwungen bankrotten Unternehmen nicht abzuwickeln, sondern im Zuge der größten Vermögensumverteilung in der Geschichte der Menschheit mit Hilfe von Steuergeldern am Leben zu erhalten. Den arbeitenden Menschen, die die für diesen "Beil-Out" notwendigen Summen erwirtschaftet hatten, wurde erklärt, das Ganze geschehe zu ihren Gunsten, denn die geretteten Unternehmen seien "too big to fail“ ("zu groß, um sie zusammenbrechen zu lassen") Um die durch die Bankenrettung entstandenen Löcher in den Staatskassen zu stopfen, müssen sie seit der Krise im Rahmen der „Austeritätspolitik" Massenarbeitslosigkeit, niedrigere Löhne und Renten, höhere Steuern und geringere Sozialleistungen in Kauf nehmen.

Fast unbemerkt von der internationalen Öffentlichkeit ist es in den vergangenen Wochen bei Bankenrettungen in Italien und in Portugal zur Anwendung des sogenannten "Bail-in", also der Enteignung von Sparern, Aktionären und Anlegern, gekommen. In Italien waren vier Volksbanken in der Toskana (vergleichbar den deutsche Raiffeisenbanken) mit mehr als 1 Mio. Kunden betroffen. 130.000 Aktionäre und etwa 12.500 Anleihegläubiger - unter ihnen viele Kleinsparer und Rentner - verloren insgesamt ca. 750 Mio. Euro. Am 1. Januar 2016 ist nämlich die europäische Bankenabwicklungs-Richtlinie (BRRD - Bank Recovery and Resolution Directive) in Kraft getreten. Damit ist das Prinzip des "Bail-in" innerhalb
der gesamten Eurozone geltendes Recht. Statt in die linke wird in die rechte Tasche. Das
Ergebnis dieser Entwicklung ist ein unaufhaltsamer Anstieg der sozialen Ungleichheit, die inzwischen ein historisches Ausmaß angenommen hat: 2015 verfügten weniger als einhundert Menschen über ein größeres Vermögen als die Hälfte der Menschheit.

Die politisch Verantwortlichen wissen - genau wie die wirtschaftlich Mächtigen - um die allseits lauernden wirtschaftlichen und finanziellen Gefahren und greifen daher zu zwei in der Vergangenheit bewährten Mitteln: Um von den wahren Schuldigen und der eigenen Korruptheit abzulenken, bauen sie Feindbilder auf und bereiten Kriege vor. Hinzu kommt eine perfide Gesellschaftsideologie. Nicht nur macht diese Ideologie den Armen und
Arbeitslosen weis, sie selbst wären an ihrem Elend schuld. Sie schafft es auch, dafür zu sorgen, dass das wahre Ausmaß der gesellschaftlichen Armut kaum je an die
Öffentlichkeit dringt. Dass das Gesundheitssystem trotz immer höherer Ausgaben immer weniger den Menschen und immer mehr den Profiten einiger weniger dient. Dass die Soziale Arbeit erodiert und kaum jemand etwas hiergegen unternimmt. Dass mittels Stiftungen ein regelrechter „Refeudalisierungsboom" im Lande tobt und Investoren inzwischen das öffentliche Schulwesen ins Visier nehmen.

Politisch ist die Frage, ob Armut ein relatives Phänomen darstellt oder nicht, von eminenter Bedeutung. Wer die Existenz zu großer sozialer Ungleichheit in einer Gesellschaft konzediert und sie in relativer (Einkommens-)Armut materialisiert glaubt, akzeptiert damit nämlich zumindest implizit auch die Legitimität und die Notwendigkeit
der Umverteilung von oben nach unten. Hier dürfte einer der wichtigsten Gründe dafür liegen, warum die relative Armut gerade von denjenigen oft geleugnet wird, die zu den Privilegierten, Besserverdienenden und Vermögenden gehören. ES wird allen Ernstes behauptet (Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund), hierzulande gebe es kaum Armut, sondern nur eine »Jammerlobby in der deutschen Presse«, die nicht zur Kenntnis nehmen wolle, dass die Sozialhilfe bzw. das
Arbeitslosengeld II vollkommen ausreiche, um »durchaus passabel« zu leben; dass »Zufriedenheit und Glück nicht notwendig mit Geld zu kaufen« und Reiche deshalb
manchmal eben auch »arm dran« seien; dass schließlich in 100 Jahren »alle deutschen Armen mit Rolls-Royce zum Golfplatz fahren« könnten. Da die kapitalistische Gesellschaft immer mehr Bereiche ökonomisiert, privatisiert und kommerzialisiert, d.h. beinahe alle Lebensabläufe stärker denn je über das Geld regelt, führt ein geringes Einkommen heute zu einer größeren sozialen Abwertung, als dies in früheren Geschichtsperioden der Fall war. Je höher das Wohlstandsniveau eines Landes ist, desto niedriger fällt daher der wissenschaftliche und politische »Gebrauchswert« eines Armutsbegriffs aus, der sich nur auf das physische Existenzminimum bezieht.

Vgl.:
Die neoliberale Indoktrination Rainer Mausfeld


Am 21. Januar 2016 schrieb Günther Schrick::

Hallo Herr Gellermann,

seit längerer Zeit schon lese ich gern mit- einfach gut geschrieben. Heute wäre mir beinahe vor Lachen der Kaffee, nicht der aus der Scheiße, umgekippt, so traurig der Inhalt auch ist.

In solchem Kontext fällt mir nur der uralte Spruch "auro loquente omnis oratio inanis est" ein. Und genau das beschreiben Sie: spricht Geld, ist jedes Argument vergebens. Aber so ganz erfasst dieser Spruch die heutige Situation nicht.

Schweben nicht die Vermögen drohend über uns? Was könnten die Vermögenden wohl meinen, was könnten sie wollen, wie müsste Politik aussehen? Diese Fragen erscheinen in den Köpfen der Konsens-Parteien wie fest verdrahtet, vor Entscheidungen aktiviert zu werden.

Wie sonst wäre zu erklären, dass, nur als ein Beispiel, die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung seit Jahren gegen Kriegseinsätze eingestellt- unerhört bleibt. Ist die schon bedeutungslos? Mein Sohn sagt mir, ich solle mich nicht mit Politik beschäftigen, es sei Zeitverschwendung. Mehr und mehr scheint er mir richtig zu liegen.

Herzliche Grüße und mehr solch herrlicher Texte, bitte.


Am 21. Januar 2016 schrieb Lutz Jahoda:

CHOR DER MILLIARDÄRE

Reich zu sein ist kein Vergnügen.
Rundum nur Neid und feindliches Grollen.
Doch allein deshalb nicht reich sein zu wollen,
müssten wir lügen.


Am 21. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Irgendwie fühlt es sich sogar fast erholsam an, nach all dem Dreck um Krieg, Mord und Totschlag den verständnisvollen Blick auf den Speisezettel von denen da Oben zu werfen, die in diesem Lande im Schnitt mal so schlappe zehn Jahre länger leben als die da Unten. Oder ist es deshalb nicht doch wieder ein Szenario, in das du den unsichtbaren Tod, den früheren, mit an den reich gedeckten Tisch seiner Protagonisten gesetzt hat? Tricky Uli?
Ach, das ist jedenfalls alles so unglaublich skandalös, dass selbst dein oft – zumindest kurzfristig – den Schrecken mildernd begleitender „Soundteppich“ des Satirischen nicht weiterhilft. Diese Variable der langen, nie endenden Geschichte der Ungleichheit, von Arm und Reich, von Unten und Oben ist, wie alle anderen derselben Genese, unverdaulich! Immer wieder neu – und es gibt kein Enzym, das bei der Verdauung solch wütend machender feudalistischer Dekadenz im Schutze und unter Beihilfe des Staates helfen könnte.

Diese aktive staatliche Vermögensvermehrung ist ja zudem ein klassisches Beispiel dafür, wie die neoliberale Mär von den „freien Märkten“ und dem zum „Nachtwächter“ reduzierten Staat in der Realität aussieht: Das blanke Gegenteil ist natürlich der Fall. Gerade die, die den Sozialstaat in die Tonne treten (wollen), brauchen denselben und seine wohlwollenden Regulierungen dringend, um ihre Taschen immer voller zu bekommen. Die ganze Steuergesetzgebung, wie in diesem Fall, ist eine zugunsten der Reichen regulierte Staatshilfe. Und ihr Quandts und Albrechts usw. wollt uns den „schlanken Staat“ verkaufen, hahaha? Ohne den zu euren Gunsten regulierenden Staat geht bei euch gar nix, ihr bettelndes und winselndes Lügengesindel. Ihr lebt in symbiotischer Beziehung zum und mit dem Staat und ihr macht’s euch gegenseitig, ihr Balsamicowichser! Ist doch wahr!

Aber ach, das klingt alles so schrecklich platt. Die millionenfache Wiederholung des sozialistischen oder wie auch immer begründeten Aufschreis wider die Ungleichheit presst allen Saft, jeden Esprit und jeden Kick aus der immergleichen Rhetorik. Ewige Rituale eines perfekt eingefahrenen Rollenspiels. Vor meinem geistigen Auge sehe ich dann einen irgendwie zum Symbol geronnenen Christoph Butterwegge, diesen unentwegten, klugen und mutigen Sozial-Arbeiter. Also die zum Bild erstarrte Symbolik von David gegen Goliath... Und dann möchte ich abhauen – nach Kuba!


Am 21. Januar 2016 schrieb Hans Rebell-Ion::

Laut KARL MARX entstehen durch die Einrichtung von Eigentum und die damit einhergehende Trennung von Bedürfnis und Mittel zu dessen Befriedigung zwei gesellschaftliche Klassen: Bourgeoisie
(= "HIRTEN") und Proletariat (="VIEH-HERDE"). Die Bourgeoisie zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereits über Eigentum verfügt, also Produktionsmittel wie zum Beispiel Land, Fabriken oder auch Geld zur Produktion von weiterem Eigentum "investieren" kann. Der arme Proletarier zeichnet sich durch seine prinzipielle Eigentumslosigkeit aus, er ist getrennt von allen Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung und hat auch keinen Zugriff auf die Produktionsmittel, mit denen er Eigentum schaffen könnte. In dieser Situation ist der Arme dazu gezwungen, sich vom reichen Bourgeois zur Mehrung dessen Reichtums benutzen zu lassen, als Lohn-SKLAVE. Der Proletarier schafft also Eigentum, aber fremdes, von dem er getrennt ist (das ihm nicht gehört). Als armer Proletarier ist er ausgeschlossen vom Reichtum der Gesellschaft, also arm. Und gerade indem er arbeitet, verstärkt er seine Armut (seinen Ausschluss vom Gesamteigentum).
MARX war genial in der ANALYSE der "herrschenden" sog. KULTUR seit 10T.J. ... aber seine "LÖSUNGEN" sind leider nur eine unstillbare SEHN-SUCHT ... nach dem "VERLORENEN PARADIES"! Bekanntlich schaffen a l l e SÜCHTE letztlich LEIDEN! Das "PARADIES" war einst die kleine menschliche(!) UR-HORDE ohne persönliches "EIGENTUM"... aber seit dem Entstehen der VIEH-NOMADEN haben die "HIRTEN" die HERRSCHAFT über das dumme VIEH ... wozu auch 99% der sog. "MENSCHEN" zählen!
Gegen diese "herrliche" AUSBEUTUNG halfen, im historischen Resümee, leider keine RELIGIONEN (= zurück zum Ursprung!) und leider auch keine IDEOLOGIEN
(= vorwärts in eine gerechte Zukunft!).


Am 21. Januar 2016 schrieb Ursula Münch:

Lieber Uli Gellermann,
ich (86) habe im Moment nicht viel Zeit, möchte mich aber ganz herzlich nicht nur für den heutigen Text, sondern alle Deine Artikel bedanken, von denen ich bereits eine ganze Menge in zwei Foren verlinkt habe. Die ich hier nicht benenne, weil ich mich durch die Verschickung von zwei der heutigen Postings an Dich zumindest in einem davon "strafbar" machen und sicher nun endgültig rausfliegen würde, nachdem ich mich dort als betonköpfige Ossi-Linke ohnehin bereits sehr unbeliebt bin.
Deshalb wäre es gut, wenn Du zumindest die Einlassung Deines Kritikers nicht oder nur sinngemäß veröffentlichen würdest. Mit meinem Text kannst Du nach Belieben verfahren, er bleibt immerhin mein "geistiges Eigentum".
Wie gesagt, ich habe nicht viel Zeit.
Ganz herzliche Grüße, verbunden mit dem Wunsch, dass Du uns bzw. mir noch lange derart aus dem Herzen schreiben kannst.

--------------------------
Hier Dein "Kritiker"
"Also der verlinkte Artikel ist durchschnittlich, ich muss hier 2 Dinge ein wenig berichtigen...

1.) Black Ivor Coffee kostet normalerweise 850 pro Kilo, nicht 1100..
Hier hat sich der Autor geirrt.
2.) Zudem ist gerade der "Black Ivor Coffee" ein relativ schlechtes Beispiel, weil es diesen nur in einem einzigen Land in ein paar ausgewählten Hotels (4 Anatara-Hotels) gibt."

USW. usw. usw.

Antwort von U. Gellermann:

Zum „Kritiker" nur so viel:
1. Den Preis habe ich von einer seriösen Site:
http://www.tenoftheday.de/die-10-teuersten-lebensmittel/
2. Der blöde Kaffe ist natürlich nicht das eigentliche Thema des Artikels.


Am 21. Januar 2016 schrieb Epikur von Samos:

Eines meiner Lieblingsbeispiele für ans obszöne grenzende Luxusgüter ist die Haldimann H9 Uhr. Dies ist eine hochwertige mechanische Uhr, die man ab rund 120.000 Euro kaufen kann. Besonderheit: Das Frontglas der Uhr besteht aus schwarzem Saphirglas, so dass keine Zeit abgelesen werden kann.
http://luxus.welt.de/uhren/haldimann-h9-eine-wahrlich-zeitlose-uhr


Am 21. Januar 2016 schrieb Herbert Ludwig:

Ein ins Zentrale treffender Artikel.
Der Abhängig-Beschäftigte ist schon mit staatlicher Hilfe eine Art moderner Arbeitssklave im Dienste des Unternehmens, der am „Arbeitsmarkt" als Produktionsfaktor möglichst billig gekauft werden kann, aber selbst noch eine gewisse Auswahlmöglichkeit hat. Gerät er schließlich als Arbeitsloser in die Fänge des Hartz IV-Systems, wird er mit staatlicher Gewalt unter Androhung lebensgefährdender Sanktionen dazu erpresst, sich auf dem „Sklavenmarkt" für nahezu jede Arbeit bedingungslos feilzubieten.
Vgl.:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/09/09/das-hartz-auf-dem-rechten-fleck-oder-der-sozialstaat-als-sklavenhalter/


Am 21. Januar 2016 schrieb Ellen Bergmann :

Sie bezeichnen Hartz-Vier-Empfänger "Zombies". Das finde ich beleidigend!

Antwort von U. Gellermann:

Ich zitiere Freunde, die von Hartz-IV leben. Da sie von den staatlichen Almosen nicht leben und nicht sterben können, sehen sie sich als Untote.


Am 21. Januar 2016 schrieb Markus Bentheim:

Mit Entsetzen stelle ich fest, dass Sie das Logo von KENFM auf ihrer Website haben. Der Betreiber von KENFM ist als Antisemit enttarnt. Dass Sie mit ihm kooperieren, disqualifiziert Sie als Journalist.

Antwort von U. Gellermann:

Mit Erstaunen stelle ich fest, dass sie ein von ausgerechnet Henryk M. Broder erzähltes und von Jutta Ditfurth verbreitetes Märchen glauben. Das disqualifiziert Sie als Leser.


Am 21. Januar 2016 schrieb Ulrich Wilke:

Die arme "Hälfte" beträgt etwa 99% des Volkes.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

29. September 2016

Weiße Helme, blauer Dunst

Die TAGESSCHAU wirbt für Katar-Kombattanten
Artikel lesen

29. September 2016

Der Geheimdienst wirft Blasen

Mehr Wasser für den Sumpf durch BND-Müller
Artikel lesen

29. September 2016

Wiesn hinter Gittern

Doch die Gefährdung kam von oben
Artikel lesen

26. September 2016

Massaker-Marketing

Wie die TAGESSCHAU mit Blut Meinung macht
Artikel lesen

26. September 2016

Leyen die Frontfrau

Wahlkampf-Reise in den Irak
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

DIE WAFFEN NIEDER!

Kooperation statt NATO-Konfrontation - Abrüstung statt Sozialabbau

DEMONSTRATION IN BERLIN

8. Oktober 2016
Auftakt: 12.00 Uhr

Alexanderplatz/Ecke Otto-Braun-Straße


www.friedensdemo.org
Bundesausschuss Friedensratschlag | Kooperation für den Frieden | ViSdP: Laura von Wimmersperg, Friedenskoordination Berlin