"Ich spreche mit Russen"

Das Gellermann-Geständnis

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. September 2014

Er hatte ein Geheim-Papier veröffentlicht, der sehr linke Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke. Ein Papier aus dem deutschen Aussenministerium, zusammengeschustert von EU-Botschaftern. Ein Kern des Papiers: Berufsverbot für russische Journalisten, Einschränkung der Pressefreiheit. Mitten im total freien Europa. Da sollte man denken, die völlig freien Medien Deutschlands hätten dem Mann das sensationelle Papier aus der Hand gerissen. Und was draus gemacht. Aber irgendwie kam es anders. Und deshalb musste ich mit den Russen reden. Mit dem Oligarchen-Fernsehen REN-TV. Eine private russische TV-Station, an der mit 30 Prozent auch RTL beteiligt ist. Ausgerechnet ich, der weder Oligarchen noch RTL sonderlich leiden mag, ich musste mit denen reden. Ich wurde faktisch gezwungen.

Denn das Gehrcke-AA-Papier hätte eigentlich einen kollektiven Aufstand der freien deutschen Medien auslösen müssen, um der Pressefreiheit willen. Der berühmte investigative SPIEGEL hätte bei Auftauchen eines solchen Papiers mindestens drei EU-Aussenminister befragt: "Kann es wahr sein, das angedrohte Berufsverbot? Und wenn, muss es denn wahr sein?" Um anschließend einen frischen Trend auszumachen: "Das Berufsverbot als neuer Mainstream".

Die aussenpolitisch versierte SÜDDEUTSCHE ZEITUNG wäre eigentlich versucht gewesen, das Thema in einem Interview mit dem NATO-Generalsekretär anzuschneiden: "Erhöht das Russen-Berufsverbot die atlantische Sicherheit und warum?" Von der ZEIT wäre ein Aufsatz von Jürgen Habermas veröffentlicht worden: "Verbote als integrativer aber entgrenzter Anteil europäischer Entwicklung". In der ARD hätte es ein höchst kritisches Sommer-Interview mit der Kanzlerin geben müssen: "Auch wir halten Berufsverbote für notwendig, aber sind Sie sicher, dass es reicht sie auf Russen anzuwenden?" - Darauf Merkel: "Das kann man so, aber auch so sehen."

Aber dem erregenden Gehrcke-AA-Papier folgte dröhnendes Schweigen. BILD-Online mochte es mal gerade erwähnen, natürlich ohne die linke Quelle, und nur unter dem Aspekt der Terror-Bekämpfung: "Ukraine-Krise: EU will Putin-Rebellen auf Terror-Liste setzen". Der Westberliner TAGESSPIEGEL erwähnte das AA-Leck verschämt als eine Art Notwehr-Maßnahme: "Der estnische Vertreter (in der EU-Berufsverbots-Debatte) erklärte, die russische Propaganda sei „unerträglich“ und funktioniere besser als früher die sowjetische Propaganda." Das ist zwar keine Kunst, aber auch der TAGESSPIEGEL weiß wovon er schreibt: In der Ukraine-Krise waren und sind deutsche Medien Meister der Propaganda. Wohl deshalb haben sie das Papier einfach tot geschwiegen. Wenn der Deutsche nix weiß, denkt er keinen Scheiß, sagten sich die vereinigten Chefredaktionen und wandten die einfachste Form der Propaganda an: Die Omerta, das Schweigegebot nach Mafia-Art.

Als alle schwiegen, musste ich ran. Nicht gerade Inhaber eines Medienkonzerns, aber einer gut besuchten Web-Site. Und kaum hatte ich die fatalen Inhalte des Papiers ins Netz gestellt, meldete sich bei mir eine gewisse Diana von REN-TV. Ob ich denn bereit wäre ein Interview zum drohenden Berufsverbot für russische Journalisten zu geben? Na, ja, ich sei gerade auf Mallorca und wolle ein wenig Urlaub machen, sagte ich. Macht nix, entgegnete Diana, wahrscheinlich eine Gas-Prinzessin, sie würde ein Kamera-Team vorbei schicken. Und so kamen sie denn, zwei nette junge Leute, sprachen nur Spanisch und Russisch und bauten ihre Gerätschaften hinten im Garten auf.

Mir fielen Sätze wie dieser ein: "Russland ist der Nachbar der Deutschen in Europa. Mit seinem Nachbarn sollte man ein gutes Verhältnis haben." Oder: "Wir Deutschen haben den Russen im letzten Weltkrieg ein schweres Leid bereitet: Wir haben Millionen Tote verursacht." Und: "Die Beschneidung journalistischer Freiheit widerspricht dem Völkerrecht. Ich als Journalist will in keinem Land der Welt in meiner Arbeit behindert werden. Auch deshalb halte ich die Absicht der EU für dumm und ärgerlich." Dann packten die jungen Leute wieder alles zusammen und ich wusste: Eine Woche lang würde ich im Ort Gesprächsthema sein: Das ist der, würden sie sagen, der mit den Russen geredet hat. Spanier meinen diesen Satz nicht abträglich.

Das sieht in Deutschland natürlich anders aus. Lese ich doch nach dem Interview, in eben dem SPIEGEL, der sich über die Russen-Berufsverbote so gründlich ausschweigt, dass der oberste Bundespräsident aller Deutschen, der Bundes-Joachim, gar nicht mit den Russen reden will. Er fährt da nicht hin, sagt er, ohne bisher eingeladen zu sein. Meine Tante Gerda war auch so: Wenn die wusste, dass sie zu Onkel Hermanns Geburtstag nicht eingeladen werden würde, dann erklärte sie kategorisch, da wolle sie keinesfalls hin! Nie und nimmer nich.

Aber Gauck ist nicht Tante Gerda. Bei dem geht es vielleicht doch um Prinzipien dachte ich: Freiheit und so. Und googelte mir die Finger wund, um aus den deutschen Medien was über das geheime Gehrcke-AA-Papier zu erfahren. Denn da geht es ja auch um Freiheit - die der anderen. Fand aber gar nichts in den alten, von West-Deutschland beherrschten Medien. Also dachte ich, gukste mal in das NEUE DEUTSCHLAND. Auch nichts. Keine Meldung. Kein empörter Kommentar. Jetzt mache ich mir echte Sorgen. Vielleicht war es doch falsch mit den Russen zu reden. Vielleicht fängt echte Freiheit erstmal damit an, dass man sich selbst den Mund verbietet. Und deshalb, an dieser Stelle: Lieber Onkel Joachim, liebe Tante NEUES DEUTSCHLAND, ich will es auch nicht wieder tun, mit den Russen reden. Außer vielleicht der Frieden wäre gefährdet. Aber das würdet ihr mir sicher rechtzeitig sagen. Euer Uli Gellermann.

Ich habe es dann doch wieder getan: Ein Interview mit der "Stimme Russlands"

http://german.ruvr.ru/2014_09_22/Ulrich-Gellermann-Ich-halte-das-Vorhaben-des-Dokumentes-fur-gesetzeswidrig-2555/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 25. September 2014 schrieb Manfred Ebel:

Volltreffer! Herr Gellermann. Ihr Satz: "Mitten im total freien Europa." erinnerte mich an Victor Klemperer. Der hatte klargestellt, dass das Wort "total" bis zur Nazizeit und Göbbels bejubeltem "totalem Krieg" nahezu unbekannt und seitdem meistenteils unreflektiert in der öffentlichen Jubel-Rhetorik ist. Wie passend also Ihr Satz.
Meinen Respekt und Glückwunsch


Am 25. September 2014 schrieb Manfred Ebel:

zuerst meinen aufrichtigen Dank für Ihre engagierten Artikel. Sie sind mir ein geistiger Genuss, Anregung und Genugtuung. Ja, auch die sind öfter nötig.


Am 25. September 2014 schrieb Willi Übelherr:

Das war aber sehr sanft und zurueckhaltend. Da sind die Kommentare doch deutlich klarer. Und vor allem deine texte im blog.


Am 24. September 2014 schrieb Thomas Nippe:

In Ossietzky schrieb neulich Arno Klönne: " Der Dritte Weltkrieg hat schon begonnen, wir sind mittendrin." Auch wenn dieser Krieg anders aussieht, als man sich so etwas vorstellt. Aus verschiedenen, unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt. Das macht Angst. Das deutsche, militaristische Säbelrasseln und Schwadronieren ist kaum noch auszuhalten.


Am 24. September 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Die exakt 1002 Mails, die meinen Mail-Postkasten mit der Nachricht fluteten, ein gewisser Ulrich Gellermann habe der „Stimme Russlands“ ein Interview gegeben, ließen mein Herz gleich höher schlagen. Endlich! Auch wenn diese staatliche RadioZeitung naturgemäß bei der Auswahl gelegentlich nicht zwingend wählerisch ist, Testimonials für die Staatsmeinung zu Wort kommen zu lassen wie u.a. Eva Herman, oder mit ihrem militärverliebten Großmacht-Gedöns nervt, ist sie doch seit der Ukraine-Krise geradezu unverzichtbar für den unerlässlichen Blick auf „die andere Seite“ geworden, die die deutschen Medien komplett unterschlägt. Zudem ist die SR in Ton und Aussage im Vergleich zu unseren deutschen „Qualitäts- und Leitmedien“ inkl. des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geradezu ein Medium des Friedens, der Völkerverständigung, der klugen Analysen, der Fähigkeit, mit diplomatischem Gespür in die Zukunft zu blicken und seit Beginn der Ukraine-Krise der Deeskalation und der konsequenten Mäßigung. Das Gegenteil ist also richtig: Die Medien hierzulande sind es, die wie staatlich gesteuert wirken, also von den USA aus, und die „Stimme Russlands“ und seine Schwester „RIA Novosti“ fallen dagegen fast wie unabhängige Sender und Online-Blätter aus.
Danke für das ausgezeichnete, sehr souveräne Interview, lieber Uli – alles drin, alles dran. Hinterher vielleicht zu denken, ich hätte hier noch oder da dies oder das sagen können, sollen, wollen… Falls es dir so gehen sollte – papperlapapp! Alles richtig gemacht.

Darf ich noch jemanden grüßen, Uli? Bitte, bitte! Hallo F. (wie fuck you?) Riemann, alles in Reih und Glied unter der Tonsur? Offensichtlich nicht.


Am 23. September 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Europaweiter
Gesamtredaktioneller
Tagesbefehl
(darf auch gesungen werden)

Es stört halt sehr, das große Reich
Der ach so bösen Russen.
Drum unser Ruf: Los, kocht sie weich,
Auf großer Flamme und sogleich;
Denn wir sind jederzeit bereit,
mit bombensichrer Herzlichkeit,
Dies gut bevorzuschussen.

Also, schreibt, also schreibt,
Was der böse Putin treibt,
Jagt ihn über Sotschis Pisten
Und gleich mit, die Journalisten,
Diese drögen,
Die ihn mögen.
Wir empfehlen Perfidie,
Streicht einfach das Journali -
Und nennt sie Terroristen!


Am 23. September 2014 schrieb Christoph Pauli:

Naja die MSM "Edelfedern" sind schon seit geraumer Zeit selbst Mitglieder im" Club".
Daher rührt auch deren Abstinenz von Anspruch und Wirklichkeit.
Es wär wohl auch zuviel verlangt von eifrig fleißigen deutschen Journalisten, gegen den Strom zu schwimmen.
Nicht jeder will an die Quellen.
Vielleicht sind auch nur die Ansprüche an die Schreiberlinge überhöht.
Aber zum Glück gibts auch Ausnahmen:
Rationalgalerie!


Am 23. September 2014 schrieb Dagmar Henn:

Ja, ich hatte mich über das Nicht-Echo auch sehr gewundert.
Noch weniger Echo als die Berufsverbote für Journalisten fand allerdings der noch wesentlich gravierendere Teil der "Listung von Donezk und Lugansk als Terrororganisationen".
Was das bedeutet, habe ich hier zusammengefasst:
http://www.vineyardsaker.de/neues-aus-salatbeet/zensur-war-gestern/


Am 23. September 2014 schrieb F. Riemann:

Haben Sie es nötig, sich selbst dermassen obszön als unerschrockenen Aufklärer oder mutigen Russenversteher feiern zu müssen? Ist ja abstossend. Was ist daran bedeutend wenn Tünnes und Schäl vom Russen Privat TV zu Ihnen in den Garten kommen und Sie ein paar Sätze aufsagen lassen? Da lache ich doch. Der Gehrke hatte Mut, nicht Sie.

Antwort von U. Gellermann:

Auf Nachfrage haben die beiden Kameraleute bestritten Tünnes oder Schäl zu sein. Allerdings wollten sie wissen, ob Sie die Reinkarnation von Willy Millowitsch wären. Ich habe das verneint: Millowitsch hatte mehr Humor.


Am 22. September 2014 schrieb Martin Lechky:

Die Gleichschaltung der Medien, gar der Parteien, findet sich wieder in der Chartstürmung der Nichtwähler, dass das NEUE DEUTSCHLAND fast nicht berichtet verwundert mich nicht, scheinen doch die LINKEn angekommen im sogenannten Mainstream, stehts die Wahl 2017 im festen Blick. Wie eine Miezekatze zum Beisprung bereit, wenn es nötig wird mit den Großen zu jagen. So wird Opposition gemacht und nicht etwa durch das Ausrufen von Demonstrationen für Frieden in Europa, von den Russen lernen, heißt demonstrieren lernen.

Wobei das Problem viel tiefer sitzt, wem kann man noch vertrauen, was ist noch wählbar? Ist eine parlamentarische, marktkonforme, Demokratie eine "(...)Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk." oder vertretten unsere Politiker und Medien längst andere Intressen?


Am 22. September 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Tja, auf Wolfgang Gehrcke hörte ja keiner, als er im April vor weiteren Isolierungsmaßnahmen für Russland warnte. Im Spiegel Interview sagte er derzeit auf die Frage, ob er denn in Moskau auch Deutschland-Versteher getroffen habe: „Die Russen hatten mehr Verständnis für die Haltung der Bundesregierung als ich selbst. Ich habe schon zu Außenminister Frank-Walter Steinmeier gesagt: "Ich habe in Moskau drei Tage lang versucht, Sie zu kritisieren. Ich weiß nicht, ob mir das gelungen ist."

Hat sich so was mit dem Verstehen der russischen Seele. Putin ist da in meinen Augen ein Paradebeispiel in Bezug auf nur scheinbar divergierende Charaktermerkmale, Schwermut eingeschlossen.

Und wenn ein Mann wie Wolfgang Gehrcke mit dem für die „Elite-Parteien“ falschen Parteibuch einen solchen „Vertrauensbruch“ begeht und geheime Papiere veröffentlicht, dann erscheint es als recht logisch, dass die gleichgeschalteten Medien unter „Fuchtelhoheit“ der Rauten-Queen dies nicht an die große Glocke hängen. Anders wäre es doch gewesen, hätte beispielsweise der Gaukler der Nation mit der selbst verpassten Lizenz zur Kriegshetze dies getan. Und dann mit mahnenden Worten, dass dies doch einem DDR-Maulkorb-Procedere gleichen würde. Verpasst von denjenigen, mit denen er sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen hatte. Man denke an den urplötzlich verschwundenen Vater. Und überhaupt, Westpresse war verpönt, da die ja nicht meinungskonform war. Und überhaupt…Ja, wenn ein solch „heiliger Mann“ sich empört hätte, die Medien würden triefen vor Ehrfucht. Was der sich alles traut. Smiley, Lach, grins! Tut er aber nicht, er will es sich ja nicht verscherzen, will ja nach seiner Amtszeit noch eine weitere drauflegen. So man ihn lässt... Oh bitte, nicht doch. Ich las, dass Gehrcke zum Zeitpunkt der Wahl des BP krankheitsbedingt an dieser nicht teilnehmen konnte. Dreimal darf man raten, wen dieser m.E. nach nicht gewählt hätte!

Ja, köstlich, wie Uli Gellermann die Absage der Gallionsfigur so vorab und prophylaktisch an eine ihn sicherlich nicht erreichende Einladung kommentiert. Größe hat dieser Mann noch nie bewiesen, Größenwahn schon. Wie war doch noch seine Absage an eine Teilnahme der Paralympics in Sotschi? Ein Schlag ins Gesicht der Sportler. Wobei allerdings Gauck offenbar der Ansicht war, es einem Putin mal „so richtig zu zeigen“. Was für ein „Ulkinator“. Neue Wortschöpfung. Lach.

Ein recht schmaler Grat, so denke ich, eine Beurteilung des Unterschiedes zwischen freiem Journalismus und Propaganda zu machen. Ich habe dazu einmal Wikipedia bemüht und folgende Formulierung vorgefunden:

„Propaganda (von lateinisch propagare, weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten) bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten oder Herrscher erwünschten Reaktion zu steuern. Dies im Gegensatz zu Sichtweisen, welche durch Erfahrungen und Beobachtungen geformt werden. Der Begriff „Propaganda“ wird vor allem in politischen Zusammenhängen benutzt; in wirtschaftlichen spricht man eher von „Werbung“, in religiösen von „Missionierung“. Entscheidend ist dabei die geschickte Auswahl und gegebenenfalls die Manipulation der Nachricht und nicht ihr Wahrheitscharakter.“

Aha, schon klar. Gehrcke – oder auch ein Edward Snowden - gehört unter den Negativbegriff der Manipulatoren. Gauck ist der eher der Missionar schlechthin.

Lieber Uli Gellermann, ich sehe, Spanien bekommt Ihnen gut. Kein „Sonnenstich“, sondern nach wie vor und gut wie immer die Stiche in Wespennester.


Am 22. September 2014 schrieb Gideon Rugai:

"Ich finde es unsolidarisch ausgerechnet das NEUE DEUTSCHLAND in einen Anti-Russischen Zusammenhang zu stellen."

Naja, bei Wiki steht z.B. unter "Solidarität" gleich als erster Satz folgendes :

"Solidarität (abgeleitet vom lateinischen solidus für gediegen, echt oder fest; Adjektiv: solidarisch) bezeichnet eine, zumeist in einem ethisch-politischen Zusammenhang benannte Haltung der Verbundenheit mit - und Unterstützung von IDEEN, AKTIVITÄTEN und ZIELEN anderer (...)".

Da sich der Gellermann, Uli mehr oder weniger kritische Anmerkungen bekanntermaßen nicht einfach so aus den Fingern saugt, scheint es dem "Neuen Deutschland" ja eindeutig an eben diesen Ideen, Aktivitäten und Zielen hinsichtlich des Geheimpapiers zu mangeln, macht sich also selbst der fehlenden Solidarität mit der aufzuklärenden Bevölkerung schuldig. Oder gilt "Solidarität", wenn überhaupt, nur für den linken Teil der Population ?
Also was wird hier eingefordert? Linker Gruppenzwang? Sozialistischer Chorpsgeist? Abkehr von gefühlter Nestbeschmutzung?
Es geht auch weniger um "Anti-Russisch" als um (in dem Fall) ..äh "Pro-Garnix" - möchte man meinen.


Am 22. September 2014 schrieb Klaus-Jürgen Bruder:

Wie ARD-Chefredakteur Thomas Baumann in seiner Reaktion auf die Kritik des ARD-Programmbeirats an der Ukraine-Berichterstattung erklärt, verstehen die für die Arbeit der Medien Verantwortlichen deren Aufgabe nicht in der Information der Öffentlichkeit, sondern in der Verteidigung "westlicher Positionen".


Am 22. September 2014 schrieb Hans Jon:

Mit MEDIENMAULKORB, BERUFSVERBOT und "GLEICHSCHALTUNG" der Presse fängt´s an ... mit KZ-VERSCHLEPPUNG und ERMORDUNG von "FRIEDENS-RUFERN" hört´s auf!
Wehret den Anfängen!!! ..."denkmal" an Carl von Ossietzky
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_vo n_Ossietzky


Am 22. September 2014 schrieb Horst Gerhardts:

Ich finde es unsolidarisch ausgerechnet das NEUE DEUTSCHLAND in einen Anti-Russischen Zusammenhang zu stellen.


Am 22. September 2014 schrieb Pat Hall:

Wir haben in Deutschland keine Volksvertreter sondern lediglich Vertreter der Wirtschaft & Banken.
Nicht nur in Berlin, auch in Brüssel sitzen US-Strategen die den ganzen Unsinn in ihre Eigeninteressen ableiten.
NSA & BND Überwachen sowohl die Netze als auch die Medien und lassen nur die "Feinschrift" in den Qualitätsmedien zu.

So funktioniert die geostrategische Osterweiterung ganz im Sinne des Westen´s bestens. Seit die Süddeutsche sich feige aus der Kommentation verabschiedet hat lese ich diese Medien keinesfalls mehr, als käme dieses als Signal daher.
Auch kommt man leider aus den GEZ-Gebühren nicht so einfach davon,das haben schon ganz Andere versucht,daher muß ich leider für Lügen & Desinformation bezahlen.
Deswegen meine Hochachtung für U.G.´s Interview, um mit den Russen direkt zu sprechen.
Denn wer von diesen deutschen Politdarstellern nimmt einen noch Ernst ?
Anbei habe ich selbst einen Sender gefunden der die Meinung westlicher Menschen aufnehmen will und sehe ihn mir oftmals an.
Wer möchte,schaut sich diese Seite einmal an.

http://www.anna-news.info/deutsch
 


Am 22. September 2014 schrieb Ulrich Fiege:

Ein gelungener Artikel und Gauck will eine 2. Amtszeit schreibt der Spiegel, weshalb ich schreibe ist der Analyse der Bundesregierung über Polen im Ukraine-Konflikt zuzuschreiben,

Hallo und guten Tag Herr Gellermann, die Analyse ist zwar etwas länger, aber sie hat es in sich, im ersten Absatz wird erzählt das Europa von russischen Energielieferungen unabhängig werden soll, warum frage ich, wir haben Schröders Pipeline doch die Frage nach Fracking im Land bekommt Gewicht, auch weil unsere Trinkwasser-Verordnung dahingehend schon "Liberalisiert" wurde aber weiter im Text, da wird Frei von der Leber analysiert das GB, Schweden und Polen ab dem 21. Februar Polizei-Truppen in die Ukraine schickte, das Polen erhebliche Mengen des Kapitals verwendete um in der Ukraine putschen zu lassen und vieles mehr, wünsche Ihnen weiterhin eine mehr wie spitze Feder, Ulrich Fiege

http://www.bpb.de/internationales/europa/polen/186764/analyse-die-polnische-aussenpolitik-im-spiegel-der-ukraine-krise


Am 22. September 2014 schrieb Ingo Engbert:

Sehr guter Artikel !


Am 22. September 2014 schrieb Eva Mertens:

@ curti curti
@ Rainer Herbst

Man muss nur die freche Antwort des ARD-Chefredakteur Thomas Baumann zur Kritik des Programmbeirats an der Ukraine-Berichterttung lesen:

"Den Vorwurf einer einseitigen und tendenziösen Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt weise ich energisch zurück. Es gab und es gibt zahlreiche Beiträge, Sendungen und Sondersendungen im Ersten Programm, die in der Summe die Lage in der Ukraine und die Ursachen der Krise differenziert und unter verschiedenen Aspekten thematisiert haben und thematisieren. Unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten vor Ort tragen unter schwierigsten Bedingungen mit ihrer Arbeit entscheidend dazu bei, unser Publikum umfassend und so wahrheitsgetreu wie möglich zu informieren."

Nichts von dem stimmt. Und wir zahlen für dieses Gelüge Gebühren.


Am 22. September 2014 schrieb Gerhard Gust:

Wenn das Ex-Präsidiumsmitglied der DKP Wolfgang Gehrcke ein Geheimpapier zur Einschränkung der Pressefreiheit für russische Journalisten des Außenministeriums öffentlich macht und davon nicht einmal das Ex-SED-Parteiorgan NEUES DEUTSCHLAND Notiz nimmt, geschweige denn die bürgerliche Journaille, so belegt dies in erschreckender Weise, wie tief gesunken schon in diesem Lande die sogenannten Werte der Pressefreiheit sind. Diese Clowns der "Freien Presse" sind nur die GAUCKler einer Medienlandschaft in der FREIHEIT nur noch die Bedeutung hat, dass die Brotherren der Medien ihrem Streben nach Maximalprofiten ohne jegliche Hemmungen und Rücksichten nachgehen können und ihre hoch bezahlten Lohnschreiberlinge ungestört die Menschen verdummen und manipulieren sollen.


Am 22. September 2014 schrieb Ernst Grobschmied:

Gibt es denn keinen Psychologen, der uns das Gruppenverhalten dieser Leute (Meute) erklären kann? Oder sollten wir auf die Couch? Oder ist alles ein fake, nur um sich im Chaos zu bedienen und sich der Schulden zu entledigen? Fragen, nur Fragen...



Mir als Architektin fällt beim durchlesen des besagten Protokolls besonders die geifernden / ereifernden Vorschläge verschiedener EU-Mitglieder auf, die sich förmlich mit weiteren Sanktions-Vorschlägen gegen Russland überschlagen wollen.
In einer großen Gruppe von Abhängigen des Schuldgeldes gleicht das m.E. einem Sado-/Maso-Verhalten und kann man nur als ORGANISIERTE UNVERANTWORTLICHKEIT bezeichnen, die der organisierten Kriminalität nicht fern ist.


Wie sagte doch. Thorsten Polleit, Chefökonom der Degussa-AG und Anhänger der Freigeldtheorie, in einem Artikel 2012 als er den Begriff der KOLLEKTIVEN KORRUPTION erstmals beschrieb. 
Damit meinte er das Eigeninteresse einer wachsenden Zahl von Netto-Staatsprofiteuren, die den Freiheitsraub durch die Politik nicht nur duldet, sondern still und heimlich auch unterstützt.
"Wenn weite Teile der Bevölkerung erst einmal ökonomisch abhängig geworden sind vom Fiatgeld - und das trifft vor allem für die westlichen Umverteilungs-Demokratien zu, legt die Theorie der "kollektiven Korruption" nahe, dass alles versucht wird, um den Zusammenbruch des Fiatgeldbooms abzuwenden - selbst wenn das die Kosten der künftigen Krise immer weiter in die Höhe treibt und die Freiheit des Einzelnen zurückdrängt.
Kommt der Faschismus im Gewand der Demokratie? Schon wieder so ne Frage? Richtig geantwortet Herr Gellermann, mit den Russen sprechen !


Am 22. September 2014 schrieb Rainer Herbst:

@ curti curti

Die von Ihnen erwähnte Kritik des Programmbeirates der ARD unterliegt der selben Omerta wie das AA-Gehrcke-Papier: Außer "Tagesspiegel" und "Handelsblatt" hat keines der Mainstream-Medien den Rüffel wahrgenommen. Versteht sich, sie hätten ihn gleich an sich weitergeben können.



Am 22. September 2014 schrieb curti curti:

Wir leben zweifelsfrei in einer Ära der politisch und medial unmißverständlichen Offenbarung, der Realisierung von vielem was bislang durch geneigte Kreise als abstruse "Verschwörungstherorien" abgetan worden ist. Gerade die Ukraine-Krise hat dies deutlich gemacht, ohne wenn und aber, sich erstreckend auf alle ÖR-Sender!

Die Situation der Privatmedien ist bis auf sehr wenige Ausnahmen noch katastrophaler. Und es tun sich gerade die besonders negativ hervor, die das Image der Seriosität zu polieren pflegen, straight ahead das perfide EhNaMag (Ehemalige NAchrichten Magazin), kurz SPIEGEL tituliert.

Es brennt lichterloh an allen Ecken und Enden eines Gebildes, das weiterhin und ungeniert als das "gemeinsame Haus der Wertegemeinschaft" propagiert wird, dort wo der "Wertekanon" beheimatet sein soll. Irrenanstalt dürfte mittlerweile weitaus angemessener formuliert sein!

Die von Uli Gellermann beschriebene Misere ergänzt sich durch die Kritik des Programm-Beirats der ARD, die in den "Qualitäts- oder Mainstreammedien" ebenfalls unter die Räder gekommen ist.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/20/programm-beirat-uebt-scharfe-kritik-an-der-ukraine-berichterstattung-der-ard/

Hierzu ist anzumerken, daß das Dauerfeuer der ARD eröffnet wird im moma und sich erstreckt sich bis in die late-news. Egal ob direkt in den jeweiligen Berichten oder offen bis unterschwellig in Kommentaren und selbst in trivialen Begleitsätzen, es wurde/wird getrommelt was die vorgeschaltete Propagandamaschinerie hergibt und gleichsam zu allem beharrlich geschwiegen was es zu verbergen gilt. Auch und gerade die Lüge gehört mittlerweile zur Grundausstattung dieser Art von Journalismus.

Soweit in diesem Reigen der Zuschauer nicht zum Ideal des sich pandemieartig ausbreitenden, debilen Medienkonsumenten verkommen ist, bleibt entweder ein Spagat aus Protest und Verzweiflung oder schlichte Ignoranz. Letzteres kristallisiert sich zunehmend als sinnvoller heraus, schließlich dürfte der Protest als absehbar irrelevant bereits eingepreist sein in die Propaganda. Und sich an diesem Zirkus aus Irren und Psychopathen, der offensichtlich vorliegenden Narrenfreiheit aufzureiben, ist nicht nur strategisch unklug sondern auch gesundheitlich riskant!

Übrigens - das man Rußland weder aus dem Auge noch aus dem Sinn verlieren und insbesondere den Dialog fördern sollte, wurde letzte Woche auch an an kultureller Stelle unterstrichen. 3sat zeigte eine Filmreihe des neuen russischen Kinos, leider zu teilweise sehr vorgerückter Stunde, aber dafür jeweils mit einem Stoff der unter die Haut geht, der zum Nachdenken und diskutieren anregt..


Am 22. September 2014 schrieb Peter Schäfer:

Ich bin mal ihrem Beispiel gefolgt und habe gegoogelt. Mit den Stichwörtern "Gehrcke AA-Papiere" und "Berufsverbot für Journalisten". Und tatsächlich: Zwar gibt es jede Menge Netz-Journalisten, die Ihren Artikel aufgreifen. Aber in Print und Mainstream gibt es wirklich nur die von Ihnen genannten. Armes Deutschland. Auch das NEUE.


Am 22. September 2014 schrieb Hans Dampf:

... Vielleicht gründen Sie doch noch eine Selbsthilfegruppen:
Die AJ - Anonyme Journalisten ...
"Ich bin der Uli, ich rede mit Russen" ...
... Hallo Uli, schön dass Du da bist ...


Am 22. September 2014 schrieb Christa Eckelkamp:

Eine wunderbare, gelungene Satire. Aber leider nur in einer Medienlandschaft möglich, die zunehmend stumpfer und bräsiger geworden ist.


Am 22. September 2014 schrieb Christian Harde:

Ausgezeichnet!

Die jW brachte und kommentierte die geplanten EU-Sanktionen/Repressionen:

http://www.jungewelt.de/2014/09-13/030.php
http://www.jungewelt.de/2014/09-13/064.php


Am 22. September 2014 schrieb Volker Gerber:

Das NEUE DEUTSCHLAND hat sehr wohl über das Gehrcke-AA-Papier berichtet. Unter der Überschrift: "Nur `unmoralisch´ oder Kriegstreiber ?
Wolfgang Gehrcke, Bundestagsabgeordneter der LINKEN, hat ein EU-AA-PAPIER der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (vom 15. 09. 2014)."

Antwort von U. Gellermann:

Das war ein Lesebrief. Immerhin.

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