Griechenland sagt OXI

¡Adelante España y Podemos!

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. Juli 2015

Schon das süß-säuerliche Gesicht der Tagesschau-Sprecherin, als sie den Sieg des NEINS zum Erpressungsangebot der EU an das griechische Volk verkünden musste, war sehenswert. Auch der aus Brüssel kommentierende Rolf-Dieter Krause sah so aus, als habe man ihn von den üppigen ARD-Alimenten auf eine griechische Straf-Rente gesetzt. Als hätten sie was geahnt: Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hatten sich schon Stunden vor dem Referendums-Ergebnis für die rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Europa und Athen nach dem Referendum in Griechenland ausgesprochen. "Wir müssen wieder anfangen, miteinander zu sprechen", konnte man von Renzi hören. Die Droh- und Verweigerungs-Szenarien der letzten Tage sind zusammengebrochen. Eine neue Runde des Kampfes gegen das EU-Armuts-Diktat hat begonnen. Die Verhandlungsposition der griechischen Regierung ist deutlich gestärkt.

BLANKER HASS

Noch in der jüngsten ZEIT wusste das entfesselte Blatt aus Hamburg: "Wie die griechische Regierung ganz Europa verrückt macht. Europa oder Tsipras!". So wie seit Monaten die kompletten deutschen Wichtig-Medien einem Hass freien Lauf lassen, der sich in Begriffen wie "Chaotentruppe", "Mistkerle" oder "Griechenland erpresst Europa!" suhlt. Während in Griechenland gehungert wurde, unterhielten sich die Redaktionen höhnisch über die Kleidung griechischer Politiker: Das Hemd hätten sie nicht in die Hose gesteckt! Nicht einmal Krawatten trügen sie. Eine Beobachtung, die in Sendern und Blättern daherkam, als stünden an der Spitze der griechischen Regierung Sexualverbrecher. Als sei das noch nicht schlimm genug, verschärfte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel noch den Ton mit dem Vorwurf einer "kommunistischen Regierung".

KOMMUNISMUS DROHT

Das Wort KOMMUNISMUS dröhnte durch die deutsche Politik und Medienwüste, wann immer es um die SYRIZA ging, jenes Wahlbündnis, das es wagte, dem Willen der Eurokratie die Stirn zu bieten. Schon sah der deutsche Medienkonsument rote Horden unterwegs zur Massenvergewaltigung und der Enteignung von Omas kleinem Häuschen: Das viele Geld, das in Jahrzehnten zur BLÖD-Konditionierung ausgegeben worden war, sollte sich auszahlen. – Und so sah der schreckliche KOMMUNISMUS der SYRIZA aus: Sie forderte die Anhebung der Einkommensteuer auf 75 % für alle Einkommen über 500.000 Euro, die Verstaatlichung der Banken und wollte tatsächlich die ehemals öffentlichen Dienstleistungs- und Versorgungsunternehmen (Eisenbahnen, Flughäfen, Post, Wasser), die privatisiert worden waren, wieder in die öffentliche Hand geben. – Noch bedrohlicher musste der Eurokratie die SYRIZA-Aussenpolitik erscheinen: Sie wollte keine griechische Soldaten mehr außerhalb der eigenen Grenzen sehen, der Austritt aus der NATO wurde angestrebt und die militärische Zusammenarbeit mit Israel sollte beendet werden. Das ist es, was Merkel und Obama für einen revolutionären Umsturz halten. Das ist es, was die Griechen nach Meinung der Eurokratie nie hätten wählen dürfen. Das ist es, warum die SYRIZA vom ersten Moment an der Feind der Mächtigen war.

VOLKSABSTIMMUNGEN SIND ANTI-EUROPÄISCH

Volksabstimmungen sind nicht Euro-Europäisch: Nur ganz kurz hatte es die EU mal versucht, Mitte 2005, als Franzosen und Holländer über die neue EU-Verfassung abstimmen durften. Die sagten dann NEIN. Schnell zog die Eurokratie mit dem "Lissabon-Vertrag" noch ein Ass aus dem Ärmel: Die alte Verfassung mit neuem Namen musste, warum auch immer, dem Volk nicht mehr zur Billigung vorgelegt werden. Nur die Iren wollten tatsächlich über einen Vertrag abstimmen, der die Demokratie dem Markt unterordnete und die Militarisierung der EU vorsah. Als die Iren den Vertrag ablehnten, ließ man sie ein zweites Mal wählen. Mit viel Geld und viel Druck konnte dann eine irische Zustimmung hergestellt werden. Um den Willen der Völker weiter zu verhöhnen, ließ man das EU-Parlament dem Lissabon-Vertrag akklamieren, obwohl die Abstimmung nur symbolisch war: Das Parlament war kein Vertragspartner, bestenfalls durfte es die feierliche Kulisse liefern, vor der die EU-Staatschefs ihren Willen für den der Völker ausgaben. Dass dem Referendum in Griechenland die geballte Abscheu eurokratischer Politik und Medien entgegenschlugen war historisch eingebaut.

TOTE SCHULDNER SIND GUTE SCHULDNER

Die Eurokratie hat gegenüber Griechenland jahrelang eine Politik der Totsanierung verfolgt: Noch mehr Sparen, noch mehr Arbeitslosigkeit, noch mehr soziale Kürzungen sollten angeblich zur wirtschaftlichen Gesundung des Landes führen. Natürlich siechte der Patient weiter dahin. Noch im letzten, von der griechischen Regierung abgelehnten, Vorschlag der Eurokraten, blickte der ökonomische Schwachsinn aus allen Zeilen: Die bereits jetzt faktisch halbierten Löhne sollten bis 2019 noch weiter reduziert werden. Den Sozialhaushalt wollten die Eurokraten um ca. 1,1 Mrd. Euro verringern. Und die Renten hätten um insgesamt ca. 2,3 Mrd. Euro abgesenkt werden müssen. Dort, wo noch Geld durch den Tourismus verdient wird, in Restaurants und Hotels, sollte nach dem Willen der Totsanierer die Mehrwertsteuer angehoben werden. Anscheinend um die Konkurrenzfähigkeit der griechischen Tourismus-Industrie zu beschädigen und damit die Zahlungsfähigkeit Griechenland weiter zu schwächen.

SCHULDENSCHNITT IST MÖGLICH: IN AFGHANISTAN

Als der immer siegreiche Westen 2010 in Afghanistan glaubte genug zerstört zu haben, verkündeten Deutschland, die USA und weitere Mitgliedstaaten des "Pariser Clubs" einen Schuldenerlass von mehr als einer Milliarde Dollar, um den Wiederaufbau des Landes zu ermöglichen. Im Fall der Ukraine wird ein Schuldenschnitt vom IWF geradezu gefordert: Mit den Gläubigern der Ukraine wurde vereinbart, Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu führen. Aus dem im Frühjahr mit dem IWF vereinbarten Hilfsprogramm sollen neben den bisherigen Milliardenhilfen weitere 17,5 Milliarden US-Dollar vom IWF fließen. Außerdem werden weitere 7,5 Milliarden von anderen Geldgebern erwartet. Eine Bedingung ist, dass die Gläubiger der Ukraine ihrerseits auf etwa 15 Milliarden verzichten. – Über einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Verlängerung des Kreditprogramms, wollten die Eurokraten und der IWF bisher auf keinen Fall verhandeln. Den Griechen fehlt offenkundig eine gemeinsame Grenze mit Russland.

Das NEIN-Referendum gibt einen klaren Hinweis auf die Wahlen, die zum Jahresende in Portugal und Spanien stattfinden. Das linke Lager in Europa kann seinen ersten Gewinn gegen die Fiskal-Union verbuchen. Zu einem Sieg ist der Weg noch weit. Und doch: ¡Adelante España y Podemos!


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 08. Juli 2015 schrieb Manfred Ebel:

@ Böhme-Kuby

Die Faschismus-Diskussion ist gewiss heikel. Es geht nicht vordergründig darum, konkrete Personen zu benennen, sondern darum zu erkennen, inwieweit das Wesen derzeitiger Politik der Faschismusdefinition entspricht und vor allem deren Wirkung auf die Gesellschaft. Dabei stehen natürlich einzelne Personen besonders für diese Politik. Es kommt auch heute nicht darauf an, ob die Masse der Bevölkerung die Entwicklung erkennt und benennt.
Mit dem Fazit ihres Beitrags legt Frau Böhme-Kuby den Finger in die Wunde, denn die Meilensteine sind unübersehbar und die damit verbundene Gefahr ist existenziell.
Wie offen muss denn das Finanzkapital noch agieren, um so wahrgenommen zu werden?
Die Troika ist nicht gewählt, also nicht demokratisch. Ebenso der IWF. Sie stellen allmächtig, dikatorisch und endlich ohne wirkliche substanzielle Diskussion Bedingungen und Auflagen. De facto besteht ein abgrundtiefer Kolonialismus innerhalb der EU. Einzelne Staaten und Banken ergaunern sich Vorteile zulasten anderer Völker, vernichten Wirtschaftskraft, legen ganze Staaten lahm.
Unübersehbar ist ebenso die Hochrüstung der Polizei zur Bürgerkriegsarmee, die Vereinseitigung, Verflachung, Verfälschung der Bildung , der Massenkommunikationsmittel zur Lügenpresse, der Einschränkungen bürgerlicher Rechte (GEZ, Volksabstimmungen, Gesetze, Überwachung, Schnüfelei, Finanzamtsgebaren u.s.w.), rasanter Abbau gewerkschaftlich erkämpfter Rechte und der Gewerkschaften selbst, der unverholenen Kriegsrüstung und -beteiligung.

"...offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals."
Neuere Bedingungen sind wache Erinnerungen an die Weltkriege und die Kriegsherde auf der ganzen Welt, an Sozialistische Verhältnisse, die Technisierung allgemein, Informationstechnologien, mächtige weltumspannende Bündnisse und die durchweg bekannte Gefahr nuklearer Auslöschung. Deshalb muss ein neuer Faschismus anders erscheinen als bisher bekannt. Das Wesen ist gleich.
Den Satz von Frau Kuby aufgreifend muss man zu dem Schluss kommen: Die bisherige (deutsche) Hegemonie in Europa ist dabei, in eine offene (deutsche) Finanzdiktatur auszuarten. Es steht noch Schlimmeres bevor.
Davor bewahre uns eine breite Volksfront. Wer sonst?


Am 08. Juli 2015 schrieb Andreas Buntrock:

Nach neuesten Informationen aus Berlin hat der "sozial"-demokratische 
Vereinsvorsitzende Sigmar Gabriel für nächste Woche eine für die Griechen aufmunternde Rede in Athen geplant.


Thema: 
"Wie ich lernte, meinen Gürtel enger zu schnallen."


Dazu ist folgender Diavortrag vorgesehen -


Ein kurzer Auszug daraus



Sigmar vorher:

http://rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2013/11/sigmar-gabriel-540x304.jpg

Sigmar nachher:

http://bilder.t-online.de/b/72/36/60/92/id_72366092/610/tid_da/bundeswirtschaftsminister-sigmar-gabriel-spd-will-die-griechen-in-der-euro-zone-halten-aber-offenbar-nicht-um-jeden-preis.jpg


Im Anschluss geht´s dann für diesen "Asketen" inklusive Gefolge für ein paar Stunden ins beste griechische Lokal der Stadt. Natürlich auf Kosten der SYRIZA! Und um die Bevölkerung anzuspornen, selbst einmal so ein toller Mensch zu werden wie Gabriel, sind griechische Kinder als Zuschauer zugelassen.
Guten Appetit! ???? ?????!


Am 08. Juli 2015 schrieb Thomas Nippe:

Wieder ein guter Beitrag zum EU-Dauerbrenner (u.a.). Ich hoffe, daß Du mit den letzten Sätzen Recht behälst, einer "linken" Entwicklung in Europa. Meine Skepsis ist im Augenblick noch groß.


Am 08. Juli 2015 schrieb Heinz Schneider:

Es ist unter Ökonomen praktisch unstrittig, dass nur ein Schuldenschnitt die Lage bereinigen kann. Nicht nur der IWF sieht das so. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft stellte im Juni 2013 fest, dass zu einer tragfähigen Verschuldung unter der Annahme eines durchschnittlichen Wachstums von 2 Prozent ein Schuldenschnitt in Höhe von etwa 71 Prozent, bei 4 Prozent Wachstum von knapp 64 Prozent erforderlich ist.
Deshalb ist keine griechische Regierung in der Lage, ein tragfähiges Konzept vor-zulegen, welches ohne Schuldenschnitt auskommt. 18 von 19 Finanzministern ma-chen sich weiter lächerlich, wenn Sie ? wider besseres Wissen auf der formellen Anerkennung einer tatsächlich untragbaren Schuldenlast? (Jürgen Habermas) bestehen.
Eigentlich hätte nicht Varoufakis zurücktreten müssen, sondern seine Kollegen.
Wer die Augen derart hartnäckig vor der Realität verschließt, ist nicht geeignet, Eu-ropa vor dem nächsten Finanzcrash zu bewahren. Das dieser näher rückt, lässt ein Blick auf die welt- und europaweite Verschuldung vermuten. Seit der Finanzkrise ist die weltweite Verschuldung 4,5 mal so schnell gewachsen wie das Sozialprodukt. Also wesentlich schneller als vor der Krise 2008. Die privaten Vermögen übrigens auch.
Der IWF hatte auch hier recht, als er laut über eine Vermögensabgabe nachdachte. Eine Diskussion über eine angemessene Besteuerung in Europa würde uns einer Lösung näherbringen. Ein Problem, das nur gemeinsam lösbar ist. Es ist übler Populismus, von Griechenland eine Besteuerung der Reichen zu fordern, während jeder für das eigene Land sich auf deren Unmöglichkeit beruft.


Am 07. Juli 2015 schrieb Jean Datené:

@ Susanna Kuby

Schon lange nicht mehr so klare und kluge Positionen gelesen. Von der Feststellung, dass es sich in Griechenland "um eine politische Machtfrage" handelt bis zur Erinnerung an Lenins Europa-Analyse. Danke.


Am 07. Juli 2015 schrieb Vero Gerber:

Wer oder was ist denn der "Pariser Club"?

Antwort von U. Gellermann:

Laut dem Bundeswirtschaftsministerium:

"Im Pariser Club sind seit inzwischen bereits rund 60 Jahren die wichtigsten öffentlichen Gläubigerstaaten zusammengeschlossen, um koordiniert tragfähige Lösungen für Schuldenkrisen zu finden. . . . Der Pariser Club ist ein informelles Forum geblieben, die Verfahrensregeln werden von den Gläubigerländern im Konsens festgelegt und fortentwickelt. Inzwischen hat sich der Pariser Club neben IWF und Weltbank als eine zentrale Instanz etabliert, wenn es um die Bewältigung von staatlichen Zahlungskrisen geht."

Wir müssen leider davon ausgehen, dass der verwirrte Herr Gabriel diese Institution nicht kennt.


Am 07. Juli 2015 schrieb Susanna Böhme-Kuby:

Bei Guenter Jauchs Talkschau am Abend des 5. Juli kam man nicht umhin, in heutige "Gesichter der herrschenden Klasse" blicken zu muessen und ihnen auch noch zuzuhoeren!
Ihre Traeger Ralph Brinkhaus und Michael Spreng sassen einem aeusserst besonnenen Vorstandsmglied der Syriza, Giorgos Chondros gegenueber sowie der Taz-Wirtschaftsredakteuerin Ulrike Herrmann, die zumindest einiges von den falschen Behauptungen der beiden richtigstellen konnte. Denn die Haltung der beiden Herren von CDU und Bildzeitung gegenueber dem griechischen Gast war von unsaeglicher Peinlichkeit: dumm, dreist und ueberheblich! Nur allzu deutlich liessen sie erkennen, dass es bei dem ganzen bruesseler Gerangel der vergangenen Wochen und Monate weniger um finanzielle Loesungen als um eine politische Machtfrage ging. Deutsche Steuerzahler koennen doch keine Kommunisten in Athen finanzieren!
Mit einer solchen linken Regierung will und kann man nicht einmal verhandeln, denn es darf eben keine gangbare Alternative geben zur herrschenden neoliberalen Machtstruktur in Europa, von der vor allem Deutschland profitiert. Und nun geht diese Syriza-Regierung auch noch gestaerkt aus dem risikoreichen Referendum hervor, trotz aller Angstmache und Gegenpropaganda aus ganz Europa gegen Tsipras und die Seinen! Wie soll ein Mann wie Spreng mit etwas umgehen koennen, wofuer ihm offensichtlich jedes Verstaendnis fehlt? Da bleibt ihm nur Haeme und Geifern.
Ein Tucholsky faende treffende Worte fuer das alles, und man fuehlt sich auch durchaus in seine Zeit zurueckversetzt. Wie sagte doch damals, vor genau hundert Jahren, als er mitten im 1.Weltkrieg ueber kuenftige Vereinigte Staaten von Europa nachdachte, W.I. Lenin?
Ein vereinigtes Europa ohne sozialistische Strukturen sei entweder unmoeglich oder reaktionaer. Denn ein gleichmaessiges Wachstum sei unter kapitalistischen Verhaeltnissen in der oekonomischen Entwicklung unterschiedlicher Staaten nicht realisierbar, unweigerlich wuerden koloniale Abhaengigkeiten geschaffen.
Mitten im 2.Weltkrieg formulierten dann italienische Antifaschisten um Altiero Spinelli und Ernesto Rossi, waehrend ihrer Verbannung auf die gleichnamige Gefaengnisinsel, das "Manifest von Ventotene fuer ein freies und vereintes Europa"(1941), in dem ein sozialistischer Bundesstaat entworfen wurde, der sich vom sowjetischen System in vielem unterscheiden und als Friedensmacht politischer Neutralitaet verpflichtet sein sollte.
Schon allein deshalb konnte daraus in einem Nachkriegseuropa nichts werden, das ja mit dem Kalten Krieg von Praesident John Foster Dulles im Maerz 1947 in den USA propagiert wurde, verbunden mit dem Marshallplan und seinen politischen Bedingungen. So war also schon zehn Jahre vor den Roemischen Vertraegen von 1957, die damals die EG an der Nato und an der Marktwirtschaft ausrichteten, ein Europa konzipert, das West-Deutschland mit seinem Industriepotential in seinen Mittelpunkt stellte und eine rasche deutsche Wiederaufruestung moeglich machen sollte als Bollwerk gegen die UdSSR, unterlegt von der christlichen Abendland-Ideologie. Das hat mit dazu beigetragen, dass dieses Europa anfangs als Projekt der Christdemokraten von den politisch links stehenden Kraeften, selbst von Sozialdemokraten, nicht unterstuetzt wurde und als Wirtschaftsprojekt der Eliten den Volksmassen fernblieb.
An letzterem hat sich dann durch die Jahrzehnte auch nicht allzuviel geaendert, wenn man von einigen an Freizuegigkeit und Konsum gebundenen Erleichterungen absieht, mit denen man - nach dem Sieg ueber den Ostblock- z.B.den Euro als Vorteil vor allem fuer die Buerger Europas propagierte.
Angesichts der zerstoererischen Folgen der mit dem Euro verbundenen Austeritaetspolitik der europaeischen Eliten in den wirtschaftlich schwaecheren Laendern, die nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von renommierten Oekonomen, wie Josef Stiglitz, Paul Krugmann oder Thomas Piketty, und dem IWF selbst, festgestellt werden und den entsprechenden von ihnen propagierten alternativen Wirtschaftsmassnahmen, ist es unverantwortlich, wie die EU-Institutionen bis jetzt mit der Griechenlandkrise umgehen. Kommt man in diesen Tagen nicht zu einer politischen Loesung und sollte die bisherige deutsche Hegemonie in Europa in eine offene deutsche Finanzdiktatur ausarten, so steht Schlimmes bevor.


Am 07. Juli 2015 schrieb JOB Brauerhoch:

Muß Sie mal wieder loben!
Ich war nicht überrascht.
Die Bürokraten schon....


Am 07. Juli 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Griechenland sagt O X I !
wie wunderbar daß die überwältigende Mehrheit der Griechen für NEIN gestimmt hat - wie b e z e i c h n e n d die säuerlichen Kommentare dazu - Unkenrufe z.B. von Steinmeier und dem Oberstronz Martin Schulz & Co.....
= eine aufs Maul für Draghi & Co .... Entschuldigung für die Gassensprache - aber mir ist derzeit sooo danach!


Am 06. Juli 2015 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Wenn Tsipras jetzt verhandelt, wird er seinem Wählerauftrag wohl untreu werden müssen. Zumindest muss er und damit das griechische Volk viele Kröten schlucken, die sich gar nicht so sehr von denen vor dem Referendum unterscheiden werden. Aber am meisten bedaure ich, dass Varoufakis zurückgetreten ist, obwohl sein Nachfolger jetzt schon als "Kommunist" (wohl bestenfalls Euro-Kommunist) verschrien ist.
Bei Telepolis habe ich gelesen, dass er nicht deshalb zurückgetreten ist, weil die EU-Verhandler nicht damit klarkommen, dass er das Hemd aus der Hose trägt, sondern weil er mit seinen finanz- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen nicht nur in der EU, sondern auch bei Syriza selbst auf Granit gestoßen ist. Das scheint mir kein gutes Zeichen für die Zukunft zu sein.


Am 06. Juli 2015 schrieb Ernst Blutig:

Wir werden von Cretins regiert und veröffentlicht. Und Schulz in seiner Rolle als "Schulz" mit der Eigenschaft "Schulz" ist der Oberschulz der Cretins


Am 06. Juli 2015 schrieb Heinz Schneider:

Sehr geehrte Frau Doschke!



Ich will eine Antwort auf Ihre Fragen versuchen.
Natürlich hat Griechenland, wie man heute weiß, zuviel Kredite bekommen, bis 2010 rd. 103% des Sozialprodukts. Allerdings vor 2010 nicht von der Eurogruppe oder dem IWF; sondern von Banken, Versicherungen und der übrigen Finanzwirtschaft. Griechenland hatte ja bis dahin, neben Irland, die höchsten Wachstumsraten in Europa. 
Versagt haben also nicht nur die damaligen griechische Regierungen, sondern auch die Kreditgeber. Sie verantworten die Kreditvergabe, sie haben das Risiko zu prüfen und hätten selbstverständlich für den Ausfall haften müssen. Für dieses Risiko haben sie ja Zinsen kassiert.
Seitdem sind durch die `Rettungspakete´ die Schulden der privaten Gläubiger durch staatliche abgelöst worden. Wir müssen also ausbügeln, dass Banken und Finanzwirtschaft vom Ausfall der Kredite verschont werden, die sie selbst vergeben haben.
Die naheliegende Lösung wäre einerseits, wie Sie vorschlagen, ein Einfrieren oder ein Erlaß der nicht tragfähigen Schulden, nicht nur Griechenlands. Ausfälle müssten nachträglich diejenigen tragen, deren Forderungen vor dem Ausfall gerettet worden sind. Zum Beispiel durch eine Vermögensabgabe oder eine andere Form der Kapitalsteuer.
Dem einfachen Bürger in ganz Europa die Rechnung für das Versagen der Banken und Finanzmanager und später der europäischen Finanzminister zu präsentieren, ist nicht nur schlicht asozial, sondern wirtschaftlich unsinnig, weil es die Nachfrage schwächt und eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung verhindert.
Griechenland übrigens hat heute mehr Schulden als 2010, aktuell sind es 317 Mrd. Das Sozialprodukt ist seitdem um 25% gesunken. Das macht von 2010 bis 2014 volkswirtschaftliche Verluste von über 220 Mrd. Welchen Sinn das machen soll? 18 von 19 Finanzministern weigern sich, darüber ihren Wählern Rechenschaft abzulegen. Nur einer hat Klartext geredet. Leider ist er heute zurückgetreten.


Am 06. Juli 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Liebe Frau Doschke,

grundsätzlich ist Ihnen zuzustimmen. Hier stehen jedoch mehrere große Lügen im Raum. Herausragend ist diejenige, die Griechen hätten eine Menge Geld bekommen. Das stimmt so nicht. Geld in Griechenland haben diejenigen bekommen, die mit der EU gemeinsame Sache gemacht und ihr Volk ausgebeutet haben. Wenn sie dafür das Volk in die Verantwortung nehmen wollen, dann hoffe ich doch mal, dass Sie sich vehement gegen CETA, TTIP und TISA einsetzen, damit uns nicht in absehbarer Zeit dasselbe passiert. Das Volk hat also diese Schulden genau so wenig zu verantworten, wie unser Volk es zu verantworten hat, was nicht autorisierten Instanzen in Brüssel in den Sinn kommt.
Eine weitere Lüge besteht darin, zu behaupten, es sei Absicht der EU gewesen, Griechenland in irgendeiner Form zu helfen. Die Absicht bestand darin, den Griechen ihr Land unter dem Hintern weg zu kaufen und ihnen zugleich die Kosten (Zinsen) und die Kaufsumme abzupressen. Damit käme der Westen in den Besitz von Ressourcen, die ihm nicht gehören und zusätzlich in eine, geopolitisch betrachtet, vorzügliche strategische Situation, wenn es denn nun eines baldigen Tages zu einem Showdown gegen RU gehen sollte. So sehen die eigentlichen Ziele aus. Ob hieraus nun eine Schuldverpflichtung, wie Sie sie sehen, entstanden ist, dürfte eigentlich mindestens bezweifelt werden.
Dann gibt es noch einen völlig anderen Aspekt. Dem eisernen Band zwischen der City of London und der Wallstreet kommen die sich anbahnenden EUKonflikte durchaus gelegen. Sie stärken den US$ und schwächen den Euro. Das ist das Kreuz, dass wir Europäer tragen, solange wir nicht erkennen wollen, dass eine Weltleitwährung grundsätzlich nicht in private Hände gehört und ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit dem Osten in jeder Hinsicht erfolgreicher sein dürfte als Geschäfte mit immer denselben, nämlich einigen wenigen, Privatleuten im Westen. Wer sich mit den Machenschaften der City of London beschäftigt, erfährt früher oder später, mit welcher Brutalität das dort etablierte Finanzimperium diese Tatsache verteidigt. Ich komme noch einmal zurück auf die Schuldzuweisung. Hier hat sich mit dem Referendum gezeigt, dass das griechische Volk nicht nur seine ehemaligen Henker beiseite geschafft hat, sondern tatsächlich erkannt hat, dass ein Regierungswechsel absolut erforderlich war und dieser Regierung jetzt den Rücken stärkt. Betrachten wir uns einmal selbst, dann muss ich leider bemerken, dass wir weit davon entfernt sind, weil wir nicht begreifen wollen, dass die von Merkel und ihren Hinterleuten zu verantwortende Politik uns im Grunde genommen genau so ausmerkelt, wie es den Griechen passiert ist.
Wir sind sogar noch in einer bedeutend ungünstigeren Lage, da wir keine Opposition mehr haben. Uns geht es nur deshalb so gut, weil wir klimatisch begünstigt sind und deshalb produktiver. Und weil wir in den geostrategischen Überlegungen der US-Syndikate aus welchen Gründen auch immer eine wichtige Rolle spielen.
Was sollen, können die Griechen nun machen, wie könnte eine Lösung aussehen? Griechenland muss den Finanzsektor seiner staatlichen Nationalbank unterstellen, die den Auftrag bekommt das zur Aufrechterhaltung eines inländischen Waren- und Dienstleistungsflusses absolut erforderliche Geld zu drucken und in angemessener Größenordnung in Umlauf zu bringen. Der Ausverkauf muss gestoppt werden, das bedeutet Rücknahme der Privatisierung, da wo die private Hand absolut gar nichts zu suchen hat, Wasser-, Energiewirtschaft und Netze, die für den Warenfluss erforderlich sind, notfalls per Enteignung. Die gibt es bei uns ja auch. Ist nur nicht mehr so bekannt und aus verständlichen Gründen sehr unbeliebt. Sicherlich ist auch eine Bodenreform erforderlich, damit diesbezügliche Spekulationen und der Abfluss von Grundbesitz ins Ausland unmöglich gemacht wird. Überhaupt bedarf der Außenhandel einer sehr rigiden Kontrolle, um einen Abfluss von Devisen zu vermeiden.
Um nur ein paar Dinge zu nennen. Vor allem Bedarf es aber auch des Glücks und der Standhaftigkeit der verantwortungsvollen neuen politischen Führung. Da kann ich beim Namen Varoufakis leider nur den Kopf schütteln. Ich dachte, der hätte mehr drauf.


Am 06. Juli 2015 schrieb Manfred Ebel:

Wärend Europolitikern dieses Abstimmungsergebnis offenbar außerhalb jeder Vorstellungskraft war und wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf und nun Nichtssagen alternativlos ist, findet Sahra Wagenknecht das rechte Wort:
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45354/1.html


Am 06. Juli 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Subordination. Dieses elegant verpackte Machtwort der Habsburger, das sich dadurch verschlimmbesserte, indem es seinen verfeinerten Ausdrucksglanz über das deutsche Wort Unterordnung rasant verlor, bis hin zum rabiaten "Maul halten und weiterdienen!", hat sich, wie gegenwärtg zu erkennen, in den einstigen Kronländern wabernd erhalten; denn sie kuschen wieder, die Slowenen, Kroaten, Slowaken, auch die Tschechen, die sich einst vertrauensvoll an Frankreich lehnten und enttäuscht wurden. Kaiser Wilhelm Zwo täte jubeln, angesichts des vor Deutschlands finanzieller Vormachtsstellung buckelnden Franzosen Francois Hollande, von dem und der einst so stolzen "Grande Nation" Hilfen nicht zu erwarten sind. - Nichts hat sich geändert am Führungsstil der Geldeliten, nur die Standorte und Namen wechselten. Also buckeln die finanzhörigen Regierungen jetzt vor den obersten Finanzmarionetten auf Kosten ihrer Landsleute, sehen sich zwar beschämt durch die tapferen Griechen und gleichzeitig belohnt durch die Belobigungen jener, die das Wort Christlich vor sich hertragen, aber alles andere als christlich handeln. - Einige Länder gönnen sich sogar noch die kostspielige Operettenkulisse gekrönter Häupter als eine Art Süßstoff fürs Volk. Da helfen die Medien gerne. Die Boulevardpresse und das Fernsehen. Alles, was der Ablenkung vom brutalen Geldgeschehen.dient, ist willkommen und der Honorare wert. An der Spitze diese Dienerinnen und Diener plumper Wahrheitsverweigerung. - Noch ist der mutige Weg der Griechen nicht ausgestanden. Jounalistenmime Günther Jauch versuchte es am gestrigen Sonntag sogar mit dem Zündfunkenstichwort "Bürgerkrieg", als ein gewaltiges Blitz- und Donnergeschehen über der Berliner Gasometerkuppel die Antwort zu geben schien. Da wollte Jauch vom griechischen Gesprächsteilnehmer wissen, welchem griechischen Gott wohl diese Antwort anzulasten sei. - Der griechische Gast meinte: "Mehreren Göttern." Eine Stimme außerhalb des Bildes rief: "Zeus!" -
Da ich mir anschließend noch Frau Miosga von den ARD-Tagesthemen gönnte, bin ich in der Lage, die Richtigkeit schon des ersten Gellermann-Satzes zu bestätigen und dem Rest dieses RATIONALGALERIE-Beitrags mein "cum laude" hinzuzufügen, dem "Tagesthemen"-Kommentator von gestern hingegen schon zu dessen ersten Sätzen ein "cum infamia" entgegen zu schleudern und strafverschärfend den Fernseher sofort auszuschalten. - Der meteorologisch heiße Sommer hat ein Ende genommen. Das politische Hitzegewitter steht uns noch bevor.


Am 06. Juli 2015 schrieb Ulrich Fiege:

"Den Griechen fehlt offenkundig eine gemeinsame Grenze mit Russland." Genau das ist es und trotzdem verfügen die Griechen über doppelt so viele Panzer wie "wir" und die musste Griechenland kaufen als Bestandteil der Kreditvereinbarungen.

Aber zurück zur Ukraine, "Bundeswehr wieder in der Ukraine" so die Überschrift der jungen Welt gefolgt von "Beteiligung an zwei Großmanövern geplant." Dabei haben Beobachter schweres Kriegsgerät entlang der Front gesehen, Panzer und Haubitzen und viele Tote im Donbass, was sagt unser GG dazu? "Art. 26 Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen"
Aber nachdem die Europäer und die USA dort putschen ließen mit jeweils 11 Milliarden Euro aus der EU und 5 Milliarden $ aus den Staaten, müsste die gesamte Polit-Prominenz die jeden Krieg und jede Krise erst ermöglichte, vor ein ordentliches Gericht gestellt werden, aber auch die wurden ersetzt und wir machen uns unter Umständen sogar Strafbar wenn durch unsere GEZ Gebühren diese Krisen und Kriege bzw. durch die Form der Berichterstattung erst möglich wurde? Es ist Unglaublich was geboten wird und meinen Dank Herr Gellermann, für Ihre Berichterstattung!


Am 06. Juli 2015 schrieb Manfred Ebel:

Sehr geehrte Frau Doschke,

was Sie da eingangs konstatieren stimmt so nicht. Da sollten Sie im Archiv zurückblättern.

Bei der Gedankenkette darf man den Bürger nicht mit einer Bank oder gar dem Staat gleichsetzen.
Der größte Unterschied besteht darin, dass Bürger eine Moral haben und Banken keine.
Banken und Staaten haben auch kein Geld. Sie schreiben anderen eine Gutschrift und setzen z.B. Ihr Arbeitsvermögen, also in Summe das der Steuerzahler dagegen. Und sie fordern zudem Zins.
Im Falle Greichenlands haben deren vorige Regierungen vorsätzlich getäuscht. Auch diejenigen der EU-Eliten haben getäuscht und weggesehen bei fehlerhaften Angaben. Sowohl das EU-Konstrukt als auch diese Geldscheiberei ist ein einziges Betrugsmanöver.
Statt nachzulesen (oder außerdem) bleiben Sie doch mit uns hier im Gespräch.


Am 06. Juli 2015 schrieb Reinhard Sichert:

Auch ich habe die bedepperten Mienen der Tagesthemen-Sprecherin und ihrer noch dämlicher dreinblickenden Kollegen in Athen und Brüssel genossen, als sie sich notgedrungen eine Begründung für das eindeutige OXI abquälen mussten. Das war eine wahre Sternstunde ? trotz oder gerade wegen der damit einhergehenden Gewitter-Paukenschläge außerhalb des Wohnzimmers!
Schade nur, dass Varoufakis im Interesse der Sache einen Rückzieher machen musste.
Aber ansonsten ungetrübte Freude.
Efcharistó Hellas!


Am 06. Juli 2015 schrieb Hans Ion:

KOHLS „Blüten"-Traum.
man glaubt es wirklich kaum,
denn schon nach 16 Jahren
da tut er faule Früchte tragen!
Mitterand den Kohl damals verkohlte,
nun sein Irrtum selbst France einholte!


Am 06. Juli 2015 schrieb dario vo:

Nach meiner Beobachtung hat der Ton deutscher Medien mit dem Ergebnis der Abstimmung in Griechenland immerhin eine kleine Wende vollzogen. Während in zahlreichen Sondersendungen die `Experten´ des Neoliberalismus weiter tapfer vor einer Katastrophe warnen, die einer Abkehr von ihrer Ideologie folgen müsste, erklären die Medienmoderatoren schon mal, an der Abstimmung könne man ja nicht vorbei kommen.
Hier ist schon klar, dass die Woche der Manipulationsversuche nichts gebracht hat und ein Strategiewechsel her muss.
Ende der 70ger war die Welt noch einfacher. Da reichte die Drohung des Bundeskanzlers Schmidt zu EU-Geldern, um Italiener daran zu hindern, massenhaft KPI zu wählen.
Nach der Kapitalisierung Osteuropas und weil die Perspektive des Neoliberalismus nur Krieg, Armut und Krise beinhaltet, zieht das heute nicht mehr.
Bleibt zu hoffen, dass eintritt, was die Kommentatoren deutscher Leitmedien in den letzten Wochen beschworen haben: Dass auch die Lohnabhängigen in Spanien, Portugal, Irland sich in ihrem Widerstand gegen Austerität und Neoliberalismus bestärkt sehen. In Argentinien sowieso.


Am 06. Juli 2015 schrieb Rose Doschke:

Wenn man die Kommentare hier liest, hat man den Eindruck , dass alle Personen , beeinflusst von Medien, hier Ihre Äußerungen dazu abgeben.
Keiner hat hier beschrieben wie man es den hätte lösen können. Nur Schimpf und schande. Das ist eben auch absolut keine Lösung.
Ich als einfacher Mensch in der Deutschen gesellschaft erfahre nur einen Bruchteil von dem was wirklich geschieht.
Ich kann mir also gar kein Urteil erlauben oder Verurteilungen abgeben. Ich kann nur nach dem Gesetzt Urteilen was ich kennengelernt habe. Schulden die man selber macht müssen bezahlt werden. Kein warum, wieso, weshalb, steht als entschuldigt im Gesetzbuch.
Die Griechen haben aber Schulden mitgebracht und uns , laut aussagen der Medien Belogen. Solche Schulden sind in Jahrzehnten entstanden und können niemals, in so kurzer Zeit, abgebaut werden. Was immer die Köpfe oben entschieden haben, müssen wir glauben, ist nach Untersuchung und Vertrauen entschieden worden. Das aber scheint ja wohl daneben gegangen zu sein.
Ich selber als Bürger bin fest davon überzeugt das man die Schulden besser auf 100 Jahre einfriert, so als würde es keine geben.. Denn keinem Land würde es dabei schlecht gehen und andere Länder müssen für den falschen Umgang mit Geld der Griechen, nicht bluten.
Griechenland würde einfach neu beginnen. Alles auf Null , jetzt aber sollten die Griechen nur dafür sorgen müssen, das Ihre Steuereinnahmen so geregelt werden das das Land(Staat) seine Menschen, sozial , für den Notstand, und mitverantwortlich, organisiert.
Es kann nicht sein das ein Land immer wieder Schulden macht sich pleite erklärt und neu beginnt und alle anderen in dem Umfeld das ausbügeln müssen. Dazu ist keiner bereit weil wir gelernt haben das wir es als Bürgher auch nicht dürfen. Wo soll das denn hinführen wenn das jeder macht. Wir bekommen auch nichts geschenkt, seit Jahren keine Rentenerhöhung und sparen wird auch in diesem Land mit 0 Zinsen bestraft. Das ist eine ganz persönliche Meinung eines einfachen Bürgers aus Deutschland. Danke fürs zuhören.


Am 06. Juli 2015 schrieb Joe Bildstein:

Du hast vergessen diesen ekelhaften Schnoesel Schulz zu erwaehnen, diese Hure des Grosskapitals.
Warum tritt der nicht zurueck???

Antwort von U. Gellermann:

Zurückgebliebene können nicht zurücktreten, wohin auch?


Am 06. Juli 2015 schrieb Manfred Ebel:

Glückwünsche und Dank an die Griechen!
Danke für dieses Fanal.

Schäuble verkündete noch vor wenigen Tagen, dass das Referendum und auch das jeweilige Abstimmungsergebnis keinerlei Bedeutung hätte.
Fest steht aber: Selbst unabhängig von dem, was jetzt folgt und unabhängig vom Ergebnis, gerade aber auch damit liegt die Bedeutung und glasklare Aussage darin, dass die EU und die NATO keine Bündnisse der Völker und nicht für sie sind. Sie sind Machtinstrumente der sog. Eliten. Die haben sich und ihre Ambitionen deutlich offenbart.
Der Artikel belegt das zusätzlich mit Fakten.
Das gehört in die Geschichtsbücher.

"KOMMUNISMUS" und "kommunistische Regierungen" sind Ehrentitel, Herr Gabriel und Flüstertütenhalter! Auch wenn da heute so mancher sonst bodenständige Mensch seine Zweifel hat.
Wir kommen darauf zurück.


Am 06. Juli 2015 schrieb Ernst Grobschmied:

Jetzt wird es also Ernst, denn niemand will die europäische Idee wirklich zu Grabe tragen. Aber die bisherige EU-Elite schon !

Es braucht jetzt Mutige, die Reformen voran treiben - und zwar auf Gesamteuropäischer Ebene und nicht nur in den "Schuldnerländern" des Südens.

Mit dieser EU-Elite ist das nicht mehr zu machen -, die stehen für die BANKEN-RETTUNG zu Lasten der Bürger und sind dafür verantwortlich, dass aus Bankschulden Staatsschulden wurden. Sie dienen der grenzenlosen "Geldschöpfung aus dem Nichts", der Spekulation, den Renditenjägern, den Steuerhinterziehern - kurz sie dienen denen, die ihre Jobs bezahlen.
http://www.rottmeyer.de/kollektive-korruption-warum-es-kein-freiwilliges-aussteigen-aus-dem-fiatgeld-standard-geben-wird/

M.E. sollte ein Verrechnungssystem "Euro" auf Eurobasis bestehen bleiben und gleichzeitig ein VOLLGELDSYSTEM auf nationaler Ebene etabliert werden. Parasitäre private Geschäftsbanken und parasitäte Private Kapitalmärkte sind dann von der Staatsfinanzierung ausgeschlossen. Eine langfristige Finanzierung ist möglich ohne ständige Erpressung durch Zinsforderungen oder Abzug von Kapital.


Am 06. Juli 2015 schrieb Hanseus Vapor:

Wenn ich das, was seit 2008 bekannt (gemacht) wurde zusammen nehme sehe ich folgende Situation:

Es gibt gar keinen griechischen Staat, nur noch ein griechisches Volk und eine Regierung.

Der Griechische Staat – also der ehemalige Familienbetrieb Samaras/Papandreou – hat sich (bzw. wurde) in Korruption und Untreue aufgelöst.

Das betrifft in weiten Teilen auch das Gesellschaftsbewusstsein des griechischen Volkes, das gar nicht anders konnte, als sich diesem System anzupassen. Wir erinnern uns, dass selbst ein Arztbesuch nur mit Bestechung möglich war.

Die Akteure/innen dieses verkommenen Systems haben sich inzwischen allesamt mit ihrem Schatz davon gemacht.

Sowohl die griechische Regierung als auch die sog. »Institutionen« beklagen – da sind sie sich einig – dass es keine Strukturen gibt, die ein funktionierendes Steuer, Kataster, Rechtssystem ermöglichen. (Das Gesundheits- Sozialsystem funktioniert im Übrigen auch weitgehend nur auf der Grundlage von Privatinitiativen und Spenden).

Wenn man also ein Land das seinen Staat so nachhaltig abgeschafft hat in einer »Staaten- und Wertegemeinschaft« halten, retten, wasauchimmer will, müsste man dann nicht als erstes helfen einen Staat wieder aufzubauen?

Sollte man dann nicht besser Fachleute (und von mir aus sogar Beamte) ausleihen, die die Regierung in die Lage versetzen die geltenden Gesetze auch anzuwenden? Anstatt Kontrolleure die nur feststellen können dass es nicht funktioniert?

Kann die europäische Staatengemeinschaft nicht zusammenstehen und das geflüchtete Vermögen und die veruntreuten Gelder europa- und weltweit einsammeln?

Kann die europäische Staatengemeinschaft nicht eine »Wiederaufbautruppe« abstellen, die im ersten Schritt dafür sorgt, dass funktionierende staatliche und gesellschaftliche Strukturen geschaffen werden damit eine wirtschaftliche Sanierung eines (mangels funktionierender staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen) gescheiterten Mitglieds überhaupt erst möglich wird?

Muss es in neuen Verhandlungen nicht erst mal darum gehen dem griechischen Volk helfen einen funktionierenden Staat aufzubauen?

Das schöne daran wäre, dabei ist es egal welche Farbe die Regierung hat, ein funktionierender Staat sollte doch davon unabhängig organisiert sein.

Oder?

Antwort von U. Gellermann:

Tatsächlich ist der griechische Staat über Jahrzehnte von einem Klientel-System, geprägt, das nicht „mal eben“ geändert werden kann.

Aber wer soll beim Ändern helfen? Zwar ist der deutsche Staatsapparat - trotz jahrelanger Verhöhnung, die Privaten könnten es besser und vergleichsweise schlechter Bezahlung - auf den unteren Ebenen immer noch ziemlich intakt. Aber auf den Entscheider-Ebenen ist er mindestens so korrupt wie der Staat der alten griechischen Eliten. Vom staatlich organisierten Raubzug der Treuhand in der DDR, über ein Steuersystem, das den Reichen gibt und den Armen nimmt, bis zum Wechsel aus den passenden Ämtern in die passenden Privatjobs, kann ich den deutschen Staat bestenfalls als legalistischer erkennen.

Die neuen Griechen werden den Stall selbst ausmisten müssen, sonst gehen sie zugrunde.

PS. Ein Rücktritt wie der von Yanis Varoufakis wäre in Deutschland nur denkbar, wenn er dafür weiter nach oben geschoben würde.


Am 06. Juli 2015 schrieb Margaux Forestier:

Wer hat den Herren Schulz und Gabriel ihre hämischen Gesichter gegeben? Es ist der lange Abschied von einer SPD, die einst ähnliche Postionen vertrat wie SYRIZA und so eine ständige Mahnung an eine verlorene Sozialdemokratie ist. Und der Hass, von dem Sie in Ihrem Artikel schreiben, ist nichts anderes als der Ausdruck der Angst, der die Herrschenden und ihre Schuhputzer beschleicht: Es könnte bei uns genauso werden wir in Griechenland.


Am 06. Juli 2015 schrieb curti curti:

Gestern bei Temperaturen um 40 Grad durch den tiefen Süden des Landes unterwegs, stellte ich bei sehr später Rückkehr fest, daß die Kühlbox ihren Dienst versagt hatte. Die Salami triefte, der Schnittkäse zu einen undefinierbaren Klumpen verschmolzem und die morgens noch taufrische Margarine war durch und durch ranzig.

Nachrichten wurden tagsüber boykottiert und so waren es kurz nach Mitternacht Miosga, Krause (dem fehlten zur Vollkommenheit nur noch die langen Ohren des Osterhasen) und TINA (USA) Hassel die Übermittler der frohen Botschaft. Der Inhalt der Kühlbox war nix gegen den Blick in diese armseligen Visagen, denen die geistige Fäulnis in alle Poren gemeißelt war und die sich nun schlängelten wie saure Gurken um das, was nicht sein durfte als das zu kommentieren was de facto ist. Interessant auch ein Einblender zu Gabriel, der Verhandlungen bereits als zweckslos kommentierte. Die SPD wie sie leibt und untergeht - nach wie vor unverbesserlich!

Bleibt nur zu hoffen, daß die LINKE noch rechtzeitig die Zeichen erkennt und glaubhaft umzusetzen versteht. Europa ist noch nicht verloren, aber der Weg zweifelsfrei noch weit. Für heute einen Ouzo auf Syriza (ausnahmsweise zu früher Stunde).


Am 06. Juli 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Isset nich schön?
Sparta und Troja trotzen dem Hades!
Man müsste heute eine Tour durch sämtliche Tzatzikitempel starten, dem Ouso frönen und Sirtaki tanzen, natürlich mit den Gastgebern.
Wie sang damals Insterburg?
Ich liebte ein Mädchen in Griechenland, dass die Liebe am Schönsten beim Kriechen fand. So hätten sie es gerne gehabt, in Brüssel und Berlin. Den Griechen, beim Kriechen, den prallen Arsch der EU darbietend, allzeit bereit, von hinten kräftig gefickt zu werden, von der US-Drohne Viktoria z.B., die sich hierin ja offenbar auskennt.
Alexis - so bringst Du Deinem Volk den Stolz zurück und das Tanzen bei!
Der nächte Urlaub findet in Griechenland statt!
Isset nich schön?


Am 06. Juli 2015 schrieb Rudolf Steinmetz:

Der Betrug an & mit Griechenland (man vergisst so leicht die staatlich geschützten Großreeder) ist ja so alt wie der Euro selbst, und immer hatten die von Goldman Sachs ihre Finger tief in diese Affaire hinein getaucht. Daher ist die Meinung von F. William Engdahl keineswegs abwegig, dass uns der große Coup d´État noch bevorsteht, siehe "Was stinkt an Varoufakis und dem ganzen Griechenland-Schlamassel?": http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/was-stinkt-an-varoufakis-und-dem-ganzen-griechenland-schlamassel-.html

Antwort von U. Gellermann:

Mir stinkt der reaktionäre Kopp-Verlag


Am 06. Juli 2015 schrieb Werner Köpp:

Danke wieder einmal für deine erfrischende Zusammenstellung von Fakten und deine Kommentierungen. Ich schreibe dir diesmal aber auch, weil mir eine Kleinigkeit in der Sprachanwendung im Fernsehen aufgefallen ist nach der Abstimmung in Griechenland: Sehr unterschiedliche Sprecher und Politiker und auch Jauch verwenden eine Formulierung die folgendermaßen lautet: „die Griechen und die Europäer ...", so, als wären die Griechen keine Europäer. Ich glaube, dass hier unbewusst(?) sprachlich etwas vorbereitet wird, was eine Art Ausschlusspraxis wird.
Herzliche Grüße und vielen, vielen Dank für deine Arbeit.

Antwort von U. Gellermann:

Dank Dir für das Lob: In diesen Tagen „erfrischend“ genannt zu werden ist das Äußerste was der Schreiber wünschen kann. Natürlich hast Du Recht: Die Methode heißt, wer gegen uns ist, der ist kein Europäer mehr. Erst die Russen, die asiatischen, jetzt die Griechen, die türkischen, bald die Spanier, die arabischen. Und Berliner waren immer schon eher Polen als sonst was. Bin ich froh, dass ich nicht zu den Drecks-Europäern gehöre.


Am 06. Juli 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Hab mich riesig für Griechenland gefreut und ich hoffe, sie machen auch den Spaniern Mut, die es mit diesem unglaublichen Knebel-Gesetz der Rajoi-Regierung jetzt nicht leicht haben! Rajoi soll ja nach dem gr. Referendum sofort eine Eilbesprechung anberaumt haben, leider stand da nicht , mit wem. Wer weiß, vielleicht auch mit Angela Merkel via Bildschirm-Konferenz, würde mich nicht wundern. Der Hass auf linke Regierungen ist bei beiden sehr ausgeprägt. Rajoi fürchtet um seine Macht in Spanien, Merkel um ihre in ganz Europa. Wie nennt man noch das, wofür wir uns weltweit leidenschaftlich, und demnächst noch mehr auch militärisch, einsetzen? Das was wir gegen den undemokratischen Diktator Putin verteidigen müssen, der in seinem Land Demonstrationen verbietet und im Netz die Informationsfreiheit und überhaupt die freie Meinungsäußerung behindert? Unser hohes Gut, mit dem wir weltweit Kriege begründen? Die "westliche Wertegemeinschaft".

Die hätte doch eigentlich jetzt aufschreien müssen, angesichts der Vorgänge in Spanien, wo Francos Nachkommen anscheinend überwunden geglaubte Zustände wieder herstellen wollen. Demokratie ist keine Norm mehr für die EU, wie es aussieht. Ich habe kaum Widerhall in der deutschen Presse gefunden. An dieser Front wird die Demokratie offensichtlich nicht verteidigt, mit Franco konnte man ja früher auch ganz gut leben. Viel eher setzen sich die Mächtigen Europas wohl mit Rajoi zusammen und organisieren den Kampf gegen "den Kommunismus"....da wird einem richtig nostalgisch zumute, siehe Ihre erwähnten "roten Horden". Wo es doch hieß, diese alten Fronten hätten sich überholt, aber irgendwie hab ich das nie ganz geglaubt, solange es schließlich den Kapitalismus gibt...die Linken sind nur nicht mehr so uniform. Und Kommunist und böser Russe sind nicht mehr deckungsgleich. Was täte der Westen an dem Tag, an dem eine kommunistische Opposition Putin stürzen wollte? Ich glaube die USA sehen das alles inzwischen unideologischer als Merkel &Co. , sie schauen einfach, wie sich das eine oder andere auf die Finanzmärkte auswirkt.

Angesichts der Entwicklung in Spanien frage ich mich, ob dort im Herbst überhaupt eine freie Wahl möglich sei wird, einen fairen Wahlkampf kann es ohnehin kaum noch geben. Und ein neuer Bürgerkrieg wäre das absolute Schreckgespenst für die Spanier und ihnen keinesfalls zu wünschen..


Am 06. Juli 2015 schrieb Wolfgang Oedingen:

Den Zeilen ist nur zuzustimmen wie immer.
Nur eins noch. Das zweifelhafte Verhalten
"unserer" so hoch gelobten Medien und politischen Kaste vor und nach
dem Referendum in Griechenland zeigt
erneut wieder nur mal: die selbst geschaffenen Gesetze werden nur dann respektiert wenn sie Nutzen bringen.
Ich denke bei aller Freude: es ist ein nicht geringer Sieg. Die eigentliche Schlammschlacht wird leider weitergehen.


Am 06. Juli 2015 schrieb Reyes Carrillo:

Diese Nachrichten aus Athen, ab dem gestrigen frühen Abend gierig aufgesogen aus jeder verfügbaren Quelle… – ¡Viva el pueblo griego! Ein helles, demokratisches Licht dringt aus dem Südosten in die Demokratiewüste Europas! Was ist das wunderbar! Und in der Tat: Was für herrlich entgleiste Fressen in den ö-re Propaganda-Sendern zu sehen waren und sind!

Vielen, herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel mit seinen trefflichen Vergleichen, Analogien, Zahlen und deinen immer sehr erhellenden „Einbettungen“ in die von dir gewählten verschiedenen Kontexte, lieber Uli! „Den Griechen fehlt offenkundig eine gemeinsame Grenze mit Russland“ – mein Satz des Tages.

Neben dem Nüchtern-Politischen ist es vor allem auch etwas Hochemotionales, tief Berührendes, tief Befriedigendes und Genugtuendes, das sich mit diesem Zeichen gelebter Demokratie aus dem Land der Griechen verbindet. Die Bilder aus Athen zeigen es eindrücklich. Es hat etwas Märchenhaftes und Unglaubliches zu erleben, dass sich ein Volk, dieses Volk zur Wehr setzt und gegen das Diktat einer neoliberalen, singulär ökonomistischen, sich entsolidarisierenden, entdemokratisierenden und militaristischen EU stellt. Das ist nach all diesen Jahren der Depression und Ohnmacht geradezu zum Schreien und Heulen wunderbar! Wen das nicht bewegt, der ist, pardòn - ein Arschloch, der muss ein Arschloch sein, etwas schrecklich Unsympathisches jedenfalls, etwas Herzloses und Widerwärtiges, Arschlochiges halt. Bei solchen Attributen taucht dann unweigerlich einer wie Martin Schulz vor dem gequälten geistigen Auge auf. Und die Frage stellt sich, ob Silvio Berlusconi damals nicht doch über seherische Kräfte verfügte, als er Schulz 2003 ironisch für die Rolle des Lagerchefs eines in Italien gedrehten Nazi-Films vorschlug. Lässt man den Nazi weg und macht aus dem Lager das europäische Parlament… Also, so daneben war das doch gar nicht.

Im Ausgang dieses Referendums schlägt der Puls der Freiheit, des die Fesseln Sprengendes und er atmet tief den Atem der Würde, des Stolzes, der Souveränität, der Selbstbestimmung und der Emanzipation. Diese Momentaufnahme ist von einer solch selbstreinigenden Qualität, wie es Außenstehende wohl kaum gänzlich nachvollziehen können. Völlig beiseite gestellt, wie es jetzt weitergeht mit Griechenland, ist dieses Votum von unüberschaubarer Bedeutung und ein großes Zeichen in den Südwesten Europas: Tsipras und Varoufakis werden als eine Art Tsipraix und Varoufakix als die heldenhaften Hellenen in die Geschichte eingehen, die der imperialen europäischen Diktatur und ihren drei Kaputtmach-Kohorten die Stirn boten – und diesem Haufen von ideologisch zerfressenen Halsabschneidern gestern so richtig den dicken, dreckigen Stinkefinger zeigten! Figurativ natürlich, so wie es der stets bilderbuchartige Anstand dieser beiden Griechen verlangt. Was Griechenland seit Jahren und seine jetzige Regierung seit Monaten auszuhalten hatten und haben an Diffamierungen, an Dreck, an Lügen und Verzerrung, machte und macht fassungslos. Dieser von den Finanzmärkten bezahlten, eklig-hässlichen Europa-Domina-Hure jetzt (als Screenshot natürlich) die lächerlichen Lederklamotten, brunzblöden Kettenaccessoires und die drollig-dreiste Plastik-Peitsche zu entreißen und ihr die fristlose Kündigung ihrer 24/7-Submission in ihren wabbeligen Arsch zu schieben (nein, an dieser Stelle taucht nicht Schulz vor dem geistigen Auge auf, eher etwas ganz Ekliges mit Knöpfen) ist ein Akt von geradezu sakraler, heiliger Dimension! Linker Romantizismus? Logo, Arschloch!
Der Stab geht nun weiter: ¡Adelante Podemos!
Nochmals vielen Dank für diesen Artikel, von dir am heißesten Tag seit zwölf Jahren geschrieben – Respekt!

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