Good bye England!

Guten Morgen Deutschland

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Juni 2016

Von allen öffentlichen Lippen tropft, nach dem Brexit, eine neue Europäsche Union: Jetzt müsse sie aber sozialer werden, jetzt müsse man aber den kleinen Leuten mal den Sinn der EU erklären, jetzt müssen man aber mal die EU besser machen. Besser für wen? Für die Griechen, die von der EU in Hunger und Selbstmord getrieben wurden? Für die Spanier oder Portugiesen, deren Jugend ohne Zukunft ist? Für die Balten, die in Massen ihre Länder verlassen und vor dem neoliberalen Würgegriff in andere Länder fliehen? Für die Deutschen, denen aus dem Thatcher-Blair-England die Agenda 2010 importiert wurde? Für die Ukrainer, die man mit der Schimäre eines besseren EU-Lebens in einen Konflikt mit Russland gezwungen hat?

Der Brexit sei traurig, belehrt uns der Außenmeier, die Silberlocke auf dem Kopf der übergroßen Koalition. Todtraurig für die Hartz Vierer, die jetzt nicht mehr mal eben nach London jetten können? Beklagenswert für die Frauen an den Supermarktkassen, deren private Pfund-Sterling-Reserven nun entwertet werden? Trostlos für die deutschen Hooligans, denen die Reise zu einer ordentlichen Prügelei in Manchester bald erschwert sein wird? Nein. Deprimierend wird es für die deutsche Waffenindustrie, die Handelserschwernisse fürchtet, denn immerhin hatte sie im ersten Halbjahr 2015 bereits für 1,5 Milliarden Rüstungsdreck an das Vereinigte Königreich verkauft. Hoffnungslos für die Finanzbanker, deren ständige Boni-Erhöhungen in der Londoner City vorgelebt und zur Nachahmung empfohlen wurden. Erschreckend für alle Atlantiker, denn Großbritannien war und ist der treueste europäische Partner in allen Kriegen der USA.

Es seien mehr als 2.500 deutsche Unternehmen, die Niederlassungen in Großbritannien hätten, barmt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. An die über 5.000 deutschen Unternehmen in Russland, deren Existenz durch EU-Sanktionen gefährdet wurden, hat man jüngst noch kaum einen Gedanken verschwendet. Etwa die selbe Zahl an Unternehmen existiert in China. Müssen Russland und China jetzt schnell in die EU, um die englische Lücke zu schließen? Und weiter denkt die SÜDDEUTSCHE über die Kosten nach, die jetzt auf „uns“ zukommen: Denn die Briten haben bisher „knapp fünf Milliarden Euro Netto pro Jahr aufgebracht. Fällt ihr Beitrag weg, wird Deutschland den Löwen-Anteil übernehmen müssen.“ Ach, ja, wer sagt das? Die Leute, die seit Jahr und Tag ihren Export über „unsere“ EU-Zuschüsse finanzieren. - Eine große Welle der Traurigkeit soll über das Land schwappen, damit „wir“ uns den Kopf der Unternehmer und ihrer Polit-Bürokratie in deutschen und europäischen Ämtern zerbrechen. Es gibt kein wir, es gibt nur die oder uns.

Aber es sind doch die Rechten, die Gaulands, die LePens, die Straches, die das Ende der Europäischen Union fordern, referiert der Mainstream schaudernd. Stimmt. Dankend haben die Rechten den Platz einer europäischen Linken eingenommen, die wie Gregor Gysi die Einordnung der EU als eine “neoliberale, militaristische und weithin undemokratische Macht" nicht unterschreiben wollte, die mit der EU äugelte, statt sie infrage zustellen. Es sind jene Linke, die schon das Wort „Nation“ für einen Nazi-Begriff halten und kokett mit dem Begriff „Anti-Deutsch“ im selben Bett wie die USA liegen. Als wäre die Nation nicht einfach existent, wie das Wetter existiert und auch die Schwerkraft. Als wäre die Nation eine Frage von Wollen und Mögen. Und nicht ein Frage von Machen und Tun.

In den nächsten Tagen und Wochen wird ein Gewitter scheinbar guter Ratschläge zur Rettung der EU über uns hereinbrechen. Wir sollen uns den Kopf der EU-Profiteure zerbrechen und ja nicht auf andere, eigene Gedanken kommen. Zum Beispiel auf den, dass die Europäische Union im Fall Ukraine zum Kriegsprojekt geworden ist. Zum NATO-Vorfeld. Zum trojanischen Pferd der USA. Wer nicht die Kraft hat, diese Europäische Union radikal zu ändern, der sollte aus ihr fliehen. Guten Morgen Deutschland.

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Am 12. 07. 2016, um 20.30 Uhr
im Buchhändlerkeller
10523 Berlin Carmerstraße 1
wird Conrad Schuler sein Buch
DIE GROSSE FLUCHT vorstellen
Es moderiert Uli Gellermann


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 27. Juni 2016 schrieb Willi Übelherr:

Ich will diese grossartige Diskussion weiter fuehren. Wohl zu Recht hat Uli meinen letzten Kommentar geblockt, weil ich ihm nach Cuba gefolgt bin.

Die EU ruht auf den Konstruktionen Staat und Nation.
Staat: Ein Instrument der Eliten fuer die Eliten gegen die Bevoelkerung. Ein Gewaltapparat.
Nation: Eine Religion, um die grundlegenden Widersprueche wie Arbeit / Kapital, Besitzende / Besitzlose, kreativ taetige / parasitaer repraesentativ buerokratische Menschen zu verschleiern. Im Christentum und National Sozialismus finden wir ihre grossen Installationen.

Das wesentliche in diesen ganzen Wirren fuer uns ist der Mangel an Perspektiven und Visionen, ohne diese wir notwendig die Orientierung verlieren oder nicht erreichen. Die repraesentative Republik entspricht nicht unseren Notwendigkeiten. Wir brauchen die Demokratie, aber sie kennt keine Repraesentation. Damit fallen alle repraesentativen Strukturen schon mal weg. Inclusive der EU und der deutschen Staatskonstruktionen.

Interessanter Weise schiebt sich zur Zeit, auch verstaerkt jetzt als Folge des Brexit, die Volksbefragung in den Vordergrund. Island, Oesterreich, Spanien und jetzt auch Seehofer. Laut Tp sagte er: "Volksentscheide in der Europapolitik und bei Grundgesetzänderungen (..) sei (..) der Kern moderner Politik".

Klar, sie weichen dem Druck aus und versuchen, die Kraft der Volksbewegungen aufzunehmen. Es liegt an uns, ob wir uns aufnehmen lassen.

Wenn wir anfangen, unsere Entwuerfe fuer ein Zusammenleben zu erarbeiten und im oeffentlichen Raum zur Diskussion zu stellen, dann erhalten wir die Eigenstaendigkeit und Selbstbestimmung zurueck, die wir so notwendig brauchen. Und dies nicht nur wegen irgendeiner Krise, die oft keine ist.

Die Krise ist, dass wir nicht gemaess unserer Bedingungen und Moeglichkeiten leben. Die Bedingungen definiert die Natur. Die Moeglichkeiten haben wir selbst in der Hand, wenn wir unseren Verstand gemaess der Vernunft, Rationalitaet und Logik verwenden.

Die Grundlage ist unsere Unabhaengigkeit. Die Faehigkeit, unsere Lebensweise selbst bestimmen zu koennen. Die Unabhaengigkeit ruht immer in den Menschen. Sie kann nicht gegeben werden, sondern muss in uns entstehen. Die Basis jeder sozialen und politischen Unabhaengigkeit ist immer die oekonomische Unabhaengigkeit. Also die Faehigkeit, das selbst herzustellen, was wir fuer unser "gutes Leben" brauchen. Und weil die Menschen immer in verteilten lokalen Lebensgemeinschaften leben, ist auch immer ihre unabhaengige Oekonomie lokal organisiert.

Das hat ja auch Albrecht Storz angesprochen, Aber die lokale Autonomie, die die lokale Unabhaengigkeit vorraussetzt, mit Staat und Staaten-Union positiv zu verbinden, klingt etwas weltfremd.

Wie jede Oekonomie, so auch unsere, ruht sie auf den technischen Infrastrukturen und der Unabhaengigkeit in der Technologie. Da liegt auch das Problem, warum alle politischen Gruppen und alle Gewerkschaften notwendig scheitern, auch wenn vielleicht manche etwas anderes wollen. Sie agieren als Anhaengsel.

Aber wenn wir von lakaler Unabhaengigkeit sprechen, dann sprechen wir nicht von selbstgewaehlter Isolation. Wir kooperieren global. Ohne Grenzen. Ohne Barrikaden, Zaeune und Mauern. Wir wenden 2 Prinzipien an: "global denken, lokal handeln" und "Wissen ist immer Welterbe". Wir organisieren die freie Technologie, den freien Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrung, die freie globale Kommunikation.

In den Bruechen der bestehenden politischen Strukturen und Religionen sollten wir nicht negativ reagieren, sondern positiv agieren. Dann wird alles viel einfacher.


Am 27. Juni 2016 schrieb Anke Zimmermann:

Die EU die aus friedenspoltischen Motiven -nie wieder Krieg- gegründet wurde, ist gescheitert. Frau Merkel rüstet auf und betont nach dem Brexit: "es gibt keine Friedensgarantie in Europa".

Ich war auf der Friedenswinter-Demo und wurde unter Nazis einsortiert, ja das hatte Wirkung, aber nur kurz.
Ich bin bereit für den Friedenssommer und er ist so nötig wie nie, wir müssen den Kriegstreibern entgegen treten. Ich verfüge an meinem Schreibtisch nicht über die nötige Infrastruktur und Netzwerke um eine Demonstration zu organisieren, aber ich biete meine ehrenamtliche Mithilfe an.


Am 27. Juni 2016 schrieb Albrecht Storz:

Ich finde diese Diskussion Nationalismus <-> Internationalismus relativ müßig. Wie soll denn eine solch erstrebenswerte internationale Gesellschaft organisiert sein?

Jeder mit etwas Grips im Kopf kann sich doch leicht ausrechnen, dass je größer eine Organisation ist, umso mehr Apparat ist erforderlich, umso weiter weg von den betroffenen Menschen werden die wesentlichen Entscheidung getroffen, umso unrealistischer wird demokratische Teilnahme (abgesehen von bedeutungslosen Stimmabgaben, wenn Politiker ungestraft alles möglichen versprechen und nachher ungehindert genau das Gegenteil realisieren können), umso mehr wird Lobbyismus über Finanzkraft wirksam und und umso mehr werden echte Entscheidungen immer mehr in Hinterzimmern abgesprochen.
Die EU ist doch das Projekt, das genau diese Prozesse live erlebbar machen: wenn demokratische Legitimität immer weiter und weiter gereicht wird, bleibt selbst bei völliger Legalität und Regelkonformität einfach nichts mehr von der Vertrauensbasis übrig - und selbst wenn die Politikpopanzen noch so sehr diese Tatsache bestreiten. Ein Parlament hat mE kein Recht, seine Rechte weiterzureichen.
Die EU ist ein riesiges Legitimitätsproblem und diese Tatsache kommt genau dann zum Tragen, wenn die Instanz aufgrund von Meinungsunterschieden unter den Mitgliedern gefordert wäre. Und worauf läuft das Ergebnis raus: das Recht des Stärkeren wird wieder instand gesetzt. Alles an der EU aktuell in live zu beobachten.

Also: bevor aus "Hoch die internationale Solidarität!" eine Zustimmung für die EU kurzgeschlossen wird (in der SPD wahrscheinlich zu fast 100%), sollte man doch erst einmal die daraus erwachsenden Fragen klären.
Für mich ist eine Staaten-Union wie die EU nur denkbar, wenn gleichzeitig eine Entmachtung auf oberster Ebene und eine Regionalisierung bis hin zu Autonomien in eine passende Verfassung gegossen wird. Größere Organisationseinheiten wie die historisch gewachsenen Nationalstaaten (USA sei hier außen vor) müssen mit einer gleichzeitigen Stärkung von Regionen einhergehen - und zwar muss das eine echte politische Stärkung sein , weit über den bekannten Förderalismus hinaus.

Wo werden diese von mir aufgeworfenen Probleme diskutiert? Bei Marx???? Vielleicht braucht man aber auch mal neue Ideen für neue Zeiten?


Am 27. Juni 2016 schrieb Manfred Ebel:

"Und genau da stehen wir doch heute wieder, allerdings mit einem großen Unterschied: es gibt im Grunde keine echte "Linke" mehr, keine Linken." Der Satz gibt mir zu denken, zumal er doch mehr oder weniger gleichlautend sehr präsent ist.
"Die Linken" sind so ein undefinierbares Gemisch. Gut daran ist vielleicht eine Art Gerechtigkeitsempfinden, ein Zorn auf Auswüchse des Kapitalismus, eine Angst vor TTIP-Folgen, schlotternde Angst vor eigener Verelendung. Schlecht daran sind Korrumpierbarkeit, sehr verbreitete Selbst-Einordnung in eine ominöse Mittelschicht, Eitelkeit, aber vor allem politisch-ideologische Naivität und Unwissenheit, Aktionismus, ätzender Individualismus. "Die Linken" sind so links wie die Botaniker der 20er Biologen waren, Vegetarier Ernährungsexperten sind, Pferdefreunde Tierärzte, Hobbyköche Großküchenleiter, PC-Anwender Computertspezialisten sind u.s.w.
Laientum kann nur zu Naivität führen. So auch im Klassenkampf.
Deshalb: Konsequent Links können nur die wissenschaftliche, in sich geschlossene, folgerichtige, logisch-dialektisch schlüssige Weltanschauung der Arbeiterklasse, der Marxismus-Leninismus und deren Träger, Marxisten-Leninisten sein. Und zwar ohne Trotzki, Stalin, Mao und sonstige Renegaten und deren wichtigtuerischen Nachplapperer.
Nur mit ihr kann man Wesen und Erscheinung; Ziel, Strategie, Taktik und Operation; abstrakte Gesetze und praktisches Leben auseinanderhalten und zielgerichtet handeln.
Der Marxist-Leninst fragt am konsequentesten: "Wem nützt es?" Bei ehrlicher Beantwortung erschließen sich doch "EU", "TTIP", "Nation", „, „proletarischer Internationalismus", "Klasse", "Demokratie", "Meinung", "Pluralismus", "Freiheit", "Werte", "Neoliberalismus"...
Wahrhaft internationalistisch sind nur die Massen, die 99%, die Ausgebeuteten. Sie haben kein Problem mit einer Union, egal ob europäisch oder sonstwie. Sie sehen keinen unüberbrückbaren Gegensatz in ihren nationalen Besonderheiten. Jede menschliche Union gehört den Massen - von dem 1%, von den Kapitalisten, wird alles und jedes nur missbraucht, egoistisch ausgenutzt:
Mal müssen die Konkurrenten ausgeschaltet werden, mal müssen sich kapitalistische Konkurrenten gegen die Massen und für eigene Einflussgebiete zusammenrotten. Mal ist die Nation Retter eigener kapitalistischer Interessen, mal wird sie den Kapitalisten hinderlich oder gefährlich.
Die EU, wie sie jetzt ist und unter herrschenden kapitalistischen Produktionsverhältnissen nur sein kann, kann nur ein Herrschaftsinstrument der inzwischen fast ausnahmlos internationalen Kapitalisten sein. Das eine Prozent hat keine Heimat, keine regionale, kulturelle Zugehörigkeit, kennt keine Tradition, keine Geschichte, keine Sprache, keine Kunst. Sie kennt nur Profit, Macht. Zu ihrem Erhalt trampeln sie schamlos alles in Grund und Boden und erfinden die abscheulichsten Gemeinheiten.
"Es gibt kein wir, es gibt nur die oder uns."


Am 27. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Hallo Herr Kohle.
Gepfeffert und gesalzen.
Klasse Kommentar !!!


Am 27. Juni 2016 schrieb Boris Verden:

Nirgendwo im Netz habe ich solch eine klare Analyse des BREXIT gelesen. Dafür meinen herzlichsten Dank.


Am 26. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

"Entfremdet und entwürdigt ist nicht nur der, der kein Brot hat, sondern auch der, der keinen Anteil an den großen Gütern der Menschheit hat." Rosa Luxemburg

Kapitalismus ist der Verursacher von Kriegen, Ausbeutung, von Elend und Not, und diesen zu bekämpfen ist große Aufgabe der Linken.
Im übrigen sind zu diesem Thema sinnvolle und nachdenkenswerte Kommentare geschrieben worden. Vielen Dank.


Am 26. Juni 2016 schrieb Michael Kohle:


Herrschaftszeiten! Jetzt reicht es mir aber. Die Konflikte des Jahres 2100 gehen mir - pardon, alles andere als larmoyant - am Oberschenkel vorbei. Man stelle sich vor, im Sommer 1932 wäre jemand um seinerzeit anstehende Diskussionen (ein paar wenige gab es ja, nicht ganz unähnlich von denen heutzutage) auf die tolle Idee zu kommen, darauf hinzuweisen dass im Jahre 2016 ein Paar Milliarden Chinesen wohl ein Problem für die europäische Linke sein dürften.

Hätte sich damals die angebliche Linke besser mit den "aktuellen", den anstehenden "Themen" beschäftigt . Ein Ossietzky gerade wegen Spionage (!) verurteilt, ein Tucholsky vor Schlimmerem ins Exil geflohen. Ist es ein Zufall, dass sich die Linke - dann wenn es gefährlich wird - auch absetzt, in das wohlfeile Wolkenkuckucksheim des Internationalismus nämlich? Was wäre allein der Menschheit erspart geblieben, wären ein paar beleidigte Sozen über ihren eigenen Schatten gesprungen und hätten einen Thälmann gewählt anstatt den offenkundigen Massenmörder Generalissimo Hindenburg, hätten sich gleichzeitig ein paar von der Weltrevolution träumende, die Internationale singende Kommunisten mal den Unterschied zwischen Lang- und Kurzfristzielen reingezogen. Eventuell hätte ja etwas verhindert werden können.

Und genau da stehen wir doch heute wieder, allerdings mit einem großen Unterschied: es gibt im Grunde keine echte "Linke" mehr, keine Linken. Fünfte Kolonnen, mit guter finanzieller Basis haben sich den Aufkleber "Je suis links" auf die Stirn gepappt, die paar Letzten der echten Spezies längst versprengt in alle Himmelsrichtungen.

Gegen die aufmüpfige Rationalgalerie bedarf es natürlich besonders geschulter Trolle. Der einfache Stänkerer reicht da nicht. Besonders einfallsreich sind sie deswegen noch lange nicht. Ein Wörtchen herausgeangelt, dieses Mal nicht Ziegenficker sondern Nation, und dann setzt es kräftig Hiebe. Lachhaft. Bestätigen die Herrschaften doch nur, dass sie nicht gelesen haben, nicht verstanden haben. Der letzte Absatz, die letzten Sätze, sind sie doch kaum misszuverstehen. Ach wie gut, dass man stattdessen sich kluge Gedanken über das Jahr 2100 machen kann, wo es doch noch gar nicht so sicher, ob die Menschheit das Jahr 2017 noch unbeschadet erreichen wird.

Was das alles mit Brexit zu tun hat? Nun, am Tag des Entscheids soll sich ein Vizepräsident Biden und ein gewisser Trump auch im bald nicht mehr vereinten Königreich herumgetrieben haben. Urlaub werden sie wohl kaum gemacht haben!

PS
Habe ich es nicht geahnt? Auch die zweite "Verschwörungstheorie" aus meinem Kommentar auf dem Weg:
http://www.welt.de/politik/ausland/article156566476/Brok-fordert-mehr-militaerische-Zusammenarbeit.html


Am 26. Juni 2016 schrieb H. Illoinen:

Chapeau auf den Punkt. Allerdings würde ich noch ergänzen, eine EU in der die Realwirtschaft nur noch ein Anhängsel der Finanzwirtschaft ist, braucht niemand. GB ein Land welches nie wirklich dabei war, ohne Euro, und ständig noch weitere Deregulierung durchgesetzt hat, braucht auch niemand.


Am 26. Juni 2016 schrieb Eard Wulf:

Ich bin ein "ungelernter" - also etwas holbrig:

In anbetracht vieler Kommentare hier: der Internationalismus scheint sich selbst im Wege zu stehen, die Forderung: alles auf einmal und das sofort - dass kann nicht funktionieren. Nicht in dieser gelernten Gesellschaft des Egoismus. Vielmehr muss man irgendwo anfangen, im Dorf, der Stadt, dem Land, die Gesellschaft entsprechend um zu normen und als Beispiel zu werben. Unter Internationalismus verstehe ich, dass man sich mit anderen, die eine ähnliche bzw. gleiche Gesinnung haben, über Ländergrenzen hinaus vernetzt und man voneinander lernt und lehrt - verfeinert.

Warum "werben"? Da ich ungern mit einer Waffe ins nächste Dorf laufe, dort "Tabula rasa" mache und anschliessend dem Rest der dortigen Gesellschaft meinen Willen aufdrücke - was ohnehin nur mässig funktioniert, siehe: Kapital-Kriege(Changes, Frühlinge usw.) - ist es sinnvoller der Gesellschaft im nächsten Dorf unsere Gesellschaftsform als die bessere vorzuleben(Der Amerikaner versteht darunter >american way of life< oder "vom Tellerwäscher zum Millionär".) und somit eine schleichende und friedliche Veränderung herbei zu führen - und das geht nun einmal nicht von hier auf jetzt. Warum gab es wohl keine grösseren Unruhen der DDR-Bevölkerung bei der Annexion der DDR?


Am 26. Juni 2016 schrieb Heinz Schneider:

Manfred Maurenbrecher hat den bisher einzigen motivierenden Beitrag geschrieben in dem er seinen von Larmoyant ungetrübten Blick auf die wirklichen Herausforderungen lenkt, einen konkreten Lösungsvorschlag macht und die zu gewinnenden Akteure benennt.
Im Jahr 2100 werden in Afrika 4 Milliarden Menschen leben, in Europa noch 600 Millionen. Auf wessen Seite stellt sich eine Linke, die aus der EU fliehen möchte, in den daraus resultierenden Konflikten?

Der Neoliberalismus wird mittels Digitalisierung die Mittelschichten aller Länder prekarisieren. Dann blieben fast nur Verlierer, afrikanische Verhältnisse auch in abgeschotteten europäischen Ländern unter Führung der Rechten. Die freuen sich darüber, dass sie die Menschen, die die Linken links liegen gelassen haben, nur noch rechts abholen mussten.

Ein Europa der Solidarität, der Arbeiterklassen und der Mittelschichten, die einen New Deal, einen zukunftsorientierten erfinderischen Aufbruch für Europa und Afrika erkämpfen - was für ein Ziel! Selbstverständlich mit Russland, alles andere wäre absurd.

Unzufriedenheit und mangelnder Glaube an die Veränderbarkeit der Verhältnisse sind die Zutaten einer depressiven Gesellschaft. Ungerechtigkeit und Ohnmacht führen zum Ressentiment. Die Ohnmacht gilt es zuerst zu beseitigen.

Werben wir für einen New-Deal unter Nutzung der Chancen der Digitalisierung. Dematerialisierter Wohlstand für alle! Ja, das wäre dann regulierter Kapitalismus, globale soziale Marktwirtschaft. Ohne Grenzen, ohne Krieg ? aber möglich. Mehr Ludwig Erhard als Karl Marx. Na und? Von letzterem wissen wir, was die Voraussetzungen der Überwindung des Kapitalismus sind.


Am 26. Juni 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Rainer Rupp bei KenFM Positionen::
"Bush Senior hob 1990/91 das Konzept der sog. Neuen Weltordnung aus der Taufe. Über diese neue Weltordnung wird viel geredet, aber wenige Leute wissen, worum es da geht, und ich glaube, das ist der Grundstein für das Verständnis, auch für das Verhältnis zwischen Europa und den USA und für das Verhältnis innerhalb Europas, der Staaten zueinander.Es geht darum, das ist die Definition der USA, eine globale Ordnung zwischen Völkern und Staaten auf der Basis gemeinsamer Werte und der ökonomischen und politischen Interessen der Internationalen Eliten herzustellen. .. Die gemeinsamen Werte können wir mal beiseite lassen, also eine Basis, auf der die ökonomischen und politischen Interessen der internationalen Eliten befriedigt werden. .....und das Prinzip der nationalen Souveränität wurde dabei als veralteter und immer noch beliebter Fetischismus dargestellt, als Folklore."
Kommt die derzeitige Verdammung alles irgendwie Nationalen also wirklich von links??
Zwar benutzt und fördert das Großkapital immer wieder mal den rechten Nationalismus um linke Entwicklungen zu verhindern, Unruhe zu stiften etc, an Kriegen zu verdienen....dem Wesen nach ist es aber globalistisch - international.
Es wäre mir allerdings neu, dass es dabei das Wohl der Menschheit im Auge hätte.
Im Moment scheint es, vielleicht um den drohenden Totalcrash zu verhindern,, eher schnellstens alle Handelshemmnissé abbauen zu wollen und dazu gehören die Entscheidungen nationaler Parlamente. Siehe TTIP und CETA.
Prompt erscheinen, wenn man gegen letztere vorgeht, gewisse sich links nennende Leute und nennen einen nationalistisch. Klar, als Linker ist man ja international und gegen Nationalismus....also gegen alles Nationale? Immer?
Jene Linken machen hier jedenfalls den Weg frei für das internationale Großkapital, nicht für den internationalen Sozialismus.
Man muss ich wehren, wenn man angegriffen wird und kann nicht warten, bis es mal wieder eine große sozialistische Internationale gibt. Wie sollte die beschaffen sein? Darüber fehlt jede Einigkeit. Marxistisch oder vielleicht anarchistisch?
Es gibt sie eher nicht, international ist vor allem das Kapital.
Aber man sollte natürlich auf internationaler Ebene zusammenarbeiten gegen dieKapital- Eliten!
Es ist aber nicht schlecht, wenn die Völker dabei an ihre eigenen Traditionen anknüpfen, ihren jeweils eigenen Zugang dazu finden und das einbringen! Im Gegenteil. Das gibt ihnen Stabilität, emotionalen Zugang, den etwas eher Abstraktes,wie eine Ideologie bzw. Wirtschaftslehre nicht allein schaffen kann.
. Es macht sie auch weniger erreichbar für die neoliberale Vereinnamung in der man letztlich nur noch vereinzelter Arbeiter und Konsument ist.
Ich denk man kann nur ein kosmopolitischer Weltbürger werden, wenn man beim Eigenen anfängt, den eigenen Wurzeln. Wie will man andere Mentalitäten annehmen und verstehen lernen, wenn man die eigene Prägung, sich selbst nicht kennt und annimmt?
Man muss deswegen kein glühender Patriot werden, aber die Ablehnung und auch Leugnung des eigenen ist die Kehrseite der Überhöhung. Beides ist neurotisch.
Und es wird ja auch nicht nur der Nationalstaat als Institution von den deutschen Anti-Nationalen gebrandmarkt, sondern, stärker als je, jedes Bekenntnis zur eigenen Kultur.
Von Linken anderer Länder kenne ich das nicht! Man kann aber nicht anderen auf Dauer entgegenbringen, was man sich selbst nicht zugesteht.
Die Anti-Nationalen stärken also die Rechten, sie pflegen die Neurose.

Die eigene Herkunft ist da, damit sich mit ihr auseinandersetzt, nicht damit man sie leugnet und vor ihr davon läuft. Das machen aber viele Linke und diese Schwäche und Blindheit nutzen die Eliten.! Leere Gefäße sind leichter zu füllen. .


Am 26. Juni 2016 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

STAUN ULI - was für ein hervorragend klar verfaßter Artikel zum BREXIT - virtuos beförderst Du ans Tageslicht, was sonst so einigen verborgen bliebe. DANKE ULI! Ansonsten schließe ich mich einfach REYES an - wer sonst könnte es besser
in Worte kleiden (was wir an Dir haben!)

Großes Unbehagen beschreibt wohl am ehesten das Mißempfinden zur aktuellen Lage. Was wird wohl als nächstes passieren?
Steht jetzt die Implosion des Seifenblasengebildes ins Haus? (Aber die Finanzoligarchen werden es schon wieder richten). Viele sehen jetzt ihre Felle davonschwimmen. Am alleraller übelsten: die RECHTE läßt die Korken knallen!
All das ist sehr sehr sehr beunruhigend.. Immerhin - lb. Uli - als begrüßenswerte Konsequenz des BREXIT in Deiner Aufzählung ist wohl die Handelserschwernis der deutschen Waffenindustrie für England (dem treuester Partner in allen USA-Kriegen!) zu nennen.... Wenigstens ein kleiner Trost in dunklen Zeiten.


Am 26. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Herr Bürger,
von Nationalismus ist in dem Artikel nach meiner Lesart nichts zu lesen.
Die Reflexe, die immer dann kommen, wenn Begriffe besetzt sind, die beliebig interpretiert werden können sind langlebig.. Identität, Zugehörigkeit, Sprache, Kultur und gesellschaftliche Entwicklung, und natürlich gesamtgesellschaftliche Interessen müssen ohne Schere im Kopf, ohne Zensor, aber mit der Freiheit des Denkens möglich sein. Und es ist völlig egal, um welche Themen es sich handelt, und wie sie geschichtlich besetzt sind.


Am 25. Juni 2016 schrieb willi uebelherr:

Ich sehe die Antwort von unserem Freund Uli auch nicht als zynisch. Und ich danke Rolf, weil er auf unserem schwierigen Pfad weitergeht.

In Ecuador war ich aktiv mit CICE Amaru. Confederacion Intercultural CampesinAs Ecuador. So aehnlich. Die Grundlage ist die gemeinsame Lebensbedingung als Kleinbauern in laendlichen Gebieten. Und ich habe mich im wesentlichen auf den Aufbau von Zentren fuer freie Technologie, also unsere technischen Infrastrukturen, konzentriert.

Dabei ist klar, dass im Zentrum am Anfang die Telekommunikation steht, damit wir in unserem globalen Netzwerk fuer freie Technologie planetar kooperieren koennen.

Fuer meine Freunde in den Kommunen der Indigena, der Afro-EcuadorianerInnen, den Latinos und anderen Mixen, war das alles sofort klar.

Gleichzeitig arbeite ich global in den Gruppen Hackerspaces, Software Libre, IUF (Internet Ungovernance Forum), IGF (Internet Governance Forum), ISOC (Internet Society) , Community Networks (FreiFunk, FunkFeuer, Nethood, Ninux, Guifi.net, BAL Buenos Aires Libre, Altermundi ...) und da sieht es ganz anders aus.

Weil wenn wir unsere Tlekommunikation selbst organisieren, dann brauchen wir all die vielen Institutionen und Organisationen nicht mehr. Und die Leute verlieren ihre gutbezahlten Jobs, ihre 5 Sterne Konferenzen weltweit, und muessen selbst arbeiten. Und das wollen sie nicht.

Jetzt sage ich einfach: All dieses Theater um Staaten mit Nationen, Staatenbuende usw. dient nur dazu, den Eliten ihr feines Leben ohne Arbeit zu ermoeglichen.

Fuer die Bauern, Handwerker, Techniker und Ingenieure stellt sich die Frage von Staat und Nation nicht. Sie kooperieren, ohne Patent ind Lizenzrecht, frei und unabhaengig und global.

Das ganze Geschwaetz um Nationen dient nur dazu, diese selbstbestimmte und freie Kooperation zu verhindern.

Antwort von U. Gellermann:

Fidel Castro und Che Guevara kenne ich nur als Experten des Internationalismus. Von beiden ist die Losung „Patria o Muerte“ bekannt. Patria darf ohne Umstände mit „Vaterland“, also „Nation“ überersetzt werden. Für Schwätzer habe ich die beiden nie gehalten.


Am 25. Juni 2016 schrieb Alfred Mente:

BREXIT - EIN BRAVO DER BRITISCHEN BEVÖLKERUNG
52 Prozent der Briten stimmen für Ausstieg aus der EU
Die Menschen in Britannien haben genug davon, durch nicht gewählte Institutionen regiert zu werden, die im Interesse von Konzernen statt von normalen Menschen handeln. Sie sind es leid, ihr Leben vom Willen der Finanzmärkte, Konzerne und Eliten diktieren zu lassen.

Wir, die wir für internationale Solidarität, Demokratie und Gleichheit eintreten, müssen jetzt handeln. Schluss mit den von den "Eliten" angerichteten Verwüstungen der Austeritätspolitik, der Erosion der Demokratie, der Zerstörung der öffentlichen Sektoren. Sie haben unseren Kontinent in einen Spielplatz für das obere eine Prozent der Gesellschaft verwandelt. Alle die sich für ein besseres Leben für alle einsetzen, die den Kampf gegen Rassismus und die extreme Rechte führen wollen, sollten für eine radikale Umgestaltung der EU kämpfen.

Jeder der sich näher mit der EU befasst erkennt:
Die EU in jetziger Form, ist eine totale Missgeburt, weil für die Solidarität der Länder untereinander, nicht mal im Ansatz, so etwas wie ein Länderausgleich* implementiert wurde. Wir brauchen emanzipatorische Alternativen und demokratische Formen der europäischen Kooperation. (Das wird schwierig!)

Alternativ brauchen wir zunächst einen Germanexit**?
Denn nach Erfolg des Brexit kündigte Cameron seinen Rücktritt an...
Beim Germanexit könnte die Ex-FDJ-Sekretärin auch ihren Rücktritt ankündigen...
Für "Umwelt und Gesellschaft"
Alfred Mente

*Länderausgleich - ohne da plündert der fitteste die anderen aus!
**Dafür fehlt bisher in Deutschland, die Möglichkeit wie die Engländer, darüber überhaupt abstimmen zu können! Das bedeutet z.B. mehr Demokratie e.V. unterstützen! Für Bundesweite Volksabstimmungen unterschreiben:
http://www.mehr-demokratie.n2g19.com/l/222122987/c/0-kaxg-dmv95a-rkq


Am 25. Juni 2016 schrieb Rolf Bürger:

Ihre Antwort auf Willi Übelherr ist zynisch: Sie wollen seine Kritik an Ihrem Nationalismus als blöde erscheinen lassen. Aber klar ist doch, dass sie der Frage nach dem Internationalismus ausweichen.

Antwort von U. Gellermann:

Langsam: Mein Artikel hatte den „Brexit“ zum Gegenstand. Den hatten auch die britischen Kommunisten, von denen ich hoffe, dass sie was vom Internationalismus verstehen, befürwortet. Unter den Brexit-Befürworter waren leider nicht wenige deklassierte Arbeiter, die der rassistischen Antiflüchtlingspropaganda der UKIP gefolgt sind. Aus dieser, für den Internationalismus fraglos schwierigen Situation ziehe ich die Konsequenz, dass man den Internationalismus nicht wie eine Fahne vor sich hertragen soll, sondern im eigenen Land soziale Projekte entwickeln/unterstützen sollte, die zu internationalen Aktionen werden können (z. B. die Aktionen gegen TTIP, die auf diese Site immer propagiert wurden). Und wo ist jetzt der „Zynismus“?


Am 25. Juni 2016 schrieb willi uebelherr:

Liebe freunde,
"Was hindert den Berliner Wassertisch sich mit dem "guerra del aua" der Bolivianer zu verbünden oder einem westeuropäischen Kampf gegen die Wasserprivatisierung der Europäischen Union beizutreten? "

Das ist doch wieder gut, oder? So is´ser. Die Diskussion ist grossartig. Also, wir beschaeftigen uns nicht mit dem billigen theater. Wir praktizieren die Vernunft und Rationalitaet.

Und das mit dem Inter-Nationalismus? Das lassen wir mal. Da kam und kommt nichts vernuenftiges dabei raus.

Antwort von U. Gellermann:

Was mag der Dichter uns sagen wollen? Ratlos.


Am 25. Juni 2016 schrieb Michael Kohle:


Ausnahmsweise will ich meinem Kommentar noch einen link hinterherschicken:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/06/25/auf-gold-gesetzt-soros-gewinnt-wette-gegen-die-eu/
Jetzt bin ich gespannt, ob sich auch noch die beiden anderen von mir angeführten "Verschwörungstheorien" von der Hypothese in die Realität verabschieden.


Am 25. Juni 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

"Die Bratten verlassen das sinkend Schiff!" ... in diesem Sinne ein zukunfts"weisender" BREXIT!
Selbstverständlich ist der Begriff "NATION" ein "KULTUR"-Wort im Sinne von "Gemeinschaft, die ein gemeinsames Staatswesen bilden"! Aber wir wissen es doch, dass wir alle aus der afrikanischen Wiege kommen ... alle "NATIONEN"! Nur für "DIE DA OBEN" war und ist die "NATIONALITÄT" bedeutsam, um die "NATIONEN" im Eigen-Interesse in KRIEGEN aneinander zu hetzen ... bis zum "LETZTEN GEFECHT"!


Am 25. Juni 2016 schrieb Lutz Jahoda:

PROGNOSE

Ob STAY, ob GO,
Ob YES oder NO.
Es wird sich nichts ändern.
Vielleicht an Gewändern,
Zum Schein getragen
An kritischen Tagen
Wie diesen,
Nur äußerlich miesen.

Denn ob Stay oder Go,
Ob Yes or No:
Finanzoligarchen
Kennen kein Schnarchen.
Der Brexit hat -
Wichtig zu wissen -
Den Eliten nur scheinbar
in den Hintern gebissen.

Die NATO wird bleiben,
Das Händereiben.
Frau Merkel wird in ihr Tagebuch schreiben,
So sie eins hat:
"Egal ob mit oder ohne Rabatt -
Ringe-ding-ding,
Let us sing,
Diesmal nicht nur just for fun:
Wir rüsten auf
Zum Hindernislauf.
Sorry, London, Wir sind jetzt dran!"


Am 25. Juni 2016 schrieb Georg Moritz:

Oh, eine Volksabstimmung. Hatten wir das nicht schon ein paar mal in der EU? Das griechische OXI? kassiert. Die Ablehnung der Lissabon-Vertäge durch die Iren? man ließ sie einfach weiter wählen bis es paßte. Auch in Ländern der "Kern-EU" gab es Wahlen, die zu Zeitenwenden erklärt wurden, siehe z.B. Baden-Württemberg und die Landtagswahl als Schicksalswahl für S21.

Das wäre doch gelacht, wenn die Briten es nicht besser könnten mit der Demokratie in ihrer parlamentarischen Monarchie. Schließlich besitzen die englischen Demokraten den London Stock Exchange und haben damit wesentlich mehr Macht in der Hand als die irischen Parias oder die faulen Südländer, nicht wahr? Andererseits - zum Glück hat Wales mehrheitlich für "leave" gestimmt, ist doch der englische Thronfolger traditionell "Prince Of Wales". Das Königshaus wäre sicherlich not amused gewesen über illoyale Walliser.

Das Plebiszit sei nicht bindend, heißt es, die Entscheidungsgewalt habe das Parlament. Ach nein, liebe Briten, liebe Deutsche, die Entscheidungsgewalt ist ganz woanders - in der Cloud: "Ihre Daten liegen woanders, aber Sie wissen nicht, wo". Das selbe Prinzip gilt für die Macht. Das britische Parlament kann das eh hauchdünne Ergebnis des Volksentscheids "aus Gründen" ablehnen, sich nach evtl. Massenprotesten ggf. auflösen wenn´s hart kommt und Neuwahlen ansetzen, je nach Weisung jener, deren Interessen es vertritt. FUD und DTS sind erst mal angesagt - "fear, uncertainty, doubt" und "delay, trouble and strife". Wem spielt das in die Karten? Die USAs werden auf ihren English Springer Spaniel in der EU nicht verzichten wollen, Trump oder Hillary, Teufel oder Beelzebub, Pest oder Cholera hin oder her.

Wir werden knallharte Verhandlungen zwischen der EU und UK über die Modalitäten des Brexit erleben, gell? Ja sicher. Es ist eine neue Pokerrunde der Finanzplätze und Machzentren der Welt eingeleitet worden, nichts weiter.

Solange in Brüssel und anderswo weiterhin Politik als Verhängis betrieben wird, ganz konkret z.B. für Griechenland, Spanien, Portugal, solange Regierungen der Mitgliedsstaaten Brüssel als Büttel verwenden, um Maßnahmen gegen das Interesse ihrer Völker, die sie vertreten sollen, durchzusetzen, solange nationale Politik nicht auch die Interessen der anderen Staaten Europas berücksichtigt, kurz: solange es keine Politik des Miteinander gibt, ist von einer Einigung Europas nicht zu reden.

Sollten die Briten es tatsächlich schaffen, "ihr" Parlament dazu zu zwingen, dieser real existierenden EU den Rücken zu kehren: thanks in advance, und herzlichen Glückwunsch.


Am 25. Juni 2016 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:

Einfach großartig Ihre Beschreibung dieser EU und auch der Charakterisierung verschiedener politischer Ausrichtungen wie die von Anti-Deutschen.; auch Ihre eindeutige Schlussfolgerung:...damit „wir" uns den Kopf der Unternehmer und ihrer Polit-Bürokratie in deutschen und europäischen Ämtern zerbrechen. Es gibt kein wir, es gibt nur die oder uns. !!!
Ich verschicke Ihre Artikel mit Freuden. Jede(r) kann Ihre Feststellungen mit konkreten Beispielen erhärten.


Am 25. Juni 2016 schrieb Fred Petersen:

Ich finde es ziemlich unerträglich, wie Sie Herrn Maurenbrecher abbügeln. Sein „Europa der Solidarität, der Umsicht zwischen den Landstrichen und Sprachzugehörigen, eins der Arbeiterklassen und der kämpfenden Mittelschichten ist für mich immer noch vorstellbar“ verdient es, überlegt zu werden. Dem halten Sie nur den völlig veralteten Begriff der „Nation“ entgegen, wie Maurenbrecher richtig sagt „ein Rückzug“. Mit ihrer Position verraten Sie den Internationalismus und damit die einzig denkbare Zukunft der Völker.

Antwort von U. Gellermann:

Untersuchen wir für einen Moment die EU unter dem Begriff des Internationalismus der Völker: Die EU war von Beginn an und ist bis heute ein Projekt der Eliten. Als EWG gedacht den Handel besser abzuwickeln, und, verschärft seit Anfang der 90er, zu besseren Abwicklung der Tarife der Arbeitenden. Zugleich war die EU anfänglich gegen die Sowjetunion gerichtet, später, mit einer kleinen Jelzin-Pause, gegen Russland. Leider ist es den Internationalisten zu keiner Zeit gelungen, die EU zu einem Projekt der Völker zu machen.

Soziale Kämpfe aus denen die Völker lernen können, finden häufig rund um den eigenen Kirchturm statt: Von Kampf für Lohn über den gegen einen Bahnhof in Stuttgart bis zu dem für das eigene Wasser in Berlin. Sie sind nicht international, sie können es natürlich werden: Was hindert den Berliner „Wassertisch“ sich mit dem „guerra del agua“ der Bolivianer zu verbünden oder einem westeuropäischen Kampf gegen die Wasserprivatisierung der Europäischen Union beizutreten? Voraussetzung allerdings sind die eigenen Kämpfe, im lokalen, im nationalen Rahmen. So geht Internationalismus: Nicht als Phrase sondern als Tat. Und wenn die EU, die natürlich nicht von Internationalisten sondern von einer Handvoll Globalisten beherrscht wird, ihre Profitfinger nach Russland ausstreckt und dabei einen Krieg riskiert, dann kann die Zeit gekommen sein, in der ein „Raus aus der EU“ eine verdammt internationalistische Forderung ist.


Am 25. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

.....und das "Schauspiel" in den Medien geht weiter. Jung gegen Alt.
Wo sind bitte die "Stimmen" der arbeitenden Bevölkerung ? Beispielsweise der Fischer ?
Die EU hat die Hosen voll, und das ist gut so.
Nun könnte die LINKE die Gunst der Stunde nutzen und sich eindeutig und klar für Systemänderung stark machen. Nix.
Besser keine LINKE. Die LINKE erfüllt das, was nach 1989 gewünscht wurde. "Eine systemfreundliche LINKE mit Kririk am Kapitalismus."
Allerdings müssen sie sich die Frage gefallen lassen, ob sie nicht in der staatstragenden SPD und Verräterpartei dann besser aufgehoben sind ?
Und Obama hat den Briten im April noch unmissverständlich klar gemacht, dass sie für die USA nur in der EU von Interesse sind.
Doch seit gestern haben sie plötzlich wieder eine besondere Partnerschaft.
Frankreich wird nicht traurig sein, dass die Briten raus sind
Ohne Einbeziehung der Völker unter Berücksichtigung der Geschichte, und vor allem auch der wirklichen Bedingungen und Möglichkeiten wird die EU sich zerlegen.
Wer spricht von der "Verlorenen Generation" im Süden Europas ? Die jungen Briten werden nun ihrer Zukunft beraubt ?
Naja, im Neoliberalismus ist man seines "Glückes Schmied."


Am 25. Juni 2016 schrieb Andreas Schell:

Der Sieg wird ja den antieuropäischen Rechtspopulisten zugeschrieben, die irgendwie rechts, populistisch und doof sind. Die Meinungsmaschine rattert. Leichtmatrosen treten vor die Mikrofone und geben ausnahmslos dummes Zeug von sich. Das letzte Wort in den ARD Tagethemen vom 24.06.2016 hat Rolf-Dieter Krause, ein zugelassener Europakritiker, der es dann auch prompt nicht versäumt, alle Rechtspopulisten zu geißeln und darauf hinzuweisen, dass wir in Zeiten leben, "in denen Russland wieder aggressiv wird". Man reflektiere das Wörtchen "wieder" in diesem Zusammenhang. Das Ganze sagt er kurz nach dem deutschen Wirtschaftsminister, der in Demut mit traurigem Dackelgesicht verkündet, dass wir uns in Europa wieder um soziale Themen und - natürlich - um eine gemeinsame Sicherheitspolitik kümmern müssen. Was ist denn passiert? Beruhigen wir uns - der Brexit betrifft uns nicht, weil wir nicht zu der Elite gehören, die gerade einen geplanten Etappensieg beim Eintausch des Planeten gegen kostenlos hergestelltes Buchgeld verpasst hat. Die sagen uns durch ihre Angestellten "und bist Du nicht willig, so brauch´ ich Gewalt." Dem setzt die Europäische Unterschicht, also mehr als 99% der Europäer, ein entschiedenes "und bist Du nicht billig, so brauch´ ich Gehalt" entgegen. Ungehört verhallt Letzteres.


Am 25. Juni 2016 schrieb Günther Lachmann:

Überzeugt bin ich, dass Uli Gellermann etwas Zeit fand, um seinen Aufruf in Form eines gut belichtenden Artikels zu verwandeln – Zeit fand, um zu lesen:
»Es setzt sich nur soviel Wahrheit durch als wir durchsetzen, der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein«
(Galilei zum kleinen Mönch, „Leben des Galilei“; B. Brecht, 1938/39)
Kauder machte eine Lachnummer aus dem Brexit: „(…) den Blick nach vorne richten….dieses Europa stärken, ein Europa das uns Soviel(e) in den vergangenen Jahrzehnten gebracht hat, nämlich Frieden und Wohlstand nach Europa gebracht hat (…)“ (das waren die ungefähren Worte, welche ich am Morgen von Kauder hörte) (Seitdem kaudert Jeder den „Blick nach Vorne richten“ nach)
Mensch Heino, bist du schmerzunempfindlich gegen Verblödung, oder folgst du nur dem Leitfaden der Manipulation; die UK (England, Northern Ireland, Scotland and Wales) hat nicht Europa verlassen, sondern nur die warmongering (kriegshertzereische) European Union. Nicht etwa das England besser war/ist als die verbleibenden Mitglieder der EU, das wäre eine Trübung der Real-Perspektive.
Es geht den Briten auch nicht um Handelsverträge; die Beziehungen von Wirtschaft und Finanz zu den verschiedenen 27 Mitgliedstaaten, in der EU, bleiben ja bestehen, sondern die Briten wollen veränderte Konditionen und Machtpositionen auf dem EU-Parkett. Wirtschaftlich übervorteilt von den „Krauts“ und linguistisch nicht für abgenabelt betrachtet von den „Frogs“ (juristisches englisch hat eine lange History von Fremdsprachen; von 1632 bis in 17te Jahrhundert hinein war es französisch. {teilweise noch heute}), (ver)sucht England nach Möglichkeiten, sich neu zu positionieren um eine hochrangige Position in dem bevorstehende Konglomerat von EU und NATO zu finden. (habe zu dieser Hypothese erst wenige Indizien [Department of Defense Law of War Manual June 2015 {United States Of America}; allied command atlantic {a major strategic headquarters of NATO located in the United States; is under the authority of the North Atlantic Council}], werde mich aber melden wenn ich auf Beweise habe.) Von den Medien habe ich bisher nicht gehört, dass es schon in den 80ern bei der Wirtschaft laute Stimmen gab, welche für eine Entscheidung der Briten ohne Vormundschaft ging. Nur um die Briten zu halten, um die kleinen unabhängigen Betriebe den Garaus zu machen, wurden der Thatcher so viele X-tras genehmigt. Warum höre ich nichts von diesen Stimmen in der 24 Stunden Brexit-Berieselung. Und sie haben doch nicht gelernt, die deutschen Medien, denn was ich höre sind wiederum nur Lügen.
Das laute Geheule von den Finanzmärkten ist nur eine Täuschungskampagne. Die EU wird zum politisch-finanziellen Konjunktiv. Die leeren Worthülsen von Schweinebacke Gabriel „wir müssen uns wieder um den Menschen kümmern“ (oder so ähnlich) sind also eine neue Erkenntnis? Falsch! Es ist eine alte Lüge! Der Bürger hat die Pflicht seine Disziplin zu stärken (Es erinnert mich an die Stechkarten für die arbeitende Bevölkerung.) schließlich soll der Bürger ja den Glauben haben/behalten, sie, das arbeitende Volk, hätten soziale, finanzielle und wirtschaftliche Entscheidungsbefugnisse – oder trage mindestens einen wichtigen Teil dazu bei. Welch eine Vorspiegelung eines trügerischen Axioms!
Wenn dann nach Oktober (dieses Jahres) neue soziale Einschnitte erfolgen, kann das Volk für diese Entscheidung schuldig gesprochen werden. (Ganz gleich, wie das Wahlergebnis ausgesehen hätte.) so belügt, betrügt und hintergeht eine Regierung ihr Volk.
Es wäre etwas zu simple zu sagen das gefüllte Brieftaschen für den Verbleib gestimmt, und ein bemitleidenswerter Kühlschrank den Exit suchte. Die Problematik liegt viel tiefer, nämlich dort, wo über den Kopf, der Bevölkerung, hinweg regiert wurde. Cameron konnte diese fehlende „Betreuung“ der Briten, auf die EU abschieben.
Aber es kommt ja noch viel bösartiger daher. Der von mir erwähnten Disziplin folgen gleich Beispiele mit Hochrechnungen und Prognosen, dass es nun Millionen von Arbeitslosen geben wird. Diese Angstmache kommt aus den Lagern derjenigen, welche erst einmal dafür gesorgt haben, dass die UK für ein Brexit gestimmt haben. Nein, lernwillig ist keiner dieser fadenscheinigen Trauertücher.
Denn von den Milliarden von US-Dollars, die verschwunden sind, stecken diese Milliarden schon längst in den Kassen der Großindustrie und der großen Banken, während die unzähligen kleinen Betriebe, der Mittelstand, tatsächlich die Lasten tragen.
So erfreut sich dann ein großer Teil der englischen Wirtschaft daran, dass es nach dem Oktober 2016 einen neuen Volksentscheid geben wird, welcher für einen Beitritt in die EU sorgen wird.


Am 25. Juni 2016 schrieb Alles nur Satire:

Auf den Punkt gebracht, Herr Gellermann, was die EU für normale Menschen bedeuten muss..

Für die Neoliberalen gibt es sehr wohl ein WIR, was allerdings in IHR übersetzt werden muss., um alle Missverständnisse im Volk auszuräumen
Dann, wenn Verluste sozialisiert werden.

Bei Profiten gibt es kein WIR/IHR.

Die Brexit-Veranstaltung hat klar verdeutlicht, das diese EU nur ein sicherer Hafen des Kapitals ist und mehr nicht sein will..

Noch vor einem gesicherten Ergebnis verursachten die asozialen Groß.Kapitalisten an Asiens Börsen Finanz-Erdbeben, zogen Unmengen an Geld aus GB ab, das nennt man in den Medien: "Kapitalflucht".

Allein dieser erlaubte Finanzirrsinn müßte jeden halbwegs gesunden Menschen verstehen lassen, das diese Zockerei aufhören muss. Zwingend.

Das DIESE neoliberale EU völlig neu konzipiert werden muss, weg von einer komplett neoliberalen fnanzwirtschaftlichen Ausrichtung, hin zu einer Union, die es versteht über nationale, menschliche, gesellschaftliche Unterschiede einen tragfähigen Konsens unter Europas Völkern und Kulturen zu finden.


Am 25. Juni 2016 schrieb willi uebelherr:

Ich schaetze deine Artikel sehr. Deinen klaren Blick, deine freie Sprache. Aber in diesem Text hast du dich etwas verfahren.

"Als wäre die Nation nicht einfach existent, wie das Wetter existiert und auch die Schwerkraft. Als wäre die Nation eine Frage von Wollen und Mögen. Und nicht ein Frage von Machen und Tun."

Nein, mein lieber Freund, wenn ich das so sagen darf. Nationen existieren nicht. So wie auch keine Staaten existieren. Es existieren nur die Referenzen in unserem Kopf. Aber damit sind wir in der Kirche. Im Sumpf der Religionen.

Antwort von U. Gellermann:

Die Nation ist ein Teil des Bewusstseins, das schon lange zum Teil des Seins geworden ist. Das mag sich eines Tages ändern, aber so lange Sprache, gemeinsame Geschichte und Kultur die Nationen ebenso eingrenzen wie (leider) auch ausgrenzen, existiert die Nation. Sie zu ignorieren ist ein politischer Fehler. Man muß mit ihr umgehen.


Am 25. Juni 2016 schrieb Menasche Kishon:

Ein Moderator von Phoenix hat eben gesagt, dass wegen des Ausstiegs der Briten wir Deutsche, als das größte Volk Europas, unsere Führungsrolle noch stärker wahrnehmen müssen. - Es reicht. Jetzt sind sie fällig. Ich werde gleich zum Sender fahren und ein paar kräftige Ohrfeigen verteilen!


Am 25. Juni 2016 schrieb Thomas Ulrich:

Zitat Gellermann:"Dass angenommen wird, ich würde diese interessante, die Diskussion anregende Zuschrift, nicht veröffentlichen, beleidigt mich ein wenig. Aber nicht genug, um deshalb das nächste Maurenbrecher-Konzert zu verpassen."
So soll es sein, bei Kritik nicht verbiestern und abschotten, sondern in positiver Stimmung den Dialog suchen!
Danke für ein Zeichen der Kooperation.


Am 25. Juni 2016 schrieb Michael Kohle:

Klingt durchaus einleuchtend, was Uli Gellermann so von sich gibt zum Thema des Tages. Und Manches, wenn nicht (fast) alles geht so Manchem hier bestimmt runter wie warmes Oel, womöglich zusammen mit dem Champagner, den Einige extra für solch einen Ausgang auf Lager gelegt hatten.

Es gäbe eigentlich einiges zu feiern heute, aufkommender Schadenfreude ob der kullernden Krododilstränen, vornehmlich in Berlin, in Brüssel wegen wohl zuerst. Stopp! Aufgemerkt! Kann das überhaupt sein, ist das möglich, zulässig? Was ist da schief gelaufen? Ist da überhaupt etwas schief gelaufen? Abertausende Experten in hunderten von neoliberal-transatlantischen think tanks, in ebensolchen NGO- und GO-Stäben, hochbezahlte Berater für Alles und Jeden, sollen nicht recht- und frühzeitig den warnenden Zeige- bzw. Stinkefinger gehoben haben? Ist das zu glauben, auch noch ausgerechnet in einer Zeit, da es in der Wertegemeinschaft gilt, die Reihen absolut geschlossen zu halten, wo Typen wie Stoltenberg, wie Breedlove, wie Steinmeier sich beim Verplappern sich kaum noch zurückhalten können?

Ergibt das Sinn, die Einbindung der einstigen - und auch heute noch von sich selbst als solche gefühlten - Weltmacht in den Werte-Gemeinschafts-Kampfverband in Frage stellen zu lassen? Das gute "ceteris paribas" zuzulassen, nur damit ein paar Paranoiker und/oder Psychopathen ihre feuchten Träume von der einstigen Größe ausleben können? Nur damit es einer evtl. nervös gewordenen Fehlbesetzung in der Downingstreet - bei Selbstüberschätzung des eigenen Pokerblattes - ermöglicht wird, andere Schwachköpfe am Nasenring vorzuführen, ohne jegliche Risikoabwägung? Glaubte man wirklich, sich so felsenfest auf die Propagandaartillerie der Mainstreammedien verlassen zu können? Fragen über Fragen!

Mit Verlaub, da stimmt was nicht! Vor einem Jahr noch gab es reichlich Klassenkeile, quasi den "red code" für den Nichtsnutz Sipras mit seinem völlig überflüssigen Griechenland. Grexit? War da was? In einem überaus frechen Referendum hatte das Volk „Oxi" gesagt. Hat es irgendjemanden gekümmert? Spanien, Italien, Portugal - von den Neuzugängen aus dem Osten ganz zu schweigen - hätten eher Veranlassung dazu, ein Exit anzudenken. Ist der Brexit gar ein höflicher Hinweis darauf, was von ihnen erwartet wird, wie sich ein Türchen anbietet? Wurde gar festgestellt, das mittelfristig der Club mit ihnen zu teuer wird?

Natürlich gibt es auch noch etliche andere mögliche Ansätze. Was, wenn ein alt gewordener Soros sich seiner früheren Schwänke erinnert. Einer soll ja besonders erfolgreich geweisen sein, der mit den Codes Spekulation, Silber und London-City! Vielleicht bedarf es der Auffrischung seiner Portokasse, die hat schwer gelitten in letzter Zeit, nicht nur wg. den Backschischs für Joseph F. und Madeleine Albright. Seine Stiftungen waren jedenfalls jüngst sehr rührig, vielerorts.

Zugegeben, ich setze auf ein anderes Projekt. Braucht es die EU überhaupt noch? Wäre doch viel einfacher, man/frau setzte alles nur noch auf ein einzige Karte. Ist doch nur Arbeitsbeschaffung und pure Geldverschwendung was da mit EU-Behörden und EU-Parlament - dieser total überflüssigen Quasselbude (Adolf lässt schön grüssen) - betrieben wird. Die paar Hansel von der EU, die tatsächlich brauchbar wären, bräuchten nicht mal umzuziehen, sie sitzen ja auch in Brüssel. Die Zielerreichungsmaßnahmen wären viel einfacher und zügiger umzusetzen. Wie das gehen soll? Ganz einfach: es finden sich alle unter der einen schützenden Hand der NATO ein. Den ersten Pieps in diese Richtung haben wir gerade vernommen. Der deutsche Rüstungsetat soll prozentual dem vom großen Bruder angenähert werden, quasi eine Verdoppelung. Da käme der Wegfall der EU-Überweisungen sehr zu pass, der Finanzminister hat bestimmt schon vorsorglich darauf hingewiesen. Dem Terminkalender von Kanzlerin und Verteidigungsministerin wäre das zudem sehr zuträglich, ihrer Gesundheit sicherlich auch. Da gäbe es nämlich keine nervigen Beratungen mehr bis in die Puppen, schon gar nicht um den deutschen Klingelbeutel. Da reichte eine Video-Konferenz, wenn der Sekretär Stoltenberg vorliest, was his Masters voice aus dem Pentagon neues ausgeheckt hat. Ein weiterer Vorteil, ein nicht unerheblicher: da könnten dann auch noch die Ukraine, Georgien und andere aus der Nachbarschaft und - par ordre de mufti - auch noch Bibi N. die Runde komplettieren. Optimal!

Möge man mir doch baldmöglichst belegen, das ich damit auf dem Holzweg weile. Ich fürchte allerdings, es könnte doch eher eine Rollbahn Richtung Beresina werden.


Am 25. Juni 2016 schrieb Wolfgang Ringel:

Danke Großbritannien für die Entscheidung, das EU-Gefängnis zu verlassen. Endlich kannst du nach eigenem Willen und ohne Zwang aus Brüssel leben.
Solange es den Kapitalismus gibt, ist kein einiges Europa möglich. Nun weis ist auch, warum Merkel-Deutschland Angst vor dem eigenem Volke hat.
Ein Gebilde, das unfähig ist, europäische Probleme (z. B. Flüchtlinge) gemeinsam zu lösen, gehört aufgelöst!! Der nächste Austritt wird nicht lange auf sich warten lassen.


Am 25. Juni 2016 schrieb Uschi Peter:

"Es sind jene Linke, die schon das Wort „Nation" für einen Nazi-Begriff halten und kokett mit dem Begriff "Anti-Deutsch“ im selben Bett wie die USA liegen. Als wäre die Nation nicht einfach existent, wie das Wetter existiert und auch die Schwerkraft."
Vollkommen richtig! Das ist der Grund, warum für mich Die Linke nicht mehr wählbar ist. Die haben sich bei den Etablierten eingeschleimt und werfen Dreck auf die eigene Klientel. Denken wir nur an den MP von Thüringen Ramelow.
Die Bildung einer Nation ist ein langer Prozess. Sie trägt zur Identitätsstiftung von Menschen bei. Dazu gehört nicht nur das gemeinsame Territorium, sondern auch die gemeinsame Sprache, Kultur, Tradition, Geschichte. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wohl aber kann die Nation aufgelöst werden durch äußere Einflüsse oder durch die Selbstzerfleischung. Genau das erleben wir derzeit . Es ist mir nicht klar, warum alle Volker Stolz auf ihre Errungenschaften sein dürfen. Die Kolonialvölker GB,Frankreich, Spanien, Portugal usw. haben kein Problem mit ihren Verbrechen in den Kolonien. Frankreich findet außerdem an der Zerstörung der von Napoleon überfallenen Länder nichts Verwerfliches. Die USA drückt kein schlechtes Gewissen wegen der Millionen Opfer ihrer "Friedensmissionen". Diese Länder haben nie eine Aufarbeitung betrieben.
(Danke, Uli, für den Vergleich der EU mit einem Trojanischen Pferd. )


Am 25. Juni 2016 schrieb Ernst Grobschmied:

Natürlich muss die EU reformiert werden, doch niemand wird am eigenen Ast sägen.

M.E. hat das Parteien-Wahlsystem entscheidende Fehler, die ausschließlich eine abgehobene Polit-Elite befördern, die sich Banken und Konzernen zu Lasten der Steuerzahler andienen. Das Problem, jetzt ist das Vertrauen weg.
Mit Demokratie hat das immer weniger zu tun, denn wer weiß schon welche Entscheidungen der unbekannte Abgeordnete im Sinne der Lobby trifft, den ich alle 4 Jahre wähle.
Der Bürger sollte Politiker zu seinen Sachbearbeitern machen. Diese sollen das umsetzen, was in jährlicher Befragung von ihnen vorgeben wird.
Parteien ade. Eine Regierung setzt sich aus Menschen verschiedenster "Parteien" zusammen, nämlich denjenigen, die die größtmögliche Übereinstimmung mit den Wählerwünschen haben.

Der Wahl-o-mat machts doch vor.

Nur sollte nicht mit dem Ergebnis eine Parteiempfehlung ausgesprochen werden, sondern nur FAKTEN zählen, die umzusetzen sind.
https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2013/
Gern 1 x jährlich.


Am 25. Juni 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Sehr geehrter Herr Galerist,
da ist Ihnen mal wieder ein kluger und witziger Kommentar eingefallen. Auch wenn ich nicht zu solchen Übertreibungen wie Frau Reyes Carillo neige, muss ich anerkennend sagen: Chapeau!
Gestutzt habe ich allerdings auch einen Moment, als ich Ihr Bemerkung zur `Nation´ las. Ihrer späteren Erläuterung in Ihrem Kommentar zu Manfred Maurenbrecher, die Nation als kulturelles Erbe zu betrachten, kann ich mich aber anschließen-
Ansonsten bin ich jetzt erst einmal sehr gespannt, ob es nun tatsächlich zu den angekündigten Eruptionen in der EU kommt, oder es doch, was ich eher vermute, beim `Sturm im Wasserglas´ bleibt.
Jedenfalls bin ich sehr gespannt diese Entwicklung von hier aus (Mittelamerika) in sicherer Entfernung betrachten zu können. Geschichte, gleichgültig ob gut oder schlecht, ist immer spannend. Dabei werden mir auch zukünftig hoffentlich Ihre Artikel behilflich sein.
Für Frau Reyes Carillo habe ich noch im Stile unseres geschätzten Mitlesers Lutz Jahoda einen Zweizeiler:

An Kurt Tucholsky kommt niemand ran,
nicht einmal ein Ulrich Gellermann!


Am 24. Juni 2016 schrieb Friedemann Wehr:

Da ich sehr einfach gestrickt bin, genügt folgender Trick, um zu erkennen, ob etwas gut oder schlecht ist: Der Staatsfunk hämmert den ganzen Morgen auf die Bevölkerung ein, dass der Brexit ganz, ganz schlimm ist. Dann treten noch schlimmere Gestalten vors Mikrofon und erklären, wie dumm die Briten sind, und wie tief sie sich in das eigene Fleisch schneiden (ach wären sie doch so schlau wie wir Deutsche, die ja alles besser wissen).

Spätestens dann weiß ich, dass der BREXIT richtig war.


Am 24. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Lieber Herr Maurenbrecher,
sicherlich würde ich einiges nicht teilen wollen, was sie schreiben, doch das sie es schreiben können, dafür steht diese Seite,
Einfach öfter vorbeischauen.


Am 24. Juni 2016 schrieb Winfried Wolk:

Danke für Ihren brillanten, scharfsinnigen und engagierten Artikel. Dem ist nichts hinzuzufügen! Bleiben Sie so scharfsinnig und aktiv! Es gibt so wenige Stimmen, die etwas derart Profundes gegen die Meinungsmanipulation durch die Mainstream-Medien setzen!


Am 24. Juni 2016 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

"Brillant! Einfach brillant! Mit diesem Artikel unterstreichst du das zu Recht – unfreiwillig - angetretene Erbe von Kurt Tucholsky. . . . "

Mir widerstreben eigentlich immer solche Beiträge: Aber ich könnte es nicht besser ausdrücken. Nur anders. Was jedoch meine gleiche Meinung beinhalten würde.

Wie immer: Uli hat es auf den Punkt gebracht, durch- und erleuchtet. Lach. Witzig, wenn es nicht so traurig wäre, ist das Geschrei von einigen, die irgendwie der Meinung sind, dass ihnen nunmehr "ihr Happchen und Pappchen" abhanden kommt. Und gar nicht so recht mitbekommen, dass die Wehklagen sich in den Abteilungen "hüterer Kurse und Interessen " ansiedeln. "Zu jenen Sphären" denen "Normalos" oder das "tumbe Volk" gar nicht gehören.


Am 24. Juni 2016 schrieb Hannes Baumler:

Lieber Herr Gellermann, ich mühe mich ebenfalls bereits den halben Tag mit der Frage:" Ist das für mich irgendwie konkret oder gar relevant?" Jetzt kam ich mehrfach zu dem Schluss: Ähm - Nö! Trotz der Penetranz seitens Phoenix, N24, NTV, Euronews, ARD, ZDF, DLF und Konsorten, mir etwas Gegenteiliges einzureden. Ihr Blog bildet hier eine sehr wohltuende Ausnahme. Gruß und Dank!


Am 24. Juni 2016 schrieb Manfred Maurenbrecher:

Meine Zustimmung, was Ihre Aufzählung der Kritikpunkte an "der" EU betrifft. Meine Verwunderung, dass die Abriegelung der Außengrenzen des Gebildes hier so wenig kritisch mitbenannt wurden wie der "Entsorgungshandel" der EU gegenüber Afrika. Die Fehlentwicklungen der EU sind leider auch unserer immer noch sehr aufs je eigene Ländle konzentrierten europäischen Linken anzulasten, die es zugelassen hat, dass die EU-Kommission zur Agentur des Neoliberalismus werden konnte. Wie es die Linke in den einzelnen Ländles erst sehr spät begriffen hat, dass die `aus dem Verkehr Geworfenen´ ihre Klientel sind und nicht allein die Tariflohnproletarier. Aber deshalb jetzt einen Rückzug in die "Nation" aufführen? Damit man so dicht bei den Jogginghosen bleibt, dass die gar nicht merken, wer da von links und wer von rechts auf sie einwirbt? Die "Nation" sei so natürlich wie das Wetter? Dann gab es wohl in unseren geografischen Breiten ein paar hunderttausend Jahre lang keins. "Nation" sei so selbstverständlich vorhanden wie Schwerkraft? Ganz schön gewagte Behauptung, könnte von Novalis stammen. Na, bald wird es dann wohl heißen, "wir" lassen uns den Begriff Volkssouveränität doch nicht wegnehmen von den Rechten...
Mein Wir ist das nicht mehr. Ein Europa der Solidarität, der Umsicht zwischen den Landstrichen und Sprachzugehörigen, eins der Arbeiterklassen und der kämpfenden Mittelschichten ist für mich immer noch vorstellbar. Dies Europa wäre auch in der Lage, ein paar Millionen Flüchtlinge für eine Weile zu beherberen - ob sie nun aus Gründen der politischen und lebenspraktischen Verfolgung oder aus Armutsverzweiflung zu uns wollen - und gemeinsam mit ihnen einen New Deal zu schaffen, an den Banken vorbei, einen zukunftsorientierten erfinderischen Aufbruch, Brücke eines Neubaus zwischen Europa und Afrika. Zum Beispiel.
So, und jetzt wird wohl das neuerdings hauseigene Gewitter gegen meine Sätze ausbrechen - falls sie überhaupt andere lesen dürfen auf Ihrer manchmal verdienstvollen Seite, Herr Gellermann.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich kann die Nation, im dialektische Sinn, aufgehoben werden. In einem praktizierten, andauernden Internationalismus. Doch selbst dort wird sie nicht verschwinden, sondern eben aufgehoben, im Wandel bewahrt werden, als kulturelles Relikt. Der deutsche National-Dichter Heinrich Heine zum Beispiel, wird auch durch einen siegenden Internationalismus nicht zum EU-Dichter. Mein WIR ist eins von unten. Und es würde, wäre es europäisch zu organisieren, ganz sicher die Russen einschließen.

Dass angenommen wird, ich würde diese interessante, die Diskussion anregende Zuschrift, nicht veröffentlichen, beleidigt mich ein wenig. Aber nicht genug, um deshalb das nächste Maurenbrecher-Konzert zu verpassen.


Am 24. Juni 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Brillant! Einfach brillant! Mit diesem Artikel unterstreichst du das zu Recht – unfreiwillig - angetretene Erbe von Kurt Tucholsky. Dieser dir freilich peinliche Vergleich (zu Recht, haha!) ist wirklich weit mehr als eine wohlfeile Lobhudelei. Es gibt niemanden im deutschsprachigen Raum, der schriftstellerische Information, Einordnung, Wut, Ironie, Empathie und eine kämpferische Grundhaltung derart virtuos zu bespielen weiß wie du. ¡Muchísimas gracias, Comandante en jefe escritor!


Am 24. Juni 2016 schrieb Manfred Ebel:

"Es gibt kein wir, es gibt nur die oder uns." danke!

Lieber Uli, mit Freude lese ich neben Klarheit in Analyse und Synthese Wut aus Deinen Zeilen.

"In den nächsten Tagen und Wochen wird ein Gewitter scheinbar guter Ratschläge zur Rettung der EU über uns hereinbrechen." - Unglaublich aber wahr: Merkel droht mit Krieg.


Am 24. Juni 2016 schrieb Christel Buchinger:

Treffend, lieber Uli!
und schön.
"Es gibt kein wir, es gibt nur die oder uns", schreibst du richtig. Und ich füge hinzu, die sind die da oben und wir sind wir da unten. Und zu dem Satz: "Wer nicht die Kraft hat, diese EU radikal zu ändern, der sollte aus ihr fliehen" ist mir ein sooooo schönes Gedicht von Heinz Kahlau eingefallen, das schließt:
"die Verhältnisse,
in denen du
den Kopf einziehen
und die Knie beugen mußt,
um stehen zu bleiben -
diese Verhältnisse
mußt du
verändern oder
verlassen."


Am 24. Juni 2016 schrieb Anke Zimmermann:

5 Billionen Dollar hat der Brexit also vernichtet, die Bankenwerte rauschen an der Börse in den Keller, die dunkle Seite der Macht reagiert panisch. Ich bin schon ein wenig traurig, es geht etwas zuende, das nie mehr war, als ein nicht eingehaltenes Versprechen. Schade.

@ Herr Kamphausens
Der Querfrontvorwurf ist ein toter Gaul, der trägt nicht mehr.

@ Deutsche Friedensbewegung
Bitte wieder auferstehen.


Am 24. Juni 2016 schrieb Gerhard Wirth:

Wer braucht denn überhaupt noch diese EU?

Dass die EU bei Europas Völkern im Allgemeinen keinen besonders hohen Stellenwert besitzt beweist jedes Mal die niedrige Wahlbeteiligung zu dem Europäischen Parlament, die im Bereich um die 40 Prozent liegt. Die Besetzung der Kommission mit Polit-Bürokraten übernehmen die Politiker der Mitgliedsstaaten sowieso unter sich. Hier werden dann die hochdotierten Posten für alle treuen und willigen Parteisoldaten verteilt. Die Hauptaufgabe dieser eingesetzten Bürokraten besteht in der Betreibung von Lobbypolitik aller Art. Hier wird entschieden wer welche Steuermilliarden erhält, das große Klinkenputzen der Lobbyisten in Brüssel. Wie soll denn bei so einer Verfahrensart die korruptionsfreie EU garantiert sein? Die EU ist ein unbeweglicher, arroganter, steuergeldfressender und volksferner Polit- und Bürokratenmoloch. Er dient vordergründig Politikern und Lobbyisten zur Bevormundung des normalen Durchschnittsvolkes. Gängelrichtlinien zum Vorteil der Lobbyisten zu erstellen ist eine Hauptaufgabe der EU-Bürokraten. Hoffnungen, dass sich die politische Mammutorganisation EU nach dem Brexit ändert sind eher gering. Vielleicht, mit etwas Glück, tritt das eine oder andere Land nach Großbritannien noch aus der Staatengemeinschaft aus und fördert somit den langsamen Zerfall der EU. Politiker wollen nie merken das sich ihre Politik gegen das Volk richtet und ihre Hochnäsigkeit in Verbindung mit falscher Selbstüberzeugung macht blind gegenüber alles war rundherum geschieht.


Am 24. Juni 2016 schrieb Pat Hall:

Die Vorteile der EU haben nur Konzerne, Hedgefonds und das Großkapital.
Seit 1989 wurden die Rechte der Arbeinehmer beschnitten und das Volk verarmt zunehmends.
In der EU gibt es zuviele trojanische Pferde und England macht es richtig, sich von Brüssel zu befreien.
Vielen dank U.G. für diesen vortrefflichen Kommentar


Am 24. Juni 2016 schrieb Roland Kapp:

- die Briten wollten niemals in die EU
- nur Herr Kohl wollte das, und hat u.a. der damaligen M.- Thatcher alle Zugeständnisse ( auch dass wir Deutschen ersten 10 Jahre den Briten ihren Betrag mit bezahlen )
gemacht !
Frau Thatcher hat Kohl bei allen Verhandlungen damit erpresst !


Am 24. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

..grade Bartsch von den LINKEN gehört.
Soviel Stuss, Kappes und Kokolores, was Bartsch da von sich gibt ist unerträglich.
Leere Hülsen, sonst nichts.
Man braucht doch nur zu sehen, wer sich, wie äußert. Die "Elite" heult, weil sie ihre Interessen, auch persönlicher Art gefährdet sehen.
Eine EU die zulässt, und befördert, dass Völker am Boden liegen; eine Generation im Süden Europas ihrer Lebensperspektiven beraubt sind und werden muss sich von Grund auf erneuern, oder weg. Reichtum, der auf der Armut der anderen Mitglieder möglich ist, kann kein friedliches, selbstbestimmtes Leben in den Völkern befördern. Eine EU, die mut- und kraftlos ist die wirklichen Interessen der Völker zu vertreten existiert nicht. Jedes Land und Volk hat eine Identität, und die muss gewahrt werden und bleiben. Eine weiteres entwurzeln, wie es dem Neoliberalismus vorschwebt muss mit aller Kraft verhindert werden, weil den Völkern die Identität durch Gleichschaltung genommen werden soll.
Griechenlands Geschichte ist eine andere als beispielsweise unsere Geschichte. Die Akzeptanz die Unterschiede, und die daraus folgende Differenzierung würde eine kluge Politik sein. Dieser Zwang, die Unterdrückung, die Qualen, die menschenverachtende und inhumane Politik muss ein Ende haben.
Sicherlich ist dieses mit "einer Stimme" reden, mit demokratischem Verständnis nicht vereinbar. Streitkultur, Austausch von Argumenten, muntere Diskussionen usw. sind das, was dieses Verständnis ausmacht.
Und die Drohungen, die immer mitschwingen, gerade den schwächeren gegenüber kann Völker nicht einander näher bringen. Die EU vergisst das Menschen betroffen sind, von dem was sie in ihrem Elfenbeinturm beschließen.
Die Völker wollen keine marktkonforme "Demokratie," sie wollen selbstbestimmt und friedlich miteinander leben, und nicht ertragen müssen, dass Leid und Not und Elend der "Preis" des angeblichen Wohlstands sein soll. Deutschland sollte nicht immer die Backen so voll machen. Im Unterdrücken demokratischer Bestrebungen in einigen EU-Ländern hat sich, besonders Schäuble als Zuchtmeister einen Namen gemacht. Nach oben buckeln, und nach unten treten ist die Devise geblieben.
Deutschland muss nicht das Sprachrohr der EU sein, der USA zuliebe, die sich viel Mühe gegeben haben, Deutschland den Auftrag zu erteilen mit der AGENDA 2010 den Neoliberalismus gesellschaftsfähig zu machen, was gegen alle Widerstände im Volk dann durchgesetzt wurde. Frankreich ist aufgestanden, und die Arbeiterbewegung zeigt den Herrschenden wo der Hammer hängt. So etwas würde ich auch für Deutschland wünschen. Es muss laut darüber nachgedacht werden können die EU verlassen zu können, wenn die Interessen der Völker nicht gewahrt sind.
Diesen Artikel habe ich mal wieder mit großem Interesse gelesen.


Am 24. Juni 2016 schrieb Konrad Golling:

Ich habe gerade mit Google-earth nachgesehen ob die Inseln noch da sind.
Sie sind noch da; also nicht untergegangen.
Es hat sich ausgeschulzt und gejunkert aber der Untergang findet nicht statt. Nicht mal an der Börse. Mir kommen gleich die Tränen ob des traurigen Geschehens (Schäuble, Steinmaier ).
Ein guter Tag , die Briten haben sich an die Magna Charta erinnert.
Der letzte Satz ist mein persönliches, dankbares Fazit.


Am 24. Juni 2016 schrieb Burkhard Ohligs:

@ Herr Kamphausens,
Das Wort "Querfront" ist eines der dämlichsten Begriffskombinationen in der jüngsten Propagandaschow. Mit dieser Wortschöpfung zu argumentieren, ist eine Lachplatte für den selbständig denkenden Verstand.


Am 24. Juni 2016 schrieb Markus Schmitz:

Bravo Uli Gellermann! Treffender ist das Brexit-Zeitgeschehen nicht zu kommentieren. Der letzte Satz des Kommentars trifft es genau auf den Punkt, deshalb wiederhole ich ihn nochmal: "Wer nicht die Kraft hat, diese Europäische Union radikal zu ändern, der sollte aus ihr fliehen. Guten Morgen Deutschland."
Raus aus der EUDSSR! REIN in eine wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Kooperation auf Augenhöhe mit Russland und China. Deutschland, seine Wirtschaft und seine Bürger, als Teil einer neuen Seidenstraße könnten davon sehr wohl gut profitieren.


Am 24. Juni 2016 schrieb Günther Lachmann:


Am 24. Juni 2016 schrieb Burkhard Ohligs:

Ich bin jetzt mal auf die angekündigten, "katastrophalen Folgen" für den europäischen Kontinent gespannt. Es gab ja genug hellseherische, gegen den Brexit buhrufende Profiexperten in unseren Medien bzw. aus Berlin.
Ich hoffe, dass das der Startschuss für die Abschaffung des Brüsselers Sanssouci ist/wird.


Am 24. Juni 2016 schrieb Reiner Braun:

Schöner Beitrag.


Am 24. Juni 2016 schrieb Klaus Bitzer:

Grosse Klasse, dieser Artikel. Die Briten haben es geschafft, sich auf einem Rettungsboot von dem untergehenden Schiff in Sicherheit zu bringen, und den auf dem Schiff verbleibenden Sklaven wird man weiterhin erzählen, das die Musik weiter spielen wird und hofft unterdessen, dass das Rettungsboot kentert.


Am 24. Juni 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Wer nicht die Kraft hat, diese Europäische Union radikal zu ändern, der sollte aus ihr fliehen. Guten Morgen Deutschland."

Die EU ist ein Versuch rückwärts gewandter Kräfte, die Bewußtseins-Entwicklung der Reformation und der Aufklärung rückgängig zu machen, in einem neuen, modern verkleideten Feudalismus.
Aufgebaut auf Lug und Trug, um das Ziel der "Vereinigten Staaten von Europa" am Bewußtsein der Völker vorbei diesen aufzuzwingen.
Dies ist jetzt im Falle Großbritanniens durch das Aufwecken und Aufwachen weiter Teile der Bevölkerung gescheitert - und mehr und mehr Menschen durchschauen den EU-Betrug.
Die EU ist ein Papiertiger, ein krümelnder Keks.
Sie ist auf Sand gebaut und sie wird zu Sand werden, wie das alte Römische Reich und die Sovietunion vor ihr. (Und den USA ist auch schon ganz schlecht... ; - ) )
Wie der Volksmund weiß:
"Unrecht Gut gedeihet nicht."


Am 24. Juni 2016 schrieb Rainer Kamphausens:

Was soll denn das Geschwurbel von der Nation? Sie wollen die Linke offensichtlich in ein nationalistisches Fahrwasser bringen. Das nenne ich Querfront!

Antwort von U. Gellermann:

In der Nation hocken die Denker und die Henker in den selben Grenzen. Man muss dafür sorgen, dass die Denker obsiegen. Da hilft Ihr hilflos Gestammel wenig.


Am 24. Juni 2016 schrieb Gerhard Guldner:

Exakt, Uli Gellermann.

Dran bleiben...

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