Gehen Sie nicht nach Polen!

Der Versprecher des Donald Tusk

Autor: U. Gellermann
Datum: 07. März 2016

„Kommen Sie nicht nach Europa“, rief Donald Tusk jüngst den Flüchtlingen zu, die sich vor Krieg und wirtschaftlichem Elend nach Europa retten wollen. Das war ein Versprecher. Von Europa hat Tusk nicht viel Ahnung. Das ist schon daran zu bemerken, dass der EU-Ratspräsident mal wieder die Europäische Union mit Europa verwechselt hat. In Wahrheit wollte er sicher sagen: „Gehen Sie nicht nach Polen“, denn in Polen kennt sich der Kaschube aus Gdansk aus.

An die 18 Millionen Polen (von nur 38 Millionen Einwohnern des Landes) leben außerhalb ihrer Heimat. Sie sind die klassischen Wirtschaftsflüchtlinge, jene Gattung also, die auf der Negativ-Liste von Seehofer, Blair und eben auch von vielen polnischen Politikern steht. Nicht nur deshalb ist Polen ein sogenannter Netto-Empfänger, ein Staat der 13,7 Milliarden mehr aus der EU-Kasse bezieht als er einzahlt. Im polnischen Fall deutlich mehr als Griechenland. Es ist die offizielle Arbeitslosigkeits-Quote von mehr als zehn Prozent (Jugendarbeitslosigkeit über 22 Prozent), die Menschen aus dem Land treibt. Denn Polen ist ein wirtschaftsliberaler Staat: Der Wirtschaft geht es gut, den Bürgern geht es schlecht.

Ein zentrales Konzept zum sozialen Ausgleich ist in Polen das Gesundbeten: Mehr als 87 % der polnischen Gesamtbevölkerung ist römisch-katholisch. Die katholische Kirche hat erheblichen politischen Einfluss, sie ist nach dem Staat der zweitgrößte Eigentümer von Immobilien und besitzt etwa 300 Presseorgane und 50 Radio- und Fernsehsender. Die polnische Kirche ist jene dumpfe Formation, wie sie sonst nur noch im tiefen Süden Italiens und in in wenigen Winkeln Bayerns anzutreffen ist. Selbstverständlich ist sie homophob nach außen (Berichte über das schwule Innenleben der Kirche liegen nicht vor) und hat dafür gesorgt, dass ein bereits 1995 von der damaligen sozialdemokratischen Regierung erarbeiteter Vorschlag, ein Diskriminierungsverbot auf Grund sexueller Orientierung in die Verfassung aufzunehmen, bis heute keinen Gesetzesrang hat.

Die polnische Geschichte ist reich an aktivem Antisemitismus. Juden durften zum Beispiel nicht Mitglied der Jahr für Jahr als Befreier Polens gerühmten Armia Krajowa (Heimatarmee) werden. Ein besonders bitterer Witz, wenn man bedenkt, dass ausgerechnet diese konservative Widerstandsformation gegen die antisemitischen Nazis selbst antisemitisch war. Antisemitische Traditionen reichen bis heute in das polnische Leben: Jan Tomasz Gross, polnisch-jüdischer Geschichts-Professor an der renommierten amerikanischen Princeton-University, hatte gewagt den Antisemitismus in der polnischen Geschichte zu dokumentieren. Mit der Folge, dass der Warschauer Bezirks-Staatsanwalt gegen ihn eine Untersuchung wegen Verdachts des Verstoßes gegen § 133 des polnischen Strafgesetz-Kodexes einleitete hat. Der besagt, dass jemand mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu rechnen hat, der „… öffentlich das polnische Volk oder die polnische Republik herabwürdigt.“ Die Kanzlei des Präsidenten Andrzej Duda richtete sogar ein Ersuchen an das Außenministerium, man möge doch prüfen, ob Gross nicht der Verdienstordens der Republik Polen aberkannt werden könne.

Extrem anschmiegsam waren und sind polnische Regierungen wenn es um Wünsche der USA geht: Am Irak-Krieg waren zeitweilig 2.500 polnische Soldaten beteiligt, in Afghanistan kämpften bis zu 2.600 Angehörige der polnischen Armee. So war Polen an der Herstellung von Flüchtlingen aus diesen Ländern tapfer beteiligt. Und als die USA ihre Einkreisungspolitik gegenüber Russland intensivierten, unterzeichnete Polen am 14. August 2008 einen vorläufigen Vertrag über die militärische Unterstützung durch die USA. Der Hauptpunkt des Vertrages war die Genehmigung zur Stationierung von zehn US-Abfangraketen bei Słupsk im Rahmen des National Missile Defense. Donald Tusk erregte damals echte Heiterkeit, als er behauptete, durch die Stationierung dieser Raketen würde die Słupsk “die sicherste Stadt Polens" werden. Später wurde in Morag, nahe der Grenze zu Kaliningrad, mobile Patriot-Raketen stationiert, aus dem deutschen Ramstein ausgeliehen. Inzwischen hat man sich für den Kauf eigener Patriots entschieden. – Von Beginn an stützte die polnische Regierung den Regime-Change in der Ukraine, der Rechte Sektor und die ukrainische Heldenverehrung von Stefan Bandera, einem notorischen Polenhasser und Nazi-Kollaborateur, störte die polnische Außenpolitik offenkundig nicht.

Heute kommt der Regierung die Lage in der Ukraine auch zur Abwehr von Flüchtlingen gerade Recht: Polen lehnt gegenüber der EU jede Aufnahme von Flüchtlingen ab, weil das Land angeblich Hunderttausende Ukrainer aufgenommen habe. Die Wahrheit: Polen hat fast alle Asylanträge von Ukrainern abgelehnt. Die meisten der 52 000 ständig in Polen lebenden Ukrainer sind Studenten oder Ukrainer mit polnischen Wurzeln; dazu kommen Zehntausende ukrainische Gastarbeiter. Von Flüchtlingen kann also nicht die Rede sein.

Der Appell von Donald Tusk, wenn er sich denn auf Polen bezöge, hätte viele verständliche Gründe. Unverständlich bleibt, warum dieses xenophobe, antisemitische Anhängsel der USA von der Europäischen Union alimentiert wird.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. März 2016 schrieb der Zivilist:

Uschi Peter empfahl am 07. März, daß die Flüchtlinge da hingehen mögen, wo die Bomben herkommen.

Das ist garnicht so einfach, Schon 1920 hat D der Tr zu Rüstungsindustrie verholfen und seit dem Koreakrieg die USA, seit dem Koreakrieg baut General Dynamics die MK82, heute zu 2000$ das Stück, sie erinnern sich an die Bombenketten aus den B52 auf Vietnam, Bombenteppiche. Schon für den Vietnamkrieg waren Incirlik und Ramstein wichtige Stützpunkte, in Zweibrücken wurden die Piloten auf F4 trainiert, das hinterlassene Aluminiumdenkmal hat seinen Weg aus dem Rosengarten, den die polnische ex taz Herausgeberin so liebt, zum auch nicht mehr zivil genutzten Flughafen gefunden, wo heute Flüchtlinge unter strengem Ausschluß der Öffentlichkeit gelagert werden.

Nächst Ramstein bauen die Eisenwerke Kaiserslautern Brücken, was nicht so friedlich ist, wie es klingt, es handelt sich um mobile Schwimmbrücken auf LKW´s, Rüstung, die Arbeitsplätze werden heute vom Eigner General Dynamics gesichert. In Kaiserslautern wohnt in der Einflugschneise von Ramstein Wolfgang Jung und gibt die Kaiserslauterer Luftpost heraus, solange es seine kaputte Lunge zuläßt, die hiermit zur Lektüre empfohlen sei. Anlaß zur gründung der online- Zeitung war der NATO- Geist der Regionalzeitung `Rheinpfalz´

Eine Tornado- Flugstunde kostet 40.000€, eine Eurofighter- Flugstunde 70.000€, russische Flugzeit mag günstiger sein, eine russische Bombe ist vielleicht schon zu 2000 Rubel zu haben, getoppt wird alles von den `hellcannons´ dank youtube kann man sich eine Vorstellung machen, die syrischen Kochgasflaschen werden mit türkischen Ammoniumnitrat gefüllt und als Granaten in Syrische Gebäude geschossen, billiger kann man ein Land nicht in einen Trümmerhaufen verwandeln, die Grundstücke werden günstig von Türken gekauft, schließlich kostet die Flucht Geld.

Wo die Bomben herkommen, läßt sich vielleicht noch feststellen, die Finanzen und Profite überfliegen mit Leichtigkeit jedes Gebirge und jeden Ozean. Nicht so die Menschen. Der Reichtum kam von Indien nach England, die Armen blieben zurück, genausowenig wird die USA von den Folgen ihrer `Operationen´ erreicht. EU begeht eine große Dummheit, wenn es meint, es könne gegenüber Ly, Ukr, Sy von einer Seemachts- Politik profitieren, nichteinmal das Mittelmeer taugt für eine Seemacht (wie einst für Rom), die Menschen überwinden es heute leicht.

Und es ist auch eine große Dummheit, den Atlantik für einenWirtschaftsraum zu halten, es ist allenfalls ein Ausbeutungsraum und die USA versuchen gerade die Welt in solche Räume aufzuteilen, in denen jeweils sie die stärkste Macht sind, aufdaß ihnen die Reichtümer zufließen.

Eurasien hat die historische Chance, ein friedlicher Riese zu werden, so wie China die meiste Zeit der vergangenen Jahrtausende eine friedliche Landmacht war. Eine Landmacht kann nicht wie eine Seemacht Reichtum akkumulieren und die Armen zurücklassen, wenn sie das versucht, wird sie bald keine Macht mehr sein.

Leider läßt sich Westeuropa von den Transatlantikern ins Abseits ziehen.


Am 09. März 2016 schrieb Menasche Kishon:

Viele Polen konnten es gar nicht erwarten, dass Johannes Paul II. heiliggesprochen wird, deshalb wurden die Fristen im Kirchenrecht völlig missachtet. Als Beweis seiner Heiligkeit galt, dass er nach seinem Tod eine Nonne von der Parkinson-Krankheit heilte. Das zweite Wunder war die Entfernung eines Blutgerinnsels aus dem Gehirn einer Frau in Costa Rica.
Besonders heilig war Karl J. Wojtyla nicht, wie der Film "Mea Maxima Culpa - Silence in the House of God" zeigt: Papst Johannes Paul II. hat die Berichte über den Kindesmissbrauch durch katholische Priester als ?kommunistische Propaganda" beiseitegeschoben. Als sich die Tatsache mic"t mehr leugnen ließ, hat er alles getan, um den Missbrauch zu vertuschen und sehr wenig, um die Kinder zu schützen. Er hat bis zum Schluss zu seinem liebsten und größten Spendensammler gehalten, dem Priester Marcial Maciel, obwohl der offensichtlich eine große Schwäche für Knaben und Jugendliche hatte. - „Unser" Papst Benedikt war zu jener Zeit die rechte Hand von Johannes Paul und kannte alle Berichte.


Am 08. März 2016 schrieb Guenther Lachmann:

Im Zorn geschrieben
Wäre D. Tusk doch nur einmal auf einen kaschubischen Kartoffelacker gegangen, oder hätte richtig lesen gelernt (im Sinne von begreifen), dann hätte Oskar Matzerath (literarische Geburt 1959) wahrscheinlich dem Donald Franciszek Tusk (* 22. April 1957 in Danzig) polnischer Politiker und seit 1. Dezember 2014 Präsident des Europäischen Rates. die Unterschiede zwischen EU und Europa in den leeren Kopf getrommelt. Aber spätestens am 16. November, letzten Jahres, als er sich mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, und dem türkischen Presidenten Recep Tayyip Erdogan, am Rande des G20-Gipfels in Antalya trafen, hätte ihm der Unterschied auffallen müssen. Denn der Inhalt/Ziel dieses Trios waren die Gelder fuer die Flüchtlingskrise. Ich wiederhole: Flüchtlingskrise nicht Flüchtlinge!
Wenn Tusk dann von den tausenden Fluechtlingen aus der Ukraine faselt, dann covered er nur den Arsch von seinem ehemaligen Außenminister Radoslaw Sikorski, der die Regierung in Kiev mit Zuckerstückchen füttert, damit diese weiter gegen die Menschen im Donbass Becken vorgeht. ( Radoslaw Sikorski war Außenminister im Kabinett von D. Tusk zwischen 2007 und 2014) Da ist es sicherlich nicht abwegig zu denken, dass Tusk seinen Job bekam, weil er als der europäische Knecht fuer die Kriegsführung in der Ukraine diente. Ganz im Sinne des US-Amoklaufes durch jene Kulturen, die dem Pentagon und dem Washington-Admiralin im Wege waren, auf der Blutbahn zur einzigen Hegemonialmacht. Die Flüchtlinge, die auf Grund dieses verbrecherischen Fehlverhaltens nun in Europa einströmen, sind dem Tusk lieb geworden. Verstärken sie doch den Rechten Flügel seines Landes. (Kaum wurde er EU-Ratspräsident, interessierte ihn die Ukraine nicht mehr )
Kleines Intermezzo: »Die Ukraine wird mit Sicherheit in den nächsten 20 bis 25 Jahren kein Mitglied der EU werden können« tönte es am vergangenen Donnerstag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
Diese Mitteilung aus dem Munde von Junkers, wird dem Tusk wohl noch einige schlaflose Stunden rauben in seiner Phobie gegen Oskar, gegen Russland, gegen Flüchtlinge. Schließlich würde er sich gerne als polnischer Freiheitskämpfer wiedersehen. Aber das ist nun dahin. Ich meine dieses Ding mit der Freiheit. Nun heißt es wieder: Weiter mit Pilsudski, einer der Größten des Volkes, verehrt und begraben auf der Wawelburg in Krakau (dort wo auch der letzte Staatspraesident Polens, mitsamt seinen faschistoiden Gedankengut dahin modert). Und wenn am 11. November die „Nationale Bewegung“ (RN) zur Wawelburg zieht, dann freut sich nicht nur die Rechtsradikalen Polens, sondern auch die Besucher aus den NATO-Horden, die eine schnelle Eingreiftruppe in Stettin aufbaut.
Der RN gehört ideologisch zu den Rechten der Zwischenkriegszeit (Zweite Republik). Als historisches Vorbild diente der Mitbegründer der Zweiten Republik Roman Dmowski.
RN-Oberhaeuptling Robert Winnicki war erst kürzlich im TV-Sender POLSAT zu sehen. »Die Zweite Republik ist an einer Überrepräsentation des Judentums in polnischen Lehranstalten zugrunde gegangen.« erklärte er dort freizügig. Von keinem der anwesenden Politiker kam ein Widerspruch.
Um dieses Gedankengut nicht zu stören, soll bis 2018 ein modellgestützte AEGIS-System mit SM-3-Abfangraketen in Polen fertiggestellt werden. Das solches Verhalten nicht zu einem Frieden fuehren kann, ist nur das non-didaktische Ende eines Unkenrufs.


Am 08. März 2016 schrieb Eard Wulf:

Idiotie kann man nicht besiegen. *ich weine


Am 08. März 2016 schrieb Sven Heuser:

Der polnische Auslandsgeheimdienst Agencja Wywiadu (AW) hat Anfang 2013 vom amerikanischen Dienst CIA 15 Mio. USD in zwei Pappkartons erhalten. Dies behauptet die Washington Post, die sich auf inoffizielle Quellen beruft. Für die Summe erlaubten die polnischen Agenten den Amerikanern das Betreiben eines Geheimgefängnisses auf einem Militärflughafen in den Masuren, um mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen zu verhören und zu foltern. Die Nutzung des Flughafens als Foltergefängnis, als sog. Black Site, ist seit 2005 durch eine Enthüllung der Washington Post bekannt.

Nach einer Berufung gegen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Februar 2015 hat sich Polen entschlossen, an zwei Gefangene, die in einem CIA-Gefängnis auf polnischem Staatsgebiet gefoltert worden sind, Schadenersatz in Höhe von USD 262 Tsd. zu zahlen. Wenn auch die Vertragsbedingungen für die Anhaltung nie an die Öffentlichkeit gelangt sind, hat Polen trotz der Zahlungen noch immer ein Geschäft mit diesem Handel gemacht hat. Der EuGH hatte zuvor geurteilt, dass die polnische Regierung gegen Internationales Recht verstoßen hat, weil sie auf ihrem Territorium Folter zugelassen und sich dadurch mitschuldig gemacht hat an unmenschlicher und entwürdigender Behandlung an diesem Ort.

Aleksander Kwasniewski war Präsident Polens von 1995 bis 2005. Seit Januar 2014 ist er, wie auch Mr. Biden Jr., Mitglied im Management der Burisma Holding Ltd. (Gaskonzern) in Kiew.

Donald Tusk war von 2007 bis 2014 Ministerpräsident der Republik Polen, trat vorzeitig zurück, um im Dez. 2014 das Amt als EU-Ratspräsident anzutreten. Er musste dafür in einem monatelangen Crash-Kurs erst einmal Basis-Englisch lernen.


Am 08. März 2016 schrieb Gaudenz Gaudeo:

Zudem sind da noch die CIA-Gefängnisse für die Polen für Verstösse gegen Folterverbot und unmenschliche Behandlung vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mitverantwortliche gemacht wurden:

«Polen kannte die Art und Absichten der CIA-Aktivitäten auf seinem Territorium zu dieser Zeit», hiess es in der Urteilsbegründung. Polen habe sich mitverantwortlich und zum Mittäter gemacht, als es 2003 dem US-Geheimdienst CIA die Einrichtung eines geheimen Gefängnisses in Stary Kierkuty in Nordostpolen und die Gefangenentransporte erlaubte."

Dank der Hartnäckigkeit des Schweizers Dick Marty (ehemaliger Ständerat und ehemaliger Staatsanwalt des Kantons Tessin; darüber hinaus war er Abgeordneter des Europarats und Mitglied der OSZE-Kommission für Menschenrechte) konnte Polen verurteilt werden:

http://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=c8438c8e-16cf-4a3a-97a4-2c6304554631


Am 08. März 2016 schrieb La Gioconda:

Mitunter wohnt auch wunderlichen psychopatholgischen Buchstabenansammlungen wie der des Herrn Jäger eine Erkenntnis inne. Es gibt also, so lerne ich, einen Newsletter der Rationalgalerie? Lieber Uli Gellermann, nötigen Sie ihn mir auf, stalken Sie mich, belästigen Sie mich bitte durch Aufnahme in Ihren Verteiler! Herzlichen Dank im Voraus

Antwort von U. Gellermann:

Dass Sie bisher nicht in meinem Verteiler sind ist ein Fehler. Er ist korrigiert.


Am 08. März 2016 schrieb Uli Gellermann:

ENDE DER AKTUELLEN DISKUSSION ZUR MEINUNGSFREIHEIT

Ulrike Spurgat, Stefan Heuer, Der Linksliberale, Karl Heinz Bernhart

Ausgelöst wurde die Diskussion durch den Ex-Leser Marc-Christian Jäger. Herr Jäger machte wesentlich durch ungedeckte Vorwürfe von sich reden. Dieses Zeugs ohne Substanz zu veröffentlichen lag in meiner Entscheidung: Selten aber immer wieder lehne Veröffentlichungen ab. Vor allem wenn sie rassistische oder faschistische Inhalte transportieren. Aber auch wenn ich glaube, das Thema sei verfehlt.
Also grenze ich Meinungsfreiheit machmal ein. Im Fall Jäger konnte ich keine Nazi-Tendenzen feststellen. Außerdem erschien er mir als Muster für die Position von Querfrontlern. Das andere Leser auf Jäger empört reagierten erscheint mir folgerichtig: Auf einen groben Klotz folgt häufig ein grober Keil. Den Jäger schneidend unter den Artenschutz der Meinungsfreiheit zu stellen macht ihn zu wichtig. Zwar hat er eine Meinung, aber sie besteht im Wesentlichen aus Beschimpfung: Sie hätte auch unveröffentlicht bleiben können. Denn fraglos hatte Jäger das Thema des Artikel verfehlt.


Am 08. März 2016 schrieb Guenther Lachmann:

@ Marc-Christian Jäger
Wer Adorno nur von den Treppenhauskonversation kennt, sollte ihn nicht verwenden, um Argumente zu stabilisieren, die recht wackelig sind.
Der Befehl zur Treue am Zweifel und der Kritik, den uns ein bestehendes System erteil, kann zum Mittel der Unfreiheit werden, wenn Gedanken und Kritik ihr Recht verlieren. Gehorsam aber zum herrschenden System bedeutet, unterjochen der Zweifel und Kritik.
Adorno, ein Vertreter der Kritischen Theorie, folgt da Marx in der Erkenntniss ueber die moderne Gesellschaft. Mit anderen Worten, Adorno sieht die Gesellschaft als der empirische Beweis der Totalitaet der Gesellschaft, oder anders ausgedrueckt, als Realitaet.


Am 08. März 2016 schrieb Stefan Heuer:

@Karl Heinz Bernhart:
Dass Sie mich mit dem Herrn Jäger gleichsetzen - obwohl ich auf dessen beitrag gar nicht eingegangen bin - beweist: Sie haben meinen Beitrag nicht gelesen, ihn nicht verstanden, oder missverstehen wollen. Aber zum Unterstellen und Denunzieren reicht das in Deutschland allmal, da sind wir traditionsbewusst. Dann nehme ich an, Sie sind jetzt der neue Vorsitzende der Reichsschrifttumskammer?

@Der Linksliberale:
Wer legt eigentlich fest, was Meinung ist, und was zu verbieten ist? Wer erlaubt, wer was sagen darf (wer was nicht)? Sie etwa? Viel Freude beim Abschneiden der Freiheit, Cato. Und was kommt nach dem Verbieten (Mundtotmachen) von Meinungen? Aus den Erfahrungen unserer Geschichte ergibt sich die Antwort: Ausgrenzung, Entrechtung, Ghettoisierung, Totschlag.

Um die Traditionslinie, in die Sie und andere Schreiber sich hier (leichtfertig?) begeben haben, beneide ich Sie nicht....


Am 07. März 2016 schrieb Uschi Peter::

@nora schmitz-gharbi
Noch sinvoller wäre es, wenn die Flüchtlinge in die USA oder ein anderes englischsprachiges Land gingen. Von dort kommen doch die edlen Bomben mit den Gaben der Freiheit und Demokratie. Mit Englisch kommen sie auch überall weiter.


Am 07. März 2016 schrieb Gideon Rugai:

Das für mich wirklich Traurige an der Entwicklung so mancher Leserzuschrift ist die Tatsache, dass es nach wie vortrefflich gelingt Spaltung (Divide et Impera) herbeizuführen - gerne auch über die zahllosen Säue, die insbesondere über die letzten Jahre vehement durchs deutsche Dorf getrieben werden (anders kann ich dieses Staatsgebilde nicht mehr benennen). Erschreckend wie schnell der dünne Firnis vermeintlicher Zivilisation doch abblättert.
Zwar gehören zu jedem kontroversen Thema auch kontroverse Diskussion, doch wird die vermeintliche "Meinungsfreiheit" -vor allem die eigene - (eines der kleinen Stückchen Schokolade, welches als "Geschenk der Freiheit" immer gern verabreicht wird, bevor man wieder schaufelweise Scheiße fressen darf) überwiegend nur noch mißbraucht um abzukotzen, seinen Selbstwert auf unseriöse Weise zu erhöhen, das Ego und die dahinterliegenden Denk- und Glaubenssysteme zu zementieren und mit der Flex aufzupolieren. Eigentlich sollte doch der Sinn einer jeden Debatte oder Diskussion der sein, zu einer gemeinsamen Lösung, zum kleinsten gemeinsamen Nenner zu kommen um sich (als Souverän) einander anzunähern ?
GERADE in Zeiten wie diesen , um dem Teile und Herrsche bestehender Machtstrukturen entgegen zu wirken und ideologische Scheuklappen abzulegen - aus einem solchen Prozess heraus könnte die sog. Querfront tatsächlich auch etwas sehr Nutzbringendes sein.

Aber leider, leider : Kaum kräht ein schillernder Hahn (oder schillernde Henne) die richtigen Parolen in den Stall, gackern alle Hühner eilfertig mit, plustern sich auf, rennen mehr oder weniger wild, doch nach wie vor enthauptet durcheinander - selbst wenn der Leithahn (oder Henne) den eigentlichen Weckruf längst verpennt hat...
Die RG ist da -der Vernunft sei Dank - noch eine der wenigen Ausnahmen im (virtuellen) Blätterwald.

Naja den gelegentlichen Warnruf vor dem Rückfall in die Steinzeit (Barbarei, Tyrannei) kann man getrost vergessen - wir sind schon wieder mittendrin.
Also: Keulen und Felle raus und auf in die verdiente und langersehnte Schlacht ums Armageddon ...


Am 07. März 2016 schrieb Karl Heinz Bernhart:

In Anbetracht der desolaten Situation, in welcher sich die Welt befindet, treiben mich die "Kommentare" solcher "Jägers&Heuers" nur noch weiter in die Depression. Nichts, aber auch gar nichts, von der Natur der Bedrohungen, die auf ein (noch einigermaßen) demokratisch verfasstes Europa zukommen, verstanden zu haben, aber dann hier das Maul aufzureißen und die Luft mit schlechtem Mundgeruch zu verpesten ... grauslich!

Da macht jeder Straßenköter sein Geschäft an passenderer Stelle.

Wäre wenigstens Bosheit dahinter, so bliebe doch wenigstens noch ein Hauch von Intelligenz, gegen die sich argumentieren ließe. Wenn aber die Stereotypen des proamerikanischen Meinungs-Mainstreams garniert mit einigen bedeutungsleeren Worthülsen mit blasierter Entrüstung unreflektiert rezitiert werden ? das ist ein solcher Abgrund von Abgeschmacktheit und hoffnungsloser Verranntheit, dass es mich schaudert.

Dagegen lässt sich so wenig argumentieren wie gegen eine Stinkbombe!

Man kann nur hoffen, dass der Gestank bald verfliegt.

Antwort von U. Gellermann:

Ihr Zorn trifft im Fall Jäger den Richtgen, die Zuschrift von Heuer ist m. E. anders gemeint.


Am 07. März 2016 schrieb Alfred Matejka:

Hallo Herr Gellermann, die Nachdenkseiten veröffentlichen regelmäßig Kommentare aus der Rationalgalerie.Seit einiger Zeit klicke ich mehrmals in der Woche die Rationalgalerie direkt an.Es ist ein geistiger Genuss , ihre Kommentare zu den verschiedensten Themen zu lesen.
Schade,dass ich die RG erst jetzt so richtig entdeckt habe.Ich war 50 Jahre in einem großen Zulieferbetrieb der Automobilindustrie beschäftigt.Angefangen als Dreierlehrling, aufgehört als Betriebsratsvorsitzender. Auf der Suche nach guten Hintergrundinformationen wäre mir die RG.für die Betriebsversammlungen hilfreich gewesen.
Ich mache einige Seminare im Jahr mit der IG-Metall für Vertrauensleute und Betriebsräte zu Wirtschaftspolitik. Dort mache ich schon Werbung für die Nachdenkseiten und die Rationalgalerie. Ansonsten bei BR-Mitgliedern,die ich kenne.Ich hoffe ,Sie verfügen über ein gutes Netzwerk ,auch in die Gewerkschaften und Betriebe,denn der Inhalt ihrer Kommentare deckt sich mit unseren Interessen .
Es liegt dann an den Bewusstesten von uns, diese unter die Belegschaft zu brigen
Wir brauchen die Herzen und die Köpfe unsrer Kolleginnen und Kollegen,ein ständiger Kampf,aber er lohnt sich.
Alles Gute für Sie, bleiben Sie uns noch lange erhalten-Sie sind wichtig,sie werden gebraucht.


Am 07. März 2016 schrieb Michael Kohle:


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Hat Herr Jäger überhaupt verdient, mit einem Einstein-Zitat so in den Fokus gerückt zu werden? Wo doch bei einer anzunehmenden Masse m - in diesem Fall Gehirnmasse - von Null Einstein mit seiner berühmtesten Formel diese Aussage selbst widerlegt? Aber lassen wir das, vertane Zeit, sich mit solcherlei „Ergüssen" wie den Jägerschen überhaupt auseinander zu setzen.

Kann den Gellermannschen Ausführungen noch etwas angefügt werden? Hat er nicht aus dem transatlantischen Puzzle-Spiel ein besonders prägnantes Teilchen herausgegriffen und auseinandergenommen? Sicherlich, es ist beelendend, was da an Ergebnissen herauskommt.
Wäre es aber nicht angebracht - allmählich - auch mal die größeren Zusammenhänge zu behirnen? Alles redet von Integration. Eine Herkulesarbeit - nein, ich meine jetzt nicht den Augiasstall - ähnlicher Güte wie die jetzt Anstehende mit den Neuankömmlingen ist die andere Integration, nämlich jene der Mitgliedsländer der EU. Unsere Mutter voller Gnaden schwurbelt dabei andauernd von der heiligen Wertegemeinschaft, die es - ihrer Meinung nach längst existent - zu verteidigen gilt. Dabei ist doch von einer Gemeinschaft nichts zu sehen, zu hören, zu fühlen. Eine Standortbestimmung für die EU ist derzeit kaum möglich. Ist es jetzt ein Kartenhaus, dass demnächst krachend zusammen fällt, ist es ein Laden, der alsbald mit ungeheurem Getöse in alle Himmelsrichtungen auseinander fliegt, oder allenfalls eine zertrittene Notgemeinschaft verschworener Rosinenpicker, die ob der habgierigen Aussicht, noch eine Weile picken zu können, angewidert verharren?

Eine Union soll das sein? Überhaupt das Wort „Union"! Wo auch immer es zum Einsatz kommt, ein einziger Ausbund an offener Verrottung. Die derzeitige Phase ist geprägt von der kaum noch klammheimlichen Freude über die Probleme der sich als Kaiserin wähnenden Raute im Speziellen und Deutschlands im allgemeinen. Was dabei erstaunlich ist, es machen alle mit, selbst die Deutschen selbst. Da der frühere Beelzebub - all jenes was einmal etwas weiter weg war von der rechten Mauer - höchst erfolgreich ausgerottet wurde, spriest jetzt überall der extrem rechte Populismus, der keine echten Feinde mehr kennt, wie das bei invasiven Pflanzen eben so ist.

Der Küchenmeister, der diesen ungenießbaren Brei einst auf seinen Befehl zusammen rühren ließ, ihn auch noch ständig mit speziellen Gewürzen und Hefe zum Aufquellen und Überlaufen bringt, beobachtet das Geschehen mit offensichtlichem Genuss. Fast schenkelklopfend verfolgt er, wie alle zusammen und auch noch jeder für sich in diesem seltsamen Fähnlein - streng am Nasenring geführt - zum Gelingen seines Masterplans - der neuen Weltordnung 2.0 - beitragen. Nicht dass der Maitre allzu sehr erfolgreich wäre, die unzähligen von ihm platzierten Kochtöpfe am Köcheln halten, das vermag er dann doch. Und weit und breit kein Einziger zu erblicken ist, der den "gordischen Knoten" - die Verbindung zwischen Joch und Deichsel, wie Wikipedia zu wissen glaubt - zu lösen bereit, fähig und in der Lage ist. Es wird wohl wieder eines Alexander bedürfen, der den Knoten mit einem Schwerthieb zu lösen versteht. Ein schreckenerregendes Gleichnis, fürwahr. Ein Ende mit Schrecken besser als dieses absehbare Schrecken ohne Ende, dem naiven bis primitiven Wirken eines selbsternannten masters of the universe? Für Diejenigen, die sowieso glauben, sie würden ewig leben, wäre das natürlich alles Andere als eine angenehme Lösung. Zu beachten ist aber, dass auf dieser Welt und in ihrer gesamten Geschichte, jeder Schrecken sein gebührendes Ende erfuhr. Also?


Am 07. März 2016 schrieb Andreas Buntrock:

"Unverständlich bleibt, warum dieses xenophobe, antisemitische Anhängsel der USA von der Europäischen Union alimentiert wird. "

Wer keine echten Freunde hat - wie z.B. die EU "muss" sich seine "Freunde" halt kaufen.
Schätze mal, der heutige EU-Gipfel wird dafür genügend Beispiele liefern.

Und nicht nur Beispiele für das "Kaufen" von "Freunden", sondern auch, parallel dazu, wie UNMENSCHLICHKEIT als "Lösung der Flüchtlingsfrage" wieder salonfähig gemacht und uns Bürgern als Erfolg verkauft werden wird.
Und jene Staaten, welche diese UNMENSCHLICHKEIT zur Staatsräson hochstilisieren, werden weiter als wertvolle Mitglieder der EU alimentiert werden - im Namen der Freiheit, des Friedens und des Humanismus!
Und mit derselben "Logik" wird man parallel dazu, Griechenland langsam aber sicher "absaufen" lassen - alleingelassen und VERRATEN, ganz im Sinne europäisch verordneten "ZWANGSSPARENS bis hin zum Bürgerkrieg!"

Man möchte bei dem Gedanken daran nur noch kotzen!


Am 07. März 2016 schrieb Der Linksliberale:

Hallo Frau Spurgat,
Ihren familiären Hintergrund achtend, haben Sie völlig Recht mit der Abweisung einer hetzenden politischen Sprache und der dahinter stehenden Ideologie dieses Herrn Jäger. Diese Sprache ist an Verächtlichmachung gar nicht mehr zu überbieten. Herr Jäger wäre ein guter Stürmer-Redakteur geworden - hilfsweise Bild- Reporter. In 13 Sätzen, die dieser Herr Jäger in seiner bescheidenen politische Bildung förmlich in die Tastaur kotzt, kreiert er Wortschöpfungen der besonderen Art, vornehmlich gegen Demokraten und humanistisch eingestellten Menschen: "autoritären, nationalistischen Querfront-Nazi-Mist, Steigbügelhalter der Faschisten. Wutbürger- Gegrunze, Hetzblättchen für die neuen Nazis, Antisemiten und Rassisten greifen nach der Macht“ Kein einziges Argument des U. Gellermann wird argumentiert oder die Tatsachen anders erläutert. Es wird nur hohlköpfig geschimpft - der Herr Jäger sollte mal nach Polen fahren und sich mit den Menschen unterhalten. Jetzt kommt es aber ganz dicke, Der Herr Heuer erklärt diese Sprache des Herrn Jäger zur „Meinungsfreiheit" und sie Frau Spurgat, zum „Systemlind"? Das alles im Namen der "revolutionären Arbeiterbewegung".
Nun Herr Heuer, eine rassistische hetzende Sprache hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Und wenn diese Sprache des Herrn Jäger, wie Sie meinen, die Sprache der "revolutionären Arbeiterbewegung" ist und Sie und dieser Herr Jäger die Vertreter dieser Bewegung , dann habe ich für sie ein paar Ehrennamen parat: Viele Menschen in diesem Forum wären Ihnen sehr dankbar wenn Sie Ihre Dummheiten und Ihre Fäkalsprache für sich behielten. Dummheit an sich ist wirklich nichts schlimmes, sie wird aber gefährlich, wenn sie fleißig wird.


Am 07. März 2016 schrieb Lutz Jahoda:

MARSCHLIED DER BEGÜNSTIGTEN
In gemäßigtem Wallfahrtstempo zu singen

Der Wirtschaft geht es gut,
den Bürgern geht es schlecht,
was nur darauf beruht:
Der Himmel ist gerecht!
Gesegnet sei der Staat
und alles, was uns nützt.
Gepriesen sei die Schwarze Saat,
die uns brav unterstützt.


Am 07. März 2016 schrieb Stefan Heuer:

@Ulrike Spurgat:
Bravo! Sie haben sich tapfer als aufrechter Systemling bewiesen: Meinungen zensieren, Menschen mundtot machen, Gewaltphantasien - hübsch garniert mit biographischen Notizen, die weder zur Sache gehören noch irgend jemanden interessieren, wohl aber Ihre eigene anti-freiheitliche, anti-demokratische, wahrhaft totalitäre, typische BRD-Mustergesinnung offenbaren.

Man muss eine Meinung nicht lieben, auch nicht den, der sie äussert. Freiheit hingegen bedeutet, eben solche Meinungen auszuhalten - und nicht, sie zu tabuisieren und wegzudrücken. Man kann ja darüber debattieren. Sie, liebe Ulrike Spurgat, haben hier fabelhaft bewiesen, dass Sie im höchsten Massen der UNFREIHEIT huldigen. Das ist weder im Sinne der revolutionären Arbeiterbewegung noch in der Tradition ihrer Vordenker, das ist nur primitiv. Sie haben sich als antiintellektuelle Möchtegernzensorin und hasserfüllte Nichtdenkerin selbst offenbart - chapeau.

Antwort von U. Gellermann:

Ich kann in der Zuschrift von Frau Spurgat, die mit der Förmchenfrage jene nach den psychischen Wurzeln eines Leserbrief-Schreibers aufwirft, der immerhin andere ohne jede Beweisführung als „Steigbügelhalter des Faschimsmus“ bezeichnet, keinen „Systemling“ erkennen, eher das Gegenteil.


Am 07. März 2016 schrieb Peter Lind:

Vielleicht sollte im Zusammenhang mit dem polnischen Antisemitismus, auch und insbesondere den in der Armia Krajowa daran erinnert werden, wie die Juden im Warschauer Ghetto 1943 die Armia Krajowa verzweifelt und vergeblich um Unterstützung, um Waffen für ihren Aufstand gebeten hatten. Die AK hat eben aus ihrer antisemitischen Einstellung heraus jedwede Unterstützung verweigert. Dabei ist es belanglos darüber zu diskutieren, ob der Aufstand im Warschauer Ghetto bei erfolgter Unterstützung erfolgreicher gewesen wäre. Auf jeden Fall wäre ein gemeinsamer Aufstand gegen die Nazi-Besatzung für eine frühere Beendigung des furchtbaren Vernichtungskrieges sehr hilfreich gewesen.


Am 07. März 2016 schrieb Ulrike Spurgat:


Herr Jäger,
ist es möglich , dass ihnen in der Kindheit das Förmchen geklaut wurde?
Holen sie es sich zurück, dann geht es ihnen möglicherweise besser!!!!!
Ich reibe mir immer noch die Augen..........
Als Tochter eines politischen Häftlings im Faschismus, der im Konzentrationslager war, mit ansehen musste, wie sein bester Freund von Nazischergen hingerichtet wurde und nur durch Flucht sein Leben retten konnte macht es mich, was eher selten ist, sprachlos, was sie da von sich geben. Ich würde sie anzeigen, wenn ich könnte.
Aber wie mein Vater, der dann in Folge viel zu früh gestorben ist trifft doch sein Lieblingsspruch mal wieder den Nagel auf den Kopf: DIE GRÖßTE GEISEL DER MENSCHHEIT IST DIE DUMMHEIT." Dieses trifft insbesondere auf sie zu.
Wo ich herkomme, aufgewachsen am Niederrhein in einer Arbeitersiedlung gab es auf die Fresse, und ehrlich: Mich juckt es in den Fingern.
Herr Gellermann, bitte geben sie diesen Kleingeistern keine Plattform. Es ist unerträglich!!!!!
Herr Jäger, wie gesagt: "Holen sie sich ihr Förmchen wieder.

Herr Uli, machen sie weiter und bleiben sie dran. Herzliche Grüße Ulrike Spurgat


Am 07. März 2016 schrieb nora schmitz-gharbi:

Polen hat Hunderttausende Ukrainer aufgenommen?
Ist es doch eine historische Tatsache, dass Polen schon in den Jahren zwischen den großen Kriegen sein Territorium „rasserein" polnisch halten wollte und dementsprechend „unfreundlich" mit allen Nichtpolen umgegangen ist. Polen hat während der letzten einhundert Jahre immer eine zweifelhafte Rolle gespielt, die Geschichte Polens zeugt von einer ultra-nationalistischen Grundeinstellung. Im Hinblick darauf dass nach 1945 während der von den Alliierten angeordneten Vertreibung allein durch polnische Hand mindestens drei Millionen Deutsche grausam ermordet worden sind ist es ekelhaft, wenn sich polnische Politiker als Moralapostel gegenüber Deutschland aufspielen.
Millionen polnischer Bürger haben ihr Land verlassen, vorübergehend oder dauerhaft, auf der Suche nach einem besseren Leben. Begeben wir uns nun in die Gedankenwelt der Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten auf dem Weg nach Europa, dann können wir nicht umhin festzustellen, dass bei diesen eine ähnliche Motivation existiert, wie bei denjenigen Polen, die selbst ihrem Land den Rücken gekehrt haben. Wie sinnvoll kann es also sein, diese nach Polen senden zu wollen? Wie erfolgversprechend kann der Versuch bewertet werden, Migranten in Polen zu integrieren? Welchen Sinn kann ein Migrant darin sehen, die (nicht einfache) polnische Sprache zu erlernen, mit der er nirgendwo außerhalb Polens etwas anfangen kann? Ist es nicht mehr als wahrscheinlich, dass ein kontingentmäßig nach Polen expedierter Migrant die europäische Freizügigkeit nutzen und dieses Land sofort wieder verlassen wird - sehr wahrscheinlich Richtung Deutschland?
Die Totalverweigerung Polens (und anderer osteuropäischer Staaten), sich in irgendeiner Weise für eine Lösung des Migranten-Problems mit einzubringen, dabei aber weiterhin Gelder aus der EU-Kasse kassieren zu wollen, steht auf einem anderen Blatt. Ein Indiz mehr für die Feststellung, dass die immer wieder gebetsmühlenartig wiederholte Floskel einer gesamteuropäischen Lösung nur eine die Wahrheit verschleiernde Chimäre ist. Gerade im Fall Polens wird der Irrsinn am deutlichsten sichtbar.

Zum Leserbrief des Herrn Jägers entpuppt er sich doch als Wutbürger der anderen Art. Er weiß nicht was Sie wollen,wie denn auch? Steckt Ihm die Fallsucht in den Knochen, hat Er doch eines nicht begriffen :"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für die Mitglieder einer Partei - und mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden] Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die Bürokratie allein das tätige Element bleibt." - Rosa Luxemburg


Am 07. März 2016 schrieb Hannes Niesslbeck:

Der Herr heißt nicht Tust sondern Tusk, was an seiner Einstellung leider nichts ändert.


Am 07. März 2016 schrieb joe bildstein:

An den "Jäger:"
Irre wie inflationaer heute Nazzi und Antisemmi gebraucht wird.... irre

https://latuffcartoons.wordpress.com/2013/01/03/cartoon-what-antisemitism-is-for-israel-lobby/anti-semitism-israel-lobby/


Am 07. März 2016 schrieb Ria Stratmann:

Der Artikel ist wirklich überzeugend. So was entlarvendes über das offizielle Polen habe ich noch nirgendwo gelesen. Aber Tusk hat es es mit seiner miesen Flüchtlings-Abwehr auch redlich verdient.


Am 07. März 2016 schrieb Klaus Madersbacher:

Ein Blick darauf, wer/was alles von der Europäischen Union alimentiert wird, in Verbindung mit der Überlegung, dass diese sicher kein Geld für Dinge hinauswirft, die sie nicht haben will bzw. die ihr nix wert sind, sollte genügen, um ein der Realität entsprechendes Bild der europäischen "Werte" zu bekommen.
Diese sind natürlich "christlich" geprägt, um nicht zu sagen katholisch. Ein Abgleiten in diesen Wertesumpf ist tunlichst zu vermeiden! Amen!


Am 07. März 2016 schrieb Marc-Christian Jäger:

Bitte löschen Sie mich aus Ihrem Verteiler.
Ich möchte Ihren autoritären, nationalistischen Querfront-Nazi-Mist nicht lesen.

Sie bereichern die Debatte nicht. Ich halte sie für einen der Steigbügelhalter der Faschisten in Deutschland.
Es ist unerträglich, dass solche Menschen wie Sie, sich vermutlich auch noch als "links" verorten".
Dieses Wutbürger-Gegrunze ist eine Zumutung und hat mir Journalismus und politisch-demokratischer Arbeit rein gar nichts zu tun.
Rationalgalerie, Weltnetz.TV, Kopp, Compact, NRhZ etc. die Hetzblättchen für die neuen Nazis.
Die Fürsprecher eines irrationalen Diskurses, den Adorno und Fromm in ihren Studien zum autoritären Charakter zum Thema hatten.
Ich weiß nicht, was Sie wollen. Vermutlich ist die Abschaffung der Demokratie, das Ende Europas und das Ende der Bundesrepublik das,
was Sie am meisten wünschen.

Ich hoffe Sie finden irgendwann einmal die Einsicht zu verstehen, dass das grundlegend falsch war.
Die Antisemiten und Rassisten greifen nach der Macht.

Tun Sie etwas dagegen, aber belästigen Sie mich nicht mit Ihrer unzulänglichen "Meinung".
Ich habe nie nach Ihrem Newsletter gefragt. Warum nötigen Sie ihn mir auf?

Antwort von U. Gellermann:

Herzlichen Dank für Zuschrift. Schon lange suche ich nach einem deutlichen Beispiel, einem Muster für die Querfront-Strategen. Sie liefern es: Viel Meinung, jede Menge Beschimpfung und - wie üblich bei den Querfrontlern. - kein Argument, kein Gedanke, kein Beweis für irgendetwas außer für die eigene Beschränktheit.

Dran bleiben...

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