Frankreichs Terror gegen Syrien

Deutsche Medien schweigen dröhnend 

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Juli 2016

22/23 Juli 2016
NACHTRAG ZUM AMOKLAUF IN MÜNCHEN

11. Juni 1964
Volksschule des Kölner Stadtteils Volkhoven.
Ein Rentner
tötet mit einem selbstgebauten Flammenwerfer
und einer Lanze acht Schüler und zwei Lehrerinnen.
20 Kinder und zwei Lehrerinnen werden verletzt.
Auf der Flucht begeht der Täter Selbstmord.
Nationalität: Deutsch, Religion: Unbekannt.

26. April 2002
Gutenberg-Gymnasium in Erfurt
Ein 19-jährige Gymnasiast
erschießt 16 Menschen und sich selbst.
Nationalität: Deutsch, Religion: Unbekannt.

20. November 2006
Geschwister-Scholl-Schule in Emsdetten
Ein 18-jähriger Amokläufer
verletzte 37 Menschen und töte sich selbst.
Sein Sprengstoffgürtel musste nach der Tat
von der Polizei entschärft werden.
Nationalität: Deutsch, Religion: Unbekannt.

11. März 2009
Albertville-Realschule in Winnenden
Ein 17-jähriger Ex-Schüler
erschiesst neun Schüler
und drei Lehrerinnen
und drei Passanten.
Der Täter kommt bei einer Schießerei mit der Polizei ums Leben.
Nationalität: Deutsch, Religion: Unbekannt.

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Bei Mord- und Totschlag senden und schreiben sich deutsche Medien mit langen Zeigefingern durch ihre Konsumenten-Landschaft: Der Russe war´s, und wenn der gerade mal nicht zur Verfügung steht, dann wird es einer aus dem afghanisch-pakistanisch-irakischen Raum gewesen sein. Dass der wirkliche Terror, wenn man die Todeszahlen betrachtet, immer und gern seine Ursache in den USA hat und wenn die es mal gerade wirklich nicht waren, dass dann immer und gern eines der ach so zivilisierten Länder des Westens in die Bresche bombt, mag der ARD-BILD-FAZ-Verbund zum Verrecken, in des Wortes doppelter Bedeutung, nicht wissen. Gerade erst verübte Frankreich in Syrien sein gerühmtes Savoir-vivre an 120 Menschen. An Kindern, an Frauen, an Alten, an Zivilisten. Die lebten jüngst noch in Toukhan al-Kubra, einem Dorf unweit Aleppo. Den Bomben-Vorfall meldete die syrische Regierung umgehend dem UN-Sicherheitsrat. Und Frankreich schweigt, Deutschland auch. Die USA ohnehin. Sind doch nur Syrer. Ist doch kein kostbares westeuropäisches oder gar amerikanisches Leben.

Ganz zufällig stürzte gerade in Libyen ein französischer Militärhubschrauber ab: Drei tote Soldaten. Was macht die französische Armee in Libyen? Gibt es einen UN-Beschluss? Das klärt François Hollande, der unglaublich tapfere französische Präsident, gern auf: Frankreich führe in Libyen “gefährliche Aufklärungsoperationen" durch. Am soeben noch lebenden Körper Libyens operiert der große weiße Doktor aus Paris herum. Und warum? Das sagt uns dann der Regierungssprecher Stéphane Le Foll: "Die Spezialkräfte sind da, natürlich um zu helfen und dafür zu sorgen, dass Frankreich überall präsent ist, um gegen die Terroristen zu kämpfen." Die alte Kolonialmacht Frankreich hilft den Libyern gern vom Leben zum Tode. Vor ein paar Jahren noch, als man, gemeinsam mit den USA und Großbritannien, mal schnell irgendeine Demokratie in Libyen durchsetzen wollte, da waren rund 50.000 Tote und ein kaputtes Land das Ergebnis.

Im September 2011 stand das gallische Hähnchen, Präsident Nicolas Sarkozy, auf dem Deck des Flugzeugträgers Charles de Gaulle, reckte sich in die Luft und krähte, sein Land werde sich "überall engagieren, wo die Freiheit der Völker und die Demokratie bedroht sind". Und er werde Libyens Diktator Gaddafi "Staub fressen lassen". Aus dieser Mischung von Männlichkeitswahn, gewöhnlichem Imperialismus und mangelnder Intelligenz, machte damals einer der Lohnschreiber der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, Stefan Ulrich, das „Duell zweier Männer“. Und er feuerte den zu kurz geratenen Massenmörder mit seiner Überschrift auch noch an: „Sarkozy und das Glück des Mutigen“. So oder so ähnlich konnte man es in allen Massenmedien erleben.

Mal wieder ist der Flugzeugträger Charles de Gaulle im Mittelmeer unterwegs. Atomar angetrieben, mit 1.750 Mann Besatzung, mit Raketenwerfern und Jagdbombern bewaffnet, um in Syrien für französische Ordnung zu sorgen. Natürlich gibt es weder eine Genehmigung der syrischen Regierung noch einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates für diese „Operation“. Es handele sich, sagt der aktuelle französische Präsident, um „Selbstverteidigung“. Das wird den Kindern, den Frauen und den Alten in der Nähe von Aleppo eingeleuchtet haben, als die Rafale-Bomber aus luftiger Höhe ihre tödliche Fracht über dem Dorf Toukhan al-Kubra abgeladen haben. Wahrscheinlich ins Ziel gesteuert von noch höher fliegenden Tornado-Jets der Bundeswehr. Aber Merkel und Hollande sind natürlich völlig unschuldig, sie waschen ihre blutigen Hände in der Pfütze gegenseitiger „Solidarität“.

„Die Menschenrechte werden von den Fanatikern verleugnet“, tönte Hollande jüngst. „Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht.“ Und die Merkel ergänzt: „Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs. Und ich bin sehr überzeugt, dass trotz aller Schwierigkeiten wir diesen Kampf gewinnen werden.“ Nein, werdet ihr nicht. Denn die Menschenrechte werden von jenen Profit-Fanatikern verleugnet, die für Gas oder Öl oder geostrategische Vorteile ihre eigenen Mütter bombardieren würden. Und der Terrorismus wird von den scheinheiligen Charaktermasken erzeugt, die in Afghanistan und anderswo ein Primat des Westens behaupten, das die Völker in diesen Gegenden einfach nicht akzeptieren wollen. Und all die Produzenten von Krokodilstränen in den Redaktionen des Westens schweigen dröhnend zu den eigenen Verbrechen. So hoffen sie „diesen Kampf“ zu gewinnen. Nein, werden sie nicht. Sie werden nur mehr Terror erzeugen und weniger Demokratie, sie werden nur sich selbst zerstören, indem sie die Länder anderer Völker zerstören. Wer Terror sät, der erntet Terror.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 27. Juli 2016 schrieb Monika Krotter_Hartmann:

Der Pilot, der das Flugzeug mit der ganzen Besatzung und den Flugreisenden, gegen den Berg gefahren hatte, war auch kein Asylbewerber.


Am 26. Juli 2016 schrieb Klaus Bloemker:

"Gerade erst verübte Frankreich in Syrien sein gerühmtes Savoir-vivre an 120 Menschen. An Kindern, an Frauen, an Alten, an Zivilisten."
_______________
Was Uli Gellermann aber nie erwähnt, sind die zivilen Opfer - Bombenanschläge auf Märkten etc. - durch rivalisierender Gruppen im Irak und Syrian. Oder soll man die auch als Kollateralschäden amerikanischer und französischer Luftangriffe sehen?

Ich habe eigentlich eine etwas zynische Haltung zum dem ganzen Konflikt. Sollen sie es doch untereinander auschießen und ausbomben.

Es ist jedenfalls falsch zu meinen, die IS Anschläge in Frankreich oder bei uns, beruhten darauf, weil sie "unsere westlichen Werte ablehen". - Ja, die mögen sie nicht. Das ist aber nicht der Grund für ihre Anschläge.


Am 25. Juli 2016 schrieb Michael Kohle:

Nur der Flammenwerfer war fortgeschrittenen Alters, die Jahresangabe der Tat und die „Funktion“ Rentner geben darüber eindeutig Aufschluss. Da wollte bestimmt noch mal einer vor seinem Ende seiner Lieblingsbeschäftigung von einst nachgehen. Wie sonst sollte man auf solch ein Schnapsidee kommen und sich doch tatsächlich einen Flammenwerfer basteln und auch noch seiner auf gewohnte Weise bedienen.

Die anderen Probanden sind alles Adoleszenten männlichen Geschlechts. Probanden? Wikipedia macht uns schlau: Ein Proband ist eine Person, die sich einer Prüfung unterzieht oder als Test- oder Vergleichsperson einer Prüfung im weitesten Sinne unterzogen wird. Das passt doch. Solcherlei Initationsprozesse - erfahren wir an gleicher Quelle - der rituelle Übergang von einer Lebensstufe zur nächsten, der mit Symbolen von Tod und Wiedergeburt vollzogen wird, kennen wir doch auch zuhauf, nicht nur aus den einschlägigen Discovery-Kanälen.

Und jetzt also Würzburg - Disziplin: die kleine Handaxt, Ort der Wahl: Regionalzug, Zielpersonen: Chinesen. Doch, das ergibt Sinn. Geradezu ein prädestiniertes Ziel für frei in der Gegend vagabundierende Post-Jünglinge im kleinen schwarzen Staats-Kevlar, eine klassische Win-Win-Situation also. Und dann - zeitlich nur knapp dahinter - im gleichen flaggezeigenden Freistaat - vorolympisches Sommerbiathlon. Disziplin: kurze Polizeipistole - in Ermangelung geforderter Langwaffen. Ort der Veranstaltung: Olympia Einkaufszentrum München - wo wenn nicht hier? Auch diese beiden Prüflinge im passenden Alter, der eine einjähriges Integrationsopfer, der andere wenigstens mit Fremdblut aufgefrischte Herrenrasse. Und jetzt auch noch Ansbach, just nach dem eigens Sonntagabend angesetzten „Hart aber fair“ - Brennpunkt Extraausgabe zu den Wettbewerben von vergangener Woche - mit Starbesetzung: der überaus toughe Innenminister, der Polizeisprecher und Fels in der Brandung wie auch der Neuland-ARD-Experte vom Freitagabend, ein Amok-Experte aus der Wissenschaft , eine Amok-Expertin der Süddeutschen Zeitung, woher auch sonst. Passend dazu am Betroffenheitspult die Opfermutter aus Winnenden, tränenmelkend. Amok, Terror, Hass, Angst - viel mehr Süppchen als letzte Nacht können kaum auf einmal gekocht werden.

Ansbach - keine Stunde später - dann endlich doch der derzeitige Terror-Standard aus Mittelost, der mit dem Fahrstuhleffekt zu den Jungfrauen. Ob diese Methodenwahl am Alter lag? Mit 27 hat man(n) schließlich andere Zieloptionen. Das alles verbindende Indiz jedenfalls: die Todessehnsucht, die Erfüllung des Wunsches nach selbstinduzierter Entmannung. Auffallend dabei - fast wie bestellt - die Zugehörigkeit oder mindestens Nähe zu den jüngst Zugereisten. Sollte das bedeuten, dass der Aufenthalt in den Traumländern der Wertegemeinschaft (in Frankreich und Belgien sind ja ähnliche Konstellatioen festgestellt worden) alles in allem nicht ganz so positiv, nicht optimal ablief? Krank waren die „Täter“, die „Amokläufer“, die Terroristen sowieso, allesamt, sagen jedenfalls die Experten unisono.

Eine weitere Gemeinsamkeit bei den Tätern, so ist immer wieder zu vernehmen. ist ihre ungebührliche Verweildauer vor dem Neuland-Bildschirm, der schändliche, anonyme Missbrauch von Hassplattformen, nicht zu vergessen exzessive Anwendung virtuellen Kriegsspielzeugs eben dort. Diese allzu simple, offen auf der Hand des gemeinen Populisten liegenden Diagnose, kommt gelegen, um die passenden - mehr für den eigenen Vorteil gelegen kommenden - Therapien nachschieben zu können. So wie beim verlogenen Ansatz von „Fluchtursachen bekämpfen“ auch - kein Verantwortlicher denkt dabei an Einstellung transatlantischer Regime-Change-Aktivitäten - werden nur Symptome angeführt und an ihnen herumgedoktert. Dass es eine systeme Krankheit sein könnte, die dahinter steckt, darauf will man partout nicht kommen. Dabei wäre es doch so einfach. Graf Öderland lässt grüssen. Und falls dieser nicht ausreichen sollte, können weitere diskrete Hinweis dem Steppenwolf entnommen werden, ein Vermächtnis Hesses an unsere Zeit, da erst jetzt nach fast 100 Jahren besonders passend. Gleiches gilt auch für den genannten Grafen mit seiner Axt, Max Frisch sollte deswegen auch nie verstanden werden.


Am 25. Juli 2016 schrieb Reyes Carrillo:

@Günther Lachmann

Ich zitiere: „Wo sonst könnte ich auf die tiefer liegenden Ursachen der Systemfehler aufmerksam machen?“ Hiermit ist die Galerie gemeint, in der eine „revolutionäre Kommunikation“ für Weitseher und Welterklärer wie Sie möglich ist. ‚Ach bitte, nicht auch das noch!’, durchzuckte es mich, während mir die Röte der Fremdscham in die Wangen kroch. Der selbsternannte, revolutionäre Politlehrer und Volksaufklärer, der qua ungeschriebenes Gesetz freilich jedem anständigen politischen Blog zusteht, will hier nicht nur als solcher wirken, nein, er erklärt sich in aller narzisstischen Bescheidenheit selbst dazu. Das ist eine neue Qualität in der Galerie! Bisher hatte man es hie und da vereinzelt mit Leserbrief-Autoren zu tun, die mit einer gewissen Belehrungsattitüde aufgefallen waren, jetzt attestiert man sich den revolutionären Durchblick qua Spieglein an der Wand selbst. Oh weh, oh weh…

Sie haben einfach – nur ein Beispiel - ganz offenbar, tief in Ihrer betriebsinternen Revolutions-Dogmatik watend, den „Böller“ nicht gehört, wenn Sie den geneigten, „pseudo-antiimperialistischen“ Leser über die Plattitüde aufklären wollen, dass Terrorismus und Amok dem „Proletarier“ (gähn!) gelten, dass damit freilich das System stärkt wird usw. usf. Echt? Da klopfen sich doch die de Maizières und Herrmanns auf die Schenkel und sagen artig Danke! Das ist eben die Krux einer solchen Wahrnehmungsbegrenzung, wenn man reflexartig konditioniert die Revolutions-Schablone auf alles, was sich bewegt und bei drei nicht auf den Bäumen ist drauflegt. Oder anders: Sich im Selbstbild als ausgefahrenes Superzoom-Teleobjektiv erleben – und damit garantiert gegen den nächsten Baum laufen.
Natürlich ist es seit dem 11.9.2001 von sogar großer und größter Bedeutung, zwischen Amok und Terror, vor allem dem „islamistisch motivierten Terror“ zu unterscheiden. Ihre revolutionäre Adlersicht vom „Proletarier als Opfer“ hilft hier – zu was eigentlich, außer zur Autoerotik? Amokläufe, auch die verheerendsten, sind den Imperialisten prinzipiell natürlich völlig egal; das Einzige, was zu tun ist: Der Öffentlichkeit die annähernd gleiche Betroffenheit vorzugaukeln wie nach einem Terroranschlag. Islamistisch motivierte Terroranschläge sind natürlich von einer hochwillkommenen, anderen Kategorie und Qualität: Es muss die eigene Täterschaft als Urheber und Massenmörder verwischt und umgelenkt werden, Kriegsszenarien müssen geschaffen und mit allen Mitteln aufrecht erhalten, eine latente Dauerpanik orchestriert und damit demokratische Rechte geschliffen werden. Weiter geht’s mit der Stärkung der Islamophobie, dem allgemeinen Rassismus, einer Rezeption der Fluchtbewegungen als Bedrohung. Das sehen Sie ja auch alles. Und dann kommen Sie, Comandante Günther, trotzdem mit dem revolutionären Wörterbuch und erklären sich zum Hausaufklärer, der „auf die tiefer liegenden Ursachen der Systemfehler“ aufmerksam macht. Warum können und wollen Sie nicht einfach einer von uns allen Kommentatoren sein, die ohne solche mehr als überflüssigen Lehrer-Belehrte-Hierarchisierungen auskommen sollten?


Am 24. Juli 2016 schrieb Hannes Baumler:

Sehr richtig, Herr Gellermann. Danke!


Am 24. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

.....kannst du bitte einordnen, dass Obama, der Kriegsnobelpreisträger vor der inhaltsleeren Merkel gesprochen hat.
Merkel aus meiner Sicht zu spät und deplaziert.-
Und siehste; pschisch krank ist er gewesen.
Somit hat sich die Politik, mal wieder den "schlanken Fuß" gemacht, und die Familie darf sich nun für den Rest des Lebens fragen: Was sie nun "falsch" gemacht haben.
Die Politik wird den Anlass zu nutzen wissen, und unsere, bereits geschliffenen Rechte weiter hin einschränken.
So manches geht durch die Gedanken, was die Frauen und Männer uns heute sagen würden, die dafür, dass wir uns noch äußern können, weggesperrt, gequält, gefoltert und auch ermordet wurden.
Gerichtsurteile, wenn es denn welche gegeben haben soll, haben bis heute ihre Gültigkeit. Das KPD Verbot besteht weiterhin, und die, die ohne Gerichtsurteil weggesperrt wurden, sind in dem Bewusstsein gestorben, dass sie nicht als Widerstandskämpfer anerkannt wurden. Die Geschichte hat sie freigesprochen; doch das genügt nicht.
Bisschen verzettelt stelle ich eben fest.


Am 24. Juli 2016 schrieb Heinz Schneide:

Als der Amoklauf in München trotz des Einsatzes von über 2000 Polizisten mit der Flucht des Täters und dessen Selbstmord endete, hatte der bayerische Ministerpräsident gestern Abend die Antwort: Bessere Ausrüstung der Polzei! Er hätte auch breitere Straßen fördern können.

Die Bindekräfte unserer Gesellschaften erodieren, soziale Spaltungen nehmen zu, Angst zerstört Menschen und Zivilisation von Innen heraus. Währenddessen arbeiten wir zielstrebig daran, Ausgrenzungen von Menschen in jeder Art und Weise zu vervollkommnen. Pässe, Mauern, Wohnungsbau, Niedriglohn und digitale Medien sind die rasiermesserscharfen Instrumente eines zerstörerischen Regimes der Angst und der Ausgrenzung. Sichtbar wird, was passiert, wenn kein anderes Band mehr zwischen den Menschen bleibt als die gefühllose bare Zahlung.

Hoffnung besteht nur, wenn sich wieder mehr Menschen aus ihren Komfortzonen oder den Rückzugsräumen ihrer Resignation in die Zentren der politischen Ausinandersetzungen bewegen.

Dort nämlich, und in den Medien, haben heute diejenigen das Sagen, auf die ein indianisches Sprichwort zutrifft: Es ist sinnlos, jemand wecken zu wollen, der sich schlafend stellt.


Am 24. Juli 2016 schrieb Günther Lachmann:

Nein, nein, liebe Ulrike; Weder Freud noch W. Reich, nicht einmal C.G.Jung oder Alfred Adler kommen dem Aggressions-Verhalten öffentlicher Probanden näher. Dass du den Nagel aber auf den Kopf getroffen hast, ist wohl begründet in deiner Erkenntnis, dass eine der Ursachen der tiefe Rassismus unserer Völker und Kulturen ist.
Schon die Definition Amok ist rassistisch/kulturell vorbelastet, ganz zu schweigen vom Ursprung und Ausbreitung von Amok.
Süd-Asien ist laut einiger Medizinbücher und Diktionaries die Herkunft dieser „Kultur des Amok“. Diese Menschen verfallen einfach (während des Frühstücks oder beim Reinigen des Lampenschirmes) in eine psychische Störung und begehen dann Morde. (etwas kurz gefasst; am Ende habe ich zwei Auszüge aus Fachbüchern der Psychologie angehängt)
So-so, Amok ist also ein psychisch belastetes Kultur-Verhalten – Nun muss ich mich nicht nur fragen wer den Böller nicht gehört hat, sondern auch, wie sehr unsere Politiker und Medienmacher diesen Zerrspiegel der Realitäten benutzen wollen, weiterhin ihre Inkompetenz, ihren Unwillen Frieden zu generieren, Bildung von Ghetto-Strukturen verbergen wollen.
Diskomfort mit dem System ist keine abstrakte entity, sondern die Folgen von Realismus in der Auseinandersetzung der gesellschaftlichen Lokalitäten von Oben und Unten. Das bitte, sollte überlegt werden, ehe in einem leichten Plauderstündchen, über die Schuldträger eines Amoklaufes „diskutiert“ wird.
Schuldzuweisungen an Dritte, braucht das System, welches Amokläufer generiert, damit der Fortbestand der Amokläufer gesichert ist. (Die Teilung von/in Gut und Böse, wie sie in der Dialektik und der Moralphilosophie auftaucht; der Nasenring des Volkes)
So bewusst böswillig, wie die Verantwortlichen des Systems mit ihrer Aversion gegen selektierte Kulturen hetzen, so böswillig benutzen sie auch die Projektion der eigenen Fehlleistungen, auf den „Schuldigen“als Abwehrmechanismus.
Rassismus ist ein nützliches Kriterium um Waffen zu bauen, Hierarchien aufzubauen, Kriege zu gestalten.
Die mit Amok und Terrorismus verbundenen Assoziationen sind unendlich wiederholbare Begründungen, um Gewalt, und Angst in der Bevoelkerung aufrecht zu erhalten.
Wohl Niemand streitet ab, dass Amoklauf und Terrorismus auf gesellschaftliche Krankheitsbilder hinweisen – aber kaum einer fragt nach den Ursachen. Es wird Zeit, dass wir damit anfangen.
Der Terroristische Akt zielt auf das Proletariat, nicht auf die Herrschenden, nicht auf die Bourgeoisie. Der rechtsextreme Akt des Terrorismus wird stets eine Veränderung des Systems verhindern. Weniger Freiheiten sind systeminterne Werkzeuge.
Pseudo-antiimperialistische Diskussionen ueber den Unterschied zwischen Terrorismus und Amok manifestieren nur das Verharrungsvermoegen, zementieren den Status quo, führen, ueber den Umweg der phlegmatischen Tagesgestaltung, zur Akzeptanz. Orte wie die »Galerie« sind hervorragend geeignet um Ziele und Zweck einer revolutionären Kommunikation Platz zu bieten. Wo sonst könnte ich auf die tiefer liegenden Ursachen der Systemfehler aufmerksam machen. Kaffeekränzchen-Konversationen bauen nur eine Suhle führ die Behäbigen und Ignoranten in der Gesellschaft. Ich danke Uli, weil er weiss, wie er dies vermeiden kann.


/-/
Literaturnachweis:
Amok...An episode of sudden mass assault against people or objects usually by a single individual following a period of brooding that has traditionally been regarded as occurring especially in Malaysian culture but is now increasingly viewed as psycho-pathological behavior occurring worldwide in numerous countries and cultures
/-/
<… research suggests that amok can and does occur in other countries, such as Laos, the Philippines, Polynesia, Papua New Guinea, Puerto Rico, and even the United States. Certain acts of random violence (e.g., school shootings and office shootings) may actually be presentations of an American version of amok.—Michael Gomez, in Encyclopedia of Multicultural Psychology, 2006>

(Nein, das ist keine bitterboese Satire, aber mit einer nachdenklichen Kommunikation koennen wir es als solche beweisen)


Am 24. Juli 2016 schrieb Eckart Kreitlow:

Mit Deinem Nachtrag zu dem sehr schlimmen Geschehen am gestrigen Freitag, den 22.Juli 2016, in München, bei dem mindestens neun überwiegend sehr junge Menschen getötet wurden, machst Du völlig zu recht deutlich, dass es nicht darauf ankommt, welcher Nationalität oder welcher Religion der Täter angehört oder die Täter angehören, die solche schrecklichen und unfassbaren Taten begehen.

Meiner Meinung nach war es unnötig und deplatziert, zusätzlich noch mitzuteilen, dass der Amokläufer "Deutsch-Iraner" gewesen sei.

Zumal zudem noch der 18-jährige Täter in Deutschland geboren wurde und hier aufwuchs. Weshalb also in dem Zusammenhang die Erwähnung, er sei "Deutsch-Iraner" gewesen?

Ebenso wie meine Mitmenschen bin natürlich auch ich tief betroffen und erschüttert von der schrecklichen Tat des jugendlichen Täters, der so viele Menschen mit in den Tod riss, bevor er sich schließlich selbst tötete!

Mein aufrichtiges Beileid und meine aufrichtige Anteilnahme gilt allen Angehörigen der Opfer!


Am 23. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

......da sind sie wieder;:die Phrasen, die Worthülsen, die jeder auswendig kennt.
Vom Gauckler beginnend ,bis zur dümmlichen Bundesregierung, ist alles am Start ,was uns dem Volk dringend etwas zu sagen hat.
Ein Einzeltäter ist es, und dabei wird es denn erstmal mit wilden Spekulationen, bleiben. Natürlich wird psychologisiert, individualisiert, vielleicht auch Freud bemüht. Ich würde W: Reich vorziehen wollen, und der Mangel an Liebe im Elternhaus wird das Bild abrunden. Es sind und bleiben die gesellschaftlichen Verhältnisse, die auf den Prüfstand müssen.
Die Realitätsverweigerung macht mich fassungslos. Sehenden Auges wird eine Politik verfolgt, die die Menschheit in den Abgrund stürzen lässt, wenn dem nicht Einhalt geboten wird.
Im Mittelalter gab es Mörder, die losgeschickt wurden. Naja, der Austausch von Personen ändert das System nicht.
Sicherlich wird alles gedreht, und bearbeitet werden, wie ein Kotelett von, allen Seiten, dass ein kultureller Hintergrund auf jeden Fall einbezogen werden muss Die Konfrontation mit einer desaströsen Politik lässt die Herrschenden nicht inne halten.
Bis zum Galgen, wird es der Kapitalismus treiben. Denn bei aller Erscheinungsebene ist die tiefere Erkenntnis des Wesens wichtig und richtig.
"Manchmal muss der Klassenkampf warten, weil Fragen der gesamten Menschheit betroffen sind." Ist es von Lenin ?
Grade nicht finden können. Doch dieser Gedanke kann für diese Zeit zutreffend sein, weil es um "alles" gehen wird.


Am 23. Juli 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Zu München: Was vergangene Nacht, einmal mehr, medial an Terrorpanik inszeniert wurde, ist nur noch fassungslos machend. Es durfte unter allen Umständen, sogar jetzt noch in den Vormittagsstunden, nicht sein, dass diese Wahnsinnstat, die neun Menschen das Leben gekostet hat, evtl. keinen islamistischen Hintergrund gehabt haben könnte. Das ganze mediale Deutschland, ÖR-Rundfunk, private Nachrichtensender und die schreibende Blutzunft hungerten förmlich mit lechzender Zunge danach, diesem schrecklichen Amoklauf die Fratze des IS-Terrorismus aufzusetzen. Längst war bekannt, dass der Täter fließend deutsch sprach, dass er kein arabisches Aussehen hatte, dass er in einem Video- Tonmitschnitt sich selbst als Deutschen ausgab, der aus einer Hartz-IV-Gegend stamme, in psychiatrischer Behandlung gewesen sei usw. Das interessierte freilich niemanden. Bizarre Momente für die Nachwelt: Da läuft gerade das Video mit dem Amokläufer, wie er das oben Genannte von sich preisgibt – und sofort danach, geradezu parallel tönt mit schwerer Stimme einer dieser wie Gift-Pilze überall im Wald sprießenden „Terrorexperten“, dass ein islamistischer Hintergrund der Tat doch sehr, sehr wahrscheinlich sei. Hä? Sowas geht ohne jeden Bruch in dieser Art Journalismus. Einer meinte gar, auch wenn wirklich nix und gar nix Islamistisches bis in die zwölf letzten Inkarnationen dieses 18-jährigen gefunden werden würde, wäre es dennoch mittelbar eine islamistische Tat, da junge Menschen heute dazu neigten, diese nachzuahmen. Hä? Hä? Der „Werther-Effekt“ à la Islamismus?

Eine Millionenstadt lahm gelegt, die GSG9 eingeflogen, Polizei aus ganz Bayern und Baden-Würtemberg: 2300 Mann. Natürlich ist da sehr viel Prävention dabei, natürlich musste man zu diesem Zeitpunkt noch von allem Denkbaren ausgehen, natürlich… Und trotzdem ist diese Quantität und vor allem die Qualität dieser Hysterie auf sekundär gefährliche Art gespenstisch, weil dahinter dieses klar gewollte Kriegsszenario steht, das im lärmend-lauten Großeinsatz die Spuren verwischen soll, woher der islamistische Terror überhaupt kommt und wer dafür verantwortlich ist. Und andererseits bietet eben diese bewusst gezüchtete Terrorangst die mit Abstand beste Gelegenheit, man kann es nur immer wieder sagen, die demokratischen Rechte Stück für Stück weiter zu schleifen.

Obama und Killary weinten aus Washington mit den Deutschen, New Johnson aus dem Königreich, dem untreuen – und, Leckerbissen, der französische Präsident François Hollande richtete eine „persönliche Unterstützungsbotschaft” an cher Angela. Da wird er sie beraten haben, was als Nächstes zu tun ist. Alle einig im trauten Wissen um einen barbarischen islamitischen Terroranschlag.

Hervorragend, Uli: Dem wirklichen hundert- und tausend- und hunderttausendfachem Terror auf der Startseite „wortlos“ die schlimmsten deutsche Amokläufe mit Nationalität und Religion gegenüberzustellen!


Am 23. Juli 2016 schrieb Porth:

Warum glauben sie, dass es ein Amoklauf war. Vielleicht war es auch ein Schläfer, der aktiviert wurde, um den Geheimdiensten mehr Macht zu geben. Ausgeschlossen ist dies nicht.
Ich erinnere nur an die Dokumentation "unsichtbare Ketten" von Dr. Hans-Ulrich Gresch, die zeigt, wie Menschen-verachtend Geheimdienste agieren können.

Antwort von U. Gellermann:

Primär halte ich den „Amok“ nur der in dieser Nacht tausendfach gebrüllten Terror-Behauptung entgegen. Zum anderen kommen die üblichen Terroristen bisher alle aus der sunnitischen Glaubensrichtung, der junge Mann in München ist aber, wenn er denn an etwas glaubt, Schiit. Und zuletzt: Auch bei den Tätern von Nizza oder Würzburg sehe ich vorrangig das psychische Moment. Mord und Selbstmord werden, wenn sie nicht aus Gewinnsucht verübt worden sind, in der Kriminologie immer auch psychisch gedeutet. Ob nun einer dabei "allahu akbar" ruft oder „ich hasse Euch alle“, ist dabei ziemlich gleichgültig.


Am 23. Juli 2016 schrieb Jürgen Heiducoff:

Eine Gesellschaft von Einzeltätern oder ein Zeichen der zunehmenden Verrohung einer Krieg und Gewalt gebärenden Politik?

Mein Kommentar bezieht sich auf Frankreich genau so wie auf unser Land.
Eben erfuhr ich von chinesischen Freunden, dass auch in deren Medien die jüngsten Gewaltverbrechen in Bayern Spitzeninformationen darstellen. Propaganda?
Deutschland und die Deutschen sind bei den Chinesen bisher sehr angesehen. Unser Land und seine Bewohner stehen dort für Fleiß, Qualität, Kultur und Sicherheit im Alltag. Noch ist es so. Die guten Erfahrungen hunderttausender chinesischer Touristen und zehntausender chinesischer Studenten verbreiteten dieses Bild in Fernost. Doch es beginnt zu bröckeln. Ein Zufall, dass Hongkong-Chinesen Opfer des Gewaltverbrechens bei Würzburg wurden?
So sicher scheint dieses Deutschland nun doch nicht zu sein. Die Chinesen wissen, dass man in ihrem Land mit Axt oder mit Hieb- und Stichwaffen keinen Zugang zu Nahverkehrszügen hat und dass man sich mit Schusswaffen nicht all zu lange in der Öffentlichkeit bewegen kann. Ja, ich höre die Proteste der Anbeter der westlichen „Freiheit" und ich ignoriere sie. Denn es gibt keine Sicherheit ohne Überwachung in einer modernen und weltoffenen Gesellschaft.
Wir hier mitten in Europa haben sie nun mal - die rapid zunehmenden Verbrechen im Alltag, die den Menschen Angst und Schrecken einjagen. Und das sind nicht nur die Amokläufe, sondern auch die Gewaltverbrechen oder die sprunghaft ansteigenden Wohnungseinbrüche. Angriffe auf die Wohnung sind Eingriffe in die individuelle Sicherheit der Bürger, die in den meisten Fällen nicht aufgeklärt werden. In diesen Fällen ist die Staatsanwaltschaft sehr schnell dabei, die Ermittlungen einzustellen.
Das offizielle Deutschland legt großen Wert darauf, vor allem die Verbrechen in der Öffentlichkeit, im öffentlichen Nahverkehr, in Einkaufszentren oder Schulen nicht als Symptome einer kranken Gesellschaft gelten zu lassen. Verbrecher werden als EINZELTÄTER oder psychisch kranke Außenseiter, nicht als Teil unserer Gesellschaft charakterisiert. Als seien sie Außerirdische, als hätten sie nicht in unserer Mitte gelebt, als radikalisierten sie sich hinter verschlossenen Türen, als seien sie nicht das Spiegelbild dieser verkommenen Gesellschaft.
Es erweckt den Anschein, als wolle die Politik ihre Verantwortung für diese Entartungen des menschlichen Verhaltens von sich weisen.
Jeder normale Bürger erkennt, dass Verbrechen in Deutschland in dieser Intensität und Brutalität früher nicht vor kamen. Weil unser Land früher auch nicht so eng an die Kultur aus Übersee gekoppelt war. Man braucht sich doch nur die Verrohung des Fernseh- und Spielemarktes hierzulande betrachten: Action, Power, Macht, Angst und Gewalt. Wen wundert es, dass da nicht unterschwellig auch die Kriminalität aus den "Staaten"
importiert wird?
Man kann eben die Kulturpolitik nicht loslösen von der Innenpolitik wie auch die Innen-
nicht von der Außen- und Sicherheitspolitik getrennt werden kann. Alle diese Politikfelder sind inzwischen vom Virus der Gewalt infiziert. Man kann eben nicht französische Bomben und Raketen auf syrische Städte schmettern oder diese Gewaltverbrechen mit deutschen Aufklärungsflugzeugen, Tankflugzeugen oder Luftüberwachungssystemen unterstützen ohne die Gefahr von Verbrechen in den Herkunftsländern der Gewalt,
der Unterstützung von Gewalt und der Waffen zu riskieren.


Am 23. Juli 2016 schrieb Christl Buchinger:

Gut, dass Obama sagt, die USA stünden an der Seite Deutschlands und uns Unterstützung bei Terroranschlägen anbietet. Aus naheliegenden Motiven bezeichnet er Amokläufe als Terroranschlag. Wie heute morgen am Radio auch der "Terrorexperte der ARD", der keinen großen Unterschied zwischen Amoklauf und Terroranschlag sehen mag. Warum wohl? Jedenfalls bietet Obama uns die Unterstützung der USA an. Das wird was werden! Schließlich liegen die USA weltweit an der Spitze der Statistik von Amokläufen.

Antwort von U. Gellermann:

Ich habe große Ängste: Wird Obama jetzt München bomben, oder den Iran? Es ist ja bekannt, wie die USA alle, wirklich alle Probleme lösen. Zur Zeit bete ich, dass sie es diesmal mit eine paar Drohnen gut sein lassen.


Am 23. Juli 2016 schrieb Dieter Seibt:

Danke für die Ergänzung. Wissen Sie eventuell noch was über ähnliche Dinge, die zu Friedenszeiten in dem "Unrechtsstaat" DDR vorgefallen sind? Es kann natürlich sein, daß die Fa. des Herrn Mielke jegliches Rechtsbewußtsein unterdrückte und man sich deshalb nicht mal mit einem Knüppel bewaffnen durfte. Wie schön ist das bei unseren amerikanischen Freunden, da wurden im letzten Jahr 33000 Menschen aus Jux abgeknallt, wie der Herr Obama mal erzählte.

Weiter so, danke.

Antwort von U. Gellermann:

Ich bin ein ziemlich guter DDR-Kenner: Auch nach der Wende, nachdem ja „alles“ öffentlich wurde, gab es keine Information über einen Amoklauf in der DDR. Beste Grüße,


Am 23. Juli 2016 schrieb Winfried Wolk:

Sie haben bisher keine Mail von mir bekommen, weil ich fasziniert bin, wie Sie schreiben und wie Sie die Problematik fassen. Alles konnte nick kommentarlos unterschreiben, da war nix hinzu zufügen, auch die Einträge im Blog waren entsprechend gut. Was hätte ich da noch sagen sollen?
Ihre Artikel sind unglaublich gut!!! Insbesondere dieser! Danke dafür. Nicht nur Ihre klare, unverstellte Sicht macht Mut und gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein mit meinen Erkenntnissen auf dieser völlig durchgedrehten Welt,. Die aktuellen Themen, die Sie wie mich und, Gott sei dank, auch einige andere immer wieder bewegen, Ihre stimmigen Recherchen und auch Ihr hintergründiger Sarkasmus und die feine Ironie, ist meisterhaft. Ich freue mich natürlich immer auch über die vielen Zuschriften im Blog, wo nur wenige etwas sagen, die die Problematik unserer gegenwärtigen Welt nicht wirklich durchschauen. Aber die Zuschriften von Reyes Carrillo, Gert Flegelskalp, Kostas Kipuros, um nur einige wenige zu nennen, machen auch mir wirklich Mut und bestätigen, dass ich nicht verrückt oder aus der Zeit gefallen bin.
Ich würde mich sei freuen, wenn es gelingen könnte, eine „breitere Masse“ zu aktivieren, um wirklich etwas gegen den Wahnsinn unternehmen zu können. Oder sind die Meisten schon so verblödet vom Mainstream, dass sie nicht mehr eins und eins zusammenzählen können?
Vielleicht würden wir sofort als Terroristen aussortiert und eliminiert, wenn wir das versuchten. Es wäre aber so nötig!!! Ich bin ein bisschen verzweifelt über den Irrsinn, der im Moment über uns hereinbricht und wo nur wenige Stimmen dagegen angehen. Sie sind da ganz wichtig, einige wenige andere auch.


Am 22. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

......mir fehlen angesichts des nicht enden wollenden Leids, derer die die Rechnung für Unfähigkeit, Ignoranz, Arroganz der Macht,
mit ihren Träumen, ihren Wünschen, ihrem Leben "bezahlen".
Es ist die Systemfrage, die sich aufdrängt und eine Antwort braucht.
Sie werden nicht aufhören. die Kriegstreiber, die Rüstungsindustrie, der Filz in Wirtschaft und Politik, die Heuchler, die, denen jedes Mitgefühl, der neoliberalen Ideologie, folgend als nicht systemrelevant abgetan wird.
Uli, du hast alles gesagt, was gesagt werden musste. Dieser Artikel hat etwas so trauriges, dass mir die Worte fehlen, und er ist ein Zeichen deiner Qualität, die Menschen zu nennen, die ansonsten noch nicht einmal mehr eine Randnotiz wert sind.
Christian Ziewer, Aleksander v. Korty mir fällt nicht mehr ein als auch Ihnen: Danke zu sagen.


Am 22. Juli 2016 schrieb Michael Schmidt:

Wer Terror sät wird Terror ernten.....Ganz schön pervers ist aber so. Das Ganze macht aber (Irr) sinn wenn man Menschen- und Völkerrecht relativiert, will heißen, das gilt nicht für "alle Menschen".
Es gibt scheinbar eine besondere Spezies Mensch die die andere gegeneinander in Stellung bringen kann,, frei nach dem Motte "Ihr seit eh zu viele" und diese Rechnung scheint zur Zeit tatsächlich aufzugehen.


Am 22. Juli 2016 schrieb Christian Ziewer:

„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ - also auch an ihren Worten. Das kleine literarische Gebilde, das mich heute aus Gellermanns Schreib- und Denkstube erreichte, traf mich umfassend und tief, wie ich es vorher angesichts dieser rationalen Galerie noch nicht erlebt hatte.
Mir scheint, daß in dieser Schrift verschiedene Stilmöglichkeiten aufs schönsten und ergreifendste zusammengefaßt sind, die Gellermann bisher eher vereinzelt und voneinander getrennt verarbeitet hat. Diese Mittel hat er immer wieder erprobt, um seine Leserschaft möglichst wirkungsvoll aufzurütteln und zu Einsichten und politischem Denken zu verführen. Mal war´s ein Sendbrief, mal eine Kampfschrift, mal war´s Agitation, mal Reportage und Information, mal kehrte er den Ironiker heraus oder den Satiriker, er war der Erfinder von Rüpelspielen und auch der coole, distanzierte Betrachter des globalen Machtpokers, vor allem aber immer wieder der Analytiker, der seinen Blick auf die eigene Gesellschaft richtete, sie mit scharfem Messer sezierte und ihre Bestandteile neu zusammensetzte, so daß man zu unerwarteten Erkenntnissen kommen konnte. Und wenn ihn sein Zorn über unerträgliche Verhältnisse, schauerliche Politakteure oder verlogene Medienaktivisten zu kreativ-verunglimpfenden Wortbildungen und herrlichen Schimpftiraden hinriss, so war zum Ausgleich flugs jemand zur Stelle, der ihn des einseitigen, unqualifizierten Vorurteils und der bösartigen Schmähung zieh.(Schade, daß diese Kritiker nicht sehen konnten, daß im Grotesken, Boshaften und Regelverletzenden oft auch eine produktive Kraft steckte, die zum Erkennen einer Sache beitragen konnte.)
In „Frankreichs Terror gegen Syrien“ findet Gellermann nun für die unterschiedlichen Mittel des politischen Schreibens zu einer faszinierend einheitlichen Form. Er verbindet das Verschiedene, läßt es sich gegenseitig ergänzen und beeinflussen, so daß die Synthese einen ganz außerordentlichen Eindruck auf mich ausübt. Man sieht es dem Text an, daß seine Geschlossenheit und seine Wucht der inneren Verfassung eines Autors entspringt, der sich mit seinem ganzen Verstand und seinem ganzen Gefühl den Katastrophen ausgesetzt sieht, die ihn belagern. Nur ein großes Mit-Leiden kann solche Leidenschaft hervorbringen, und nur eine solche Leidenschaft des Autors - eine politische wie ästhetisch-künstlerische - kann auch in mir als Leser die Empathie auslösen, die ich für die geschilderten Leiden der Menschen und für all das empfinde, was der Autor da vor mir ausbreitet und was meine eigenen Fragen und Zweifel, meine Wut, und meine Hilflosigkeit und meine Unentschlossenheit emporzerrt zur Stellungnahme. Da gibt´s kein Lachen mehr, und Witz und Sarkasmus können die Realität nicht abfedern und dämpfen, sondern treiben mir die Tränen in die Augen.
Und dann kommt am Ende des Aufsatzes das für mich schönste poetische Mittel Gellermanns zur Geltung, das Pathos. Zweifach setzt er es ein in zwei fast den selben Sätzen, dieses Pathos, das seit Aristoteles eine Bedingung für den Dramatiker ist, wenn er den Zuschauer ergreifen und ihn hinreißen will zu aktivem Wahrnehmen. An die heuchlerische Frau Merkel gerichtet, die ihren Kampf zu gewinnen meint: „Nein, werdet ihr nicht.“ Und dann noch einmal, diesmal mit Blick auf die anderen sich schon als Sieger fühlenden Täter und ihre ideologischen Steigbügelhalter: „Nein, werden sie nicht.“ Die Täter werden nicht die Sieger sein, trotz des Terrors, den sie auch künftig noch ausüben werden. Gleichzeitig beschwört Gellermann damit für den Leser eine Zukunft, er spricht ihn direkt an, als wollte er ihn gegen die herrschende Resignation immunisieren: „Sie werden damit nicht durchkommen. No pasaran.“ Da ist in dem zweiten pathetischen Ausruf ein utopisches Element enthalten, das der Autor, wie ich mir vorstelle, hineingefühlt und hineingeschrieben hat. Vielleicht macht es Mut und kann uns helfen, hoffend in einer Zeit weiterzuleben, in der viele Hoffnungen verlorengegangen und die meisten aufgegeben worden sind. So ist diese kleine Schrift für mich ein Ausdruck tiefen Nachdenkens und einer wahrhaftigen Empfindung für das Leiden anderer und für die Aufgaben, die uns gestellt sind. Etwas vom schönsten, das ich in der Rationalgalerie bisher angetroffen habe.


Am 22. Juli 2016 schrieb Christian Bosch:

Ich habe zufällig den super Artikel "Frankreichs Terror gegen Syrien" gefunden und wollte ihn auf Facebook teilen weil ich in dem gleichen Thema gestern etwas zu der "im Westen alles super - im Osten alles Terroristen" geschrieben hatte (https://www.facebook.com/christian.bosch.165).

Liebe Grüße aus Froongraisch

P.S. Haben sie etwas mehr Respekt vor dem französischen Präsident. Schließlich hat er wichtigeres zu tun. Sein Haar. Scheint ein extremer Problemfall zu sein, wenn man ein Frisör für monatlich 10.000? braucht um mit der Visage und dem Haar so auszusehen. Das macht normalerweise der Bub ums Eck für Lau schöner...


Am 22. Juli 2016 schrieb Uschi Peter:


Lieber Caesar, das war Frau Madelin Albright, die kein Mitleid mit 1/2 Mill.toten Kindern hatte. Dabei hätte sie als Jüdin, die selbst der Vernichtung durch die Nazis entkommen war, doch Mitgefühl für Opfer haben müssen. Es waren doch Kinder wie sie einst.


Am 22. Juli 2016 schrieb Uschi Peter:

Danke an Uli für den erhellenden Beitrag. Aber auch besonders an Reyes Carrillo und Aleksander von Korty meinen Dank. Das macht mich aber nicht optimistischer. Der Ausspruch von Einstein wird m. E. unser Schicksal sein, wenn denn noch Menschen und Tiere in der bekannten Form existieren und nicht verkrüppelte Ungeheuer ein tristes Leben fristen..
Warum können die Weißen nicht die Lebensweisen anderer Völker respektieren? Denn die haben die Welt versklavt und ins Elend gestürzt erst mithilfe ihrer Religion und dann unter der Lüge ihnen "unsere Werte" und die Freiheit bringen zu müssen.


Am 22. Juli 2016 schrieb Kostas Kipuros:

Lieber Uli, ein erneutes Danke für das mit publizistischem Skalpell sezierte verlogene Gebaren Frankreichs und des Westens. Inzwischen dürfte selbst dem oberflächlichen Zeitungsleser aufgefallen sein, dass die westliche Erzählung über Krisen, Kriege, Konflikte und Anschläge stets den eigenen Anteil ausblendet. Leider mit Erfolg, auch zum Teil, weil dieser oft im geschichtlichen (scheinbaren) Dunkel zurückliegt.
Syrien ist dafür sowie die westliche Doppelmoral zwar ein beredtes Beispiel, das bereits mit dem Sykes-Picot-Abkommen und der damit einhergehenden Aufteilung der arabischen Welt zwischen Frankreich und Großbritannien belegt wurde, aber eben bei weitem nicht das einzige.
Wer etwa auf Suche nach einer Verbindung zwischen dem jüngsten Terror am 22. März in Brüssel und der Geschichte Belgiens in Afrika geht, wird ebenfalls fündig: Mark Twain hat in seinem Essay "König Leopolds Selbstgespräch" die verheerende Rolle des belgischen Königs bei der Ausplünderung des Kongos geschildert. 1885 hatte die (oohps) in Berlin tagende Kongo-Konferenz aus 14 Staaten Leopold II. das gesamte Gebiet als Privatbesitz übertragen, ein Territorium übrigens, das mehr als 80 Mal größer war als Belgien. Eine gnadenlose Ausplünderung begann Elfenbein, Kautschuk, Bodenschätze, alles was Geld brachte, wurde dem Land faktisch gestohlen. Wer sich widersetzte (oder wem dies unterstellt wurde), wurde von Leopolds (vorwiegend schwarzen) Hilfstruppen, den "Force publique" gnadenlos umgebracht oder verstümmelt. Ganze Körbe voll brachten die Schlächter ihren europäischen Offizieren abgehackte Hände - als Beweis ihrer tödlichen „Effizien". Als Leopold 1908 den Kongo, den er übrigens nie gesehen hat, an die belgische Regierung verkaufen musste, war die Zahl der Todesopfer auf - wie Wissenschaftler schätzen - auf zwischen fünf und 15 Millionen Menschen gestiegen...


Am 22. Juli 2016 schrieb Manfred Caesar:

Nun ja , Frau Clinton hat vor Jahren bereits erklärt : "1 Mio tote Iraker sind das wertvolle Geschenk der „westlichen" Werte, Mord, Raub und Totschlag wert" Demokratie und westliche Werte gibt es eben nicht umsonst.
Terror erzeugt Terror ist zwar einleuchtend aber man muß schon etwas nachhelfen.Sie können sicher sein ,daß die "Einzeltäter" nicht ohne Unterstützung sind.Die Unterstützer findet man natürlich nicht ,da man absichtlich an der falschen Stelle sucht.Um ganz sicher zu sein werden alle Attentäter auch vorsorglich sofort erschossen.Tote reden nicht.


Am 22. Juli 2016 schrieb Lutz Jahoda:

AUFRUF GEGEN DIE DIKTATUR DES PROFITS

Geistig veröden
zugunsten der schnöden
gefährlich blöden
Ein Prozent?

Dies zuzulassen,
würde denen nur passen;
drum nutzt, liebe Freunde,
gegen die Zunft,
Eure Vernunft!


Am 22. Juli 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Wer Terror sät, der erntet Terror."

Das ist eine lange erprobte Wahrheit.

Und die Säer-Sensenmänner Sicolas Narkozy und Hollownde, Merkele im Schlepptau, werden von der Machthaber-hörigen Presse weitgehend gedeckt, durch Verschweigen, Fälschen, propagandistisches Aufbereiten von Nachrichten.

Solche Lügenhaftigkeit zerstört die Möglichkeit für Demokratie und den sozialen Konsens.
Wie sollte ein fehlinformierter Mensch ein "demokratisches Wahlrecht" ausüben können?

Insofern volle Zustimmung: ihren "Kampf" werden diese drei Gestalten so wenig gewinnen wie der Verfasser von "Mein Kampf". Es sei denn, sie kämpften in Wirklichkeit für die Zerstörung der Demokratie und der Nationalstaaten.


Am 22. Juli 2016 schrieb Burkhard Ohligs:

Würde man eine Wand in römischer Architektur rund um die nordafrikanische Küste und Nahost ziehen, hätten wir ein riesiges Colosseum. Groß genug, um den "normalen" Wahnsinn mit einer einzigen Arena zufrieden zu stellen. Geisteskranke Moderatoren gibt es ja genug. Ebenso stumpfsinnig gewordene Völker als Publikum.


Am 22. Juli 2016 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr.:

Ein Meisterstück aus Deiner Feder!


Am 22. Juli 2016 schrieb Gert Flegelskamp:

Versehen? Oder Kriegsverbrechen?


Ich bin wütend und angeekelt. Da war gestern, am 21.07.2016 ganz kurz bei GOOGLE/News eine Schlagzeile zu finden:

"56 tote Zivilisten bei US-Angriff in Syrien". Es dauerte keine 10 Minuten, da war keine einzige Schlagzeile dieser Art mehr bei Google-News zu finden.

Aber ich hatte es doch zuvor gelesen, irgendwie musste doch was darüber in der Presse stehen?!

Also habe ich bei der Zeit und bei der FAZ im Tages-Nachrichten-Überblick nach einem entsprechenden Eintrag gesucht. Nichts! Erst bei HEISE/Telepolis(1) wurde ich fündig, aber die hatten es nicht auf die Schlagzeilen-Seite von GOOGLE/News geschafft. Dafür aber fand ich dann bei Telepolis(2) einen zweiten Beitrag zum Thema, der gepflegter zum Ausdruck gebracht hat, als ich es in meinem derzeitigen Gemütszustand ausdrücken könnte.

An die ZEIT-Redaktion habe ich geschrieben;

Wenn Putin einen Angriff in Syrien geführt hat, bei dem Zivilisten zu Tode kamen, waren in der ZEIT sofort etliche Artikel und Kommentare zu dem Vorfall zu finden.
Nun sollen bei einem Angriff US/Deutsch/türkischen "Anti IS-Koalition" im syrischen Manbij 100 bis 300 Zivilisten (die Angaben zur Zahl der Opfer sind unterschiedlich) umgekommen sein und die ZEIT verliert nicht ein Wort über diesen Vorfall? Wo bleibt der empörte Aufschrei, wo die Erklärung der Hintergründe? Oder wurde der deutschen Presse von den USA ein Maulkorb umgehängt?
Ich finde, Ihr solltet Euch schämen!

Heute habe ich mir den Tagesschau-Überblick angesehen. Kein Wort über dieses Kriegsverbrechen, auch nicht am Vor- oder Folgetag.

Im Anschluss habe ich in die Suchmaske bei GOOGLE die ursprüngliche Schlagzeile eingegeben: "56 Zivilisten bei US-Angriff getötet." Hier kamen dann Rückmeldungen, z. B. hat RT darüber berichtet (ich verzichte ganz bewusst darauf, mich bei RT zu informieren, damit man mir keine russische Propaganda vorwerfen kann), aber auch der Spiegel(3) hat darüber berichtet und in Österreich haben etliche Zeitungen diesen Vorfall gemeldet, z. B der Standard.at(4).

Die echte Zahl der getöteten Zivilisten ist weitaus höher und wenn sogar die zur syrischen Opposition zählende "syrische Bobachtungsstelle für Menschenrechte" und Amnesty-International diesen verheerenden Angriff der US/Deutsch/türkischen "Anti IS-Koalition" anlasten, kann davon ausgegangen werden, dass sich auch Deutschland an diesem Kriegsverbrechen beteiligt hat.

Der Verdacht, dass die USA und die Türkei den IS unterstützen, ist nicht neu, wird aber immer sofort als Verschwörungstheorie abgeschmettert. Und wie die deutsche Pressearbeit in Sachen Russland aussieht, muss ich wohl nicht erwähnen. Wenn aber die gesamte deutsche Presse bei einem solchen Vorfall schweigt, muss ich davon ausgehen, dass die Deutsche Presse voll in der Hand der USA ist. Den Verdacht habe ich schon lange, doch nun werte ich diesen Vorfall als Beweis, dass ich mit meinem Verdacht richtig liege. Dass man den Spiegel-Bericht noch bei Google findet, liegt wohl daran, dass das Löschen eines einmal eingestellten Beitrags ein wenig dauert.

Fußnoten
(1) Hunderte Zivilisten sterben bei US-Luftangriffen in Syrien TELEPOLIS
(2) Massaker in Syrien nicht medienrelevant TELEPOLIS
(3) US-Luftangriffe in Syrien: Menschenrechtler berichten von Dutzenden toten Zivilisten SPIEGEL
(4) Syrische Opposition: US-Luftangriff tötet 56 Zivilisten Der Stabdard.at


Am 22. Juli 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Du nervst langsam, Gellermann! Noch vor dem Frühstück ist, wie so oft, der Tag gelaufen. Andererseits: Woher willst du das alles wissen? Ich hab’ jeden Tag die Nachrichten geguckt, nix von dem, was du da phantasierst haben die gemeldet!
Irre witzig, ich weiß. Und doch: Wie ist in Worten Empörung steigerbar, wie das Unfassbare, die Abscheu, die Verzweiflung und Ohnmacht adaptierbar an die nach oben offene Spirale des grenzenlosen, schreienden Unrechts? Copy & Paste der eigenen Empörungszeilen von letzter oder vorletzter Woche?
Wie nicht seinen Fernseher zertrümmern, wenn es „ARD-Brennpunkte“ und „ZDF spezials“ gibt, die die fünf kaltblütigen (oder besser heißblütigen) Morde an weißen US-Polizisten beweinen, einer in beachtlichen Teilen klar rassistisch konditionierten Schutzgang der Eliten? Oder über einen jugendlichen Migranten, der in einem Zug mit der Axt schrecklicherweise fünf Menschen schwer verletzt, ohne zum aktuellen Zeitpunkt noch irgendetwas über die Hintergründe zu wissen? Und es wie im Sturm auf eine Ex-Politikerin niederscheißt, die fragt, warum ein bis an die Zähne bewaffnetes SEK einen jungen Mann mit Axt nicht anders zu stoppen in der Lage ist, als ihn abzuknallen?

In der Nacht von Nizza kündigte dieser eiskalte, blutrünstige Scheißkerl, diese Schande eines Sozialisten und Abschaum der Menschheit François Hollande genau das gnadenlose Schlachten an, das du u.a. heute dankenswert so bleiern in die Galerie gestellt hast. Da wo die emotionalisierte, mediale Fokussierung der „Brennpunkterei“ auf der einen Seite ablenken, verzerren oder Propagandalügen verbreiten soll, wird hier das schlichte vorsätzliche Verschweigen und die Unterschlagung genommen. Diese simple, aber wirkungsvolle Methode zur Unsichtbarmachung der eigenen Taten und Dehumanisierung bei gleichzeitiger (mit Lügen angereicherter) Überfokussierung und Dehumanisierung des Gegners ist wohl so alt wie das organisierte Töten selbst. Und ganz klar: Dieses Verschweigen ist ein Kriegsverbrechen! Es ist immer auch mittelbarer Mord. Und jede sich Journalist schimpfende Drecksau, die dieses Morden durch Unterschlagen, Verzerren und Lügen unterstützt ist der Beihilfe zum Mord schuldig. Daran gibt es nichts und gar nichts zu rütteln.

Immer wieder und immer wieder gefragt: Wie ist diese völlige Empathielosigkeit auf der einen Seite, wie der gnadenlose, kalt und bürokratisch organisierte Blutrausch und dieses triefende, pseudohumanistische Pathos hinsichtlich der „eigenen“ Opfer auf der anderen Seite erklärbar? Wie ist es überhaupt möglich, dass so viele „Journalisten“ diese Ausblendungen, Ausgrenzungen, Abspaltungen, Abstraktionen und diese bewertende Hierarchie des Empathie-Würdigen erfasst? Neben einer psychiatrischen Herangehensweise an diese Frage ist zunächst vielleicht auch ein ganz und gar schlichter Gedanke möglich: Die krasse Ungleichheit in Gesellschaften, ob im Feudalismus oder Neoliberalismus, gebiert natürlich auch ungleiche Tote, gute und schlechte, wichtige und unwichtige, wertvolle und wertlose, diejenigen, die den Tod verdient haben und diejenigen, die ihn nicht verdient haben. Diese Haltung sickert natürlich auch in die Federn der von Herrschafts-Medienkonzernen abhängigen, gehirngewaschenen sendenden und schreibenden Auftrags-Killer.

Natürlich ist es nicht nur völlig verständlich, sondern geradezu geboten, wenn das Grauen, das die westliche Wertegemeinschaft in die islamische Welt getragen hat medial ausgeblendet wird: Jede auch nur annähernd neutrale Berichterstattung über den Terrorismus der westlichen Humanisten, Brunnen- und Mädchenschulenerbauer allein seit dem 11.9.2001 würde die Bevölkerungen binnen kürzester Zeit verstehen lassen, wie Terrorismus entsteht und wie er Tag für Tag genährt und gemästet wird. Und würde verstehen lassen, welch aufwändiger Propagandaapparat vonnöten ist, die Massen zu konditionieren, sie zu verblöden und zu kontrollierbaren Papageien zu züchten. Dann würde womöglich die Einsicht des Soziologen Mike Davis dämmern: „Die Autobombe ist die Airforce des kleinen Mannes“. Oder die lapidare Feststellung Sir Peter Ustinovs könnte ins kollektive Bewusstsein rücken: „Der Terrorismus, der im furchtbaren 11. September kulminierte, ist ein Krieg der Armen gegen die Reichen. Der Krieg ist ein Terrorismus der Reichen gegen die Armen." Und deshalb werden, einer sprudelnden Quelle gleich, unendlich viele derjenigen, denen der Staub, den ihre Familien, Angehörigen und Freunde beim Fallen und Zerfetzen aufwirbeln und ihnen zwischen den Zähnen knirschen, aufstehen und zur Waffe greifen. „Wer Terror sät, der erntet Terror“, endet dein ausgezeichneter, hoffnungsloser Artikel. So ist es. Allein die ja keineswegs abwegige Imagination, wie sich François Hollande kurz nach der zuvor erfolgten Anweisung seiner staatlichen Killerkommandos den monatlich 10.000 Euro teuren präsidialen 24/7-Bereitschaftsfigaro zu sich rufen lässt, um sein schütteres Haupthaar für die nächste PK zu toupieren, allein diese Vorstellung kann reichen, aus einem Ohnmächtigen einen Terroristen zu machen.

Das „gallische Hähnchen“ Sarkozy hebe dir bitte noch für April 2017 zur Wiedervorlage auf, wenn der Kurze dann Marine Le Pen zum Wahlsieg gratulieren wird, den Hollande in seiner Amtszeit artig befördert hatte. Heute konnte ich dieses köstliche Bonmot leider nicht angemessen belachen.


Am 22. Juli 2016 schrieb Albert Einstein:

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."


Am 22. Juli 2016 schrieb W. Händel:

"Das Auge des Gesetzes sitzt im Gesicht der herrschenden Klasse." (Ernst Bloch)


Am 22. Juli 2016 schrieb Alles nur Satire:


Eine eindringlich geschriebene Mahnung.

Eine unmissverständliche Absage an Dummheit, Lügen, Ignoranz, Totalitarismus, Krieg, Faschismus, Neo-Kolonialismus.

Eine Absage an die Polit-Narren, die in ihrer Arroganz und Ignoranz nur durch die sie wählenden Bürger übertroffen werden.

Solange die westlichen Bürger glauben, mit der Abgabe ihrer Wahlstimme(n) ihren gesellschaftspolitischen Verpflichtungen Genüge zu tun und ihre ureigenste politische Verantwortung an Parteien- und Wirtschaftsvertreter delegieren, wird sich nichts bei den neoliberalen Kriegstreibern aus allen Ecken ändern.

Mit Vernunft geschlagene Politiker sind heutzutage eine (fast) ausgestorbene Rarität.

Ebenso mit Vernunft, Courage und zivilem Ungehorsam versehene Bürger eine nur allzu sehr überschaubare Kleinstmenge ausmachen.


Am 22. Juli 2016 schrieb Gideon Rugai:

In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Fehlen großformatiger Mainstream- Meldungen über Unruhen und Strassenschlachten in Frankreichs Städten ob der gegen alle Vernunft durchzusetzenden französischen Variante der "Agenda 2010" zur Durchführung der neoliberalen Agenda.
Und dazu passend noch der Hinweis auf den inzwischen auf YT "viral" gegangenen Vortrag von Prof. Rainer Mausfeld mit dem schönen Titel "Warum schweigen die Lämmer ?"
Dort wird sachlich, gelassen und mit einem Tüpfelchen Ironie bzw. Schwarzem Humor darüber aufgeklärt, was es mit unserer schön(en) hinmanipulierten Demokratie - aktuell in Wechselwirkung mit dem Neoliberalismus- eigentlich auf sich hat: Nämlich garnichts, ausser ein Windei zur Sedierung der Massen zu sein.

Das sollte eigentlich auch allen westlich-wertkonservativen u. sonstig einäugigen Verteidigern der Freiheit das andere, verklebte Auge öffnen.
Doch ich befürchte jene Spezies wird auch weiterhin unerschütterlich daran glauben, mit dem Ersten besser zu sehen und mit dem Zweiten in der ersten Reihe zu sitzen.
Warum, nun, auch darüber klärt Prof. Mausfeld detailiert auf.....:

https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M


Am 22. Juli 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Kein ernst zu nehmender Mensch wird bestreiten können, dass die früheren Herrscher des Irak, Saddam Hussein, Syriens Hafiz al-Assad und Libyens Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi und der derzeitig amtierende Präsident Syriens Baschar Hafis al-Assad keine lupenreinen Demokraten waren, bzw. sind. Aber wer von den politisch herrschenden in dieser Welt ist das schon. Die Kanzlermarionette Merkel, der schwarze Gringoarsch auf dem Präsidententhron sind dies mit Sicherheit nicht. Sie sind Arschkriecher und Macht geile Menschen, die die tatsächlichen Interessen ihrer Völker nach Wohlstand und Frieden auf das schändlichste verraten. Während die zuerst genannten in ihrer Herrschaftszeit wenigstens ihren Völkern Ruhe, relative Sicherheit wirtschaftliche Prosperität verschafft haben. Mit der Ausnahme von Saddam Hussein der zeitweise Krieg gegen den Iran führte, allerdings im Interesse und im Auftrag des Gringo-Imperiums.

Aber das Imperium in Norden des amerikanischen Kontinentes und seine willfährigen Vasallen Deutschland, Großbritannien, Frankreich usw. kennt keine Grenzen seiner Gier und seiner wahnwitzigen irrationalen Weltherrschaftspläne. Es ist dabei genauso rücksichtslos, verbrecherisch und irrational wie es im vergangenen Jahrhundert der GröFaZ des tausendjährigen Reiches war. Um der Durchsetzung ihrer unmenschlichen geradezu Menschen mordenden und verachtenden Profit- und Herrschaftsinteressen riskieren sie erneut einen fürchterlichen Weltbrand
.
Es ist fast körperlich zu spüren, dass in der aktuellen politischen Situation unserer Erde ein Dritter Weltkrieg nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

Der Erste Weltkrieg forderte nur 7 Millionen Menschenopfer. Der Zweite Weltkrieg bereits 55 Millionen und der Dritte Weltkrieg wird vermutlich durch die heute atomar mögliche Kriegsführung mindestens 550 Millionen Menschenleben kosten, wenn nicht sogar 5.5 Milliarden!

Dann bliebe noch ein Restbestand von knapp zwei Milliarden Menschen auf diesem blauen Planeten. Allerdings nur, wenn trotz der atomaren Verseuchung dieses Planeten er weiterhin blau und bewohnbar bliebe, was sehr zweifelhaft ist.

Das Wort "blau" liefert mir das Stichwort. Die jetzige Situation im Wartestand auf eine erneute unbeschreibliche Menschheits-Katastrophe ist mit klarem Verstand nicht mehr ertragbar, sondern nur noch im Vollrausch und erinnert mich an die Aussage eines der klügsten Männer des zwanzigsten Jahrhunderts, Albert Einsteins: "Ich weiß nicht welche Waffen im nächsten Weltkrieg zum Einsatz kommen. Wohl aber welche im Übernächsten: Pfeil und Bogen"

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