Feigheit in Dresden, Mut in Berlin

Die deutsche Nation meldet sich zurück

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Oktober 2015

Außer zu bierseligen Fußballmeisterschaften und den Badetücher-Schlachten tapferer Deutscher gegen Engländer auf Mallorca hatte sich die deutsche Nation eigentlich abgemeldet. Sie war bis 1990 auf zwei Territorien aufgeteilt und das bekam ihr nicht schlecht: Das deutsche Wesen wusste halbwegs um seine historische Schuld an der Vernichtung verschiedener Völker und einer Religionsgemeinschaft und hielt in der Genesungsfrage zumeist den Mund. Das bekam seinen Nachbarn gut, aber auch den Deutschen selbst. Brav ordneten sie sich der jeweiligen Großmacht – in deren Einflussbereich sie lebten – unter und waren jedenfalls keine Gefahr mehr. Das sollte sich mit der "Deutschen Einheit" ändern.

Als ob es tatsächlich und plötzlich eine Deutsche Einheit gegeben hätte. Es gab von Beginn an ein Oben und ein Unten, ein Arm und ein Reich, die Habe-alles und die Habe-nichtse. Und doch existierte eine Art Klammer um die völlig gegensätzlichen Gruppen im selben Land: Die Nation. Was dem Einzelnen als gewollt erscheint, ist ein historisches Zufallsprodukt. Die Saarländer könnten auch Franzosen geworden sein, die Schleswig-Holsteiner Dänen, und die Slawen siedelten bis zum 13. Jahrhundert auf etwa einem Drittel des heutigen Deutschland. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts starb im Wendland eine slawische Sprache aus: Das Drawänopolabische. Aber diese nationale Zufälligkeit, von gemeinsamer Sprache, Geschichte und einem gemeinsamen Gebiet existiert. Die Nation ist zu einem eigenen Wert geworden, zu einer gesellschaftlichen Kategorie und verlangt deshalb Beachtung.

Schon lange existiert das Wort "Anti-Amerikanismus" als Kampfbegriff gegen jede kleine Regung nationaler Eigenständigkeit. Er entstand in der alten Bundesrepublik, als sich in der Bewegung gegen den Vietnamkrieg die Enttäuschung über das, was man für die US-Demokratie gehalten hatte, als dummes Zeug, als Tarnanzug des Imperialismus herausstellte. Es waren zumeist jüngere Menschen in amerikanische Jeans und nicht selten in Parkas der US-Armee gekleidet, die in Sprechchören wie "USA-SA-SS" einen Zusammenhang zwischen der imperialistischen Vergangenheit der Deutschen und der imperialistischen Gegenwart der Amerikaner herstellten. Sie wurden mit der Beschuldigung des "Anti-Amerikanismus" unversehens als Nationalisten gebrandmarkt, aus dem westlichen Bündnis ausgeschlossen und zu gesellschaftlichen Parias gestempelt. Dass sie sich als Freunde der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung begriffen, half ihnen nichts: Sie waren mit den falschen Amerikanern befreundet.

Der Begriff des Anti-Amerikanismus war nie weg. Gern tauchte er im Umfeld US-amerikanischer Kriege auf und wurde gegen deren deutsche Gegner eingesetzt. Der arme Gerhard Schröder zum Beispiel, als Kanzler ein braver NATO-Verfechter, wurde flugs öffentlich zum Anti-Amerikaner erklärt, nur weil er keine deutschen Truppen für den Irak-Krieg zur Verfügung stellte. Sein eher taktisches Verhalten erklärte man zum "nationalen Alleingang". Und da war sie schon wieder, die Nation. Einen Aufschwung erlebt der Nationalisten-Verdacht gerade im Umfeld der Auseinandersetzungen um das TTIP-Abkommen: Von der FAZ über die ZEIT bis zum Deutschlandfunk, gern werden die Gegner des TTIP in die Schublade des "latenten", des verborgenen, des schwärenden Anti-Amerikanismus gesteckt. Ja, die Bewegung gegen das TTIP-Abkommen ist gegen die amerikanische Regierung und deren europäische Partner gerichtet. Und die weitaus meisten Unterschriften dagegen kamen aus Deutschland.

Die Berliner Anti-TTIP-Demonstration war – erkennbar an ihren Sprüchen – ebenso heiter wie "anti-amerikanisch". Vom rumgedrehten Obama-Spruch "Yes we can stop TTIP", über die Karikatur eines Uncle Sam, der bedrohlich "I want Europe" ruft bis zum Plakat das "Nein zu NATO und TTIP" sagte, war die Auflehnung der Kleinen, der Deutschen und der Europäer, gegen die große amerikanische Macht zu erkennen. Dass erhebliche Teile der deutschen Unternehmer gute Freunde des Abkommens sind, verweist erneut auf die Fragwürdigkeit der "deutschen Einheit" und darauf, dass ab 100.000 Euro Jahreseinkommen aufwärts der Anteil vaterlandsloser Gesellen deutlich wächst. Aber natürlich gibt es spezifisch deutsche Interessen, die gewahrt werden müssen. Vor den eigenen Gerichten, in der eigenen Sprache sein gutes Recht zu verteidigen, gehört ebenso dazu, wie der Raum für die eigene Kultur, wenn es zum Beispiel darum geht, dem deutschen Film seinen Platz gegen die US-amerikanischen Blockbuster zu erkämpfen. So war es in Berlin.

"Alibaba und die 40 Dealer" konnte man auf der Dresdner Pegida-Aktion lesen und wusste: Der Ausländer ist immer der Verbrecher. Auch das von den NSU-Mördern und anderen Nazis benutzte Wort "Heimatschutz" stand dort geschrieben und natürlich wurde die "Ausweisung Krimineller" gefordert ohne jeden Hinweis auf die Banken und die Waffenindustrie. Und damit der Nazi-Text komplett wurde, gab es auch Plakate wie "Islam = Karzinom". All das wurde vom chorischen Ruf "Abschieben - Abschieben" begleitet. Das gibt sich als deutsche Opposition aus und ist doch nur die Nachgeburt diverser Regierungen, die immer schon für "schnelle Abschiebung" waren. Das ist eine Bewegung in der Nachfolge der im Staatsdienst gut dotierten Sarrazins, Buschkowskys, Seehofers und Schilys. Während man sich im Anti-TTIP-Berlin mit der großen Macht anlegte, trampelten die gefährlichen Phrasendrescher in Dresden feige auf Flüchtlingen herum, die sie noch unter sich glauben und deren Hilflosigkeit der Hintergrund ihrer Hasstiraden ist.

Spätestens bei der Ausblendung der Fluchtursache wurde die Ähnlichkeit von Merkel und Pegida deutlich: Die US-amerikanischen Kriege werden von beiden nicht thematisiert. So kann die eine Seite jene Barmherzigkeit demonstrieren, die aber keine Heilung des Kriegs-Elends verspricht, weil sie sich nicht mit der US-Regierung anlegen will. Während die andere Seite Opposition vortäuscht und doch nur Klon der bundesdeutschen Ausländerpolitik ist. Beide haben mit dem nationalen Interesse der Deutschen – mit ihren Nachbarn in Frieden zu leben und aus ihrer Geschichte zu lernen – nichts zu tun. Besonders skurril wird es allerdings, wenn Linke die Nation als ihren Feind begreifen. So wirbt die Zeitung "Neues Deutschland" online mit dem Spruch sie sei "Links, nicht deutsch". Ja, wie blöd ist das denn? Sind die Kollegen vielleicht Luxemburger oder Schweizer? Nein, man ist auf der Flucht vor der besonderen deutschen Verantwortung. Man glaubt, man könne sich da rausmogeln und wenn man aus der Nation ausgetreten und nur noch links sei, dann begänne das feine Leben. Das erinnert stark an jene Damen der besseren Gesellschaft, die gestern noch Hanna hießen, sich aber heute gern Channah rufen lassen und glauben, so könne man aus der Täter- in die Opfer-Rolle schlüpfen. – Da es sie nun mal gibt, die Nation, sollte man ihrem mutigen Teil applaudieren und ihren feigen Teil verachten.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. Oktober 2015 schrieb caroline bischoff:

wir spendendieren sachsen + bayern
eine mauer,
auch drumherum oder zusammen,
auf wunsch, selbstverständlich !


Am 25. Oktober 2015 schrieb Gerd Zimmer:

Lieber Herr Gellermann,
mir gefällt sehr, wie Sie Dinge in größere Zusammenhänge einordnen und Querverbindunen herstellen. Ich gewinne hieraus viele Anstößte für die eigene Reflektion. Das finde ich sehr hilfreich. Vielen Dank!


Am 25. Oktober 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Vielleicht liegt es daran, dass der deutsche Nationalstaat relativ spät entstand und innerlich nicht lange gewachsen ist, dass die Deutschen, wenn sie an Macht und Einfluss gewinnen schnell zu Größenphantasien und einer gewissen Überheblichkeit neigen, wie besonders unangenehm in der EU-Krise zu beobachten ist.
Insofern war die alte Bundesrepublik mit ihrer größeren Betonung von Sozialstaat und Frieden mir schon sympathischer gewesen.
Das sollten ja eigentlich überall die Leitlinien sein.
Die sog. antideutsche Haltung ist aber nicht die richtige Alternative zum Größenwahn!
Umgekehrt fordert sie ihn als Gegenreaktion dann wieder heraus.
Es ist frustrierend, dass es anscheinend so schwer ist, hier ein gesundes, natürliches Maß zu finden. Die Ablehnung des "Deutschen" ist letztlich neurotisch, da es ja, einschließlich der Defizite, nun mal ein real existierender Teil von einem selbst ist, dem man nicht entkommt und der als solcher nicht verwerflich ist. (Sind Goethe, Beethoven, Einstein und Marx und Freud etwa verwerflich?)
Eine andere Einstellung wäre rassistisch - Rassismus gegen sich selbst. Selbsthass hat aber noch nie etwas Gutes und Konstruktives für irgendjemanden bewirkt.
Minderwertigkeitskomplex/Selbstablehnung und Größenwahn liegen somit nicht an entgegengesetzten Enden sondern sind zwei seiten derselben Medaille von Falschgeld.

Nationen bestehen aus einzelnen Menschen, was für einzelne Menschen gilt, tut es naheliegenderweise in größerem Maßstab für größere Einheiten aus Menschen, wie eben Nationen. Wenn man sein Denken von dieser Einsicht leiten lässt, kommt man, wie ich denke, am ehesten auf die richtige Spur!

Die Psychologie gehört endlich in die Politik. Und nicht als Mittel zur Manipulation, sondern zum Verständnis sozialer und politischer Prozesse. Ich verstehe nicht, warum das so wenig der Fall ist. Als ob man, vor allem Mann, lieber nicht verstehen will..... man müsste ja in sich selbst schauen - na und?

Vielleicht hilft die freundliche Integration der Flüchtlinge den Deutschen ein friedliches Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Das könnte sie zumindest, wenn die Politik dabei hilft und die nötigen Mittel zur Verfügung stellt, damit es nicht zum Chaos kommt, wovon man aber wohl leider nur eingeschränkt ausgehen kann.

Auch die Abgrenzung von der Bevormundung durch die USA gehört zu einer gesund selbstbewussten Haltung!
Das hat nichts mit Nationalismus zu tun.
Oder werfen wir lateinamerikanischen Staaten vielleicht solchen vor, wenn sie sich gegen Einmischung und Fremdbestimmung durch die USA wehren??
Nein, und wir wären auch nicht begeistert, wenn sie ihre eigenständige Kultur und Mentalität noch mehr an Mc Donalds-Land verkauften.
Inwiefern eigentlich ist das in Bezug auf uns anders zu betrachten?
Die Frage darf man schon mal stellen und sie sollte offen diskutiert werden. Frankreich hatte da schon immer seine eigene Position.
Bei uns jedoch gilt schnell jedes Wertschätzen von eigener Kultur als "rechts" und nazi-verdächtig.
Damit sind wir ein Sonderfall unter den Nationen - ich wüsste kein anderes Land, das sich selbst gegenüber so eingestellt ist.
Junge Leute , die nicht nur konsumorientiert sind, muss das ziemlich irritieren. Über mögliche Folgen kann man auch mal nachdenken.

Mit Sängern wie Hannes Wader, Zupfgeigenhansel etc, hatte die Linke in den 70ern und frühen 80ern mal eine freie, linke und geschichtskritische deutsch-folkloristische Kultur entwickelt.
Das war gut, ein Gegenentwurf und gleichzeitig ein geeigneter Schutz gegen eine rechtsgerichtete Vereinnahmung deutscher Volkskultur sowie gegen zu große Veramerikanisierung !
Niemand nannte die damalige Folklorebewegung, zu der auch Lieder wie die "Moorsoldaten" Heinrich Heines Weber- Lied gehörten "rechts"!
Es war eine antifaschistische, sozial fortschrittliche Folklorebewegung, die aber dabei auch ganz viele unpolitische Volkslieder wie "Bunt sind schon die Wälder" bei uns damals Jugendlichen wieder salonfähig machte.
Zu diesem Deutschsein, das niemanden diskriminierte oder bedrohte konnten wir stehen. Was ist daraus geworden?

Die jetzt verbreitete antideutsche Haltung scheint mir hingegen überhaupt nicht antifaschistisch oder links sondern antikulturell, entwurzelnd, substanzlos und unemanzipiert, rein an den Werten des internationalen Kapitalismus orientiert.
Damit rechts!
Und so unvollkommen unsere Demokratie auch ist - die Regierung der USA (leider auch entscheidende Gremien der EU, für die ich sonst immer gewesen bin), haben wir definitiv nicht gewählt und ihre Dominanz abzulehnen gebietet schon demokratisches Bewusstsein.
Deutschland ist dann erwachsen und nicht mehr bedrohlich für andere, wenn es nicht mehr etwas Besonderes sein will - besonders toll oder besonders schlecht, sondern eine Nation unter anderen. .


Am 25. Oktober 2015 schrieb Lothar Vollmann:

Ich habe selten so einen verquirlten Mist gelesen, wie in diesen Beitrag..!
Eigentlich müsste es heutzutage heißen,..
"Mut in Dresden, Feigheit in Berlin"...nur unter dieser Präampel wird man einer wahrhaften Berichterstattung gerecht....!

"Die Berliner Anti-TTIP-Demonstration war - erkennbar an ihren Sprüchen - ebenso heitere wie "anti-amerikanisch". Vom rumgedrehten Obama-Spruch "Yes we can stop TTIP", über die Karikatur eines Uncle Sam, der bedrohlich "I want Europe" ruft bis zum Plakat das "Nein zu NATO und TTIP" sagte, war die Auflehnung der Kleinen, der Deutschen und der Europäer, gegen die große amerikanische Macht zu erkennen. Dass erhebliche Teile der deutschen Unternehmer gute Freunde des Abkommens sind, verweist erneut auf die Fragwürdigkeit der "deutschen Einheit" und darauf, dass ab 100.000 Euro Jahreseinkommen aufwärts der Anteil vaterlandsloser Gesellen deutlich wächst."
"..war die Auflehnung der Kleinen.." Gellermann, ich frage mich warum Du so abgehoben Falschheit kommentierst und Dich in einer arroganten Art über die wahrhaften Verfechter der Gerechtigkeit stellst..!!!

Antwort von U. Gellermann:

Lange habe ich nach auch nur einem Argument gesucht und nichts gefunden.


Am 24. Oktober 2015 schrieb Pat Hall:

Seit der Französischen Revolution ist es eigentlich selbstverständlich - in allen westlichen Demokratien ist es so und besonders in den mitteleuropäischen Demokratien - dass alle politischen Massnahmen, die getroffen werden, von Politikern als Vertretern des Volkswillens beschlossen und durchgesetzt werden sollen, dass sie den Mehrheitswillen der Bevölkerung widerspiegeln sollen und das berücksichtigen sollen, was die Bevölkerung wünscht.
Zum anderen geht es um Öffentlichkeit, um das Gebot der Öffentlichkeit. Alles, was erörtert und was durchgesetzt wird, muss nachvollziehbar sein für die Bevölkerung. Es muss nachvollziehbar sein, wer etwas wie vertreten hat und warum er dies tat. Wenn jetzt an all dem vorbei Entscheidungen getroffen werden, für die man in einer demokratischen Mehrheitsentscheidung keine Mehrheit bekäme, dann handelt es sich hier schon um eine heimliche Unterwanderung. Und das ist mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren.
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2267
Auf dieser Seite findet man die Argumente warum so mancher Bürger die Vormundschaft der Amerikaner bis zur Halskrause steht.
Wieso muss man der Politik der Amerikaner noch Zustimmen wenn auf deutschem Boden auch noch die Atomraketen gegen Russland scharf gemacht werden ?
Vielen dank an U.G. für die tollen Beiträge,


Am 23. Oktober 2015 schrieb Fred Friedrich:

@U. Gellermann,

Danke für die Antwort, aber da Du Dir den Punkt des Antiamerikanismus herausgegriffen hast, würde mich, im Zusammenhang mit Deiner Aussage, interessieren, was Du genau unter Antiamerikanismus verstehst?
Wobei, ... allein Deine Aussage entlarvt das Verklärende dieses Ausdrucks, den denken wir daran, auch Lateinamerika gehört zu Amerika! Sicher hast Du eine plausible Erklärung und Deine Aussage verirrt sich nicht in der reinen Leere!

Antwort von U. Gellermann:

Bei Lesen meines Artikels hätte es klar werden können: "Schon lange existiert das Wort "Anti-Amerikanismus" als Kampfbegriff gegen jede kleine Regung nationaler Eigenständigkeit. Er entstand in der alten Bundesrepublik, als sich in der Bewegung gegen den Vietnamkrieg die Enttäuschung über das, was man für die US-Demokratie gehalten hatte, als dummes Zeug, als Tarnanzug des Imperialismus herausstellte.“ Es ist also nicht mein Begriff, sondern ein herrschender Begriff, der z. B. die Anti-Vietnamkriegs-Bewegung oder die Anti-TTIP-Bewegung brandmarken soll.


Am 23. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel:

Herr Friedrich, erklären Sie mal jemandem "Kapital"! Es ist einfacher, "Mehrwert" zu erklären. Damit meine ich, dass wir zwar eine konkrete Vorstellung von Kapital haben, ob geschulter gedanklicher Arbeit mit Gesetzmäßigkeiten. Meinem Nachbarn brauche ich damit aber (noch) nicht zu kommen. Der hat eine Vorstellung vom konkreten kriegerischen US-Amerika und von Pegida. Wir müssen in der Aufklärung meist beim Konkreten bleiben und alle Proteste gegen das konkrete politische Amerika unterstützen. Selbst dabei ist schwierig, sich auch mit den arbeitenden Massen Amerikas zu verbünden.
Im Gegensatz zu noch vor kurzer Zeit ist schon erfreulich, dass die Kriegsteiberei, die Hegemonialansprüche wie das bakrotte Wirtschafts- und Finanzsystem der USA in dem jetzigen Ausmaß wahrgenommen und diskutiert wird.
Es würde auch gar nichts nützen, mit Gabriel als deutschem Haupteinpeitscher von TTIP ... darüber zu reden, dass Marx vor schon über 100 Jahren den "Freihandel" dezidiert analysierte.
Sehr schwer dürfte auch sein, den historischen und ideologischen Zusammenhang zwischen Judenverfolgung und Fremdenfeindlichkeit verständlich zu argumentieren.
Am Ende stimme ich Ihnen jedoch zu, dass zur endgültigen Lösung jedweder Probleme Antikapitalismus vonnöten ist - aber eben mit und durch die Massen.


Am 23. Oktober 2015 schrieb Fred Friedrich:

Das Kapital kennt kein Vaterland und die Kapitalbesitzenden schaffen sich mit Hilfe des Staates die Nation, welche ihrem Interessen dienlich ist! Dabei gilt es bei aller Souveränität des Kapitals, seiner Interessen bezogenen Einheit, auch Unterschiede zu erkennen und die Widersprüche zwischen den einzelnen Zentren kapitalistischer Macht aufzuzeigen und das unabhängig davon, dass versucht wird, möglichst viele Unterschiede zur Ablenkung zu konstruieren, zu manifestieren und zu kultivieren. Und solange z. B. Antiamerikanismus, wo Antikapitalismus notwendig wäre, noch praktiziert, weil Menschen vermeinen, von dort käme das Böse in die Welt, solange funktioniert auch noch die imperialistische Herrschaft! Die Ursachen imperialistischen Wirtschaftens bleiben dabei im Dunkel, die inneren Triebkräfte verborgen, aber genauso wie der Zufall Folge objektiv wirkender Gesetzmäßigkeit ist, wird auch der Kapitalismus durch solche bestimmt.
Einen Vorwurf kann dem Kapitalismus/Imperialismus allerdings nicht gemacht werden, dass er Kapitalismus/Imperialismus ist, er kann einfach nicht anders und wird auch nie anders können!
Mit PEGIDA gelingt es Menschen gegen ihre eignen objektiven Interessen zu vereinnahmen, der Widerstand gegen TTIP, so notwendig er auch ist, lässt im allgemeinen die eigentliche Ursachen für derlei Wirtschaftsbünde unberührt.

Antwort von U. Gellermann:

Na, wenn die Europäer sich denn in der richtigen Annahme, viel Böses käme aus den USA, von dieser Großmacht abkoppeln würden, wäre damit ein wesentlicher antiimperialistischer Schritt vollzogen, der a) die Kriegsgefahr verringern und b) weitere Erkenntnisse zulassen würde. Wer die jüngsten Entwicklungen in Lateinamerika beobachtet, die sich auch und gerade gegen die Yanqui richten, wird das bestätigt finden. Wer allerdings glaubt, der Imperialismus würde sich ohne jeden Zwischenschritt, ohne Teilkämpfe irgendwie von selbst auflösen, der sollte das Kloster der reinen Lehre aufsuchen und seinen Frieden mit den Kämpfen machen.


Am 23. Oktober 2015 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Ein gekonnter Rundumschlag, den ich in jedem Wort unterstütze. Interessant, dass auch Sie der Ansicht sind, dass die Pegida-Demos weder friedlich noch Protest sind, sondern im Grunde das Fußvolk der Reaktion in Gestalt der Merkel-Regierung. Nicht nur, dass weder bei Merkel noch bei Pegida irgendein Wort über die USA als d e m Fluchtverursacher verloren wird, es also eine auffällige Gemeinsamkeit zwischen Regierung und ihrem staatstragenden Pegida-"Protest" gibt, nein, Pegida ist Teil der von oben gewünschten Stimmung gegen Flüchtlinge in der Gesellschaft und hat den Boden für das "schärfste Asyländerungsgesetz" (O-Ton de Maiziere) mit vorbereitet.

In dieser Argumentation würde ich mir allerdings einen stärkeren Hinweis auf die verheerende Politik der Bundesregierung im Nahen Osten wünschen, die nicht weniger verantwortlich ist dafür, dass Menschen aus ihren Heimatländern vor dem Krieg fliehen, wie die aggressive Politik der USA. Denn in die Ferne schimpft es sich leicht, den nahen Feind zu bekämpfen erfordert jedoch ein etwas größeres Quantum an Mut.


Am 23. Oktober 2015 schrieb Sven Svendson:

(...) Das deutsche Wesen wusste halbwegs um seine historische Schuld (...) und hielt in der Genesungsfrage zumeist den Mund. Das bekam seinen Nachbarn gut, aber auch den Deutschen selbst. Brav ordneten sie sich der jeweiligen Großmacht - in deren Einflussbereich sie lebten - unter und waren jedenfalls keine Gefahr mehr. Das sollte sich mit der "Deutschen Einheit" ändern.(...)

Bei allem, was recht ist: Was sind Sie denn für einer? Sind Sie etwa ein krypto-Zögling von Frau Merkel und Co. und zelebrieren Dauer- und Endlosschuld-Rituale, hören Sie sich gerne reden oder kacken Sie einfach nur kräftig ins eigene Nest ?


Am 23. Oktober 2015 schrieb Georg Moritz:

@S. Hauptkorn

Ich hatte in meinem Leben schon den einen oder anderen Flash. Vor- und Nachnamen sind mir dabei bisher nicht abhanden gekommen.

@Flash Flash

<>

Was würde das Orakel von Delphi antworten, wenn Sie darüber Ananke zu obigem befragten? Ich meine das ganz ernst.

Sie erhielten wahrscheinlich eine Antwort, die Sie deuten müßten und würden - je nachdem ob Sie Geschichte rezipieren zur Selbstverortung, zur Selbstbestätigung, oder als Ansporn zum Wirken.


Am 23. Oktober 2015 schrieb Georg Moritz:

Liegt in irgendeiner Schublade eines Managers z.B. bei Daimler, VW oder BMW ein Plan zum geordneten Rückbau des Konzerns? Für den Fall, daß die Geschäftsgrundlage verlustig geht? Ich glaube nicht. Die deutschen Waffenhersteller könnten und sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen. Das sollte eingefordert werden, mit Demonstrationen vor den Betrieben von Heckler&Koch, Krauss-Maffei etc.

Es gibt ja schließlich auch Programme für Heroin-Aussteiger, Nazi-Aussteiger und sonstige Rehabilitations-Programme, die staatlich gefördert werden. Solange Waffenbau das täglich Brot sichert, beißt man nicht in die Hand, die einen füttert.


Am 22. Oktober 2015 schrieb Elmar Brockhorst:

Zum nationalen Zufall: Rund um den Rhein sind die Spuren der römischen Armee bei großen Nasen und schwarzen Haaren zu besichtigen, und die Menge der polnischen Namen im Ruhrgebiet verweisen auf ein Völkergemisch aus Gründen der Arbeitsemigration, auch dort liegen Wurzeln der Nation.


Am 22. Oktober 2015 schrieb Marion Breckendorf:

Der arme Herr Flash. Schon wieder hat ihn einer seiner Geistesblitze getroffen. Zwar hat Herr Gellermann an keiner Stelle für die Nation plädiert, aber Flash behauptet, ohne ein einziges Faktum, der sei Nationalist. Dann lästert er über eine Demonstration ab, bringt aber selber nicht den Mut auf mit seinem Klarnamen aufzutreten. Wahrscheinlich hat er Angst, seine Mutti könnte seinen Unsinn im Netz lesen, dann bekäme er den Pudding gestrichen. Schließlich macht er auf Marxistisch, erkennbar ohne Ahnung. Um dem abzuhelfen hier mal Marx im Original:
"Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen. Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse [53] erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie."


Am 22. Oktober 2015 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Also zu soviel Feigheit gehört ja irgendwie auch schon wieder eine ganze Portion Mut. Als ich den Untertitel las, dachte ich - und wunderte mich sehr - in der Gegenüberstellung zunächst an insbesondere eine andere "Mutige" in Berlin, die da proklamierte "wir schaffen das" und zwischendurch (ich krieg ganz weiche Knie) darob sogar als Anwärterin für den Friedensnobelpreis gehandelt wurde. Denn diese "Mutigen" in Berlin haben ja inzwischen die Hosen dermaßen gestrichen voll, daß es bis zu den Grenzen dieser Republik (ganz besonders dort) und darüberhinaus gewaltig stinkt.

Was ebenfalls, wo nicht stinkt, so doch verdächtig riecht, ist die Polarisierung, die hier keinesfalls nur von rechten Randgruppen betrieben wird. Wenn ein Aufschrei durch die Medien geht, weil so ein Pegide das Wort KZ in den Mund genommen hat, und dann noch "die seien ja leider derzeit außer Betrieb", ohne anzumerken, daß das offenbar sarkastisch gemeint war (also nicht für die Flüchtlinge, sondern für sie selbst, "das Volk"), dann frage ich mich, sind die Leute tatsächlich schon so wütend, daß sie nicht mehr klar sehen können, oder soll diese Wut erst noch erzeugt werden und in wessen Interesse? Und wenn in den gleichen Topf mit der angerührten braunen Pampe noch hinterhergepfeffert wird, daß Frau Merkel in SA-Uniform verunglimpft wurde, ohne sich an dem Widerspruch zu stören, daß für die unterstellte Gesinnung eine solche Darstellung gar nichts Diffamierendes an sich hätte, dann frage ich mich, ob nicht vielleicht hier noch jemand ein ganz anderes Süppchen kocht.

Um nicht mißverstanden zu werden, mich graust dieser Ausbruch von Ressentiments, nur frage ich mich, ob es wirklich unmöglich ist und vor allem gewesen wäre, mit diesen Leuten achtungsvoll zu sprechen und ihre Interessen wahrzunehmen, und ob diese Ressentiments auch ausgebrochen wären, wenn man das getan hätte? Ganz im Ernst, wer wie wohl die überwiegende Mehrheit in diesem Land der Überzeugung ist, der Staat (mit seinem Territorium) sei gewissermaßen das Eigentum des eingeborenen Volkes, der Nation, das deshalb wie jeder Hauseigentümer auch selbstverständlich das Recht hat, zu entscheiden, wer und wieviele aufgenommen werden und wer eben nicht, der hat natürlich gute Gründe zu protestieren, wenn seine Meinung und seine Interessen einfach übergangen werden. Oder muß man da etwa unterscheiden zwischen Demos und Populus? Soll nur der mitentscheiden, der auch den richtigen Status, die richtigen Überzeugungen hat? Und wer sagt, welche das sind?

Man muß schon ganz deutlich machen, daß es sich hier nicht um unberechtigte Ansprüche handelt, die es machtvoll abzuwehren gilt, sondern um eine Wertedebatte, die, so schmutzig sie auch ist, nur geführt werden kann, wenn man auch kommuniziert. Polarisierung, Nichkommunikation, Konfrontation nützt immer den Mächtigen und verhindert Fortschritt.

Antwort von U. Gellermann:

Die Voraussetzung für einen Dialog Staat-Volk wäre ein staatliches Bekenntnis zur Mitverantwortung (durch Waffenlieferungen und US-Freundschaft) für die Fluchtbewegung.


Am 22. Oktober 2015 schrieb S. Hauptkorn:

Sehr geehrter Herr Flash,

ein Frage brennt mir jetzt doch unter den Nägeln: Ist eigentlich Flash der Vorname und Flash der Nachname, oder Flash der Nachname und Flash der Vorname?


Am 22. Oktober 2015 schrieb Hans Rebell-Ion:

Das alte FDJ-LIED "Sag mir wo Du stehst?" passt wieder mal deutlich in unseren "ZEIT-GEIST"! Die vielen "-ISMUS" NATIONAL-, SOZIAL-, KAPITAL-, KOMMUN-, FASCH-, ISLAM-, INTERNATIONAL-, PAZIF- & sogar HUMAN-ISMUS verwirren als leere BEGRIFFE "des Pudels Kern" und spalten die "GEISTER"! "Kern j e d e r sog. KULTUR ist seit Beginn der "ZIVILISATION" vor ca. 10T.J. das allgegenwärtige sog. "BÖSE", die "SÜNDE", also das "KRIEGEN"-Wollen ... des "VERLORENEN PARADIESES"! ... "koste es was es wolle"!!!


Am 22. Oktober 2015 schrieb Flash Flash:

Sehr geehrter Herr Gellermann!
Schön, daß Sie sich als deutscher Nationalist "geoutet" haben, der für ein (angeblich) besseres Deutschland eintritt, das es allerdings nur in Ihrer Phantasie gibt.

Und ob es Mut braucht, um (wie neulich in Berlin gegen TTIP) an einer "Latsch-Demo" (die sowieso kaum interessiert und nichts verändert) teilzunehmen, bleibt ebenfalls Ihrer Phantasie überlassen.

Mit freundlichen Grüßen
Flash

PS: Schon ein kleiner Blick in die Geschichte würde genügen, um zu bemerken, daß Nationen mit dem Kaptitalismus entstanden,
d.h. untrennbar mit diesem verbunden sind.
Während Sie das Geheimnis, was an einer kapitalistischen Nation (deren Reichtum aus der Ausbeutung von Menschen und Natur basiert) gut sein soll, wahrscheinlich mit ins Grab nehmen werden.


Am 22. Oktober 2015 schrieb Harald Neuber:

Ach, lieber Uli, das ist doch immer wieder eine Freude, Deine Texte zu lesen.

Anti-US-amerikanisch grüßt


Am 22. Oktober 2015 schrieb Rita Peters:

Noch nie habe ich die Nation so klar, einfach und amüsant erklärt bekommen. Dafür meinen beste Dank. Aber ganz besonders wichtig war mir der Zusammenhang zwischen deutscher Regierungspolitik und Pegida!


Am 22. Oktober 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Dieser Aufsatz müsste mit seinen wesentlichen Sätzen an den Himmel über Deutschland. Tag und Nacht deutlich lesbar. Ich werde diesen Beitrag komplett ausdrucken und eingerahmt in Augenhöhe an die Wand neben meinen Schreibtisch hängen. Danke für diese Sauerstoffkur!


Am 22. Oktober 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Die geistige Verwandtschaft zwischen dem PEGIDA-Spuk und der Merkelschen Unterwerfungspolitik unter die anglo-amerikanischen Interessen verdiente es, herausgearbeitet zu werden.
Merkel ist Erfüllungsgehilfin der wirklichen US-Machthaber - eine eigenständige Politik oder auch nur Haltung ist bei ihr kaum auszumachen.
"PEGIDA" ist ein Akronym nach anglo-amerikanischem Brauch, vermutlich auch dort erfunden worden. "Patrioten Europas Gegen Islamisierung Des Abendlandes" - darauf kann nur ein anglo-amerikanischer Mitarbeiter einesThink-Tank ("Denk-Panzer"? ; - ) ) kommen.
Genau wie Merkel besorgen die PEGIDA-Dadaisten das Zerstörungs- und Spaltungs-Geschäft der Anglo-Amerikaner, das die seit 100 Jahren in Europa betreiben.
- Demgegenüber war die Berliner TTIP-Demonstration ein Zeichen gegen die schwerreichen Familien und Clans und Seilschaften, die an der weiteren Versklavung der Menschheit arbeiten.
Anti-Amerikanismus kann ich darin nicht erkennen: Weite Teile der arbeitenden oder arbeitslosen oder inhaftierten amerikanischen Bevölkerung leiden genauso unter dieser Sklavenhalter-Struktur und unter deren Verschärfung durch TTIP & Co wie die Bevölkerung in Europa oder auf anderen Kontinenten.
Die Regierungen in Berlin wie in Washington arbeiten mit TTIP als Quislinge im Auftrag der wirtschaftlichen und (un-)geistigen Machthaber gegen ihre Völker.
Gerade deshalb benötigen sie massive Propaganda und Gruppierungen wie die "europäische Frühlings" - PEGIDA, zur Spaltung und Beherrschung der Sklaven-Bevölkerung.
Diese immer wiederkehrende Struktur gilt es zu begreifen und zu durchschauen.


Am 22. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel:

Schon mal gemerkt? Selbst "die Nation" missbraucht die Bourgeoisie als Keule gegen alle Aufmüpfigen. Zwar hat sie historisch die territoriale Einheit in Staaten mit politischer Zentralisation und Konzentration der Produktivkräfte erst vorangetrieben. Aber schon dann kann sie nichts mehr beitragen als die Nation auflösende Ausbeutungsverhältnisse. Was auf dem gleichen Territorium ist denn noch gemeinschaftlich? Sprache? Kultur? Geschichte? Recht etwa? In jeder dieser Elemente des Nationalen unterscheiden sich die der Ausbeuter von denen der Ausgebeuteten. Es entwickeln sich zwei Nationen.
"Globalisierung", "Neoliberalismus" und "NWO" sind Inbegriffe dafür, dass die Bourgeoisie alles Nationale einreißt und plattwalzt.
"Die Bourgeoisie hat durch die Exploitation des Weltmarktes die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet." (Marx)
"... Niederreißung der nationalen Schranken, Herausbildung der internationalen Einheit des Kapitals, des wirtschaftlichen Lebens überhaupt, der Politik, der Wissenschaft usw." (Lenin) Wie brandaktuell! "Anti-Amerikanismus" ist nichts als eine hohle Phrase, denn die Herrschenden selbst haben das Amerikanische, das Deutsche, ... selbst aufgehoben. Deren Nationales ist überall gleich - das Geld.
So bleibt von bürgerlichen Apellen an nationale Einheit und Interessen nichts als Chauvinismus, denn sie meinen ihre Interessen und nicht die der Unterdrückten.
So kämpfen Anti-TTIP-Bewegungen um Rechte der Massen und gegen imperiale Interessen und mit PEGIDA, IS, farbige Revolutionen wird unstrukturierter, zielloser Volkszorn weg von den Verursachern und hin gegen die Leidtragenden gelenkt. 



Am 22. Oktober 2015 schrieb S. Hauptkorn:

Gerade heute Morgen hatte ich das Thema "PEGIDA" mit meiner "Ramstein-Gruppe", mit der ich auch auf der TTIP-Demo war.
Es ist unverständlich, wie sich "normale Bürger" für eine solche fremdenfeindliche Organisation instrumentalisieren lassen können. Wenn man gegen "das System" ist, warum tretet man gegen diejenigen, die darunter noch mehr leiden müssen, als man selbst? Wo bleiben Herz und Verstand?

Danke auch an Sarah Steinkopff für die Beschreibung der anderen - der schönen - Seite.


Am 22. Oktober 2015 schrieb Wolfgang Pfeiffer:

Das gefällt mir sowohl inhaltlich als auch stilistisch sehr gut, was Du da geschrieben hast. Es trifft den Kern der Sache: die soziale Ungleichheit, die sich mit dem "Nationen"-Begriff wunderbar kaschieren lässt. Die öffentliche (hilflose) "PEGIDA"- Beschimpfung ist einem ja schon langsam über. Vor allem bewirkt sie wahrscheinlich das Gegenteil des Gewollten: deren Heroisierung.
Ich bin - bestätigt auch durch Beobachtungen vor Ort - erschüttert, dass es in diesem Lande (und nicht nur in diesem) immer wieder gelingt, die Wut, den Frust und die Angst derjenigen, die eh nicht auf der Sonnenseite des Lebens wohnen, gegen diejenigen zu richten, die noch weniger haben und noch elender dran sind. Dafür ist PEGIDA ein eklatantes Beispiel.
Und da hilft keine "Empörung", sondern nur konsequenter Verweis auf die tatsächlichen Ursachen. Aber wer will oder tut das?


Am 22. Oktober 2015 schrieb Sarah Steinkopff:

Dies auch zu Dresden:

Gemeinsame Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Hassreden: »Licht aus!« bei Kulturinstitutionen und Kirchen
Dresden, 19. Oktober 2015. Um ein deutliches und wirkungsvolles Zeichen zu setzen gegen Demokratiefeindlichkeit und Hassreden haben zahlreiche Kultur- und Kunstinstitutionen, sowie religiöse Gemeinden in Dresden in einer gemeinsamen Aktion am heutigen Montag zum gleichen Zeitpunkt ihre Außenbeleuchtungen ausgeschaltet.
Um 18.30 Uhr löschten die beteiligten Häuser ihre Lichter, um nicht als Kulisse für Fremdenfeindlichkeit zu dienen, während das Bündnis Pegida, das seit einem Jahr seine Demonstrationen in der Dresdner Altstadt abhält, sich erneut auf dem Theaterplatz versammelte.
Wolfgang Rothe, kommissarischer Intendant der Semperoper und Kaufmännischer Geschäftsführer der Sächsischen Staatstheater, sagte stellvertretend für die Beteiligten: »Bei allem Respekt vor Meinungs- und Versammlungsfreiheit dürfen wir es nicht zulassen, dass Hassreden und fremden- und demokratiefeindliche Agitation eine Bühne bekommen und das gesellschaftliche Miteinander vergiften. Als kulturelle oder religiöse Gemeinschaften, die einen humanistischen Wertekanon vertreten, sehen wir es als unsere Aufgabe an, immer wieder auf die Radikalisierung der Pegida-Bewegung aufmerksam zu machen und uns mit dieser Licht aus!-Initiative für Weltoffenheit, Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Humanität zu positionieren.«
Beteiligte Institutionen:
Staatsschauspiel Dresden Hochschule für Bildende Künste Dresden Stadtmuseum Dresden Deutsches Hygiene-Museum Dresden Kreuzkirche Dresden Verkehrsmuseum Dresden Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen Städtische Galerie Dresden, Kunstsammlung Staatliche Kunstsammlungen ,Dresden Semperoper Dresden Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen.
 


Am 22. Oktober 2015 schrieb Gerhard Guldner:

Sehr treffend, wenn auch eher nebensächlich: Channah... Kenn ich auch.
In meinem Fall Lea.


Am 22. Oktober 2015 schrieb joe bildstein:

Ich stehe morgens immer um 5 auf und geisle mich 1 Stunde selber mit der neunschwaenzigen Katze... " ich bin Nazi und Antisemit, ich bin Nazi u Antisemit, ich bin Nazi u Antisemit, ich bin Nazi u Antisemit, ich bin Nazi und Antisemit, ich bin Nazi u Antisemit, ich bin Nazi u Antisemit..." dann kann der Tag beginnen und in allem, allem was ich tue ist der seit 60 Jahren taeglich eingeblaeute Stempel zugegen. Mit dieser geistigen Grundhaltung konnte ich dann auch die Demoktratisierungsaktionen des Imperiums im Iran (Moassadegh 1953) , Chille (Allende), Vietnam, Irak, Cuba, Lybien, Nicaragua, Griechenland, Brasilien, El Salvador, Syrien, Palastina, Argentinien, Kosovo, Grenada .... einghuellt in ein Star Spangled Banner, als heilsbringende Handlungen gutheissen mich dem Traum der unbegrenzten Moeglichkeiten und der "Freiheit" hingeben. 
Auch den Gipfel der Unterwerfungsperversion, der Kriegsverbrecher Henry Kissinger ( "Military men are just dumb, stupid animals to be used as pawns in foreign policy.") bekommt eine vom Flinten Uschi´s Kriegsministerium finanzierte Professur in Bonn, habe ich mit Wohlwollen und einer guten Portion schwarzem Afghanen entgegengenommen.
So, muss loss mich geisseln..... 



Am 22. Oktober 2015 schrieb Simone Birgersson:

Schnell noch vor dem Schlafengehen eine Prise Aufbau und Lachen. Passend wie immer. Ich freue mich schon auf die anderen Antworten. Das ist der einzige Blog, bei dem ich immer alle Kommentare lese. Und meistens mit Freude.

Dran bleiben...

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