Falschmünzer & Goldfinger

Die AfD ist keine Alternative für Deutschland

Autor: U. Gellermann
Datum: 13. Oktober 2014

Nach einer gängigen Logik sollte man mit dem Feind seines Feindes befreundet sein. Und Finanzminister Schäuble, ein Feind der demokratischen Ordnung, ist zur Zeit heftig mit der "Alternative für Deutschland" befeindet. Also sollten Demokraten eigentlich . . . aber lieber doch nicht. Wolfgang Schäubles Ausbruch gegen die AfD ist allerdings ein Signal: Nach Mandaten bei der EU-Wahl, nach 10-Prozent-Ergebnisse bei Landtagswahlen scheint die AfD ein ernstzunehmender Faktor im parlamentarischen System zu werden. Das schöne an der AfD ist, dass sie NEU erscheint. Der müde deutsche Parlamentarismus, geprägt von Nichtwählern und, in den wesentlichen Fragen, von einer Über-GroKo aus CDU-SPD-GRÜN dominiert, hätte immer wieder gern mal was Neues, wie an der Piratenpartei einst sichtbar wurde. Und tatsächlich ist es den alten AfD-Professoren gelungen sich auf Opposition zu schminken. Und jetzt pudern sie sich auch noch mit Goldstaub: Über ihren Online-Shop kann man Goldmünzen beziehen.

Die Verkleidung als Oppositionspartei gelang der AfD wesentlich damit, dass sie den Euro und die EU ablehnte und mit diesem einen Punkt eine weit verbreitete Stimmung gegen "die Bürokratie", gegen "das System" als ihre eigenen, neuen Kleider ausgab und sich damit kostümierte. Wer sich die handelnden Personen der AfD näher anschauen mag, dem erscheint sie doch erbärmlich nackt. Der ungekrönte König des Wahlvereins ist Bernd Lucke, früher CDU und wohlbestallter Professor auf Urlaub. Auch von ihm stammt der "Hamburger Appell", der 2005 die Senkung von Löhnen und Gehältern verlangte, um das Wachstum zum Wachsen zu bringen. Das Rezeptist mindestens so alt wie der Kapitalismus selbst. Und wenn der Mann im Zusammenhang mit der deutschen Demokratie von "Entartung" spricht, dann bedient er sich angeblich nur versehentlich der Sprache der Nazis: Das brach aus ihm heraus, das musste er einfach mal gesagt haben.

Flankiert wird der Herr Professor von zum Beispiel Frauke Petry, eine der drei AfD-SprecherInnen. Die hätte gern eine Verschärfung des Abtreibungsverbotes. Damit könnte sie, wenn der aktuelle Papst so weiter denkt, bald in Opposition zur katholischen Kirche geraten. Das wäre dann wirklich neu. In der Ablehnung der Abtreibung sieht sie eine Verantwortung für das "Überleben des eigenen Volkes". Mit diesem Spruch ist sie auf einer Führer-Geburtstags-Feier immer herzlich willkommen. Aber so neu ist Hitler wirklich nicht. Auch der Altphilologe Konrad Adam, der dritte im AfD-Führerbund, ist so richtig frisch nicht mehr: Fast 20 Jahre hat er bei der FAZ, dem Zentralorgan der deutschen Wirtschaft, Dienst getan. Tatsächlich war die FAZ auch immer in Opposition: Gegen alles was nach Fortschritt roch. Auch Adam sorgt sich um die sinkende Geburtenentwicklung: Dafür sei der "Sozialstaat" verantwortlich. Da hat er natürlich Recht: Je ärmer ein Land, desto höher sind die Geburtenraten. Das ist so neu wie die kleinbäuerliche Reproduktion, in der viel geboren wurde, um dem Familienbetrieb Arbeitskräfte zuzuführen. Das begann vor etwa 12.000 Jahren. Neu?

Das Märchen von der System-Ferne der AfD ist spätestens dann zu Ende erzählt, wenn es um Geld geht. Wie jetzt um die Parteienfinanzierung. Denn das deutsche Parteienfinanzierungsgesetz ist biblisch. Dem Mattheus-Evangelium entsprechend wird dem gegeben, der hat. Genauer: Wer viele Einnahmen hat, zum Beispiel durch Spenden aus der Wirtschaft, kann auch mehr Geld aus dem staatlichen Parteien-Alimente-Topf bekommen. Und umgekehrt. Noch hat die AfD zu wenig Spenden, um die staatliche Einkünfte-Obergrenze zu erreichen, also macht sich die behauptete Alternative im Goldmünzenhandel zu schaffen: "Interessenten müssen selbst entscheiden, ob sie ihr Geld in Gold investieren wollen. Wir stellen aber fest, dass Gold grundsätzlich ein Produkt ist, das als Anlageform von vielen Bürgern als krisenbeständig und zukunftsorientiert wahrgenommen wird" schreibt die Partei auf ihrer Website. Schon mit den ersten Münzverkäufen erhöhten sich die Partei-Einküfte beträchtlich. So langt der Goldfinger der AfD in den staatliche Finanzierungstopf und will `nen schnellen Euro im Goldgeschäft machen.

"Die Parteien" schreibt das Grundgesetz, "wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit." Die AfD tut mehr, sie will auch bei der Vermögensbildung mitwirken. Wenn der Goldpreis steigt. Steigt er aber nicht, dann ist die AfD für nix verantwortlich. Das ist eine bisher alternativlose Falschmünzerei.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 23. Oktober 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Mutabel sind die Herren Professores -
mal mit und manchmal ohne Zores -
verblüffend wandelbar und doch
dem sündhaft Alten fest verbunden:
Gellermann hat ´s rausgefunden!


Am 14. Oktober 2014 schrieb Hans-Jügen Wendl:

Meine Hochachtung und Zustimmung zu Deinen präzisen Analysen heutiger Politik
und einhergehender Medien-Verfälschungen.
Es war für mich Überraschung und Freude diese journalistische Seite und Qualitaet eines Mannes zu erfahren, den ich bislang eigentlich " nur " aus Zeiten gemeinsamer Standort-Präsentationen für Berlin /Potsdam und den damit verbundenen Aufgaben und Problemchen kannte..
Danke für dieses notwendige Engagement zur Wahrheitsdarstellung, das ich weiter interessiert verfolgen werde.


Am 14. Oktober 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Der Herr Axel Schweiss (bitte den Namen auch genau so schreiben, da kann schnell was vergessen werden) schrieb ein - ja, was ist das denn? Ich glaube, man könnte es als ein Zwischending bezeichnen. Besser ein "Doppelding". Einerseits ein Pamphlet, was die Schelte an dem Beitrag des Autors und der Schreiber anbelangt. Andererseits eine Eloge an die AfD. Na ja, steht ihm ja demokratisch zu. Nur ein Anspruch auf Beifall ist nirgendwo festgeschrieben.

Nun zum Autor selbst Auf ein Wort!
:
Denn Sie sollten wissen: Ihre „Filibuster“ erscheinen mir nicht sonderlich überzeugend. Was der Überzeugungskraft und Beeindruckbarkeit nämlich zuerst einmal entgegensteht ist die Tatsache Ihres offensichtlichen Unverständnisses, was das Lesen und Verstehen von Texten über die Wahrnehmung von „Buchstabenaneinanderreihungen“ zum Formen von Sätzen hinausgeht. Was ich meine ist, dass Sie für Stilmittel, Wahrheiten mit Ironie und Zynismus zu paaren, offensichtlich keinen „Sensor“ besitzen. Trösten Sie sich, das ist nicht jedem gegeben, warum also gerade Ihnen? Uli Gellermann ist darin ein Meister.
Witzig ist, wenn Sie schreiben: “Das Lucke als Akademiker sich anders ausdrückt als Andere müsste man vielleicht berücksichtigen.“ Das ist wohl an Schlichtheit im Bestreben der Art des Kampfes eines edlen weißen Ritters für die Unschuld der Jungfrau kaum zu überbieten. Na ja, Vergleiche hinken ja immer. Aber der Lucke ist ja nicht gerade ein Typ „g’standes Mannsbild“. Aber dass Sie sich selbst als Nichtakademiker outen, na so was. Es sei denn, bei Orthographieschwächen würde ein Auge zugedrückt. Na ja, man kann nicht alles…

Witzig finde ich dazu, dass Sie bei der Vielzahl der Beiträge hier gerade mal zwei Kritiker herausgreifen, die zu den qualitativ nicht sonderlich gehobenen Anmerkungen eines Herrn Grossmann etwas sagten. Da der nicht selbst antwortete, liegt für mich der Verdacht nahe, dass Sie sich da mal möglicherweise namensmäßig „umgezogen“ haben? Solches Procedere ist bekannt. Aber Sie brauchten doch da nicht direkt so zeilenmäßig übertreiben mit Ihren Versuchen der Reinwaschung einer Partei, die niemand braucht. Und dazu noch so unbeholfen.

Witzig auch die Naivität, die aus einem solchen Satz spricht: „Es wird wohl niemandem (!) hier gelingen ein Beispiel für Luckes Nazitum zu bringen.“

Was halten Sie denn davon, den Beweis für Luckes Nicht-Neonazitum anzutreten? Darf ich den Satz: Das wird Ihnen und Ihresgleichen (!) nicht gelingen von Ihrem Original SO abwandeln?

Sie dürfen jetzt meinen Beitrag gerne als „entartet“ im Sinne Ihnen nicht genehmer Einstellung einordnen. Auch gerne als „entartete Kunst“. Das überlasse ich ganz Ihnen. (Hier sollte jetzt ein Smiley hin zu Ihrem besseren Verständnis).


Am 14. Oktober 2014 schrieb Pat Hall:

@ Aleksander von Korty,

eine sehr treffende Bezeichnung die NSDAP als `Partei des wild gewordenen Kleibürgertums´ zu benennen.
Leider gibt es sie heute zu Hauf wenn ich so manche Menschen kontaktiere oder mit ihnen zusammenarbeiten muß !
Doch wer hat sie dazu gemacht ?
Vermutlich liegt es am Umsatz der Zeitung mit den 4 Buchstaben die ich als Sprachrohr der Regierung bezeichne. 
Wer gestern zu später Stunde noch im ARD-Programm die Akte-D sehen konnte, mußte lernen das der gute alte Adenauer mit schmierigen Geheimerlassen die Nazi´s in Amt und Parlament hineinhievte und Faschisten unbehelligt blieben !
Das macht Angst vor weiteren Faschismus und wer weiß was noch so alles aus Berlin kommen mag wenn man sieht wie diese Regierung wieder mit Faschisten in der Ukraine ihr Wohlwollen ausdrückt.
Gerne wäre man Stolz auf dieses Land der Dichter & Denker, doch das ist passee, ich hoffe dass das Russland-Bashing endlich aufhört und die Bunderwehr in Deutsche Grenzen zurück kehrt.
Der Deutsche an sich will keinen Krieg,doch wer ist es dann der Uns hier Aufhetzen will?


Am 14. Oktober 2014 schrieb Axel Schweiss:

Ich bin vor einiger Zeit von den MSM-Journalisten wie Kahlweit und Kornelius und ihren Faktenfälschereien und demagogischen Artikeln ausgewichen auf alternativen Journalismus wie z.B. der Rationalgalerie. Weil ich dachte, die sind da anders.

Nun lese ich diesen Artikel von Gellermann und dachte erst, ich bin auf der SZ - Seite gelandet. Ich bin schon enttäuscht dass auch in dem Artikel Fakten gebogen werden bis sie passen und der Polemik freien Lauf gelassen wird.

Ich bin kein Mitglied und kein Anhänger der AfD. Ich bin aber auch kein Anhänger der MSM-Masche "man schaffe sich einfach die Fakten die man braucht selber, um das propagandistische Mittel zu erreichen".

Woher weiß Gellermann denn, dass sich Lucke "angeblich nur versehentlich der Sprache der Nazis" bediente? Hat Lucke sich dieser schon vorher bedient? Ist er ein Nazis, gewiss? Nein, Gellermann macht nur Polemik. Lucke ist konservativer CDUler gewesen, der sich in der neuen CDU unter Merkel, der Alle-Kampagnien-Kopiererin, nicht mehr zu Hause fühlte. Es wird wohl niemandem (!) hier gelingen ein Beispiel für Luckes Nazitum zu bringen. Es sei denn man baut sich eines, wie Gellermann.

Das Lucke als Akademiker sich anders ausdrückt als Andere müsste man vielleicht berücksichtigen. Dass der gebrauchte Ausdruck gelinde gesagt "vorbelastet" und damit unglücklich ist gebe ich gerne zu. Dass das Wort "entartet" in der Medizin verwandt wird wissen wir, dass es kein originäres Nazi-Wort ist auch. Und das ist alles, was Gellermann zum Nazi Lucke zu sagen hat?

Frauke Petry hat der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ein Interview gegeben und darin erklärt, viele AfDler könnten sich eine Änderung des § 218 vorstellen, weshalb man sich hierüber eine Volksabstimmung wünsche. Später dann erst der Satz "Die deutsche Politik hat eine Eigen-verantwortung, das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherzustellen?.

Sicherlich nicht meine Meinung und wenn dann hätte ich es so nicht gesagt. Aber de facto war das Interview anders als es Gellermann darstellt bzw. gerne gehabt hätte. Warum muss man denn alles immer so darstellen wie es einem am Besten in den Kram passt?

Unterirdisch fand ich Bemerkungen wie "Führer-Geburtstags-Feier" oder "AfD-Führerbund". Als ob die AfD eine rechtsradikale Partei oder die NS*D*AP wäre. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass dieses Niveau unterboten wird. Bis ich die Beiträge von HANS JON (Abkürzungen für AfD und KZ - sooo lustig) und BÖHM-DUWE las (die Angst hat, dass die AfD aktive Sterbehilfe in JONs KZ vornehmen). Hat zwar mit der Realität nix zu tun, aber man hat mal wieder seine sensible Meinung kundgetan.

Dass sich in der AfD auch Leute vom rechten Rand tummeln ist ja wahr, aber dasdie Partei rechtsradikale Politik macht ... .
"Keine Einwanderung in die Sozialsysteme" wurde der AfD als Ausländerfeindlichkeit ausgelegt. Bis klar gestellt wurde, dass dies aus dem CSU-Programm kommt.

Erst heute habe ich ein Interview mit einer AfD-Geschäftsführerin (Name vergessen) gehört, die darauf hingewiesen hat, dass sich die AfD mit den Zielen der CSU von vor 20 Jahren indentifiziert.

Und im Gegensatz zur NPD steht die AfD zu unserem Land, zu unserem Grundgesetz und zu unserer Staatsform.

Die Wähler der AfD bei den letzten Wahlen sind Abwanderer voN CDU, FDP und z.T. SPD! Und hier kommt langsam aber sicher das Problem zum Vorschein, dass Gellermann so gerne mit seiner braunen Masse zudecken will.

Die AfD-Wähler sind konservative Bürger, die sich von Themen wie Euro, mehr Sicherheit für Bürger etc. angesprochen fühlen. Die wirklich glauben, dass hier mal jemanden die Probleme erkannt hat und offen ausspricht.

Und hier sehe ich den Ansatzpunkt für Nachdenklichkeit bzw. Untersuchungen. Warum sind konservative Kreise für diese Art von Politk empfänglich? Warum hat die CSU solche Ziele in ihren Parteiprogrammen (gehabt), ohne dass das kaum Widerhall oder Kritik fand?

Wenn ihr alle so demokratisch seid, warum wird die AfD dann verteufelt? Bei der NPD war man der Meinung, dass Demokratie so etwas auch aushalten muss. Ist das bei der AfD nun anders? Parteienverbot? Nur die Meinung sagen, die euch passt? Habt ihr so wenige Argumente gegen die AfD, um diese auf demokratische Art und Weise ins Abseits zu stellen?

Dass die AfD eben nichts anderes ist als ein konservativer Ableger der Partei CDUCSUSPDGrüne zeigte sich ja in der Abstimmung im Europa-Parlament zum Thema Sanktionen gegen Russland. Da wurden auch artig die Händchen gehoben, wie von all den Anderen. Es gab keinen Unterschied!

Und hier schließt sich der Kreis. Die AfD ist nichts Neues, Revolutionäres oder Alternatives, sondern genau dasselbe wie alle Anderen, nur eben in blau. Das hat sie , bis auf die Farbe, mit der Rationalgalerie gemeinsam.

Antwort von U. Gellermann:

Die AfD, so ihr Chef jüngst in einem Interview, zieht ausgewiesen sehr rechte Leute an: Das muss an ihr selbst liegen, sicher nicht an mir. Mein wesentliches Anliegen war und ist: Die AfD tut neu, ist aber schrecklich alt. Diese Beweisführung ist bei mir, wie üblich, zugespitzt formuliert. Alle Zitate stimmen.


Am 14. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Rechtsgerichtete Vereine vom Schlage einer AfD bedienen sich immer wieder altbewährter Strickmuster der Demagogie! Dabei kennen sie zeitgemäß immer bestens die Stimmungslage an deutschen Stammtischen und nutzen diese sowohl bei ihren mundgerechten politischen Forderungen, wie auch schon bei der Wahl der eigenen Selbstbezeichnung. Das Wahlvolk, mehrheitlich vom Europa der Konzerne und seinem Zahlungsmittel enttäuscht, sucht also geradezu nach einer "Alternative für Deutschland"
Und bei all dem orientieren sie sich immer an den einst so erfolgreichen Methoden ihrer historischen Vorläuferin, jener NSDAP, die nun wirklich alles schrecklich-mögliche war, aber weder eine Alternative für Deutschland, noch eine National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei.
Denn sie war keineswegs "national", da vorher und nachher nie wieder ein Verein den nationalen Interessen des Deutschen Volkes derartig geschadet hat, wie sie. Sie war nicht "sozialistisch", denn sie ließ sich wie eine teure Hure vom deutschen Großkapital aushalten und diente seinen Profitinteressen. "Wes Brot ich ess´, des Lied ich sing!" Sie war nicht "deutsch" denn selbst ihr Ober-Demagoge, diese schlechte Charlie Chaplin-Parodie, war ein Ausländer aus dem Städtchen Braunau am Inn. Sie war keine Partei der "Arbeiter", denn Georgi Dimitrov charakterisierte sie zutreffend als die Partei des "wildgewordenen Kleinbürgertums" Und sie war nicht einmal eine "Partei", denn eine solche Organisation setzt zu mindestens ein geringes Mass an innerparteilicher Demokratie voraus. Sie war nichts weiter als ein FFFuF (Führer-Folge-Ferein & Fanclub)!!!
Keine ihrer geistigen Nachfolgevereine hat sie jemals in der hohen Kunst ihrer Verlogenheit, und heuchlerischen Demagogie erreicht. Doch gefährlich sind auch ihre heutigen Enkel (AfD / NPD / DVP / PRO NRW / usw. usf.)


Am 13. Oktober 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Mit Hans-Werner Grossmann hat sich hier zur Abwechslung einmal ein wahres Rumpelstilzchen offenbart.

Da demontiert einer früh seine "Law-and-Order-Partei" - indem er all diejenigen ausschließt, sie wegzubeißen versucht, die nicht so ganz in sein Weltbild passen! Da überkommt einen doch gleich das Muffensausen, oder? - wenn man Drohungen wie diese liest.

Aha! Die AfD ist es also, der die Zukunft "unseres Landes" gehört. Das impliziert, daß "gewisse Existenzen" gleich von Vornherein von der AfD aus "unserem Land" ausgeschlossen werden sollen. Klingt ja verheißungsvoll! Doch kleine Kläffer sind bekanntlich die reinsten Sensibelchen, wenn sie von anderen in ihre Schranken gewiesen werden. Da hat er in Bernd Lucke ein passendes Pendent.

Der AfD wird es mit der Zeit keinen Deut besser ergehen wie der FDP. Oder dem Saubermann Ronald Schill. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, Herr Grossmann! Um nicht direkt zu sagen - daß da gewisse "Existenzen" nur staunen können, gleich von vornherein ausschließt (nicht zu unserem Land gehörend!).


Am 13. Oktober 2014 schrieb Pat Hall:

Eine Analyse & Meinung die zum weiter denken anregt, über Parteien und ihren Machenschaften in dieser Republik.
Mir sind die Inhalte der AfD zu vage und ohne viel Aussagekraft. Es gibt keine Partei die sich für das Wohl des Volkes allen ernstes einsetzen will,dafür aber sich die Taschen mit unserem Steuergeld Vollstopfen will.
Niemand muß der AfD die Goldmünzen abkaufen müssen, außer wenn Jemand denen einen Gefallen tuen will?


Am 13. Oktober 2014 schrieb Hans Jon:

Zu "Hans-Werner Grossmann":

Immer wenn die "Herde" strudelt, dann "wählt" sie aus Sehn-Sucht einen "starken Führer"! "Adolf führt Deutschland"(kurz: AfD) meldet sich wieder!
Wehe dann den "Existenzen", die dem "Führer" nicht "folgen" ... , die "keine Zucht" (KZ) wollen, die werden "staunen"!!!


Am 13. Oktober 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

@ Hans-Werner Grossmann

"Da helfen Ihnen auch die Beleidigungen und Diffamierungen nicht: Die Alternative für Deutschland wir die Zukunft unseres Landes prägen. Und Existenzen wie Sie können dann nur staunen!"

Na so was, aber auch. Da verlieren Sie ja die "Contenance". Das mit der Wortwahl "Existenzen" und "können da nur staunen" klingt wie eine versteckte Drohung. Da muss ich aber mal direkt mit "Personenschimpf" - nicht zu verwechseln mit "Persönlichkeit" - kontern.

Wenn Sie vielleicht eine gezielte Gegendarstellung anhand angeblicher "Beleidigungen" und "Diffamierungen" bringen könnten, dann würde Ihr Statement nicht so wie die Darstellung einer "beleidigten" Leberwurst klingen. Weil nichts verborgen bleibt. "Es kommt doch alles ans Licht der Sonnen". Der vor einiger Zeit noch wutschnaubende "Lucky" muss immer mehr zugeben. Geht gar nicht anders. Die üblen Existenzen in den Reihen lassen sich nicht verbergen.


Am 13. Oktober 2014 schrieb John Letterman:

Lieber Gellermann, mal wieder nicht nur höchst argumentativ, sondern auch elegant, das ist Deine Spezialität. Weiter so.


Am 13. Oktober 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Wenn es nur um eine Oppositionspartei gehen würde, die sich ein bisschen stimmungsfördernd verkleidet, wäre es ja gar nicht so schlimm. Das wird es erst, wenn die braune Farbe unter dem bunten Kostüm vermeintlicher Volksnähe hervor“lucket“. Das ist allerdings – und großes und bedenkliches „leider“ - für viele offensichtlich gar nicht so einfach – das richtige Hinschauen. Das sind alles die Leut‘, die nicht begriffen haben, dass nicht immer drin steckt, was drauf steht. Und so verhält es sich mit dann auch mit der Beurteilung und Sympathiekundgebungen via der „Armleuchter für Dämelacks“. Oen „hui“ drunter „pfui“.

Nun bin ich keine „Fan-nin“ von Schäuble. Mehr noch, ich mag ihn nicht. Aber: Wo er Recht hat, hat er Recht. Unzweifelhaft, was seine Erkenntnisse über die AfD anbelangt: Ähnlichkeit mit den rechtsextremistischen Republikanern der 90er Jahre, Fremdenfeindlichkeit, hemmungslosen demagogischen Missbrauch von allem und ähnliche Feinheiten. All das zeigt sich wohl verpackt unter dem Deckmäntelchen: Wir meinen es ja nur gut mit Deutschland. Und…man wird ja mal sagen dürfen! So wie es der Sarrazin auch so meinte, als er seine „braune Bibel“ verfasste. „Eine Schande für Deutschland“ nannte Schäuble die AfD. Und die Entgegnung des Herrn ohne Pünktchen auf dem „U“, der meint, mit Pünktchen versehen das schließen zu können, was Deutschland angeblich nicht hat, war: „Wir bedauern, dass der Finanzminister im Alter die Contenance nicht wahren kann". Eine recht dürftige Entgegnung, die auf das Alter eines Kritikers hinzielt. Das ist recht primitiv. Auch wenn Schäuble ein wenig vergesslich erscheint und ihm das Vorhandensein von Geld in der Schreibtischschublade entfallen war und viele ihm gerne ein Liedchen als Wunsch für einen erholsamen Ruhestand im heimischen Schrebergarten oder so mit Text „Rolling home“ singen möchten, so verdiente er eine sach- und nicht personenbezogene Entgegnung. Und dass „Contenance“ ein „Unaufgeregtsein“ nicht zu den Eigenschaften des Bundesfinanzministers gehört, das kommt noch dazu. So erscheint das Lucke Zitat recht hilflos.

Die „Feinheiten“ der AfD-Vorstellungen, die keinesfalls unschwer ein dejà vu oder dejà lu-Erlebnis vergangener Schreckenszeiten hervorrufen, werden nicht sonderlich publik gemacht beim „gemeinen Volk“. Da muss dieses schon etwas gezielter hinschauen und sich nicht beeindrucken lassen, dass der „Neue“ oder die „Neuen“ im „edlen Zwirn“ gewandet daher kommen. Das unterscheidet sie von den damaligen Senkrechtstartern „Piraten“, denen man anfangs viel Hoffnung entgegenbrachte. Alles neu… und so. Die kamen etwas „abgerissen“ daher und mit einem Johannes Ponader an der Spitze mit der Einstellung à la: „Arbeit geh weg, ich bin zu Höherem berufen“ und der langsam beim Bürger aufkommenden Frage: „Was wollen die eigentlich und was haben die für ein Programm?“ und des dann folgenden Staunens: Die haben ja gar keins - musste sich der neue Hoffnungsträger aus dem Bundestag verabschieden.

Zurück zur Alptraum-Nostalgie. Die Petry Tante wetterte jüngst gegen das Singen eines Geburtstagsständchens, wie es schon in den Kitas üblich ist. Text: Happy birthday. Da möge man sich doch des deutschen Liedgutes erinnern – so der Tenor. Dass die AfD ein Feind der Homosexuellen ist und das Wunschbild einer Familie mit drei Kindern propagiert, ist dann wohl – so man diese Personen weiter machen lässt – der Vorlauf zu speziellen Geschäftszweigen: Das Herstellen von „Mütterorden“? In Bronze, Silber und Gold. Frau Petry darf sich dann selbst den Goldenen anheften und für von der Leyen gibt es dann einen extra in Platin.

Das mit der Behauptung, dass sie ein Gegner der Abtreibung seien, ist der Absicht gewidmet, sich als human und christlich hinzustellen. Jetzt sind sie nicht mehr so ganz up to date, so sie sich eine Unterstützung der starken Macht der Kirche würden sichern wollen. Denn Altpapa Ratzinger mit seinen starren Positionen hat die „Saffianpantöffelchen“ ausgezogen und das Hermelinkrägelchen auf der Brokatgewandung abgelegt.

Gleiche Absicht lässt sich auch bei der – erst einmal – behaupteten Position vermuten, gegen aktive Sterbehilfe zu sein. Dass es da keine Ausnahmen geben könnte – so sie das Sagen hätten, ist damit ja nicht gesagt. Möglicherweise könnte da später dann eine Ausnahme gemacht werden, sagen wir mal, bei der erfolgreichen Paarung einer Deutschen mit einem Türken, oder ähnlich. Und das mit der Sterbehilfe, die ja vormals anders hieß, da darf man gar nicht drüber nachdenken. Welche Ausnahmen es da geben könnte.

Unlängst erregte der Fall des AfD Vize Dr. Thomas Hartung aus Sachsen Aufsehen, der sich gegen Behinderte ausließ. Ekelhaft. Das Opfer als Vorzeigeobjekt seiner üblen Gesinnung war der Spanier Pablo Pineda Ferrer, der mit Down Syndrom geboren wurde, nach der Schule ein Lehramtsstudium begann, das er nach vier Jahren erfolgreich abschloss. Danach studierte er Psychologie und unterrichtet seit fünf Jahren an einer Schule in Cordoba. In dem preisgekrönten Kinofilm „Me too – Wer will schon normal sein“ spielt er sich selbst in seinem Kampf um Anerkennung und Normalität. Von einem solchen Menschen will der „feine“ AfD-Typ nichts wissen: „Ich spreche einem Menschen mit Trisomie 21 die Befähigung ab, in Deutschland den Hochschulberuf eines Lehrers zu ergreifen, und gebe kund, dass ich als Nichtbehinderter von einem solchen nicht unterrichtet werden möchte.“ Und ….“ Wo soll das hinführen, wenn es als normal gezeigt wird???“

Was für ein brauner Drecksack. Aber wie man sieht hatte der ja Karriere innerhalb der AfD gemacht. Und auch wenn er den Rücktritt angetreten hat und nun „nur“ noch einfaches Mitglied ist, so ist doch bereits ein Mitglied solcher Gesinnung zu viel. Eine seriöse Partei hätte umgehend einen sofortigen Parteiausschluss veranlasst. Aber die nehmen ja alles – und die ehemaligen Mitglieder der rechtspopulistischen Schill Partei in Hamburg sind bereits hochwillkommen.

2011 schreibt. Hartung auf seiner Seite bei einer Einlassung in Bezug auf „Betrachtung“ schlechthin:

„die Bedeutung des Unbeachteten birgt den Kern ihrer Aussage“

Ich wünsche mir, dass das quasi „Kleingedruckte“ viel mehr beachtet wird und der faulige Kern sichtbar wird. Und die Wölfe im Schafspelz entlarvt werden. Die Gurus, die Rattenfänger mit dem Flötengesang für die Hintergestrigen, (denn „Oma“ will ihre gute deutsche Mark wiederhaben), die „Verführer“, die sich „einfühlsam“ der „brennenden“ Themen des jeweiligen Landstrichs annehmen und populistisch bedienen und die alles das verkörpern, was Deutschland nicht braucht. Und die ihre Anhänger bei denen finden, die für wieder Aufgewärmtes schwärmen.

Man vergleiche die Aussagen auf Plakaten der NPD und der AfD – wie die sich doch gleichen, nur Wortumstellung. Und man gehe noch weiter zurück:

Da hieß es auf dem Parteitag der AfD in Thüringen im Februar dieses Jahres:

"Liebe Freunde: Das Wort „ICH“ hat in einer Partei wie unserer keinen Wert. Das haben wir gemeinsam bewiesen." "Ich verbeuge mich nur vor Gott, unserer Flagge, meinen Eltern und dem Parteitag der Alternative für Deutschland in Thüringen."


Am 13. Oktober 2014 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Lieber Herr Grossmann,
Ihr Argumentationsstil ist noch nicht einmal unorthodox. Wo Sie jetzt Beleidigungen und Diffamierungen im Artikel gefunden haben wollen, ist für mich jedenfalls nicht erkennbar. Beim besten Willen nicht. Eventuell verwechseln Sie da was mit dem Stilmittel, welches als Zynismus bezeichnet wird. Dieses rhetorische Werkzeug ist aber gerade in diesem Artikel über die AfD vortrefflich geeignet. Demgegenüber entnehme ich Ihrer Nichtargumentation nur ein gewisses Maß an Verachtung gegenüber dem Verfasser dieses Artikels. Mit Stil hat das nichts zu tun. Auch wenn es schwer fällt, Sie müssen ja die Meinung des Verfassers nicht teilen. Aber lediglich einen Geistesfurz hier abzusetzen, ist völlig überflüssig.


Am 13. Oktober 2014 schrieb Gerd Fleischmann:

Ein Treppenwitz: Die Adresse der AfD ist Schillstraße 9, 10785 Berlin. ?Schill?, da war doch was ...


Am 13. Oktober 2014 schrieb Carola Besenbinder:

Auf diesen Artikel warte ich schon lange. Eine ebenso ironische wie analytische Auseinandersetzung mit dieser Partei war dringend nötig. Danke.


Am 13. Oktober 2014 schrieb Hans-Werner Grossmann:

Da helfen Ihnen auch die Beleidigungen und Diffamierungen nicht: Die Alternative für Deutschland wir die Zukunft unseres Landes prägen. Und Existenzen wie Sie können dann nur staunen!

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