Export mit der Speerspitze

Wie die South-Stream-Pipeline ersetzt wird

Autor: U. Gellermann
Datum: 04. Dezember 2014

Die Tagesschau hat ein "Rätselraten" begonnen: Warum nur hat Putin die South-Stream-Pipeline-Pläne gestoppt? Auch die BILD-Zeitung weiß in der Überschrift, dass Putin die Pläne höchstselbst gestoppt hat. Und natürlich denkt sich die schlaue FAZ noch mehr: Der Pipeline-Stopp sei "Eine persönliche Niederlage für Putin". Die deutschen Medien, immer schön um den Regierungskurs schlingernd, sind schlicht vergesslich: "Wir werden", teilte der EU-Energiekommissar Günther Oettinger der ungeneigten Öffentlichkeit im Juni mit, "die Gespräche (zur South-Stream-Pipeline) weiterführen, wenn die russischen Partner sich wieder an internationales Recht halten." Oettinger war der Bremser, lange vor Putin. Nur wenige Tage vor dem Oettinger-Stopp traf sich der bulgarische Ministerpräsident, durch dessen Land die Pipeline führen sollte, mit dem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zu bilateralen Gesprächen. Dabei versicherte er Barroso, dass die Gaspipeline South Stream im Einklang mit EU-Recht gebaut werde.

Aber zwischenzeitlich hatten sich die USA die Pipeline angeschaut und stellten Entsetzliches fest: Eine russische Firma, deren Besitzer von US-Sanktionen betroffen ist, sollte den bulgarischen Teil der Pipeline bauen! Wer sich nicht so verhält wie die USA das wollen, der vergeht sich natürlich an internationalem Recht. Und schon fiel dem Kommissionspräsidenten Barroso am selben Tag nur Minuten später auf, dass die Kommission ein Vertragsverletzungs-Verfahren gegen Bulgarien verhängen müsse. Was sollte das arme Bulgarien machen? Es kapitulierte und wollte die den Russen angekündigte Genehmigung zum Bau der Pipeline nicht mehr erteilen. Wie besoffen schwankt eine deutsche Öffentlichkeit seitdem zwischen zwei Polen der Meinungsmache hin und her. Die einen sehen einen taktischen Sieg von "Putin" gegen die westliche Sanktions-Politik. Die anderen sehen einen Sieg der EU-USA: Man habe sich klar durchgesetzt.

Ein Verlierer steht zweifelsfrei fest: Die Bulgaren verlieren durch die Absage an das große Investitionsprojekt rund 500 Millionen Dollar. Das wäre für das bitterarme Land nicht nur eine schöne Investitionsspritze gewesen. Der Pipeline-Bau hätte auch jede Menge Arbeitsplätze bedeutet. Doch der bulgarische Regierungschef, Bojko Borrissow, ist auf den Westen orientiert. Auf seiner Facebook-Seite sieht man ihn strahlend an der Seite des Steuervermeidungs-Agenten Jean-Claude Juncker. Borrissow war lange Jahre von Beruf Schuldeneintreiber. Man kann für die Bulgaren nur hoffen, dass die EU ihre Schulden wegen des Pipeline-Ausfalls begleichen werden. Ein weiterer Verlierer hatte sich schon im Vorjahr herausgestellt: Joschka Fischer. Der wollte für die Atlantiker-Fraktion in der EU, in Konkurrenz zu den Russen, das Pipeline-Projekt "Nabucco" bauen und musste den Plan aufgeben: Lieferländer wie Aserbeidschan und Turkmenistan hatten den Russen und Chinesen bereits größere Gasmengen zugesagt. Für "Nabucco" wäre da nicht viel übrig geblieben. Fischer hat dann jüngst ein sehr schlechtes Buch zur EU geschrieben, das seinen Verdienstausfall als Gas-Lobbyist kaum ausgleichen wird.

Der "Sieg" der EU-USA soll darin bestehen, dass Russland seine Gas-Leitung nicht bauen kann und seine Wirtschaft damit geschwächt wird. Heilige Einfalt. Ein wirtschaftlich schwächelndes Russland wird weniger westliche Güter importieren - vom Auto bis zur kompletten Fabrik. Wer sich die Mühe macht, die Exportstatistiken anzusehen, der wird feststellen, dass die Exporte der EU - zum Beispiel im Jahr 2011 - nach Russland 147 Mrd. US-Dollar betrugen. Die der USA im selben Zeitraum nur 8,3 Mrd. Dollar. Nur wer mit Russland zwischen nichts und wenig handelt, wie die USA, kann sich als Gewinner fühlen. Die Wirtschaft der EU verliert und verliert und verliert. Das gilt auch, wenn die Firma South Stream Transport, die ihren Sitz in den Niederlanden und nicht in Russland hat, ihren Betrieb einstellt. Denn Anteilseigner des Unternehmens sind neben Gazprom (50 Prozent) der italienische Energieversorger Eni mit 20 Prozent. Und die deutsche Wintershall-Holding und der französische Energiekonzern EDF halten jeweils 15 Prozent der Anteile.

Aber zum Ausgleich für den sinkenden Export im zivilen Bereich hat sich die NATO eine neue Truppe für den Kriegs-Export ausgedacht: Eine schnelle Eingreiftruppe, eine "Very High Readiness Joint Task Force", genannt "Speerspitze", soll den Russen bald zeigen, wie sich die EU künftig den Handel zwischen den Ländern vorzustellen hat. Der steinzeitliche Name gibt einen Hinweis darauf, wie sich die US-dominierte NATO internationale Diplomatie vorstellt: Keule auf den Kopf, Speer in die Weichteile. - Nimm dies, Russe!


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 05. Januar 2015 schrieb Wolf Neuberger:

Der "Sieg der EU-USA"? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die EU ein Staatenverbund mit 28 Mitgliedstaaten ist und die kann man wohl kaum so platt über einen Kamm scheren. Aber egal, Hauptsache links!

Im diesem Sinne, liebe Genossen, schreibt schön weiter mit dem Holzhammer. Irgendeinen dummen Leser, der alles nachplappert, was seinen Glauben festigt, werdet ihr schon finden. Nur das "R" in "rational" solltet ihr doch ehrlicher Weise mit "N" schreiben.

Antwort von U. Gellermann:

Ein Argument, ein Königreich für ein Argument!


Am 05. Dezember 2014 schrieb Sven Heuser:

Bulgarien: Da gab es auch noch den von der USA-NATO-EU-BRD mittels SMS perfide orchestrierten Bankrun (Methode: bunte Revolution), damit war die erste bittere Medizin verabreicht. Wer nicht wie ein Gummilurch unter dem Teppich robbt und das ausführt, was vorgenannte ungeniert fordern oder besser befehlen, dem werden die Folterinstrumente nicht nur gezeigt. Was in der EU unter Geschlossenheit, Einigkeit und Solidarität propagandistisch vermarktet wird, ist die Verpackung von Angst.


Am 04. Dezember 2014 schrieb Henning Alvenstedter:

Das wird ein Gedrängel, wenn die Urenkel all der wackeren SS-Männer auf der Vorfahren Spuren in diese neue Eliteeinheit streben - endlich wieder gen Osten.
Einen wesentlichen Teil der Truppe zur Verteidigung unserer Freiheit an Newa, Don und Wolga werden die 900 Ex-Jugoslawien-erfahrenen Jäger des Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg in Sachsen stellen. Die Stadt ist stolz, seit 250 Jahren Garnisonsstandort zu sein. Bei den Reichstagswahlen im März 1933 fuhr die NSDAP dort satte 57 Prozent ein. Heute hat im Stadtrat die CDU die absolute Mehrheit.


Am 04. Dezember 2014 schrieb Gisbert Paul:

Verdammt, Herr Gellermann,

was soll dieser pausenlose Ausstoß unbedingt lesenswerter Beiträge?? Es gibt auch noch Menschen, die arbeiten gehen und nicht verbeamtet sind. Wer soll das denn alles auf einmal aufnehmen??
Gleichwohl: danke.


Am 04. Dezember 2014 schrieb Gideon Rugai:

Wie von den fleissigen Kommentatoren Ebel/Hermsen einmal mehr angedacht, stehe auch ich schon seit Jahren vor der Frage "Was ist bloß mit der dt. Politik los ?"

Die Widersinnigkeit & offensichtliche Hörigkeit, die immer deutlicher auf wahnhaft-schizoides Verhalten hinweist - ja mich sogar schon überlegen ließ ob unsere Spitzenpolitiker nicht bereits durch Klone ersetzt wurden - bis hin zum "Ukraine-Konflikt" mit Propaganda- geschwängerten Vorzeichen, die jedem halbwegs wachen Menschen als deutliche Parallele zu den Vorgängen der 30er Jahre des letzten Jh. anmuten muss...Der Aufwand der betrieben wird, die Scheuklappen einfältigster Verleugnung von Wirklichkeit (mit aus dem Zusammenhang gerissenen Teil-Realitäten) immer schön nach dem Winde auszurichten....das alles lässt eigentlich nur einen Schluss zu : Es geht um totale, vollständige Kontrolle. Kontrolle, um das zu erreichen was der den auf "Ball flach halten" zurechtkonditonierte Normalverbraucher sich so sehr wünscht: Nämlich, dass sich etwas ändert "aber nur wenn ansonsten alles so bleibt wie es ist und immer war."

Vergessen sie das allgemeine politische Hauen und Stechen auf nationaler wie internationaler Ebene, die Nebelkerzen und ablenkenden Angstszenarios über gesellschaftliche, russische , islamistische und sonstige schurkenstaatlich/terrorristische Bedrohungen. Lösen sie ihren Blick aus dem Kleinklein einlullender Alltagsroutinen jeder Art und damit verflochtener komplexer Strukturen, Systeme und Ideologien.

Die vielzitierte Neue Weltordnung ist längst da - sie wird seit 45 beständig (u. erfolgreich) implementiert: Mit kapitalistisch produzierten und hochglanz-geschliffenen Glasperlen . Und mit Zuckerbrot und Peitsche.
Und von letzterer wird heuer eifrig Gebrauch gemacht.
Jetzt geht es nur noch darum den Sack zuzuziehen. Und was braucht man dafür ? Richtig, Chaos, Bedrohung, angstschürende Szenarien- und zwar auf globaler Ebene.

Dann werden die Leute von ganz allein nach bereits angedachten und in Thinktanks vorproduzierenten Lösungen, nach starken Männern (und neuerdings auch Frauen) schreien....und man stellt damit sogar unter Beweis, dass der Mensch nach wie vor bereit ist, innerhalb von Minuten, Tagen , Wochen wieder in tiefste Barberei zu versinken sprich: Gar nicht reif dafür zu sein , frei und unabhängig, nicht überwacht und gegängelt von staatlichen Vortänzern nach Lösungen für "eine bessere Welt" zu suchen.

Warum? Weil man bei allen notwendigen Veränderungen, die die derzeitige menschliche Entwicklung mit sich bringt, unter allen Umständen den Stus Quo und damit die seit Jahrhunderten etablierte elitistische Vorherrschaft (und dessen Mindset) einiger Selbsterwählter sowie dadurch erzeugte Pfünde (und Seilschaften) nicht verlieren will.
Und warum nun das ? Naja, Bush Senior soll es einmal mit dem (sinngem.) Satz "Wenn die Menschen wüssten was wir wirklich treiben , würde man uns alle aufknüpfen" kommentiert haben....

Was bliebe als Alternative? Merkel, die Bauernschlaue (wie ich schon einmal ausführte)? Spielt ein doppeltes Spiel , heuchelt den Amis Unterwürfigkeit vor?
Oder versucht jetzt über hirnrissig anmutende "Eigentor-Sanktionen" Putin dazu zu bewegen uns den Gashahn abzudrehen, damit wir uns in einem als "hart" prognostizierten Winter den A abfrieren und uns darüber endlich wutentbrannt protestierend auf die Strasse wagen? Um was zu erreichen? Die BW endlich im Inneren einsetzen zu können? Das Chaos weiter zu schüren?

Für mich ist klar , dass hier übergeordnete Intentionen, ein Masterplan, und geübte Spielfiguren im Spiel sind. Figuren die ansonsten beinah`unsichtbar im Hintergrund agieren. Und in Hinterzimmern verhandeln. Was wir auf den Projektionsflächen unserer Multi-Media "Informations"-Gesellschaft zwecks "Meinungsbildung" zum Fraß (und zum Hauen und Stechen untereinander)vorgeworfen bekommen ist genau das: Wertloses Futter für die tumbe Masse, Welt-Theater, Makulatur, Blaue Augen, Schürfwunden und aufgeplatze Lippen. Während die eigentlich Verantwortlichen hübsch geschminkt und mit Weißer Weste bekleidet vor der Kamera sitzen und Alltags-Sermon hervorwürgen.

Die "Angelsächsische Agenda" ....jaja.

Und fast alle fressen gierig mit.....

NACHTRAG
DAS interessiert die Leute wirklich (über drei Millionen mal) :)


https://www.youtube.com/watch?v=H965m0Hkk5M&feature=em-hot-b


http://derbuhmann.blogspot.de/


Am 04. Dezember 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Das Containerschiff EUROPA ist mit einseitiger Informationsladung auf gefährlichem Schlingerkurs. Auf der Kommandobrücke tummeln sich an Finanzschläuche angeschlossene gedächtnisschwache und charakterarme Typen, die dafür sorgen, dass alle Stabilisatoren ausgeschaltet bleiben.
Journalisten, die um ihre Posten bangen, rennen in Panik durcheinander, müssten eigentlich Richtung Backbord, um das Schiff wieder aufzurichten; doch da dröhnt es aus den Kommandolautsprechern: "Backbord ist links, ihr Schwachköpfe! Die totale Wertegemeinschaft ist Steuerbord!"

Dass wir alle auf dieser Blockbuster-Arche hocken und uns bis zum Erbrechen verschaukeln lassen, gefällt den ThinkTank-Leuten auf dem Mutterschiff aller Finanzganoven zwischen Atlantik und Pazifik. "Well done!" dröhnt es tinnitus-befördernd in Frau Merkels Ohren.
Nun, dass dies auch dem Gleichgewichtsorgan der Kanzlerin nicht gut tut, ist ihrer Miene besonders dann deutlich anzusehen, wenn im Bundestag Sahra Wagenknecht spricht und transatlantisches Lob sich mit linker Wahrheit mischt und über kurz oder lang zu Turbulenzen führen könnte. Von "Morbus Menière" sprächen dann die Ärzte: Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, einseitige Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit, eventuell auch Druck- und Völlegefühl im Ohr, Wirbelsäulenaffektionen.
Ach, da gibt es der körperlichen und geistigen Irritationen viele in diesem Amt: der "Affekt" (heftige Erregung, außergewöhnlich seelische Angespanntheit), "affektioniert" (wohlwollend zugetan) in diesem Falle den USA, den Konzernen und Superreichen in Deutschland,
und "Affektation" (Getue, Ziererei).
Ein bisschen viel für ein Menschenkind zwischen Kirche, Kommunismus und Turbokapital. Vielleicht hilft der "Traumschiff"-Doktor - oder viel Fracking-Öl auf die bewegten Wellen.
Beides wird Europa nicht gut tun.


Am 04. Dezember 2014 schrieb Manfred Ebel:

... mehr davon!
Ernst gemeinte Fragen:
Wenn Mächtige nicht mehr so mächtig sind, wundert man sich ja öfter, wie einfach und auch oft stupide deren Vertreter und deren Machtmechanismen waren und sind.
Das allein reicht jedoch zur Beurteilung gegenwärtiger Politik nicht. Selbst bei gutem Willen fällt mir kein Grund ein, womit Frau Merkel persönlich und andere, besonders EU-Politiker dermaßen erpressbar sind. Allein Käuflichkeit kann m.E. kein ausreichender Grund sein, so ganz und gar jeder Realität ferne Dinge zu sagen und zu tun.
Die Kanzlerakte träfe ja auch nur auf Frau Merkel und Vorgänger zu, nicht auf andere Parlamentarier. Auch europäische wirtschaftliche Interessen werden nachweislich beeinträchtigt.
Was derzeit in der Politik passiert, ist doch offensichtlich in niemandes Interesse außer des der USA.
Wie völlig symptomatisch und irrational ist die Reaktion des bulgarischen Politikers Martin Dimitrow auf die russische Entscheidung, nachdem sich die bulgarische Regierung dem US-Diktat unterworfen hat und ihrerseits das South-Stream-Projekt absagte: "Das ist ein taktischer Trick Wladimir Putins und Russlands."


Am 04. Dezember 2014 schrieb Martin Lechky:

Das Problem ist nicht das Russland, durch South-Stream, Redundanz, zu den bestehenden Pipelines Transgas und Nord-Stream, schaffen wollte und zudem noch den Krisenherd Ukraine umgeht. Es geht vielmehr um den Transitprofit, 400-500 Mil. $$, der sich zu Gunsten der ärmeren EU-Süd Ländern verschieben würde. Das die BRD an South-Stream kein Intresse hat liegt darin begründet das die BRD, ordentlich, am Transitprofit partizipiert und das der gute, reich an Schulden gesegnete, Onkel aus Übersee seinen Profit geschmälert sieht wenn das Gas plötzlich nicht mehr durch die gerade so mühsam geputschte Ukraine gepumpt wird ist auch kein grosses Geheimnis. Davon abgesehen, benötigt unser neuer NATOt-Exponent, Polen, selbstverständlich auch die Gelder aus dem Transit des Gases.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Major_russian_gas_pipelines_to_europe.png


Am 04. Dezember 2014 schrieb Moyra Mangold:

Ich kann nicht mehr auseinander halten, ob mein Lachen heute irre oder ehrlich war als ich den Begriff `Speerspitze´ las. Ich bin mir aber sicher, dass es in teutschen Schulen bald wieder eine Ertüchtigungskampagne geben wird, um kleinen BDM´lern und der neuen Merkeljugend den nötigen Schliff zu geben, die teutschen Werte mit braunen Stiefeln in andere Länder zu treten. Hurra! Wir Deutschen sind wieder Wer. Obersturmbannschleimer GauckMerkelLeyen - wir folgen brav im Passgang.


Am 04. Dezember 2014 schrieb Gerhard Wirth:

Es ist hinreichend bekannt, nur in der EU gerne totgeschwiegen, dass es in den ländlichen Regionen den Menschen in Rumänien / Bulgarien schlechter ergeht als zu Sowjetzeiten. Dass das Ende des South-Stream Projektes die Situation der Lebensqualität der bulgarischen Bevölkerung weiter verschlechtert, müsste jedoch auch dem USA treuesten EU Bürokraten bekannt sein. Die von den USA der EU aufgezwungenen Sanktionspolitik hat das Ziel Europa zu schwächen um Europa in eine größere Abhängigkeit zur USA zu bringen. Zum einen über TTIP überteuerte, aufdiktierte Waren nach Europa zu liefern und zum anderen die NATO über die amerikanische Rüstungsindustrie aufzurüsten. Einhergehend mit Verlusten von EU Arbeitsplätzen und zielgerichteter Propaganda der Mainstream Medien wird somit das Feindbild Russland, entsprechend dem transatlantischen Wunsch, in den Köpfen der EU Bevölkerung immer weiter verfestigt. Ebenso soll die Ukraine ein wichtiges Gastransitland bleiben, damit bei einem russischen Gasstop die EU in eine Energiekrise fällt. Es wäre dann eine weitere Option Russland als das Reich des Bösen darzustellen. So wie derzeit der Zerfall des Ölpreises amerikanisch gesteuert wird, um Russland wirtschaftlich zu schwächen. Jedoch sollte jedem klar sein, dass ein Wirtschaftskrieg die Vorstufe eines militärischen Krieg sein kann und auch hier der Gewinner, falls man dieses überhaupt so nennen kann, nur USA heißen kann. Europa und der europäische Teil Russlands sind danach verbrannte Erde. Nur wann begreifen das endlich die USA verbohrten Politiker in Europa?


Am 04. Dezember 2014 schrieb Kay Macke:

Kleine Ergänzung:

03. Juni 2014: EU-Kommission fordert Baustopp von South Stream
05. Juni 2014: bulgarische Parteiführung gibt bekannt das Bauprojekt trotz Brüssels Aufforderung zum Baustopp zu unterstützen
08. Juni 2014: eine US-Delegation besucht bulgarischen Präsidenten
08. Juni 2014: Bulgariens Präsident befiehlt Baustopp von South Stream

Was viele vermutlich nicht mitbekommen haben (der Mainstream hat das) einige Tage vor dem bulgarischen Baustopp besuchte heimlich eine US-Entourage ? bestehend aus den dauergrinsenden US-Senatoren Ron Johnson, John McCain und Chris Murphy ? den bulgarischen Präsidenten Plamen Oresharski. In Deutschland hat diesen heimlichen Besuch scheinbar keinen großartig interessiert (... die Leitmedien produzieren weiterhin üblichen Propaganda-Schmarrn oder berichten lieber unverfänglichen Klatsch und Tratsch. Leider ist das wohl ein Dauerzustand). Jedenfalls hat unmittelbar nach diesem Blitzbesuch der bulgarische Präsident den Baustopp der Southstream-Pipeline verkündet. Ich persönlich stelle mir vor, dass die netten Herren Senatoren ganz nach Art eines Vito Don Corleone aus ?Der Pate? dem bulgarischen Präsidenten ein ?Angebot? unterbreitet haben ?das er einfach nicht abschlagen konnte?. Über diese merkwürdige Stippvisite erfährt man nur, wie so häufig, aus der alternativen Presse, der Blogosphäre. Von der erfährt man derweil auch, dass Gazprom keine Lust mehr hat den Europäern ständig hinterherzudackeln. Russland wendet sich ab und einigt sich als erstes mit der Türkei, die künftig Lieferant für russisches Gas nach Südeuropa sein wird und sich dann mit Brüssel herumplagen darf und das nicht umsonst, selbstverständlich. Anders als Bulgarien, die sich nüchtern betrachtet damit in den eigenen Fuss geschossen hat. Aber Washingtons Zusicherungen auf Unterstützung heißt ja im Klartext, Bulgarien darf für das außerordentliche Engagement (Gazprom und damit Russland Steine in den Weg zu legen) mit der finanziellen Unterstützung aus Brüssel rechnen. Derweil Gazprom Lieferverträge mit einem ostasiatischen Land nach dem anderen abschließt. Für Jahrzehnte. Die darüber ganz dankbar, wie man sich vorstellen kann.

Fazit: wenn wir hier in Europa irgendwann gezwungen werden, teures Schiefergas aus Übersee zu verheizen, denken wir dann vielleicht darüber nach, wer unsere Freunde sind.


Am 04. Dezember 2014 schrieb Pat Hall :

Wieder einmal eine sehr gute Recherche von Uli Gellermann.


Tja wie man sehen kann leben wir in einem 2 Sprachen -Land.
Transatlantische Medien & Wir, die Sprache der Normalbürger.


Wo Gerhard Schröder fest im Sattel sitzt ist Allseits bekannt, J. Fischer muß leider schlechte Bücher schreiben, doch was macht nun eigentlich Henning Voscherau der ja Aufsichtsratsvorsitzender im South-Stream Projekt ist ?
 


Am 04. Dezember 2014 schrieb Thomas Leif:

Wollte nur mal kurz zurufen, dass sie oft sehr inspirierende beiträge liefern.

Spalte 2 könnte man auch “gelesen, gelacht, gelocht,” nenen. (alte beamtenweisheit).


Am 04. Dezember 2014 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Es fällt zunehmend schwerer, den Blutdruck so um die 130 zu halten. Wer das Terrorregime in Washington und die Achse des Bösen, Washington-Brüssel, durchschaut, kann sich nur angewidert abwenden. Und Berlin - mein lieber Herr Gesangverein - wird ganz offensichtlich erpresst. ...der letzte Rettungsanker sozusagen, weil man einfach nicht glauben will, was man aus dieser Ecke so hört.
Was ist bloß mit uns Deutschen los? Der Sexsklave der USA. Wir werden genagelt bis zur Bewußtlosigkeit und finden das auch noch geil?
MKULTRA in höchster Vollendung!
Wie war das mit dem "Schaden vom Deutschen Volk"?
Doch was passiert? Wir schreiben uns hier den Frust von der Seele, und in den Foren tobt eine erbitterte Schlacht, derer sich die Medien zunehmend durch konsequente Ignoranz und Zensur entziehen. Ist mir erst gestern wieder mit "Zeit online" passiert.
Bringt uns das wirklich weiter?


Am 04. Dezember 2014 schrieb Georg Henrich:

Steuervermeidungs-Agent Jean-Claude Juncker finde ich gut.

Dran bleiben...

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