Eintritt zum Ausstieg

Der unschöne Tod der SPD

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. Januar 2018

Welch eine leere Idee: Komm mal eben in die SPD, stimme gegen deren erneuten GroKo-Versuch, dann kannste beruhigt wieder austreten. Das empfehlen die Jusos in NRW und anderswo. Selbst die tapferen Gegner einer erneuten großen Koalition in der SPD bedienen sich der fatalen politischen Rhetorik ihrer Gegner: Das Schlimmste soll durch ein kleineres Übel verhindert werden, tritt ein, damit der Ausstieg aus der tödlichen Koalitions-Spirale möglich wird, komm doch zur Beerdigung der SPD, nirgendwo schmeckt der Zer-Streuselkuchen besser. – Gegen die GroKo eintreten. Gut. Aber wofür? Für eine echte Bürgerversicherung, für den Stop aller Rüstungs-Exporte, sogar für eine neue Mieter-Politik ließen sich Partner finden. Wahrscheinlich nicht bei der CDU. Aber auch mit einer klaren, inhaltlichen Absage könnte man in alternative Kämpfe ziehen, sogar in Wahlkämpfe.

Die SPD stirbt – Umfragen sehen sie unter 20 Prozent – mit ihr stirbt ein Stück alter Bundesrepublik. Aber wer auf dieser Beerdigung tanzen will, der sollte ich fragen, wer die Musik bezahlt. Den Taktstock schwingen die Bertelsmänner und Denkfabriken wie die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, deren händereibender Chef Hubertus Pellengahr vielen sozialdemokratischen Funktionären aus der neuen Klasse der Verwaltungs-Angestellten zum Verwechseln ähnlich sieht: „Die eigentlichen Leistungsträger der Parteiorganisation sind nicht mehr die ehrenamtlichen Funktionäre sondern die Mandatsträger aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, die SPD wird zunehmend zu einer ’Fraktionspartei’, schreibt die „Bundeszentrale für politische Bildung“. Und wer die alerten Schlipsträger am Rande sozialdemokratischer Versammlungen sieht, der könnte sie auch für Teilnehmer an einem Start-up-Seminar halten: Viel up, kein Start.

Mit dem Verschwinden der industriellen Arbeit verschwände eben auch die personelle Basis der SPD, teilen uns Denker mit gefurchter Stirn mit. „Roboter haben in Deutschland noch keinen Job vernichtet“, vertraut uns die ZEIT an. Das Blatt der Oberstudienräte stützt sich bei dieser fundamentalen Erkenntnis auf ein „Düsseldorf Institute for Competition Economics“, das ein Milliardär aus der Pharma-Wirtschaft sponsert. Und so darf auf keinen Fall die Frage nach den Profiteuren der Rationalisierung gestellt werden. Denn in den Rationalisierungen der letzten Jahrzehnte ist auch der Schwund der sozialdemokratischen Basis zu begreifen. Vertieft und verstärkt wurde und wird der Verlust an echten Arbeitsplätzen durch die von der Schröder-SPD initiierte Fragmentierung der Arbeit: Aufstocker, Leiharbeiter oder Hartzer sind ungleich schwerer zu organisieren und für die eigenen Interessen zu mobilisieren, als die klassische Industriearbeiterschaft.

Doch statt sich konzentriert den immer noch 44,7 Millionen abhängig Beschäftigten und ihren genuinen sozialen Wünschen zu widmen, erleben wir eine SPD, deren Hauptsorge sich im Postengerangel erschöpft: Es geht um einen echten „Ressort-Skalp“ weiß die „Tagesschau“ und nennt das Finanzministerium als wesentliche Trophäe im Kampf um den besseren Platz auf der Regierungsbank. Denn für „eine andere Europapolitik, sei kein anderes Ressort so wichtig wie das Finanzministerium.“ Häh? Welche andere Europapolitik für wen? Und als „erster Kandidat der SPD für diesen Job gilt der Mann, der seit Jahren die großen Finanzthemen für die SPD-Länder mit Angela Merkel verhandelt: Olaf Scholz.“ Schulz oder Scholz, was solls? Nur so kann der Kommentar der Obdachlosen, der verdrängten Mieter, der prekär Beschäftigten lauten. Ihre elende Lage wird sich weder mit dem einen, noch dem anderen ändern.

An der absichtsvollen Verwechslung von eigener Karriere und gesellschaftlicher Barriere wird die SPD einen unschönen, weil quälenden Tod sterben. Man wird weniger die SPD vermissen als so manchen sozialdemokratischen Genossen: Den Betriebsrat, der einem die Lohnabrechnung erklärte. Den Gewerkschafter, mit dem man gegen den Irak-Krieg demonstriert hat. Die Frau von der AWO, die der Familie den Kita-Platz beschaffen konnte. Genau an diesen Schnittstellen war die SPD Volkspartei. Eine Rolle, die jetzt die AfD einnehmen will: „Wir lösen die SPD als Volkspartei ab“, twitterte Alice Weidel, die Unternehmensberaterin von der AfD. Und warum sollte diese Beraterin nicht die Unternehmens-Beraterin Annette Fugmann-Heesing ablösen, einst SPD-Finanzministerin in Berlin und Hessen. Für die soziale Lage der abgehängten Beschäftigten spielt es keine Rolle, ob eine asoziale Politik mit der eurokratischen oder der nationalistischen Phrase garniert daher kommt.

"Ganz klar, in eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten." Martin Schulz am 25.09.2017 auf einer Pressekonferenz.

ULI GELLERMNANN
INTERVIEW
ZUR MACHT UM ACHT!
https://kenfm.de/ulrich-gellermann/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 08. März 2018 schrieb Heinrich Triebstein:

@Otto von Bismarck
In einem unserer Denkanstöße haben wir die Frage gestellt: "Sind Politiker korrupt?" Unsere Antwort: Nein, die Lage ist ernster. Gewählte haben ihre auf Zeit verliehene Macht in den Dienst von Herrschaft gestellt. Herrschaft üben diejenigen aus, die "mit dem Tod uns regieren", wie es in einem Kirchenlied von Kurt Marti heißt. Herrschaft üben diejenigen aus, die durch ARBEIT geschaffene Werte von Arm nach Reich, von Süd nach Nord, von Öffentlich nach Privat transferieren.
Wer das verändern will, muss mehr und mehr Menschen auf die Straßen und Plätze bringen, die FÜR Werte des Grundgesetzes (Artikel 1, 2, 3, 14, 15, 20 und 20a zum Beispiel) und das Recht auf soziale Sicherheit, das im Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgelegt ist, gewaltfrei und machtvoll demonstrieren. In dieser Einen Welt haben ALLE Menschen das Recht auf ein GUTES LEBEN. Die sieben "Basisgüter", die ein gutes Leben ausmachen, haben zwei britische Autoren, Robert und Edward Skidelsky, in ihrem gemeinsam verfassten Buch "Wie viel ist genug? Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens" benannt: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, (freie Entfaltung der) Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße.
Der Innenminister, der Provokateure in die Menge schickt oder von außen angereiste Gewalttäter nicht augenblicklich aus der Menge herausnimmt, verhält sich als Gegner der Verfassung und Büttel des Einen Prozents.


Am 04. Februar 2018 schrieb Des Illusionierter:

Allmählich frage ich mich, ob die SPD ihren „Tod" nicht längst hinter sich hat - zumindest nach der Vorstellung, dass mit dem Eintritt des Todes "die Seele" den toten Körper verlässt. Danach kann es noch Bewegungen dieses Körpers geben, die mit der Verwesung zusammenhängen, also Aufblähungen durch Gase und ein Gewimmel von mehr oder weniger fetten Maden, die sich am Zerfall gütlich tun.


Am 03. Februar 2018 schrieb Heinz Schneider:

Das Leben an der Basis der SPD, altes Fachbuch, hat der Galerist im 2. Absatz angedeutet, im Prinzip. Diejenigen, die es noch können und wollen, plagen sich meist ehrenamtlich Tag für Tag für Ihre Kommune. Mangels Masse oft in mehreren Funktionen, für die es kein Geld gibt und um die sich keiner mehr reißt.
Das ist wie Fußball spielen im Dorfverein; die draußen stehen, wissen alles besser.

Ist das jetzt links? Das kommt drauf an. In meiner Gemeinde wird knapp 100% des verbrauchten Stroms regenerativ und Lokal erzeugt , in meinem Dorf existiert eine selbstverwalteter Dorfladem seit 20 Jahren, seit 2 Jahren eine solidarische Landwirtschaft - und einen SPD-Bürgermeister. Das eine hat mit dem anderen nicht alles, gewiss aber viel zu tun. Ist der Schlips des Bürgermeisters ein Problem?

Weil oben grad Stillstand herrscht, ist das Lernen an solidarischen Alternativen unten um so wichtiger. Aber mehr Arbeit als das Mitschwimmen im Strom. Und links.

Und weiter oben? Wo Karrieren winken, verblassen die Grundsätze.

Für den Kampf um eine solidarische und ökologische Zukunft wären die linken Gemeinsamkeiten auszuloten. Sobald man sich auf "for the many, not the few" einigt und Internationalist bleibt, wären das aus der Sicht der reicheren Länder: Ausstieg aus demWachstumswahn, den fossilen Energien und dem besinnungslosen Konsumismus, ökologische Landwirtschaft, partielle Deindustriealisierung, Begleichung der ökologischen Schulden, raus aus den Flugzeugen, gemeinsam statt einsam, befreit arbeiten statt gelenkt konsumieren, solidarische. Sozialversicherungen, in alle nach ihrem gesamten Einkommen einzahlen und das herausbekommen, was sie brauchen, 100% Erbschaftsteuer, kein "free lunch" für Unternehem und Aktionäre, also umfassende Haftung.

Darauf werden wir uns doch erst mal einigen können. Weil wir rechnen können und wissen, dass wir fünf Quadratmeter Wald ein Jahr lang brauchen, um das bei Verbrennung eines Liters Benzin entstehende CO Zwei zu kompensieren.

Ist das noch Kapitalismus? Vielleicht. Aber nicht mehr lange.


Am 02. Februar 2018 schrieb altes Fachbuch:

wie muss ich mir das innerparteiliche leben als spd'ler an der basis überhaupt vorstellen?? welchen anteil hat man überhaupt an programmatik und deren umsetzung? wie viele enttäuschungen, die hier zusammengetragen wurden, verkraftet so eine seele?? merken die die diskrepanz zwischen führungs-tun und basis-wille (wie hier suggeriert wird) überhaupt? muss das sondierungsergebnis gemessen am parteitagsauftrag zur sondierung nicht eins in die fresse bedeuten??
geht es denen um gesellschafts(um)gestaltung oder ist das für die ein "match/derby" gegen die lokalen gegenspieler? das parteibuch als dauerkarte für den stammtisch?
würde ich mir als mitglied diese diskussion durchlesen, wie argumentiere ich dagegen und erkläre, wofür die spd eigentlich strategisch stehen will, bzw. für wen sie sich einsetzen will!!
sind die gewerkschaften noch der starke arm der spd in der "arbeiter"schaft, oder diese schon nur noch politische lobby der emanzipierten tarif"partei", die nur für ihr klientel sich engagieren? laut wiesbadener appell stellen beide seiten fest, dass die gewerkschaften politisch tot sind!
wieso haben in neufünfland alle PdL-landesverbände jeweils mehr mitglieder als die spd?? hängt das mit den ausbleibenden blühenden landschaften zusammen? und wieso verlassen seit 2007 (+wasg) im osten viele die PdL?? liegt das an der "sozialdemokratischen flutung" und damit mit einer inhaltlichen verwässerung zusammen??
ich habe keine ahnung;)
UND
im übrigen auch keine meinung dazu geäußert. schon gar nicht meine!

zur krypta in xanten
Clemens August Graf von Galen ist einer der dort geehrten und "...bezeichnete es als eine ?Befreiung von einer ernsten Sorge und eine Erlösung von schwerem Druck?, dass der ?Führer und Reichskanzler am 22. Juni 1941 den im Jahr 1939 mit den bolschewistischen Machthabern abgeschlossenen sog. ?Russenpakt? als erloschen erklärte ?? Dabei zitierte er Hitlers Begriff ?jüdisch-bolschewistische Machthaberschaft? wörtlich." (https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_Graf_von_Galen#Au%C3%9Fenpolitik_und_Zweiter_Weltkrieg)
ein anderer aufgebahrter gehörte zum dunstkreis goerdelers. eben jenen, den stauffenberg und co sich als ziviles gesicht auserkoren haben, um nach dem attentat im westen waffenstillstand zu verhandeln, um (gemeinsam) im osten den krieg fort zu führen.
die kirche hatte wahrlich dreck am stecken vor 1945. ob das mit der gedenkstätte für "neuzeitliche märtyrer" gelungen ist??

worterklärungen für reaktionär und konservativ erspare ich mir. immer, wenn was neues gehen soll/te, gibt es die kontinuität von noske bis grote!!


Am 01. Februar 2018 schrieb Der Linksliberale:

@Der vom Helmholtzplatz...das soll kein Dialog werden , aber schon immer war ich dafür "Roß und Reiter" zu benennen. Ich unterschreibe Ihren Kommentar, aber es bleibt bei mir die feste Überzeugung dass die Steinmeyers, Steinbrücks, Schulzes und Nahles sich lange vom sozialdemokratischen Auftrag entfernt haben und meinen, wenn Sie die Rentenbeiträge "deckeln" sei das sozial. Wir müssen diese "Schein-Sozialdemokraten" beim Namen nennen, ihre Agenda auseinanderpflücken und den ehrlichen Sozialdemokraten für die linke Sache gewinnen. Das ist viel Arbeit, aber für ein Bündniss gegen den Neoliberalismus und Faschismus notwendig. Es sind die "Mühen der Ebene". Eine pauschale Verurteilung der SPD als "reaktionär" ist dabei nicht zielführend, sondern oberflächlich oder eben, bei dem Wissen des @alten fachbuchs, boshaft weil vorsätzlich.


Am 01. Februar 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Bevor ich auf den Artikel des Galeristen und die Disskusion zu sprechen komme möchte ich an Robert Parry erinnern, einen über die Grenzen der USA hinaus bekannten investigativen Journalisten. Parry hat u.a. den Iran-Contra-Deal der, dann, Reagen-Administration aufgedeckt und uns damit aufgezeigt das US Amerikanische Präsidenten selbstverständlich auch mit den iranischen Mullas ins Geschäft kommen wenn es ihrer Sache dienlich ist. Auch war Parry so konsequent in seinen Artikeln den POTUS G. W. Bush nie als Präsidenten der USA bezeichnet zu haben. Die Wahl in den USA im Jahr 2000 war ein Coup d'Etat den auch wir hier in Europa und in Deutschland teuer bezahlten und weiterhin bezahlen werden. R.I.P. WWW.CONSORTIUMNEWS.COM

@Der Linksliberale, ja, tut mir leid, Sie schon wieder aber das muß sein, da Sie mit @Altes Fachbuch mMn. Falsch liegen. Sie zitieren "diese spd ist staatstragend, zutiefst reaktionär und konservativ.", und weiter schreiben sie das ist boshaft und geschichtsvergessend. Und genau das ist die Führungsriege oder Elite der SPD. Diese Kamerillia ist boshaft und geschichtsvergessen, dazu noch nepotistisch und kriminell. Bankhaus Warburg HH Olaf Scholz:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mm-warburg-ein-geheimes-protokoll-1.3825863
Peer Steinbrück lässt grüßen. Die Finanzierung der Nazis auch über dieses ehrenwerte Bankhaus, lasse ich hier weg. Zum staatstragenden Kriegseintritt 1914. zur staatstragenden Ermordung von Luxemburg, Liebknecht u.a., den Radikalenerlassen, dem NATO-Doppelbeschluß,
den div. staatstragenden völkerrechtswidrigen Kriegen seit 1999, dem staatstragenden größten Massenüberwachungsgesetz seit 1933 und der Stasi dem NetzDG . Mir wird gleich ganz staatstragend schlecht. Das, und genau das meinte (wohl?) der von Ihnen Angesprochene. Das ist alles geschehen, ist Geschichte und wirkt heute. Das ist boshaft etc. . Und, nun zum Artikel selbst, dürfen und müssen alle die Sozialdemokraten die die von mir o.g. Dinge nicht und niemals für gut und unterstützungswürdig hielten nicht vergessen werden. Insbesondere die Opfer der Naziherrschaft aber auch die Opfer der Reaktion wie z.B. Kurt Eisner ermordet am 21.2.1919.
O. Schreiner (wurde hier schon erwähnt), Oskar L. und auch Herrman Scheer sind u.a. zu nennen, und eben die vielen Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben die für Aufklärung, Emphatie und Solidarität standen und stehen. Aber eben die, die heute noch mit sozialdemokratischem Herzen in der SPD sind, sind zu fragen warum? Warum lasst ihr das zu? Es sind immer auch die Mitglieder einer jeden Vereinigung die diese trägt. Seid ihr jetzt alle so wie Schulz, Nahles, etc. ?

Die Verkommenheit eines M. Schulz und der SPD-Eliten drückt sich sehr anschaulich durch die scheinbar grenzenlose Zuneigung zum französischen Präsidenten durch eben diesen aus. Es gibt "Leute die Erfolg haben, und jene, die nichts sind." (gens qui réussissent, et d'autres qui ne sont rien) Emmanuel Macron, 29 Juni 2017
Lieber ein asozialer und scheinbar, weil vermögend, erfolgreicher Sozi als ein nichts.
Na dann, geht sterben Sozis!


Am 01. Februar 2018 schrieb Heinz Schneider:

@Uli Gellermanm

Aber die Linke macht das seit Jahren. Hätte sie dadurch seit 1998 wenigstens das gewonnen, was die SPD verloren hat, hätten sie recht.

Mir fehlt die Zuversicht. Deshalb streite ich für das Überleben des Spatzen in der Hand, schaue aber hin und wieder erwartungsvoll auf das Dach.


Am 31. Januar 2018 schrieb Hans Tigertaler:

@Marc Britz
"...... mit Lenin-Zitaten zu benörgeln, die Sie 3.) dann zu allem Überfluss auch noch dem linksgewendeten Tigerthaler entlehnen."

"Linksgewendet"? Wir kennen uns also nicht.

Ihre bisherigen Beiträge rochen in meiner Erinnerung nicht unbedingt nach Jagd auf Altkommunisten. Nun gut, ich verspreche, Ihre Anmerkungen in Zukunft gewissenhafter zu lesen.


Am 31. Januar 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Moin Herr Schneider.
Eine kurze Anmerkung:
Das Verbot der KPD von 1956, in Gang gesetzt im Jahr 1952 ist bis zum heutigen Tage nicht aufgehoben worden, und die Gründung der DKP 1968 war nur möglich, ohne das klare Bekenntnis zur Diktatur des Proletariats, und die Vernichtung menschlicher und beruflicher Existenzen folgte dann 1972 unter dem viel gelobtem W. Brandt, dessen Unterschrift den Radikalenerlass, auch Berufsverbote genannt möglich machte, und wen es getroffen hat in allererster Linie muss wohl nicht erwähnt werden. Sein Bedauern im Nachhinein konnte er sich an den Hut stecken, an die Glatze nageln...........
Soviel zu Verboten, nach 1945.


Am 31. Januar 2018 schrieb Heinz Schneider:

Vom ersten bis zum letzten Satz beleuchtet der Galerist treffsicher die Tragik der in den Fallstricken einer unter ihrer tätigen Mithilfe entleerten Fassadendemokratie verhedderten, planlosen Sozialdemokratie. Statt am Einsturz der Fassaden zu arbeiten, verschleiert sie ihre selbstverschuldete Unmündigkeit in subjektiv gut gemeinten, aber außerhalb bestimmter Filterblasen zu Recht unverstandenen Spiegelstrichdebatten und -Programmen.

Der erste und der letzte Satz beschreiben das Dilemma der Sozialdemokratiauf den Punkt.

Aber: Die Nazis mussten die Arbeiterparteien und Gewerkschaften noch verbieten. Freude über Umstand, dass das diesmal womöglich nicht mehr notwendig sei könnte, stellt sich bei mir nicht ein.

Uli hat recht: Is there an Alternative?

Anders gefragt: Wenn die Sozialdemokratie untergegangen ist, haben sich dann die Bedingungen für eine Überwindung des neoliberalen Wahnsinns verbessert?

Antwort von U. Gellermann:

Die Bedingungen müssten sich nicht verschlechtert haben, wenn sich eine ernste linke Kraft um die Sozialdemokraten kümmern würde, die ihren sozialen Anspruch nicht aufgegeben haben.


Am 31. Januar 2018 schrieb Der Linksliberale:

@altes fachbuch
Im „Dom" zu Xanten (kleines und bezauberndes Städtchen am Niederrhein) da gibt es eine Krypta. Als alter eingefleischter Atheist, der sakrale Bauwerke verehrt, bin ich in diesem Dom, der nie Bischofsitz war, ein paar Stufen in das unterirdische Reich der Krypta abgestiegen. Ich erwartete Reliquien hinter Glas oder irgendein Hosenkleid eines Heiligen. Nichts von alledem. In diesem katholischen Bauwerk gibt es in der Krypta eine Erinnerung an die Märtyrer in der NS-Zeit. Dort wurde den Opfern des Faschismus aus Xanten und Umgebung eine würdige Erinnerung gegeben. Es waren abgeschlachtete Sozialdemokraten, Christen, Kommunisten und Juden, denen dort gedacht wird. Ich hatte in meinem Weltbild solch eine Krypta der Katholiken nicht "auf dem Schirm". Ich war beeindruckt von diesem Humanismus, fern jeder religiösen Umdeutung oder ideologischen Vereinnahmung.
@altes fachbuch, wenn ich Ihre gnadenlose Abrechnung mit den Sozialdemokraten der SPD lese, wünsche ich Ihnen die Weisheit der Katholiken des Xantener Doms. Ja, es ist tatsächlich so, die SPD Führungsriege der Neuzeit suhlt sich in angeblicher "staatsmännischer Verantwortung" für das deutsche Volk und wird den einfachen SPDler über das Ergebnis einer Koalitionsverhandlung abstimmen lassen. Und ich bin wahrlich kein Prophet, aber die werden ja sagen.
Die Ansätze der SPD-Führung in den Koalitionsverhandlungen sind nicht soziale Gerechtigkeit, Beseitigung Kindermut, Beendigung Kriegseinsätze oder Abschaffung Hartz IV und Reichensteuer. Nein die schwubbeln irgendwas von "Spatz in der Hand ist besser als Taube auf dem Dach" und Nachzug von Familien, aber nur 1000 Stück im Monat, bitte ohne Burka. Dieser Wahnsinn betrügt nicht nur den ehrlichen Sozialdemokraten, sondern auch den ?Rest? des Volkes. Unser Job kann nur sein, die ehrlichen Sozialdemokraten in ein Bündnis mit allen Linken und Humanisten zu bekommen, für soziale Gerechtigkeit, Beseitigung Kindermut, Beendigung Kriegseinsätze oder Abschaffung Hartz IV und für Reichensteuer. Ihre Kommentare sind aber eher vernichtend und wenig für ein Bündnis gegen (NEO)Faschismus und sozialer Ungerechtigkeit geeignet. Sie schreiben "diese spd ist staatstragend, zutiefst reaktionär und konservativ.", das ist boshaft und geschichtsvergessend und treibt anständige und humanistisch gesinnte Menschen in eine Gegnerschaft.


Am 31. Januar 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Zwingend notwendig ist hier die Differenzierung.
Die Funktionärs Ebene und die Basis in der sPD
Ich bedauere sehr, dass die Funktionäre gewinnen, die,die dem Seeheimer Kreis, den Schröders, den von Dohnanys, den Schulzens, und den Nahles angehören, und doch ist eine Bewegung an der Basis, die nicht unterschätzt werden darf, und die denen, die sich im Dienstwagen sehen, den Schweiß auf die gepflegte Stirne treibt.
Die vielen Sozialdemokraten, die im Faschismus gekämpft haben und ermordet wurden, haben unser aller Respekt und Achtung verdient, und müssen hier eine Erwähnung finden, denn sie haben mit den fortschrittlichen Kräften nach 1945 zusammengearbeitet, und haben die Haltung zu vielen gesellschaftlichen und politischen Fragen nicht geteilt, mit denen, die sPD Politik sich gegen die Lebens Interessen des Volkes dann durchgesetzt haben. (Der Galerist hat darauf hingewiesen). Der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital ist letztendlich so nicht aufzulösen.
Was es unerträglich macht ist, die Doppelbödigkeit der politischen Aussagen, deren Bewertungen und Einschätzungen, weder mit der Basis, noch mit den wirklichen Verhältnissen im Land übereinstimmten und stimmen. Ersteinmal gibt es keine befriedigenden Antworten, und man muss abwarten, wo die Reise hingeht, und wie die Basis sich verhalten wird. Alles ist möglich. Und die anderen Parteien sollen sich mal geschlossen halten, so ohne nennenswerte, ernstzunehmende Geschichte, von der sie Heute profitieren. Die cDU mit ihren Faschisten im Gepäck soll kleine, die kleinsten Brötchen backen, und einfach nur die KLappe zu halten.
Ja, es stimmt: "Wer hat uns verraten, die Sozialdemokraten." Es stimmt aber auch, dass aufrechte Sozialdemokraten an der Seite der Kommunisten und allen fortschrittlichen Kräften gekämpft haben, und dieses auch seine Bedeutung behielt, bis zum Verlust der DDR, denn die Rolle der Gewerkschaften mit all ihren Widerspruchen war eine trotz allem, schlagkräftige Waffe im Leben von vielen Arbeitern und Angestellten, und es war selbstverständlich in der Gewerkschaft zu sein.
Die Tragik, dass die sPD letztendlich nie die Entscheidung treffen konnte, eindeutig und klar dass zu vertreten wofür sie gewählt wurden, was über die Sozialpartnerschaft, für die, die Funktionäre (die meisten) standen, hinausging, hat viele Mitglieder zweifeln lassen. Die Macht derer, die den Kapitalismus verändern wollten, ihn aber nicht wirklich bekämpften setzte sich auf wundersame Weise durch, und nach 1989 ging es dann so richtig los, und linke Kräfte hatten es unbeschreiblich schwer. Ich denke an O. Schreiner, der wie ein Löwe für wahrhaft linke POsitionen gekämpft hat, in der Höhle der Rechten, immer mehr an Boden gewinnenden "sozialdemokraten." Man sollte auch bedenken, dass Deutschland mit linken Bestrebungen immer Probleme hatte und hat, und die Bewegungen nach 1945 wieder unterdrückt wurden, und daran ist und bleibt die sPD der Befürworter und UNterstützer, die Kapitalisten zu schützen, zu hofieren, die linken Kräfte auszusaugen, sie zu bekämpfen, und sie so klein als möglich zu halten. Das wirklich schändliche ist, dass sie das Volk immer wieder belügen, betrügen, sie beklauen, ihnen mit der AGENDA 2010 die Solidarität aufgekündigt haben, um sie zu Bettlern und Almosenempfängern per Gesetz zu machen, um dem Neoliberalismus das Tor zum Himmel zu öffnen, und Millionen von Menschen in Not, Elend, und in ein menschenunwürdiges Dasein zu stürzen, was im Niedriglohnsektor, in der Obdachlosigkeit, in der Einsamkeit, in der Altersarmut, in der Kranken- und Altenpflege, in der Würdelosigkeit endet, damit einige Wenige das verdammte Recht, gesetzlich festgelegt, haben, als Verbrecher, Gangster und Piraten in den Chefetagen der sPD und des Kapitals sich nicht nur die Taschen vollstopfen können, sondern gleichzeitig die Basis einzulullen, ihnen von Fortschritten zu berichten, von Sand in die Augen streuen, und die Lohnabhängigen wollten es glauben, weil es ist doch ihre sPD, und solch einen Betrug kann es nicht geben, weil er nicht sein darf, ist. Der NATO Doppelbeschluss z.B, es gibt mehr Sündenfälle als einen, und das ist der rote Faden, der den Weg der sPD zeigt. Die Rechten haben sich durchgesetzt, und die Quittung ist der todtraurige Absturz, und sie kapieren es nicht, weil der Staat ihre Wahrheit ist, und mit Merkel wieder Kuscheln scheint attraktiv zu sein, von den Dienstwagen und den wunderbaren Privilegien abgesehen, sie es nicht einmal mehr merken, dass sie die Arbeiterklasse vor langer Zeit verraten haben, und deswegen stimmt: "Wer hat uns verraten, die sozialdemokraten."
Der Widerspruch in der sPD besteht solange die sPD existiert. Ob Bernstein, Kautsky, immer gab es die, die den Fortschritt behindert haben. Sicherlich fehlen noch notwendige Informationen zur Geschichte, doch das sprengt den Rahmen, und das Gegenteil wird eintreten, von dem, was die Betrüger sich in die eigene Tasche reden, und den treuen Mitgliedern den Kuss des Verrates bringen. Die sPD zerstört sich selbst, und ich halte es bei aller Kritik, für eine politische und menschliche Katastrophe, den Untergang der sPD hautnah miterleben zu müssen, und der Tod und der Kampf vieler Sozialdemokraten darf nicht umsonst gewesen sein, und die linken Kräfte in der sPD brauchen Verbündete in anderen Parteien, bei den Gewerkschaften, in der Gesellschaft. Sie sind die natürlichen Bündnispartner der Linken, so schwer diese Erkenntnis sein mag, die Geschichte es einem fast unmöglich macht dieses zu denken, wird man sich dem stellen müssen, und es wird ein schmerzhafter Prozeß bleiben, weil die Macht- und Kräfteverhältnisse, und die soziale Frage nur mit allen fortschrittlichen Kräften im Land, und in der Welt die richtige Antwort finden kann, und Solidarität ein wichtiger Eckpfeiler ist und bleiben muss.


Am 31. Januar 2018 schrieb Marc Britz:

Liebes altes Fachbuch,

1.) rechtfertigen Sie einerseits (an anderer Stelle) die Ausflüge der Linkspartei in die turbokapitalistischen Gefilde des Public-Private-Partnership mit Verweisen auf "Pragmatiker" wie Soros und Zuckerberg, um dann

2.) andererseits den gerade hier kritisierten "Pragmatismus" der SPD-Führung mit Lenin-Zitaten zu benörgeln, die Sie

3.) dann zu allem Überfluss auch noch dem linksgewendeten Tigerthaler entlehnen.

Und angesichts dieser "Logik" sorgen Sie sich, "wer die politische lücke füllt, wenn es keine linken angebote mehr gibt."

Da kann ich Ihnen sagen: Das "pro-imperialistische lager" ist so erfolgreich, weil die Menschen dann halt doch den offen proklamierten turbokapitalistischen Rassismus bevorzugen, als sich mit parteilich fixierten Linken abzugeben, die in ihrem Schmollwinkel immer noch nicht begriffen haben dass es - wie hier - gegen die de facto genauso rassistischen und kapitalistischen "Pragmatiker" in SPD UND Linkspartei gehen muss, wenn die linke Parteienlandschaft künftig wenigstens noch so etwas wie einen Hoffnungsschimmer ausstrahlen soll.


Am 31. Januar 2018 schrieb Hans Tigertaler:

Was soll man da sagen?

Gestern Schröder, der Lumpenproletarier, der kundenorientiert die sogenannte soziale Marktwirtschaft ("AG Deutschland") komplett schleifte (oder schliff?).

Das schlauchte am Ende sogar die verbliebene Parteiseele (oder schloch?). Die Funktionsträger verordneten ihr ein kleines Strohfeuer, richtig gezündet erst von den Medien der Gegenpartei: So konnte man noch vor Monaten angeblich auf keinen Abtritt gehen, ohne auf jemanden zu treffen, der nicht Schulzens Pisse pries. Und heute wird der Gang in die SPD selber wie ein Gang auf den Abtritt empfohlen: Eintreten, um auszutreten.

Doch jeder muß einmal. Woher wollen die Jusos wissen, wer alles sich erleichtern kommt?

Doch hab ich nichts gesagt.


Am 31. Januar 2018 schrieb Bert Voigt:

Mir ist es egal, ob da ein Stück alte BRD stirbt. Mit dem hatte ich nach langer externer Draufsicht ohnehin nicht viel am Hut. Irgendwie ging mir all die Jahre der berühmte Slogan "Wer hat uns verraten..." durch den Kopf. Nur Narren (einschließlich jener zitierten Engagierten an der einst wohl ziemlich starken SPD-Basis) können anderes erwartet haben. Dass aber die andere linke Partei sich ohne Not auch noch demontiert, beide also der AfD sehenden Auges weiter das Feld ebnen, das grämt mich doch.


Am 30. Januar 2018 schrieb altes Fachbuch:

"Der unschöne Tod der SPD" vs. "Selbstmord der Linkspartei"

der ton macht wie immer die musik:(
und so wird zur einen beerdigung kondolierend mit tränenden augen mitgefühl gefordert, und im anderen fall frenetisch und schadenfroh die selbstzerfleischung gefeiert und das ableben ersehnt.

ich verstehe auch die wehmut um die spd nicht:
- weil ich in einer rationalgalerie bin
- weil aufstieg und niedergang von parteien sicher objektive gründe haben und es also gesetzmäßig passiert
- weil insbesondere die spd sich durch ihre entwicklung und folgenschweren (fehl)entscheidungen keine träne verdient hat.

mir gefällt auch die tlw. reduzierung der auseinandersetzung mit der partei auf kaderdebatten nicht!!
kommt nach 140 jahren gescheiterte reformismusbemühungen irgend jemand der gedanke, dass diese methode ausgelutscht bis sinnlos ist?? am 20.12.2017 zitierte h.tigertaler lenin: "Kapitalismus bedeutet Privateigentum an den Produktionsmitteln und Anarchie der Produktion. Auf solcher Basis eine ?gerechte" Verteilung des Einkommens zu predigen ist Proudhonismus, ist kleinbürgerlicher, philiströser Stumpfsinn." (1918!!).
angesichts dessen sollten besucher der rationalgalerie eine flasche sekt köpfen?
die hauptziele der spd bei den sondierungen und koalitionsverhandlungen sind gemessen an den fragen der zeit pillepalle!
diese "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ist personell durchsetzt von der groko, schon seit gründung 2000. der einzige unterschied zur cdu ist die historie der spd! alles andere ist ein schauspiel. diese spd ist staatstragend, zutiefst reaktionär und konservativ. sie hilft also nicht bei einer gerechteren einkommensverteilung, sondern verhindert veränderungen von machtverhältnisse um den status quo zu erhalten!! zum eigenen selbsterhalt und um die maschinerie am laufen zu halten, kommt jetzt aggressivität und nationalismis dazu.

natürlich billige ich zu, dass an der basis altruisten arbeiten, und das beste wollen.
natürlich will ich nicht, dass eine organisationsstruktur und mat.techn. basis aufgegeben wird. und das gilt für alle teile in vielen parteien, die mal eine perspektive mit wahrhaft linken inhalten konstituieren sollten.
allerdings wird das erst passieren, wenn es geknallt hat. die einheitsfront wird immer gesucht, wenn an fronten bereits geschossen wird.

die grösste sorge wird werden, wer die politische lücke füllt, wenn es keine linken angebote mehr gibt.
das pro-imperialistische lager ist schon vorbereitet.

Antwort von U. Gellermann:

Kondolenzschreiben habe ich weder im Artikel noch in den Zuschriften gelesen. Auch frenetisches Feiern ist mir nicht aufgefallen.- Noch hat die SPD 443.152 Mitglieder. Die sind mehrheitlich nicht wegen der Agenda 20/10 eingetreten sondern wegen sozialer Illusionen, die sie über die SPD hatten. Was tun mit diesen Irrtumsmitgliedern? Wer macht ein anderes, besseres Organisationsangbot? Darauf mache ich in meiner Erinnerung an sozialdemokratische Normalos aufmerksam.


Am 30. Januar 2018 schrieb antares56:

Wer jetzt die sogenannte Einigung in der Migrationspolitik für die GroKo sieht, muss sich von seiten der SPD doch von der Führungsetage der Partei (Schulz, Scholz, Nahles etc) total verarscht vorkommen!
Machterhalt oder Teilhabe an der Macht ist den Führungsfunktionären scheinbar wichtiger als ihre Aussagen von gestern oder die Versprechungen an die Partei-Basis!


Am 30. Januar 2018 schrieb Burkhard Bielski:

@matthias brendel...
Das Problem ist ja nicht nur diese Partei sondern auch der überwiegende Teil unserer Gesellschaft...
Klar beleuchtet mit viel schwarzem Humor von einem Landsmann, der seit 20 Jahren in Neuseeland lebt, den Affenzirkus in der BRD beobachtet und in seinem Buch: "Die Deutschen-Das klügste Volk auf Erden verbachiedet sich von der Geschichte" kompetent beschreibt...Ein Lesevergnügen !!!
AnderweltOnline hält auch noch eine schöne Beschreibung unserer "Politdarsteller" vor: "Wie Politiker ihre Verantwortung verleugnen und damit Sabotage betreiben, amWähler, ihren Parteien und am Volk"...


Am 30. Januar 2018 schrieb Michael Kohle:

Die Kommentare ein einziges Bashing gegen die Sozen. Zugegeben, ich habe auch kräftig mitgedroschen. Was ich allerdings so zuletzt lesen musste, gibt mir dann doch zu denken. Es wird der Eindruck vermittelt, dass es nur bei den Sozen so zugeht. Selbst der Galerist bläst in das gleich Horn. Verstehe es ja, bei den Sozen entwickelt(e) sich so eine Art Hassliebe. Bei den anderen war von Anfang an schon immer Hopfen und Malz verloren.

Antwort von U. Gellermann:

Der Galerist schreibt: "Man wird weniger die SPD vermissen als so manchen sozialdemokratischen Genossen.“ Und dann folgt ein Loblied auf die SPD-Normalos, die über die Jahre immer wieder auch bei guten sozialen und politischen Handlungen anzutreffen waren.


Am 30. Januar 2018 schrieb antares56:

Mir fällt bei der SPD inzwischen immer eine Frau Nahles ein, die ausser ihrem ewigen Parteieinkommen und ihrem Geld als Abgeordnete nichts für unsere Gesellschaft geleistet hat. Gearbeitet als Mensch ausserhalb ihrer Partei hat sie nie! Interessant fand ich auch, dass sie auf eine Frage von mir vor ein paar Jahren, ob sie denn ihr ihr Doppelgehalt als SPD-Funktionärin und Abgeordnete (damals zusammen etwa 16.000 ?) verdient hätte, mit der Aussage "Ja, natürlich" beantwortete.
Die Frau hat doch den Kontakt zum gemeinen Bürger lange verloren - wenn sie ihn überhaupt jemals hatte.


Am 30. Januar 2018 schrieb Karola Schramm:

Diese SPD-Funktionäre suchen den "Platz an der Sonne" und sonst nichts. Kommt man der Sonne zu nah, gibt es ein Verglühen und wird Staub. Dazu glauben sie auch noch, dass Merkel ihre Sonne sei und sehen realiter nicht, dass sie eine Blendgranate ist.

Aber irren ist ja menschlich. Möge diese SPD sehr schnell das Zeitliche segnen oder ihre Finger von den Millionen Menschen lassen, die sie nur noch tiefer ins Elend stürzen. Diese neue SPD ist nicht wie die alte. Diese neuen Jungen, profitierten von der alten. Nun hat sie für sie ihre Schuldigkeit getan. Der Abbau kann beginnen. Niemandem soll es jetzt so gut gehen, wie es ihnen geht. Das ist das Alleinstellungsmerkmal fast aller politisch Tätigen. Wenn ich oben bin, sorge ich dafür, dass die anderen unten bleiben. So schaltet man Kurrenz aus. Elite unter sich.
Als gäbe es für diese technisch-computer-basierte Zeit keinen Bedarf an sozialen Aktivitäten. Als gäbe es keine überfüllten Schulklassen, Autobahnen, Gerichte, unbezahlbare Wohn-und Lebensräume, völkerrechtswidrige Kriege und Ungerechtigkeiten in den verschiedensten Bereichen. Diese SPD-Funktionäre haben ihre Ehre und Würde auf der Leiter nach oben verloren. Da, wo die Luft immer dünner wird, fehlt auch der Sauerstoff für das Gehirn, der Denk-und Einfühlungsprozesse möglich macht. Daher müssen wir alle dafür sorgen, dass nur noch zwei Legislaturen für Kanzler und anderes Spitzenpersonal möglich sind. Acht Jahre und keines mehr, das würde helfen, auch anderen Parteien die raffgierigen Nägel zu schneiden. Es würde sie auch hindern, hirnlose Gesetze zu machen unter denen sie dann selber leiden müssten. Anders ist diesen Leuten nicht beizukommen. Sie müssen spüren lernen, was sie anderen antun.

Ich lese:" Für die soziale Lage der abgehängten Beschäftigten spielt es keine Rolle, ob eine asoziale Politik mit der eurokratischen oder der nationalistischen Phrase garniert daher kommt."
Im Prinzip stimmt diese Aussage und sie stimmt auch wieder nicht. AfD, CDU,CSU, FDP konservativ, nationalistisch. Manchem kann ich zustimmen und ist auch SPD, Links oder Grün affin. Aber setzte sich ein komplettes NPD-Denken durch, dann hätten wir es noch schlimmer. Was jetzt so latent an Diktatur und Überwachung durch die Politik durchschimmert, hätten wir dann mit geballter Kraft und Faust, die nicht mehr in der Tasche bleibt sondern zuschlägt.


Am 30. Januar 2018 schrieb Claus aus ZH:

Hahaha:"Für die soziale Lage der abgehängten Beschäftigten spielt es keine Rolle, ob eine asoziale Politik mit der eurokratischen oder der nationalistischen Phrase garniert daher kommt."
Lieber Herr Gellermann, für Ihre zynikfreie Punktlandungen liebe ich Sie.


Am 30. Januar 2018 schrieb Heinz Schneider:

Was die SPD heute ist, belegen schon die Wahlergebnisse. Jedenfalls die zur Bundestagswahl.
Was die SPD sein wird, weiß niemand.
Aber was die SPD werden könnte, darum geht es.
Die Spanne des Möglichen markieren Corbyn und Hollande.

Organisationen kollektiver Interessenvertretung der Arbeitenden leichtfertig zu zerschlagen, wäre aber verantwortungslos. Sie wieder zu erobern, den Versuch wert.

Auf Hollande folgte Macron. In dessen telegenen Feudalismus mag Hoffnung setzen, wer die Mühem der kollektiven Interessenvertretung scheut. Alle Macht den Medien?

"Die Wurzel der Linken ist der kompromisslose Widerstand gegen den Gebrauch von Macht - von jeder Macht, also auch der des Marktes. Eine reine Marktgesellschaft ist ebenso Tyrannei wie die Herrschaft einer bürokratischen Nomenklatura" (Peter Glotz, 1990).


Am 29. Januar 2018 schrieb Reinhard Lerche:

Wie schon klar benannt geht es nicht immer wieder darum das kleinere Übel zu wählen! Nach "Willi wählen" hat man uns dies immer wieder eingetrichtert und erzählt die Mär immer noch - nur inzwischen mit dem Tenor von "Erneuerung".
Solange sich das Rechte Asozial Pack in der SPD-Spitze am Trog sattfrisst, solange wird der Niedergang der Partei fortschreiten. Und genau solange wird kein Mensch auf die Idee verfallen das "Kleinere Übel", statt dem größeren Übel zu wählen. Immer (!) wenn es "dem kleinen Mann" so richtig an den Kragen ging war die SPD ganz vorne und tat alles bis hin zum Tod!
"Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!"
Die Führung der SPD ist staatstragend, un- und manchmal asozial, menschenverachtend und selbstverliebt, lebt auf einem anderen Planeten und setzt unverändert auf Welt- und Menschenzerstörung.
All dies kann ich den "C"-Parteien, der "F"-Partei und der "AF"-Partei zuschreiben, aber: "S" steht angeblich nicht für Asozial! Die SPD steht aber für AS


Am 29. Januar 2018 schrieb Gerd Weghorn:

Sie schreiben: "Genug der Vergangenheit! Heute ist es ja auch nicht anders. Schaut man sich die Nasen dieser Tage an, die Schulzens und Scholzens, die Nahles und Barleys, die Schwesigs und wie sie sonst noch alle so heißen mögen, ein einziger Verwaltungsrat des Versorgungswerks ansonsten arbeitsloser Genossen- und Gewerkschaftler. Zu nichts nütze außer vielleicht als Beatmungsgerät für die Raute, natürlich nur bis auf Widerruf. Die SPD, der Rollator für die Queen Mum?"

Ich veröffentlichte diese Erkenntnisse seit 2005, habe aber wegen Erfolgslosigkeit nach 43 Jahren die Parteimitgliedschaft quittiert:

WOMIT DIE SPD 2009 DIE WAHLEN GEWONNEN HÄTTE http://wp.me/pxqev-7q
DIE MILITARISIERUNG DER DEUTSCHEN AUßENPOLITIK http://wp.me/pxqev-s1
SPD 2009: RIEN NE V A PLUS ? NICHTS GEHT MEHR http://wp.me/pxqev-9n
SPD-AGENDA 2020: DEUTSCHLAND DEMILITARISIEREN http://wp.me/pxqev-1aZ
SPD ? PARTEI DER ENTRÜSTUNG UND ABRÜSTUNG http://wp.me/pxqev-o1
GERHARD SCHRÖDER ? GRÜNDE SEINES SCHEITERNS http://wp.me/pxqev-2b
ZUKUNFT DER SPD ALS MITGLIEDERORGANISATION http://wp.me/pxqev-bQ
WORAUF BERUHT DER NIEDERGANG DER S P D 2017 http://wp.me/pxqev-bw
SPD OHNE FÜHRUNGS- UND KAMPFKOMPETENZ http://wp.me/pxqev-aG



Am 29. Januar 2018 schrieb Heinz Schneider:

"Wir sind gekommen, um zu bleiben" wäre der zukunftsorientierte Nachsatz zur "Tritt ein-sag nein"-Kampagne. Diese könnte sich zur lebensrettenden Blutspende für die kranke Sozialdemokratie ausweiten. Das wäre wohl der einzige Weg, im jetzigen Zustand fehlt der Partei die Fähigkeit zur zügigen inhaltlichen Erneuerung, die nicht mehr als ihre umfassende Resozialdemokratisierung sein müsste.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie die anstehenden epochalen Umbrüche zu globalen nachhaltigen Gesellschaften bewältigt werden können, ohne wenigstens eine in den Kommunen, den Ländern und Betrieben, also an der Basis, verankerte linke politische Partei.

Die wenige erfreuliche Alternative zu diesem Szenario hat Uli aufgezeigt.

Die Sozialdemokratie würden auch die vermissen, die sonst wenig von ihr halten.

Wem die Sozis zu langsam sind, der kann sich kreativ zum Beispiel mit dem Bau von Booten beschäftigen, mit denen wir schwimmen können, wenn das kapitalistische Schiff zu sinken beginnt.

Denn das wird es sicher. Was dann in zerfallenden Gesellschaften passieren würde, können wir weltweit schon heute beobachten.

Das sollte uns strategisches Denken und Handeln lehren.


Am 29. Januar 2018 schrieb Marc Britz:

Wenn die SPD wenigstens richtig tot wäre. Aber der Lügner Schulz wird als Untoter noch mindestens eine Legislaturperiode - also vier lange Jahre - sein Unheil entfalten können: Als Verräter Europas, als Waffenlieferant, Sozialstaatsvernichter und - jetzt wieder neu - als Klimakiller. Die gute alte Tante SPD ist Dank seinesgleichen endgültig zur alten Hure SPD geworden, eine eklige Vettel (jetzt nicht an Nahles denken!), die nicht mal mehr genug Ehre im Leib hat, wenigstens den einstigen Klassenfeind der siechen konservativen Mischpoke - von der ja nichts anderes zu erwarten ist - mit ins Grab zu nehmen. Mit anderen Worten: Anstatt nach Neuwahlen die Nazis von der AFD die Drecksarbeit des Kapitals machen zu lassen - man möchte fast sagen, so wie sich das gehört - macht sie das um das kurzlebige Wohl der eigenen Parteibonzen vor dem selbst verschuldeten Ins-Gras-Beissen lieber schnell nochmal selbst. Und daran ist auch die Parteibasis schuld, nicht nur die Anzugträger im Vorstand. Ich kann die Taubenzüchtervereins-Romantik von der AWO-Basis angesichts der Prozentzahlen des Sondierungsparteitags leider nicht uneingeschränkt teilen. Um Herrn Kohle zu zitieren "Man muss nur wollen!" Und die SPD wollte eben nicht.


Am 29. Januar 2018 schrieb Hans Informat-Ion:

Langer Rede-kurzer Sinn:
Nichts bleibt! SPD-ADÉ!
Nur schade um die Genossen, die im KZ gelitten haben!


Am 29. Januar 2018 schrieb Spargel Tarzan:

bei der SPD gilt die Devise: was geht mich mein Geschwätz von gestern an...


Am 29. Januar 2018 schrieb Michael Kohle:

Gellermann’sche Anamnesen und Diagnosen - wenn sie nicht so traurig wären, könnte ich fast lachen vor Schadenfreude. Nein, so böse bin ich nicht. Und dann hätte ich noch so ein paar Hinweise!

Eine leere Idee soll das sein? Also, bei den Liberalen hat das doch mmer ganz gut geklappt. Die Versuche in den 90igern hatten zwar nur geringe Halbwertszeit. Anno 1981 jedoch reichte es sogar zum totalen Paradigmenwechsel, für die ehemalige Partei mit den Pünktchen einer der nachhaltigeren in der Geschichte der Republik. Die einst abgeschnittenen Zöpfe waren längst nachgewachsen. Wie schrieb der Spiegel seinerzeit?

„Mittelständler konservativer Prägung, Taxifahrer, Makler und Handwerksmeister, treten schwarmweise in die Partei ein und verändern gemeinsam mit Überwinterern aus der Ära Erich Mendes die Mehrheiten in linksliberal orientierten FDP-Gliederungen. Befürworter sozialliberaler Bündnisse werden in Versammlungen überstimmt, von Vorstandsämtern abgewählt und geben resigniert ihre Parteibücher zurück.“

Wie es ausging paar schlappe Monate später? Der ein oder andere von uns erinnert sich noch. Was lernen wir daraus? Man muß nur wollen! Und damals gab es eben welche, die tatsächlich wollten! Und die würden das noch heute, wenn sie nicht gestorben wären, die Rexrodts, die Westerwelles, die Lambsdorffs etc.pp. Selbst die sidesteps bei der diesbezüglichen Recherche fallen irgendwie lustig aus. Eine gewisse Claudia Roth - ja, genau die - konvertierte just damals von den zwangsweise in Ungnade gefallenen Jungdemokraten - lieber zu den Grünen als zu den extra ins Leben gerufenen Jungliberalen. Ob vielleicht darin der Hase im Pfeffer beim Jamaikascheitern liegt? Wegen uralten Animositäten? Solls ja geben, denke man nur an den Pustelbefall, der bei Sozen ansetzt, wenn jemand vom kläglichen Rest ihnen unsittliche Angebote unterbreitet und damit in die Quere kommt.

Womit wir bei der Partei auf der Intensivstation angelangt wären. Wobei ich mir mit dieser Station gar nicht so sicher wäre. Könnte durchaus auch sein, dass längst die Trennwände im kärglichen Krankenzimmer vor dem Bett und den abgestellten Beatmungsgeräten aufgestellt sind, das Totenlicht auf dem Beitisch wird schon mal vorgehalten. „Einen Zehner gegen die Groko“ - das soll ein Juso-Einfall sein? Uns aller Kevin streitet das mit Vehemenz ab, wir sollten ihm das abnehmen. Der Spruch klingt eher wie einer aus einer ganz anderen Schatulle. Seit jener unflätigen Attacke gegen Daniele Ganser müssen wir davon ausgehen, dass hie und da U-Boote bei den Jusos - und auch bei den Sozen, aber das ist sowieso nichts Neues - unterwegs sind, von denen aus gerne mal Hexenjagden gestartet werden können. Ob das mit dem Zehner nicht auch wieder aus Witten kam?

Die Muffe, die - jedenfalls - muss dem Volkssturm in der angeblich sozialen und demokratischen Volkspartei kräftig auf und zu gehen. Wie verkündet gerade ihr Generalsekretär: Neumitglieder-Stichtag für Mitgliedervotum „normal“! Passender wäre wohl ein Mindestalter für die Teilnahme an der Groko-Abnick-Arie, sagen wir mal so ab sechzig? Irgendwie kommt mir nämlich die ganze Chose bekannt vor, von damals vor der Willy-Wahl, vor fast einem halben Jahrhundert. Tatort: SPD-Ortsverein irgendwo in der Diaspora, kohlrabenschwarze politische Dunkelheit vor Ort. Nicht nur der Vorstand, so gut wie alle jenseits vom doppelten Juso-Höchstalter, gefühlt alles auch noch Gewerkschaftsfunktionäre, hatte alles andere als Bock auf Wahlkampf. Doch da gab es ein paar junge Schnösel wie mich und auch ein paar hübsche Jungsozinnen dazu, die fühlten sich aufgefordert. Und flugs war das „Projekt Willy“ gestartet, kaum angelaufen wuchs und wuchs die Kampa-crew, frisches Blut ohne Ende. Und so war die Juso-Fraktion alsbald bereit zum Putsch, die Angst der Senioren vor der Bedrohung stand den Parteibonzen ins Gesicht geschrieben. Das tolle Wahlergebnis nahm man dann gerade noch so hin, die ganzen Frischlinge jedoch waren schnell wieder in alle Winde dahingestoben. Chancen nutzen, das war nie das Ding in dieser Partei.

Genug der Vergangenheit! Heute ist es ja auch nicht anders. Schaut man sich die Nasen dieser Tage an, die Schulzens und Scholzens, die Nahles und Barleys, die Schwesigs und wie sie sonst noch alle so heißen mögen, ein einziger Verwaltungsrat des Versorgungswerks ansonsten arbeitsloser Genossen- und Gewerkschaftler. Zu nichts nütze außer vielleicht als Beatmungsgerät für die Raute, natürlich nur bis auf Widerruf. Die SPD, der Rollator für die Queen Mum?
Wenn es nur das wäre! Verfolgt man nur, für was diese Partei glaubt stehen zu müssen, was sie für ihren Gnadenakt gerade noch so einzuhandeln zu können glaubt, weiß man nicht, ob bittere Zähren mit stillem Greinen oder doch irres Gekichere angesagt sein müßte. Sozial soll da was sein? Stattdessen nichts als Neoliberales vom Feinsten, der Erzengel Gabriel darf sogar der halben Welt dienlich sein und allerlei Spezereien unter die Diktaturen der Welt bringen.

Nie war der folgende Spruch zutreffender als heute: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Sollten wir deshalb nicht alle nochmal einen Zehner spendieren?


Am 29. Januar 2018 schrieb Matthias Brendel:

Meine Prognose für das Wahlergebnis der SPD vor ziemlich genau einem Jahr auf diesem Forum war 15%.
Bei der Wahl hatten sie zwar noch mehr, aber die SPD ist genau auf dem Weg zur 15% Marke und wird, sollte es zur Groko kommen endgültig bedeutungslos werden.
Herr chulz sollte das Projekt 15 ausrufen, darüber wird man sich in einem Jahr noch freuen, wenn die SPD bei 8 % ist....

Gut ist, dass die Partei der kräftigsten Frau der Welt, auch jeden Tag Punkte einbüsst, schade nur, dass die Linke nicht in der Lage ist, zu punkten, wird sie doch in der Spitze mittlerweile von "Realos" betrieben, denen die Ablehnung von Auslandseinsätzen nicht mehr so wirklich wichtig ist. Frau Kipping lässt grüßen.
Eines ist unerwartet wirklich gut:
Die Mehrheit der hiesigen Bevölkerung scheint trotz der anhaltenden Belehrung und Umerziehung durch die NATO, äh die Qualitätsmedien, immer noch nicht bereit, gemeinsam mit der Wertegemeinschaft in den Krieg gegen Russland ziehen zu wollen.
Andererseits: Was hat die Mehrheit hierzulande schon zu sagen?
Sind das nicht alles nur Deppen, die nicht verstehen können, was die grosse Politik für uns so einfädelt?
Schliesslich haben wir eine "Parteiendemokratie", da wird schon immer alles passend gemacht für unsere tollen, transatlantischen Spitzenkräfte.
Hat doch schon mal bestens geklappt mit Barbarossa, also auf ein Neues.

Gerade habe ich auf Sputnik gelesen, dass die australische Aussenministerin Russland und China nicht für die grossen Bedrohungen unserer modernen Welt hält, ist doch unglaublich, wahrscheinlich Fakenews, was sonst.....
Erst wenn die Tagesschau darüber berichtet, bin ich bereit, das zu glauben ;--)))


Am 29. Januar 2018 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Der SPD geht es glänzend -

verglichen mit ihrer Zukunft."

Las ich gestern im "Neuland".

- An Herrn Habermann:

Suizid der "Linken" und BRDigung der

SPD mit Zerstreuselkuchen sind nach

meinem Dafürhalten treffliche Bilder,

die Uli Gellermann malt.

Beide Vorgänge sind in Alter und

Qualität dieser beiden linxen Gebilde

begründet, nicht im Alter des Galeristen.

Die Agonie der linxen Organisationen

ist weltweit zu beobachten.


Am 29. Januar 2018 schrieb Otto Bismark:

Lieber Herr Gellermann,
was hat denn diese Partei auch anderes verdient? Ist diese Entwicklung nicht seit langer Zeit absehbar? Nun will ich ja gar nicht auf das äußerst schwierige Problem des Verhaltens der Linkskräfte um 1933 eingehen, aber es zieht sich doch durch die deutsche Geschichte wie ein roter Faden. Die Kräfte, die allein in Frage kämen, die Interessen der wertschaffenden Massen und damit auch des Friedens zu vertreten kommen inhaltlich um keinen Preis zusammen. Allenfalls im Bösen, wenn sie dann gemeinsam im KZ sitzen, vorher bewerfen sie sich mit Schand und Brand. Und die Frage ist, wer trägt dafür die Verantwortung? Ist es wirklich unmöglich, zueinander zu finden? Wobei mir auffällt, daß die Linkspartei als gewissermaßen die andere Kraft ebenfalls sofort sozialdemokratisiert, wenn sie in die Nähe der Macht, Pardon, der Regierung kommt. Ich erinnere hier am Mark Twain, der gesagt hat, "Sie glaubten, sie seien an der Macht, dabei waren sie nur an der Regierung." Treffender kann man wohl nicht bezeichnen, was sich derzeit z.B. in Thüringen oder in Berlin abspielt! Da hilft auch alles Gedöns nichts, der Prüfstein ist noch immer die Realität und wenn man eben wie die Nahles auf dem Sonderparteitag buchstäblich um den Bundesministerposten heult, dann wundert es einen, daß sich noch immer soviele Mitläufer finden. Ist der Mensch wirklich so schnell zu korrumpieren? Und kann er denn nicht endlich begreifen, daß er, der sozialdemokratische bzw. linke Politiker sich mit Regierungseintritt lediglich zum Feigenblatt einer Regierung macht, die er eigentlich mit seinen parlamentarischen Möglichkeiten zu bekämpfen hätte? Anstatt sich in der Opposition zusammenzutun und gemeinsam draufzuschlagen? Aber ich weiß natürlich, das wird beileibe nicht so gut bezahlt wie eben ein Ministerposten!


Am 29. Januar 2018 schrieb Ernst Blutig:

Das ist von Warenästhetik verinnerlichtes gutbürgerliches (Un)Bewusstsein par excellenc: COME IN AND FIND OUT
Natürlich auf english, man ist ja schliesslich intanäschonäll PROFASCHONÄLL.

SO werden Probleme gelöst, so einfach ist das. Eintreten und austreten. Das kennt man doch irgendwoher?
Ach ja genau, REINTRETEN und RAUSTRETEN.
Noch son Grundprinzip des bürgerlichen warenproduzierenden Kapitalismus.


Am 29. Januar 2018 schrieb Andreas Buntrock:

"Nur so kann der Kommentar der Obdachlosen, der verdrängten Mieter, der prekär Beschäftigten lauten. Ihre elende Lage wird sich weder mit dem einen, noch dem anderen ändern."
---------------------------------------

Das es diese abgewirtschaftete, von ihren führenden Funktionären inhaltlich WISSENTLICH und sehenden Auges verratene sPD sein wird, welche den Armen im Lande
den
"verpflichtenden, lagerkonzentrierten Zwangsarbeitsdienst" im drohend heraufziehenden FÜHRERSTAAT der braunen AfD "bescheren" wird,
wird AUCH und zwar völlig zu recht,
irgendwann einmal dem sozialpolitischen VERSAGEN, um nicht zu sagen dem willentlichen sozialpolitischem VERRAT der Schröder/Fischer -Ära plus politischer Nachkommen zugerechnet werden.
Man möchte sich die verlogenen Statements der Münteferings, der Clements, der Schröders und der Scholz/Schulz/Nahles
zu diesem drohend aufziehenden Horrorszenario gar nicht erst vorstellen, welches die zukünftig zu schreibenden Geschichtsbücher dann zur "Information" für die Urenkel dieser "sozialdemokratischen" Politikversager bereithalten werden.


Am 29. Januar 2018 schrieb Des Illusionierter:

Ob Schäuble, Schulz oder Scholz - ist alles Sch?

So könnte der Kommentar des prekär Beschäftigten und Ausgebeuteten auch lauten.

Und dazu: Auch bei den anderen Buchstabenkombinationen (um „Personen" zu vermeiden) gibt es nirgends einen Lichtblick.

Der Räuberkapitalismus ist heute weltweit ein so fest verwurzeltes Übel, dass ich mir ein Ende dieses Wahnsinns durch „Nachbesserungen" überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Am ehesten noch könnte eine - dann aber blutige - Revolution aus dem Land kommen, von wo aus der ganze Raubzug wesentlich betrieben wurde und wird - den USA. Die abgehängten US-Amerikaner werden bald merken, dass auch die Trump-Figur nicht ihre Interessen vertritt, mag er gegen das ?Establishment? so viel anfurzen, twittern -und rülpsen wie er will.

Bei uns Deutschen sehe ich da bei den Massen eher gar nichts an Zorn, oder allenfalls faschistoides Gegrummel mit entsprechender Parteienwahl.

Leider gibt es mittlerweile keinen Ort mehr auf dem Planeten, wohin man auswandern könnte. Die Arme der Krake reichen überall hin.


Am 29. Januar 2018 schrieb M. Boettcher:

Seit die SPD-Führung sich nach der Wahl 2013 für die neuerliche GroKo und gegen die Alternative entschied lautet meine Prognose, dass die SPD bei den folgenden Wahlen erst unter 20, dann 15, 10 und schließlich 5 Prozent kommen würde. Irgendwann um 2030 macht dann der letzte SPD-Vorsitzende den Deckel über der Partei zu. Als Text für dem Grabstein schlage ich vor: "Wir haben über Jahrzehnte unsere eigenen Interessen ver- und die der Bürger mit Füßen getreten; man hat es uns nicht gedankt. Unfassbar!"


Am 29. Januar 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

Bei Erwähnung der Bertelsmänner bitte nicht die Bertelsfrauen der Mohn-Clique vergessen. Überhaupt: die schwarzen Witwen (z. B. Springer)! Andrerseits: Lassen wir das Personalisieren! Die Charaktermasken und -larven besorgen die Geschäfte des Kapitals. Und hier liegen der Hund und die SPD (und die Demokratie) begraben. Requiescat in bello!


Am 29. Januar 2018 schrieb Heinz Schneider:

Wenn sich eine Partei, von der mit Recht zukunftsgerichtete Gestaltungskompetenz erwartet wird, in die Hände von Werbeagenturen begibt, deren Job nichts als die phantasielose Vermarktung von Gegenwart ist, begeht sie politischen Selbstmord.
Ist die Agentur gut, kann sie das Sterben verlangsamen. Eine spedierte Partei sichert immerhin noch Jobs in der Gegenwart. Junge Menschen, denen eine Sicherung des Rentenniveaus bis 2025 nicht ausreicht, stören den friedvollen Dämmerzustand erheblich.


Am 29. Januar 2018 schrieb Lutz Jahoda:

REQUIEM

Schulz oder Scholz
Da hilft kein Gut Holz
Zwei hilflose Herren
Sie zerren und sperren
Und schießen Kobolz
Zur Wallfahrt der Talfahrt
Ins Abgewatsche
SPD - adé
Requiescat in pace!


Am 29. Januar 2018 schrieb Moyra Mangold:

....und Sie, Herr Habermann, sind sicher schon lange jenseits des Lebens und der klaren Erkenntnis


Am 29. Januar 2018 schrieb Manne Klein:

"komm doch zur Beerdigung der SPD, nirgendwo schmeckt der Zer-Streuselkuchen besser", zu köstlich!


Am 29. Januar 2018 schrieb Moyra Mangold:

Lieber Uli,

zwanzig Daumen hoch für diese realistische Einschätzung. Die SPD hat abgefressen und mit ihrem vermeintlich neuen Guru ist kein Blumentopf zu gewinnen. Kevin (allein in der SPD-Grube) hat zwar einen etwas anderen Wortschatz als die alten SPD Kader aber er sagt nichts. Er klingt wie ein Revoluzzer für Beamte. Nichts lässt er über sozialdemokratische Grundsätze, welche die vor gefühlten Äonen von Jahren mal hatten, verlauten. GroKo (Großes Kotzen) hin oder her, selbst die Nachwüchslinge haben nichts begriffen. Da kann er noch so rumtönen und den Aufstand proben, am Ende wurde nichts gesagt.
Im Übrigen habe ich mir das Interview mit Ken Jebsen (Die Macht um acht) angesehen und fand jede
Sekunde lohnenswert und spannend. Danke!


Am 29. Januar 2018 schrieb Rita Wiedemann:

Gellermann und Jebsen werfen sich beim Interview zur "Macht um acht" die Bälle zu als seien sie ein eingespieltes Team. Es ist ein Vergnügen ihnen dabei zuzusehen.


Am 29. Januar 2018 schrieb Ralf Habermann:

Herr Gellermann hat es mit dem Tod. Erst schreibt er über den Suizid der Linkspartei, jetzt stirbt bei ihm die SPD. Dieser morbide Zug liegt sicher an seinem Alter.

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