Ein Spiel um Auschwitz

Falsch-Spieler im polnischen Außenministerium

Autor: U. Gellermann
Datum: 27. Januar 2015

Im Hintergrund klackerten die Kugeln des Roulettes, sanft aber bestimmt sagte der Croupier rien ne va plus, nichts geht mehr. Aber im Vordergrund ging immer noch was: Damals, im Oktober 2009, als die polnische Anti-Korruptions-Agentur CBA den Innenminister Schetyna wegen privater Treffen mit einem Geschäftsmann ins Visier nahm, der sich für eine Änderung des Glücksspiel-Gesetzes einsetzte. Es ging um einen Bestechungsskandal, und der damalige Ministerpräsident Donald Tusk nahm ganz schnell das Rücktrittsgesuch von Grzegorz Schetyna an, bevor noch mehr herauskommen konnte. Jetzt ist der selbe Schetyna Außenminister und spielt ein mieses Spiel um die Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz: Es seien die Ukrainer gewesen, "die die Tore des Lagers öffneten und es befreiten" und nicht die Russen. Und so erklärt sich dann auch völlig logisch, dass der Russe Putin nicht zu den Feierlichkeiten eingeladen ist.

Die polnische Russo-Phobie erlaubt in diesem miesen Spiel um Auschwitz auch und gern Geschichtsfälschung. Als "Beweis" für die Rolle der Ukraine muss dem Schetyna der Name jener militärischen Formation herhalten, die das Lager befreite: Die "Erste Ukrainische Front". Dass die selbe Formation 1942 den Namen "Woronesch" trug als sie die gleichnamige Stadt gegen die Deutschen verteidigte und erst ein Jahr später in Ukrainische Front umbenannt wurde, als sie die Deutschen aus der Ukraine verjagte, wie sollte der spielende Außenminister das wissen, wenn doch schon sein politischer Freund, der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk, jüngst in den ARD-Tagesthemen sagte, “wir erinnern uns doch alle daran, wie die Sowjetunion in der Ukraine und in Deutschland einmarschiert ist”. Bei dieser Gelegenheit wird dann wohl die Rote Armee auch Polen besetzt haben, das gerade sicherlich von den Deutschen befreit wurde, die mutmaßlich das jüdische "Schutzlager" Auschwitz gegen den brutalen Zugriff der Russen verteidigt hatten.

Das ist ein Geschichtsbild so ganz nach dem Herzen des deutschen Bundespräsidenten Gauck, der natürlich zu den Auschwitz-Gedenkfeiern eingeladen ist. Immerhin war sein Vater als Marineoffizier im besetzten Polen tätig und hat dort wahrscheinlich die Polen gegen die Russen verteidigt. Putins Vater war in der Zeit auch bei der Marine, aber bei den Russen. Das disqualifiziert den Mann natürlich. Auch seine Mutter ist nicht lupenrein. War sie doch in Leningrad als die Deutschen mit ihrer Blockade rund eine Million ziviler Hungertoter erzielten. In der Zeit starb auch der Bruder Putins in Leningrad. Aber Opfer mussten sein, wenn man doch die Juden in Auschwitz sichern wollte.

Zur Zeit ist wieder ein großes Spiel im Gang. Es heißt "Ukraine-Verzocken". Da klackert nichts, da rumst es nur. Und weil die Russen erneut den Spielverderber machen, sie wollen schon wieder ihre Grenzen sichern, darf der russische Präsident nicht zur Auschwitz-Gedenkfeier nach Polen. So ist es mit einem Land, das im Text seiner National-Hymne "Noch ist Polen nicht verloren" immer einen gewissen Jan Henryk Dąbrowski bittet den Säbel zur Verteidigung zu zücken: "Marsch, marsch, Dąbrowski!" heißt es im Refrain. Das war der Mann, der 1815 als General der Kavallerie ausgerechnet unter dem russischen Zar Alexander I. diente. Wo doch die Russen eigentlich grundsätzlich böse sind. Da kann der Außenminister Schetyna schon mal verwirrt sein. So wie damals, als er zeitweilig nicht mehr "wußte", dass er einen der polnischen Glücksspiel-Bosse gut kannte, das später aber doch zugeben musste. Dass der russophobe Gauck das abgekartete Spiel mitmacht, versteht sich. Geht es doch in der Ukraine-Russland-Auschwitz-Frage wieder mal um die gewachsene Verantwortung der Deutschen. Da zinkt der Bundespräsident gern mit.

Wegen der BERLINALE-Pressevorführungen kann es zu Verzögerungen bei der Leserpost kommen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 31. Januar 2015 schrieb Eckhard Schmidt:

Mal die Bemerkung mit dem "Guerilla-Marketing" beiseitegelassen, von der ich nicht weiß, was genau damit gemeint sein soll, (Ich gehe einfach mal davon aus, dass es keine Unterstellung irgendeiner art sein soll, denn das wäre sehr unangenehm)
bin ich schon der Meinung, dass in der (wohl gezielt) aufgeheizten Stimmung in Polen und den baltischen Staaten sich die Sicherheitsfrage in besonderem maße stellt.
Vorher hält man das immer für eigentlich unmöglich. Kennedy fuhr im offen wagen!
Wer hätte sich das ende Allendes, eines gemäßigten Sozialisten sich so vorstellen können? Rudi Dutschke und und und. Die verantwortlichen sind immer hinter den ausführenden. Von daher halte ich Gewaltakte/attentate nie für ausgeschlossen, wenn die politische Stimmung so aufgeheizt ist bzw. wird, besonders wenn dies so personalisiert wird wie in dem "Ukraine-Konflikt". Soviel zur Relevanz solcher Überlegungen.
Dass dies in diesem thread nur eine randüberlegung ist, ist klar, aber nicht unwichtig. Wenn in den politischen Auseinandersetzungen so massiv gehetzt wird wie gegen Rußland , personalisiert gegen Putin, sollten die ohren immer ganz weit aufgehen.


Am 31. Januar 2015 schrieb Eckhard Schmidt:

Mal ein ganz anderer gedanke zur nicht-teilnahme des russischen Präsidenten an der feier...
Vielleicht haben die für seine Sicherheit verantwortlichen ja aufgeatmet.....?! Ist ein polnischer "Lee Harvey Oswald", der natürlich "Einzeltäter" wäre und dann von einem "Jack Ruby" - auch Einzeltäter - gleich liquidiert würde, so ausgeschlossen? Diese Gedanken dürften den sicherheitsverantwortlichen doch gerade angesichts der letzten Ereignisse durch den kopf gehen. Ich bewundere sowieso den mut des russischen Präsidenten, sich in den (unmenschlich) freien westen zu begeben.
Ich weiß gar nicht, warum mir in dem zusammenhang folgendes buch einfällt:
William Blum (ein Amerikaner!):
Killing Hope
Zerstörung der Hoffnung
Globale Operationen der CIA seit dem 2. Weltkrieg
2. aktualisierte auflage
herausgebracht dankenswerterweise im
Zambon Verlag

Antwort von U. Gellermann:

Wäre diese Erwägung relevant, dann dürfte Putin nirgendwo mehr hinfahren. Da Sie das auch nicht annehmen, ist Ihr Beitrag wahrscheinlich Guerilla-Marketing.


Am 30. Januar 2015 schrieb T Meyr:

@Petra Reichenbach

Das passt mal wiede, immer wenn man eine andere Meinung hat geht es hier unter die Gürtelline!

Antwort von U. Gellermann:

Liegt Ihre Gürtellinie unter oder über dem Genitiv?


Am 28. Januar 2015 schrieb Manfred Ebel:

Frau Reichenbach, ein Troll in einer Troll-Agentur hat mir en detail berichtet, wie und was ein Troll zu tun hat: Täglich werden konkrete Aufgaben vergeben, mittels einer Reihe erfundener Namen und E-Mail-Adressen je Troll sind in Foren, in der Produktwerbung, in Rezensionen, ... dieserart "Kommentare" zu schreiben. Anzahl der Texte pro Tag, Länge der "Beiträge" und selbst die Fehler sind vorgegeben. Einzige definitive Einschränkung: Es dürfen keine Versprechen gegeben werden.
Wenn Troll-Praktikant sich bewährt, bekommt Troll einen festen Arbeitsvertrag.
Je nach Auftragslage - Angebot und Nachfrage machen soetwas möglich.
Anmerkung: Diese Person hat Sprachen studiert und mit Mag. `sehr gut´ abgeschlossen, spricht 4 Sprachen fließend. Nach fast einem Jahr anschließender Arbeitslosigkeit hat sie sich dazu hinreißen lassen und den Troll-Auftrag erst nach Vertragsunterschrift erfahren.


Am 28. Januar 2015 schrieb Petra Reichenbach:

@ T Meyr

Sie belegen nichts, Sie behaupten nur, genauer: Sie plappern das nach, was Ihnen die gewöhnlichen Medien eingetrichtert haben. Das ist arm. Und auch noch in armseligem Deutsch verfasst.


Am 28. Januar 2015 schrieb Paul-Wilhlm Hermsen:

Deine letzten Artikel sind wieder nur unbeschreiblich gut. Wünsche manchmal, ich könnte da mithalten, aber ich bin nun mal kein Journalist. - Großen Dank!


Am 27. Januar 2015 schrieb T Meyr:

Ich weiss das mögen Sie garnicht hören, aber trotzdem : Putin der Kriegstreiber gehört da nicht, er ist für die Kriegsverbrechen und Morde an Zivilisten in der Ukraine und die illegale Annexion der Krim verantwortlich.


Am 27. Januar 2015 schrieb Manfred Caesar:

Aber, aber Hr.Gellermann:
Wir sind im Jahre 30 n.Orwell: Die Wahrheit kommt aus dem Wahrheitsministerium.
Im Übrigen kann Putin froh sein,daß er nicht eingeladen wurde.Da kann er Sinnvolleres tun in der Zwischenzeit.


Am 27. Januar 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Die wendebedingt an die Staatsspitze gelangte FDJ-Funktionärin zu beobachten, wie sie sich überfordert von Peinlichkeit zu Peinlichkeit hangelt, ist schon einen Platz auf dem Rang der RATIONALGALERIE wert.

Und so ging auch heute wieder der Vorhang auf zum Einblick in das verlässlich bis in den letzten Winkel gut ausgeleuchtete Spektakel dieser finanzpolitischen Farce-Community.

Abgeschmackt, billig, derb - genau so muss es hergehen in einer Ganovenserie mit Langzeitgarantie.

Der zum polnischen Außenminister hochgespülte Schetyna passt da gut hinein. Da wird vergessen, verzerrt, ausgetauscht, aufgebauscht und lustvoll abgestritten, wenn der Lüge überführt.

Wie unheimlich abgebrüht muss man sein, um an der Seite des Blutkomikers Jazenjuk eine Ehrenformation der Bundeswehr abzuschreiten? Und unvergesslich dieser Ausspruch Arseni Jazenjuks, den die ARD dankenswerterweise aufgenommen, ausgestrahlt und gespeichert hat: "Wir erinnern uns doch alle daran, wie die Sowjetunion in der Ukraine und in Deutschland einmarschiert ist." Da hat es mich vor dem Fernseher weggedreht.

Vielleicht sagt Herrn Arseni Jazenjuk jemand, dass er mit einem Satz wie diesem nur jene in Deutschland erreicht hat, die steckengeblieben sind in der altbackenen Bonner Soffjet-Doktrin.

Europa kann Leute wie diesen Geschichtsverfälscher und Arsenvergifter vaterländischer Befreiungsleistung Russlands, zu der auch die Ukraine gehört,
wahrhaft nicht gebrauchen.

Die Ukraine ist Russland. Und wenn Wladimir Putin sagt, dass die ukrainische Armee nichts anderes ist als die Fremdenlegion der NATO, wird ihm nur schwer zu widersprechen sein. Ebenso schwer wie gestern Frau Sahra Wagenknecht bei "hart aber fair", die sich wacker geschlagen und einige der Herren sprachlos gemacht hat.
Auch dazu meine Anerkennung und meinen Dank.


Am 27. Januar 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:


Danke für dieses herausragende historisch-satirische Lehrstück.

Ein Lichtblick in trostarmer Zeit!


Am 27. Januar 2015 schrieb Ulrich Fiege:

Dieser Geschichtsrevisionismus ist hoffe ich nur ein Alptraum? Die Welt schrieb im Jahr 2011 über die Ukraine, Zitat:

"Während im Osten ihrer Siedlungsgebiete Stalins Terror und die Millionen Opfer fordernde Hungersnot einsetzten, litten sie im Westen unter dem polnischen Nationalismus."

"1941 standen die Ukrainer vor der Wahl, mit Stalin gegen die Deutschen oder mit Hitler gegen die Sowjets zu kämpfen."

http://www.welt.de/kultur/history/article13360072/Viele-Partisanen-kaempften-nach-Kriegsende-weiter.html

Abseits jeglicher Befreiung stehen die Ukrainer wieder vor einer Wahl bzw. haben sich im Jahr 2014 entschieden, Geschichte wiederholt sich!


Am 27. Januar 2015 schrieb Moyra Mangold:

Klar, die Russen haben die Juden vergast, die Polen haben Amerika befreit und die Afrikaner haben zwei Atombomben auf Indien geschmissen. Großmaul Gauck war im Widerstand und Frau Ferkel war Miss DDR. Die Erde ist eine Scheibe und ich werde verrückt.


Am 27. Januar 2015 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Mich würde interessieren, ob die Merkel dort eine ihrer berüchtigten "Reden" aufsagt oder Bundespfaffe Gauck. Andererseits habe ich aber auch gelesen, es soll überhaupt keine Politikerreden geben. Was stimmt denn nun?
Eine Gauck- oder Merkelrede wäre der Gipfel!!!

Bei German Foreign Policy habe ich heute gelesen, dass Komorowski die Nichteinladung Putins veranlasst haben soll, indem er strikt alle Staatschefs nicht einlud, sondern die Einladung etlichen Auschwitz-Organisationen überließ, ein Trick, den ungeliebten Putin und damit das gesamte russische Volk mit seinen ungeheuren, millionenfachen Opfern zu demütigen. Erstaunlich, aber nicht verwunderlich nach allen bisherigen Geschehnissen, dass die Deutsch-EU glaubt, im Falle Putin dürften sämtliche diplomatische Gepflogenheiten übergangen werden.

Übrigens, ich habe im Programm von Phoenix nachgesehen: Die Übertragung der Feierlichkeiten aus Auschwitz ist nicht vorgesehen, obwohl Phoenix sonst jedes Merkel-Gestammel live überträgt.

Antwort von U. Gellermann:

Ganz sicher ist: Gauck wird da sein. Ob er auch redet weiß ich nicht. Wenn man ihn lässt: Bestimmt


Am 27. Januar 2015 schrieb curti curti:

Weil in den strategischen Kurzschlüssen der "Guten" mit all ihren Werten und Freiheiten nicht sein darf was nicht sein soll, konkret das gem. deren "Duktus" das Böse niemals das "Böse" befreien kann, erleben wir nun als eine von vielen Ausprägungen die Geschichtsklitterung durch Yaz und Schetyna. Und obwohl sich auch damit die Offensichtlichkeit der Heuchelei, diese perfide Mischung aus Lug, Trug und Hinterhältigkeit, geradezu monströs potenziert hat, schreckt es die Macher nicht ab munter weiterzumachen. Man steht geschlossen vereint, bei Bedarf sogar in Seitenstraßen, wohl abgeschirmt vom Volke. Wenn all das nicht irre ist, was dann?

Da die "Leistungsträger" dieser Misere nicht von ihrem Tun ablassen werden (mag in den charakterlichen Genen stecken oder als Folge von Rauschzustand bei $-Blütengeruch), offenbart sich bei weitergehender Analyse ein ebenso schwerwiegendes Problem - die weitestgehend unkritische Masse, die durch ihr persönliches Verhalten ihre eigene und die historische Unterdrückung erst ermöglicht. Und solange dem so ist, feiern die Irren Party. Ende vorerst nicht in Sicht!


Am 27. Januar 2015 schrieb Klaus Madersbacher:

Wann war denn dieses unglückselige Land nicht verloren?
Mit solchen Geschichtelehrern wie "Yats", dem Kandidaten von Victoria "Fuck the EU" Nuland und ähnlichen Kalibern wird´s wohl dabei bleiben. Aber als EU-Bürger können die Polen eh leicht auswandern ...


Am 27. Januar 2015 schrieb Rahel Mergenthaler:

Die Rote Armee aus dem Gedenken an die Befreiung auszuschließen ist mehr als eine Geschichtsfälschung. Es ist der Versuch, die Russen auf die Knie zu zwingen.


Am 27. Januar 2015 schrieb Gisela Pietrzak:

Ja und es ist irgendwie überhaupt wundersam, wie der ziemlich durchschnittliche und etwasschlitzohrige Schetyna zu seinem Außenministerposten in so unruhigen Zeiten gekommen ist. Vor allem nach seinem Vorgänger, Radek S.,dem „Taliban“, wie ihn einige nannten..

Die Welt ist widersprüchlich und man wundert sich manchmal, was da alles so im Verborgenen nistet und auch aus Schößen kriecht, die fruchtbar noch..


Am 27. Januar 2015 schrieb Artur Knieriem:

Die subalterne polnische Regierung macht das, was die USA wollen. Das ist einerseits peinlich. Andererseits erhöhen solche Gesten die Kriegsgefahr in Europa. Aber offensichtlich wollen die USA genau das.


Am 27. Januar 2015 schrieb Antje Leetz:

Der Ministerpräsident der nicht anerkannten Donezker Volksrepublik, Alexander Sachartschenko, wird als "Kriegstreiber" beschimpft. Meine Erfahrung ist, dass die, die am lautesten dieses Wort schreien, die schlimmsten Kriegstreiber oder Kriegsunterstützer sind.

Sachartschenko ist ein relativ junger Mann - 39 Jahre. Aber anscheinend hat er mehr Mumm in den Knochen und ein größeres Verantwortungsgefühl für seine Mitmenschen als die Politiker der EU. Im Unterschied zu denen verstehe ich Russisch sehr gut und habe mir Sachartschenkos gestrige Ansprache an die Regierung in Kiew, an die ukrainischen Soldaten und deren Mütter angesehen. Dort stellt er angesichts des letzten Massakers durch ukrainische Diversanten an Menschen, die an der Bushaltestelle in Donezk standen und zur Arbeit fahren wollten (12 Tote und viele Verletzte), einen Fakt fest, nämlich dass die Minsker Vereinbarungen gescheitert seien. Er wandte sich an zukünftige ukrainische Soldaten, sie sollten nicht nach Donezk kommen, um dort gegen die Donezker zu kämpfen, denn es sei Krieg und dann müssten die Donezker auf sie schießen, weil sie dann ihre Feinde seien. Und das wäre schrecklich. Und er wandte sich an die Mütter der ukrainischen Soldaten, sie sollten ihre Söhne nicht in diesen Krieg schicken. Und denen, die ihre Kinder dennoch in den Krieg geschickt haben und deren Söhne gefallen sind, sichere er zu, dass sie gefahrlos ihre Toten abholen könnten. Denn die Kommandeure der ukrainischen Armee weigerten sich, die vielen Toten entgegenzunehmen. Statt dessen hätten sie drei mobile Krematorien (*) eingesetzt. Und den Müttern würde dann in Kiew gesagt, ihre Söhne seien vermisst oder in Gefangenschaft geraten.

Wenn das "Kriegstreiberei" sein soll, heiße ich Anton. 
Ich weiß nicht im Konkreten, welche ferneren Ziele die Donezker Republik hat. Aber dass sie die Kiewer Regierung nicht anerkennt, die durch einen Putsch an die Macht gekommen ist, faschistoide Tendenzen und sich dem Westen verkauft hat - das ist ihr gutes Recht. So sehe ich das.

Ich habe große Angst, dass die beiden Republiken, die Donezker und die Luhansker, jetzt mit Hilfe dieser Propaganda und mit Hilfe der Nato einfach platt gemacht werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Mir tun dann auch die neu rekrutierten ukrainischen Soldaten leid, die dünn sind wie Hänflinge.
Die drei mobilen Krematorien der Kiewer Regierung reichen schon jetzt nicht mehr aus.

(*) Hier ein Link zu einer Seite in Deutsch über mobile Krematorien im ukrainischen Kampfgebiet:

http://donbassfront.livejournal.com/18015.html

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