Die Scham ist vorbei

Ein neues Kriegerdenkmal bei Potsdam

Autor: U. Gellermann
Datum: 17. November 2014

Deutschland ist voll von Kriegsdenkmälern. Um die 100.000 sind es, verstreut über das Land. "Unseren Helden" zum Gedenken, steht auf dem einen Mal, bei einem anderen ist "In ewiger Erinnerung" eingemeisselt. Die meisten dieser Stein gewordenen Verehrungen des Krieges sind im Gefolge des Ersten Weltkriegs errichtet worden. Nur selten sieht man ein Mal, das an den zweiten der deutschen Kriege erinnert. Schamvoll verbargen die Deutschen ihr Gedenken an einen Krieg, der ungerechter und mörderischer nicht hätte sein können. Die Scham ist vorbei: Mit dem "Wald der Erinnerung", nahe Potsdam, wird jetzt jener Toten gedacht, die in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr gestorben sind. Die können sich nicht mehr wehren.

Mit gedämpfter Stimme, so wie man Kartoffeln dämpft, artikuliert die Bundeskriegsministerin Ursula von der Leyen was sie bewegt: "Hier in Potsdam, im Einsatzführungskommando schließt sich der Kreis. Hier werden die Einsätze geplant, koordiniert und geführt." Denn der "Wald der Erinnerungen", das neue Ehrenmal der deutschen Armee, liegt auf dem Gelände jener Kaserne, in der die Auslandskriegseinsätze der Bundeswehr durchdacht und gelenkt werden. Das ist der Kreis des Todes: Von der politischen Entscheidung über den Befehl zum Krieg bis hin zum Grab. Dann sind die zumeist jungen Menschen, die von ihrer Führung in Länder geschickt wurden, in denen sie nichts zu suchen haben, gefallen. So wie man heiße Kartoffeln fallen lässt. Material nur noch für trügerische Trauer, nicht für Erkenntnisse.

Mit jenen kurzen Schritten, die Nachdenklichkeit und Betrauern simulieren sollen, schreiten der Bundespräsident und die Ministerin den kleinen Weg zu ihren Kränzen ab. Ausgerechnet die beiden Träger der Neuen Deutschen Verantwortung zupfen an den Kranzschleifen, als das alte Lied vom Kameraden erklingt: "Ich hatt' einen Kameraden / Er ging an meiner Seite / Er liegt mir vor den Füßen / Als wär’s ein Stück von mir." Im Hohlraum hinter den Augen der beiden Verantwortungsträger wird sich kein Nachdenken finden lassen, kein Mitleiden, und erst recht kein Gefühl wirklicher Verantwortung. Hinter den Funktionärsmasken kein Gedanke an irgendeinen Kameraden, nur jene trübe Pampe in der die eigene Karriere schwimmt.

Unter den Gästen der Trauer-Farce findet sich kein Hinterbliebener jener 142 Tankwagen-Opfer, die in der Nähe von Kunduz, im September 2009 auf Befehl eines Bundeswehroffiziers und mit Hilfe der US-Luftwaffe umgebracht wurden. Arme Leute, Hirten, Bauern, die noch im Tod von der herrschenden weißen Rasse separiert sind: Die Verwandten der toten Bundeswehr-Soldaten werden mit bis zu 100.000 Euro ruhig gestellt, die Sippen der Ziegenzüchter sind mit 5.000 Euro abgespeist worden. "Wir müssen uns immer wieder die Tragweite unserer Entscheidungen vor Augen führen“, sonderte die von der Leyen ab. Diese Augen wissen nichts von den Tragen, auf denen Tote und Verwundete aus den Kämpfen geschleppt werden müssen. Entscheider entscheiden über Leben und Tod, ohne dass die ordentlichen Haare gekrümmt werden.

Unweit von Nürnberg ist das Kriegerdenkmal des Fußballvereins der SpVgg Fürth zu besichtigen. Es ist ein riesiger Fußball aus Granit, mit dem an die 144 Vereinsmitglieder erinnert wird, die im Ersten Weltkrieg für den Waffenfabrikanten Krupp und Kaiser Wilhelm ihr Leben gelassen haben. Und während im Fußball immer "Nach-dem-Spiel Vor-dem Spiel" ist, sollte man hoffen, dass "Nach-dem-Krieg" nicht automatisch "Vor-dem-Krieg" bedeuten muss. Doch so lange das arme Deutschland von Leuten wie der von der Leyen regiert wird, von Leuten, die solchen Billig-Trost verkaufen wie "Der immergrüne Nadelbaum steht hier auch als Sinnbild der Unsterblichkeit" - so lange werden Dummheit und Verbrechen den nächste Krieg vorbereiten.



Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. Dezember 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Volle Zustimmung - der Aufsatz hat mich sehr berührt!
Soldaten sind doch mitnichten "Helden"!
Sie sind aber alles in einem: Leute, die gehorsamst zu allererst einmal JA gesagt haben, weil sie nicht nachgedacht haben, weil sie Politiker-Lügen aufgesessen sind, oder weil sie sich ihrerseits materiellen Vorteile vom Soldatsein versprochen haben. Soldaten sind nicht nur Ja-sagende Werkzeuge, in den Augen der "Weltenlenker" sind sie eine willenlose Manövriermasse.
Vom Ja-Sager zum Täter/ Mörder - schließlich zum Opfer. Wenn junge Leute nicht beizeiten ihr Hirn gebrauchen und rechtzeitig NEIN sagen zu dem, was ihnen von höchster Stelle aus zugedacht, zugemutet oder abverlangt wird, wird es ein böses Erwachen geben. In hellen Scharen sollten sie deshalb beizeiten der Bundeswehr davonlaufen, sich aktiv dagegenstemmen - statt dabeizubleiben, weil ihnen Jobs und das Blaue vom Himmel versprochen wurde. ..

Die häßliche Perspektive, daß der eigene Name - viel zu früh - in Stein gemeißelt werden könnte, jedem Soldaten in Spe sollte das unbedingt klar sein.
Aufstehen! Ein eindeutiges NEIN zu schamlosen, eiskalten Volksvertretern wie dem peinlichen Joachim Gauck usw., NEIN zur Kriegs-Ministerin Ursula von der Leyen, (die im Fall des Falles doch selber bestimmt keinen einzigen ihrer zahlreichen Sprößlinge freiwillig zur Disposition stellen würde). und überhaupt, wozu brauchen wir ein "Verteidigungs-Ministerium"? das viele Geld dafür könnte man anders - besser - verwenden! NEIN!! NEIN! NEIIIN!!!!

Diese - bei Bedarf und wie auf Knopfdruck Krokodilstränen vergießende - schamlose PolitikerKaste, der die Falschheit nur so ins Gesicht geschrieben ist,
bringt es s o n s t noch fertig, das deutsche Volk, das sich einmal NIE WIEDER KRIEG geschworen hat, mit vollem Wissen in eine neue KriegsÄra hineinzumanövrieren!


Am 24. November 2014 schrieb aka 69:

"Hinter den Funktionärsmasken kein Gedanke ... , nur jene trübe Pampe in der die eigene Karriere schwimmt."

Brilliante Formulierung !!! Genau so isses! Danke!


Am 20. November 2014 schrieb Frank Bubenheim:

Johann t´Serclaes Graf von Tilly (1559 - 1632), der bekannte Heerführer der Katholischen Liga im Dreißigjährigen Krieg müßte nach heutigen Maßstäben als Kriegsverbrecher angesehen werden.
Am 20. Mai 1631 eroberte Feldmarschall Graf von Tilly die Stadt Magdeburg. Die Verwüstungen der Stadt gingen so weit, daß Magdeburg als Sinnbild für Zerstörung und Grausamkeit als `Magdeburgisieren´ in die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges einging. Bei der Erstürmung Magdeburgs, den anschließenden Gewaltexzessen und Bränden verloren 20.000 (nach einigen Quellen 30.000) Bürger ihr Leben. Nach der Katastrophe wurden von den einst 35.000 Einwohnern noch 449 gezählt. Dies gilt als das größte und schlimmste Massaker des Dreißigjährigen Krieges und geschah mit Graf Tillys ausdrücklicher Zustimmung.
Trotzdem wird Graf von Tilly bis heute geehrt, und es findet sich ein Anzahl von Statuen von ihm, u. a. in der Feldherrenhalle in München. Bis zum Januar 2009 wurde in der Stiftskirche von Altötting, wo seine sterblichen Überreste beigesetzt sind, täglich um 7:00 Uhr eine Messe für Tilly gelesen. Eine mittlerweile aufgelöste Bundeswehrkaserne bei Neuburg a. d. Donau (1959 - 1994) führte den Namen Tilly-Kaserne.
Ist es da verwunderlich, wenn auch die in Auslandseinsätzen gefallenen Bundeswehrsoldaten geehrt werden, die in Afghanistan die US-amerikanischen Besatzer bei ihren Kriegsverbrechen unterstützt und z. T. selbst solche begangen haben?



Am 19. November 2014 schrieb 
Herr Wurzelzwerg:

Wenn man sich erinnert, dass Köhler zurücktreten musste, weil er offen aussprach, worum es in künftigen Kriegen gehen würde, dann weiß man, wofür diese jungen Menschen gestorben sind. Dann geht es nicht um irgendeine nebulöse Macht, sondern um den kapitalistischen Profit. Und dann sind wir schon wieder beim Kapitalismus. Und wenn man sich nicht getraut, das auch auszusprechen, dann wird man lange auf eine Welt ohne Krieg hoffen können.

Und ja, es stimmt, ich war oftmals in Brandenburg unterwegs, und anfangs hatte ich nur Kriegerdenkmäler aus dem ersten Weltkrieg gefunden, heute stößt man schon hier und da auf pompöse Denkmäler für die Gefallenen des zweiten Weltkrieges, egal, ob einfacher Muschkot oder SS-Mann. "Der arme Mann, wenn auch SS-Mann, war aus dem Dorf", sagte mir jemand von dort, "warum sollen wir seiner nicht gedenken?" Für mich wirft das ein bezeichnendes Licht auf diesen Staat, der schon wieder Kriege führt und die ganze Sache mit den Nazis nicht so ganz ernst nimmt - haben ihn ja auch Nazis aufgebaut.
Und wenn ich sage, Heldendenkmäler zum zweiten Weltkrieg wären in der DDR undenkbar gewesen, dann mag man mich ruhig als Nostalgiker beschimpfen.




Am 18. November 2014 schrieb Hiero Theaterkritiker:

Es wird alles immer ekelhafter! Oder wird es nur immer offensichtlicher, weil die Scham wie Schleim abfließt?
Beim Stichwort Grabsteine einmeißeln fiel mir soeben eine schöne Aktion ein:
Wenn in Schulen und Arbeitsämtern wieder junge Menschen für den "Abenteuer- Beruf"geworben werden, hingehen mit 1-2 Leuten in seriös wirkender Kleidung und ggf. Namensansteckern. In der Mappe (gebastelte) Formulare der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Angeboten wird, sich selbst bereits jetzt für den ganz individuellen Spruch auf dem Grabstein zu entscheiden. Das Formular mit Feldern für Name, Geburtsdatum, Todesdatum ("bleibt natülich vorerst frei"), aktueller Anschrift und dem Spruch soll dann unterschrieben werden. Das ganze wird nämlich in der bundesweiten Datenbank gespeichert, Die Deutsche Kriegsgräberfürsorge verbürgt sich dafür, dass der eigene Wunsch umgesetzt wird. Eine Mustermappe mit Grabsteinbeispielen macht sicher auch Eindruck.
Na gut, um keinen Streit zu kriegen, müssten der Name der Organisation (Europäisch?) und das Grabkreuz-Logo etwas abgewandelt werden.
Mal schauen, ob in der Friedensgruppe Mitspieler zu gewinnen sind.


Am 18. November 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Es ist nun wahrlich nicht das erste Mal, dass mich ein Artikel von dir betroffen macht. Dieser gehört jedenfalls dazu. Da ist wieder diese dir gegebene spezielle Ironie, die oft beides kann: Distanz und verblüffenderweise gleichzeitig Distanzlosigkeit vor dem Unerträglichen zu schaffen. Ein starker Artikel.

„Wald der Erinnerung“ – Wahnsinn! Was sind das für Gehirne, die solche Begriffe, solche Weltsichten angesichts dieses imperialistischen Mordens gebiert? Was für ein Atavismus!

@Brigitte Mensah-Attoh
Deinen Kommentar finde ich klasse: Du bist zum Anfassen empört! Eine schöne Authentizität verströmt das.


Am 18. November 2014 schrieb Hans Jon:

"SOLDATEN SIND MÖRDER!" (Kurt Tucholsky)
"KRIEGER DENKT MAL!"
"Wann wird man je versteh´n?"


Am 17. November 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Herr BB:

Nein im Westen gibt es kein Denkmal für den Kommunisten und Politkommissar im Spanischen Bürgerkrieg, Nicht einmal in Bayern oder München, wo er herkam. Vergessen ist der Genosse Hans Beimler dennoch nicht, auch wenn ihn und viele andere die fälschende Geschichtsschreibung der Herrschenden verschweigt. Schon Karl Marx wusste das, als er schrieb: "Die Geschichte ist immer die Geschichte der jeweils Herrschenden."

Frau Ingrid Böhm-Duwe:

Das mit den Orden würde ich mal der Kriegsministerin vorschlagen. Das bananenrepublikanische Flintenweib wird diese Anregung sicherlich sehr gerne aufgreifen. Es empfiehlt sich die Wiedereinführung des EK. Erstens hat es Tradition und zweitens gab es dass in so vielen Varianten bis rauf zu "mit Eichenlaub, Schwertern und Diamanten"
Berichten Sie dann bitte hier in der Galerie, wie die Kriegs-USCHI den Gedanken aufgenommen hat


Am 17. November 2014 schrieb Briigitte Mensah-Attoh:

Volle Zustimmung - der Aufsatz hat mich sehr berührt!
Soldaten sind doch mitnichten "Helden"!
Sie sind aber alles in einem: Leute, die gehorsamst zu allererst einmal JA gesagt haben, weil sie nicht nachgedacht haben, weil sie Politiker-Lügen aufgesessen sind, oder weil sie sich ihrerseits materiellen Vorteile vom Soldatsein versprochen haben. Soldaten sind nicht nur Ja-sagende Werkzeuge, in den Augen der "Weltenlenker" sind sie eine willenlose Manövriermasse.
Vom Ja-Sager zum Täter/ Mörder - schließlich zum Opfer. Wenn junge Leute nicht beizeiten ihr Hirn gebrauchen und rechtzeitig NEIN sagen zu dem, was ihnen von höchster Stelle aus zugedacht, zugemutet oder abverlangt wird, wird es ein böses Erwachen geben. In hellen Scharen sollten sie deshalb beizeiten der Bundeswehr davonlaufen, sich aktiv dagegenstemmen - statt dabeizubleiben, weil ihnen Jobs und das Blaue vom Himmel versprochen wurde. ..

Die häßliche Perspektive, daß der eigene Name - viel zu früh - in Stein gemeißelt werden könnte, jedem Soldaten in Spe sollte das unbedingt klar sein.
Aufstehen! Ein eindeutiges NEIN zu schamlosen, eiskalten Volksvertretern wie dem peinlichen Joachim Gauck usw., NEIN zur Kriegs-Ministerin Ursula von der Leyen, (die im Fall des Falles doch selber bestimmt keinen einzigen ihrer zahlreichen Sprößlinge freiwillig zur Disposition stellen würde). und überhaupt, wozu brauchen wir ein "Verteidigungs-Ministerium"? das viele Geld dafür könnte man anders - besser - verwenden! NEIN!! NEIN! NEIIIN!!!!

Diese - bei Bedarf und wie auf Knopfdruck Krokodilstränen vergießende - schamlose PolitikerKaste, der die Falschheit nur so ins Gesicht geschrieben ist,
bringt es s o n s t noch fertig, das deutsche Volk, das sich einmal NIE WIEDER KRIEG geschworen hat, mit vollem Wissen in eine neue KriegsÄra hineinzumanövrieren!


Am 17. November 2014 schrieb Bert Bode:

Weiter unten steht jenes makabre Lied der deutschen Krieger, das nun auch dieses Erinnerungs-Disney bei Potsdam beschallt.
Es gab zu der Melodie aber auch noch einen ganz anderen Text - aus der Feder und gesungen von Ernst Busch. Der eine oder andere Leser kennt ihn ja vielleicht nicht:

Vor Madrid im Schützengraben
In der Stunde der Gefahr
Mit den eisernen Brigaden,
Sein Herz voll Hass geladen,
/: Stand Hans, der Kommissar. :/

Seine Heimat musst er lassen
Weil er Freiheitskämpfer war
Auf Spaniens blut´gen Strassen
Für das Recht der armen Klassen
/: Starb Hans, der Kommissar. :/

Eine Kugel kam geflogen
Aus der "Heimat" für ihn her
Der Schuss war gut erwogen
Der Lauf war gut gezogen -
/: Ein deutsches Schiessgewehr. :/

Kann dir die Hand drauf geben
Derweil ich eben lad´
Du bleibst in unserm Leben
Dem Feind wird nicht vergeben
/: Hans Beimler, Kamerad. :/

In mehreren Orten Sachsen-Anhalts, in Rostock und Chemnitz gibt es Denkmäler für Beimler. Im Westen meines Wissens nicht.


Am 17. November 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Der Höhepunkt der Betroffenheit – oder sollte man sagen, der Oscar-verdächtige Akt des Betroffenheitsmimens - ist immer dann erreicht, wenn ein „Held“ heimkehrt. Da stehen dann die Typen Spalier an der Gangway, wenn dieser heruntergetragen wird. Ehre wem Ehre gebührt. Wie eh und je. Vormals durften sich die Mütter noch über eine hübsche Ehrung in Form eines Ordens freuen, den sie dann dem Trauerflor-umkränzten Bild des Gefallenen zubringen konnten.

Wie dumm, wie geschichtsvergessen muss man sein, um wie eh und je zu handeln und auf diese Scharlatane und Rattenfänger reinzufallen? Aber das dumme Volk hängt wie immer an den Lippen des Ossi-Nichtbürgerrechtlers und des Flintenweibs. Kann nur noch eine Frage der Zeit sein, dass indoktriniert wird, dass man den „herzensguten“ Oligarchen in der Ukraine unterstützen muss. Auf in den Kampf…

Übrigens sind solche Reden wie die des „falschen Präsidenten“ – in des Wortes doppelter Bedeutung – bei der Mahnung zum mehr einmischen Deutschlands mit Merkel, von der Leyen und Steinmeier abgesprochen und „genehmigt“. Seine albernen Ressentiments der Art „Rache des Kanalarbeiters“ gegen einen linken Ministerpräsidenten waren ein Alleingang.

Bei solchen Leuten kommt mir „der Kommunionskaffee“ hoch. Und der wurde schon vor einer Weile getrunken.


Am 17. November 2014 schrieb willi uebelherr:

Liebe Freunde,
dieser Artikel war wieder wunderbar zu lesen. Ich habe den Eindruck, dass Uli und seine Freunde immer deutlicher werden. Und die Kommentare zeigen es, indem sie die klare Sichtweise aufgreifen und weiter fuehren.

Zu Markus Schmitz:
Nein, mein Freud, die diplomatischen Korps waren immer schon die Reviere der Eliten. Wir brauchen diese Parasiten nicht. Wir brauchen die gemeinsame Gestaltung unserer Welt durch die Menschen selbst.
mit lieben gruessen, willi
Quito, Ecuador


Am 17. November 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Das erste Kriegerdenkmal der nun 65jährigen Geschichte der Bananen Republik Deutschland stellt einen Meilenstein dar! Ein vorläufiger Höhepunkt der Selbst-Entlarvung, des durch die Rückeroberung 1990 bedeutender Teile des ehemaligen `Tausendjährigen Reiches´, wieder erstarkten deutschen Imperialismus.
Dabei begann doch nach der Wendezeit zunächst alles erst einmal so völlig harmlos mit einem sogenannten humanitären Einsatz einiger Bundeswehr-Sanitätssoldaten in Kambodscha. Kaum wahrnehmbar war dadurch das erste Loch im Damm entstanden einer einst durch die Verfassung ausschließlich auf die Landesverteidigung festgelegten Armee, die zwischenzeitlich immer mehr zur neo-kolonialen Eingreiftruppe zwecks Sicherung der geopolitischen Wirtschaftsinteressen des Imperialismus mutierte!
Längst ist daraus wie einst im August 1914 auch, mit aktiver Unterstützung deutscher Sozialdemokraten, eine Kriegsmaschine im aktiven militärischen Einsatz geworden an vielen Orten unseres Planeten. Ein Meilenstein auf diesem Weg zu geopolitischen Machtansprüchen war dabei jener sozialdemokratische Kriegsminister und Arbeiterverräter Struck, der sich nicht entblödete mit der idiotischen Behauptung das deutsche Freiheit auch am Hindukusch verteidigt werden müsse. 
Löcher in den Damm gebohrt haben in den vergangenen über zwei Jahrzehnten viele Friedens-Saboteure aller politischen Parteien des parlamentarischen Marionettentheaters. Nicht nur Christdemokratische, Christsoziale und Freidemokratische Bellizisten, sondern in gleicher Weise längstens auch Sozialdemokratische und Grüne Militaristen vom Schlage eines Ex-Straßenkämpfers Joschka Fischer. 
Und nun sind in jüngster Zeit zu diesem erlauchten Kreise von geschichtsfälschenden und kriegstreiberischen Bütteln, Handlangern und Marionetten der herrschenden imperialistischen Klasse die ersten LINKEN dazu gestoßen, als sie dem Fregatten-Einsatz im Mittelmeer zustimmten, bzw. sich teilweise in heuchlerisch-opportunistischer Manier der Stimme enthielten. 
Dafür werden sie dann mit Sicherheit auch belohnt werden durch Teilnahme an Regierungspfründen und sie dürfen sicher später auch an zukünftigen Heldengedenkfeiern im `Wald der Erinnerungen´ teilnehmen. Für die dann jüngsten armen, dummen Schweine der deutschen Geschichte die ihr Kostbarstes, das junge Leben, für die Gewinninteressen einer nimmersatten, gierigen Klasse opferten.
Und dabei fing doch alles so harmlos an mit nur ein paar Sanitätssoldaten, dem ersten kleinen Löchlein im Damm. Doch das haben solche , auch noch so kleinen, Löcher an sich, sie ziehen Wasser an und es entstehen neue, größere Löcher, bis er dann bricht, der (Friedens)damm. Gebrochen ist er längst Das Kriegerdenkmal bei Potsdam ist nur das sichtbare Symbol seiner Zerstörung!
 


Am 17. November 2014 schrieb Manfred Ebel:

Ja, das Denken und Tun der Volks`be´reter, Gauckler und Demagogen ist abscheulich.
Vergessen wir aber auch nicht, dass sie gewählt sind, und zwar von denen, die heute die Väter und Mütter sind, nämlich uns oder der Masse unserer Mitmenschen, von denen, die immer alles mitmachen und es dann nicht gewesen sein wollen. Diese Wahlentscheidungen sind nicht minder abscheulich - erst recht, da diese Folgen aus Erfahrung und Regelkenntnis vorhersehbar waren und bleiben.
Auch die sind schuldig, die für ein paar Silberlinge mit der Waffe dahin gehen, wo sie nichts zu suchen haben.
Prüfen wir uns weiterhin: Haben wir etwas dagegen getan, als wir hätten etwas tun können?


Am 17. November 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Gestern erst wieder - ausgerechnet am Volkstrauertag - war Ihre Scheinheiligkeit Ursula im Fernsehen zu besichtigen.
Günther Jauch benötigte sie innerhalb seines sonntäglichen Politik-Gesprächs als verbale Panzersperre gegen Putin.
Dass Jauchs Einführungsworte dem Journalisten und aktuellen Putin-Befrager Hubert Seipel die volle Breitseite zur begründeten Widerrede boten, gaben der Polit-Runde gleich zu Beginn den erfrischenden Drall zur Offenlegung von Tatsachen, gegen die anzufechten selbst der emeritierte Geschichtsprofessor der Humboldt-Universität Heinrich August Winkler schlechte Karten hatte.
Was die Regierenden des Westens wortreich zu verschleiern versuchen, hatte Putin vor einigen Tagen erst in Wladiwostok dem Journalisten Hubert Seipel erklärt, und die ARD, Erstes Programm, hatte Jauch das Interview in voller Länge zur Verfügung gestellt, hoffend, den Auslegungen Putins Paroli bieten zu können. Die Rechnung ging nicht auf. Der entgegengesetzte Widerstand der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen verrieselte im Sand der Fakten wie Löschwasser in der Sahara.
Erinnernd hängen geblieben war die Bemerkung Seipels, dass die NATO eine Militärorganisation sei und keine demokratische Einrichtung,. und Putins Einlassung, dass diese NATO Russland einkreisend bedränge, die USA überall in der Welt Stützpunkte unterhalte, Russland hingegen nichts annähernd Ähnliches betreibe, allerdings auf Heimatgefühle Wert lege und nicht zulassen werde, diese Zusammengehörigkeit durch hinterhältige Zersetzungsmanipulationen von außen brüchig zu machen oder gar zu zerstören.
Was nützten da die Beteuerungen der Ministerin, Waffengänge gegen Russland auszuklammern, aber den brandgefährlichen Drohgebärden des Europablocks im Fahrwasser der USA weiterhin zuzustimmen?
Die einstige Moskaukorrespondentin und derzeitige Chefredakteurin des WDR-Fernsehens, Sonja Seymour Mickich, gab Frau von der Leyen unmissverständlich zu verstehen, dass endlich Schluss sein müsse mit der überheblichen Art des Umgangs der USA und des Europablocks mit Putin.
Dieses Statement am Schluss einer Sendung mit Eigentorcharakter gab mir Hoffnung, trotz der gelegentlich dummen Beifallklatscher an falschen Stellen.
Mit dem Satz des SPD-Verteidigungsministers Struck, dass Deutschland am Hindukisch verteidigt werden müsse, hatte das Elend seinen Anfang genommen. Und so vermisste ich den Kranz im neu eröffneten "Wald der Erinnerung" mit der Schleifenaufschrift
WIR BEKENNEN UNS MITSCHULDIG
Die Politiker des Deutschen Bundestags, die für den Einsatz der Bundeswehr stimmten.


Am 17. November 2014 schrieb Martin Lechky:

Der "Wald der Erinnerung" stellt nur ein weiteren Meilenstein im Zuge der Angriffsmentalität unserer "Eliten" dar, letztendlich wird die Bevölkerung desensibilisiert. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das GG geändert oder, wieder einmal, verwässert wird - "Hindukusch".

Nicht falsch verstehen, ich bin mit Sicherheit kein Pazifist, ich denke auch das es Zeiten gibt in dennen man sich verteidigen muss. Aber; ebend, Verteidigen!

Wenn man sich die Presse und die Reaktionen seitens der Politik im Jahr 2014 antut wird man das Gefühl nicht los, dass es ebend nicht um Verteidigung geht. Es ist auch klar ersichtlich das es wieder ein Block-Denken gibt, siehe z.B. die Sendung mit der Maus, gestern Abend, und die dazu erschienen Kommentare auf diversen Online-Plattformen, allen voran der SPIEGEL(Online) der mal ebend - sprachlich geschickt - andeutet das es tausende Tote auf der Krim gegeben hätte. Und; das die SS Abzeichen und andere NS-Runen nur eine schräge Behauptung des noch schrägeren Herrn Putin sind und das obwohl diese Zeichen auch im deutschen Fernsehen, ohne Kommentierung, gezeigt worden sind.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/wladimir-putin-rechtfertigt-im-tv-vorgehen-in-der-ukraine-a-1003282.html

V.d.Leyen hat auch wieder einmal ein Glanzstück ihrer Geschmacklosigkeit präsentiert als sie meinen sagen zu müssen das die deutsch-russische Vergangenheit keine Rolle spielt. Von "Historiker" Heinrich August Winkler abgesehen, der Mann kritisierte, im SPIEGEL(print)(Nr. hab ich leider nicht mehr bei der Hand), die deutsche Neigung, sich aus Konflikten herrauszuhalten, und forderte Solidarität mit den Bündnispartnern. Die Krönung des Abends war dann die abschliessende Frage des Herrn Jauch:
"Früher konnte man ja bei der alten Sowjetunion mal die Hoffnung haben, dass sich Probleme bei den Herrschenden oder bei der sowjetischen Politik biologisch erledigen. Putin ist vergleichsweise jung, dynamisch. Bisher hatte man den Eindruck, er sitzt auch fest im Sattel. Wird er uns Frau Mikich aus ihrer Sicht doch noch länger eher als zwangsläufiger Partner und mit am Verhandlungstisch erhalten bleiben?"

Da ich am Wochenende Donnie Brasco gesehen habe: Mann, piss die Wand an.


Am 17. November 2014 schrieb Peter Peinlich:

Nur bleibt da keinerlei Gedenken an die Hingeschlachteten!

Wie diese hohle Einweihungszeremonie (Und ähnliche Totenkulte auf aller Welt!) deutlich zeigt, ist dieses `neudeutsche Walhall´ nur ein weiterer Opferaltar auf dem die Schlächter Votivkerzen ihrer Selbstbeweihräucherung aufstellen. - Und (folge)richtig: Diese Kerzen sind aus Hammelfett gezogen...


Am 17. November 2014 schrieb joe bildstein:

Auf jedem Grabstein sollte stehen: " Weil unsere Vaeter und "Volksbetreter schlichtweg gelogen haben"


Am 17. November 2014 schrieb Klaus Madersbacher:

Hier im christlich alpenländischen Bereich gehört der "gute Kamerad" zum Ritual des ortsüblichen Totenkults, weshalb man sich diesen Text auch wieder einmal auf der Zunge zergehen lassen sollte:



Ich hatt´ einen Kameraden,

Einen bessern findst du nit.

Die Trommel schlug zum Streite,

Er ging an meiner Seite

In gleichem Schritt und Tritt.


Eine Kugel kam geflogen,

Gilt´s mir oder gilt es dir?

Ihn hat es weggerissen,

Er liegt mir vor den Füßen,

Als wär´s ein Stück von mir.


Will mir die Hand noch reichen,

Derweil ich eben lad.

Kann dir die Hand nicht geben,

Bleib du im ew´gen Leben

Mein guter Kamerad!



Dummheit und Verbrechen - wären sie doch beide schon im ew´gen Leben beim guten Kameraden! 
 


Am 17. November 2014 schrieb Markus Schmitz:

Das Schlimmste aber ist die Sinnlosigkeit des Todes jedes Einzellnen dieser Soldaten. Sie alle starben und werden sterben für die Ziele einer kleinen Gruppe elitärer Verschwörer, die sich demokratisch an die Macht gelogen haben. Es geht nicht um eine bessere Welt, sondern um Geld und vor allem Macht. Denn ginge es um eine bessere Welt, was uns immer vorgeGauckelt wird, dann bräuchte es Diplomaten und diplomatisches Geschick (vor allem eine verstärkte Ausbildung dazu), ganz sicher nicht eine moralische und technische Aufrüstung des Militärs.

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