Die NATO ist unschuldig

Bringt Kurden um, liquidiert Syrien

Autor: U. Gellermann
Datum: 30. Juli 2015

Nein, nein, versichern die deutschen Einheits-Journalisten ehrlichen blauen Auges, die NATO hat mit der neuen Flugverbotszone in Syrien, nahe der türkischen Grenze, wirklich nichts zu tun. Auf keinen Fall, skandieren die vereinigten Regierungs-Medien, auf keinen Fall ist die NATO im Irak unterwegs. Und der erneute Krieg der Türkei gegen die Kurden, der ist, tja, irgendwie bedauerlich. Sogar die Kanzlerin hat irgendwas vor sich hin appelliert: Zwar sei sie ja auch gegen den Terror, aber es gibt doch diese Verhältnismäßigkeit, Herr Erdogan, die könnte doch verhältnismäßig mal angewandt werden.

Sie halten uns für bescheuert, die Presstituierten in den Redaktionen und ihre Zuhälter in den Regierungsrängen. Die Türkei ist seit dem Koreakrieg in den 50er Jahren ein bewährter, mörderischer Partner der USA und seit dieser Zeit auch in der NATO. Das NATO-Mitglied Deutschland stellt dem NATO-Mitglied Türkei seine Patriot-Raketen gegen Syrien zur Verfügung, um den Regime-Change abzusichern, den das NATO-Oberhaupt USA in Syrien dringlich durchsetzen will. Auch hat das NATO-Mitglied Deutschland dem NATO-Mitglied Türkei schon vor Jahren den kleinen Gefallen getan, die Partei der Kurden, die PKK, zur "kriminellen Vereinigung" zu stempeln. Und weil die NATO nichts aber auch gar nichts mit irgendetwas zu tun hat, lieferte das NATO-Mitglied Deutschland auf Wunsch des NATO-Mitglieds USA 500 Panzerabwehrraketen, 16.000 Sturmgewehre und mehrere Millionen Schuss Munition in den Irak.

Nun ist in diesen Tagen dem Sprech-Granatwerfer der NATO, dem Generalsekretär Stoltenberg, ein kleiner Sprachfehler unterlaufen: Schon zu Beginn des erneuten Vernichtungs-Feldzuges der Türkei gegen die dort lebenden Kurden, hat er der Türkei seine "starke Solidarität" versichert. Im "Kampf gegen den Terrorismus" versteht sich. Ob er den Kampf gegen die terroristische Al-Nusra-Front meint, die, sponsored by Saudi Arabien und Katar, am Regime-Change in Syrien beteiligt ist? Kann nicht sein. Denn Saudi Arabien und Katar sind gute alte Freunde des NATO-Paten USA, und der will auch den Regime-Change. Ob er den terroristischen "Islamischen Staat" meint? Kann nicht sein. Denn die Türkei hilft dem IS seit Jahr und Tag durch verordnete Blindheit beim Grenzübertritt bewaffneter IS-Einheiten, damit die sich Rückzugsräume sichern können. Und manchmal, wenn der IS gerade knapp an Nachschub ist, dann liefert die türkische Armee fünf Militärlaster voll mit Waffen an die Terrormiliz, so im September des letzten Jahres.

Bleibt also zum einen der allseits beliebte Vorwand vom Terror der kurdischen PKK. Dass die PKK über Jahrzehnte nichts anderes gemacht hat, als dem kurdischen Volk, seiner Sprache und Kultur inmitten des türkischen Assimilierungs-Terrors, das Überleben zu sichern, was soll´s: Die Türkei ist ein echtes, ordentliches Mitglied der NATO. Morde an kurdischen Politikern, tausende Kurden in türkischen Gefängnissen, zerbombte kurdische Dörfer? Kann ja mal vorkommen. - Zum andern wäre da noch der Vorwand, Syrien von seinem terroristischen "Hitler" zu befreien, denn der US-Außenminister hatte den syrischen Präsident Assad schon vor Jahren zum Hitler erklärt. Und Kerry könnte wissen wovon er redet: Haben doch die USA in ihrer blutigen Geschichte versucht - darin den Nazis verblüffend ähnlich - jede Menge Völker auszulöschen. Bei ein paar Staaten ist ihnen das schon ganz gut gelungen. Eine solche Erfolgsliste kann Assad immer noch nicht vorweisen.

"Ich glaube, am Beispiel Afghanistan wird jedem klar, dass ein Erfolg nur möglich ist, wenn die NATO mit ihren militärischen Mitteln Teil eines umfassenden und kohärenten Ansatzes zugunsten der Stabilisierung des Landes ist." Dieser sprachlich und inhaltlich grauenhafte Satz fiel der Bundeskanzlerin zum 60. Geburtstag der NATO aus dem Gesicht. Auch in Afghanistan war die NATO völlig unschuldig. Sie wird, wenn man sie weiter in der Ukraine manövrieren lässt, auch an einem Krieg mit Russland unschuldig sein. Und in aller Unschuld werden die NATO-Apologeten ihre dreckigen Hände im Blut der Völker waschen, wenn ganz versehentlich, im vorgeblichen Kampf für die Freiheit oder gegen den Terrorismus, der nächste Weltkrieg ausgelöst werden sollte. Und die gelernte Lügnerin aus der Uckermark wird sagen: "Ich war´s nicht."


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 01. August 2015 schrieb Ernst Blutig:

Nicht daß es schonmal jemals OUT gewesen wäre Menschen umzubringen, aber was mich massiv anwidert ist diese offen zur Schau gestellte Kommunikationsfreude, sich hemmungslos und höhnisch nach Aussen gebend, daß es wieder IN sein könnte, für den eigenen wirtschaftlichen Vorteil Menschen auszubeuten und verrecken zu lassen und gleichzeitig, sich im Selbstbild des Aufgeklärten, - über Freiheiten, Frieden und Demokratie schwadronierend -Wohltäters gegenüber seinen Wohl-Opfern zu suhlen.
Geht es eigentlich noch ekelhafter und verlogener?

Die neue Nationalhymne des niveaulosen Deutschen sollte sein: "Ein bischen Frieden" von Nicole...


Am 01. August 2015 schrieb Peter Andreas Schöbel:

Nein, die Kanzlerin wird nach dem nächsten Weltkrieg nicht sagen: Ich war´s nicht". Niemand in Deutschland wird nach dem nächsten Weltkrieg in Deutschland noch etwas sagen. In Deutschland befinden sich die wichtigsten Nato-Stützpunkte: Rammstein, die Luftdrehkreuze Frankfurt und Leipzig und viele mehr. Das hat die USA bewusst so eingerichtet. Wenn Russland überhaupt eine Überlebenschance in einem Krieg mit der NATO haben will, muss es diese Punkte vernichten. Und da die stark gesichert sind, geht das nur mit sehr großen Atomwaffen ...
Ob die Menschheit einen dritten Weltkrieg überlebt, weiß ich nicht. Deutschland wird ihn keinesfalls überleben. Es wird anschließend für Jahrtausende unbewohnbar sein. Hieran sollten wir unser Denken und vor allem unser Handeln festmachen. Es ist höchste Zeit für das breiteste Bündnis gegen die Kriegstreiber in den USA und gegen die Vorherrschaft dieser Halunken und gegen ihre Paladin in unserem Land und in Europa!


Am 31. Juli 2015 schrieb curti curti:

@ Sven Heuser

Hab gerade das YT recherchiert und als spontane Reaktion kam in den Sinn: "Was für ein verkommenes Pack"!

https://www.youtube.com/watch?v=2_wfMrz9_mY

"We are the world" passt ideal zu deren Selbstverständnis, das sie physisch und psychisch zusehends verfettet und sich mittels Angst und Schrecken epidemisch ausbreitet. Eines der Resultate, die Flüchtlingswelle, wird dann mitleidsvoll verzerrt bis hämisch degradiert.

Als bewußtseinfördernder Gegenpol empfiehlt sich neben den Artikeln Uli Gellermanns ein weiterer, den Wolfgang Bittner diese Woche verfasst hat. Darin bekommt u.a.Breedlove (Liebe als Perversion) sein Fett weg.

http://www.hintergrund.de/201507283614/globales/terrorismus/kriegsvorbereitungen-als-friedensstiftende-massnahmen.html


Am 31. Juli 2015 schrieb Sven Heuser:

Das nordatlantische Bündnis war einmal ein Verteidigungsbündnis, nach diversen Relaunches und Notfallplänen steht inzwischen auf dem Nato-Überlebens-Plan: Bündnis zur Umgestaltung der Welt.

Es ist ja noch nicht lange her, da konnte man sie im Video in der Tube mit Missfallen bestaunen, auf ihrer von den Steuerzahlern der Nato-Länder gesponserten Incentive-Reise nach Antalya (Türkei) mit Spa- und Wellness-Einlagen: die Nato-Aussenminister, die zahlreichen Delegationen, die hohe EU-Aussenbeauftragte und Nato-Führungskräfte. Betrunken waren sie, tanzten und feierten sich selbst, standen schunkelnd auf der Bühne und grölten »We are the World«. Allen voran Krawallsekretär Stoltenberg und auch der in Stuttgart stationierte SACEUR Breedlove mischte auf der Bühne schwergewichtig mit, in seiner 4-Sterne-Generalsuniform. Das Nato-Selbstbild: We are the World.

Unterstellt, dass die alle auch persönlich exzellent mitverdienen, an jedem Rüstungsdeal, jeder Waffenlieferung, jedem Kommando- und Kontrollzentrum, jeder Truppenstellung und an der Zielvorgabe von 2-Prozent (BIP) für Rüstungsausgaben pro Nato-Land. Mit diesem Richtwert sind sie unerbittlich, da bleiben sie mit entsprechender Propaganda verbissen dran. Wie viel Prozent landen da wohl jeweils auf privaten Konten in Steueroasen?

Bei der Aufklärung des gigantischen Skandals um den Selbstbedienungsladen Nato sind sie allerdings nicht so beharrlich; die deutschen MSM schwiegen dazu: Ein Audit des Dutch National Court of Auditors, in dem die letzten 40 Jahre der Nato-Buchhaltung geprüft wurden, hat extreme Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung der öffentlichen Mittel aufgedeckt. Die Verwendung von gut 4,5 Mrd. USD aus europäischen Mittel ist nicht belegt.
http://www.volkskrant.nl/vk/nl/2664/Nieuws/article/detail/3669607/2014/06/10/Billions-of-NATO-dollars-unaccounted-for.dhtml

Bald kann einer bestimmten Frau nichts mehr (auch keine Hunnenrede) aus dem Gesicht fallen, da ihr der Verlust des selbigen unmittelbar bevorsteht. Die Maske ist ja schon gefallen.


Am 31. Juli 2015 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Dir, lieber Uli Gellermann, gebührt ein ehrender ORDEN für das was Du tust!!

1) Ja, ich erinnere mich noch - schon in den 90er Jahren, bald nach dem Mauerfall, wurden ausrangierte + extra unkenntlich gemachte NVA-Panzer an die Türkei verscherbelt, mit denen von der Türkei anschließend kurdische Dörfer dem Erdboden gleichgemacht wurden.
Aus verzweifeltem Protest dagegen haben sich in Deutschland Kurden dann selbst verbrannt. Kurdische Autobahnblockierer, die zu Recht und genau an die richtige Adresse gerichtet (die deutsche!) dagegen protestierten, wurden durch uns kurzerhand kriminalisiert. Zeitgleich wurde die PKK von uns zur Terrororganisation erklärt! Durch Mainstream-Medien wußte der deutsche Michel genau: Kurden gleich Terroristen!

2) Und noch ein ORDEN für das Beleuchten bestimmter Sätze der US-Speichel leckenden gelernten Lügnerin aus der Uckermark:

"Ich glaube, am Beispiel Afghanistan wird jedem klar, daß ein Erfolg nur möglich ist, wenn die NATO mit ihren militärischen Mitteln Teil eines umfassenden und kohärenten Ansatzes zugunsten der Stabilisierung des Landes ist."
(* ein weiteres Merkel-Juwel s. unten)

3) Zu "Presstituierte":
das war ganz besonders evident, als Nethanjahu noch vor kurzem in jeder deutschen (europäischen) Nachrichtensendung vehement
das Atomabkommen mit dem Iran als "Fehler" darstellen und wettern durfte
und frech alle Welt davor warnen, der iranische Nachbar strebe heimlich ja doch den Bau einer Atomwaffe an ...

Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, den gefährlichen israelischen Wolf im Schafspelz endlich einmal mundtot zu machen - ohne Gefahr, dafür als "Antisemit" bezeichnet zu werden - diesen gefährlichen "Freund" vorzuführen, die Öffentlichkeit endlich einmal umfassend darüber aufzuklären über I s r a e l s geheimes, hundertfaches Atomwaffenarsenal - WENN - ja wenn es sich nicht um eine verdammt einseitige, abhängige Presstituierte handelte...

4) "In der Tat ist die Situation auf dem Mittelmeer auch sehr unbefriedigend".
(Angela Merkel im Febr.15 - zum Massensterben an den EU-Außengrenzen)


Am 30. Juli 2015 schrieb Theaterkritiker Goettingen:

Rüdiger Becker:
ja, es sind aber nicht nur die Waffengeschäfte aus D.
Mit der Prothetik/Medizintechnik von einem der größten Hersteller aus D. werden geradezu System-Angebote für Kriege gemacht.
http://www.ottobock-group.com/de/unternehmen/zahlen-fakten/
P.S.: nicht zu vergessen die vielen Hilfsorganisationen, die dann vor Ort zuweilen um "Reviere" rangeln.


Am 30. Juli 2015 schrieb Andreas Buntrock:

" Und die gelernte Lügnerin aus der Uckermark wird sagen: "Ich war´s nicht." "
-----------------------------------------------------

Und 60% wahlberechtigten deutschen Dummgeistes werden dies selbst dann noch glauben, wenn sie als unbelehrbarer, verbrannter atomarer Schattenriss an den Wänden ihrer Eigenheime kleben.


Am 30. Juli 2015 schrieb Rüdiger Becker:

Denken Sie doch einfach mal in ökonomisch-strategischen Kategorien: Für unsere Wehrwirtschaft, die Sicherheit der Arbeitsplätze dort und den Standort Deutschland insgesamt ist die Situation einfach ideal. Jetzt können wir die Saudis, also den IS, natürlich unseren NATO-Verbündeten Türkei, aber auch die tapferen kurdischen Kämpfer mit deutschen Qualitätsgerät beliefern. Die nehmen sogar das G 36! Und egal, wer gewinn - Deutschland war, mehr oder weniger direkt, in unverbrüchlicher Solidarität an seiner Seite!


Am 30. Juli 2015 schrieb Reinhard Sichert:

Erstaunlich, zu welch olympiareifem Spagat unsere regierungstreuen Medien immer wieder fähig sind! Man kann nur hoffen, dass sie sich dabei nicht den Körperteil auskugeln, mit dem sie im allgemeinen zu denken pflegen.
Anstatt den Schwerverbrecher Erdogan so zu nennen, wie ihm gebührt, wird schwadroniert und die Wiederaufnahme seines Vernichtungsfeldzuges gegen die PKK mit deren Erstarken und der sich angeblich abzeichnenden Gründung eines Kurdenstaates vor der türkischen Haustür sowie der Gefährdung der Parlamentsmehrheit seiner Partei begründet. Nur ganz nebenbei wird erwähnt, dass die Luftschläge gegen den IS spürbar nachgelassen hätten. Und die NATO lässt ihren Bündnispartner wie immer gewähren und akzeptiert damit stillschweigend, dass die türkischen Machthaber die Hauptbedrohung nicht im IS sondern in den Kurden sehen.
Wie pervers muss man sein, um dieses Spiel tagtäglich mitzuspielen, ohne vor Scham im Boden zu versinken? Aber Scham und schlechtes Gewissen sind offensichtlich Kategorien, die Presstituierten fremd sind.


Am 30. Juli 2015 schrieb La Gioconda:

Ein wunderbarer Artikel, wieder mal. Bei all dem Freund-Feind-Kuddelmuddel, das die NATO im Mittleren Osten anrichtet mit desaströsen Folgen, wird doch wieder mal eines klar: Der einzige entscheidungstragende Politiker auf der Welt, der vernunftgeleitet seine Arbeit tut, ist Wladmir Putin.

Zum Thema Sprache: Ich sinniere seit Monaten herum, warum ich das von PCR übernommene Wortspiel "Presstitutierte" nicht leiden kann. Ich sinniere weiter...

Dagegen geht einem doch die Dialektik des "vor sich hin appelierens" runter wie Öl. Oder der Satz, der Merkel "aus dem Gesicht fällt" wie Halbverdautes. Zum Niederknien gut geschrieben!


Am 30. Juli 2015 schrieb Manfred Ebel:

Versucht man, öffentliche Personen zu erkennen, bei aller Sympathie oder auch bei aller Abscheu deren Handlungsmaximen nachzuvollziehen, stößt man zu allermeist an die Grenzen des Banalen. Das Banale liegt in der beobachteten Person und es liegt im Beobachtenden, es ist das Böse und auch das Gute. Zu abstrakt? Was außer ihrer Funktion nehmen wir im Fall der unschuldigen NATO-Macher und deren Apologeten wahr? Sie verstecken sich hinter ihrer Funktion und erscheinen bar jeder Moral. Nur vorgeblicher Zweck und rationales Kalkül sind erkennbar, mal mehr und mal weniger intelligent hervorgebracht. Sie verhalten sich nicht mehr glaubhaft menschlich, sondern wie sie meinen, sich in der Situation verhalten zu müssen. Sie abstrahieren geradezu alle ihre Entscheidungen, Reden und Rollenspiele von sie selbst auszeichnenden menschlichen Regungen. Sie sind ganz Pflicht, Parteisoldat, konform, Amt, Klischee. Ganz konkret spiegelt sich diese äußere Wahrnehmung in Attributen wie "Teflon", "abgleiten", "aussitzen", "vor-sich-hin-appellieren", Machtwort u.ä.m.
Unschuldig durchs Leben zu gehen geht nicht. Die Banalität des Bösen geriert jedoch aus der zugelassenen oder gewollten Verweigerung dessen, was den Menschen ausmacht: Selbstreflexion, persönliche Verantwortlichkeit, Schuldbewusstsein, Streben nach Menschlichkeit.
Höchstschuld resultiert aus angemaßter Verantwortung, Mitschuld aus dem Zulassen der Anmaßung.
Die Banalität spricht auch aus dem Alltagssatz: "Ich bin ja hier nur ..." Der Sprecher reduziert und flüchtet sich auf das kleine Rädchen im großen Gefüge. Dieser Satz ist wie der Satz "Ich war´s nicht." ein typisch deutscher Satz, anscheinend unsterblich.
Alle werden sie ihn wieder benutzen. Sie tun es jetzt schon.


Am 30. Juli 2015 schrieb Lutz Jahoda:

LOBGESANG

PRESSTITUIEREN,
VOR SICH HINAPPELLIEREN,
AUS GESICHTERN FALLENDE SÄTZE.
ZU LESEN, WIE NATO-APOLOGETEN
SICH SELBST IN DEN MÜLL
DER GESCHICHTE TRETEN,
SIND TEXTE DIE ICH SCHÄTZE.


Am 30. Juli 2015 schrieb Christian Dicke:

Sehr, sehr gelacht! Danke für den Artikel, Herr Gellermann. Nun, das Lachen bleibt einem ja im Halse stecken, was zum Vorschein kommt sind die ersten Knorpel des Gegessenen.
Ich kann es nicht fassen: muss man der Politik insgesamt vollständige Schwachsinnigkeit unterstellen? Lassen die Politiker all das einfach zu? Wissen diese um ein mir unbekanntes Ziel, das sie verfolgen? Zudem sollte der US Außenminister lieber seiner ihm vorgesetzten Marionette mit "Heil Mein Führer" huldigen, als mit schwachsinnigen Zuweisungen vom Übel abzulenken.
Es ist nichts mehr nachvollziehbar, außer man ergibt sich den Theorien hinter dem Mainstream...


Am 30. Juli 2015 schrieb Hans Ion:

Man stelle sich vor, dass das "aggressive" RUSSLAND derart viele "KRIEGE gegen den TERROR" unter verlogenen Vorwänden inszenierte und laufend inszeniert wie die US-ver-führte NATO ... und trotzdem liegt das "Wir sind das VOLK" im deutschen Michel-Tiefschlaf! "DEUTSCHLAND ERWACHE!!!" ... dieses mal aber zum "FRIEDEN SCHAFFEN
O H N E WAFFEN!"


Am 30. Juli 2015 schrieb curti curti:

Von den Alpha-Rüden und Spin-bitches der MSM zu erwarten, daß sie ihren vollmundigen "Werten" entsprechen und dem Volk ermöglichen, mittels obkektiver NACH-richten zur wirklichen Urteilsfähigkeit zu kömmen, ist ebenso abwegig wie die Worthülsen derjenigen, die maßgebliche Politik betreiben bzw. sich von diesem Dunstkreis magisch angezogen fühlen um es gleich zu tun sobald sich die Chance bietet. Wenn man die letzten Tage den Schwall mitverfolgt, der aus diesen Kreisen ausströmt zur Flüchtlingswelle, all diese herzzerreißenden Bekundungen daß jetzt an einem Tag soviel kommen wie sonst in einem Monat und wie sehr man sich "bemüht"....blablabla....., dreht sich bei vollem Bewußtsein der Verstand mehrfach um die eigene Achse.

Egal aus welchem Mund oder welcher Feder dieser Erlauchten- nicht ein Wort zur Wurzel des Übels, der deutlich erkennbaren Blut- und Leidensspur, die durch USA und NATO-Vasallen ursächlich herbeigeführt wurde und dort zu verantworten ist. Und auf dem Weg zum globalen overkill haben die türkischen Scharfmacher ein schattiges Plätzchen um ihr Unwesen zu treiben. Daß internationaler SCHWEINEjournalismus dabei behilflich ist, dürfte das Islam-Verständnis eines Erdogan und Konsorten nicht negativ belasten.


Am 30. Juli 2015 schrieb Henry Paul:

Der Begriff " Presstitutes" stammt von P.C.Roberts (http://www.paulcraigroberts.org), der sich als wahrer Demokrat in seinem Blog des öfteren sehr pointiert und sagenhaft fundiert äussert.
Als Autor ( contra-magazin.com) lege ich grossen Wert darauf, dass nicht alles, was man findet und gut findet, sofort als eigene Wortschöpfung weiterleitet....
Vielen Dank für den super Artikel von Gellermann!
Henry

Antwort von U. Gellermann:

Lange Zeit war ich der Auffassung, ich hätte schon vor Jahren die Begriffe „merkeln“ und „Merkelei“ erfunden (nachlesbar in der Rationalgalerie). Jetzt tauchen sie als „Jugendwort des Jahres" auf. Und das in meinem Alter! Manchmal liegen Worte in der Luft. Und wenn sie gut sind, dann wollen sie verwandt werden.


Am 30. Juli 2015 schrieb Reyes Carrillo:

Wie beim Gellermann´schen Schriftsteller-Journalismus üblich, destilliert jeder geneigte Leser so seine eigenen favorisierten Bonmots bei jedem neuen Artikel. Mein Favorit diesmal ist das Bild des „Vor sich hin Appelierens“. Einfach wunderbar. „Presstituierte in den Redaktionen und ihre Zuhälter in den Regierungsrängen“ oder die „gelernte Lügnerin aus der Uckermark“ als Beispiele nehme ich hingegen mit einer gewissen Ambivalenz auf. Warum? Um Himmels Willen freilich nicht, weil an diesen Zuschreibungen irgendetwas nicht stimmte und die Thematik diese nicht mehr als rechtfertigte oder ausgerechnet ich zu zart besaitet für derlei Pointierungen wäre. Natürlich nicht. Mein federleichtes Unwohlsein resultiert einzig daraus, dass diese Sprache auf einer besonderen Identitäts- bzw. Authentizitäts-Ebene nicht wirklich deine Sprache ist, lieber Uli. Sie konterkariert hauchzart, aber doch wahrnehmbar dein Alleinstellungsmerkmal, nämlich deine unvergleichliche Fähigkeit, auch im tiefsten Schlamm menschlichen Wahnsinns deine Klinge in einer solch provozierenden Subtilität zu wetzen, die es andernorts im Netz nirgendwo und an keiner Stelle gibt (doppelt Moppeln ist hier Pflicht!). Das Ungeschliffene gibt es anderswo – konsequenter, wenn auch einseitiger. Aber das ist nur meine völlig unbedeutende Wahrnehmung winzigster Nuancen. Mithin Erbsenzählerei.

Es ist vor dem Hintergrund der Ereignisse um die wiederholten osmanischen Säuberungen unter der moralischen und faktisch aktiven Beihilfe der NATO mit all den dazugehörigen Vorgeschichten und gegenwärtigen Eskalationen ein (freilich bitteres) Labsal, deinen ausgezeichneten, gerafften Überblick zu lesen! Vielen Dank.
Aber ich will meinen Gellermann wieder haben, den ich beim Lesen dafür beschimpfen und deshalb lieben kann, wie geschmeidig-erbarmungslos er da seziert, wo man doch auch einfach, verdammte Kacke nochmal, dem ganzen scheiß Drecks- und Lügenpack sagen könnte, was es wirklich ist!


Am 30. Juli 2015 schrieb Silke Hauptkorn:

Vorschlag für das Wort des Jahres:

Presstituierten!


Am 30. Juli 2015 schrieb Lisa Wagner:

Das beschriebene, grausame und gefährliche Szenario hat eine weitere Seite: Immer mehr Flüchtlinge versuchen dem Krieg in ihren Ländern zu entkommen. Neben der widerlichen Abschiebe-Propaganda kommt das scheinbar freundliche Gesäusel von der "Hilfe vor Ort" hinzu. Wenn man den Menschen in ihren Heimatländern helfen würde, dann gäbe es keinen Grund für sie, nach Europa zu fliehen. Was wirklich helfen würde, wäre ein klares "Raus aus der NATO!" Das wäre der erste entscheidende Schritt hin zum Ende der Kriege.


Am 30. Juli 2015 schrieb Eard Wulf:

Der olle Stuttmann bringt es auf den Punkt:
http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturarchiv_5772.html


Am 30. Juli 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Ich fühle mich bei diesem kunstvoll-erhellenden Text eigenartigerweise an George Grosz erinnert:
der Text ist ein Kunstwerk - aber über welch´ garstig-grausiges Geschehen klärt er uns auf!
Mit welch´ scharfer, das Geschehen bildhaft-anschaulich in Worte fassender Sprache!


Zu der "gelernten Lügnerin aus der Uckermark" und den Sätzen, die ihr "aus dem Gesicht fallen": hier erleben wir die "Banalität des Bösen" in wahrlich grauenhafter Weise vernebelt.

Und weite Teile der durch Schule, Konsum, Beruf, mediale Propaganda benebelten Mitmenschen scheinen es nicht zu merken - oder sehr erfolgreich zu verdrängen?


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