Die Merkel-Macht

Ein Königreich für einen Gedanken

Autor: U. Gellermann
Datum: 20. Oktober 2014

Die amtierende Königin macht schon Unterschiede: Den Fürsten des ukrainischen Protektorats, einen gewissen Poroshenko, empfing Angela die Große in ihrer persönlichen Suite in Mailand, dort wo das europäisch-asiatische Gipfeltreffen zelebriert wurde. Der Stammes-Häuptling aus den fernen asiatischen Gebieten, Putin, musste dann mit dem Konferenzraum des Hotels vorlieb nehmen. Mit jedem Jahr, in dem die Merkel-Macht wächst, wird die Etikette strenger und die Regierungsgestik entschiedener: "Hier kann ich keinerlei Durchbruch bis jetzt erkennen", kanzlerte sie den Mann aus Moskau ab. Der macht einfach nicht das, was sie will.

An anderer Stellen scheint der Durchbruch bis in den Blinddarm zu reichen: Das als Wurmfortsatz betrachtete Gebiet des EU-Europas, der Balkan, wurde im August bei einer Konferenz in Berlin zur "europäischen Perspektive" gnädig ins königliche Auge gefasst: "Alle Staaten des Westlichen Balkans werden die Möglichkeit haben, der Europäischen Union beizutreten", ließ die Uckermärkerin beschließen. Und so dürfen sich jetzt Albanien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, der Kosovo, Mazedonien und Montenegro die fatale Hoffnung machen, dereinst dem Merkel-Reich beizutreten.

In einem anderen Absatz-Gebiet deutscher Waffen, in Griechenland, sah die Königin von Deutschland und den angeschlossenen Gebieten jüngst ein Wunder keimen: "Die ersten zarten Pflänzchen des Erfolgs sind sichtbar", attestierte die Merkel ihrem Athener Statthalter Samaras bei einem Treffen in Berlin. Der legte ihr auch gleich eine Devotionalie auf die Treppen zum Thron: Ein neues EU-Hilfspaket für Griechenland sei nicht notwendig, versprach er gebeugten Hauptes und seine feuchten, von der Rührung umflorten Augen glänzten treuherzig.

Hilfe suchte Samaras für sein gebeuteltes Randgebiet auf dem internationalen Kapitalmarkt. Der zeigte dann auch gleich was er von zarten Pflänzchen hält: Mit gigantischen neun Prozent Zinsen für die griechischen Anleihen schlug der Spaten des Marktes erbarmungslos auf die Pflanze ein und Griechenland war mal wieder näher am Staatsbankrott als an der Wurzel der Gesundung. Doch, fast unbemerkt von der Merkel-Medien-Öffentlichkeit, rettete die Europäische Zentralbank erneut griechische Banken. Rund 12 Milliarden Euro flossen aus der Druckerpresse direkt an vier "systemisch wichtige Institute": Die National Bank of Greece, die Piraeus Bank, die Eurobank Ergasias und die Alpha Bank.

Das Merkel-Reich weiß was es tut wenn es rettet: Nicht die Mehrheit der Griechen, von denen manche hungern, von denen mehr als ein Viertel arbeitslos sind, bei jüngeren Menschen sind es mehr als 60 Prozent. Gerettet werden seit Jahr und Tag Banken, statt Menschen. Denn die königlichen Erlasse besagen, dass mit der Bankenrettung eines fernen Tages auch die Menschen gerettet werden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hungern sie noch morgen. Auch in anderen Ländern des Reiches ächzen die Satrapen unter den Mühen der Geldbeschaffung. Vorlaut meldete sich der italienische Ministerpräsidenten Matteo Renzi: "Die Finanzkrise kehrt dramatisch an die Finanzmärkte zurück". Ob ihm demnächst noch königliche Gnadenbeweise zuteil werden ist fraglich: Für Wahrheiten werden sie bei der Merkeln nicht erteilt.

Die Uckermärkerin in ihrer Weisheit begegnet dem Rückgang der Wirtschaft mit Sanktionen gegen Russland. Ein interessantes Experiment, das von einer erstaunlichen Rezeptur ausgeht: Wenn ich einen bedeutenden Handelspartner abstrafe, geht es dessen Wirtschaft schlecht, dann kann ich ihm weniger verkaufen, wenn ich weniger verkaufe, dann geht es auch meiner Wirtschaft schlechter, dann wird er schon sehen was er davon hat, der Asiate. Der Hofnarr soll gefordert haben: "Ein Gedanke, ein Königreich für einen Gedanken". Am Hofe hat sich bis heute keiner gemeldet.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 31. Oktober 2014 schrieb Stefan Wehmeier:

Mit dem Ersatz der vorherigen Landeswährungen durch den Euro und damit auch der Eliminierung freier Wechselkurse wurde die Zinsumverteilung zwischen den europäischen Staaten soweit erhöht, dass die wirtschaftlich schwächsten in die Zinssklaverei und an den Rand des Staatsbankrotts getrieben wurden, während vor allem die deutsche Volkswirtschaft davon profitierte. Die unbewussten und eigentlich irrationalen Handlungen der europäischen Politiker, die zu dieser Situation geführt haben, erweisen sich im Nachhinein als überaus vorteilhaft für die schnellstmögliche Durchsetzung der Globalen Sozialen Marktwirtschaft, die allerdings nicht mehr von der "hohen Politik", sondern vom arbeitenden Volk initiiert wird.

Sobald die globale Liquiditätsfalle evident wird, werden überall auf der Welt immer mehr Geldersparnisse aus der langfristigen Anlage abgezogen und sowohl auf Girokonten als auch in Bargeld liquide gehalten, während ein Teil dieser internationalen Ersparnisse zum letzten "sicheren Hafen" fließt, d. h. nach Deutschland. Die deutsche Volkswirtschaft wird sich also noch für eine gewisse Zeit über Wasser halten können, während im Rest der Welt immer mehr Massenentlassungen zu fortschreitendem Zerfall der öffentlichen Ordnung führen und in einigen Ländern bereits "The Mob Rules".

Nicht die Vernunft, sondern Angst - in der es zumindest in Deutschland noch möglich ist, den eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen -wird die Masse des deutschen Volkes zu der einen Erkenntnis bringen: Wenn auch bei uns das Geld nicht mehr umläuft, verlieren wir alles, also brauchen wir eine konstruktive Geldumlaufsicherung! Alles Weitere ergibt sich von selbst:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/der-wille-zur-macht.html



Am 25. Oktober 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Frage mich seit Jaahren - ob diese Frau noch ruhig schlafen kann. Ich jedenfalls fühle mich von der obersten Volks-"Vertreterin" verraten und verkauft - vermutlich aber nicht nur ich.
MMM - ähm Mutti Merkel Marionette - sitzt alles aus - noch besser als ihr dicker Vorgänger. Ihr Auftreten, ihre gestellten Gesten - eine einzige Blamage.
Kohl, der ebenfalls keine gute Meinung über das "Mädchen" hatte, typische Aussage von einem Kaliber wie ihm . Als Feministin hatte mich das damals zwar gestört, Helmut Kohl war ja doch selber eine Pappnase. Doch hätte man sich als Nachfolge eine echte Alternative gewünscht.
P u s t e k u c h e n - es kommt und kommt niemals was Besseres nach!
Weil - wie Uli richtig bemerkt - dem dt. Volk ist aber sowas von der Verstand abhanden gekommen!


Am 23. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

@Aleksander von Korty

Bravo, lieber Alexander von Korty! Welch schöne Leidenschaft Ihre entrüstete Freundschaftszurückweisung an Dumpfbacke Cordsen umweht. Wunderbar, ich hab’s genossen. Danke.


Am 22. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Herr Tim Cordsen, Sie schreiben, Sie stimmen mir vollkommen zu. Das ist mir sehr peinlich. Ich stimme Ihnen nämlich keineswegs zu!!! Ich bin wie sie, nach dem Dritten Reich geboren. Doch nicht deshalb lehne ich den sogenannten Kollektivschuldgedanken ab. Der Faschismus war keine deutsche Erfindung, er war zu dieser Zeit in vielen Ländern Europas verbreitet und an der Macht und dieser Ausländer aus Braunau ist niemals von einer Mehrheit des deutschen Volkes gewählt und unterstützt worden. An die Macht gebracht hat ihn das deutsche Großkapital durch die großzügige, finanzielle Unterstützung seiner Partei, durch die zur Verfügung Stellung des Hugenberg-Medien-Konzernes und zum Reichskanzler ernannt hat ihn dieser senile alte Militärkopp Hindenburg.
Und dennoch bin ich nicht stolz ein Deutscher zu sein, denn diese Aussage ist gröbster Unsinn. Wer so etwas äußert zeigt nur, dass er ein dummer Deutscher ist, der nicht einmal seine Muttersprache versteht. Denn das deutsche Wort "stolz" drückt aus, dass mensch "stolz ist auf eine erbrachte, eigene Leistung". Jeder Mensch kann also stolz sein auf seine gut geleistete Arbeit, Jeder Künstler auf sein Werk, Jeder Sportler auf seine Medaille. Und meinetwegen können Eltern auch stolz sein auf ihre Kinder, zumal dann, wenn sie sie anständig erzogen haben. Aber niemand kann darauf stolz sein einem bestimmten Volk anzugehören, das ist nämlich purer Zufall und nicht Ergebnis einer eigenen Leistung. Ich lehne generell jede Form von Patriotismus, Nationalismus und National"stolz" ab.
Friedrich Nietzsche sagt: "Beim Nationalismus handelt es sich um die schlechte Ausdünstung von Leuten, die nichts anderes als ihre Herden-Eigenschaften haben, um darauf `stolz´zu sein." Mensch kann das auch kürzer ausdrücken.:
Menschen, die kein Selbstbewusstsein haben, kompensieren diesen Mangel durch ein Nationalbewusstsein!
Es gibt eine kleine Anekdote des pazifistischen Schriftstellers Erich Maria Remarque:
Es sitzen zwei Männer in einer Bar und trinken Whisky. Nach einer Weile fragt der Eine den Anderen: "Sagen Sie mal, mögen sie eigentlich die Amerikaner?" "Nein", kommt prompt die Antwort des Anderen. Es entsteht eine Pause und dann fragt der Erste wieder: "Und die Franzosen, mögen Sie die Franzosen?" "Nein" , lautet wieder die Antwort des Zweiten. Es entsteht wieder eine kure Pause und dann fragt der Erste erneut: "Und die Engländer, mögen Sie die Engländer?" "Nein." "Und die Deutschen, mögen sie die Deutschen?" "Nein." "Die Italiener?" "Nein." "Die Schweizer?" "Die Spanier?" "Nein." Es entsteht eine längere Pause und dann fragt der Erste den Zweiten: "Sagen Sie mal, wen mögen Sie eigentlich?" Und es kommt prompt die Antwort des Zweiten: "Meine Freunde!"
Ich bin nicht stolz Deutscher zu sein!!! Sondern ich bin stolz auf meine Lebensleistung. Ich liebe nicht mein Vaterland!!! Ich liebe meine Eltern, meine Frau und meine Kinder. Ich bin auch nicht stolz auf deutsche Kunst, Literatur und Kultur. Darauf können nur jene stolz sein, die sie geschaffen haben Aber ich schätze deutsche Kunst, Literatur und Kultur. Doch ich schätze gleicher massen russische, englische, französische, portugiesische, chinesische, indische, italienische, schwedische, norwegische, rumänische, polnische, lettischer, litauische, österreichische, schweizer, finnische, irische Kunst, Literatur und Kultur. Ich bin also kein Patri IDIOT ! ! ! 
Sondern ich bin Atheist, Marxist und INTERNATIONALIST ! 
Und mit Ihnen Herr Cordsen absolut nicht gleicher Meinung ! ! !


Am 22. Oktober 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Frau Angela Merkel mit wenig christlicher Hoffnung ins Stammbuch gschrieben:

Die Ethik hinkt. Der Geldmarkt rast.
Er gibt der Rohheit Futter.
Das Herrschaftswissen lacht und grast
die fetten Weiden ab und spaßt:
Das Geld flutscht wie auf Butter!

Es flutscht und rutscht, vermehrt das Gut
der Reichen in den Ländern.
Verdammt noch mal, wo bleibt Dein Mut,
dass sich da endlich etwas tut.
dies Weltbild zu verändern?

(bereits am 12. Oktober 2014 notiert, und heute der Rationalgalerie nachgereicht, weil es grad so passt)


Am 22. Oktober 2014 schrieb Tim Cordsen:

Aleksander von Korty, ich stimme vollkommen zu, allerdings gibt es kein deutsches Volk mehr, es ist nurnoch eine Vermischung von allem möglichen ohne jeglichen Nationalstolz, denn dieser ist in Deutschland verboten. Ich bin 1972 geboren und damit ganz sicher mitschuld an dem, was in der NS-Zeit geschehen ist. Schließlich darf auch ich nicht stolz auf mein Vaterland sein.
Wenn den wenigen verbliebenen Deutschen, etwas Mut und Hirn bliebe, dann würden wir aufstehen und Merkels Kopf fordern, aber dies wird nicht geschehen. Die sogenannte soziale Hängematte schläfert ein, man ist zu bequem aufzustehen.
Warum sich wehren solange man nicht verhungert...


Am 21. Oktober 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Ja, so geht das aber doch nicht, dass Gäste gleich behandelt werden. Es ist nicht überliefert, ob Putin möglicherweise bei einem anschließenden Essen am „Katzentisch“ Platz nehmen musste. Aber der Mann macht da auch was falsch. MM – nicht für Marylin Monroe sondern für Mutti Merkel – ist schließlich eine Frau. Und Sarkozy zum Beispiel nutzte dies aus, so dass es anstatt eines kalten Händedrucks auch Küsschen rechts und links gab. Na ja, nun muss Wladimir sie ja nicht gleich herzen oder ihr auf der Balalaika ein Ständchen bringen. Aber vielleicht ein kleines Kompliment, dass das figurbetonte Tragen ihres Wamses ihr ganz wunderbar stehen würde. Oder so. Das könnte dann der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Obama hat ihr mit einem Orden geschmeichelt. Den liebt sie immer noch, den Obama. Und fühlt sich richtig gut beschützt von dem guten Freund. Der so hilfreich ist und ihr das Denken abnimmt. Und sagt, wo es langgehen soll. Das ist Loyalität: Der Feind des Freundes muss schließlich den gleichen Stellenwert einnehmen… Und wie viele Wagenladungen an Schokolade ihr der ukrainische Oligarch wohl mitgebracht hat? Muss wohl eine Menge gewesen sein. Denn normale Menschen können ohne Zufuhr von Mengen an Endorphinen Kriegstreiber eigentlich nicht ertragen.

Aber ernsthaft: Wie sagt man doch gleich: Geld und Macht verderben den Charakter. Dessen Existenz natürlich vorausgesetzt. Man erlebt doch im ganz normalen Leben diese unangenehmen Zeitgenossen, die als kleine Quiekser beginnen und, sobald sie etwas zu bestimmen haben, nach oben buckeln und nach unten treten. Das ist oft ganz klar ersichtlich. Dann gibt es jedoch auch die subtile Art. „Hinterfotzig“ sagt der Bayer. Oder in Bibelsprache: „pharisäerhaft“.

Alarmstufe 1 war bis dato immer dann gegeben, wenn Merkel einen ihrer Getreuen gelobt hat und tiefstes Vertrauen attestierte. Derjenige konnte direkt seine Koffer packen, so er es gewagt hatte, nur nach ihrem „Thron“ zu blinzeln. Wer zählt die Häupter, nennt die Namen…Aber „tief bedauert“ hat die Dame immer.

Vom Hofnarren schreibt Uli, wobei ich mich frage, wer denn gerade dieses Amt inne hat. Die Freundin aus der Betrügerfraktion wurde wohl zwecks Läuterung beim Papst eingesetzt. Der Pofalla fiel durch Unfugreden auf und in Ungnade und der Altmaier wurde auch irgendwie von der königlichen Seite entsorgt. Da ist wohl Gröhe dorthin getreten. Das breite Grinsen lässt möglicherweise auf solch eine Position schließen. „The brain“ würde ich ihn auch nicht nennen wollen. Somit wird von dieser Seite auch keine Meldung erfolgen nach Art: Heureka! Dabei liegt die Lösung doch auf der Hand: Neue Menschen braucht das Land. Und nicht so „rabenschwarze“ Figuren!

Übrigens lässt sich die Königin weiterhin nicht in die Karten gucken. So bleiben beabsichtigte Waffenlieferungen weiterhin geheim und werden erst später dann öffentlich gemacht. Wenn sie ihren „Zweck“ erfüllt haben. Wie auch immer….


Am 21. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Während ich deine an wunderbaren Formulierungen reiche Abrechnung mit A.M. genoß, schwoll gleichzeitig der mir an sich unbekannte Stolz auf meine Landesmutti Cristina Fernández de Kirchner zu geradezu apotheotischer Größe an: Meine Cristina! Meine – im Vergleich – linkssozialistische Cristina! Meine – wieder im Vergleich – sogar ein bisschen ältere, jedoch modellartig schöne, ästhetisch attraktive, elegante Cristina! Was für ein Weib! Und fällt dann das politische, wiewohl selbstverständlich (!) auch das die Anmut suchende Auge auf Deutschlands Mutti, dann wird das echt empfundene Mitleid nochmals spürbar größer. Diese konservativ-neoliberale Marktfrau im Arschloch der USA hat selbst dieses seltsame Land nicht verdient. Eine die Rosette der USA stimulierende Doña Cristina? Haha, was für ein Bild! Höchstens zur Vorbereitung des Einschiebens einer Dynamitstange!

Ich war jüngst ein paar Tage in Spanien und Portugal. Egal, wirklich sch…egal, mit wem man spricht: Die bis hin zum blanken Hass formulierte Abscheu über Deutschlands selbsternannte Europa-Chefärztin ist allüberall. Es gelang mir in der Tat nicht, jemanden zu finden, der ein positives Wort für diese Frau übrig gehabt hätte. Nicht einmal mehr Wähler von Mariano Rajoys Partido Popular. Das Schlimme: Meinem Kurz-Eindruck nach macht sich in beiden Ländern lähmende Resignation breit. Noch im vergangenen Jahr war das anders erlebbar. Die Menschen untereinander entsolidarisieren sich zunehmend – die Saat dieser deutschen Heuschrecke ist aufgegangen, das Buffet dieser Kaltmamsell hat sich im Gedärm dieser beiden stolzen Völker verheddert und ist, wie es aussieht, hängen geblieben.


Am 21. Oktober 2014 schrieb Christoph Pauli:

Einer der wichtigsten Einflüsterer Merkels ist der Chef von Goldman Sachs Deutschland Alexander Dibelius.
Das weltweite Spinnennetz dieser Institution hat mit Mr. Whatever It Takes Draghi die EZB fest im Griff.
Um irgendeine Sinnhaftigkeit hinter dieser "schwäbischen Hausfrauen" Schwurbelei zu erkennen, sollte man die Philosophie der Investmentbänker beachten, welche besagt:
In Kriesenzeiten werden Assets billig.
Oder anders ausgedrückt: wenn das Blut durch die Straßen rinnt sollte man kaufen.
Dazu noch Genmais und die Freihandelsabkommen. Wenn Mutti damit durch ist kann sie wie ihr Idol auch ganz stolz verkünden:
Mission accomplished!


Am 21. Oktober 2014 schrieb Helge Hansen:

Ich muss dem Leser Robert Matheis zustimmen, der Frau Merkel als Erfüllungsgehilfe der USA bezeichnet. Sie ist also bei weitem nicht so mächtig wie Sie schreiben.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich will Frau Merkel nicht gegen die USA handeln. Sie ist aus Überzeugung Atlantikerin. Das war schon war schon im Irak-Krieg der USA zu sehen, dem sie, noch Oppositions-Politkerin, freudig und ohne Not zustimmte. Sie denkt wirklich, dass die Deutschen an der Seite der USA der USA am besten aufgehoben sind. Das gilt noch mehr für ihre Ambitionen. Diese Position teilt sie mit der Mehrheit der deutschen Eliten. Auch daraus bezieht sie ihre relative Machtfüllen in der EU. Für eine Politik der Äquidistanz, des gleichen Abstands zwischen den großen Mächten, fehlt ihr der Horizont und das Rückgrat.


Am 20. Oktober 2014 schrieb Kurt Wolfgang Ringel:

Wenn ich Ihren Artikel richtig verstanden habe, besitzen wir Deutsche nun endgültig kein Vaterland mehr. Dafür aber ein Mutterland. Ein Merkel-Mutterland.

Antwort von U. Gellermann:

Alles ist noch viel schlimmer: Dem Land ist auch der Verstand abhanden gekommen.


Am 20. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Einst warf man dem sozialistischen, französischen Staatspräsidenten Mitterand vor, er würde mit soviel Pomp repräsentieren, wie ein absolutistischer Feudalfürst. Der damalige Vorwurf bezog sich allerdings primär auf dessen fürstliches Gehabe bei der Staatsethikette. Die aktuelle Königin aus der Uckermark hingegen pflegt einen solchen Regierungsstil. Kennzeichnend für die absoluten Fürsten war es, dass sie ausschließlich nach eigenem Gutdünken und völlig willkürlich regierten und oft auch eine Politik betrieben, fernab jeglicher politischen Vernunft, aber stets getrieben von der festen Überzeugung der eigenen Machtvollkommenheit und Unfehlbarkeit. Was damals seine ideologische Ursache im Gottesgnadentum hatte, ist heute wohl dadurch verursacht dass die königliche Volksmutti, immer wieder das Vertrauen der Mehrheit ihrer Landeskinder erhält, unabhängig davon, welch schädliche Politik sie auch betreibt. Dies liegt auch daran, dass es auf Seiten der Sozialdemokratie keinerlei ernst zunehmende Persönlichkeiten gibt, die der Königin gefährlich werden könnten. Das Dickerchen hat sie ins gemeinsame Boot geholt und hält ihn prima unter ihren Fittichen verborgen.
Kennzeichnend für den Feudalismus war es auch, dass es nicht nur eigene Vasallen gab, die Demut und Unterwürfigkeit zeigen mussten, sondern auch Könige mitunter selbst Vasallen noch Mächtigerer waren, dem Kaiser oder Papst untertan. Da empfahl es sich schon damals, stets den Wünschen, am besten in vorauseilendem Gehorsam, des Imperators nach- bzw. zuvor zu kommen. Und dies betreibt die merkelwürdige Königin mit Bravour und ohne Rücksicht auf Verluste für die Interessen der eigenen Landeskinder.

Jedoch soll nicht vergessen werden, dass einst der Feudalismus fiel, weil das geknechtete, gedemütigte und geschundene Volk dann eines Tages doch aufstand und den Kopf des Königs forderte und ihn auch erhielt.


Am 20. Oktober 2014 schrieb Gisela Jakob:

Danke für diese gelungene Satire.


Am 20. Oktober 2014 schrieb Robert Matheis:

Frau Merkel erscheint mir nicht so mächtig, vielmehr muss sie in ihrer eigenen Vorstellung den Freunden jenseits des Atlantiks untertan sein und jeden Wunsch erfüllen, auch wenn sie dabei dem eigenen Volk und Land Schaden zufügt: so sind u.a. zu nennen die von Ihnen beschriebenen Sanktionen gegen Russland, Enthaltung von Stimme und politischem "Gewicht" gegen die Einführung von Genmais bei der Abstimmung im EU-Parlament, Austeritätspolitik gegen die südlichen EU-Länder, Schweigen zu TTIP und CETA, Eingriffe in Persönlichkeits-und Bürgerrechte durch NSA-Geheimdienst


Am 20. Oktober 2014 schrieb Johannes M. Becker:

Dein Traktat über die Uckermarkerin ist prima!


Am 20. Oktober 2014 schrieb Harry Popow:

Lieber U. Gellermann, wo findet man heute so einen geschliffenen journalistischen Text, der scharfsinnig und satirisch die bewusst sich einäugig gebärenden heutigen Machthaber - vor allem auch die Chamäleon-Dame - in´s richtige Rampenlicht rückt? Wunderbar und Mut ausstrahlend, vielen Dank. (Ich würde gerne Deinen Text in meinem Blog unterbringen, mit Link selbstverständlich, darf ich?) Dein aktiver Leser Harry Popow


Am 20. Oktober 2014 schrieb Tim Cordsen:

Frei nach dem Motto L´europe c´est moi...
Stimmt schon, nur schade, dass die gute Dame nicht persönlich darunter leider wird, dass es der deutschen Wirtschaft schlechter geht.
Ich wäre dafür die Diäten erfolgsabhängig zu gestalten. Geht es dem Volk besser, bekommt die Politikerriege höhere Diäten, geht es ihm schlechter, gehen die Diäten notfalls auf Hartz IV-Niveau runter.
Es darf natürlich nicht der Durchschnitt gebildet werden, sondern bitte der Meridian.

Heil Angela?


Am 20. Oktober 2014 schrieb Heinrich Triebstein:

Frau Merkels Macht und die Macht der Mehrheit im Bundestag stehen im Dienst von Herrschaft. Herrschaft ist das, was über Leichen geht. Herrschaft üben diejenigen aus, "die mit dem Tod uns regieren", wie es in einem Kirchenlied (z.B. der EKKW und einiger anderer Evangelischer Landeskirchen) von Kurt Marti heißt. Frau Merkel und ihre Mehrheit agieren voll im Sinne des Wortes des früheren Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer, der für den Finanzsektor in Anspruch nimmt, Fünfte Gewalt im Staat zu sein, die den anderen vier Gewalten (Parlament, Regierung, Justiz sowie der Realwirtschaft im Verbund mit den anzeigen- und quotenabhängigen Medien) sagt, wo es lang zu gehen hat. Ein Kenner der Realwirtschaft sagte schon 2006 (!), die Attac-Forderung nach Besteuerung von Finanztransaktionen sei viel zu harmlos. Abgeschafft gehöre der Finanzsektor.

Manch ein Mitmensch mag die Aussichten für überoptimistisch halten, die von Jeremy Rifkin in seinem 2014 bei campus erschienenen Buch "Die Nullgrenzkostengesellschaft - Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus" dargeboten werden. Der Souverän, gemeinschafltlich sich organisierend, findet zu lebensfördernden Verfahrensweisen.William Petty, der Berater des englischen Revolutionskonsolidierers Oliver Cromwell, sagte im 17. Jahrhundert, die Erde sei die Mutter, die Arbeit der Vater des Reichtums. Karl Marx antwortete darauf: Also ist der Kapitalismus ein Elternmörder. Er bringt die Natur und die Arbeit um.


Am 20. Oktober 2014 schrieb Markus Schmitz:

Danke! Danke! Danke! Uli ist KLASSE!!!!!!
Super! Uli Gellermann ich glaube ich bin Ihr größter Fan!!! Weiter so. Wenn ich darf, veröffentliche ich einen Link zu diesem Artikel auf meiner privaten Homepage.......weiter soooooooooo. Denn genau solche Artikel sind immens WICHTIG! - Für die (Nach- und Vor-) DENKER!!!

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