Die Lösung der Griechenland-Frage

Kind für Kind gut selektiert

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. Juli 2013

Finanzminister Schäuble fährt nach Griechenland. Denn das Land braucht weitere 10 Milliarden Euro. Obwohl, dank der von der Troika verordneten Sparpolitik, Griechenland in Armut versinkt, werden weitere "Sparanstrengungen" nötig sein. Das ist geradezu ein Gebot der vor uns liegenden Bundestagswahlen. Auch wenn die Prostitution in Griechenland im Gefolge der Armut um 1.500 Prozent gestiegen ist. Wenn auch die Zahl der Obdachlosen um 30 Prozent gesteigert wurde, wenn jeden Tag 1.000 Erwerbstätigen gekündigt wird, die Geburtenrate fällt und die Kindersterblichkeit - als Folge der Kürzungen im Gesundheitswesen - um 40 Prozent angestiegen ist: Griechenland wird weiter kürzen müssen. Aber Schäuble geht es nicht nur um Kürzungen. Er will auch die schlechten Nachrichten aus den Medien raus haben. Deshalb hat er seinen "Wissenschaftlichen Beirat" beauftragt, eine Lösung der Griechenlandfrage zu finden: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende", hat er den Beirat wissen lassen. Und die Wissenschaftler haben ihm ein Papier mitgegeben, das die Griechenlandfrage lösen wird. Es liegt uns vor und wir veröffentlichen es vorab:

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Schäuble,

die schlechten Nachrichten aus Griechenland sind vorrangig den Armutsbildern zu verdanken. Ein erster Schritt wäre deshalb ein Image-Wechsel. Die griechische Regierung muss als erstes die Obdachlosen aus dem Bild der Städte verschwinden lassen. Hier bietet sich eine geräuschlose Deportation in einsame und unwegsame Landschaften an. Das Deportationsprogramm sollte unter dem Namen "Landluft macht frei" als eine Art Landtourismus verkauft werden. Damit würden auch die Bilder von Bettlern und Müllfressern weitgehend verschwinden. Das deutsche "Technische Hilfswerk" könnte die Unterkünfte für die Land-Lager bauen und damit zugleich demonstrieren, dass wir Deutschen immer hilfsbereit sind.

Zwar plant die Athener Regierung bereits 4.000 Lehrer in abgelegene Regionen zu versetzen und zehntausend Teilzeitlehrer zu kündigen, aber das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wir empfehlen den Lehrbetrieb komplett einzustellen. Wer immer weniger Arbeitsplätze hat, der braucht auch keine Bildung. Es wird sich doch im Umfeld der Regierungskoalition eine Jugendorganisation finden, die mit dem Slogan "Schulfrei für alle Zeiten" eine positive Bewegung auslöst, deren Forderungen dann von der Regierung erfüllt werden würde. Mit der Einsparung lässt sich mindestens eine weitere Bank retten.

Tatsächlich haben die griechischen Behörden den Gesundheitsetat bereits von 24 auf 16 Milliarden Euro gekürzt. Deshalb gibt es zum Beispiel nicht mehr genug frische Nadeln für die Spitzen der Drogensüchtigen und so steigt die HIV-Erkrankungs-Rate drastisch an. Wenn man also gar keine Nadeln mehr ausgibt und die teuren Medikamente für die Aidskranken streicht, kann man mit einer schnellen Erledigung des Problems rechnen. Die Regierung sollte u. E. diese Veränderung im Gesundheitswesen unter dem Stichwort "Kampf den Drogen" vermitteln. Möglicherweise lässt sich aus der Verweigerung der Aids-Hilfe auch noch ein "Kampf gegen Unmoral" entwickeln.

Auch wenn die Sterberate in Griechenland langsam nach oben weist - der Anstieg der Selbstmorde um ein Drittel in den letzten zwei Jahren hat daran einen gewissen Anteil - ist das Tempo des griechischen Aussterbens doch ungenügend. Immer noch gibt es einen Überhang unnützer Esser, Leute die auf Straßen und Plätzen herumlungern und bei denen, trotz aller Kürzungsmaßnahmen, die Kraft immer noch für Demonstrationen und Kundgebungen reicht. Dazu kommt, dass die bisherigen Einsparungen die griechischen Rückzahlungen an EU und IWF nur tröpfeln lassen. Man wird deshalb zu Schritten raten müssen, die frisches Geld in Griechenlands Kasse spülen.

Was Griechenland, trotz steigender Säuglingssterblichkeit, immer noch genug hat, das sind Kinder. Insbesondere die nicht arbeitsfähigen Kinder belasten den Staatshaushalt über Gebühr. Auch wenn jetzt bereits drei von zehn Kindern an der Armutsgrenze vegetieren und man hoffen könnte, das Problem würde sich durch den Hungertod lösen: Es gibt einfach zu viele Kinder. Wir schlagen deshalb ein ungewöhnliches Export-Produkt vor: Gut genährte und gepflegte Kinder sollten selektiert und den europäischen Luxusrestaurants als neue Delikatesse angeboten werden. Zwar scheint die Maßnahme ungewöhnlich und könnte erst einmal auf Widerstand stoßen, aber mit zwei gut angelegten Marketing-Kampagnen - eine, die sich an die Kunden richtet, eine andere, mit der die Lieferanten angesprochen werden - wird sich der anfängliche Widerstand schnell auflösen.

Für die Kunden sollte mit dem Slogan "Zum Fressen gern" der Aspekt der Empathie herausgehoben werden: Ja, wir haben euch Griechen zum Fressen gern, stehen euch durchaus nahe, sehen eure Probleme und fressen sie sozusagen auf. Auch der bisherige offizielle Slogan des Landes "Als Fremder kommen, als Freund gehen", könnte, leicht abgeändert, noch weiter genutzt werden: "Als Freund kommen, gut genährt gehen", würde sich anbieten. Vor allem aber müssen die vielen TV-Kochsendungen einbezogen werden, in denen griechische Kinder - mal in kretischem Olivenöl knusprig gebraten, mal in Retsina mariniert - für den Feinschmecker zubereitet werden. Vielleicht lässt sich sogar Udo Jürgens Lied "Griechischer Wein" relaunchen. Etwa so: "Griechischer Wein, dazu ein zartes Baby, schenk noch mal ein, danach nen Ouzo may be, Griechischer Wein, ja der ist fein."

Die Marketingstrategie für die Lieferanten wird ungleich schwieriger sein. Man wird hier auf die Antike zurückgreifen müssen. Unter dem Begriff pharmakós (φαρμακός) gab es offenkundig schon in der Antike Menschenopfer, "wenn Seuchen, Hungersnot, Krieg oder sonstige Krisen und Gefahren befürchtet wurden oder eingetreten waren" wie uns Wikipedia berichtet. Autoren wie Aristophanes und Demosthenes haben über diese Rituale berichtet. Und wer wollte bezweifeln, dass sich das moderne Griechenland in einer schweren Krise befindet? Und ist aus dem altgriechischen Wort φάρμακον pharmacon, also Heilmittel, nicht das neugriechische Wort φαρμακείο, Apotheke geworden, ein Ort, aus dem die Heilmittel stammen? Uns scheint diese Ableitung plausibel. Neben dem Appell an die große Geschichte Griechenlands und der Heilmittel-Argumentation braucht die Inlands-Kampagne natürlich auch einen Slogan. Zu Beispiel diesen: "Dein Kind für unser Land!" Oder: "Heute ein Problem - morgen ein Exportschlager".

Sehr geehrter Herr Minister,

wir sind sicher, dass vor allem unser letzter Vorschlag das aktuelle Finanzproblem lösen würde und, lange genug umgesetzt, sogar eine Endlösung der Griechenlandfrage ins Auge gefasst werden kann.

Der Wissenschaftliche Beirat des Finanzministeriums


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Juli 2013 schrieb Rainald Irmscher:

Ein Freund schickte mir den Link zu "Die Lösung der Griechenlandfrage - Kind für Kind gut selektiert".

Fand leider keinen Ausweg und auch keinen Ansatz zu einem.

Habe euren Suchsript benutzt um nach Bernd Hückstädt zu suchen. - Suchergebnis
Ihre Suche ergab keine Treffer.

Nun ist der Bernd durchaus kein Satiriker, aber irgend ein Hinweis zu seiner "durch und durch positiven »Gebrauchsanleitung für die Zukunft" hätte mich gefreut.

Sein Buch Gradido skizziert einen wohl gangbaren Weg aus der derzeitigen Misere.


Am 27. Juli 2013 schrieb Caroline Bischoff::

jetzt wird es gefährlich:

schäuble bzw. die bundesregierung
sagt uns nicht,
dass die hohen steuereinnahmen von den steuerhinterziehern kommen,
sondern :
hohe steuereinnahmen trotz konjunktur - schwäche
+
sie geben keine angabe,
wieviel steuern durch die selbstanzeigen
bisher zusammengekommen sind ! ,
sondern nur,
wieviel steuern durch die gerichte
eingetrieben worden sind !


Am 25. Juli 2013 schrieb Peter A. Weber:

Diogenes - unser griechisches Vorbild

Ulrich Gellermann schrieb:
„Es gibt einfach zu viele Kinder. Wir schlagen deshalb ein ungewöhnliches Export-Produkt vor: Gut genährte und gepflegte Kinder sollten selektiert und den europäischen Luxusrestaurants als neue Delikatesse angeboten werden.“
Aber Herr Gellermann, was haben Sie sich dann dabei gedacht? Sie haben den Boden der Etikette verlassen und gesagt, was man nicht einmal denken darf. Solche Sitten und Moden sollten wir hierzulande besser nicht einführen! Aber wenn ich es mir recht überlege, so ist diese vorgeschlagene Praxis in der Tat doch nichts anderes, als diejenige der alten Griechen, bei denen Menschenopfer nicht nur unter dem Decknamen „pharmakós“ (also Reinigungsopfer) dargebracht wurden, sondern bei vielen anderen Gelegenheit auch, z. B. um die Götter zu besänftigen oder um ihnen zu danken – also de facto immer. Die griechische Mythologie liefert uns dafür reichhaltiges Anschauungsmaterial.
Ich möchte gerne noch ein wenig in der Antike verweilen und meinen griechischen Lieblingsphilosophen und Lehrmeister der Ironie und des Sarkasmus ins Spiel bringen und würdigen, der uns für die heutigen Verhältnisse als Vorbild dienen kann: Diogenes. Diogenes bezeichnet sich selbst als Hund „Und ich Diogenes, der Hund.“ als Synonym für das von ihm geführte asketische Leben. Die Verständnisfrage danach, was er unter einem Hundeleben verstehe, soll er wie folgt gekontert haben:
„Die mir geben, umwedle ich; die mir nichts geben, belle ich an; die Bösen beiße ich.“
Ein wunderbarer Satz, der voller beißender Ironie und Sarkasmus steckt. Der Sage nach soll er in einer Tonne gehaust haben, jedenfalls hatte er keinen festen Wohnsitz und war somit der erste bekannte Penner der Geschichte. Er hat seine Lebensart und sich selbst öffentlich zur Schau gestellt. Die einzigen Utensilien, die er sein eigen nennen konnte, waren außer dem sprichwörtlichen Faß, ein Wollmantel, ein Rucksack sowie ein Stock. Die Meinung der Öffentlichkeit interessierte ihn einen Dreck, er war damit auch das Urbild eines Bürgerschrecks, der selbst vor Publikum onanierte.
Insofern stellt Diogenes für uns nicht nur ein Vorbild als Nichtkonformist dar, sondern er ist auch für politischen Sanktionspraktiken – nicht nur für Griechenland – ein ideales Muster. Warum sollten nicht alle Griechen in alter Tradition wie Diogenes in Genügsamkeit leben können? Was spricht dagegen, die Lebensform der Askese zur allgemeinen Norm zu erheben, ausgenommen natürlich für Deutschland & Co.? Das wäre doch die Lösung aller EU- und Europrobleme!
Allerdings vergessen die marktbesessenen Intelligenzbestien dabei immer, die Rechnung mit dem Wirt zu machen. Der klitzekleine Haken an der Sache ist die Tatsache, daß der Konsum in diesem Falle gegen Null tendiert. Auf diese Weise sägt man sich den Ast ab, auf dem man sitzt und gibt sich selbst den Schuß. Aber wer den sprichwörtlichen Schuß nicht gehört hat, dem ist eh nicht mehr zu helfen! Die hervorragendste Spezialität dieser nur mit Wasser kochenden neoliberalen Haute Cuisine ist ja bekanntlich die Ignoranz jeglicher Realität, die sich in der Leere ihres Hirninhaltes ausdrückt.


Am 21. Juli 2013 schrieb Michael Julion:

Ähnliches hat Jonathan Swift , ein großer Lästerer vor dem Herrn, für
seine überzähligen irischen Landsleute
vorgeschlagen.

A modest Proposal erschienen 1729.

Weiter so.


Am 19. Juli 2013 schrieb Hans-Werner Michelsen:

Auch wenn Sie Ihren widerlichen Vorschlag - griechische Kinder zum Fressen zu exportieren - als Satire ausgeben, bleibt er doch ekelerregend. Streichen Sie mich sofort aus Ihrer Liste!


Am 19. Juli 2013 schrieb Johannes M. Becker, PD Dr.:

Da haste aber zugelangt...
Bei der "Lösung der Griechenland-Frage".

Ja, die Lage dorten ist in der Tat schwierig.
Ich wunder mich über die Gleichmut der GriechInnen. Gegenüber den Merkels/Schäubles wie gegenüber den Onassis, Du verstehst...


Am 18. Juli 2013 schrieb Wolfgang Blaschka:

Einen Exportschlager hätte Griechenland noch, der auch nicht unantastbar bleiben sollte: Die gute alte, zwar etwas angestaubte, doch immer wieder viel beschworene Demokratie, die dort angeblich erfunden wurde, und von der wir heute noch einige säulenkapitellgroße Stücke und ein paar Architraphenfriese in Verwahrung halten. Sie gibt insgesamt ein gutes Bild ab, selbst in verstümmeltem Zustand. Auch wenn sie nicht für Unfreie und Sklaven galt, sondern nur für besteuerungswürdige Stadtstaatenbürger, so könnte sie doch wenigstens in Hamburg, Bremen und Berlin noch ein paar kosmetische Dienste leisten, bevor sie völlig vergessen wird. Griechenland dürfte sie dank der strengen Troika-Diktatur leicht entbehren, und bei uns trüge sie zu einer schönen Erinnerung an das verschwundene Hellas bei, dürfte aber auch das deutsche Land schmücken. Stell dir vor, im Pergamonmuseum geisterte nachts die "verkaufte Demokratie" durch die Hallen, man hörte von außen nur ein ächzendes Schlurfen und schleppendes Kettenklirren. Die Museumsinsel, wäre sie nicht ohnehin internationaler Publikumsmagnet, könnte zum Heiligtum aufsteigen. Berlin würde zum Wallfahrtsort, ein Kurort und Ur-Hort der Demokratie in einem. Nichts würde die Welt lieber sehen als ein durch und durch demokratisches, also durchdemokratisiertes Deutschland, das nebenbei nicht nur Steine klaut wie Schliemann oder später die Wehrmacht, sondern auch noch den Geist rettet. Griechenland wäre geholfen, denn ohne die lästige Restdemokratie ließen sich unabdingbare Sparmaßnahmen noch bedenkenloser und konsequenter durchsetzen. Und wenn sich in Athen dereinst die Eulen Gute Nacht sagen, wird alle Welt glauben, dass die Stadtgöttin von Berlin die Volksherrschaft erfunden habe. Auch wenn sie uns nur einen Bären aufgebunden hat.


Am 18. Juli 2013 schrieb Dirk Müller:

Es freut mich das wir da einer Meinung sind, immer Vollgas vorraus, die Wahrheit stirbt nie!
Es gibt kaum Beiträge die mich hinterm Ofen vor locken, meißt fehlt mir einfach die empathische Betrachtungsweise aus weisen Perspektiven und das Untermauern mit Fakten, wo doch so viele Portale daran kranken, ihren Frust nicht mit echter Erkenntnis zu untermauern, wo aus vielen Mäulern nur die eigene Profilierungstaktik spricht.
Ich bin dankbar für die Rationalgalerie, weil dort unverfälscht in alle Nischen geblickt wird, es wird keine Gruppe aus dem Kontext gerissen, als Feind oder Freund tituliert, sondern jeder bekommt sein Fett in dem Maße weg, wie er sich in seinem Agieren auf unser aller Leben auswirkt. Eben rational betrachtet!
Dort ist kein Schönredner der für seine reiche, einseitig gebildete Lobby spricht, sich theatralisch die Augen rot weint und künstliche Feindbilder benennt, an deren Vernichtung er verdienen kann.
Geradlinige Freundlichkeit und Halt sucht man im Miteinander oft vergeblich und wenn wird es beim Gang in die Tiefe durch Desinteresse, Falschinformation, oder einen Mangel an mentaler Hyghiene wieder in den Abgrund gerissen, was uns Menschenfreunde, Erfinder und wirkliche Ökonomen an Befreiungstaktiken an die Hand gegeben hätten. Wir rutschen an der Klippe des messerscharfen Verstandes ab und fallen in ein Loch der Zeitverschwendung, wo das Nötige liegen bleibt und wir in eine teuflische Harmonie hinein blicken, die die dunklen Wolken am Himmel verkennt und dazu verleitet allerlei direkten und indirekten Drogen zu verfallen, die sich naiv "Trends und Fortschritt" nennen, doch der echte Fortschritt hin zu kleineren autarken und ökologischen Verbesserungen hin, bleibt wieder Lobbygruppen vorbehalten, die das absolut Nötige in die Länge ziehen, um ihre Geschäftskonzepte darauf zu verfestigen, wo eine echte Lösung dem Prinzip ewigen Gewinns widerspricht und von daher schon von gewissen Lobbygruppen kritisch beäugt wird, wenn sich eine gewisse Popularität einstellt.
Viele Gutmenschen haben sich schon verbiegen lassen, wenn sie das kleine wirtschaftliche Ziel in greifbarer Nähe hatten.
Und auch wenn Idealismus doch so vorbelastet mit allerlei Manipulation ist, dann ist auch verständlich warum sich Menschen lieber ihren Familien und kleinen Freuden hin geben, aber der Humanität zuschauen, wie sie die Gosse runter geht.
Durch und durch verseucht damit sehen wir nicht den Gierschlund, der an jeder menschlichen Regung seinen Gewinn abschöpft und uns zäh und träge macht, egal wie gutgläubig unser Vorhaben sein mag, es muß sich durch menschenfeindliche Prinzipien hindurch quälen und
am Ende auf fragwürdigen Beinen gegen den Kapitalimus bestehen.
Die Wahrheit ist ein ungeschliffener Diamant, den man erst mit längerem Hinblick auf die Weltpolitik, über Jahrzehnte, in voller Perfektion erkennen kann, wo die einen fürstlich exponentiell verdienen und die anderen mit ihren naiven humanen Träumen untergegangen sind, die der häßlichen Fratze der überpolitischen Verschwörung, in irgendeiner manipulativen Ausuferung noch geglaubt haben.
So hat man uns mit schönen Dingen und Charakteren geködert, das Vertrauen in den Zusammenhalt zerstört und jede Schandtat damaliger Not erneut in Kauf genommen, obwohl der Überfluß es heute unnötig macht, sich noch solch barbarischen Denkweisen hinzugeben, nun ist die Not eines Spekulanten der Grund, warum wir mitten im Überfluß verhungern sollen, weil wir zuerst das immer schwerer drehende Rad des Geldsystems mit Mehrkosten drehen müssen, damit kompetenzlose Entscheider in ihren rosa Seifenblasen weiter leben dürfen, während diese Mentalität sich als große Wissenschaft und humane Freiheit verkauft, die millionen privilegierte Nachkommen anregen, Geld aus dem Nichts zu schöpfen, ohne ein Gefühl von Falschheit zu entwickeln.
In den Strassen hört man nur Bruchstücke einseitiger boshafter Erkenntnisse, gestreut von Desinformationsagenten und Hetzern, die Wahrheiten und gegengerichtete Strömungen für ihr Fortkommen ausnutzen, selbst die öffentliche Kritik muß auf ihre manipulativen Darstellungen untersucht werden, weil doch die einseitige Schlußfolgerung die Gefahr ist, die die Leute auf falsche Wege treiben soll, wo jedoch der Kern der Wahrheit nicht geglaubt oder gar geleugnet wird, das Politiker und Entscheider wirklich keine humanen Wohltäter sind, sondern gewissen narzistischen Krankheitsbildern ähneln und auch nur solche konformen Ebenbilder überall auf die Bühnen der Weltpolitik ziehen, bis auf wenige Ausnahmen, die man bis dato noch immer mundtot machen konnte, oder die sich später doch als Fürsprecher der One World Army entlarvten und natürlich bilden Schauspieler und jegliche zeitraubende Mainstream-Unterhaltung auch die unterschwelligen Meinungen der Zuschauer, durch die in Filmen und Spielen schon fast hypnotisch aufgenommenen Doktrinen von gut und böse. Ein schwach gezüchtetes Bewußtsein kennt kaum eine Barriere zwischen Fiktion und Realität und sieht sich lieber an charismatischen Psychopathen satt, statt den kompetenten Menschen zuzuhören, die jetzt das Problem angehen würden.
Die Menschheit ist psychologisch weitgehend erforscht und die Erkenntnisse fließen in die politische Werbepsychologie ein, man kennt die Schwachstellen der meißten Charaktere genau und weiß wie man die Leute über TV, Spielfilm, PC-Spiel und falsche Helden ködern kann, damit sie dem charismatischen Teufel zur Seite stehen.


Am 18. Juli 2013 schrieb Karsten Hofmann:

Ihr amüsantes Essay "Die Lösung der Griechenland-Frage" gefällt mir sehr . Ich hoffe sehr, das unser Herr Minister Schäuble ihren Vorschlag zur Griechenlandrettung und ihre Beispiele für die Endlösung auf dem Ministertisch präsentiert bekommt.

Ich möchte Sie aber auf folgenden Sachverhalt hinweisen:
Sie erwähnen u.a. als Folge der erzwungenen Sparmaßnahmen durch die Europäische Kommission, das es nicht mehr genug frische Nadeln für die Spritzen der Drogensüchtigen gäbe, womit sich die HIV-Erkrankungs-Rate drastisch erhöhen würde.

Diesbezüglich kenne ich eine Studie - die übrigens von der BRD in Auftrag gegeben wurde - aus der man sich ursprünglich eine Erhöhung der HIV-Rate erhofft hatte. Die Rate blieb jedoch konstant und die Studie wurde dann sogar vorzeitig beendet:

"Um sich ein Bild von der Ansteckung des vermeintlichen Virus zu machen, beschloss die deutsche Bundesregierung, eine Studie in den Gefängnissen durchzuführen. Man wusste, dass täglich über 20 000 Drogenabhängige einsitzen, die oft HIV-positiv sind, dass im Gefängnis Spritzenaustausch und Geschlechtsverkehr stattfindet und man dachte, so ein Maß für die Ansteckungsgefahr zu bekommen. Die Studie sollte über zehn Jahre laufen.
1987 wurde sie begonnen - alle Gefängnisinsassen wurden getestet, alle die hineinkamen, und alle, die entlassen wurden. Nach zweieinhalb Jahren wurde die Studie abgebrochen, da niemand - keine einzige Person – sich angesteckt hatte. Eigenartigerweise wurde dies nicht an die große Glocke gehängt – es passte nicht ins Konzept. "
Quelle:
- See more at: http://www.raum-und-zeit.com/r-z-online/bibliothek/gesundheit/aids/#sthash.CGCQnkzW.dpuf

Bislang ist für mich die Existenz eines sogenannten HIV nicht erwiesen. Auch ein "internationaler Konsens ",O-Ton Frau Ulla Schmidt, kann und darf nicht als Beweis gelten.

Anstatt biologische und zelluläre Defekte zu erforschen (Wirkungen von Drogen, Antibiotika…auf zellulärer u. immunologischer Ebene) wird unvermindert dieses Dogma "HIV ist die wahrscheinliche Ursache für Aids" beibehalten.

So gibt es u.a. seit 15 Jahren neue Erkenntnisse über unser Immunsystem (differenzierte Helferzellen, NO-Gas…), die die erworbene Immunschwäche aus einer ganz anderen Perspektive zeigen.

Meine Literaturempfehlung: "Die Stille Revolution der Krebs- und Aidsmedizin" von Heinrich Kremer

Wie bei jeder Thematik sollten wir uns immer die folgende Frage stellen: Cui Bono


Am 18. Juli 2013 schrieb Peter Lind:

Über Ihren eigenartigen Sarkasmus kann ich nicht gerade lachen. Und doch wird er noch übertroffen; von der Wirklichkeit. Ich empfehle dazu das Interview mit Herrn Schäuble in den Tagesthemen vom 17.07. Hier besonders, als ihn der Moderator recht hartnäckig fragte, was er denn den einfachen Griechen erklären wird angesichts dessen, daß die reichen Griechen, die Yachtbesitzer eigentlich auch mal zur Kasse gebeten werden müßten. Schäubles Antwort ist so entlarvend, wie ich nie geglaubt hätte, daß diese europäischen Raubritter so offen ihre Unterstützung für die Reichen zugeben würden. (Schäuble sagte in einwandfreiem Zynisch: "Die Weltgeschichte ist nie ganz fair").

Antwort von U. Gellermann:

Mit Lachen hatte ich auch nicht gerechnet, ich dachte eher an Zähneknirschen, Wutausbrüche oder das Schnitzen dicker Knüppel.


Am 18. Juli 2013 schrieb Markus Bunde:

Der Schäuble war zwar immer ein Konservativer, aber - zumindest meine ich das - er hatte früher noch gewisse Prinzipien.


Am 18. Juli 2013 schrieb Armin Gröpler:

Das Lesen der "Rationalgalerie" macht Sinn:
Beim Lesen dieses Textes fiel mir ein, dass auf meinem heutigen Einkaufszettel noch Olivenöl fehlt. Natürlich aus "kalt gepressten" griechischen Oliven, versteht sich!


Am 18. Juli 2013 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

DIE LÖSUNG DER GRIECHENLAND-FRAGE . . . oder Endlösung?

Sowohl bitterböse als auch verblüffend einfach - wie man sich das "Problem Griechenland" vom Hals schaffen könnte. Genial die Art, wie hier mal wieder der Finger in die Wunde gelegt wurde!


Am 18. Juli 2013 schrieb Hatto Fischer:

Da ich selber in Griechenland lebe, und die Entwicklungen in der Krise verfolge, stellen sich selbstverstaendlich Fragen die nicht so leicht zu beantworten sind, vor allem nicht wenn ein Kellner in einem Cafe mir erzaehlt er ist der einzige in seiner Familie der Arbeit hat. Seine Mutter, 41 Jahre alt, war bis vor drei Jahren taetig fuer 10 Jahre in einer kleinen Fabrik die Schmuck herstellte. Die Fabrik schloss und seitdem ist sie ohne Arbeit. Gleiches mit dem 52 alten Vater. Ueber ihn sagt der Sohn lediglich: "er tut nichts!" Seine juengere Schwester war Lehrerin fuer kleine Kinder bis sie Keuchhusten im vergangenen Winter entwickelte und seitdem ebenfalls arbeitslos. Dieser junge Mann der seit 10 Jahren arbeitet, also ab 15, litt unter Depressionen als er vor zwei Jahren Militaerdienst machen musste. Er hat nur eines im Sinn: Auswandern.

Dies dann mag als Einzelbeispiel dienen um mal einen anderen Eindruck zu vermitteln, und zwar nicht durch Ironie sondern die betroffenen Menschen selber sprechen zu lassen. Was wiederum eine Verallgemeinerung erschwert.

Griechenland erlebt in diesem Jahr einen Rekord betreffs Touristen. Es sollen bis Ende des Jahres bis zu 17 Millionen kommen. Bislang war die Rekordzahl lediglich um die 11 Millionen. Also verzeichnen Inseln wie Rhodos und Santorini Rekordanstiege bis zu 30% und die Hotels sind 100% ausgebucht. Die Krise im Nahen Osten und die juengsten Ereignisse in der Tuerkei haben natuerlich dazu beigetragen aber auch der hohe Anstieg an Touristen aus Osteuropa, insbesondere aus Russland.

Ferner versucht die Regierung in dieser Woche neue Massnahmen zu verabschieden, und das nach einer gezielten Einigung mit der Troika. Allerdings ist dem ein ganz wichtiger Einschnitt ins oeffentliche Leben voraus gegangen, naemlich die Schliessung von ERT, die oeffentliche Fernseh- und Radioanstalt mit 2 700 Mitarbeitern. Am 11 Juni wurde der Sender abgeschaltet. Seitdem senden die Journalisten per Internet ihre Programme aus. Es soll ein neuer Sender entstehen aber bislang wurde noch keine Einigung erzielt. Am Ende dieser Woche werden wir sehen wie der Kompromiss zwischen Regierung und Gewerkschaften / Mitarbeitern aussehen wird. Nicht soll dabei uebersehen werden, dass dieser Einschnitt in die Pressefreiheit und Schliessung einer oeffentlichen Einrichtung von einer ganz anderen Bedeutung ist als nur zu sagen 2 700 oeffentliche Stellen wurden gestrichen. Solche Stellen haette man in allen Ministerien ausfindig machen koennen, nur wollte die DIMAR Partei die bis zum 14.Juni an der Regierung beteiligt war und dann austrat, niemals nur eine oeffentliche Stelle streichen. Das war die rote Linie. Ueber Effizienz der Behoerde oder nicht laesst sich zugleich leicht streiten weil es besonders unter Geschaeftsleuten aber auch den Neoliberalen sehr schnell und leichtfertig ueber die Lippen kommt, dass die Verwaltung ineffizient arbeitet und im gleichen Atemzug hiesse das im Fall von ERT schlechte Programme. Dabei ist das Befinden ueber die Qualitaet von Programmen nicht so leicht. Es gibt dazu viele unterschiedliche Meinungen und Urteile, wobei ERT bessere Sendungen macht im Vergleich zu den privaten Anbietern die obendrein voll in der Kommerzialisierung ihrer Programme stecken weil angewiesen auf Reklame als Geldquelle. Kurzum handelt es sich hier um einen Streit bezueglich der privaten im Vergleich zu noch oeffentlich existierenden Rundfunk und Fernsehanbietern. Allemal geht mit Privatisierung und sonstigem der Begriff 'Oeffentlichkeit" weitgehend dem Bach runter. Habermas hat das schon immerzu beklagt. Es waere also wichtig dies nicht auszulassen wenn es um Berichte ueber Griechenland und einer Diskussion ueber moegliche Loesungen geht, denn nach wie vor ist Vertrauen in oeffentlich zugaengliche Information eine wichtige Voraussetzung fuer die Konsensusfindung innerhalb der Gesellschaft und welche Massnahmen dann realisierbar sind.

Aber zurueck zu den neuesten Massnahmen. Interessant ist dabei dass die Troika verlangt hat 100 Millionen vom Verteidigungshaushalt zu streichen, um den Verlust an Steuereinnahmen wett zu machen. Jener kommt dadurch zustande weil die Umsatzsteuer von 23% auf 16% gesenkt werden soll. Die Troika hat darauf bestanden, dass dieser Verlust durch solch einen Ausgleich der Ausgaben fuers Militaer betrifft, zustande kommt. Griechenland hat ja nach den USA den hoechsten Verteidigungshaushaltsposten von allen EU Laendern.

Dies also nur als kleine Ergaenzung zu Deinem juengsten Artikel gedacht.


Am 18. Juli 2013 schrieb Claudia Edam:

"Schluck" - Jetzt rüttelst Du in härterer Gangart auf.
Aber solche Abgründe sehen wir eben, wenn die Tarndecke "Wertekanon des freien Westens" ein wenig mehr angehoben wird. (Siehe auch: in dieser Welt stirbt alle 50 sec ein Kind an den Folgen von Hunger.)
Danke Uli!


Am 18. Juli 2013 schrieb Dirk Deekly:

Makaber und rein metaphorisch gut zu verstehen, außer von Narzisten und Wortklaubern des Systems. Die schweren sinnlosen Strukturen hinter den Haupt-Zinsfressern der Hochfinanz schauen ganz unbekümmert aus der Wäsche, morden und morden wie eh und je weiter mit ihren unvermeidlichen Taktiken des künstlichen kompetenzfremden Zwangsjungbrunnens Zinseszins und keiner darf einem Narzisten das Spielzeug weg nehmen, wo alle Logenbrüder der Welt, hinter den Politikern, als Entscheider vereint sind, auch in Griechenland träumt die Bruderschaft von der neuen Abschöpftechnik nach dem Zerfall. Der Depopulationsplan soll stramme Slavenstrukturen bringen wo sich der zukünftige Logenparasit weiter gesund stößt. Eine Zerschlagung dieser Hierarchien und Umkehr ist undenkbar, davon wird uns Hollywood schon weiter überzeugen.


Am 18. Juli 2013 schrieb John Hammersmith:

Zumindest der Schluss ist eindeutig bei Jonathan Swift geklaut: "Ein bescheidener Vorschlag im Sinne von Nationalökonomen, wie Kinder armer Leute zum Wohle des Staates am Besten benutzt werden können.", aus dem Jahr 1729.

Antwort von U. Gellermann:

Ich klaue nur von den Besten.

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