Die LINKE und die Religionen

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. Mai 2016

Was glaubst Du?“ – „Ich glaube, dass ein Kilo Rindfleisch eine gute Brühe macht!“ Dieser alte Spruch aus dem Volksmund wird Ende Mai auf dem Magdeburger Parteitag der Linkspartei neu verhandelt. Natürlich wortreicher, feiner, parlamentarisch ziseliert. Und während sich die linke Partei weitgehend aus den gesellschaftlichen Debatten, wenn sie denn nicht in Parlamenten stattfinden, verabschiedet hat, blitzt in zwei Anträgen des Parteitages noch einmal ganz kurz eine Ahnung von Grundsätzen, von der Wirklichkeit außerhalb der Parlamente auf: Der sächsische Landesverband will die „konsequente Trennung von Staat und Religionen in der Bundesrepublik“ per Antrag erreichen und der linksparteilich mächtigen Bodo Ramelow, unterstützt von Petra Pau und anderen, will statt dessen die „Einsetzung einer religionspolitischen Kommission des Parteivorstandes.“

So machen es die herkömmlichen Parteien seit Jahr und Tag: Liegt ein Antrag auf einem Parteitag irgendwie quer, basteln die herrschenden Parteikreise schnell einen eigenen Antrag, der einen kleinen Kompromiss verheisst, die ganze Sache einer Kommission zuschiebt und den Burgfrieden in der Organisation wieder herstellt. Dass der Thüringer Linksparteichef und Ministerpräsident Bodo Ramelow die Parteikreise zunehmend beherrscht, ist an einem anderen Ritual des linken Parteitages zu erkennen: Der Mann darf als Zweiter sprechen. Nach dem männlichen Parteivorsitzenden Riexinger und vor der weiblichen Chefin Kipping. So macht denn die Parteitagsregie auch klar, wo die Reise hingehen soll: Hie und dort Wahlen gewinnen, dann, wenn ein Wahlgewinn auf den anderen folgt, mit der SPD und den GRÜNEN koalieren, eine Bundesregierung bilden und dann aber, ja aber dann! Ja, was dann eigentlich? Zumal auch die rosigste Brille in nächster Zeit eher eine CDU-AfD-Regierungs-Koalition erblicken lässt und auch das mähliche Verschwinden der SPD aus den Parlamenten eine Vorahnung auf das Verblassen der Linkspartei ist.

Doch immerhin der LINKEN-Landesverband Sachsen, inspiriert vom Landtagsabgeordnete André Schollbach, erstrebt mit seinem Parteitagsantrag eine „Freiheit der Religionslosigkeit”, erinnert daran, dass die „Konfessionslosen inzwischen die größte Konfession bilden“ und spielt einen klugen Doppelpass: „Die Laizität ist somit auch ein klares Stoppsignal an religiösen Fanatismus und Fundamentalismus.“ Um zu einer Reform-Forderung zu kommen, die in der Republik der faulen Kompromisse geradezu revolutionär anmutet: „Wir setzen uns dafür ein, alle Formen von direkter und indirekter staatlicher Finanzierung von ausgewählten Religionsgemeinschaften zu beenden.“ Wer sich mal das Geld ausrechnet, das in Form von staatlich finanziertem Kirchensteuereinzug, von staatlichem Religionsunterricht, für amtliche Seelsorge bei Polizei und im Justizvollzug sowie für kirchliche Jugendarbeit und Kulturdenkmale bis hin zur teuren aber für die Kirchen kostenlosen Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, auf dem staatlichen Gabentisch für die beiden großen Religionsgemeinschaften landet, der weiß wie viel Geld für soziale Projekte frei werden könnte. So kommt es denn logisch zu diesem unfrommen Wunsch des Schollbach-Antrages „Wir wollen eine Bundesrepublik, die sich explizit und konsequent als säkularer, laizistischer Staat versteht“ dessen Erfüllung der Republik durchaus gut täte, und der die Linkspartei zum ersten Mal seit längerem in eine nützliche Weltanschaungs-Debatte verwickeln könnte.

Mit dem zweiten Antrag zu Thema, dem Ramelow-Pau-Kontra-Papier, soll das Plädoyer der Sachsen für den säkularen Staat abgewehrt werden: „Zum Verhältnis der LINKEN zu Religionsgemeinschaften“ lautet die Überschrift scheinbar neutral. So will man offenkundig das in der Internationale besungene „höhere Wesen“ vor dem Zugriff der Atheisten schützen. Das kann man als Linksparteiler allerdings nicht so sagen, selbst wenn man Ramelow heißt, und deshalb schwiemelt der Antrag folgenden Satz daher: „Angesichts der gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen, der sozialen, politischen, kulturellen und weltanschaulichen Ausdifferenzierung der Gesellschaft bekommt eine präzisere Bestimmung der LINKEN in ihrem Verhältnis zu den Religionsgemeinschaften und eine Konkretisierung ihrer religionspolitischen Forderungen eine besondere Bedeutung.“ Da ist sie wieder, die Rolle der Bedeutung, die fast immer eine Rolle rückwärts einleiten soll.

Damit nur ja die Privilegien der Kirchen in Deutschland erhalten bleiben, bastelt sich die Ramelow-Pau-Fraktion schnell ein eigenes Grundgesetz, das für Artikel 4 behauptet: „Anerkannt wird damit, dass Religion nicht bloß Privatsache ist, sondern auch eine öffentliche Angelegenheit.“ Das steht natürlich nicht im Grundgesetz, da steht nur, dass jeder glauben kann was er will. Im Artikel zur Meinungsfreiheit steht ja auch nur, dass man eine Meinung haben darf und nicht, dass sie als „öffentliche Angelegenheit“ gefördert und subventioniert wird. Sonst wäre ja die Forderung nach Agnostik-Unterricht in den Schulen und ein antireligiöses „Wort zum Freitag“ aus dem Gesetz abzuleiten. Damit die Fälschung des Grundgesetzes im Antrag bei Ramelow & Co. nicht so auffällt, folgt dann ein seltsame Poesie zu den „großen Religionen“ in denen angeblich „die Ideen der Aufklärung und des Humanismus: Soziale Gerechtigkeit, Frieden, Nächstenliebe, Solidarität“ wurzeln sollen. Klar: Bei den Katholiken wurzelt besonders mächtig die Aufklärung über die Rolle der Frau, die soziale Gerechtigkeit wuchert geradezu bei beiden Kirchen, die den Angestellten in ihren Tendenzbetrieben das Streiken verbieten, und deren Bemühen um Frieden ist besonders gut bei der Militärseelsorge in Afghanistan zu beobachten. Und die „große Religion“ des Islam wird sicher als höchster Ausdruck des Humanismus begrüßt, weil die in der hanafitischen Mehrheitsauslegung des Koran homosexuellen Geschlechtsverkehr (liwāṭ, siḥāq) als zu bestrafendes Vergehen brandmarkt.

Die Brühe, die auf dem Magdeburger Parteitag der LINKEN gekocht werden soll kann besonders durchsichtig werden, wenn der sächsische Antrag verworfen und der von der Parteivorstandsmehrheit favorisierte Ramelow-Antrag angenommen werden sollte. Nicht, dass die Parteivorstandsmehrheit sonderlich religiös wäre. Aber sie glaubt, dass man zum gewinnen von Wahlen mit dem Strom schwimmen muss. Und der Gewinn von Wahlen geht doch allemal über Inhalte. – Magdeburg liegt an der Elbe. Wer am Morgen nach dem Parteitag der LINKEN im Fluss viele Fische abwärts treiben sieht, der weiß wie die Antragsdebatte ausgegangen ist: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Mai 2016 schrieb Andreas Krödel:

"Die Linke" hat sich selbst von ihrem Parteinamen so weit entfernt, das sie leider (!) immer unglaubwürdiger erscheint. Nicht der Vertreter der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen, der Behinderten und Armen, nichts da mehr mit sozialem Arrangement und tapferer Opposition wider dem herrschenden Kapital, von Luxemburg und Liebknecht, von Thälmann, offenbar nie etwas gehört, von Marx oder Lenin nie etwas gelesen, anstatt bei Feuerbach die Textstellen zu Religion nachzulesen, nein, eine Religionsdebatte auf dem Parteitag erscheint wichtig, hier in Brandenburg ist die Partei "Regierungspartei" seit Jahren, in Thüringen gar stärkste Kraft, stellt den Ministerpräsident - was hat das für Änderungen gebracht? Keine! Es bleibt bei dem üblichen Parteiengezänk und den innerparteilichen Zerwürfnissen, dafür, wofür Partei eigentlich angetreten ist, für das Volk, längst vergessen, verraten und für Posten und Pöstchen verkauft, wie bei der SPD seit Gründung inoffizieller Kurs gegen die Arbeiter, scheinbar und offiziell für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte, für Demokratie, nur solche Parteien, die sich auch noch "Rot" nennen wollen, verdienen diese Eigenschaften mit NICHTS!
Entschuldigen Sie, meine Wut lässt keine andere Wertung zu, der ganze heute regierende Blockparteienfilz samt nichtssagender Opposition muss endlich weg, sonst ändert sich nichts!


Am 28. Mai 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Bei allen Differenzen, die ich mit den LINKEN habe ist der Tortenanschlag auf Frau Wagenknecht nicht hinnehmbar.
Sicherlich werden einige sich klammheimlich darüber freuen.-
Bei allem trennendem lehne ich den Angriff auf die Würde von Frau Wagenknecht ab, und das ist dann das verbindende. Letztendlich muss es bei den Linken immer etwas geben, was dann wieder verbindend ist, sonst wird gesellschaftliche Veränderung nicht möglich sein.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Die von S. Wagenknecht auch.

Antwort von U. Gellermann:

Widerlich vor allem: Der Werfer behauptet von der „Antifa“ zu sein. Das ist zum einen ein wirkliches Fest für die Anti-Linken Medien. Zum anderen muss man die Torte in das Querfront-Gequatsche der Ditfurth, VVN-Willms und anderer einordnen: Zum Versuch, die ohnehin gespaltene Linke zu atomisieren.


Am 27. Mai 2016 schrieb marie becker:

Nur ein kurzer Kommentar: die Stellung Aller Parteien zur Religion zeigt aus meiner Sicht die gleichen Symptome:
ein großes Maß an Etikettenschwindel und ein ganz kleines bisschen an Rückversicherung des Einzelnen ( es könnte ja etwas dran sein an der Lehre???)
hinzu kommt die Tatsache , dass Rom
in Deutschland einen Staat im Staat unterhält seit Jahrzehnten...übrigens "geweiht" oder vertraglich neu geregelt durch Hitler ...der dafür ein paar der Leitenden unbehelligt ließ...heute hat die Politik keine Meinung die Verträge zu lösen, weil Riesen summen auf dem Spiel stünden, die der deutsche Staat an die Kurie zahlen müsste....
der immense Reichtum der katholischen Kirche ist hier also schlicht ein Erpressungsmittel....und der Staat drückt wohl auch ein Auge zu, weil ein paar soziale Einrichtungen nicht von ihm getragen werden müssen, das aber ist eben auch Schwindel: denn die Mittel, die der Steuerzahler und zwar jeder, egal ob er Katholik ist oder Protestant oder....erbringen muss , sind sicher erheblich höher als die sozialen Institutionen einbringen...


Am 27. Mai 2016 schrieb Petra Hammesfahr:

DER WIRRE GYSI

Mitten im allgemeinen Linkspartei-Desaster meldet sich Gregor Gysi zu Wort und begründet den Abwärtstrend der Partei so: "Aber man spricht uns auch die Gestaltungskraft ab, weil wir auf Bundesebene den Eindruck vermitteln, nicht in die Regierung zu wollen." Parallel stürzt die Brandenburgische LINKE, die immer und unter allen Umständen reagieren will, auf 17 Prozent ab. Der Ex-Star der LINKEN ist offenkundig verwirrt: Die LINKE verliert im wesentliche WEIL sie unentwegt erklärt regieren zu wollen und so ihren Ruf als Oppositionspartei an die AfD abgegeben hat. Kampflos. Tragisch. Und wie und mit wem die LINKE denn irgendwann und irgendwo eine Regierung bilden will, das kann Gysi mangels Analyse und realer Möglichkeiten auch nicht sagen. Peinlich.


Am 27. Mai 2016 schrieb Guenther Lachmann:

Als hätte ich es geahnt; in dem Kommentar in der Galerie „Gott will den
Krieg gegen den Terror“; (01. April, 2016), erwähnte ich kurz, dass dem
Ramelow der Marxismus am Arsch vorbeigeht, aber das Christentum im
wichtig ist. Seine eigene Aussage!
Würde dieses Gedankengut nicht Millionen von Menschen beeinflussen,
könnte ich den Haufen der Linken als schlechte Komiker bezeichnen,
welche verpasst haben, auf die Theaterbühne zu steigen. Und wer immer
noch glaubt, die LINKE befasse sich mit den positiven Errungenschaften
der Marxistischen Lehren, dem kann ich nur empfehlen, sich dem
Polytheismus der antiken Griechen zuzuwenden. Dort findet der/die
Gläubige bestimmt mehr gerechte soziale Strukturen, als uns die LINKE
anbietet.
Bildhauer wie Phidias und Praxiteles haben mehr als menschliche
Schönheiten geschaffen; Maler wie Giotto und Cimabue, dessen
Kolossal-Jungfrau unverhohlen eine Göttin darstellt, bis Raphael und
Michelangelo generierten für Päpste, Kaisern und Ministerpräsidenten,
wie Ramelow, die Anbetbaren.
Der Magdeburger Götzentag der Linkspartei vergisst dabei, dass ein
Staatsmann sich ausschließlich (und nur ausschließlich), als absoluter
Freigeist mit religiösen Fragen befassen soll. Tut er dieses im Sinne
einer politischen Überzeugung, muss ich davon ausgehen, dass er die
christliche Dreifaltigkeit dazu benutzt, den Feinden zu vergeben, oder
sie zu erschlagen - je nachdem wer ihm von dieser Dreifaltigkeit für
seine Tat am nächsten steht, oder er sich am bequemsten erbetet hat.
Mir bleibt also nichts anderes übrig, als aus dem Konter-Antrag zu
lesen: „Vorwärts zum säkularen Staat.“ In solch einem Staat haben kluge
Menschen keine Aussichten auf Fortschritt. Sie werden auf
Missverständnis und Abneigung stoßen. Demagogen (als Pinguine
verkleidet) werden den Demos betrügen, belügen und die Völker in den
nächsten Krieg senden. Dieser Konter-Antrag ist das „Flammenzeichen an
der Wand“.
Ramelow als der »Inquisitor-Plus«, jener Mensch, welcher den Hexenhammer
wieder hervorholen wird? Vorstellbar ist es mir schon. Und nicht nur bei
Ramelow, sondern bei dem ganzen verlorenem Haufen von Gierlappen, welche
an/zu den Suppentöpfen drängen, um einen Platz am Buffet der
Regierungsbeteiligung zu erhalten.
Nun kommt er wieder durch die Hintertür, der Laizismus mit dem
ecclesiastischem Rückgrat, der Kampf gegen eine antireligiöse
Gesellschaft, denn zum λαϊκός hat es in Deutschland nicht gereicht. Der
imperialistischen Charakter des Laizismus nimmt dem Menschen jede
Entwicklungsperspektive, verweigert ihm das Recht auf Selbstbestimmung.
Erwarten könnte ich solch ein Verhalten von den Pinguinen, aber doch
nicht von den LINKEN. Mit dem Laizismus wächst der Abbau bürgerlicher
und sozialer Rechte.
Es lebe die LINKE. Hurra für ein Trugbild der Politik. So kann ich nur
hoffen, dass es viele Menschen gibt, welche Big Brother Ramelow und Co.
Die Stimme verweigern.

Antwort von U. Gellermann:

DIE Linke gibt es nicht. Es gibt Fraktionen und Fraktiönchen. Es gibt Unsägliche und Sagbare. Wie im wirklichen Leben.


Am 27. Mai 2016 schrieb Harry Ruderisch:

Arme Hunde! Man will Euch wie Menschen behandeln?
Da schreibt der Marx in seinem Kapital:
„Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“
Und was sagt der gläubige Genosse Ramelow in einem Interview:
Fragender Interviewer:
„Karl Marx soll gesagt haben: „Religion ist Opium für´s Volk“.
Antwort des erleuchteten MP und Genossen Ramelow:
„So hat Marx den Satz nicht gesagt, sondern: Religion ist das Opium des Volkes. Lenin hat später daraus gemacht: Opium für´s Volk. Marx hat gemeint: Das Volk betäubt sich mit Religion, weil die Verhältnisse so schlimm sind, wie sie sind. Lenin meinte: Die Amtskirche betäubt das Volk mit Religion. Das ist eine völlig andere Aussage. Es lohnt sich, Marx´ Text anzuschauen“
Es gehört aus meiner Sicht schon eine blinde Borniertheit dazu, die Amtskirche der Katholiken und Evangelen von der Religion zu trennen. Aber wenn sich dieser Genosse Ramelow schon die Trennung der „völkischen“ Religion von der Amtskirche vorstellen kann (weil Lenin anders als Marx), könnte er doch einmal mitteilen, was das in der Praxis für seine evangelische Kirche aus seiner Sicht der Linkspartei bedeutet. Müssen wir die Amtskirche abschaffen und dann bleibt die Religion übrig? Oder ist er angetreten um die Religion abzuschaffen und übrig bleibt die Amtskirche mit einer besoffenen Bischöfin?
Neulich war ich mit meinem altdeutschen Schäferhund im Wald spazieren (ein herrlicher Rüde, mein Gott was wäre die CSU, die NPD; die PEGIDA und auch die AfD stolz auf ihn, das Tier ist garantiert islamfrei, Rißthöhe 73 cm, und er hat mir seine Islamophobie sabbernd zugewuffelt - ich bin mir sicher, der würde auch den rufenden (und auf jeden Fall Kirchenglocken übertönenden) terrorverdächtigen, islamistischen Muezzin beißen, wenn er nur auf den Turm der Minarette in Deutschland käme. Anmerkung: Achtung der Text in Klammern ist Satire. Auf jeden Fall, wie ich so durch den Wald laufe mit meinem dt. Hund und mir wie immer den Lotto- Jackpott gewünscht habe , klatscht mit einem mal ein vollständig bräunlich behaartes Wesen mit Riesennase und Riesenfüßen (Barfuß, ohne Birkenstocksandalen) auf den Waldweg, runtergefallen vom Baum vor mir. Wir haben uns in die Augen geschaut wie einst Ramelow in den Text von Marx. Ich habe grunzende Laute von diesem Fell behangenen Wesen vernommen. Jetzt war ich mir sicher, er sagte „ülmtülpülmtülp“. Ich hatte also leibhaftig den einzigen und Sagen umwobenden Ülmtülp vor mir. Seine Laute versprachen mir eindeutig auch den Lottogewinn. Aber nur wenn ich und mein Schäferhund ihn verschonen würden, da er nicht so schnell wegpatscheln könnte wie mein dt. Schäferhund rennen kann. Nichts anderes konnte „ülmtülpülmtülp“ bedeuten. Natürlich habe ich ihn verschont. Mehr noch, ich bete seither zum Gott Ülmtülp und Frau Merkel prüft zurzeit (nach Antragstellung) ob ich eine Religionsschule mit der unverfälschten Lehre des Ülmtülps eröffnen darf oder wenigstens eines Minakirchdomeretts zur Verkündung meines bevorstehenden Lottogewinns und einer wichtigen göttlichen Botschaft. Übrigens mein göttlicher Ülmtülp wäre auch bereit Kanonen der Bundeswehr zu segnen, aber auch sterbenden BW-Soldaten die letzte Ölung zu geben! Mein Ülmtülp ist auch also auch ein Gott.
Hallo Herr Ramelow, sie sehen hier die Geburtswehen einer neuen Religion, noch ohne Amtskirche.
Aber, dieser linksgrünsozialchristlichliberaldemokratisch, in jeden Fall, dieser demokratisch, austauschbare Ministerpräsident Ramelow aus der ach so linken Linkspartei hat das Kapital an dieser Stelle des Kapitals tatsächlich nur angeschaut, evtl. ein wenig rumgelesen, aber keinesfalls begriffen. Ich gebe Herrn MP Ramelow mal den Schlusssatz des Religionskapitels im Kapital, denn es lohnt sich, Marx´ Text anzuschauen (hier zitiert aus: Aus Marx/Engels-Werke, Bd. 1, S. 378 ff)).:
„Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist, Verhältnisse, die man nicht besser schildern kann als durch einen Ausruf eines Franzosen bei einer projektierten Hundesteuer: Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln.“
Wie hatte ich mir das gewünscht für die Thesen der Linkspartei?
Übrigens (Sie mir sehr sympathischer Humanist) Herr Uli Gellermann: ICH BIN MARXIST, wieso gibt es dann nach Ihrer Definition keine "Marxisten"...habe ich etwas verpasst?

Antwort von U. Gellermann:

Tatsächlich habe ich nur geschrieben, dass Marx und Engels sich nicht als Marxisten bezeichnet haben. - Mir erscheint der Begriff Marxist als ein wohlfeiles Etikett. Wieviel Marx muß man gelesen haben, um als Marxist zu gelten? Reicht ein Meter blauer Bände? Gibt es ein Abschlusszeugnis in Marxologie? Wer entscheidet, ob ein Marxist ein Marxist ist?


Am 26. Mai 2016 schrieb Uschi Peter:

Bis zur letzten Wahl wählte ich Jahr für Jahr die PDS/ Linke. Für wen werde ich wohl demnächst votieren?
Das ist wirklich eine "Republik der faulen Kompromisse". Wenn es wirklich eine Trennung von Kirche und Staat, wie im GG vermerkt, geben würde, hätten wir die Probleme mit den jetzt herein drängenden bzw. schon ansässigen Religionsgemeinschaften nicht. Aber da der Staat alle Religionsgemeinschaften integrieren und auch als Politikum benutzen will, stellen die natürlich Forderungen. Will nach dem Beispiel der christlichen Kirchen unser Staat auch die anderen. Religionsgemeinschaften finanziell füttern, dann reicht das Geld wohl nicht für staatliche soziale Maßnahmen. Angesichts des Katholikentages in Sachsen, in dem die Christen in der Minderheit sind, fragt man sich natürlich, warum auch das der Steuerzahler berappen soll. Die Kirchen haben doch genug Einkünfte aus den so schon eingenommenen Staats-Finanzierungen. Dazu kommt die vom Staat eingezogene Kirchensteuer.
Hier ein Ausschnitt aus einem Interview in der jungen Welt vom 23. Mai 16:
"Kirchen erhalten ständig neue Rekordsummen
Andre Schollbach
Sachsen hat den öffentlichen Religionsgemeinschaften seit 1993 mehr als eine halbe Milliarde Euro gezahlt.
Die evangelische Kirche bekam 549,3 Millionen Euro, die katholische 30,7 Millionen Euro.
In jenen Bereichen, in denen die Kirchen gesellschaftliche Leistungen erbringen, indem sie Krankenhäuser oder Kindertagesstätten betreiben, erhalten sie ohnehin eine staatliche Finanzierung.
Sie bekommen Mittel für den Religionsunterricht - 49,86 Mill. Euro, für die kirchlichen Kulturdenkmäler - 80,78 Mill. Euro. (jährlich?) Von 2000 bis 2015 Euro erhielten sie geldwerte Leistungen: 100 000 kostenlose Minuten Hörfunksendezeit und über 3 800 Minuten Fernsehsendezeit. Sie sind von der Erhebung der Verwaltungsgebühren befreit. Hinzu kommen großzügige Geldgeschenke aus öffentlichen Kassen wie 4,5 Mill. Euro zum diesjährigen "Deutschen Katholikentag“ in Leipzig.
Für mich ist Glaube Privatsache. Allerdings wurde mir als Kind in der DDR gestattet, zu katholischen Feiertagen die Messe für die entsprechende Zeit in der gegenüberliegenden Kirche aufzusuchen. So nahm die böse DDR Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Menschen. Für mich war das ein willkommene Freistunde. Es gab sogar noch den Buß- und Bettag als allgemeinen Feiertag. Und die übrigen Feiertage wurden auch vom Staat DDR finanziert. Dazu braucht es keinen Gottesstaat.


Am 26. Mai 2016 schrieb Gideon Rugai:

"Wo die Linke sich auf Marx zurückführen lässt, ist sie nicht gläubig, sondern wissenschaftlich-analytisch."

In dem Zusammenhang muss ich an eine ein Anekdote aus einem Castaneda-Buch denken, dass ich vor vielen vielen Jahren mal gelesen habe. Mir ist da ansonsten nicht viel in Erinnerung geblieben, dennoch : Da versucht der Anthropologe dem Schamnanen "empirische Daten" zur Ethnie, Volkszugehörigkeit, blahblah zwecks Feldforschung zu entlocken, während dieser ihn bezügl. "wissenschaftlich-analytischer" Fragestellung recht amüsant-verarschend abblitzen läßt.
Und auf die empörte Reaktion des Wissenschaftlers, dass er doch nur wissenschaftlich eruieren und verifizieren wolle, entgegnet ihm der Mann, dass schon genug verblichene Knochen in den Verifizierungskammern der Geschichte rumlägen.
I. d. S steckt verbergen sich hinter dem Etikett des "wissenschaftlich-analytischen" Vorgehens auch nur allzuoft Borniertheit, Eitelkeit , Narzissmus, Ignoranz und letztlich sehr persönliche "Glaubensbekenntnisse" gerade in Bezug auf die (eigentlich richtige Annahme) Wissenschaft an sich sei unbestechlich ... tja da macht man die empirische Rechnung wiederholt und kognitiv-dissonant ohne den Wir...den fehlerhaften Menschen an sich (im Goldenen Weißkittel-Vließ).

Liegen Marx´verblichene Knochen nicht auch schon seit über einem Jahrhundert in der "Verifizierungskammer der Geschichte ?"
- regelmäßig abgestaubt, blankgeputzt und mit quasi-religiösem Eifer konserviert von "Gläubigen" aller Art ?

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich gibt es Menschen, die mit vorgeblich marxistischen Glaubenssätzen hantieren. Aber dafür können Marx und Engels nichts. Sie haben nie behauptet, dass sie Marxisten wären. Statt dessen haben sie ein reiches Instrumentarium zur Analyse der Gesellschaft, insbesondere der kapitalistische Ökonomie hinterlassen. Ein Erbe, dass mit nahezu jeder Zeile die ich kenne ruft: Anwenden, zweifeln, weiterdenken!


Am 26. Mai 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Aus meiner Sicht ist das beste was uns Angestellten und Arbeitern passieren kann:
Eine starke Linke als Interessenvertretung mit klarer und eindeutiger Zielsetzung.
Die Religionsgemeinschaften sollten:sich tunlichst raushalten.
Religion ist Privatsache. Punkt.
"Glauben kann man in der Kirche." Das würde noch fehlen, dass wieder vorgeschrieben wird, was gedacht oder gefühlt werden soll und darf.


Am 26. Mai 2016 schrieb Franz Segbers:

Man muss schon richtig lesen: Das "nur" bezieht sich auf ein nur der bürgerichen Menschenrechte - halt ohne die zivilen Menschenrechte. Dazu gehört auch die Menschenrechtscharta der EU. Diese sind der Maßstab und nicht nur /allein die bürgerlichen Menschenrechte der Französischen Revolution. Und im Übrigen hat der Sachsenantrag die "fraternite" - die Sozialität mit der Laicite ersetzt und übrig gebliben sind liberte und egalite. Das unterschreibt auch jeder FDP-Mann! Der soziale Ausgleich, den Du ansprichst, kommt erst durch die fraternite zustande. Egalite ist die Gleichheit vor dem Gesetz; liberte, die politische Freiheit gegenüber dem Staat.  Gerade diese intellektudelle Debatte  vermisse ich in der LINKEN. Sie wird ersetzt druch Anschauungen. Mich würde aber Deine Meinung zu den anderen Argumenten von mir interessieren: Die Laizität schützt nicht vor Fundamentalismus, sondern befördert ihn, wie Frankreich zeigt- das ist die Debatte in Frankreich, welche die LINKE hierzulande nicht wahrnimmt. Also weniger Bekenntnisse und mehr kritische Analysen.

Antwort von U. Gellermann:

Ja, ständig schwingt die FDP das Banner der Egalité, vor allem wenn es um gleiche Vermögensverhältnisse geht, oder gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Ähnlich albern ist Deine Argumentation zum Laizismus der angeblich zur Beförderung von Fundamentalismus führt: Also haben die fraglos laizistischen Nazis ihren eigenen Fundamentalismus befördert? Diese kurze Stange im historischen Nebel blendet das aus, was die Analyse „Interessen“ nennt. Gern blendest Du in Deinen Anmerkungen auch aus, dass es eben der Ramelow-Pau-Antrag ist, der von den „großen Religionen“ redet, und die dann auch noch als Quelle der Humanität behauptet. Kann es sein, dass Dir weder das Alte Testament, noch die Auslegungen von Tanach und Koran bekannt sind?


Am 26. Mai 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

Danke für diesen ausgezeichneten Essay!

Ich möchte ergänzen:

Würde es zu einer "laizistischen" BRD nicht auch gehören, das Zahlen der Bischofsgehälter aus Steuermitteln zu beenden und andere Punkte der widerlichen Konkordatsregelungen zwischen der römischen Kirche und ihren Anhang-Gebilden und den undemokratischen Regimen der Nazizeit und davor?

Ist nicht die EU noch weitergehend ein "römisches" Gewächst als die Banausen-Republik in Kolonial-Deutschland?

Und letztlich, falls erlaubt, eine "ketzerische" Frage: Ist die Partei "Die Linke" nicht das Überbleibsel eines gescheiterten Welt-Religions-Gründungs-Versuchs, der, wie viele solche gescheiterten Versuche, nun in einem Vexierspiel der sich bekämpfenden Kulte und Kültchen endet, die jeweils glauben, "alleinseligmachend" zu sein (linke Zerstrittenheit)?

Antwort von U. Gellermann:

Wo die Linke sich auf Marx zurückführen lässt, ist sie nicht gläubig, sondern wissenschaftlich-analytisch.


Am 26. Mai 2016 schrieb suann mcdorsan:

vorab.ich bin nicht religös aber gläubig.
und trotzdem halte ich starke religionsgemeinschaften das beste, was heute deutsche arbeitnehmer haben können. dank der beiden religionsgemeinschaften haben nämlich arbeitnehmer in deutschland bis 12 religiöse feiertage. und das bezahlt. wer heute daran arbeitet, die kirchen zu schwächen, interessiert sich für die arbeitnehmer damit wenig bis gar nicht. keine gewerschaft hat es, in den letzten jahren geschafft, mehr urlaubstage für ihre mitglieder zu erreichen.
wer also heute daran arbeitet, die positionen der beiden großen religionsgemeinschaften zu schwächen, steht garantiert nicht hinter der arbeitenden bevölkerung. andererseits, wer heute, aus angeblich " moralischen " gründen ( kindesmißbrauch usw. ) aus diesen religionsgemeinschaften austritt, sägt an dem ast, auf der sitzt.
mal sehen ob dieser kommentar veröffentlocht wird.

Antwort von U. Gellermann:

Feiertage gibt es, gab es natürlich auch in laizistischen Ländern. Was die Arbeitnehmer-Rechte betrifft: In den „Tendenzbetrieben“ - zu denen vorrangig die Betriebe (Kitas, Schulen, Krankenhäuser, etc.) der Kirchen zählen, sind die Rechte der Betriebsräte stark eingeschränkt und es herrscht ein faktisches Streikverbot. Und, wie Sie lesen können: Ihr Kommentar ist veröffentlicht.


Am 26. Mai 2016 schrieb Lutz Jahoda:

REQUIESCAT IN PACE - ODER WAS?

Gehe ich recht in der Annahme, dass Sahra und Oskar leiden werden? - Ich leide bereits seit geraumer Zeit. Zuletzt litt ich schriftlich am 25. Januar 2016 unter der Zeile "Das Imperium jubelt und singt" mit den Worten:

Uneinig einig, das haben wir gern,
hauptsächlich unter den Linken.
Heute noch sehn wir den Sowjetstern
wodkaschwer versinken.

Uneinig einig, das alte Rezept,
ließ uns bis heut überleben.
Schön zu sehen, wie Deutschland stept.
Fein, wie die Leimruten kleben!

Wohl weiß ich und hab verstanden, zu welchem Schachzug Die Linke sich entschlossen hat. Den Strategen erscheint dies in gegenwärtiger Lage als der einzige Weg, ein wenig zumindest mitreden zu können.
Meine Zeitung ist die "junge Welt". Ihr wünsche ich Verbreitung, weil sie sich keiner Kosmetik bedient, ebenso wie die RATIONALGALERIE, der ich für die Standhaftigkeit danke.


Am 26. Mai 2016 schrieb Volker Bräutigam:

Lieber Uli, chapeau! Wie ein vorzüglicher Essay über ein die republikanischen Fundamente unterspülendes Problem aussieht, das zeigt dein Beitrag über den bevorstehenden Kongress der Linkspartei beispielhaft. Der Text sollte Pflichtlektüre im Ethikunterricht jeder Schule sein. So bündig zusammengefasst und präzise formuliert liest man selten über das kirchliche Krebsgeschwür, von dem das aus dem GG ableitbare Neutralitätsgebot gegenüber religiösen Gemeinschaften angefressen ist; und selten auch liest man so Entschiedenes über die Kompromisslerei der sich selbst befriedigenden und bedienenden Kaste der parteipolitischen Funktionäre. Dass die PDL diesbezüglich kein Stück besser ist als ihre Konkurrenten, ist zwar keine neue Erkenntnis. Aber darüber so sauber und argumentationsstark formuliert zu lesen war ein reines Vergnügen.


Am 26. Mai 2016 schrieb Klaus Buschendorf:

Ausgezeichnet, dieser Artikel! An der "Linken" kann man heute leider studieren, wie die Konzentration auf den Parlamentarismus die Grundsätze verwischt. Und wer verwischt sie vornweg? Die Spitzen der Partei. Man wünscht sich mehr Persönlichkeiten wie Sahra Wagenknecht, die sich an den Grundsätzen orientieren und nicht nach der "Regierungsbeteiligung". Es ist ein falscher Weg, den Parteispitze heute geht. Die Grünen haben es seinerzeit vorgemacht. Lernt endlich daraus! Auf diese Weise werdet ihr sonst auch die letzten Anhänger einer sozialistischen Gesinnung verlieren, die erwarten, dass ihr für die Menschen Politik macht und nicht für Eure Posten!


Am 26. Mai 2016 schrieb Heinrich Triebstein:

Ich empfehle den Vordenkerinnen und Vordenkern der Partei die Linke dringend einen Blick in Fabian Scheidlers "Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation". Was sie dort im 4. Kapitel unter dem Zwischentitel "Einspruch gegen das Ende der Welt: die Jesus-Bewegung" lesen können, ist von einer Aktualität, die von Fritz Glunk bei der Sommer-Akademie 2013 des Instituts Solidarische Moderne in diese Wort gefasst wird: "Das revolutionäre Potenzial der christlichen Botschaft ist wieder neu zu entdecken, und diese Wiederentdeckung ist ohne Berührungsscheu auch von der Linken zu fordern und zu unterstützen."
Jesus ist von den Mächtigen seiner Zeit als Sozialrebell verstanden worden und als solcher von der damaligen Besatzungsmacht und ihren einheimischen Kollaborateuren ans Kreuz geschlagen worden. Wer heute diese Nachfolge antritt, muss das wie Mahatma Gandhi angehen. Gewaltfrei viele Menschen hinter sich versammeln. Und bei der heutigen Führungsmacht einen Begriff davon erzeugen, dass ihre Auslegung (Wir sind God´s own country) eine Lästerung dessen ist, von dem der Goldman-Sachs- Manager Lloyd Feinstein sagt, dass er zu denen gehört, die "Gottes Werk auf Erden" verrichten.


Am 26. Mai 2016 schrieb Toni Brinkmann:

Schade, das wäre doch mal eine Gelegenheit gewesen, an die ewigen biblischen Grundwerte zu erinnern: http://www.bibel.com/faq/offener-brief-an-dr-laura.html


Am 26. Mai 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Aus einem Kilo Rindfleisch gibt es, wenn es richtig gekocht ist eine gute Suppe.--
Angesichts drängender sozialer Fragen in Deutschland und der Welt sollte es die Aufgabe der LINKEN sein , nicht nur die Missstände aufzudecken, zu benennen, sondern Alternativen aufzuzeigen. Das sind einige der Gründe für mich gewesen die LINKEN zu wählen.
Sie lassen sich vor den Karren spannen der neoliberalen Kräft, und davon hat es mehr als genug; besonders im Deutschen Bundestag.
Wie ein zahnloser Tiger wird die LINKE in Teilen der Bevölkerung wahrgenommen.
Sie kreisen um sich selber, schreiben Bücher, und basteln wie die Anderen an ihren "Karrieren". Nicht alle, aber immer mehr.
Wo sind die Antworten auf die immer mehr geschliffenen Arbeitnehmerrechte ?
Gleichberechtigung, KInderarmut, Chancengleichheit, Rentenniveau, Rechtsruck; nicht nur in Deutschland, Das Korsett des Neoliberalismus, das die Möglichkeit von Entfaltung, gesellschaftlicher Entwicklung, Mitbestimmung usw. in die Tonne tritt und immer mehr verhindert muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden. Liebe LINKE, du kannst machen und beschließen was du willst in diesem System.
Es hat sich durchgesetzt, dass die europäischen Völker wählen können was sie wollen, sie wählen immer Austerität und Bankenrettung. Griechenland führt uns immer wieder vor, wie nicht gewählte Vertreter von Banken und Wirtschaft den Völkern zeigen wo der Hammer hängt.
Eine Opposition die ihren Namen verdient braucht es mehr als dringend.
Keine Regierungsbeteiligung; aus den genannten Gründen. Einsetzen für eine Systemänderung ohne wenn und aber.
Trennung von Kirche und Staat muss wesentlich differenzierter sein.
Die Kirchen mischen sich doch immer mehr in Belange ein, die sie nichts angehen sollten.
Und der bekennende Christ Ramelow ist doch in einer anderen Partei besser aufgehoben ? Da hab ich so meine Zweifel.
Die soziale Frage und die Macht- und Kräfteverhältnisse ist von der LINKEN mit allen Konsequenzen zu stellen; und das bei jeder anstehenden Frage, die eine Antwort haben will.
Sie tuen nicht das, wofür sie gewählt wurden.
Die falschen Rücksichtnahmen, die Konsenssoße, die keiner braucht, die aber gelöffelt werden soll.
Wo ist der Internationalismus ?
Spanien, Frankreich, Belgien, Griechenland .
Große Teile der Bevölkerungen gehen endlich wieder auf die Straßen ihrer Länder.
Und Deutschlands LINKE ?
Eh ich mich in Rage rede........
Heinrich Heine
Aufstand der schlesischen Weber 1844
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreifachen Fluch-
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch, dem GOTTE, zu dem wir gebeten in Winterskälte und Hungersnöten.
Wir haben vergebens, gehofft und geharrt, er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt-
Wir weben, wir weben.
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen, den unsere Not nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpresst und uns wie Hunde erschießen lässt.-
Wir weben, wir weben.
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt,-
Wir weben, wir weben!
Das Schiffchen webt, der Webstuhl kracht-
Wir weben emsig Tag und Nacht-
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch, wir weben hinein den dreifachen Fluch,
Wir weben, wir weben!
Habe mit großem Interesse den Artikel gelesen.


Am 26. Mai 2016 schrieb Franz Segbers:

Dein Kommentar zum Sachsenantrag ist zwar meinungsstark, aber doch recht ahnungslos.

Beispiel: Du schreibst: „… spielt einen klugen Doppelpass: „Die Laizität ist somit auch ein klares Stoppsignal an religiösen Fanatismus und Fundamentalismus.“ Was hier klug genannt wird, ist völlig ahnungslos. Bekanntlich stammen die religiösen Fanatiker von Paris und Brüssel aus Ländern, die religionspolitisch laizistisch sind. In Frankreich und Belgien gibt es eine Debatte darüber, ob man nicht der Laizismus ursächlich für den Islamismus sei. Es mehren sich die Stimmen, die eine Religionspolitik wie in Deutschland befürworten. Diese Diskussion sollte man zur Kenntnis nehmen. Der Integrationsbeirat für Migration hat vor wenigen Tagen darauf verwiesen, dass es keinen Grund zur Änderung der Religionspolitik in Deutschland gibt. Gauland von der AFD nennt seine Partei eine laizistische. Und Die Front national ist in Frankreich schärfste Verteidigerin der Laizität. Warum wohl? Bei Demonstrationen der Pegida traten Vertreter der Französischen Laizität auf. Man kann seinen Islamhaß gut kaschieren mit der Laizität. Blöd nur für die Linke in Sachsen, dass die AFD ihr den Schneid abgenommen hat. Beide Parteien wollen Religion zur Privatsache machen. Sie argumentieren dabei nur mit den bürgerlichen Menschenrechten und gegen den Pakt für zivile Menschenrechte. So kann man unbekümmert die religionspolitischen Positionen des 19. Jahrhundert übernehmen, ohne zu merken, dass sich die religionspolitische Landschaft verändert hat. Peinlich nur, wenn AFD und Linke in Sachen Religionspolitik mittlerweile in einem Atemzug diskutiert wird. Dahin gerät man, wenn man ahnungslos und meinungsstark ist. Und im Übrigen geht es bei der Laizität gar nicht um das Verhältnis zur Religion, sondern darum wie ein Staat sein Verhältnis zu Religionsgemeinschaften organisiert. Das ist doch wohl ein Unterschied. Es fehlt in der Linken nicht an unreflektierte Ressentiments gegen Religionen, wohl aber an einer theoretisch fundierten Religionskritik! Diese meint man mit der Laizität erledigen zu können.

Antwort von U. Gellermann:

Ahnungsvoll lese ich diesen Satz von Dir: "Sie argumentieren dabei nur mit den bürgerlichen Menschenrechten und gegen den Pakt für zivile Menschenrechte.“ Zu den „bürgerlichen“ Menschenrechten gehört die Egalität, ein umfassender politischer und sozialer Ansatz, bisher nirgendwo erfüllt, den Du als „nur“ bezeichnest. Das schwiemelt so wie der Ramelow-Pau-Antrag: Ungenau, oberflächlich und angepasst.


Am 26. Mai 2016 schrieb Kristoffer Henrik Ahrens:

Ach, Herr Gellermann...
Ich kannte mal einen Friesen, der mir zu vorgerückter Stunde verriet, dass er es als die einzige historisch bedeutsame Leistung seines Volkes betrachtet, jenen Bonifatius, der da mit freundlicher Unterstützung fränkischer Spezialkräfte vor Ort aufrauschte, einfach totgeschlagen zu haben.
Soviel zum Thema "soziale, politische, kulturelle und weltanschauliche Ausdifferenzierung".
Aber auch dem alten nordischen Brauch, sich missionierender Eiferer zu bemächtigen, um sie dem nächstbesten Meistbietendem als Sklaven zu verkaufen, dürfte angesichts "gravierender gesellschaftlicher Veränderungen" einiges abzugewinnen sein“.


Am 26. Mai 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Herr Galerist,
Ihr heutiger Artikel lässt durchblicken, dass sie Atheist sind. Nun das ist Ihre Privatangelegenheit, da will ich Ihnen nicht hinein reden.
Aber dass sie Frau Pau und Herrn Ramelow dafür kritisieren, dass die Beiden sich nun wieder auf ihre eigenen Wurzel besinnen und sich endlich auf den Boden des christlich-abendländischen Kulturkreises besinnen, ist doch lobenswert Verbauen sie den Beiden doch nicht alle Chancen, doch noch in den Himmel zu kommen. Und wenn die SPD tatsächlich marginalisiert, bleibt doch immer noch die Möglichkeit es zukünftig in einer Koalition mit der Christlichen Partei zu schaffen. Um an die Regierungstöpfe zu gelangen. Da könnte dann Herr Ramelow mit einem zusätzlichen Abendstudium der Theologie auch noch in späten Jahren den Job des jetzigen Gau(c)k´lers übernehmen und Frau Pau könnte Frau Schawan am Heiligen Stuhl in Rom ersetzen.
Also seien Sie ein bisschen nachsichtig und üben sie als Gottloser ein wenig christliche Demut. Gönnen sie diesen beiden Minderbemittelten ihre letzte Chance. Sie wissen doch, schon in der Bibel steht: "Selig sind die im Geiste armen, denn ihrer ist das Himmelreich!


Am 26. Mai 2016 schrieb Ewald Dieter Tünderligeti:

Sehr treffend formuliert Herr Gellermann !
Nachdem die SPD für mich unwählbar geworden ist ,( seit Schröder ) sympathisiere ich mit der Linkspartei ,habe sie auch gewählt allerdings mit Bauchschmerzen. Weil wenn man manchen Genossen aufmerksam zuhört merkt man wohin sie die Linkspartei hinsteuern möchten , Stichwort "Regierungsfähigkeit " . Daher bin ich überzeugt das auch die Linkspartei den Weg gehen wird den die Grünen gegangen sind ,und auch so enden wie die Grünen .

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