Die Kirche zum heiligen Schmidt

Der deutsche Sumpf als Bio-Reservat

Autor: U. Gellermann
Datum: 12. November 2015

Der "Unsterbliche" überschreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ihre ganzseitige Ode an den verstorbenen Helmut Schmidt. Und ihr Kommentator, Heribert Prantl, eigentlich ein Mann von Verstand, hält den einstigen Bundeskanzler für einen "Barbarossa der Neuzeit". Es fehlte nicht viel und der Hamburger Vor-Ort Langenhorn, Helmut Schmidts Wohnort, wäre zum mythischen Kyffhäuser gebläht worden. Im ganzen Land greifen Medien zu Glocken-Strängen und bebimmeln einen Mann, den die Hamburger in besseren Zeiten "ollen Sabbelkopp" genannt haben. Wer sich nüchtern und ohne die Sehnsucht nach einem guten König an Schmidt erinnern kann, der weiß, dass die vorrangige Begabung des Ex-Kanzlers in einem Sprachstil bestand, der auch den Wetterbericht als Nachrichten vom Jüngsten Gericht verkaufen konnte.

Der tiefe Wunsch der Deutschen nach einem König ist so neu nicht. Aber die aktuellen Zeiten machen den Wunsch drängender. Denn die Deutschen verlieren ihre Lichtgestalten und ihre Wertvorstellungen in großer Geschwindigkeit. Gestern noch hatten sie einen Kaiser, heute ist Beckenbauer nur noch ein kleiner FIFA-Bestecher. Gestern noch war der Volkswagen das Symbol deutscher Wertarbeit, heute rollt vor den entsetzen Augen der Deutschen nur noch ein blecherner Abgas-Betrug durch die Welt. Gerade noch konnte die Kanzlerin als Mutter Theresa der Flüchtlinge angebetet werden, schon kommt raus, dass ihr Innenminister an einer Flüchtlings-Abschreckungswaffe arbeitet. In solchen Tagen wird der Deutsche gern romantisch und wünscht sich die alten, scheinbar guten Zeiten zurück: Die halbwegs Harmlosen sehnen sich nach Helmut Schmidt, die Dresdner hätten gern den Führer zurück, der ja auch nur ein König war, wenn auch ein besonders böser.

Knapp unterhalb des Berliner Hofes, dort wo die Medien-Schranzen keinen Zutritt haben oder wollen, handeln die Kräfte der Finsternis. Dort ist kein König, keine Führung zu bemerken. Gerade eben wurde das muntere Eigenleben des Bundesnachrichtendienstes (BND) eher versehentlich enttarnt: Der hat einen deutschen Diplomaten bespitzelt. Diplomaten darf er, Deutsche nicht. Das autonome Leben des Dienstes wurde auch beim Beschnüffeln des französischen Außenministeriums deutlich: Dürfen darf er das, aber er sollte einen Auftrag haben. Da schweigt das Kanzleramt beredt. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hatte mal versucht, Uwe Mundlos anzuwerben, da war er noch nicht als NSU-Mörder bekannt, nur als Faschist. Das hat der Dienst solange verschwiegen wie es nur möglich und eigentlich strafbar war. Aber V-Leute gelten im Keller des Berliner Hofes als ehrbar. Rein, porentief rein war auch der Zufall, der den NSU zum Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter trieb. Die war keine Ausländerin, wie alle die anderen Opfer, die gehörte nicht zum braunen Mob, der von den Diensten ausgehalten wurde und dessen Akten so pünktlich verschwanden. Sie war nur genauso zufällig Mitglied der selben Polizeieinheit in der zwei Mitglieder einer Gruppe des rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) ihr Wesen trieben. Der Sumpf quillt aus allen Ritzen, aber die Regierung erklärt ihn zur gesunden Bio-Masse. Spätestens seit Schmidt nennt man das Praktizismus.

Als der heilige Schmidt noch Kanzler war, fiel ihm dieser Satz über Politik und Politiker aus dem Gebiss: "Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen." In diesem Satz steckt die ganze Bundesrepublik. Visionen werden von den jeweiligen Amtsverwesern nur als klinische Symptome begriffen. Dass jemand Vorstellungen vom Morgen hat, gilt als krank. Die Praktizisten machen jetzt, gleich, mal eben Politik und die ist immer alternativlos. Der NATO-Doppelbeschluss, die gnadenlose Aufrüstung der Bundesrepublik gegen den bösen sowjetischen Feind, fiel in die Schmidt-Regierungszeit. Diese Ankettung an die Interessen der USA setzt die Merkel-Regierung nahtlos fort: Als Drohnen-Abschussplatz und schnelle Eingreiftruppe auf dem Kiewer Maidan. Das, was sich in Berlin als Opposition ausgibt, LINKE wie GRÜNE, loben in ihren Nachrufen chorisch das Beharrungsvermögen des Verstorbenen, als müsse man nur lange genug irgendein Ziel verfolgen, dann habe man einen prima Platz in der Geschichte verdient.

Der Deutschen Selbstbild ist aus Sekundärtugenden gebastelt: Pünktlich, pflichtbewusst, diszipliniert, fleißig, ehrlich, sauber und ordentlich, zuverlässig, sparsam, so sehen sie sich. Das alles sind Eigenschaften, mit denen sich auch der Sumpf als Reliquie verkaufen lässt. Wenn nur Bio draufsteht.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. November 2015 schrieb Rainer N.:

@Max Dehmel
Zitat:
Was hat der plötzliche Tod von Helmut Schmidt mit der aktuellen Flüchtlingssituation und den Problemen von Angela Merkel zu tun?

Da gibt es schon eine Verbindung.
Helmut Schmidt hat nämlich 1981 folgendes gesagt: "Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag."
Siehe (leider ein Tweet von Erika Steinbach): https://twitter.com/SteinbachErika/status/664096957430919168/photo/1

Oder (Zitat): "Die Vorstellung, dass eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müsste, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen."
Später meinte er dann zu Pegida: "Dumpfe Vorurteile, Fremdenhass, Intoleranz" Ach so!
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-altkanzler-schmidt-und-schroeder-verurteilen-bewegung-a-1011404.html


Aber auch sonst darf man die politische Person Helmut Schmidt durchaus hinterfragen.
Wie stand er zu Sarrazin oder Homosexuellen?

All das kann man im folgenden etwas anderen Nachruf auf Schmidt (Aus dem ich zitiert habe) nachlesen:
http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/2015-11/warum-ein-kritischer-nachruf-auf-helmut-schmidt-durchaus-angebracht-waere/


Am 14. November 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Die Deutschen galten mal als Dichter, Denker und Erfinder, was wohl eher Primärtugenden waren. Irgendwann in der Industralisierung wurde ihnen wohl erzählt, jetzt sei Schluss mit der sowieso weichgespülten Träumerei und Spinnerei hingegen Zeit, die Arme hochzukrempeln, früh aufzustehen, hart zu arbeiten und zu sparen, da die Bezahlung schlecht war.
Ein guter Arbeiter, Untertan und Soldat wurde der Deutsche und war auf diese eher tristen Eigenschaften stolz.
- Schmidt hat mal gesagt: Ein Politiker darf sein Volk nicht belügen, aber er muss auch nicht alles sagen, was er weiß. Auch äußerte er mal im Fernsehen, dass es neben dem Terrorismus einiger Radikaler durchaus auch Staatsterrorismus gäbe und der sei noch schlimmer. Näher wollte er das aber nicht erläutern. Vielleicht hätte er gern manches zum Schluss noch ausplaudern wollen, ein Kommentator im Radio bezeugte Schmidt seine Bewunderung, meinte aber, am Schluss habe er zu viel gequatscht.


Am 13. November 2015 schrieb Vera Gärtner:

Die Schmidt-Kriche ist einsame Klasse! Die Betonung liegt auf einsam, denn weit und breit wird nur gelobt und gehudelt, es ist kaum auszuhalten. Dankbar genieße ich den frischen Wind Ihres Artikels, der den Weihrauch zerteilt.


Am 12. November 2015 schrieb El Gordo:

Glücklicherweise hält sich "Räucherware" nicht immer so lange ! ! !


Am 12. November 2015 schrieb H. Jussen:

Zum hl. Schmidt fehlt noch die Tatsache, dass er den ersten richtigen Schuldenberg hinterlassen hat.


Am 12. November 2015 schrieb Max Dehmel:

Ich finde den Artikel völlig abwegig und total missglückt. Was hat der plötzliche Tod von Helmut Schmidt mit der aktuellen Flüchtlingssituation und den Problemen von Angela Merkel zu tun?

Antwort von U. Gellermann:

Dner Artikel beschäftigt sich weniger mit Helmut Schmidt, viel mehr mit dem Schmidt-Medie-Hype und der darin erkennbaren Sucht nach einem gutem König. Dieser dringende deutsche Wunsch hat allerdings viel mit der aktuellen Situation zu tun.


Am 12. November 2015 schrieb Michael Kohle:

Zum Thema passt es zwar nicht, aber wenn die
Gelegenheit gerade so günstig ist, will ich meine "Stirnrunzeln" doch hier absetzen!

"Rein, porentief rein war auch der Zufall, der den NSU zum Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter trieb."

Dieser Zufall hat ja seine faszinierende Fortsetzung. Ausgerechnet in diesem sowieso mehr als dubiosen Ermittlungsfall soll doch tatsächlich von Beginn an am Tatort bis ihn abgelegenste Nachforschungen Jahre später immer mit den für DNA-Analysen erforderlichen Wattestäbchen aus ein- und derselben auch noch angebrochenen Vorratsschachtel gearbeitet worden sein. Chapeau, soviel Kostenbewußtsein ist mehr als lobenswert in unserem Beamtenstaat. Was wurde nicht alles auf die Spuren auf diese doch jungfräulichen Ermittlungswerkzeuge draufgesattelt. Sogar seltsame genhaltige Wesen wurden zusammengehirnt, nicht männlich, nicht weiblich, nichtmal transgender. Gasförmige Wirbeltiere?

Diese wundersamen Wattestäbchen wurden jedenfalls so lange zum Einsatz gebracht, bis auch die letzte Spur von Speichel, Schleim, Schweiss oder sonst was verdampft war und der letzte dunkle Zeuge tödlich verunfallt. Dann war es endlich an der Zeit, das Geheimnis zu lüften. Potzblitz!

Antwort von U. Gellermann:

Die Wahrheit ist immer schlimmer: Es handelte sich um das Das "Heilbronner Phantom“. Aufgrund von DNA-Spuren am Tatort wurde ein Zusammenhang zwischen diesem Mord und einer ganzen Reihe weiterer Straftaten vermutet, da in Spuren von 40 weiteren Tatorten übereinstimmende genetische Fingerabdrücke gefunden worden waren. Die zur Spurensicherung verwendeten Wattestäbchen waren verunreinigt, die DNA konnte einer Verpackungsmitarbeiterin eines an der Herstellung beteiligten Unternehmens zugeordnet werden.


Am 12. November 2015 schrieb caroline bischoff:

jetzt haben sie freie fahrt, die nicht - sozialisten !!!


Am 12. November 2015 schrieb Burkkhard Ohligs:

Es hat mich jedesmal angewidert, wenn sich die Politschranzen mit wortgewaltigen Weihrauchorgien über verstorbene Politprominenz hermachen und sich darin zu übertreffen suchen. Nun ist Schmidt engültig zur vorbildlichen Ikone aufgestiegen. Das hat natürlich auch gewisse Vorteile, denn man braucht den Vergleich nicht mehr zu scheuen.


Am 12. November 2015 schrieb Michael Kohle:

"Eine Träne für Petronius und eine für mich."

Es ist gerade zwei Tage her, dass Smokey das Paffen eingestellt hat und schon ist jener Zustand erreicht, der anderswo zur Selig- wenn nicht zur Heiligsprechung ausreichen würde. Vielleicht sollten auch die "Krokodilstränen" zum Wort des Jahres erkoren werden. Noch am Abend und in der Nacht des Hinscheidens: die volle Artilleriebeschickung auf allen Kanälen, mit und (tatsächlich auch) ohne Sandra Maischberger. Die rechtzeitig beigeholten "Selektoren" haben bestens gegriffen, es gab nur Gutes, was von ihm selbst per Zitate oder per TV-Redeausschnitt zu berichten war.
Donnerwetter, was für ein Mann! So wollte man es uns schnellstmöglich per Kercher ins Hirn blasen.

Von Toten soll man eben nur Gutes sprechen. Dabei wird jedoch schnell übers Ziel hinaus geschossen und auch das große Hallelujah chorisch hinausposaunt, auch aus Zeiten in denen es außer Flecken auf dem grauen Rock von nichts zu berichten gibt. Eigentlich müsste jetzt das Buch von Sabine Pamperrien "Helmut Schmidt und der Scheisskrieg" umgehend auf den Index. (Nebenbei: ob die HIAG eine Grußadresse ans Grab schicken wird?)

Dieser Mann war mir immer ein Rätsel, jedenfalls so lange, bis mir jemand der es wissen musste, klar machte, er - Schmidt - habe immer und ausschließlich gehandelt wie ein "Soldat" . Konnte erst nichts mit dieser Einstufung anfangen, spätestens im Herbst 77 hatte ich dann begriffen. Nicht nur der Kollateralschaden Schleyer kündet davon. Was wohl die Witwe Schleyer zu all den Lobhudeleien jetzt so von sich gegeben hätte? Und die Verschwörungstheorie von der "Nacht in Stammheim"? Nein, das traue ich ihm dann doch nicht zu. Die beiden Brüder im Geiste und im Waffenrock - vereint im rauch- und bierdunstgeschwängerten Krisenstab - Schmidt und Strauß dürften allerdings alte, kampferprobte Lösungsansätze diskutiert haben. Der "Lufteinsatz" von Mogadischu wird heute schließlich auch als Heldentat gerühmt, wo er doch nur ein Vorgänger von Kosovo und Afghanistan gewesen ist: Auslandeinsatz eben. Womit wir beim nächsten den Mann prägenden Ereignis angelangt wären: 1962 - Flut in Hamburg. Über alle Gesetze hinweg - zum Wohle des Volkes - den Einsatz der Bundeswehr im homeland angesetzt und dirigiert und alles vom Posten eines Innensenators aus. Nicht nur die Geretteten werden es ihm gedankt haben. Die Bundeswehr hatte jedenfalls plötzlich eine glorreiche Zukunft vor sich., nicht nur ein Dahinvegetieren im immer noch und wieder grauen Rock des Bürgerstaates.

Immer wenn er sich für mich in der Akzeptanz und/oder Anerkennung wieder etwas hochgerappelt hatte, brachte er wieder einen "dicken Hammer", der all das zerbröselte, was er sich vorher mühsam aufgebaut hatte. Als er vor wenigen Jahren von seiner wohl letzten Weltreise nach China und Singapur zurückkehrte, schwadronierte er vor der Kamera des Staatsfunks doch tatsächlich davon, dass "nichtdemokratische" Regierungssysteme durchaus auch Sinn machen würden. Heute - aus der Position unserer Postdemokratie - ist zu erkennen, er war der Zeit nur einiges voraus. Eine Vision wird es nicht gewesen sein, ein Albtraum auch nicht. Eine realistische Einschätzung der Frontlage. Der Soldat eben. Dass die Ägypter Sadat und Mubarrak - aus dem Militär an die Macht gekommen - enge Freunde waren, wen verwundert das denn noch?

Und jetzt nach seinem Ableben kommen die ganzen Neros und betrauern ihren Petronius. Selbst die Kanzlerin und Reichsprotektorin Ost äußerte sich mehr als löblich über den Verblichenen. Dabei kann in geheimen Ecken gut nachvollzogen werden (Youtube lässt grüßen), dass der Altkanzler an seiner über-über-nächsten Amtsnachfolgerin mehr als ein Haar in der Suppe und mehr als eine Gräte in der Amtsführung monierte. Von besonderer Brisanz - auch und gerade zur aktuellen Lage - jene gerade visionären (war er schon damals krank?) Ansichten über die sieche globale Wirtschaft, über die Weltmacht Russland und manches mehr. Da muss man jedoch schon zu www.russian.tv oder tief in die Katakomben der Staatsmedien abtauchen um zu solcherlei der aktuellen US-Protektoratsführung in Berlin zuwider laufenden Aussagen zu stoßen. Bei manchen Sequenzen drängt sich dann einem der Eindruck auf, dass ihm der von ihm kreierte NATO-Doppelbeschluss im Nachhinein als seine schlimmste Erbsünde vorkommt. Als einer der obersten Altvorderen auf und in der Atlantikbrücke hat er für den westlichen Pfeiler in letzter Zeit nicht mehr allzuviel der Wertschätzung über gehabt. Allein Gedanken daran haben ihn ab und an angewidert, wie es der Anschein auf dem immer tiefer zerfurchten Gesicht kündete. Sofern man es hinter den Rauchschwaden überhaupt erkennen konnte.


Am 12. November 2015 schrieb Ernst Blutig:

Und das ist nur die Selbstbeweihräucherungsshow unter Zuhilfenahme des Toten Schmidt. Nicht auszudenken, was los sein wird, wenn Helmut Kohl endgültig von Bord geht.

Ganz allgemein halte ich diese Beweihräucherung Schmidts für die klammheimliche Freude, daß mit ihm wirklich die allerletzten Spurenelemente sozialer Politik und Kritik an nationalistischgroßdeutschem Gehabe der Minderbegabten gestorben sind.
Spätestens wenn Kohl einfährt, wird dieses Gehabe großoffiziell aufgetischt und fröhliche Urständ feiern. Da bin ich mit ziemlich sicher.


Am 12. November 2015 schrieb Thomas Nippe:

Treffender läßt es sich nicht sage. Ein Wort noch zu dem Stichwort "Sekundärtugenden" Das war und ist der Sumpf, aus dem der deutsche Faschismus erwuchs. Alles verdrängt und vergessen. Ganz besonders seine ökonomische Seite. Wenn man daran erinnert, wird man hierzulande ein Fall für den sogenannten "Verfassungsschutz". Kommentar überflüssig!


Am 12. November 2015 schrieb Herbert Ludwig:

Ein sehr guter Artikel, der dem Mainstream endlich die Wahrheit entgegenstellt. Auch die meisten bisherigen Kommentare sind treffend.
Zum Schlussabsatz:
Diese Charackterisierung des Deutschen ist ja nicht falsch, aber einseitig und insofern schief. Ein eher vollständiges Bild sieht so aus:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/10/21/deutscher-geist-und-deutsche-seele-verkannt-verdraengt-verleumdet/


Am 12. November 2015 schrieb Michael Kunczak:

Wieder einmal! Elf Tageszeitungen auf meinem Tisch. Alle Titelseiten nahezu identisch - das gibt es nicht nur, wenn einer wie Helmut Schmidt gestorben ist.
Wer fällt aus der Reihe? Natürlich: der "Postillon". Er titelt: "Helmut Schmidt hat endgültig mit dem Rauchen aufgehört".
Danke!
Klar, Schmidt hat Kante gezeigt und auch seinen Spezialdemokraten öfter die Leviten gelesen! Gelegentlich hörte man von ihm vernünftige Sätze in Sachen Außenpolitik, ABER: Das nur und ausschließlich lange nach seiner Amtszeit!

Nun bin ich durchaus fast geneigt, ihm den NATO-Doppelbeschluss zu verzeihen. Wenn ich indes lesen muss, welchen Eierköppe den Toten jetzt für sich vereinnahmen ... nee, in diese Schar der Trauernden will ich mich nicht einreichen. Je ne suis pas Helmut ;-)


Am 12. November 2015 schrieb Hans Rebell-Ion:

Solche "gehen ein" ... in die deutsche Helden-KANZLER-Verehrung: Klugscheisser HELMUT als Ex-NAZI-WEHRMACHT-OFFIZIER und MACHT-MUTTI ANGELA als Ex-DDR-FDJ-SEKRETÄRIN! Beiden ist als KANZLER "gemein" ihre USA-HÖRIGKEIT und RUSSEN-FURCHT ... und beiden eint ihre POLITIK: Ich hänge meine Fahne in den (WEST"-)Wind!


Am 12. November 2015 schrieb Jens Wolfahrt:

Schaut man genauer hin, ist es wie beim ganzen Staat: Wo immer man den Mythen-Teppich ein wenig anhebt - stinkt es.


Am 12. November 2015 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

@ Gerd Rabenhorst
Dass Sie selbst im Tod so unversöhnlich sind, ist abstoßend.

Selbstverständlich wäre es pietätlös, in einem ausliegenden Kondolenzbuch Ungutes über einen Verstorbenen zu schreiben. Das verbietet einfach der Anstand und das Wissen um die Trauer der Angehörigen. Aber hier liegt kein Buch aus.

Womit ich meine, dass man einen Mann der Geschichte, in welcher Helmut Schmidt nun zweifellos erwähnt werden wird, durchaus ehrlich be- und auch verurteilen darf. Denn nicht automatisch erlangt ein verstorbener Politiker den Heiligenstatus verliehen und hätte dann als „tabu“ hinsichtlich Kritik und objektiver Betrachtung seiner Vita zu gelten.

Alles andere wäre Heucheltum und falsch verstandene „Memory“.


Am 12. November 2015 schrieb Ilse Bergmann:

Ihre Bemerkung zu GRÜNEN und LINKEN "Das, was sich in Berlin als Opposition ausgibt, LINKE wie GRÜNE, loben in ihren Nachrufen chorisch das Beharrungsvermögen des Verstorbenen" ist boshaft und durch nichts gerechtfertigt!

Antwort von U. Gellermann:

Die LINKE:
"Doch wir haben an Helmut Schmidt über Parteigrenzen hinweg geschätzt, dass er von ihm als richtig erkannte politische Projekte auch gegen innerparteiliche und gesellschaftliche Widerstände immer mit beeindruckendem persönlichen Einsatz und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat."

Die GRÜNEN:
"In vielen schwierigen Situationen hat er mutige Entscheidungen getroffen, wo andere längst aufgegeben hätten."


Am 12. November 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:


Helmut Schmidt: Pionier des Atlantik-Brücke - Unwesens, ein Banken- und US-Quisling, wie er im Buche steht, deshalb auch seine gegen sehr massiven Bürger-Protest durchgesetzte Aufrüstung Deutschlands mit amerikanischen Marschflugkörpern gegen Rußland.

Und wie hielt er es eigentlich mit den ebenfalls für Deutschland potentiell in der Selbstzerstörung endenden "Atomkraftwerken"?

Ein Fassaden-Christ, denn sein "Praktizismus" und seine Ablehnung von Visionen, eines Gesprächs über Zukunfts-Vorstellungen, waren durch seine Überzeugung untersandet, die Bergpredigt könne nicht zur Grundlage der Politik gemacht werden.

Wenigstens hat er einen Teil seines reichlichen Gehaltes via Tabaksteuer an die Allgemeinheit zurückerstattet.

Gott sei ihm und seinem markigen Gequatsche gnädig, falls er sich nicht schon genervt abgewandt haben sollte. Denn wie "Der Postillon" letztens schrieb:
"Gott weiß nicht, was er noch machen soll. Er ist fertig mit der Welt." ; - )


Am 12. November 2015 schrieb Lutz Jahoda:

GELLERMANN-EKG
EHRLICH - KLAR - GUT


Am 12. November 2015 schrieb Karl Döll:

Was fällt mir dazu ein? Gerade habe ich mir Ernst Toller "Eine Jugend in Deutschland" bestellt. Freue mich darauf. Will mich nur noch mit Leuten beschäftigen, die mir gefallen. Von der Sorte gibt es viele. Sie helfen das erste konsequente Nein zu formulieren. Danach wird alles leicht. Die tägliche Motivation für diese Welt ist überlebenswichtig. Ein Teil will ich hier zurückgeben.


Am 12. November 2015 schrieb Aleksander von Korty:

Und ich habe schon befürchtet den ruft der HERR niemals zu sich. Gott sei dank, hat er sich eines Besseren besonnen. Oder war es gar sein Gegenspieler da unten ! Egal, Hauptsache es ist vollbracht !


Am 12. November 2015 schrieb Gerd Rabenhorst:

Dass Sie selbst im Tod so unversöhnlich sind, ist abstoßend.

Antwort von U. Gellermann:

Abstoßend erscheint mir eine besinnungslose Heiligsprechung des ehemaligen Kanzlers in den Medien.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

26. September 2016

Massaker-Marketing

Wie die TAGESSCHAU mit Blut Meinung macht
Artikel lesen

26. September 2016

Leyen die Frontfrau

Wahlkampf-Reise in den Irak
Artikel lesen

22. September 2016

Peter Sloterdijk über Syrien

Zum schwarzen Loch der TAGESSCHAU
Artikel lesen

22. September 2016

Nach den Duma-Wahlen

Die Russen machen alles falsch
Artikel lesen

22. September 2016

Oliver Stone - Agent Moskaus

Wenn deutsche Pro-Amerikaner echte Amerikaner zu Anti-Amerikanern machen
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

DIE WAFFEN NIEDER!

Kooperation statt NATO-Konfrontation - Abrüstung statt Sozialabbau

DEMONSTRATION IN BERLIN

8. Oktober 2016
Auftakt: 12.00 Uhr

Alexanderplatz/Ecke Otto-Braun-Straße


www.friedensdemo.org
Bundesausschuss Friedensratschlag | Kooperation für den Frieden | ViSdP: Laura von Wimmersperg, Friedenskoordination Berlin