Die Helden von Kobane im türkischen Krieg

Volker Kauder an der Seite von Recep Tayyip Erdoğan

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. August 2016

UNSERE Kurden! Das waren die tapferen Frauen und Männer, die Ende 2014 dem Islamischen Staat, in der Schlacht um Kobanê, eine ganze Region entrissen hatten! TV-Sendungen und Zeitungs-Seiten wussten sich vor lauter virtueller Schlachtenbummlei nicht lassen: UNSERE KURDEN! Wenn aber unsere Kurden sich in ihren traditionellen Gebieten in der Türkei gegen die Herrschaft aus Ankara wehrten, wenn sie gar in Form der PKK auf deutschem, also unserem! Gebiet, politisch agierten, dann wurden sie schneller zu Terroristen erklärt, als man Kurdistan hatte rufen können. Jetzt also bekriegt die türkische Armee auf syrischem Staatsgebiet unsere Kurden und so recht weiß der deutsche Medienmacher auch nicht: Sind es immer noch unsere Kurden oder doch Terroristen oder was?

Ziemlich sicher ist: Die Kurden sind eine ungefähr 30 Millionen starke ethnische Volksgruppe, die in der Türkei, im Irak, im Iran und in Syrien lebt. Am Rande Syriens, an der Grenze zur Türkei, streben die dort lebenden Kurden gerade einen eigenen Staat an. Auch wenn die dortige Hauptkraft PYD heißt, ist sie der PKK nahe genug, um den in der Türkei inhaftierten Abdullah Öcalan auch als ihren Führer zu begreifen. Der war marxistisch inspiriert oder zumindest so angestrichen und kann deshalb nie und nimmer UNSER Kurde sein. Faktisch gibt es bereis einen kurdischen Staat: Die autonome Region Kurdistan, im Irak. Die gehört ebenso faktisch den USA wie der Familie Barzani, muss also eigentlich von unseren Kurden bewohnt sein, sonst hätte Frau von der Leyen doch nie und nimmer gute Gewehre von Heckler und Koch und prima deutsche Panzerfäuste dahin geliefert. Die Familie Barzani, besetzt im irakischen Kurdistan jeden zweiten Posten, vor allem mit Masud Barzani. Der macht den Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak und ist schon lange im Geschäft. Barzanis Vater war schon mal an einer kurdischen Staatsgründung in Persien beteiligt, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der aktuelle Barsani ist kein wirklicher Freund von Abdullah Öcalan: Bei zwei Führern ist immer einer zu viel. Das alles weiß der deutsche Redakteur nicht, er will es nicht wissen. Deshalb klatscht er immer Beifall, wenn UNSEREN Kurden Waffen geliefert werden. Was aber nun? Unser NATO-Partner Türkei bekämpft gerade unsere tapferen Kobane-Kurden.

Würden die Kurden nicht häufig auf Territorien von Verbündeten des Westens leben – der iranische Schah war lange ein Verbündeter, die Türken sind echte Super-Verbündet, selbst Assad der jüngere war mal Objekt für eine westliche Homestory – wäre längst eine internationale Kurden-Konferenz fällig. Eine Konferenz, die den Kurden zumindest kulturelle Autonomie, vielleicht sogar, dem internationalen Vertrag von Sèvres (August 1920) entsprechend, ein selbstbestimmtes Gebiet zusprechen könnte. Bis dahin aber gilt das Völkerrecht mit den dort festgelegten Grenzen. Völkerrecht? Fragt sich der NATO-Partner Erdogan, Völkerrecht? Da hält sich doch sonst niemand dran! Ob die USA, Frankreich, Großbritannien oder das neue deutsche Herausforderungs-Reich: Alle können am Himmel über Syrien einfach keine Grenzen erkennen und auch nicht auf am Boden, dort wo etliche westliche Geheimdienste und Spezialkräfte ihr Wesen treiben.

Eben, das Völkerrecht liegt am Boden, deshalb wird es auch so schnell mit Füßen getreten. Also was die Obamas und die Gaucks können, das kann unser Erdogan schon lange. Panzer und schwere Geschütze der türkischen Armee haben die Grenze zu Syrien überquert: Die Kurdenjagd, bisher auf türkisches Territorium beschränkt, ist jetzt auch in Syrien eröffnet. Das meint unser Erdogan prophylaktisch: Falls die syrischen Kurden auf syrischem Territorium einen kurdischen Staat ausrufen wollten, will lieber er die Gegend besetzen: Das alles hat doch mal zum osmanischen Reich gehört.

Jetzt hat Volker Kauder, der Weltpolitiker aus Hoffenheim, dem „Stader Tagblatt“, der Zeitung für Stade und Buxtehude, aber mal gesagt wo der deutsche Hammer hängt. Als allererstes hat er diesen fundamentalen Satz ins Unvergängliche gegossen: „Die Burka gehört nicht zu Deutschland“. Hatten wir bisher doch gedacht, die Burka sei so deutsch wie das Dirndl, wissen wir es nun besser. Und noch besser hat unser Volker auch gesagt, dass die Bundeswehr nicht wegen Erdogan in der Türkei sei und deshalb auch nicht wegen Erdogan aus Incirlik abziehen sollte. Hatten wir doch bisher angenommen, die deutschen Flieger seien wegen einer unheimlichen Liaison von Angela und Tayyip in der Türkei, wissen wir nun: Unsere Soldaten sind an der Seite eines Diktators und Völkerrechtsbrechers in der Türkei, um selbst das Völkerrecht zu brechen. Da weiß man doch was man hat. Danke Volker Kauder.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 31. August 2016 schrieb altes Fachbuch:

@ m.ebel
sind dann, deiner definition folgend und den bogen zum thema schlagend, die kurden patrioten und unsere freunde??
sind dann unsere armee und deren bündnis"partner" und auftraggeber unsere feinde?
und lass uns übers völkerrecht reden!!
ist das nur eine kategorie- oder definitionssache?? hat nicht jeder mensch gedanken und gefühle jenseits des juristischen oder philosophischen einmaleins für das eigentliche ansinnen, dass zur gründung von völkerbund und UN geführt hat?? also ich fühle, dass dies logisch ist und denke, dass sich das gut anfühlt!!
dass der feind geburtshelfer war, konnte der sich nicht aussuchen: die völker wollten eine vereinbarung, damit sie den nächsten blutzoll nicht auch wieder tragen müssen!!
bin ich unter der friedenstaube mitmarschiert, weil ich produktionsverhältnisse ändern wollte??
das völkerrecht wie auch der friedenswunsch ist für mich so ein verbindender universaler gedanke, der menschen bewegen kann!!
wenn der globalismus der feind ist, ist dann nicht der internationalismus die/eine lösung??
"die solidarität ist die zärtlichkeit der völker" (che)
ich bin sicher, dass diese botschaft auch andere themen dieser galerie berührt!!
bejammern wir nur eigenes "elend", dann ignorieren wir das der anderen, UND entfernen uns von eigentlichen kampfgefährten oder verbündeten!!


Am 31. August 2016 schrieb Manfred Ebel:


@ Alles nur Satire, ich grüße Sie.
Patriotismus finde ich gar nicht so schlecht - wenn man ihn vom Kopf auf die Füße stellt.
Wenn ich darunter verstehe, für die einzustehen, denen es ähnlich wie mir geht, wenn ich das Erbe der Werktätigen und volksnahen Künstler pflege, nationale und regionale Besonderheiten des Lebens des Volkes , dem ich angehöre, wertschätze, ebenso aus dem Volk kommende Rituale, Gewohnheiten, die Sprache, Dialekte und Mundarten, wenn ich Volkslieder singe, wenn ich - gemeinsam mit Gleichen - unsere Umwelt und andere Werte schütze, pflege und bewahre, wenn ich ein Haus und einen Garten pflege, wenn ich Frieden für mich, meine Familie, Freunde, Gemeinde und als allgemeines Gut für alle schütze, wenn ich echten geistigen wie kulturellen Reichtum pflege und entwickle, unsere Kinder zu ehrlichen Mitmenschen erziehe, wenn ich mich mit fremden Menschen austausche und sie respektiere und Respekt einfordere, wenn ich meinen sinnvollen Beitrag zum Gemeinwohl sinnvoll leiste - finde ich Patriotismus richtiggehend toll!


Am 31. August 2016 schrieb Alles nur Satire:


Ekelhaft, wie Völker, Religionsgemeinschaften immer wieder mißbraucht werden.

Medial und politisch.
Für billigste, z. T. perverse Propaganda herhalten müssen.

Weil es funktioniert, weil die Konsumenten (Bürger, Wähler) es aufnehmen, wiederkäuen und verinnerlichen.

>>Unsere<< Kurden, Vietnamesen, Afrikaner, >>unser>> Fidel, >>unsere << Hillary. Wie es gerade passt.

Kauder passt nicht zu Demokratie, Friede, sozialer Gerechtigkeit.
Kein neoliberaler, nationaler, völkischer Politiker passt dazu.

>>Patriotismus ist die letzte Zuflucht des Halunken<< (Samuel Johnson).


Am 30. August 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

GOETHE zu "NAHOST":
Hochaktuelles Spießbürger-Gespräch ...
aus dem "FAUST"

"Andrer Bürger:
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried? und Friedenszeiten.

Dritter Bürger.
Herr Nachbar, ja! So lass ich?s auch geschehn:
Sie mögen sich die Köpfe spalten,
Mag alles durcheinander gehn;
Doch nur zu Hause bleib´s beim alten."


Am 30. August 2016 schrieb Rüdiger Becker:

Einspruch, Herr Kocks. Die buchstäblich vorgestern noch geltende Analyse ist inzwischen obsolet. Aktuell wollen USA und Europa Syrien offenkundig nicht mittels Kurdenstaat im Norden zerstückeln. Vielmehr haben die Amerikaner abgenickt, dass die türkischen Nato-Partner die uns eben noch ganz nahen Kurden, die von uns und den USA finanziert, bewaffnet, ausgebildet und vor Ort von GIs militärisch angeleitet wurden, hinter den Euphrat zurückbomben. Und Flinten-Uschi ist, logischerweise, völlig sprachlos. Was sie wohl jetzt mit den aktuell lieferbereiten H&K-Beständen macht? Es kann nur falsch sein. Auch nach ihrem Verständnis.


Am 29. August 2016 schrieb Alexander Kocks:

Ein nicht geringer Teil der jetzt in Syrien lebenden Kurden sind während der 80iger und 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts vor der Verfolgung durch Saddam Hussein nach Syrien geflüchtet
und von der syrischen Führung aus humanitären Gründen akzeptiert und aufgenommen worden.
Schon damals hat man der syrischen Führung vorhergesagt, dass man das eines Tages bereuen würde, denn die
Kurden würden wohl später versuchen
den nordöstlichen Teil Syriens in ein
unabhängiges Kurdistan einzubringen.
Der Versuch dies in die Tat umzusetzen läuft jetzt mit Unterstützung der USA
und Europas um Syrien in Einzelteile zu zerlegen.


Am 29. August 2016 schrieb Manfred Ebel:

Versucht man selbständig, Informationen zu Kurden zusammenzustellen um sich ein Bild zu machen und es zu bewerten, hat man eine Menge Arbeit und nicht unbedingt Gewähr der Richtigkeit der Fakten. Besten dank also an Uli, uns diese Arbeit abgenommen zu haben.

"Völkerrecht" ist das Ergebnis von Verhandlungen von Kriegsparteien, von wem also? "Völkerrecht" ist Klassenrecht - besonders auch der "Völkerbund" und die UN. Die USA waren nicht Mitglied des Völkerbundes. Aus der Erinnerung trage ich zusammen, dass die UN - bezeichnenderweise von den USA ins Deutsche übersetzt mit 'Vereinigte Nationen', von Deutschsprachigen 'Vereinte Nationen' übersetzt. (passiv vs. aktiv; bestimmt vs. selbstbestimmt).
Die UN wurden praktisch wärend des zweiten Weltkrieges als Bund der Staaten gegründet, die Deutschland den Krieg erklärt hatten. Wieder bezeichnend ist, dass die USA sich selbst per se zur Hauptsiegermacht (der Siegermächte SU, GB, China, USA) mit Sondervollmachten erklärten. Auch nur diese Siegermächte haben bis heute Vetorecht. Wir können also froh sein, dass die SU/RF und China diese Recht wahrnahmen und -nehmen. Ungeachtet dessen bestimmten die USA ihre Unabhängigkeit von Bestimmungen der UN und der Haager Abkommen/ Landkriegsordnung/ Konvention und den Internationalen Gerichtshof. Sie erklärten, dass sie kein anderes Recht als US-Recht für sich selbst anerkennen. US-Recht ist i.W. ausschließlich Privatrecht.
Man könnte meinen, die Massen der Welt hätten ja auch ihre Vorteile von einer weltweiten Rechtsordnung, vom bestehenden "Völkerrecht". Was ist das für ein Recht, wenn die selbsterklärte Weltmacht sich selbst davon ausnimmt und wer hat denn dieses Rechtsgebilde überhaupt entwickelt? Und wozu? Die Praxis ist Kriterium der Wahrheit. Es waren Klassenvertreter für deren Interessen - und zwar nicht die der werktätigen Massen.
Es wird Zeit, ein neues, wahres Recht der Völker zu fixieren und wahrzunehmen. Solange müssen die Klassenjustiz und deren Bestimmer zur Einhaltung ihrer eigenen Verpflichtungen gezwungen werden.
Nur in Keimen gab es ein wirkliches Recht der Völker. In den sozialistischen Staaten.


Am 29. August 2016 schrieb Klaus Brender:

Wie Sie richtig schreiben, ist der aktuelle Erdo-Wahn ein deutsches Problem: Nur wenn sich die Bundesregierung sich von der Armenien-Resolution distanziert will die türkische Diktatur das Besuchsverbot bei den deutschen Truppen in Incirlik aufheben. Und die deutsche Regierung schweigt dazu. Peinlich.


Am 29. August 2016 schrieb altes Fachbuch:

das völkerrecht am boden!!!

das ist für mich die botschaft dieses artikels unseres galeristen (und ich kann damit natürlich falsch liegen)!!

kurden, auch ein erdogan oder kauder sind nur randerscheinungen, dieser eine kriegsschauplatz syrien ist auch nur exemplarisch für die brennende welt!

das völkerrecht am boden!

nach jedem weltkrieg gab es die beruhigungspille völkerbund oder vereinte nationen, um die massen per placebo von ursachenforschung und bestrafung der kriegstreiber abzuhalten, da die zukunft doch víel rosiger werden WÜRDE, und wir der doch zugetan sein sollten!!
das völkerrecht hielt nach dem WK II solange nur, weil es einen friedensblock gab, der das übliche verfallsdatum aufschob. der ist passe, wie jegliche zurückhaltung ebenso! alles NORMALE zwischenstaatliche ist nicht mehr existent, die uno hat ihr gewaltmonopol an die nato abgetreten - und die hätten auch sonst nicht gefragt! kommt nach der sabotage der fußballWM 2018 russlands rauswurf aus der uno, oder lösen die sich gleich auf zu gunsten einer "allianz von willigen"??

das völkerrecht am boden!
von der art der jetzigen kriegsführung, recht- und grenzenlos, schranken- wie hemmungslos, regel- und erbarmungslos geht doch keiner mehr weg?? was interessieren die genfer konventionen, oder den haag!

das völkerrecht am boden!!
man möchte fast den krieg wählen, um danach wieder bessere zeiten zu erleben!!??


Am 29. August 2016 schrieb Michael Kohle:

@Gerhard Guldner

Hoffenheim! Nein, der Nabel der Erdscheibe ist es wahrlich nicht, auch wenn die Hopps von dort aus wohl schon immer ihre Blitze schleudern konnten. Jetzt also auch noch Volker Kauderrrr (der mit dem Krampf im Unterkiefer, wenn er den eigenen Namen ausspricht), zumindest lt. Wiki dort gebürtig. Hoffenheim also, ganz in der Nähe von Heidelberg. Das wars auch schon vor 37 Jahren, als in der Kurfürstenstadt noch zwei Institutionen von Weltruf existierten (heute nur noch eine). Die Alma mater natürlich und seinerzeit eben Europas Kommandozentrale des Imperiums.

Anno 1979 - ich wiederhole es immer wieder gerne - ergab es sich, dass - Betlehems Patendorf Hoffenheim einer nicht ganz so heiligen Familie Unterschlupf gewähren durfte. Sie war gerade aus Teheran geflohen bzw. geflohen worden, kurz vor oder nach der Ankunft vom ersten Ayatollah. Papa und Mama Atai mit Klein-Golineh im Arm, im gleichen Alter wie die einst ebenfalls der unfreiwilligen Kinderlandverschickung ausgesetzte Angela Kasner, von West nach Ost. Papa Atai fand dann auch sofort akademischen Unterschlupf an der rein zufällig in der Nähe befindlichen alterwürdigen Universität. Wo ihn - sobald wie irgend möglich - auch alsbald das Töcherchen mindestens zur Mittagspause begleiten konnte. Die an das passende Studium sich anschließende steile Karriere erfreute sich dann auch schnell bis heute allerlei - teilweise extra fürs Golinehchen geschaffenen - Preise. Was mag da wohl für eine wohlmeinende Seilschaft parat gestanden haben? Wollte damit aber überhaupts nichts Böses untertellt haben wollen. War alles nur mutmaßlich, so wie Dr. Gniffkes gesammelte Sprüche auch.

Stimmt, das hatte jetzt aber auch gar nichts mit Kurden zu tun. Möge mir verziehen werden, wollte nur das gestern Gelernte zu Manipulation (R. Albrecht auf youtube) mal gleich zur Anwendung bringen. Kurden? Keine Bange, dazu fällt mir auch noch was ein.


Am 29. August 2016 schrieb Günther Mann:

Man lernt nie aus. Dieser Kauder mit seinem ultrareaktionärem Geschwafel in überzogenem schwäbisch kam mir mmer schon verdächtig vor: einer so daherschwätzt kann kein Schwabe sein. Und siehe da: ist er auch nicht.
"Volker Kauders Eltern waren als Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg aus Jugoslawien vertrieben worden."
Stimmt so nicht ganz. Das Königreich Yugoslawien hatte eine deutschsprachige Minderheit mit allem was dazugehört: Minderheienrechte, Schulen, Kirchen. Bis ein Großdeutscher Reichskanzler es für gut befand diesen Staat zu besetzen und zu besitzen. Nach 2 Wochen Krieg durften die deutschsprachigen Soldaten der geschalgenen Yugoslawischen Armee (nein, nicht heim ins reich sondern nach Hause in YU. Ihre serbischen Kollegen kamen als KG ins Deutsche Reich (sic). Im vom DR bestzten und verwalteten YU lebten also einige zigtausend YU-Bürger deutscher sprache im besten wehrfähigen Alter als Zivilisten. Lösung: sie wurden als Ausländer in die Waffen-SS gelockt um im Rahmen dieser Organisation den Großteil aller "deutschen" Kriegsverbrechen am Balkan zu veranstalten. Verständlich dass die nichtdeutschsprachigen Bewohner der Landschaf davon wenig begeister waren. Wenn Yugoslawische Bürger im Interesse einer äusseren Macht Verbrechen an Landsleuten verüben, hat das Folgen. Aus diesem und keinem anderen Grund wurden deutschsprachige Bürger von YU nach der Flucht der Besatzungstruppen aus dem Deutschen Reich in Vernichtungslager gesteckt und zum Teil vertrieben. Die Überlebenden sehen sich bis heute zu 100% als Opfer grausamer kommunistischer Partisanen, slawische Untermenschen halt eben.. Als Volker Kauders Eltern und viele andere geflohen wuren, waren sie nach dem Recht im Ankunftsland keinesfalls vollwertige Deutsche, sonder "nur" Volksdeutsche. Erst nach inkrafttreten des Grudgesetzes machte man daraus "Deutsche".
Damit erklärt sich die Orientierung des Volker Kauder. Was muss der Mann während des Überfalls der NATO auf Yugoslawien frohlockt haben!??
Alles nicht ichtig, aber solche menschen regieren uns heute, an der Seite von mehr als zwei ehemaligen Mitgliedern der DDR-Führungs-Seilschaften. Gute Nach Deutschland!

Antwort von U. Gellermann:

Man kann über Gauck und Merkel (die sicher im Schlusssatz gemeint sind) viel sagen, aber ganz sicher nicht, dass sie in einer DDR-Führungsmannschaft spielten.


Am 29. August 2016 schrieb Lutz Jahoda:

KAUDERLATEIN

Auf, auf zum ruhigen Kugelschieben!
Da ist zwar noch Vieles liegengeblieben
an uneingelösten Ehrversprechen
zur Wiedergutmachung blutiger Zechen.
So gilt vor allem, vergessen zu dürfen,
wonach andere längst wieder schürfen.
Drum hier meine Frage
zur Gegenwartslage:
Heißt Deutsch wieder gut sein im Völkerrechtbrechen?

Um erfolgreich mitzumischen,
wird nicht zu vermeiden sein,
alte Sünden aufzufrischen
und der Welt neu aufzutischen:
Schluss mit Klimperklitzeklein!


Am 29. August 2016 schrieb Ulrike Spurgat:


Mit großem Interesse habe ich den Artikel .lesen dürfen. Politischer Journalismus auf hohem Niveau.
Mal wieder eine Klasse für sich.
Danke, und möchte mich dem anschließen, was kürzlich zu lesen war: "Gut, dass es die Rationalgalerie gibt."
Bin gut informiert worden, weil es fast unmöglich ist, die Gesamtzusammenhänge, ohne diese saubere inhaltliche Recherche, auf den Schirm zu bekommen.
Die Arbeit, die Uli leistet, ist ein dicker, fetter Stern, am deutschen Himmel der schreibenden Zunft.
Solidarität mit dem kurdischen Volk. Immer sind es die Menschen, die den Dreck auszubaden haben, den die verursachen, die nie zur Verantwortung gezogen werden. Das keiner von denen, denen das Blut von den Händen tropft, sich vor dem Internationalem Strafgerichtshof wieder findet, und angeklagt ,und verurteilt wird, ist gelinde gesagt,eine der größten Sauereien. Wunden können nur heilen, wenn die Völker zu ihrem Recht kommen, selbstbestimmt in friedlicher Koexistenz mit- und nebeneinander zu leben, und die Kurden haben dieses Recht, selbstbestimmt und frei zu leben, wie jedes andere Volk auch, ganz genauso. In diesem Zusammenhang will ich an das palästinänsische Volk erinnern, dass aus den Schlagzeilen verschwunden, still leidet, aus dem "Gefängnis mit Meerblick," und nicht vergessen werden darf.


Am 29. August 2016 schrieb Erhan A.:

Wie kommen Sie auf diese beleidigende Behauptung über Abdullah Öcalan: "Der ist marxistisch inspiriert oder zumindest so angestrichen"?

Antwort von U. Gellermann:

Weil ich das Manifest Öcalans, im Mai 2003 in der Einpersonen-Haftanstalt Imrali geschrieben, gelesen haben. Folgenden Kernsätze zitiere ich daraus:

"Die Krise des kapitalistischen Weltsystems wird andauern und sich noch weiter verschärfen. Was schließlich weiter passiert, hängt von der Qualität der Analyse ab, die man anstellt. Es kann besser, aber auch noch viel schlimmer werden.

Mehr Erfolg für eine ernst zu nehmende gesellschaftliche Erneuerung und Systembildung könnte erzielt werden, wenn wir Zentren schaffen, die sich mit Wahrnehmung und Willensbildung befassen. Wir wollen sie der Einfachheit halber „gesellschaftswissenschaftliche Zentren“ nennen. Essenziell notwendig dabei ist, dass diese gesell schaftwissenschaftlichen Zentren von denen gebildet werden, die das Ziel und die Kraft haben, alle Eigenschaften von der Heiligkeit des Priesters bis zur disziplinierten Arbeitsleistung des modernen Wissenschaftlers bzw. der modernen Wissenschaftlerin in ihrer Person zu vereinigen.

Das neue demokratisch-ökologische Modell, das mir vorschwebt, bewegt sich jenseits starrer Kategorien von Klasse, Nation und Staat."

Das Papier zeichnet sich weder durch die Schärfe der Analyse, noch durch eine erkennbare Alternative aus. Das ändert nichts dran, dass die Unterdrückung der Kurden eine Schande ist.


Am 29. August 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Heute hat mich Ihr Artikel Herr Galerist wieder einmal etwas verwirrt. Deshalb meine Frage: Sind die verschiedenen Kurden in den verschiedenen Ländern Türkei, Syrien, Irak, Iran, so etwas wie eine Patchwork-Völkerfamilie ? UNSERE Kurden, EURE Kurden, KEINE Kurden = Bergtürken, wurden sie mal in der Türkei genannt. Das erinnert mich doch stark an eine Patchwork-Familie: MEINE Kinder, DEINE Kinder UNSERE Kinder ! ! !
Oder soll ich den gescheiten Herrn Kauder fragen? Ob der wohl eine Antwort hat ? ? ?

Antwort von U. Gellermann:

Es sind die Kurden der Kurden. Und sie könnten mit Sicherheit nicht über die Frage lachen.


Am 29. August 2016 schrieb Gerhard Guldner:

Man kann viel über Hoffenheim sagen - es liegt hier in Heidelberg um die Ecke, wo ich gerade eine Auszeit von Berlin nehme. Es wird von Dietmar Hopp, dem SAP-Millionär, regiert, der ja auch den Fussballverein finanziert, aber Volker Kauder sollte man den wackeren Kraichgauern nicht zuschreibend antun.
Der kommt aus einem südlichen Winkel Badens... wegen seines Dialekts und seiner Lobbytätigkeit für Heckler und Koch wird er aber den Württembergern alias Schwaben zugeschrieben, den notorischen Unterdrückern unserer lebenslustigen Lebensart.
Mich als Badener erleichtert das, weil er halt so viel dumm-reaktionäres Zeugs erzählt, in Europa wird ja jetzt wieder - wie zuletzt am Beginn der 40er Jahre - Deutsch gesprochen.
Also bitte Badener-Eigenschaft nicht erwähnen, ganz Lügenpresse-konform, seine Eltern sind aus Ex-Jugoslawien geflohen, was ihn natürlich als Freiheitskämpfer adelt.
In alter Anhänglichkeit
Dein Ukraine- und TTIP/CETA-Experte

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