Die Hartz-Vier-Rasse

Bertelsmann zur Züchtung von Langzeitarbeitslosen

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. Juni 2016

"Jobverlust im Alter wird in Deutschland zunehmend zu einer Falle“, teilt uns Aart De Geus, der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung anlässlich einer Studie zur Langzeitarbeitslosigkeit mit. In Fallen, das weiß der Waidmann, tappen Tiere. Wer die Falle für die Arbeitslosen aufgestellt hat, weiß der Stiftungs-Chef offenkundig nicht. Die bildungsständische ZEIT erkennt, dass “Langzeitarbeitslosigkeit hartnäckig“ ist. Diese böse Arbeitslosigkeit ist einfach nur halsstarrig. Die ähnlich hoch gebildete FRANKFURTER ALLGEMEINE meint sogar „Trotz Jobrekord bleibt Langzeitarbeitslosigkeit hartnäckig“. Beharrlich ist sie schon, die lange Arbeitslosigkeit. Und während die FAZ nur einen „Jobrekord“ sehen konnte, wußte die ZEIT sogar von einem „Jobwunder“ zu berichten. Das ist ehrlicher, denn man wundert sich immer wieder, für welche Hungerlöhne Menschen arbeiten müssen, um die Statistik zu verbessern. Die nicht ganz so schlaue RHEINISCHE POST schließt sich der Bertelsmann-Analyse an: „Jobverlust im Alter wird zunehmend zu einer Falle“. Der gesichtslose Job-Verlust mutiert also irgendwie zu einer Fallgrube. Und Andreas Sankewitz (SPD), Vorsitzender des Sozial-Ausschusses, setzt noch einen drauf: „Langzeitarbeitslose in der Endlosschleife gefangen.“ Wer mag die Schleife gebunden haben? Für Arbeitslose halten die deutschen Meinungsmaschinen eine eigene Sprache bereit: Das Entpersönlichte, der fünfte Fall, der in die Falle führt.

Ein Unglück hat Lisa getroffen. Ihre Waschmaschine ist kaputt, für immer. Die war aus der guten Zeit, als sie noch Arbeit hatte und Geld. Eine neue? Nicht mal an eine neue Gebrauchte ist zu denken. Von Vierhundert Hartz-Euro monatlich, ohne Rücklagen? Aber Waschen muss sein. Sonst heißt es gleich Arbeitslose stinken. Zum Waschsalon? Auf Dauer zu teuer. Bei Freunden waschen? Die Zahl der Freunde ist geringer geworden. Seit Beginn der Arbeitslosigkeit. Gut, da wäre noch Heinz, aber Heinz geht ihr lieber an die Wäsche als dass er sie waschen ließe.

Die Bertelsmann-Studie nennt sich „Langzeitarbeitslosigkeit im europäischen Vergleich“ und fängt schon gut an: „Vor allem in Südeuropa wird sie (die Langzeitarbeitslosigkeit) zunehmend zum Strukturproblem“. Irgendwie ist die Arbeitslosigkeit auf Dauer ein Problem für die Struktur. Arme Struktur. „Die sogenannte Langzeitarbeitslosenquote, betrug EU-weit 4,3 Prozent und lag damit fast doppelt so hoch wie vor Ausbruch der Krise“ schreiben die Bertelsmänner auf. Sogenannt? Das ist doch das Wort für angeblich, scheinbar oder eingebildet. Aber wenn die Krise ausbricht, so wie Vulkane ausbrechen oder wilde Tiere aus ihren Käfigen, dann sind die Randerscheinungen eben eher Schimären. „Langzeitarbeitslosigkeit“ so setzt die gewöhnliche Bertelsfrau ihren Text fort, "ist eine der größten Herausforderungen für jeden Arbeitsmarkt.“ Da staunt der Markt: Hat er doch die Arbeitslosigkeit selbst hergestellt. Jetzt fordert die ihn heraus? Kann nicht wahr sein. „Durch die andauernde Beschäftigungslosigkeit kommt es zur Entwertung von Humankapital und Bildungsinvestitionen, sinkende Beschäftigungsquoten verringern die Arbeitsmarkteffizienz und das Wachstumspotenzial einer Wirtschaft.“ Da hatten doch die Konzerne, unter ihnen sicher auch der Bertels-Laden, so viel in das umherschweifende Humankapital investiert und nun mindert es die Profit-Effizienz? Undankbares Kapital.

Lisa war in diesem Monat schon einmal im Kino, da war der erste Zehner weg. Zu gern wäre sie zum McCartney-Konzert gegangen. Als Paul jung war, da war sie noch jünger. Super Erinnerung. Aber die billigste Karte kostet 99 Euro. Das wären fast so viel wie zwei Monate Regelsatz-Anteil für Freizeit, Unterhaltung, Kultur. „It's been a hard day's night, and I've been working like a dog“, das war kein schlechtes Gefühl, nach einem harten Arbeitstag nach Hause zu kommen. Zu wissen, man wurde gebraucht, man hatte Geld in der Tasche, nie genug, aber genug für „make me feel alright, feel alright, feel alright“.

„Fast die Hälfte (43,1 %) aller Arbeitssuchenden sind schon mehr als ein Jahr erwerbslos, knapp ein Drittel sogar schon länger als zwei Jahre“ erfährt man aus der Studie. „EU-weit ist der Anteil der über 55-Jährigen unter den Langzeitarbeitslosen (13 %) deutlich höher als unter den Kurzzeitarbeitslosen (8 %). Besonders hoch ist der Anteil älterer Langzeitarbeitsloser in . . . Deutschland (26 %)“. – Wer längere Zeit arbeitslos ist, wer sich noch mal und noch mal beworben hat, wer noch mal und noch mal abgelehnt wurde, dem fehlt nicht selten die Kraft für die tausendste Bewerbung. Für diesen Fall weiß die Studie Rat: „Eine aktivierende Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ist entscheidend, um das Entstehen von langfristiger Erwerbslosigkeit und Inaktivität zu verhindern, bzw. bestehende Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren.“ Nicht das Angebot von Arbeit verhindert Arbeitslosigkeit, sondern eine „aktivierende Politik“. Und die geht so: „ . . . etwa durch striktere Regelungen hinsichtlich der Voraussetzungen zum Bezug von Leistungen und der Zumutbarkeit von Jobangeboten.“ Mit der Peitsche drohender Arbeitslosigkeit werden jene, die Arbeit haben, zu mehr und schnellerer Arbeit angetrieben. Mit der Peitsche der Sanktion wird die Schwelle der Zumutbarkeit weiter gesenkt.

Alle halbe Jahre mindestens muss Lisa zum Job-Center. Das Job-Center heißt nicht Job-Center weil es dort einen Job gäbe. Und Lisa muß auch nicht da hin, weil man einen Job für sie hätte. Sie muß zur Kontrolle dahin. Weil? Weil, sie könnte ganz heimlich eine Arbeit begonnen haben und weiter Hartz Vier beziehen? Nein, sie muß dahin, weil sie dahin muß. Aber das Amt nimmt ihr auch notfalls den Weg ab und besucht sie zu Hause. Wenn in ihrer Wohnung „Luxusgegenstände“ vermutet werden. Denn der „Leistungsbezieher“ darf nur über einen „angemessenen“ Hausrat verfügen und ist verpflichtet, Luxusgegenstände zu „verwerten“. Das meint verkaufen und den daraus resultierenden Ertrag zur Minderung der monatlichen staatlichen Alimente einzusetzen.

Einmal, gegen Ende der Bertelsmann-Studie, blitzt ein Satz von Wahrheit auf: „Wo Aktivierung zur Erwerbsarbeit zunehmend zur sozialpolitischen Norm wird, müssen dem Fordern auch entsprechende Angebote des Förderns gegenüberstehen.“ Selbst dieser Satz muss übersetzt werden: Wenn Arbeitslose mit Sanktionen zur Arbeit getrieben werden, sollte es Arbeit geben. Welch eine Erkenntnis für eine Stiftung, die der deutschen Sozialdemokratie die „Agenda 2010“ geschrieben hat. Jene angebliche Sozial-Reform, die zu keiner Zeit Arbeit geschaffen hat, außer im Job-Center. Jene Reform, die eine neue soziale Rasse erschaffen hat: Unmündige, sozial isolierte und erniedrigte Wesen, die vom System verwaltet werden. Deren Züchtung kann Bertelsmann jetzt, 20 Jahre später, mit einer Studie begutachten. – Liz Mohn, die Herrin des Bertelsmann-Konzerns und der gleichnamigen Stiftung, ist eine gute Freundin der Frau Merkel.

Lisa hätte gern ein Kind gehabt. Aber sein Vater sollte nicht Job Center heißen und es sollte nicht von 237 Euro monatlich leben müssen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 04. Juli 2016 schrieb Klara Brigitte Mensah-Attoh:

an Jürgen Heiducoff:
Es IST ein Mentalitätsproblem! ich nehme an, "der Deutsche" hat es noch nicht begriffen. Er ist viel zu sehr Individualist und tut sich mords schwer mit dem Erkennen, daß man mit seinem Mitmenschen im selben Boot sitzt,
- während "der Franzose" - besser "der Südländer" allgemein eben kein Problem damit hat, sich zu SOLIDARISIEREN.
Wachsam zu sein, Aufstehen gegen Unrecht, sich Wehren gegen Sozialabbau - seine Empörung an die Öffentlichkeit tragen funktioniert nicht nur gemeinsam leichter - es macht Mut und bestärkt jeden einzelnen Menschen - weil er deutlich vor Augen hat: Wir sind viele! .


Am 19. Juni 2016 schrieb Jürgen Heiducoff:

Mit der Agenda 2010 verschaffte sich der Neoliberalismus in Deutschland den Durchbruch. Seither geht es, wenn auch auf vergleichsweise hohem Niveau, in unserem Lande sozial abwärts. Immer mehr wird die Lebensqualität der Mehrheit der Menschen beschnitten. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Und der Michel lässt es zu. Er ist geduldig und gutgläubig gegenüber der Obrigkeit wie eh und je. Eher versuchen immer mehr Leute ihre Probleme durch Beschaffungskriminalität zu lösen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche und Diebstähle steigt in einigen deutschen Städten dramatisch. Man betrügt und bestiehlt seinesgleichen. Polizei und Staatsanwaltschaft sind überfordert. Doch wer ist zuständig, wenn durch Gesetz und Staat geschützt, sich Banken, Versicherungen, Vermieter und auch staatliche Einrichtungen an unserem Eigentum bereichern? Dispozinsen, Mieten, Wohnnebenkosten und GEZ ? Zwangsgebühren steigen ins Unendliche. Die Arbeit ist in unserem Land extrem ungleich verteilt. Von Arbeit kann sich keiner eine gute Existenz aufbauen. Da sitzen sich manche Beamte den Arsch wund und andere schuften für einen Minilohn, um nach einem arbeitsreichen Leben in die Altersarmut zu fallen.
Und all das wird hingenommen.
Anders die Franzosen. Dort gehen Millionen von Leuten gegen das neue Arbeitsgesetz auf die Straßen. Das Gesetz soll Mehrarbeit bei geringerer Entlohnung und Entlassungen erleichtern.
Die Rolle der Gewerkschaften soll beschnitten werden.
In unseren Medien hört und liest man wenig von diesen Demonstrationen und Streiks im Nachbarland. Aus gutem Grund. Es mutet an, als sei in Frankreich nur die EM, sonst nichts.
Vereinzelt hört man von Randale und brennenden Autos in den Vorstädten französischer Großstädte.
Woran liegt es, dass die Franzosen sich nicht unterbuttern lassen? Ist es eine Frage der Mentalität? Sind die Menschen dort aufgeklärter und selbstbewusster?
Es lohnte sich, diese Themen genauer zu untersuchen.


Am 19. Juni 2016 schrieb Uschi Peter:


Wenn ich mich dunkel erinnere, hieß es mal, dass die Maschinen dem MENSCHEN das Leben und die Arbeit erleichtern sollen. Der KAPITALIST aber benützt die Maschinen zur Profitmaximierung. Die Menschen sind ihm höchst egal. Es muss ein anderes Verständnis von Arbeit geschaffen werden, damit der Mensch gebraucht wird als Mitglied der Gesellschaft und nicht als überflüssiges Anhängsel. Auch eine Verkürzung der Arbeitszeit wird dem Kapitalist nicht reichen. Es gibt heute schon Betriebe, die ganz ohne Menschen auiskommen. Da beobachtet höchstens nioch einer die Monitore.
Die sozialen Tätigkeiten werden heute meist von Ehrenamtlichen ausgeführt. Die müssten in der Zukunft als vollwertige Berufe anerkannt werden. Ist das im Kapitalismus aber möglich und gewünscht?


Am 19. Juni 2016 schrieb Manfred Wechselberger:

Der Langzeitarbeitslose bzw. H4ler ist das beste, was dem groß kapitalistischen BRD Staat passieren kann.
Der H4ler kostet dem Staat mit ca. 800 Euro monatlich nicht mal die Hälfte eines Kurzeit Arbeitslosen. Der Kurzeit Arbeitslose bekommt ca. 1100 Euro plus ca. 500 Euro für die Rente gutgeschrieben. Kein Wunder, dass der deutsche Staat - bzw. dessen superreiche Bosse - den Langzeitarbeitlsen erstmal erschaffen musste.
Mal eine andere Rechnung : Ein Langzeitarbeitsloser der 20 Monate arbeitslos ist, entspricht 10 Kurzeitarbeitslosen mit nur zwei Monaten Dauer Arbeitslosigkeit. Anmerkung : Welcher Lohnabhängige hätte vor zwei Monaten Arbeitslosigkeit Angst ? Wer würde dann nicht gern mal zwei Monate arbeitslos machen ? Rein rechnerisch gibt es Langzeitarbeitslose nur, weil es keine Kurzzeitarbeitslosen gibt.


Am 18. Juni 2016 schrieb Rudolph Bauer:

Die Bertelsmann-Stiftung liefert eine "Studie" über Langzeitarbeitslosigkeit. Dieselbe Stiftung war beteiligt beim Ausknobeln der Hartz-Gemeinheiten unter Schröder. Devise dieses noblen Think Tanks des RTL-Unternehmens : Erst die Menschen ins Feuer schicken und dann "Wie schrecklich, es brennt!" schrei(b)en. Das liefert Stoff für Elends-Dokus über Lisa.


Am 18. Juni 2016 schrieb Der Linksliberale:

Zynisch, verbittert aber satirisch meint der Linksliberale:
"Angst vor den Armen" das war in "Zeit Online" im Jahr 2013 zu lesen. Es waren damit, nach eingehämmerter Meinung der Mainstream-Medien, die Bulgaren, Rumänen und ehemaligen Jugoslawen gemeint, die wegen ihrer Armut unser deutsches, extrem soziales "Sozialsystem plündern" wollten. Übrigens waren es 2004 die Polen, die unser schönes deutsches Vaterland plündern wollten und wer wüsste es nicht: davor waren es die Ossis. Gerade in diesem Jahr haben die Russen / Putin unser Sozialversicherungssystem „Altenpflege" geplündert. Jetzt sind es die Flüchtlinge, genauer die Wirtschaftsflüchtlinge, aus Nordafrika und Syrien. Das sind die Menschen, die jetzt massenhaft im Mittelmeer ersaufen, weil die Balkanroute gesperrt ist. Ich will nicht boshaft und zynisch sein, aber hätten diese „Schwatten" , die so viel Geld für Ihre Flucht ausgeben, nicht ein hochseetüchtiges Schlauchboot mieten können? Beispiel: Wenn wir Deutschen im Urlaub auf einer Banane über die Wellen des Mittelmeers geschleudert werden, haben wir da nicht vorher im Vertrag mit dem Hotel "all inclusive fressen und saufen bis zum Umfallen" die Risiken abgesichert! Und was machen diese Flüchtlinge? nix ist abgesichert. (Achtung: Allianz Und Andere Versicherung, für die Idee Versicherung des Risikos gegen Ersaufen, aber nur von Wirtschaftsflüchtlingen möchte ich eine Provision!). Was passiert der Flüchtlingsmama mit Ihrem Kind im Arm, wenn sie von dem türkischen Schlepperschlauchboot (Touri-Banane) an den Strand von Griechenland, also nach EUROPA, geschleudert wird? Sie wird, wenn sie um Hilfe bittet, zurück in die Türkei geschickt! Das hat unsere Bundesmutti mit dem Erdowahn eingefädelt. Der Vertrag lautet in etwa so: Also Mama mit Kind zurück, aber dafür, als Ersatz, ein ordentlicher Flüchtling also ein Arzt oder Wissenschaftler nach Europa. Übrigens Kranke dürfen auch nicht kommen- wir sind doch nicht das Sozialamt oder Krankenhaus von und in Europa. Was hat das mit den ?Hartzvierlern? zu tun? Diese?Hartzvierler in Deutschland sind auch verbranntes, meistens ehemaliges, Humankapital, zumal keine ausgebildeten Ärzte oder Ingenieure. Diese Hartzvierler kosten nur Geld, die sind im Wirtschaftskreislauf einer ?wirtschaftskonformen deutschen Demokratie? genau genommen unnütz!
Naja nicht ganz, ich habe da eine humanistische, neoliberale Idee: Wenn wir diese hartzvierler Hängemattentypen aus der sozialen Hängematte mit Ihrer spätrömischen Dekadenzeinstellung einfach monetär verwerten! Wir binden diesen, nicht wirtschaftskonformen, Hartzviermüttern ein Kopftuch um und dann ab mit Ihren Kindern auf die nächste Fähre zu Erdowahn und erhalten dafür , laut Vertrag, Ärzte, Ingenieure und Wissenschaftler! Immerhin 40% aller Hartzvierler sind allein erziehende Mütter. Das ist Business! Hier wird dann Mutter mit Kind ein Renditeobjekt! Das würde übrigens auch mit weiblichen Rentnerinnen mit Kopftuch klappen, die hier in unserem schönen Land ihre Rentenbezüge nach 45 Jahren Beitragszahlung in die Rentenkasse erschlichen haben. Die Wartezeit für Termine beim Ohren- und Augenarzt springt sprunghaft nach unten! Die Kosten springen praktisch ins Bodenlose nach unten (wenn wir die syrischen Ärzte unter 8,50 - je Stunde entlohnen oder sie eine "EIN EURO AG" gründen lassen) .
Sehen Sie, Frau nora schmitz-gharbi, ihre ganze Almosen - Rechnung für die Hartzvierler wird durch meine neoliberale Idee ad absurdum geführt?denn wenn 40% Prozent aller Hartzvierler wegfallen (weil in Türkei) und wenn es der Schwarze-Nullschäuble nicht merkt und der Erdowahn intensiv mit dem Abschlachten von Kurden beschäftigt ist, kann das eingesparte Geld für die Verwaltung der ARGE oder für die Rettung von Banken eingesetzt werden! Das nenne ich wirtschaftskonforme Demokratie?da bleibt auch noch Leasinggeld für die Anschaffung von Drohnen übrig. und jetzt frei von Zynismus:
Danke Frau Nora Schmitz-Gharbi und Herr U. Gellermann, ihre Beiträge sind grandios und ich erlaube mir gelegentlich zu zitieren. Darf ich?
Ihr Linksliberaler


Am 17. Juni 2016 schrieb Anke Zimmermann:


Mit der Einführung von Hatz4 (kein Schreibfehler) hat die SPD unseren heimischen Grundwert der Einigkeit und Recht und Freiheit aufgekündigt.

Sie hat zahlreichen Mitmenschen ihre Grundrechte auf freie Arbeitswahl, Vertrags- und Reiserecht entzogen.
Nicht mal ihre Würde oder das Existenzminimum hat man unseren Mitmenschen gelassen und damit hat die SPD auch dem Humanismus aufgekündigt.

Nicht ein Politiker, egal welcher regierenden Partei, hat bisher auch nur einen Funken von Empathie für ALG2 Empfänger gezeigt, nein es wird fieberhaft überlegt wie man ihre Lebensbdingungen weiter verschärfen kann.
Zugleich werden Armuts- und Migrationsberichte ignoriert und an einer sinnwidrigen Wirtschaftspolitik festgehalten, des schwarze Nüllle - wie in Pispers Zug der auf den Abgrund rast: Deutschland geht es guut tu tuut....
Leider sind wir alle Mitreisende.

Geht es euch auch so? Wenn ich Politiker über Werte reden sehe, höre ich nur blabla.


Am 17. Juni 2016 schrieb Andreas Buntrock:

"Und Andreas Sinkewitz (SPD), Vorsitzender des Sozial-Ausschusses, setzt noch einen drauf: Langzeitarbeitslose in der Endlosschleife gefangen. Wer mag die Schleife gebunden haben? "
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Werter Uli
wir wissen doch alle, dass die sPD hier keine "Schleife" für die Menschen "gebunden",
sondern eine

SCHLINGE für die "Verlierer" GEKNÜPFT hat!

Und selbst heutet, im Jahre 14 nach dem Sündenfall der sPD und ihrem VERRAT am wehrlosen "kleinen Mann", zeigen uns Reaktionen "unserer" Arbeitsministerin Andrea Nahes in beeindruckender Dreistigkeit und beispielloser Empathielosigkeit,
dass "sozial" in dieser Partei schon längst ausgedient hat.

Da sind die maschinell und emotionslos abgespulten, neoliberalen Phrasen
der "Bertelsmänner", der Lohnschreiber von ZEIT und FAZ sowie das verlogene Geschwätz ihrer politischen Komplizen schon eher ein Zeichen von entlarvender Ehrlichkeit. Einer Ehrlichkeit auf ihrem Weg, direkt in Richtung UNMENSCHLICHKEIT.


Am 17. Juni 2016 schrieb Manfred Ebel:

Da scheinen die Tausenden virtuelle Freunde aus der virtuellen Welt auch nicht zu helfen?

Es lohnt, die tatsächliche Lebenssituation von Nachbarn, Bekannten, Verwandten, Kommentatoren, ... bis zu scheinbar Selbständigen genauer und ganz praktisch zu betrachten. Das öffnet die Augen! Nirgendwo besteht mehr Übersicht über das Ausmaß des Elends. Es ist unglaublich, wie viele von gar nichts leben, wie viele Familien von nur einem Lohn oder gar Hartz oder Erwerbsunfähigkeitsente nur eines Familienmitglieds leben.

Lisa wohnt neben dir. Oder bist du Lisa?


Am 17. Juni 2016 schrieb Alles nur Satire:

Beim Thema Hartz IV springt mir vor Wut "der Draht aus der Mütze". Frau Schmitz-Gharbi hat das system exzellent beschrieben. Herr Gellermann hat "die Bertelsmann-"Studie" fein "übersetzt" und entlarvt.

Aber was soll sonst aus dieser Ecke kommen? Waren es doch genau diese Typen, die Hartz IV konzipiert hatten, um sicherzugehen, das die rot/grünen Spacken auch genau das taten, was das Kapital wollte.

.Für mich ist dieses "Konstrukt" nicht nur verfassungswidirg und verstößt gegen alle verbindlichen Chartas, Regeln und vereinbarungen der internationalen Gemeinschaft. Es ist ein soziales Konzentrationslager.
Wie bescheuert ist das eigentlich.
Das Kapital darf seit mehr als 10 Jahren gerinfügige Beschäftigung dauerhaft "anbieten", die JC arbeiten dem System als Zuhälter zu und die schwarze Null finanziert die dauerhafte und steigende Zahl der geringfügig Beschäftigten wieder über die JC als Aufstocker, damit die dreisten Mieten der Immobilienhaie gesichert sind. Steuern derjenigen, die nämlich keine Möglichkeit haben, die vom BMF ersonnenen Schlupflöcher zu nutzen.
Da bleibt nur eins: Weiter CxU, spd, Grüne, FDP und AfD wählen. Zwingend!


Am 17. Juni 2016 schrieb Günther Lachmann:

So ist die Denke bei Bertelsmann-Strategen. Hier eine Wort für Wort aus dem Buch – "Handbuch Beratung und Integration Fördern und Fordern -Eingliederungsstrategien in der Beschaeftigungsföderung" Verlag Bertelsmann Stiftung – abgeschriebene Denkweise:

Fallbeispiel fuer Strategie B

Frau V. allein erziehende Mutter, 49 Jahre alt, Sozialpädagogin, war
einige Jahre im Einzelhandel tageweisen. Nachdem sie arbeitslos geworden
war, belief sich ihr Einkommen auf Arbeitslosenhilfe, Wohngeld,
Kindergeld und aufstockender Sozialhilfe. Mit diesem geringen Einkommen
hatte sie sich eingerichtet zu leben. Ihre Motivation, einer
regelmäßigen Arbeit nachzugehen und somit von der Sozialhilfe unabhängig
zu sein, war gering.

Welche krankhaften Vorstellungen haben eigentlich diese Bertelsmann
Verbrecher, von einem normalen Bürger, der erst durch die neoliberalen
Verhaltensweisen der Politik und Wirtschaft arbeitslos geworden ist?

Gestern habe ich einige Stunden mit dem Stammbaum-Handbuch „Wie erzeuge
ich Bertelsmann Kinder“ verbracht. Ich blätterte es von vorne nach
hinten und vice versa durch. Das häufigste Wort, welches ich mehrmals
auf annähernd jeder Seite, der über 180 Seiten fand, war das Wort
Forderung.
Forderung an den nutznießenden Bürger, Forderung an den
Leistungsempfänger des Wohlfahrtsstaates, Forderungen an den durch
Arbeitsbedingungen erkrankten Void (eine Person, welche nicht in der
Statistik der Arbeitslosen erscheint), Forderungen an Bedarfshalter,
Forderungen an (…) you get the drift?
Das andere Wort war Maßnahmen, gleich ein ganzes Bündel davon,
unzählige, namensschwere, drohende Maßnahmen und Beobachtungen am
Maßnahmeverlauf (...und ist die/der Arbeitslose nicht willig, dann hau‘
ich noch ein drauf!)
Unwillkürlich fiel mir die Leiterin eines Jobcenters ein. “We need those
measures, they are disciplinary tags, to keep the plebs in order.“
(England, Bristol-Fishponds, Jobcenter) dabei befestigte sie weiter eine
größere Anzahl von Arbeitsangeboten am “blackboard“, von Jobs, welche
garnicht existierten.
Ich kannte die Frau mit dem bedürftigen English. Sie hatte vorher einen
anderen Job, der keine Qualifikation voraus setzte.
Wer nun glaubt, ich sei ein Verschwörungstheoretiker hat den falschen
Glauben, und sollte ihn gegen denken austauschen. Denn denken ist
gefordert, wenn Bertelsmann von einer Medaille spricht, in der
Sanktionen angemessen und effektiv sein müssen. (Kapitel II, Seite 26)
Ich habe das so verstanden, dass alle Bürden der
(Langzeit)Arbeitslosigkeit zu Lasten der Bürger geht. Alle
Schuldzuweisungen hat der Bürger zu tragen. Forderungen an den
Arbeitgeber und an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales
(Bundes/Landesministerium für Arbeit und Sozialordnung) aber tauchen
nirgendwo auf. Diese Damen und Herren waschen ihre Hände gegenseitig,
damit sie rein bleiben (frei nach E. Kästner) (Naja; hier und dort ein
schwammiges „Hilfe zum Eingliederungsprozess“, welches aber sofort mit
Forderungen an den „Kunden“ oder „Klienten“ verbunden wird.)
Der erste Paragraph unter dem Kapitel „Erstkontakt“ lautet: Prüfung der
Leistungsansprüche. Dann fährt Bertelsmann gleich weiter zum „Zuordnung
von Hilfeempfängern in Bedarfsgruppen mittels eines Punktesystems.“
So geht es durch das ganze Buch! Bertelsmann kommandiert, und das BMAS
betet nach. Und der ganze Schrott, der aus dem mit Mohn voll gedröhnten
Kopf heraus kommt, findet auch noch Unterstützung bei der Gesinnungsjustiz.
All die guten Kommentare, mit ihren multilateralen Betrachtungen über
Ulis pointierten Artikel, der aufzeigt, dass die soziale
Verhältnismäßigkeit nur im Sitzfleisch der Schäubles und Nahles, der
Kutschatys, Merkels und all den Anderen existiert, haben eines
gemeinsam; sie drücken Sorge, Ärger und den Aufruf zum Paradigmenwechsel
auf. All den Kommentar-Schreiberinnen und Schreibern ist es aufgefallen,
dass Bertelsmann und Co den Entwurf zu einem Gefängnis unseren
Politikern vorlegen, für all jene Bürger, welche am Existenzminimum
(oder darunter, Stichwort Berechnungsindex) leben.


Am 17. Juni 2016 schrieb Ernst Blutig:

Hartz4: Erniedrigungskultur trifft auf Bestrafungsindustrie

Es geben sich die Klinken in die Hand die vielen "Beratungs"dienste (natürlich wissenschaftlich untermauert) und Personaldienstleister ("Menschenhandel", um mal den O-Ton eines Menschen aus der freien Wirtschaft zu zitieren).
Auf die Frage "würden Sie Ihre Kinder oder Freunde so behandlen wie Hartz4-Empfängern?" nur betretenes Wegschauen vom Fallmanager.
Wo man hinsieht und -liest, ob nun die unterlassene Klärung des BVGs zur Rechtmässigkeit von Sanktionen nach dem GG oder der aktiven Schikanen und Verzögerungstaktiken über Monate von frei handlungsgefugten Sadisten aus dem Nistplatz rechtlicher Verfahrensgrauzonen (OBWOHL es eindeutige Rechtssprecchungen gibt und fnuktionierende Gesetze, die bis auf die ersten bzgl. Sozialhilfe aus den 50er Jahren zurückgreifen könnten, denn diese sind nachwievor gültig und Teil des SGBII! Oder sollten es zumindest sein)
oder der Negierung von Rechtsgrundsätzen seitens der Rechtssprechung, das gesamte staatliche Handeln und das der Medien ähnelt seit Jahren dem eines Lynchmobs oder regionaler Wildwestrichtersherrifbürgermeister. Es könnte nicht klischeehafter sein.
Die Anweisungen (die nichts anderes darstellen als die Forderung nach möglichst vielen Sanktionen zum zwecke der Geldeinsaprung) dafür, kommen "von ganz Oben". Mit adneren Worten: von Politikern der Regierung und des Bundestages.


Am 16. Juni 2016 schrieb Gideon Rugai:


"Der Mensch hat sich als Gattung durch die und mit der Arbeit entwickelt. Bis heute ist der soziale Zusammenhang aus Arbeit ein westliches Element des Mensch-Seins. Und wäre die Arbeit besser verteilt - warum bitte keine 30-Stundenwoche - gäbe es auch genug, Statt dessen wird die vorhandene Arbeit auf immer weniger Schultern gelegt, um aus dem Einzelnen mehr Profit zu pressen. Hier liegt auch der Denkfehler des "bedingungslosen Grundeinkommens. Mit ihm würde der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen aufgegeben."

Ah, jetzt ist der Groschen bei mir gefallen, denn in unserem kürzlichen Mail-Austausch zum Thema fehlte mir diese Begründung ! !

Ja, kann ich nur zustimmen. Da verstehe ich auch warum z.B. Libertäre ansonsten auch gegen das BGE wettern (weil nach deren Freiwilligkeitsprinzipien das Geld dafür Unfreiwilligen weggenommen würde - durchaus nachvollziebar wenn man unbedingt Materialist bleiben möchte) aber nix dagegen haben, wenn sich die Bürger in diesem Sinne sozusagen gegenseitig (&freiwillig) "bespenden" würden -was an sich ja keine schlechte Idee ist - und da kommt wieder dein Argument zum Tragen, denn: Wovon bitte spenden wenn selbst der normale Arbeitnehmer im Zangengriff moderner Neolib-Knechtschaftsstrukturen kaum noch Kohle in der Tasche hat ?

Was die Perfidität des Systems und dieser unverfrorenen Studie noch deutlicher macht...
Wir sollen einfach ausgetrocknet werden, bis nur noch eine bestimmte Klasse von bornierten sog. Leistungsträgern á la Reitschuster (und anderen Rappen) übrig ist - so einfach ist das...


Am 16. Juni 2016 schrieb Lutz Jahoda:

ZWEINULLSIEBZEHN

Vorhang auf und reingeschaut
in die Arbeitsmarktmisere!
Bertelsmann hat vorgebaut,
hat die Szene eingegraut,
entpersönlicht von der Schwere.

Altersfalle zugeschnappt:
Deutsche Schicksalsmelodie?
Volk, verblendet reingetappt.
Hat doch wieder mal geklappt,
loben Bank und Industrie.

Zweinullsiebzehn böte Chancen.
Wird Europa sie ergreifen?
Oder folgt sie den Avancen
kriegerischer Alliancen,
die uns in den Abgrund schleifen?

Schluss mit: Nach der Decke strecken!
Schluss mit all dem Speichellecken
transatlantischer Galoschen!
Auf die Mehrheit eingedroschen
wurde längst mehr als genug.
Völker, bremst den Armutszug!


Am 16. Juni 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Zum Thema selbst ist „alles“ gesagt, wunderbar bestätigt, ergänzt und erweitert von tollen Kommentatoren. Es bleibt dieser besondere Artikel, der einmal mehr deine Qualitäten unterstreicht, lieber Uli: In einer virtuosen Ton-Mischung à la „Sendung mit der Maus“, „Lisas (!) Welt“ und listig-kluger Analyse reduzierst du diese unsägliche Bertelsmann-Studie auf das, was sie ist: Eine grandiose Verarschung. Dieses Spiel mit dem Naiven gebiert erst das Radikale. Note 1 mit *.


Am 16. Juni 2016 schrieb nora schmitz-gharbi:

Das Ziel von HartzIV war und ist im Kern Löhne zu drücken und bei Arbeitern und Angestellten die Angst zu erzeugen ebenfalls in Hartz IV zu fallen und die Schikanen selber Garanten für Niedriglöhne - Jobcenter Garanten für Niedriglöhne - erleiden zu müssen.
Betroffene von Hartz IV sind also nur die Kulisse mit der man zeigen kann, wie es jemanden ergeht der sich gegen niedrige Löhne und befristete Beschäftigung wehrt. Damit hat die damalige rot-grüne Regierung unter Schröder und Fischer ein Angstsystem geschaffen, dass es so in Deutschland noch nicht gegeben hat.
Die Langzeitarbeitslosigkeit wird zum Strukturproblem heißt im Klartext: Der Horizont des politisch Möglichen mit dem Horizont des für kapitalistische Verwertungsinteressen Vorzugs würdigen.
"Durch die andauernde Beschäftigungslosigkeit kommt es zur Entwertung von Humankapital und Bildungsinvestitionen, sinkende Beschäftigungsquoten verringern die Arbeitsmarkteffizienz und das Wachstumspotenzial einer Wirtschaft." Mindere Profit-Effizienz?
Wir wissen auch, dass der Kapitalismus ein paar Widersprüche hat - und sich im Prinzip gar keinen Sozialstaat leisten kann oder will: alles Geld, was für „Soziales" ausgegeben wird, steht nicht dem Finanzmarkt zur Verfügung - und der giert nach öffentlichen Geldern, nicht nur zur zum Zwecke der Bankenrettung. Langzeitarbeitslose sind die ausgebrannten Leistungsträger älterer Semester, sie sind ein Kostenfaktor, den es zu eliminieren gilt. Betriebswirtschaftler finden freundlichere Worte. Sinn macht der Mensch für die Kapitalwirtschaft nur, wenn die Erträge seiner Arbeit für den Kapitaleigner deutlich über den Kosten liegt, die er verursacht.
Mit den Hartz-IV-Gesetzen hat die Politik eine Wirtschaft ermöglicht, die nur noch vom Wohle - vom „Wohlstand" aller lebt und ihn hemmungslos ausplündert ( Parasitenwirtschaft).
Andreas Sankewitz (SPD) und seinesgleichen werden für ihre Leistungslosigkeit bezahlt Zum 1 Juli 2016 gabt es erstmals in der Geschichte des Bundestages eine ganz neuartige, vollautomatisierte Diätenerhöhung für die Vertreter des Volkes um die 254 Euro pro Nase/Monat.Wenn jetzt der Hartz IV Empfänger zum Ausgleich der Lebenshaltungskosten 2,8 % mehr bekommt, dann bezieht sich das auf 404,00 Euro Regelsatz pro Monat und macht in Summe dann sage und schreibe 11,31 Euro pro Monat, selten ohne großen Widerstand im Parlament durchzubringen. Wenn die Volksvertreter sich „nur" 2,8 % automatisiert gönnen, dann macht das, bezogen auf deren aktuellen Armutssatz von 9.082,00 - sogleich 254,30 Euro pro Monat. Das liegt ganz einfach daran, dass die Hartz IV Empfänger nichts leisten, die Bundestagsabgeordneten hingegen aber 22,48 mal soviel NICHTS leisten, das will gerecht vergolten werden.
Was kostet das eigentlich, dieses Hartz IV - das vielen viel zu teuer dünkt? 2015 waren es 20 Milliarden. Hinzu kommen 7 Milliarden für Verwaltung und „Förderung" (die oft ebenfalls in die Verwaltung und die IT-Aussattung mit einfließen, siehe FAZ). Unglaublich, oder? Für drei Euro knappester Hilfe zum Überleben - ein Euro Verwaltung. Gäbe man das Verwaltungsgeld den Arbeitslosen (die es dereinst als Steuergelder selbst erwirtschaftet haben): die Armut wäre deutlich gelindert, der Binnenkonsum bekäme jene Gelder, die 50000 Läden vor der sicheren Auslöschung retten könnten (siehe Wiwo).
Aber man braucht die Gelder, um durch Sanktionen aus den Ärmsten der Armen zugunsten von Renditen, Pensionen und Diäten noch mehr Geld herauszuholen, Sanktionen, die augenscheinlich von „oben" angeordnet werden.
25 Milliarden lassen wir uns die EU im Jahr kosten 17 Milliarden kosteten bislang die Auslandseinsätze der Bundeswehr 238 Milliarden die Rettung der Flagschiffe des Kapitalismus - der Banken , 1000 Milliarden die zukünftigen Pensionen deutscher Staatsdiener (oder auch 3000 Milliarden, folgt man der Zeitung „Welt" 1300 Milliarden flossen in den "Aufbau Ost" (siehe Spiegel) - ohne sonderlichen Erfolg - und 165 Milliarden im Jahr pumpen wir hemmunglos in die angeblich so erfolgreiche Wirtschaft (siehe Spiegel), die ohne dieses Geld einfach zusammenbrechen würde. Man sieht: selbst wenn man Hartz IV verdoppeln würde (Geld, dass fast ausschließlich in den Binnenkonsum und die Ausbildung von 2,6 Millionen Kindern fließen würde, (die wir ja angeblich als „Fachkräfte" so dringend brauchen) wäre noch genug Geld da, um einen Mindestlohn zu zahlen, der dafür sorgt, dass sich - wie dereinst versprochen - "Arbeit wieder lohnt" ? und nicht durch Staatsgewalt erpresst wird.
Hartz IV ist billig - und als Endlagerung gedacht!
Langzeitarbeitslosen in Deutschland geht jedes Jahr insgesamt ein dreistelliger Millionenbetrag durch Sanktionen der Jobcenter verloren. Seit 2007 haben die Hartz-IV-Bezieher dadurch bereits 1,7 Milliarden Euro eingebüßt Was für ein Hohn angesichts dieser Tatsache,von Strukturproblemen zu sprechen wenn man diesen Menschen auch noch das Geld aus der Tasche zieht das ihnen zusteht.
Nur so können noch die überdurchschnittlichen Lohnerhöhungen von Behörden wie z.B. der Arbeitsagentur von 5 bis 6 Prozent mehr alle 2 bis 3 Jahre und ihre 2 bis 3 fachen Altersbezüge im Vergleich zur Durchschnittsrente bezahlt werden, quasi eine Umverteilung durch Enteignung.
Durch die existenzielle Erpressbarkeit der Hartz 4 Bezieher kann aus humanitärer Sicht nicht von einer Hilfe zum Lebensunterhalt, sondern von einer Gefügigkeit durch finanzielle Erpressung gesprochen werden. Wenn Sie bedenken, wie wenig Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und wie gering sich vor allem die Marktchancen für ältere Menschen sind fällt Ihnen auf, wie unwirklich das System Hartz 4 agiert (Das Entpersönlichte, der fünfte Fall, der in die Falle führt) und wie Menschen durch die Agenda 2010 bewusst und zielstrebig in die Armut getrieben wurden.


Am 16. Juni 2016 schrieb Heinrich Triebstein:

Das Elend, in dem Arbeitslose gehalten werden, hat noch eine andere Aufgabe. Je mieser ihnen das Leben gemacht wird, umso mehr kann denen zugemutet werden, die noch in Arbeit sind.
Eine große Hilfe wäre es, wenn die CDU auf die Katholische Arbeitnehmerbewegung Aachen und die SPD auf ihr Mitglied Wolfgang Belitz hören würden. Die KAB Aachen plädiert für die "Triade der Arbeit": Neben die Erwerbsarbeit treten Familienarbeit und gesellschaftsbezogene Arbeit als weitere Arten der bezahlten Arbeit. Belitz fügt der Triade die Eigenarbeit hinzu und kommt so zu einem 4-3-2-1-Pfad zu einem neuen Gesellschaftsvertrag: Vier Arten Arbeit, drei Arten Einkommen (Erwerbs-, Kapital-, Transfereinkommen) für zwei Menschen, die sich gleichberechtigt um Erziehung von Kindern kümmern in dieser EINEN Welt.
Da die Parteien schon nicht auf ihre eigenen Leute hören, könnten Menschen ja in wachsender Zahl die Straßen füllen und den Blinden, Tauben und Stummen die Sinne öffnen. Hardt und Negri haben die 99 Prozent politisch handhabbar gemacht: Die Verschuldeten, die Vernetzten, die Verwahrten und die Vertretenen haben lauter eigene Gründe, um an der Veränderung der Verhältnisse mitzuwirken.
Und den -gidas muss in einem Punkt Anerkennung zugesprochen werden. Sie haben angefangen, GEWALTFREI Unruhe zu stiften. Aber außer in Dresden standen durchweg mehr Leute auf der Straße, als die -gidas Anhänger und Mitläufer in Bewegung setzten. Stellen wir uns vor, diese Mehrheit fängt an zu sagen, WOFÜR sie ist. Die Gewählten, die sich mehr und mehr als Erwählte von Gnaden des Kapitals gebärden, wären am Ende mit ihren Taktiken des Aussitzens und Herabwürdigens ("Pack" und "Mob").
Auf die Gefahr, dass sich mich wiederhole: Robert und Edward Skidelsky schlagen in "Wie viel ist genug? - Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens" sieben Basisgüter vor: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße.


Am 16. Juni 2016 schrieb Karl Heinz Bernhart:

Arbeit - die Alleinseligmachende. Das Allerheiligste der Spezialdemonstranten - ihre Monstranz gewissermaßen. "Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen." In letzter Konsequenz die Todesstrafe für den Verweigerer von Arbeit. Gedanke eines Dummkopfs. Und das in einer Zeit, in der es ganz einfach nicht mehr genügend Arbeitsplätze für Alle gibt, womit ich Arbeitsplätze meine, zu denen man gerne hingeht, weil die Arbeit einen Wert an sich und auch für den Menschen, der sie ausübt, hat.

Mir scheint hingegen, dass sich da ein Kreis schließt: in früheren Feudalgesellschaften wurde das, was heute überwiegend mit dem Begriff "Arbeit" veredelt wird, überwiegend von Sklaven ausgeführt.
Die immer besseren technischen Voraussetzungen schufen nach zahlreichen proletarischen Aufständen den "höherqualifizierten" Arbeiter, der sich besser fühlte weil er auskömmlich verdiente. Jetzt haben wir einen neuen globalen Feudalismus, der wieder auf Sklaverei setzt, auch wenn sie nicht so genannt wird: "Die sind froh, überhaupt eine Arbeit zu haben!"

Und eben auch in Deutschland. Hat wirklich jemand ernsthaft geglaubt, die neue Versklavung der Arbeiterklasse würde Deutschland verschonen? Noch haben wir einen Zustand der Ungewissheit, denn man braucht den Konsumenten - fraglich nur, von welchem Geld der konsumieren soll? Vorausschauende Eliten fordern ja folgerichtig den bedingungslosen Konsumenten, also ein Objekt (kein Subjekt!) des Marktes, dem ohne weitere Umstände Geld in die Hand gedrückt wird mit der (bis dato so weit ich weiß noch nicht erhobenen) Forderung, es restlos zu verkonsumieren. Schöne neue Welt!

Was soll den Menschen eigentlich noch alles an Erniedrigung zugemutet werden? Wird es nicht Aufruhr geben? Gemach! Ein bedingungsloses Grundeinkommen hat durchaus das Potential, die Leute auf absehbare Zeit ruhig zu stellen. Vielleicht könnte man den Betroffenen noch das Recht auf Bildung und auf staatsbürgerliche Teilhabe entziehen - es würde sie wenig Jucken - womöglich.

Antwort von U. Gellermann:

Der Mensch hat sich als Gattung durch die und mit der Arbeit entwickelt. Bis heute ist der soziale Zusammenhang aus Arbeit ein westliches Element des Mensch-Seins. Und wäre die Arbeit besser verteilt – warum bitte keine 30-Stundenwoche – gäbe es auch genug, Statt dessen wird die vorhandene Arbeit auf immer weniger Schultern gelegt, um aus dem Einzelnen mehr Profit zu pressen. Hier liegt auch der Denkfehler des „bedingungslosen Grundeinkommens“. Mit ihm würde der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen aufgegeben.


Am 16. Juni 2016 schrieb Burkhard Ohligs:

Ihr zynisch treffender Bericht über die "Hartz IV Rasse" beschreibt sehr gut den menschenverachtenden Zynismus des Neoliberalismus, der wie eine Krankheit die menschlichen Beziehungen in unserer Gesellschaft schleichend zerstört.


Am 16. Juni 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

.....bitterer Beigeschmack beim lesen des Artikels."Die Würde des Menschen ist unantastbar.........."
Da sind konkrete Menschen betroffen, und es ist an der Zeit, diese Menschen beim Namen zu nennen, sie aus der Isolation zu holen, und sie nicht im System als Nummer verschwinden zu lassen. Sicherlich sind Zahlen, Statistiken einfacher zu verdauen; allerdings hat es zur Folge, dass Gleichgültigkeit, mangelndes Mitgefühl, Entfremdung und Entwertung den Menschen als Menschen nicht mehr wahr nimmt. Eine Gesellschaft, die das zulässt hat die Anpassung an die gewünschten herrschenden Verhältnisse bereits vollzogen.
"Die im Dunkel sieht man nicht." (Brecht)
Ein SPD Mann, dessen Mutter Putzfrau/Raumpflegerin war, hatte nicht den Mumm sich den Verlockungen der "Reichen und Schönen" (siehe Maschmeyer) zu entziehen. Schröder, der Verräter an der Arbeiterbewegung hat dem Neoliberalismus Tür und Tor weit geöffnet. Ein Verrat der seinesgleichen sucht. Die SPD hat mit ihrem Staatswahn in der Weimarer Republik entscheidende politische Fehler gemacht. Die USPD und die KPD haben doch mit ihrer Gründung der SPD klar gemacht, dass sie immer wieder aufs "falsche Pferd" setzen.
Nichts dazugelernt, nun aber staatstragende Gesetze mit verabschieden, die dem Rest der Arbeitnehmerrechte und auch den Gesetzen der sozialen Sicherung nun ganz den Garaus machen."Den letzten beißen die Hunde" habe ich oft in der KIndheit gehört.
Menschen wollen partizipieren, sie wollen lernen, sie wollen Teil der Gesellschaft sein. Arbeitslosigkeit kann krank machen, weil kein Mensch auf Dauer, Ausgrenzung, Abhängigkeiten, ständige Kontrollen, ständiges Misstrauen aushalten kann.
Die seelischen Erkrankungen haben bei arbeitslosen Menschen in erheblichem Mass zugenommen. Der Mensch ist mehr, als ein zu gebrauchender und benutzender "Gegenstand" einiger Weniger, um deren ständig wachsende Gier nach mehr haben wollen zu befriedigen. Die Grünen, aktive Mitmacher der AGENDA 2010 waren und sind eine kleinbürgerliche Partei.
Im gesellschaftlichem Denken hat sich durchgesetzt, dass die Arbeitslosen schließlich selber schuld seien. "Wer will bekommt Arbeit." Sozial ist,was Arbeit schafft." Und das kommt von Köhler der Heulsuse, der so einfach zurücktreten konnte. Dieses Recht eine Arbeit abzulehnen, aus welchen Gründen auch immer muss drin sein, ohne sanktioniert zu werden.
Stigmatisierung der Kinder in den Schulen, weil sie nicht "mithalten" können, was Handys und Markenklamotten angeht. Klassenfahrten müssen wegfallen, weil sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht genehmigt werden usw. usw.
Die Verfestigung von Arbeitslosigkeit ist ein nicht wiedergutzumachender Schaden an den betroffenen Menschen.
Die EU akzeptiert, dass eine ganze Generation an jungen Erwachsenen, das Erlernte nicht umsetzen kann ,als Ungelernte dem Kapital zur Verfügung stehen.
Arbeit ist kein Almosen, und das Recht auf Arbeit war doch mal eine, wie ich finde, wichtige Forderung. Lang, lang ist es her....
Ich war von den HARTZ Gesetzen betroffen.
Der Artikel trägt Sorge, dass diese Menschen ein Stück weit aus dem Dunkel herausgeholt werden, und das macht ihn wertvoll.
......."zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat." (Rosa Luxemburg)


Am 16. Juni 2016 schrieb Alfred Matejka:

Hallo Ulli,hast du schon eine Lohnerhöhung von Putin bekommen? Ich bekomme zum 1.7.2016 eine Rentenerhöhung von 4,25 %. Das ist doch was,oder? Ohne Streik.Da soll sich meine IG-Metall für den Tarifabschluss schämen. Alles Gute weiterhin, Genosse Kundschafter. Freue mich jedesmal über deine spitzenmäßige Kommentare.


Am 16. Juni 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

Ausgezeichnete Analyse der Sprache der entmenschlichten Entmenschlicher, ihres Denkens und Handelns.
Zitat:
"Für Arbeitslose halten die deutschen Meinungsmaschinen eine eigene Sprache bereit: Das Entpersönlichte, der fünfte Fall, der in die Falle führt."
Es ist die Sprache, die die Täter verbergen soll, also die Sprache der Täter.
"Die Preise sind gestiegen."
Aha? Wie machen Preise das? Oder, um mit Brecht zu sprechen: Machen sie das ganz allein? Völlig selbständig? Ohne jede Hilfe eines Täters mit zwei Beinen?
Könnte es sein, daß sie ein Mensch erhöht hat? Welcher Mensch war es wohl?
"Hartz IV" ist eine perfide erdachte Form des "offenen Strafvollzugs" an Menschen, die die Drahtzieher des Kapitalismus via z.B. Bertelsmann & Co mit Systemen wie der Agenda 2010 "aussortiert" und in ein "fast unsichtbares KZ" eingesperrt haben. Zur Zwangsarbeit, falls Bedarf entstehen sollte. Z.B. wenn der Dritte Weltkrieg immer mehr in seine heiße Phase eintritt.
Eine auf `modern´ geschminkte, computerisierte Form des in seinem Wesen immer gleichen faschistoiden, Menschen verachtenden und Menschen zerstörenden Kapitalismus, in der die Täter den Sklaven-Markt zum "Arbeitsmarkt" umgetauft haben.


Am 16. Juni 2016 schrieb Eard Wulf:


"Die war aus der guten Zeit, als sie noch Arbeit hatte und Geld. Eine neue? " - das stimmt nicht ganz, das "Job-Center"(denglisch|english) bietet dafür gerne kostengünstige Kredite an. Da rattert sich ein Kinobesuch von ganz alleine dahin und wer will schon das double von McCartney sehen? Kein Sch..nz. Vergessen wird, das die Armutsrate in "strukturschwachen" Gegenden enorm hoch ist, und die Menschen, die dort leben und pertu ihren angestammten Lebensraum nicht aufgeben wollen, die sozialSchmarotzer unserer Zeit sind. ->In der Stadt geht es euch besser<- Kommt, Kommt - und gebt mir euer Land - der wohlgenährte(Warmes Wasser - aus Wand!) Plattenbau wartet schon. Deutsche Flüchtlinge! Das klingt zwar nationalistisch, ist aber auch eine Erklärhilfe für den "sozialNeid" und die Wahlergebnisse in letzter Zeit. Seien wir mal Ehrlich, gäbe es eine echte Solidargemeinschaft(= demokratischer Staat), dann würde es auch keine "lustigen" Gellermann Artikel mehr geben - und wer will das schon?


Am 16. Juni 2016 schrieb Ira Kormannshaus:

Es ist unfassbar, aber wahr. Es gibt ein Schema `Selbstständigkeit in Hartz IV´, über das aber von den in Jobcenter umbenannten Arbeitsämtern nicht informiert wird - also wird auf jede Menge kreatives Potential nicht nur in kreativen Berufen schlicht verzichtet. Warum wohl?

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