Die Deutsch-Arabische Gesellschaft klagt an

Empörte Deklaration zum Israel / Gaza Krieg

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Juli 2014

Die "Deutsch-Arabische Gesellschaft", 1966 in Würzburg gegründet, ist ein honoriger Verein mit prominenten Mitgliedern: Präsident ist Peter Scholl-Latour, sein Stellvertreter ist der TV-Publizist Ulrich Kienzle, im Beirat sind die Europa-Abgeordnete Alexandra Thein (FDP) und Dr. Egon Jüttner MdB (CDU). Die Gesellschaft hat in diesen Tagen folgende Deklaration veröffentlicht:

"Bomben, Raketen und Artilleriebeschuss auf Gaza sind nicht nur schwere Verletzungen des Völkerrechts.
Die gezielte Tötung der führenden Mitglieder der in Gaza regierenden Partei Hamas (zusammen mit ihren Familienangehörigen) kann auch politisch nicht bewirken, dort "gemäßigte" Kräfte zu stärken.

Mit guten Gründen betrachtet die westliche Welt Gaza nach wie vor als "besetztes Gebiet". Wer von einem Selbstverteidigungsrecht gegen die von dort abgeschossenen Raketen spricht, muss sich fragen lassen, ob es nicht ein Selbstverteidigungsrecht der dort mit Gewalt eingekerkerten Bevölkerung gibt.
Wer das verneint, sollte trotzdem antworten, ob die große Zahl von Toten und Verletzten in einem verantwortbaren Verhältnis zu der kleinen Zahl von Verletzten auf israelischer Seite steht."

Die Deutsch-Arabische Gesellschaft befürchtet, dass dieser erneute Gewaltexzess den politischen Weg für eine israelische Annexion des ganzen "biblischen" Landes bereiten soll. Dem israelischen Kabinett gehören mehrere Minister an, die ein solches Ziel laut aussprechen. Selbst der amerikanische Außenminister hat sich nicht mehr gescheut, in diesem Zusammenhang das Wort "Apartheid" auszusprechen.

Wo kann die Bundesregierung noch von Menschenrechten sprechen, wenn sie aus falsch verstandener Holocaust-Verantwortung zu dem täglichen Unrecht in Palästina schweigt?"

Wer diese Deklaration per mail kommentieren möchte, der findet die Gesellschaft unter

https://www.d-a-g.de/

Auf der Web-Site der Gesellschaft findet sich ein Artikel von Rolf Verleger, der wie ein Kommentar zur Deklaration wirkt. Der Psychologe und Sozialwissenschaftler Rolf Verleger war Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein. Hier sein Text:

"Als 1903 der junge Michail Rybatschenko bei Kischinew (heute Moldawien, damals Zarenreich) ermordet aufgefunden wurde, stellten dort die "guten Christenmenschen“ die Juden als blutrünstige Monster dar. „Tod den Juden“ wurde geschrieben, gepredigt, gebrüllt und tatkräftig umgesetzt....


Jetzt, über hundert Jahre später, wurden im von Israel besetzten Westjordanland drei jüdische Schüler entführt und umgebracht. Bis heute sind die Täter unbekannt. Aber für „gute Juden“ - in Israel und anderswo - ist die Sache klar: Blutrünstige Monster sind die Hamas, die Araber, die Muslime. „Tod den Arabern“ wird bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein geschrieben, gepredigt, gebrüllt. Und nun auch tatkräftig von Israels Luftwaffe umgesetzt.

... „Tod den Juden“ von damals, „Tod den Arabern" von heute...

Beim bisher blutigsten Pogrom gegen Gasa, Anfang 2009, schrieb ich meinen Aufsatz „Gasa, der böse, böse Nachbar“... . Darin heißt es:
"Der Nachbar ging mal auf Fischfang. Das haben Sie ihm verboten. Er hatte mal Fabriken. Die haben Sie ihm ... zerbombt. Er hatte mal Landwirtschaft. Die haben Sie ruiniert .... Er hatte mal einen Flughafen – gebaut von EU-Geldern. Den haben Sie kaputtgemacht: Böse.

Nachbarn brauchen keinen Flughafen.

Der böse Nachbar, der nur schießen will, soll nicht fischen, nicht arbeiten, nicht Boden beackern, nicht verreisen: Der böse, böse Nachbar soll auf Sie schießen, damit Sie zurückschießen können.
Das tat er denn auch.“

Es scheint sich seit 2009 nichts geändert zu haben. Aber das stimmt nicht. Das Fundament internationaler Unterstützung für dieses Israel ist immer brüchiger geworden.

Kein normaler Mensch möchte mit solchen Rassisten noch etwas zu tun haben. Und das wird seine Wirkung haben. Auch das Zarenreich ist zusammengebrochen."


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. Juli 2014 schrieb Brigitte Mensah Attoh:

An REYES CARRILLO:
Wunderbar - ein Riesen-Kompliment!
das tut gut - hast mir vor allem im 1. Absatz Deines Leserbriefes sooo aus der Seele gesprochen! - Sympathie-Gruß, B M A !


Am 26. Juli 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

FÜR ISRAEL
scheint der Tod der 3 Jugendlichen (falls das nicht sowieso eine Finte war) wahrlich ein "plausibler" Grund gewesen zu sein, militärisch erneut gegen die eingesperrte Gazabevölkerung loszuschlagen (wobei man Gründe ja auch "finden/erfinden" oder "herbeiführen" kann... Mit dem Krieg gegen Gaza hat
man ja noch nicht einmal abgewartet, bis die Morde aufgeklärt waren.
Doch war für Nethanjahu, der anscheinend persönlich sehr verärgert reagiert hatte, der e i g e n t l i c h e Kriegsgrund nicht sowieso die Nachricht über die W i e d e r v e r e i n i g u n g von Fatah und Hamas????

ISRAELs Regierung hat offenbar schon länger mit scharrenden Hufen auf die Attacke gewartet - und vermutlich nicht von ungefähr (so wie im 6-Tage-Krieg ) den RAMADAN als den "richtigen Moment" ausgesucht. Um so effizient wie nur möglich losschlagen zu können. Ziel: die endgültigen Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung. ISRAEL geht jetzt offenbar voll aufs Ganze.
Diesmal will man es wissen! Groß etwas zu befürchten - glauben Leute wie Netanjahu, Liebermann wohl, habe man ja nichts - schließlich verfügt man als weltweit 5.größte Atommacht ja über entsprechende Waffen.

ISRAEL hat bereits viele Male bewiesen, wozu es fähig ist. Mit welchen Tricks es hantiert - oder auch gern seine Gegner ausschaltet (zB Arafat). Und wie seine Propaganda-Maschinerie arbeitet - mit Unterstützung seiner fürchterlich argumentierenden Claqueure aus dem Ausland; wie oft wird die Not leidenden Gazabewohner verunglimpft, diskreditiert und verspottet! - man staunt, wie viele das auf einmal sind! - i.d. online-taz zB. Andersdenkende werden als "Linke" beschimpft, als "Gutmenschen" oder schlicht als "viel zu uninformiert".
Die taz selber ist ebenso auffallend "Israel-versteherisch" gefärbt).

ISRAEL verletzt derzeit wieder ganz übel das Völkerrecht.
Seit bald 3 Wochen begeht es an der eingekesselten GAZA-Bevölkerung schwere Menschenrechtsverletzungen! Man könnte ohne Ende weinen!
Es läßt einen kaum mehr schlafen angesichts der Bilder, die man via TV zu sehen bekommt.
Bilder von Naturkatastrophen, Erdbeben sind irgendwie noch aushaltbarer, weil das nicht direkt von Menschenhand verursacht ist. Man kann leichter damit fertigwerden - als mit DEN Verwüstungen, die ein Volk wie ISRAEL in mörderischer Absicht und mutwillig seinem am Boden liegenden Nächsten, dem s e m i t i s c h e n Brudervolk, zufügt!
Heute wurden über 1000 Tote gemeldet - davon ein Drittel Frauen und Kinder - und Tausender Verletzter.

ISRAEL ist wirklich das Schlimmste zuzutrauen. Es schert sich offensichtlich einen feuchten Kehrricht um weltweite Appelle oder Diplomatie. Immer mit dem Zauberwort "Hamas" im Ärmel schlägt es weiter und weiter auf Palästinenser ein. Schließlich gibt es vor der Küste des Gazastreifens ja auch ein großes GAS-Vorkommen, für Israel nicht ganz uninteressant!
Man wünschte sich, es würde bald der Tag kommen, wo sich Israel vollständig isoliert hätte!


Am 26. Juli 2014 schrieb Thomas Nippe:

In dem Medieneinheitsbrei einen klaren Kopf zu behalten ist schwer. Umso wichtiger sind die Artikel in der RG. Die zu Gaza und zur Ukraine haben mir sehr gut gefallen. Sie geben auch genau mein Denken und Fühlen wieder.


Am 25. Juli 2014 schrieb Reinhard Blomert:

Auch in Isarel selbst erheben sich Stimmen gegen den Gaza-Krieg - Reservisten, Reservistinnen wollen nicht mehr kämpfen:

http://www.alternet.org/news-amp-politics/open-letter-50-israeli-army-reservists-why-they-refuse-shoot-palestinians-gaza?akid=12050.209838.5vHVuQ&rd=1&src=newsletter1012747&t=10


Am 25. Juli 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Am 18. Oktober 2011 gedachte Berlin in einer bescheidenen Gedenkstunde der siebzigsten Wiederkehr der Abfertigung des ersten Deportationszuges mit 1089 jüdischen Kindern, Frauen und Männern auf Gleis 17 des Güterbahnhofs Berlin-Grunewald in Richtung Auschwitz. Zwischen 1941 und den beiden Jahren darauf, hatten sich siebentausend Menschen das Leben genommen, achtzigtausend hatten rechtzeitig fliehen können, eintausendsiebenhundert überlebten im Untergrund, doch fünfzigtausend Berliner Bürger wurden deportiert.

2011 gab es diesen ungesunden Disput unter der Zeile "Jüdischer Antisemitismus", der durch Professor Norman Finkelstein nach Berlin getragen wurde.
Finkelstein sieht sich als Verfechter universeller Menschenrechte, kritisierte die USA und Israel, klagte beide Staaten an, sich imperialistisch zu verhalten.
Ich erinnere mich, dass Berlin sich Mühe gab, den Vorwurf einer Holocaust-Instrumentalisierung und Sakralisierung der Schoah von Berlin fernzuhalten. Die Tageszeitungen in Berlin würdigten zwar, aber zurückhaltend.
Ich fand dies 2011 in Deutschland bedenklich, weil ich befürchtete, dass der Israel-Palästina-Konflikt rechten Kreisen Auftrieb geben und jüdischen Menschen in Europa schaden könnte.

Nun ist es soweit, aber nicht durch Herrn Finkelsteins Schuld, sondern durch Israels Versagen, wie auch der fehlenden Einsicht der gegenwärtigen deutschen Regierung, dass auch palästinensische Menschen ein Anrecht auf Land, Häuser, Gärten und Felder haben. So sprechen alle nur von den bösen Raketen der Hamas und keiner in den Gesprächsrunden übt Kritik an der Siedlungspolitik der Israelis, dem Grundübel des ganzen Konflikts.

Und so gilt für den Israel-Palästina-Konflikt, wie auch für das Drama in der Ukraine, ein und dasselbe Sprichwort: "Aus einem Körnchen Wahrheit bäckt die Lüge einen ganzen Laib Brot."


Am 24. Juli 2014 schrieb Gideon Rugay:

Mensch Herr Dräger !

Ich bin beeindruckt über die Eloquenz mit der sie ihre Kritik in nur einem Wort zusammenfassen können !
Die Brillianz ihrer trefflichen Analyse mit der sie Herrn Gellermanns "Machwerk" Wort für Wort auseinandernehmen und ihn als widerlichen Antisemiten entlarven, ohne zusätzlich auf akademisch-soziologische Kopfgeburten wie den "strukturellen Antisemitismus" zurückgreifen zu müssen macht mich schwindeln. Bravo ! Das ganze mit sinnreichen Zitaten geschmückt, dazu die hervorragend herausgearbeiteten Gegenbelege mit all den Quellenangaben und ihr über alles erhabener sachlicher und kompetenter Stil.
Da muss ich neidlos anerkennen hier einen der ganz großen "Durchblicker" vor mir zu haben.
Ich versinke geradezu vor Ehrfurcht im Staube.Natürlich müssen sie hier nicht nochmals auftauchen um sich irgendeiner Form von Diskussion zu stellen. Es stellt sich ja auch kein kriegstreibender Politiker als Erster an die Front nicht wahr ? Wo kämen wir denn da hin ? Der macht ja auch nicht wirklich was Schlimmes (der Politiker/der Medienvasall), er redet halt nur....(überwiegend dummes Zeug).


Am 24. Juli 2014 schrieb Rainnald Irmscher:

Ganz herzlichen Dank für diesen Beitrag!

Den 6 bis 14 km breiten Gazastreifen mit einer Einwohnerdichte von über 5000 Menschen pro Quadratkilometer mit Artillerie zu beschießen und den Versuch zu unternehmen den verständlichen Widerstand mit Waffengewalt zu brechen ist derart widersinnig, dass kaum noch eine Steigerung möglich erscheint.

Es ist doch hinlänglich bekannt: Wenn man Menschen mit Gewalt zum "Frieden" zwingt, macht der erzeugte Groll echten Frieden unmöglich.

Deeskalation ist angesagt. Miteinander reden. Verzicht auf Gewalt.

Dazu müssten die Kriegsbefürworter sich der Wurzeln ihrer menschenverachtenden Politik bewusst werden, die eigenen Anteile von Angst, Wut, Traurigkeit und Hilflosigkeit spüren und nicht mit martialischem Gehabe überspielen.

Das haben wir so überdrüssig satt!

Ich hoffe, dass diese ehrlich entrüsteten Texte weit verbreitet werden und dass bei uns und auch in Amerika und Großbritannien Entscheidungsträger gerade bei dieser auf die Spitze getriebenen Unsinnigkeit des Krieges zunehmend eine Ahnung bekommen, dass Krieg ein Dinosaurier ist, der eigentlich längst ausgestorben ist.


Am 24. Juli 2014 schrieb Ursula Langen:

Bravo Reyes Carrillo! Dieser Zusammenhang zwischen dem Ukraine-Krieg und dem Gaza-Krieg musste hergestellt werden!


Am 24. Juli 2014 schrieb Hartmut Bartos:

Vorweg: Danke Uli

Lieber J. D. aus ME (Mitteleuropa)
Wer einen tötenden Staat kritisiert, sagt noch nichtmal, dass das ein schlechter Staat ist. Nur, genau diese Handlungsweise werde ich nicht tolerieren. Noch weniger sagt er etwas darüber, was er über die von diesem Staat vertretenen Bürger hält.
Dass das Kidnapping und Ermorden dreier Jugendlicher zu bestrafen ist, steht außer Zweifel. (Ich erspare uns jetzt, wie Hessen reagieren würde, wenn in Berlin drei hessische Jugendliche...)

Uns hat aber der zweite Weltkrieg eine ungefragte Bürde auferlegt. "Nutze Deine Intelligenz und Wachheit und sorge da, wo Du es kannst dafür, dass sich das nicht wiederholt. Und zwar egal in welcher Dimension.", sagt sie zu mir. Ob das mein privates Umfeld ist, wo Hass nichts zu suchen hat, ob es eine Nazidemo ist, wo man gefälligst gegen-zu-demonstrieren hat, ... , ob es Krieg, Massenmord oder Genozid ist. Wir werden weiter alles dafür tun, dass das aufhört.

Ich hoffe Sie verfolgen das Ganze weiter so beharrlich, bis Sie es sehen können. Ihre Wortwahl lässt vermuten, dass Sie zumindest intelligent genug dazu sind.
Wie wichtig Sie mir sind, sehen Sie an der Länge des Textes. (egal= null Buchstaben)

Seinen Sie wach gegrüßt


Am 24. Juli 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Diese sich ständig steigernde, sich gegenwärtig sogar horrend ballende Zahl an Leichenbergen in und um die Ukraine und Israel/Gaza herum und ihre Selektion nach „westlichen Werten“ (dem Synonym für imperialistische Gewalt und Krieg) in gute, mit Krokodilstränen zu beklagende Tote und den anderen, den scheiß unbedeutenden Selber-Schuld-Toten in Odessa, dem Donbass oder Gaza zeigen eine nicht mehr steigerbare Verrottung jeglicher Moral, die das Blut in den Adern zum Stocken bringt. Diese ideologisch-machtpolitisch kalkulierende Aufspaltung entspringt, obschon in knallharter rationaler Kälte daher kommend, kranken, verwahrlosten und in jeder Beziehung asozialen Hirnen. Das dürfen wir nie vergessen. Und uns niemals davor drücken, alle an dieser Gehirnwäsche beteiligten Politiker in Israel, in der Ukraine, in den USA und selbstverständlich auch hier als mittelbare Mörder zu bezeichnen! Und die kniefällige bellizistische Journaille selbstverständlich als Anstifter zum Mord! Jeden Einzelnen dieser sich an ihrem tödlichen Chauvinismus aufgeilenden Schreibtisch-Eierkrauler. Wer jetzt miterleben muss, wie Gauck und Merkel ihre medial zusätzlich aufgeblasene Entrüstung wider den Antisemitismus abseiern, während sie zu den grausam ermordeten Frauen, Kindern und Alten in Gaza kein einziges Wort des Mitgefühls finden und Israel deutlich zur Mäßigung aufrufen, der sollte sich nicht allzu weit weg von seiner gut gefüllten Hausbar aufhalten. Die Milde dieser Regierung (ausgerechnet die Ostpflanzen Gauck und Merkel!) Israel gegenüber hat ja nicht nur mit dem Gedenken an den Holocaust zu tun, so gerne dies auch inszeniert wird, nein, sie hat vor allem auch mit dieser pervertierten „westlichen Wertegemeinschaft“ zu tun, zu der sich diese (Regierung) fanatischer denn jemals zuvor bekennt.

Ich möchte an dieser Stelle (was ich eigentlich nie mache) unbedingt den Link zu einem Text von Werner Pirker, dem leider schon verstorbenen österreichischen, langjährigen Autor der „jungen Welt“ einfügen. Dieser Text ist zwar schon von 2008, beschreibt aber brillant die israelische Gewaltpolitik innerhalb einer Replik an Gregor Gysis Festrede zum 60. Geburtstag des Staates Israel. Dieser Artikel hat NICHTS von seiner Aktualität eingebüßt, wie die israelische gegenwärtige Politik und das Herumeiern der Die Linke zum Thema Israel/Gaza wieder deutlich zeigt:
http://www.kominform.at/article.php/20080425100659271

Die gegenwärtige israelische Strategie geht weit über ein „bloßes“ Bestrafungsbombardement Gazas hinaus: Es geht darum, ein für allemal jedem Gedanken der Palästinenser an einen eigenen, freien Staat mit sicheren Grenzen eine klare Absage zu erteilen und den Status quo auf Dauer zu zementieren. Solange das Unrecht an den Palästinensern nicht gelöst wird, wird es keine Versöhnung mit der arabischen, mit der islamischen Welt geben. Und die Gefahren, die dabei lauern dürften wahrscheinlich sogar noch wesentlich drastischer sein als das, was via der Ukraine blühen könnte. Und wer auch riesige Klammern mag: Die Ukraine und der Nahost-Konflikt haben auf dem ersten, zweiten und dritten Blick nichts miteinander zu tun. Wirklich? Ich glaube nicht: Beide Konfliktherde sind Auswüchse des westlichen Imperialismus auf seinen zwei Hauptfeldern – schlichte Expansion und Unterdrückung/Festschreibung dauerhaften Unrechts aufgrund geostrategischer Machtinteressen. Wir Südamerikaner haben da auch eigene Erinnerungen…

Selbstverständlich ist dieser Kommentar strikt einseitig, strikt parteilich und strikt grobrastrig! Und ja, über die blutige Geschichte des „Real existierenden Sozialismus“ und noch blutigeren Auswüchsen eines pervertierten Kommunismus habe ich auch schon mal was gelesen. Ebenso bin ich darüber informiert, dass es selbstverständlich nicht hinnehmbare antisemitische Stimmen auf verschiedenen Demonstrationen gab und dass eine Vernichtung des Staates Israel eine völlig absurde politische Kategorie und Aufruf zum Mord bedeutet. Allerdings sollte man diese keine akzeptablen Kanäle der Wut mehr findende Stimmen sehr ernst nehmen als Indikator dafür, welche – verständliche! – aggressive Dynamik die Jahrzehnte lange Unterdrückung und Erniedrigung eines Volkes erzeugt.
Vielen Dank, Uli!


Am 24. Juli 2014 schrieb Joe Bildstein:

Ein Fiasko der sogenannten "Weltgemeinschaft" die in fast panischer Angst vor der Antisemitenkeule den Schwanz einzieht und das Ultrarechtskonservative Apartheidregime in Tel Aviv bedingunglos unterstuetzt.
Die beigefuegte Graphik von Carlos Latuff, einem brasilianischen Kuenstler, zeigt die Realitaet in bestechender Form.

[http://www.irancartoon.ir/world-artists/details.php?image_id=905]

Der Bergiff "Staatsraeson" den die Dicke aus der Uckermark gepraegt hat, loest bei mir nur noch Ekelgefuehle aus.
Erschreckend wie Teutonien WIEDER in Geiselhaft genommen wird.


Am 24. Juli 2014 schrieb Gisela Pietrzak:

Peace, war wieder gut, die Nachrichten und der Text.


Am 24. Juli 2014 schrieb Jens Dräger:

Jetzt schieben Sie, um Ihre eigene Meinung zu tarnen mit Rolf Verleger, einen abtrünnigen Juden vor. Ihre Absicht bleibt trotzdem antisemitisch.

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