Der Kalte Krieg ist heiß

Ein Gefecht das nicht zu gewinnen ist

Autor: U. Gellermann
Datum: 15. Februar 2016

Ein Kalter Krieg ist dem Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nicht genug. Da heizt er doch lieber noch an: Angeblich habe der russische Präsident Putin mit der Anwendung von Atomwaffen gedroht. Erzählt er der BILD-Zeitung. Kein Beweis. Kein Zitat. Macht nichts. Die BILD-Zeitung verbreitet die Lüge erst mal. Weil die NATO eine Kriegs-Stimmung braucht. Für mehr Ängste. Für mehr Rüstung. Für mehr Spiel mit dem Feuer. Das macht Stoltenberg nicht ohne Auftrag. Er bedient seine Auftraggeber in den USA.

Heiß ist der Krieg in Syrien. Er wird nicht kälter werden, wenn der NATO-Partner Türkei, der neue Freund von Frau Merkel, Erdogan, die Kurden auf syrischem Gebiet beschießt. Das waren doch mal die Helden von Kobane. Aber weder mag Frau Merkel das von ihr jüngst hervorgebrochene „Entsetzen“ wiederholen, noch wollen die deutschen Medien erneut schwerste Gefühle heucheln. Kurden bringen in der Syrien-Kriegs-Schuldfrage einfach keine Punkte. Auch der angedrohte Einmarsch türkischer und saudischer Truppen nach Syrien ruft keine Erregung hervor. Nicht einmal ein irres Gelächter. Denn der Einmarsch der beiden US-Freunde wird mit dem „Kampf gegen den IS“ begründet. Ausgerechnet die Türkei, die den Öl-Handel des IS organisierte bis die Russen die Tanklaster bombardierten, und ausgerechnet die Saudis, von denen die verquere IS-Auslegung des Korans stammt, von denen beträchtliche Spenden für Truppen und Waffen des IS stammen, geben vor ihren Bastard bekämpfen zu wollen. Es geht in Wahrheit um nichts anderes, als um zumindest ein Stück des kaputten Syriens, das sich die beiden Regionalmächte unter den Nagel reissen wollen. Tiefes Schweigen bei der Kanzlerin. Stottern beim Außenminister. Ja, wenn es die Russen wären . . .

Es war der russische Regierungschef, Dmitri Medwedew, der jüngst die Münchner Un-Sicherheitskonferenz mit der kühlen Eischätzung bedachte, das wieder Kalter Krieg herrsche. Der deutsche Aussen-Meier zeigte daraufhin das, was er am liebsten macht: Diese unnachahmliche Kombination von Kopfschütteln und Schulterzucken. Und die deutschen Medien fanden den Medwedew-Satz „drastisch“, „schrill“ oder auch „wirr“. Aber die deutschen Medien haben ohnehin große Mühen mit der Wirklichkeit, wenn sie ihnen im Weg steht. Doch der neue Kalte Krieg, erklärtermaßen gegen Russland gerichtet, ist in seinen Epi-Zentren längst schon so heiß wie möglich.

Der afghanische Krieg – von seinem CIA-Sponsoring der Taliban bis zum andauernden Kampf der US-Freunde für ihre Vorherrschaft im Land – hatte immer auch eine weitere geostrategische Richtung: Die angrenzenden islamisch grundierten Nachfolgestaaten der Sowjetunion – Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan – dürfen sich immer bewußt sein: Frieden gilt nur so lange, so lange die USA nicht die westliche Freiheit gefährdet sieht. In Usbekistan ist ein NATO-Flughafen installiert. In Tadschikistan fungiert die Deutsche Botschaft zugleich als NATO-Vertretung. Turkmenistan stellt der NATO Flughäfen zur Verfügung.

Der georgische Krieg mit dem russischen Nachbarn 2008 diente ebenfalls der Erinnerung an die hegemonialen Ziele der USA. Der ukrainische Krieg, auf kleiner Flamme gekocht aber keineswegs „kalt“, ist hinter seiner dünnen Tarnung zivilgesellschaftlicher Bestrebungen unschwer als Feuer zur Wärmung des westlichen Lagers zu erkennen. Moldawien, nahe genug an Russland, um als militärisches Vorfeld zu gelten, beteiligte sich jüngst an NATO-Manövern. Und ein rumänischer Ministerpräsident, das Land ist natürlich ordentliches Nato-Mitglied, darf schon mal zur Vereinigung von Moldawien und Rumänien aufrufen.

Kalter Krieg? Was wäre wenn Russland die völlig berechtigten Ansprüche Mexikos auf die heutigen US-Staaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Utah sowie Teile von Colorado, New Mexico und Wyoming unterstützen würde? Jenes 1,36 Millionen Quadratmeter große Gebiet, das die USA 1848 den Mexikaner in einem ungerechten Krieg abgeköpft haben? Der heiße Krieg wäre schneller unterwegs, als man das Wort Kriegserklärung aussprechen kann. Geht es nach der trägen, korrumpierten und unredlichen deutschen Öffentlichkeit, sind die Kriege der USA unvermeidlich gute Kriege: Das galt für den Irak ebenso wie für Libyen, obwohl dort weder Freiheit noch Demokratie hergestellt wurden. Nur Tod und Trümmer sind als Ergebnisse erkennbar. Auch der Syrien-Krieg, von Beginn an durch die US-Freunde Saudi Arabien und Katar entfacht und bis heute von der CIA fachmännisch betreut, ist zu einem Vernichtungskrieg geworden, der unter dem Slogan „Assad muss weg“ jede staatliche Struktur zertrümmert.

Ja, Russland ist ein kapitalistischer Staat, darin den USA gleichend. Ja, auch Russland hat Interessen, die es durchsetzen will. Tatsächlich gehen die jüngsten Kriege aber nicht auf das Konto Russlands. Und Russland hat in seinen Anrainerstaaten auch nicht 3,4 Milliarden Dollar aufgewendet, um die Bestände an schweren Waffen, gepanzerten Fahrzeugen und anderen militärischen Ausrüstungsgütern in Mittel- und Ost-Europa aufzustocken, wie Obama das jüngst ankündigte: Als eine „Initiative zur Beruhigung der Europäer“. Wer bei Verstand ist, der wird sich beunruhigt fühlen. Denn während die Russen bisher nur den Status Quo verteidigen, wollen die USA ihre Machtgrenzen ausweiten. Möglichst bis nach Moskau. Man kann den Russen nicht raten sich zu ergeben. Und man kann den Deutschen nur abraten, sich an der Seite der USA an einem Gefecht zu beteiligen, das nicht zu gewinnen ist. Denn, so zitierte Dmitri Medwedew in München den ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy: “Innenpolitik kann dazu führen, dass man Wahlen verliert, Außenpolitik aber, dass man sein Leben verliert."


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. Februar 2016 schrieb Christoph Macholdt:

In diesen unruhigen Zeiten des von den USA gesteuerten Krieggeklirres kommt mir der Liedtext "Der Angstverkäufer" der grandiosen Ostrockband PUHDYS wieder in den Sinn. Leider haben ihn bis heute viel zu wenige verstanden...

"Es war eine Stadt im Tal der Neumanen.
Die Stadt war bekannt unter vielen Namen.
Port Wohlstand Bad Reichtum, Hoffnungstal.
Die Stadt lag in Frieden, ihr Ruf war geachtet,
die Händler kamen in Scharen
Auch der mit den Sternen und Streifen am Hut
kam in die Stadt gefahren.

Und er pries seine Ware. Und er war sehr nett.
Und er stellte sich vor als der große Angstverkäufer Jack!

In den Gärten der Stadt sproß Zufriedenheit.
Die Stammtische waren mit Lorbeer drapiert.
Die Bäder gekachelt, die Zäune lackiert.
Der überfluß lähmte die Aufmerksamkeit,
es gähnte die Langeweile.
Der Mann mit der Angst bot zum Sonderpreis
Geschäfte zum Vorzug bei Eile.

Und er pries seine Ware. Und er war sehr nett.
Und er stellte sich vor als der große Angstverkäufer Jack!

Er versprach Feuersbrunst, Erdbeben und Sintflut
als Zugabe Streik durch die Müllabfuhr
fürs schlaffe gemüt die passende kur
Doch sie lachten ihn aus denn sie waren gefeit
durch hohe Versicherungspolicen.
Gegen Hunger und Not, gegen Elend und Tod
hielten sie dem Händler entgegen.

Doch der pries seine Ware.

Was er dann empfahl war die Krone des Handels.
Und die Kunden die bissen auch an.
Das Geschäft hieß der Krieg, der Feldherr total.
Die Stadt hielt die Sache für durchaus normal.
Im Nu war die Stadt im Tal der Neumanen
gestrichen aus Atlas und Lexikon.
Der alles gewann, zog weiter geschwind
denn es gab noch sehr viel zu tun.

Und er pries seine Ware. Und er war sehr nett.
Und er stellte sich vor als der große Angstverkäufer Jack!"


Am 16. Februar 2016 schrieb Winfried Wolk:

Lieber Uli Gellermann,

es gehört schon eine ganze Portion dümmlicher Bösartigkeit dazu, Ihnen Kreml-Speichelleckerei zu unterstellen. Immerhin leckt man doch nur dessen Speichel, der sich dafür auch erkenntlich zeigt, Kreml-Speichelleckerei bringt doch hierzulande rein gar nichts, eher doch das Gegenteil. Aber wenn der werte Herr Speichelleckerei-Untersteller nicht einmal bemerkt, dass unsere Regierung bzw. die Bundeskanzlerin erst jetzt bei den bedauerlichen zivilen Opfern, die in Aleppo durch das russische Eingreifen zu beklagen sind, ihre äußerste Betroffenheit artikuliert und gegen die Anwendung militärischer Gewalt protestiert, aber die bislang über 200.000 Toten, die in den viereinhalb Jahren ohne russische Beteiligung zu beklagen sind ohne ein Wort des Bedauerns akzeptiert, und auch die Hunderttausende Tote in Afghanistan und im Irak und in Libyen, wo Russland nicht beteiligt war. Alle diese Gräuel haben kein erkennbares Entsetzen bei unserer Kanzlerin ausgelöst, wie auch nicht die in den letzten Monaten und bis heute von unseren türkischen Waffenbrüdern hingemetzelten Kurden. Da würde ja der Deal platzen, den man mit der Türkei vereinbart hat: Flüchtlinge behalten gegen stillschweigendes Billigen des Mordens. Könnte man bei all dem nicht tatsächlich auf die Idee kommen, dass unsere Bundesregierung mitsamt ihrer Chefin ohne jegliche politische Eigenständigkeit einfach die Vorgaben von big brother umsetzt?
Ganz sicher machen wir mit, wenn unsere amerikanischen Befehlshaber es für angezeigt halten, nach Vietnam, Grenada, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien nun auch Russland militärisch zu attackieren, auch wenn von Europa und natürlich dann auch von Deutschland nicht mehr viel übrig bleiben wird. Der Krieg wird hier stattfinden und die Mächtigen in den USA meinen, dass sie weit davon entfernt sein würden. Aber Phantasie war immer schon eine unterentwickelte Eigenschaft bei Machtpolitikern.


Am 16. Februar 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Die Journalisten geben sich allgemein extrem unempfindlich, was die mögliche kriegerische Eskalation mit Russland betrifft. Null Verantwortungsgefühl, keine Sensibilität dafür, dass sie evtl. mit unserem Leben spielen, denn die öffentliche Meinung ist ja, wie Daniele Ganser sagt, eine Weltmacht. - Ich weiß nicht, was das für Kreaturen sind, hätte gern mal einen von ihnen vor mir.


Am 16. Februar 2016 schrieb Kostas Kipuros::


Hallo Herr Hollmann, danke für Ihre Vorlage, habe Ihren Text geringfügig redigiert und sende ihn auf Sie bezogen zurück, damit Sie auch mal eine andere Blickrichtung bekommen! Viel Spaß beim nachdenken.

Der Artikel gibt die übliche Sichtweise des deutschen Spießers, Ignoranten und Rechthabers wider, transportiert durch dessen gleichgeschalteten Medien wie ARD, ZDF, Welt, Spiegel und FAZ sowie die hiesigen Speichellecker in diversen Foren.

Das US-Regime IST imperialistisch, hat es doch nicht erstmals nach 1945 in Europa zu seinen Gunsten Grenzen verändert, trotz gültiger Verträge (Krim) und führt bis heute nichterklärte Kriege - zwar nicht gegen seine Nachbarn - dafür aber weltweit. In Saudi-Arabien, Katar und Ägypten werden aus strategischen und machtpolitischen Gründen verbrecherische Regimes gestützt, auf Kosten von vielen Menschenleben und Flüchtlingen.


Am 16. Februar 2016 schrieb dix baer:

Vielen Dank.
Die Fakten liegen auf dem Tisch - und nicht das erste Mal.
... aber was kann man denn nun tun außer diese Geschichte einfach laufen zu lassen? Mir scheint, dass diese Frage zu kurz kommt.


Am 16. Februar 2016 schrieb Burkhard Ohligs:

Leider gibt es noch zu viele Hollmanns, deren niedere Instinkte für einen "gerechten" Krieg kanalisiert werden können. Der Reflex im Recht zu sein, macht einen zum Opfer für schäbige Propaganda.


Am 16. Februar 2016 schrieb Guenther Lachmann:

Auf der Münchner Kriegskonferenz ließ Stoltenberg mehrmals verlauten, dass es unabdingbar wäre, Truppen und Material in die östlichen Nato-Staaten zu verlegen. Eine kalkulierte Drohung an Russland oder nur das Gegacker einer debilen Zucht von Kopffüßlern? Dabei müsste es doch solchen Kreaturen, welche um das um Stoltenberg-Getriebe tanzen, bewusst sein, dass selbst ein fünfjähriges Kind die Realität des tit for tat erkennt, und die voraussehbaren Konsequenzen daraus zieht. Auf welchem intellektuellem Niveau sich dann die Stoltenberg-Gemeinde befindet, müsste wohl jedem neutralen Beobachter bewusst werden.
Kein Wunder also, dass sich Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew fragt, unter welchem Urgestein seine Gesprächspartner hervor gekrochen sind. Dass nun die Blöd-Zeitung eine nucleare Bedrohung durch Russland erwähnt, ist wohl die Projektion der trigger-happy cowboys auf Putin, der sehr erfolgreich einen Kampf gegen Daesh (IS), und deren Geburtshelfer, führt. Die Korrelation trägt den Titel »Hegemoniebestreben der US-Admin inzestiös mit Erdowahn ? Berliner Rautenverein folgt peeping Merkel«
Das zynische Verhalten der Landräuber (Nato-Staaten und ihre Klones) trägt nicht dazu bei, dass es in dieser Region zu einem Frieden kommen wird. Hätte der saudische und der türkische Dorftrottel ein paar Eier, wäre schon längst ein Frieden aushandelbar. Das Bestreben des US-Kriegsapparates durch millionenfachen Tod von Zivilisten (das ist System, und wird zynisch Kollateralschaden genannt) einen Landgewinn vorwärts zu treiben, trägt die Handschrift von Banken und Großkonzernen.
Banken und Großkonzerne, einschließlich der Waffenindustrie, sind der geostrategische »Ring Of Fire«, welcher auf der dreitägigen Kriegskonferenz in München noch vertieft wurde. Und selbst einem politisch Unbedarften, mit Blöd-Zeitung voll-gefressenem Briefchen-Kritzler *1), dürfte es bewusst werden, dass ein Kalter Krieg durch Hegemonialbestrebungen schnell zu einem heißen Krieg werden kann. (US-Admin, in Konformität mit dem Fünfeck, hat kürzlich Ausarbeitungen mit seinen westlichen Freunden durchexerziert, wie es einen nuclearen Waffengang starten, und gewinnen kann) Das Religion dabei keine Rolle spielt ist selbstverständlich, sie ist nur der Nagel, an dem das Verhalten aufgehängt ist, an dem der Unbedarfte missbraucht werden kann.
Machtbestrebungen und Aggressionsverhalten der NATO-Staaten gegenüber Nicht-Mitgliedern der North American Terror Organisation, können zu unerwarteten Reaktionen fuehren.
Der voraussehbare Sieg Russlands in Syrien, Putins wohl-durchdachte Politik über die Neokonservativen der US-Regierung, und ihre Vasallen, führt wohl zu dem neuerlichen forcieren des Kalten Krieges durch die Westmächte. Denn ein Sieg Putins in diesem Proxy-War, erschwert Washington die Möglichkeit, den Iran und Russland zu destabilisieren, durch den Export des terroristischen Dschihad in diese Staaten. Der
Einfall der Tuerkei und der Saudis in Syrien, sind wahrscheinlich dem Erdölreichtum Syriens zu verdanken.
Statt Dialog und Verständigung muss das NATO-Gezücht auf Provokation und falsche Beschuldigungen, Manipulation durch Falsch-Information bauen.
Und es ist der einfache Bürger der unter den Repressalien, den Folgen des kalten Krieges zu leiden hat, während sich Jene, die mit Krieg und Terror durch Land ziehen, sich die Taschen voll stopfen.
Schaffen wir dieses Gesocks doch einfach ab!

Briefchen-Kritzler:

@ Claus Hollmann
Wie bekommen sie eigentlich das nasse Scheißhaus-Papier zwischen ihre Ohren?


Am 16. Februar 2016 schrieb Peter Blaster:

@Claus Hollmann

Ihr Beitrag liest sich so typisch, wie aus dem Baukasten! Die wichtigsten Phrasen und Kampfbegriffe sind dabei, fehlt nur noch "Schlächter Assad" und ähnliches nachgeplappertes Mediensprech.
Immer wieder interessant zu sehen wie sich solche Beiträge gleichen und nie Substanz und Argumente beeinhalten, dafür wilde Schuldzuweisung, Geifer,Hetze und die üblichen Phrasen und Worte des Propagandabaukastens. Wie gleichgeschaltet, wie ferngesteuert!

Traurig für meine Mitbürger die so extrem konditioniert sind, und was die Medien für eine Macht haben. Die Massenmedien wohlgemerkt die breit aufgestellt sind und im Dauerfeuermodus arbeiten! Man muss sich schämen für das was hier passiert.
Aus 2 Weltkriegen nichts, aber auch garnichts gelernt!


Am 16. Februar 2016 schrieb Christoph Macholdt:

@Claus Hollmann

An ihnen sieht man, wie gut die westliche Propaganda uns Geschichtsverzerrung wirkt.
1. Man kann über Putin sagen was man will, aber 1945 hat sein, wie sie es nennen, "Regime", garantiert noch nichts getan, wurde er doch erst sieben Jahre später geboren
2. Hatten die Sowjets als einziger Staat nach dem zweiten WK das gute Recht, ihre Interessen durchzusetzen, hatten sie doch mit 27 Millionen Opfern und der Totalzerstörung des gesamten Gebietes bis Moskau/Stalingrad durch die Wehrmacht die größte Last des Krieges zu tragen. Außerdem haben sie den größten Anteil am Sieg über den Faschismus - wir erinnern uns, die US-Army griff erst in Europa ein, als (1944) der Krieg durch die Sowjetunion schon nahezu gewonnen war und der "böse Kommunismus" Europa zu "überrollen" drohte. Damit wäre Europa (und damit das wichtigste strategische Feld dieses Planeten) für die USA verloren gewesen, was es natürlich zu verhindern galt. Die Sowjetunion führte einen sehr verlustreichen Verteidigungskrieg, und hat damit alles recht, seine Interessen zu sichern. Die USA hingegen führte einen rein finanziell/strategisch motivieren Angriffskrieg, wo der wahre Hintergrund die Wahrung amerikanischer Interessen stattfand. (bis 1944 wollte man sogar mit Dönitz als neuen Führer in Deutschland zusammen mit der Wehrmacht gen Moskau marschieren...)

Ich bitte Sie, vor dem nächsten historischen Kommentar mal ein Geschichtsbuch in die Hand zu nehmen.

Herzlichst
Christoph Macholdt, der als 15jähriger immer wieder erschrocken ist, wie viele "große" den Mund aufmachen, ohne zu denken.


Am 16. Februar 2016 schrieb Clara L.:

Wenn ich es richtig interpretiere ist es doch noch viel schlimmer: In den meisten Medien wird die Regierung Syriens mit Regime bezeichnet, der Präsident als Diktator.
In der regionalen Zeitung, die ich täglich lese, vergeht kein Tag mehr, ohne negative Berichterstattung gegen Russland (selbst so Geschmacklosigkeiten von Pussy Riot werden groß raus gebracht im Politikteil mit großem Foto) wie die Wahrheit verdreht wird, einfach durch Weglassen und ganz schlimm ist es, wie ich bemerke, dass diese Art der Manipulation selbst durch die Leserbriefe wirkt, und bei mir selbst sich so eine seltsame Müdigkeit und ein Ohnmachtsgefühl breit macht, dass ich es so langsam aufgebe, zu versuchen, wenigstens hin und wieder auch Briefe zu schreiben.
Danke jedenfalls für Artikel, wie diesen...so weiß ich wenigstens, ich bin nicht ganz allein.


Am 15. Februar 2016 schrieb Lutz Jahoda:

EINSCHÄTZUNG

Es ist das alte Lied vom Habenmüssen und vom Nehmen,
von Unverfrorenheit im Mantel der Barmherzigkeit.
Es ist ihr Kampfsport gegen all die Unbequemen,
mit deren unrentablen Rufen nach Gerechtigkeit.

Sie fühlen sich bedroht in ihrer kranken Demagogik.
Genau aus diesem Grunde sind sie ungemein gefährlich.
Sie trudeln ungesund am Abgrund, sternfern aller Logik;
und sind, genau betrachtet, eigentlich entbehrlich.


Am 15. Februar 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

An und für sich beteilige ich mich nicht an Kommentaren, die geschrieben werden. Nun platzt mir aber der Kragen. Herr Hollmannt: Sie können glauben was Sie wollen; auch an den Weihnachtsmann, doch möchte ich Sie bitten Herrn Gellermann nicht als Speichellecker zu bezeichnen. Das ist eine Beleidigung. Zumal Ihr Beitrag nichts erhellendes hat. Ich könnte auch sagen: "Außer Spesen nichts gewesen."


Am 15. Februar 2016 schrieb David Keller:

Was Stoltenberg gesagt hat: Putin habe die Anwendung von Atomwaffen "jedenfalls angedroht". Jedenfalls: Also auf alle Fälle, zu Weihnachten und Ostern, bei gutem und schlechtem Wetter? Ein Putin-Zitat dazu lässt sich nirgends finden. Was man findet ist NATO-Propaganda. Insofern hat Gellermann mal wieder einen Beitrag gegen Desinformation geschrieben. Danke.


Am 15. Februar 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Kriege, egal von wem, bringen Leid, Elend, Zerstörung von Beziehungen, von Familien, von Lebensträumen, mit anderen Worten: Der Mensch wird entmenschlicht. Es kann Generationen brauchen diese Traumata, nicht nur zu verkraften, sondern Lebensmut und Zuversicht wieder leben zu können. Ich teile Ihre Analyse der Lage, Herr Gellermann, doch die Menschen, egal wo, brauchen den Frieden, das Mitgefühl für ihre erbärmliche Lage, aber vor allem die tatkräftige Hilfe und Unterstützung derer, die das alles zu verantworten haben.Ich war so einigermaßen bedient als ich zur Kenntnis nehmen musste,dass die reichen Länder im Jahr 2015 die Gelder für die Welthungerhilfe einfach nicht mehr gezahlt haben. So wurden diese Organisationen gezwungen zu halbieren und statt der mickrigen 28 Dollar waren es dann noch ca. 14 Dollar pro Geflüchteten. Die Gier und der Geiz sind eine Ursache für die traurige Lage dieser Menschen. Neuerdings wird im TV munter um Spenden gebeten. Na sowas, dann will man sich dieser Verantwortung entziehen, weil es für die sogenannten Geberstaaten preiswerter wird.Flüchtlinge bringen ja auch keine Renditen. Nur wo Geld verdient werden kann spielt für diese Damen und Herren die Musik. Solange in angeblich zivilisierten Gesellschaften an den Börsen mit Lebensmitteln spekuliert werden darf spreche ich diesen jegliche Humanität ab. Die Waffen müssen schweigen. ALLE!!!!!- Sicherlich hat auch die ehemalige Sowjetunion 1989 einfach schlecht verhandelt. In der Politik geht es nicht um Glauben, Glauben kann man in der Kirche. Herrn Gorbatschow und seinen Unterhändlern hätte doch glasklar sein müssen, dass die Hegemoniebestrebungen der USA vor keiner Grenze halt machen. Putin hat das dann verstanden. Die Sowjets haben sich über den Tisch ziehen lassen. Nichtsdestotrotz spricht es für die alte Sowjetunion, dass der Frieden in Deutschland bestehen konnte. Ich zweifel sehr, ob es so eine Lösung mit den USA hätte geben können. Egal wie, der Frieden muss her.Es muss alles, aber wirklich alles getan werden diesen Krieg zu beenden. Die Völker der Welt brauchen den Frieden. Im übrigen sollte Obama und der EU der Friedensnobelpreis wegen Versagen, Feigheit, Mutlosigkeit und dem Frieden keinesfalls verpflichtet, weggenommen werden.- Noch ne Anmerkung zu DiEM25: Im globalen Minotaurus ist eine ziemliche gute Analyse über Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft von Herrn Varoufakis. Ja, was Sie geschrieben haben fehlt in dem Papier, doch in dem Buch nicht. Viele Grüsse und das ist ein wirklicher Gellermannartikel, wieder.


Am 15. Februar 2016 schrieb Claus Hollmann:

Der Artikel gibt die übliche Sichtweise des Kreml, transportiet durch dessen gleichgeschaltete Medien und die hiesigen Speichellecker. a la Gellermann wieder.

Das Putin-Regime IST imperialistisch, hat es doch erstmals nach 1945 in Europa zu seinen Gunsten Grenzen verändert, trotz gültiger Verträge (Krim) und führt es bis heute Krieg gegen seinen Nachbarn, einen nicht erklärten. In Syrien wird aus strategischen und machtpolitischen Gründen das verbrecherische Assad-Regime gestützt, auf Kosten von vielen Menschenleben und Flüchtlingen.

Antwort von U. Gellermann:

Stimmt: In Afghanistan, im Irak und in Libyen wurden die Grenzen nicht verändert. Das wird die fast eine Million Tote in diesen Ländern im Ergebnis der US-Kriege sehr freuen.


Am 15. Februar 2016 schrieb Andreas Buntrock:

"Der deutsche Aussen-Meier zeigte daraufhin das, was er am liebsten macht: Diese unnachahmliche Kombination von Kopfschütteln und Schulterzucken. "
-------------------------------------------
Kopfschütteln und Schulterzucken stellen ja,
wenn man mal bedenkt, wo er steckt, dieser Kopf und vor allem wie tief er in dem steckt, wo er gerade steckt, schon eine recht beachtliche Leistung dar. :-)


Am 15. Februar 2016 schrieb Wera Blanke:

Danke! Wieder mal eine Klarstellung, die die verworrenen Verhältnisse vom Kopf auf die Füße stellt. Es kann nicht oft genug passieren. Dumm nur, dass diejenigen, die die Richtigstellung endlich begreifen sollten, diese Texte nie lesen werden.


Am 14. Februar 2016 schrieb Ulrike Spurgat:


Guten Tag, habe mich mit DieM25 beschäftigt.
Spannende und unterstützende Idee mit dem Yanis Varoufakis der Typ, den die EU diskrediert, falsch dargestellt und unmenschlich behandelt hat.Nun ist zu hoffen, dass trotz oder gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen die LINKE an einen Tisch bringt. Wir haben etwas wofür es sich lohnt zu kämpfen und das was noch übrig ist zu verteidigen, bzw. sich das zurückzuholen was wir uns haben klauen lassen. Bitte schreiben Sie zu dieser Idee. Wir brauchen Verbündete, auch die indigenen Völker Lateinamerikas, denen tagtäglich aus Profitgier die Lebensgrundlagen und das alte Wissen über Kräuter- und Heilpflanzen gestohlen wird. Oh, ich schweife ab. Übrigens, das palästinänsische Volk liegt mir schwer auf dem Herzen. Bitte nicht vergessen. - Die Möglichkeit sich schreibend beteiligen zu können auf Ihrer Seite fordert mich immer wieder heraus, mehr als 1% meines Hirns zu nutzen. Auf schlaue, provokative, witzige und nachdenkungswürdige Artikel freue ich mich auch in Zukunft. Ich hoffe sehr, dass sie noch gaaanz lange Schreiben werden.

Antwort von U. Gellermann:

Das Varoufakis-Papier habe ich gelesen. An keiner Stelle konnte ich ein Wort über die USA und ihre Kriege finden. So als ob die EU – die ziemlich beharrlich „Europa“ genannt wird, als sei die EU schon das ganze Europa – unabhängig von den USA zu „demokratisieren“ wäre. Diese nahezu unpolitische Sicht auf die aktuelle Lage der EU ermuntert mich nicht, das Papier ein zweites Mal zu lesen und darüber zu schreiben.

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