Der Geheimdienst wirft Blasen

Mehr Wasser für den Sumpf durch BND-Müller

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. September 2016

Das ist der Mann, der aus der Wärme kommt: Guido Müller, bisher Vize-Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), soll demnächst für den Bundestag die Geheimdienste kontrollieren. Müller, das ist ein Tarn-Name, in Wahrheit heißt er Schmidt oder Meier oder so, und kommt aus der Wärme der Amtsstuben: Nahtlos schlich er sich aus dem Wehrdienst in eine düstere „Verwendung“ im BND, um von dort auf die Wärme-Wartebank des Referatsleiters im Bundeskanzleramt – zuständig für Fragen der Exportkontrolle, Proliferation, Sicherheit, Cybersicherheit, Controlling, Internationale Organisierte Kriminalität sowie Wirtschaftsschutz – zu wechseln. Doch von diesem schönen Posten musste er zurück in den Dienst der Dienste: Als der NSA-Untersuchungsausschuss drohte, ausgerüstet mit den Edward-Snowden-Unterlagen, hätte er doch glatt befragt werden können. Da turnte der Mann geschwind vom Kanzleramt zurück zum BND und wurde wieder Geheimnisträger, also unbefragbar.

Die deutschen Geheimdienste: Ein einziges großes Sumpfgebiet. Gegründet von den US-Geheimdiensten mit tatkräftiger Hilfe bewährter Nazis, um die junge Bundesrepublik stramm auf Westkurs zu halten, haben sie Skandal auf Skandal produziert. Manchmal warf der Sumpf Blasen, giftige Gerüche stiegen an die Oberfläche und erreichten sogar eine gewisse Öffentlichkeit. Aber erstmalig mit dem NSA-Skandal waren selbst die braven deutschen Medien kurzzeitig erstaunt. Eine solch stramme US-Führung der Regierung am kurzen Zügel, wer hätte das gedacht? Alle, die bei Verstand waren, also wenige: „Der BND hat die deutsche Regierung aktiv beeinflusst, um die Gesetze über die Privatsphäre langfristig aufzuweichen, damit es bessere Möglichkeiten für den Austausch von geheimdienstlichen Informationen gibt“ (zitiert aus den Snowden Dokumenten).

Guido Müller ist eigentlich ein armes Schwein: Kaum hatte er die Flucht vom Kanzleramt zurück in den BND angetreten, musste er sein Privathaus renovieren lassen. Denn er galt als „abstrakt gefährdet“. Also gab der Dienst konkret 180.000 Euro für ihn aus. Obwohl nach der "Richtlinie für die Behandlung materieller Objektschutzmaßnahmen an privaten Wohnsitzen gefährdeter Personen" es nur 30.000 Euro hätten sein dürfen. Aber einer, der einst auf den Schultern der Kanzlerin saß, um ihr Hüh und Hott zu soufflieren, der war natürlich gefährdeter als andere. Allein was so ein Knüppeldamm durch den Sumpf kostet.

Aus Schleiden kommt der Mann, lange Jahre geheimer Lenker der Kanzlerin, der jetzt angeblich für das Parlament die Dienste kontrollieren soll. Das wird das Parlament schnell merken, wenn es die Sporen bekommt und mit der Reitgerte aufgemuntert wird, um die nächste Hürde zur Ausweitung der Bürgerkontrolle zu nehmen. Aus dem idyllischen Schleiden in der Eifel kommt er. Rund 370 Meter über dem Meer gelegen, von der NS-Ordensburg Vogelsang und einem entzückenden Kriegerdenkmal für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkriegs wird der Ort ebenso markiert, wie durch die Reste des enteigneten Jüdischen Friedhofes. Höhepunkte Schleidener Ausschweifungen finden im „Ambientetrauzimmer Pauluskeller“ statt, wenn dort in den Wintermonaten die legendären Candle-Light-Trauungen stattfinden. Aus dieser Gegend, wo die Wahlen immer schwarz ausgehen und nicht einmal der Abendsonne erlaubt wird beim Untergehen rot zu werden, kommt der geheime Schmidt oder Müller oder so.

Es ist die eigene Logik des Sumpfes, dass einer, der bisher dem Geheimdienst vorsaß, demnächst den Geheimdienst kontrollieren soll. Die Inhaber des Sumpfes werden sagen: Klar, der kennt sich aus. Der weiß wie der Sumpf schwappt. Und sie haben ja so recht: Müller kann dem Sumpf mehr Jauche zuführen. Er kann diesem stinkenden Biotop aus Amt & NSA & Korruption & Landesverrat noch mehr flüssige Nahrung zuleiten. Der Steuerzahler wird sein Haus demnächst noch sicherer machen. Und sicher wird der Müller es ihm danken: Noch mehr Terroristen entdecken, die seine Freunde aus den USA hergestellt haben und noch mehr Maßnahmen zur Disziplinierung Unschuldiger verordnen. Der Tiefe Staat lebt mitten in der Kloake der Dienste.

Ein intellektues Warmlaufen für die Demonstration
am 8. Oktober in Berlin:
Frieden - ein besseres Geschäft als Krieg
Warum europäische Sicherheit unteilbar ist
Lesung und Gespräch mit Daniela Dahn
Am Dienstag, 4. Oktober 2o.3o Uhr
im Berliner Buchhändlerkeller
Moderation: Michael Schneider


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 02. Oktober 2016 schrieb Pat Hall:

Der einzige intersessante Kommtar war der von altes´Fachbuch´.
Sein Wissen und seine Ahnung über das GG kann durchaus geteilter Meinung sein ,aber wird es nicht ständig wie Gummi gebogen ?
Ich brauche auch keine sogenannte Lehren mehr über das was Lenin oder Stalin oder sonst wer für Unheil über Völker brachte !
Alles was wir brauchen ist Information wie es Uli.G auf seinem Blog macht und dafür bedanke ich ich recht herzlichst.


Am 01. Oktober 2016 schrieb Michael Weiß:

@Ulrike Spurgat: Wie heißt es noch gleich; Krieg ist, wenn Menschen, die sich nicht kennen, aufeinander schießen, auf Befehl von Menschen die sich sehr wohl kennen.
Es wäre interessant zu wissen, welche gesellschaftlichden Positionen die Vorfahren unserer heutigen Verantwortungsträger so innehatten, dabei würde bestimmt eine gewisse Konstanz zu Tage treten. Vielleicht erlebe ich ja noch die Amtsübernahme eines/ einer v.d. Leyen jun. Muß aber nicht unbedingt sein.




Am 30. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

wie ich den gellermann lese;)

- der autor rankt um einen müller mögliche karrierewege in unserem freiheitlich-demokratischen rechtsstaat. ob der mann schmidt, meier, schulze, lehmann, hinz oder kunz heißt, bedeutet doch wohl, dass VIELE solcher menschen zwischen parlamentarischen oder geheimdienststrukturen hin und her bewegt werden, um deren und der behörden arbeit eben NICHT durch die demokratie überprüfen zu lassen!
für mich zwei bedeutsame erkenntnisse, und nicht lustig!
- der autor verweist auf die geschichtlichen geburtshelfer mit brauner vergangenheit. im übrigen konnten die und die bundeswehrleute sich vor ihrer mitwirkung "amnestieren" lassen. und das waren nicht wenige, und sicher viele der übelsten täter im II.wk. die werden über die zeit ihres wirkens im rechtsstaat nicht anders gedacht haben, und strukturen geschaffen haben in diesen rechtsstaatbehörden, die auch ein anders denken künftig unmöglich werden lassen! wichtige erkenntnis, null spassfaktor:(
- der autor gebraucht die metapher eines sumpfes für das wirkungsprinzip geheimdienst! geniales bild, wenn man denn einen c.d.friedrich auch als erfrischend und motivierend empfindet;) als besucher darf die frage erlaubt sein, ob dieses bild "sumpf" und seine implizierten wirkungsmechanismen nicht auf alle bereiche der bundesdeutschen oder sich globalisierenden gesellschaft erweiterbar ist?? wirtschaft, politik, kultur und sport, gesundheits- und altersvorsorge, erziehung und bildung, ehe und familie?? keine müllers, keine schmidts? erkenntnisgewinn null, spaßfaktor riesig:)
- der stramme westkurs unter kontrolle des eigenen auslandsgeheimdienstes der jungen bundesrepublik.. was soll ich als zwangsbeigetretener zum geltungsbereich des GG sagen? ich fand das vorher schon blöd.
- und offenbart wird das komplettversagen ALLER kontrollgremien des parlamentes oder der medien etc. durch das outen eines ausländischen whistleblowers, einem geheimdienstler mit gewissen, dem unser rechtsstaat in treuer anhaltender gefolgschaft asyl verweigert und ihn diffamiert! der autor resümierte, dass wohl nur wenige bei verstand waren und dies sahen - und der rest sieht noch immer zu, wie das bewässern des sumpfes forciert wird! erkenntnis deprimierend und daher spaßfaktor null!
- offensichtlich gehts den müllers materiell besser, die sind too big to fail mit ihrem wissen um den sumpf. korruption kann man da nicht unterstellen. wer die sorte los haben will, muss auf deren tod und damit ewig warten warten. bundespräsidenten sind für geringere summen ins kreuzfeuer von justiz und medien gekommen - und die systemischen müllers will keiner wahrgenommen haben!?
- die eifel hat pech gehabt:) und ein bissel eifel ist überall. aber "..Gegend(en), wo die Wahlen immer schwarz ausgehen und nicht einmal der Abendsonne erlaubt wird, beim Untergehen rot zu werden,..." ist diese zustandsbeschreibung einer realität einer gesellschaft noch erheiternd?? insbesondere nach dem fazit des autoren, mit dem er uns einen ausblick auf die zukunft offenbart!

an die toleranten mitforisten sei die frage gerichet, ob ich als bekennender nicht-freund des GG dieses nicht inhaltlicher und in seiner bestimmung mehr verteidige, als manche dieses eben nur als stück papier oder geschichtliche trophäe behandeln?
und damit beende ich für mich die sachliche rationale ebene der "diskussion" um meine meinungen und meinen nick.
auf emotionale ebene kastriert sage ich: mein ranking in einer poser- oder standinggesellschaft ist mir egal!

ich freue mich schon auf das "feiertags"thema, wenn denn die galerie nicht geschlossen bleibt, wegen dem feiertag.
bis dato dem autoren ein erholsames wochenende


Am 30. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@Manfred Ebel.
Hoffe, sie verkraften die bunten Worthülsen an der einen oder anderen Stelle.
@Alfred Matejka.
Der Kommentar hat mich zu Tränen gerührt. Danke


Am 30. September 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Manfred Ebel,

oh weh, ich habe ganz rote (!) Backen vor Aufregung, denn ich will mich outen: als Fan von Ihnen. Es ist wirklich so: Ihr Dogmatismus hat etwas absolut Charmantes! Ich „kenne“ niemanden, der derart frei eitler Attitüde den Materialismus in Duktus und Intonierung so betoniert predigt wie Sie – ohne, und jetzt kommt’s, als erstarrter Betonkopf zu wirken. Oft im Gegenteil. Inzwischen sind Sie mir eigentlich, oh weh, ich erröte noch mehr, der Geschätzteste aus der Revolutions-Fraktion der RG-Lesergemeinde geworden. Da gab und gibt es ja auch ganz andere Dame und Herren… Nun hoffe ich, Sie überleben diese Lobpreisung ohne bleibende Schäden!


Am 30. September 2016 schrieb Alfred Matejka:

@Ulrike Spurgat,
@Jenny Westphal,
ich habe in meiner Jahrzehnten langen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung vieles erlebt. Partei ergreifen in Betriebsversammlungen vor 2000 Beschäftigten war eine davon. Deshalb nehme ich heute Partei für euch. Ich lese aufmerksam alle Leserbriefe zu den Kommentaren von Uli. Dem alten Fachbuch muss man nicht folgen.Da ist nichts dahinter.Mir fällt bei solchem Geschwätz immer wieder eine Begegnung auf einer Delegation in der DDR ein. Eine Genossin sagte zu mir:Es gibt zwei Möglichkeiten in die Partei zu kommen. Die einen kommen nur mit dem Kopf in die Partei,die anderen mit dem Bauch, und entwickeln dann ihren Kopf. Die nur mit dem Kopf in die Partei kommen, dürfen nur vor mir gehen. Die mit dem Bauch in die Partei kommen und sich dann entwickeln dürfen hinter mir gehen. Nach einer Weile ergänzte sie den Satz, mit dem Gewehr in der Hand. Und dann sagte sie, du darfst hinter mir gehen. Fazit.das alte Fachbuch(veröffentlicht noch nicht mal seinen Namen) dürfte nie hinter mir gehen, viele andere auch nicht.


Am 30. September 2016 schrieb Marie Wenger:

Ihre Beschimpfung der Provinz (Eifel) ist fraglos sprachlich gekonnt, aber unter der Gürtel-Linie. Aus dem Ort Trier, nicht sehr weit von Schleiden entfernt und kaum weniger provinziell, stammt Karl Marx. Kapiert?

Antwort von U. Gellermann:

Die Provinz hat keine Gürtel-Linie.


Am 30. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@altes Fachbuch
@Manfred Ebel
Was mich bei ihnen (Beiden) wirklich stört ist die Arroganz des vermeintlichen Wissens, und der Mangel an Humor. Seis drum.
Sicherlich mögen sie an der einen oder anderen Stelle wesentlich theoretischer sein als manch anderer Leser, doch was bedeutet das denn ;
Die Wahrheit mit dem Schaumlöffel gefressen ? Die Wahrheit gepachtet zu haben ? Nur "ihre" Widersprüche gelten zu lassen ? Lenin aus dem Hut zu zaubern ? Nun, ich machs gerne mit Rosa Luxemburg; die natürlich nicht mit Marx, Engels und Lenin zu vergleichen ist........Oder doch ? Ihre historische Bedeutung bleibt unbestritten.
Denken zu verurteilen geht mir so richtig gegen den Strich, Und: Liebe Frau Spurgat war von ihnen nicht ehrlich gemeint. Sicherlich reicht meine geistige Kapazität nicht aus, ihnen folgen zu können, doch dass der Marxismus eine Weltanschauung; also mehr als eine Theorie ist, davon bin ich überzeugt.


Am 30. September 2016 schrieb Jenny Westphal:

@ altes Fachbuch
Ihr Sinn für Humor ist gering entwickelt: Natürlich ist mein Ausruf den Spruch „Alle, die bei Verstand waren, also wenige“ an die Wände zu malen nicht ernst gemeint, sondern eine fröhliche Unterstützung eines Satzes, der die Gedankenwelt der Bundesrepublik beschreibt und zugleich launig beschimpft.

Ihre unterstellenden Frage „haben sie das so geahnt oder gewusst, oder nur über die stasi und die bösen diktatoren in aller welt geschimpft?“ ist offensichtlich dämlich, Sie wissen nichts von mir, unterstellen aber was.

Und mit diesem Satz „hier wedeln einige mit dem grundgesetz rum, und müssen doch zusehen, wie genau damit der aufbau eines überwachungssystems gegen das volk begründet wird“ beweisen Sie sowohl Ihre historische Ahnungslosigkeit wie Ihren Mangel an politischem Verstand. Das Grundgesetz beinhaltet eine Fülle von Möglichkeiten der Gegenwehr und der demokratischen Bewegungsfreiheit. Wer es als Instrument des „Wedelns“ verächtlich macht, der stellt sich auf die selbe Stufe mit denen, die es nur zu gern kastrieren wollten (Einsatz der Bundeswehr im Inneren, Auslandseinsätze, usw.). Tatsächlich wird öffentlich von der Verteidigung des Grundgesetzes geschwätzt, wenn man mit neuen Gesetzen das GG in Wahrheit zerstören will. Dem halte ich entgegen, dass die Überwachungssysteme grundgesetzwidrig sind, verteidige also ein Gesetz, dass Sie offenkundig bereits den Gegnern der Demokratie überlassen haben.


Am 30. September 2016 schrieb Hans-Werner Kemper:

Seit März 2014 tagt der NSA-Untersuchungsausschuss. Natürlich total geheim. Ein Ende ist nicht abzusehen. Abzusehen ist die weitere Beschneidung eigenständiger deutscher Politik in Fragen der Sicherheit. Die Zusammenarbeit von NSA und BND schreitet fort. Natürlich um den "Terror" zu bekämpfen. Und terrorisiert die Bevölkerung. Auf deshalb sind solche Artikel wir der Ihre so wichtig. Um den "Dienst" als das zu entblößen was er ist: Nicht der Schutz der Demontage, sondern deren Demontage.


Am 30. September 2016 schrieb Peter Meister:

Mit gefällt die Sumpf-Metapher sehr. Denn im Sumpf der Geheimdienste verschwinden jene Reste von Demokratie, die Möglichkeiten von Gegenwehr, in der Angst vor der Erfassung. Wenn die Behörden alles wissen, wird der Bewegungsspielraum und enger.


Am 30. September 2016 schrieb Manfred Ebel:

Liebes Altes Fachbuch, in der Einleitung zu Dir lese ich bereits von den allseitigen bourgeoisen Bemühungen, die einzige wissenschaftliche Weltanschauung zu verketzern, wo immer es geht.
Vor über hundert Jahren widerlegte Lenin schon die Parole von der "Freiheit der Kritik". Von wem erfunden? Von verräterischen Sozen, wie man sie heute nennen würde, Trittbrettfahrern des Kapitals. Trotzdem ist sie nach wie vor eine heilige Kuh, heute vielleicht "Pluralismus", "Meinungsfreiheit", "allseitige Information" oder sogar "Demokratie vs. Diktatur" (sorry Uli) genannt. Sie ist geradezu ein westlicher Wert! Die Bourgeoisie lacht sich ins Fäustchen und flüstert ihr Mantra: "Teile und Herrsche!"
Da der (ein-)gebildete Bürger Meinungsfreiheit und Pluralismus seit Jahrzehnten bereitwillig und mit nur vagem Widerspruch inhaliert hat, wird allerorten mit der Keule des "Dogmatismus" nur so um sich gehauen. Sowie jemand an das objektive Wirken eines wesentlichen - v.a. gesellschaftlichen - Zusammenhangs (sprich eines objektiven Gesetzes) erinnert, trifft ihn prompt die Dogmatikkeule.
Nun ja, so ist das mit objektiven Gesetzen: Passen sie nicht ins Bild, sind sie ein Dogma. Sind sie ja eigentlich auch. Aber selbst den Begriff des Dogmas (bestimmte, abgeschlossene Lehre auf Grundlage als objektiv erkannter Gesetze) ist 'gottlob' durch das wissenschaftliche Prinzip der Skepsis aufgehoben und jedermann kann ihn belegen, wie es ihm gerade einfällt. Meint der, dem das objektive Gesetz justament zuwider ist.
Und so werden wir (uns untereinander) bis zuletzt über das "Wieso?" - also das "nur ein bisschen Revolution" 'debattieren' (niederkämpfen).
Der Satz "Alle, die bei Verstand waren, also wenige" ist - ich erlaube mir das Urteil - gerade im Zusammenhang mit den Häuserwänden ein philosophisches Bonbon. Wen geht der Satz was an - wer wird ihn reflektieren?!


Am 29. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

liebe frau spurgat;)
die idee, wegen dem bnd (siehe thema) eine "revolution" anzuzetteln, war die ihre.
deutschland hat es nicht so mit revolutionen. das "wieso" wurde in anderen themen schon kontrovers diskutiert. sagen wir einfach mal, die fankurve dafür ist dürftig besucht, was ganz sicher (und richtig von ihnen bemerkt) auch mit realen gesell. bedingungen zusammen hängt.
das heutige leitthema und die artikel der rubrik "schmock des monats" bilden einen teil der bedingungen ab.
sie werden verstehen, dass ich einen weitergehenden philosophischen diskurs hier ablehnen möchte, eben weil es schlecht zum thema passt, obwohl es mich sehr reizen würde, ihnen zu widersprechen!

dogmatismus habe ich hier noch nicht beobachtet, und den austausch genieße ich wie andere auch. diese jacke ziehe ich mir also nicht an;)

2 sätze, die meinen respekt an den betreiber der seite und die mitforisten andeuten sollen:
"ich fordere dich, weil ich dich achte!" und "wenig getadelt ist genug des lobes"
(natürlich sind die nicht von mir;)


Am 29. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

liebe frau westphal;)

ich weiß (noch) nicht alles, und deshalb stelle ich fragen!
sie eröffneten die diskussion mit einem vorschlag, dessen sinn und IHRE absicht sich mir nicht erschließen!
mir fehlt da ihre intention, oder eben das "wozu"!!

der autor verwendete ihre wandparole in einem ernsten kontext: "Aber erstmalig mit dem NSA-Skandal waren selbst die braven deutschen Medien kurzzeitig erstaunt. Eine solch stramme US-Führung der Regierung am kurzen Zügel, wer hätte das gedacht? Alle, die bei Verstand waren, also wenige".

da offenbart sich orwell's "1984" just in dem musterländle der freiheitlichen demokratischen grundordnung mit senderischen ambitionen, diese werte der weiten welt auf zu oktroyieren!
haben sie das so geahnt oder gewusst, oder nur über die stasi und die bösen diktatoren in aller welt geschimpft? und wissen wir damit schon um alle schweinereien, die unsere "demokratie" da noch für/vor uns verbirgt?? jeden tag neue info's auch zu obigen thema: seit über 10 jahren (also vor snowden) WEIß der bnd, dass die amis die bilddaten vom flughafen köln abgreifen. sämtliche post aller sicherheits- oder verteidigungsrelevanten ministerien incl. kanzleramt werden per bnd-kurier und grundsätzlich über pullach transportiert!! wussten sie das alles??
ergänzen sie das alles mit dem toleranzgesetz der eu und wissen um das wirken der Amadeu Antonio Stiftung, und sie werden erahnen, wie dieses land in 10 jahren aussehen wird!!
schließen sie aus, dass b. zschäpe zum verfassungsschutz gehören könnte??
ich nicht, und ja, wie mich auch der rest nicht überraschte!!

hier wedeln einige mit dem grundgesetz rum, und müssen doch zusehen, wie genau damit der aufbau eines überwachungssystems gegen das volk begründet wird. beim bnd soll es künftig gleich mal ohne jegliche parlamentarische kontrolle passieren!

"Alle, die bei Verstand waren, also wenige" - das ist ein Satz, der an alle Wände im Land gepinselt werden sollte!"
wozu also??
müsste ihre forderung nicht lauten: legt den sumpf trocken, befreit den staat aus der kloake??

was ich noch alles wissen will;)


Am 29. September 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

Danke für den wieder mal ausgezeichneten 'investigativen Journalismus'! Gespickt mit explosiven Fakten und subversiven Denkanstößen, Bewußtseinsarbeit, die hoffentlich zu immer mehr Mitmenschen durchsickern wird!
Nebenbei: Ein weiterer Grund, keine 'Müller-Milch' zu kaufen. ; - )


Am 29. September 2016 schrieb Michael Kohle:

Eine Sumpfdotterblume aus Preussisch Sibirien, was bietet sich besser an, um den Bock zum Gärntner zu machen? Zur Überwachung der Geheimdienste den Vizepräsidenten der Gehlen-Nachfolgeorganisation zu küren, das ist ungefähr so wie ... Dracula zum Chef der Blutbank, Bumm-Bumm-Boris zum Boss der Samenbank zu machen oder noch besser Uli H. demnächst zum Nachfolger der schwarzen Null zu benennen. Doch doch, der Verfall der Freiheitlich-demokratischen-Grundordnung ist schon verdammt weit voran geschritten, Moorleichen erreichen diesen Aggregatszustand frühestens nach hundert Jahren. Viel schlimmer, unerträglicher ist es, wie die Unverschämtheit und Frechheit zugenommen hat, mit dem der Souverän - das Volk- offen verhohnepippelt, verkackeiert und verarscht wird. Staune immer wieder, dass diese noblen Altvorderen der politischen Elite - pähp am Nasenring des Imperators geführt - auf jeden Schwachsinn immer noch einen draufzusetzen vermögen.

Wir dürfen gespannt sein, was als Nächstes in dieser Güteklasse folgt. Anbieten würde sich da der im geheimen Ausschuss der ganz großen Koalition - das sind alle Staatsparteien, natürlich ohne den kläglichen Rest, da wird eher die Alternative noch mitsandeln dürfen - auszukobernde und ausbaldowernde dem Bundespastor würdigen Nachfolger. Wetten dass? Wetten, dass es eine Frau sein wird? Schließlich muss dem guten Beispiel des Imperators gefolgt werden. Hätte da ein paar Vorschläge zu machen. Zuvorderst empfehle ich Frau Dr. Scheel. Wie ich von meiner Friseuse weiß - sie hat sie erleben dürfen, sie muss es wissen - hat die Dame, die richtige Rittmeister-Attitüde, ohne die sollte es nicht abgehen. Nein, echte First-Lady-Erfahrung kann die Drittfrau des Kutschers vom gelben Wagen nicht mitbringen. Wenigstens hat sie es aber immer wieder versucht, in Vertretung ihres dementen Gatten und Expräsidenten cora publico entsprechend aufzutreten. Sagt meine Friseuse und auch das ortsansässige regionale Mainstream-Kampfblatt blies gelegentlich ins gleiche Horn.

Ähnliche Qualitäten und somit vollste Eignung für das höchste Amt könnte ich mir vorstellen bei Frau Dr. Steinbach. Sie könnte, sie würde doch nicht nur unsere Ostanrainer in Angst und Schrecken jagen. All ihre Vorzüge für dieses Amt zu benennen würde jedoch jeglichen Rahmen hier auf der Galerie sprengen. Und unsere Heilige aus der Uckermarck hätte mal wieder eine lästige Laus weniger im Pelz. Gleiches gälte auch für die nächste Kandidatin. Zwar keine größeren skills aber doch gute Gründe für die Wahl brächte die Noch-Landesmutter aus NRW mit. Würde es doch zum üblichen Verhalten der Sozen passen, Figuren, die demnächst in der Versenkung zu verschwinden drohen noch flugs ins gut ausgestattete Ehrenamt zu hieven. Und zum Abschluss noch eine Blonde: Frau Knobloch, die hat derzeit auch keinen Job, wo sie doch so wahnsinnig viel Erfahrung mitbringt! Wir werden sehen, ob Bibi im Frühjahr lange genug auf seine beste Freundin Angela (O-Ton) eingeredet hat.

Wir dürfen jedenfalls gespannt sein! Wenigstens dieses Mal. Beim Geheimdienst-Kontrolleur hat man uns diesen Spass ja nicht gegönnt. Wer wäre auch auf diese Schnapsidee gekommen. Wahrscheinlich werden meine obigen Vorschläge bei der Blitzeschleuderin sowieso kein Ohr finden können. Ob Siechmar - in gewohnter devoter Weise - schon einen Vorschlag parat hat, so wie das letzte und vorletzte Mal? Eines weiß ich aber, denn soweit sind wir noch nicht: die Störchin wird es nicht werden. Ist ja auch nur dunkelblond.


Am 29. September 2016 schrieb Flash Flash:

Vorsicht, daß die "Rechten" bzw. AfD nicht auch wieder diesen Artikel "klaut".

Die deutschen sog. Geheimdienste, ein einziger "Sumpf".
Das erklärt zwar nicht die Funktion bzw. den Sinn und Zweck derartiger staatlichen Einrichtungen, ist aber geeignet, damit sich "geistig Minderbemittelte" empören bzw. aufregen können.
Genauso, wie es die "Rechten" mögen.

Antwort von U. Gellermann:

Wie üblich langweilen Sie: Von einem eingebildeten Thron aus entscheiden Sie, wer bemittelt und wer minderbemittelt ist. Ihre dürftige Sprache und ihre geringe Themenbreite lässt jedesmal die Scheiben klirren, wenn sie das Wort „minderbemittelt“ nutzen. Mein Beileid.


Am 29. September 2016 schrieb Lutz Jahoda:

Ein Meisterwerk, lieber Gellermann!


Am 29. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Jenny Westphal:
An meiner Hauswand soll es dick und fett stehen.
@altes Fachbuch:
Vielleicht sollten wir in Windeseile die "Revolution" ausrufen ?
Sicherlich wird es zur "Massenbewegung" werden, und wir übergehen einfach die gesellschaftlichen Bedingungen, in denen wir hier und heute uns befinden.
Ausgehend von dem was ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger habe ich gelernt. Die Frage der Macht-und Kräfteverhältnisse, und die soziale Frage muss die Grundlage der Analyse sein, möglichst, die revolutionäre Theorie. Austausch muss immer möglich sein, und dass das hier in besonderer Art und Weise geht, ist ohne dogmatisch sein zu müssen, sicherlich der Qualität des politischen Journalisten Gellermann zu verdanken.. Nur wer Haltung, Standpunkt und letztendlich den Menschen, den Völkern der Welt zugeneigt ist, kann Meinungen gelten lassen, die nicht unbedingt der eigenen entsprechen muss.


Am 29. September 2016 schrieb Jenny Westphal:

@ altes Fachbuch
Ihre Hauswand sollte natürlich verschont bleiben. Sie wissen ja schon alles.


Am 29. September 2016 schrieb altes Fachbuch:


liebe frau westphal,
".....das ist ein Satz, der an alle Wände im Land gepinselt werden sollte!"

wozu??
hält uns die "dikatatur"(?) nicht täglich den spiegel vor, zeigt uns den mittelfinger und öffentlich und problemlos die affektierte selbstzufriedenheit, wie sie die schafherde im griff haben??
wollen wir nicht besser die hauswände verschont lassen (außer in der eifel) - auch, weil es an verstandesbewußten mangelt??


Am 29. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Sowas von Chapeau.Bestens informiert:
Mit Fachwissen, Witz, Leichtigkeit, den Leser zu fesselnd, um dann die "Schweineren" aufzudecken, und uns an dem widerlichen Gestank, (muss man aushalten können), teilhaben zu lassen. Ein Artikel, der es wieder in sich hat.Zum kringeln, besonders das Gellermann Zitat:
"Aus dieser Gegend, wo die Wahlen immer schwarz ausgehen und nicht einmal der Abendsonne erlaubt wird beim Untergehen rot zu werden.....


Am 29. September 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Ich habe ein große Vorliebe, eine Schwäche, für deutsche Sprichwörter und Redewendungen! Denn es sind Volksweisheiten, die in Jahrhunderten entstanden sind und die Erfahrung von Generationen zum Ausdruck bringen.
Eine dieser geradezu genialen Volksweisheiten ist die "vom Bock, den mensch zum Gärtner macht!" Und dieser Gummistiefel tragende Sumpf-Wanderer Guido Müller, alias Schmidt, alias Meier, alias Schulze, alias Lehmann - der hat vermutlich mehr Tarnnamen, als dieser blaublütige Ex-Doktor Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jakob Philipp Franz Josef Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg (CSU), Vornamen hat - ist so ein BND-Bock, der zukünftig im Interesse seines BND-Sumpfes den Bundestag trocken legen wird, damit auch das kleinste Pflänzchen der Erkenntniss über seine Sumpflandschaft vertrocknet.
Die von den deutschen Michels gewählten Abgeordneten des deutschen Narren-Parlaments werden von ihm zukünftig nach der Methode informiert werden: Ein Abgeordneter darf alles essen, muss aber nicht alles wissen. Und für ein gutes Essen im Gourmet-Restaurant reichen ihre Diäten allemal aus. Erwischte nicht einst die Journaille sogar die LINKE Sahra Wagenknecht in einem Straßburger Restaurant beim Hummer knacken. Also was soll's. Auch so ein gewählter Volksverarscher kann weder von Luft und Liebe und schon gar nicht von seinem Wissen leben, da bedarf es schon ordentlicher, Kalorien haltiger Mahlzeiten. Und bekanntlich studiert ein voller Bauch nicht gern. Auch keine Geheimdienstdokumente. Also wird der neue BND-Bock die Gewissensverantwortlichen mit der Postleitzahl 11011, lieber füttern, statt sie zu informieren!


Am 29. September 2016 schrieb Peter Brendel:

Ihre Charakterisierung der deutschen Provinz (Schleiden/Eifel) ist zwar gemein aber treffend. Das ist die Gegend in der diese Sorte Müllers hergestellt wird.


Am 29. September 2016 schrieb Jenny Westphal:

"Alle, die bei Verstand waren, also wenige" - das ist ein Satz, der an alle Wände im Land gepinselt werden sollte!

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