Der gefühlte Schulz

Der Neue schafft sofort die Agenda ab

Autor: U. Gellermann
Datum: 23. Februar 2017

Glaubt man den deutschen Medien, dann ist Martin Schulz der Neue, der frische Wind im Berliner Parlamentsbetrieb, der Überraschungskandidat aus der sozialdemokratischen Wundertüte. Und dieser Wunderglaube hat unseren Martin aus dem Europaparlament auf die ersten Umfrageplätze zur Kanzlerkandidatur katapultiert. Denn Martin ist anders, ganz anders als diese Berufspolitiker in Berlin.

Als im Jahr 1999 jede Mange Staaten der Europäischen Union –  an der Seite der USA unter dem Namen der NATO – den Serben mal zeigten, wie man mit Bomben den Frieden zwischen den Völkern sichern kann, da hätte man beinahe den Martin, der schon seit 1994 mit prima Diäten versorgt im Europaparlament saß, aus Strassburg empört NEIN rufen hören können. Wenn die Lautsprecher nicht so schlecht gewesen wären. Und als 2001 jede Menge EU-Soldaten, unter ihnen erneut deutsche, in Afghanistan für jene Ordnung sorgten die noch heute so segensreich andauert, da war der Martin schon seit 2000 Vorsitzender der deutschen SPD-Landesgruppe im Europa-Parlament. Und wenn die Reise-Spesen bei der EU nicht so gering gewesen wären wie sie heute immer noch sind, dann wäre unser heutiger Hoffnungsträger schon damals voller Hoffnung an den Hindukusch geflogen, um sich zwischen die Fronten zu werfen, um den blutigen Krieg zu beenden.

Es spricht fraglos für den aktuellen Kanzlerkandidaten der SPD, dass er die leisen Töne bevorzugt. Lautsprecherei ist ihm wirklich fremd. Das war auch so, als im Gefolge der Finanzkrise 2008 in der EU die europäischen Banken gerettet wurden und nicht die Sparer und Gehaltsempfänger: Da hat Martin Schulz ganz im Geheimen versucht die Transaktionssteuer einzuführen und die Deregulierung des Finanzmarktes rückgängig zu machen. Wenn das keiner mitbekommen hat, dann kann es nur an der sprichwörtlichen Zurückhaltung des SPD-Fraktionsvorsitzenden im EU-Parlament gelegen haben.

Denn schon als der gemeine deutsche SPD-Kanzler Schröder, gestützt auf die GRÜNEN, die Agenda 2010 ausrief, jene Reform, die von 2003 bis 2005 alles deregulierte was zu deregulieren war – den Kündigungsschutz, die Rente, die Krankenversicherung und natürlich auch das Arbeitslosengeld – da hatte Martin sich eine eigene kleine Barrikade gebaut und sie an den Wochenenden, auf dem Morlaixplatz in seinem Heimatort Würselen aufgebaut, um zumindest den Verkehr in der Gegend zu regeln. Wochenlang hätte dieser Protest beinahe die europäischen Medien bestimmt, wenn sie in den Chefredaktionen nicht einen präfaktischen Schulz-Würselen-Boykott angeordnet hätten.

Aber jetzt wird bald Schulz sein, mit der Unterdrückung der Hartzer und der Martinschen Leisetreterei. Denn der Erlöser der SPD aus allem Übel hat es durchgerechnet: Rein faktisch gibt es eine Mehrheit für SPD, Grüne und Linkspartei. Zusammen kämen sie nach derzeitigem Stand auf 327 Bundestags-Sitze – ein fettes Polster über der absoluten Mehrheit von 307 Sitzen. Das wird unser Martin bald gnadenlos in die Schale der sozialen Gerechtigkeit werfen. Warum bis zur Wahl am 24. September warten, sagt sich der Wohltäter aller Geknechteten, Martin der Faltige. Keinen Tag länger sollen die Hartz-Vier-Sklaven mit ihren Ketten klirren müssen. Martin kommt! Der knackfrische Kanzlerkandidat, der den deutschen Frühling ankündigt.

In den Wetterberichten kommt häufig die „gefühlte“ Temperatur vor. Wären die Wetterfrösche unhöflich, dann könnten Sie auch von der eingebildeten Temperatur sprechen. Denn gemessen ist da nichts. So ähnlich ist es zur Zeit auch mit Martin dem Wundertäter. Seine Wunder sind eher gefühlt. Aber bald, wenn er den Gesetzesantrag zur Revision der Agenda 2010 in den Bundestag eingebracht hat, dann werden wir uns alle vor dem dann gemessenen Schulz angemessen verneigen, dem Mann, der die Agenda 2010 liquidiert hat und uns alle zu herrlichen Zeiten führen wird.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 24. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Möchte all denen, die zu Ulis Artikel geschrieben haben, unabhängig davon, ob ich die Einschätzungen, einiger teile, oder auch nicht, danken.
Tolle Beiträge, mit inhaltlicher Auseinandersetzung, mit berechtigtem Zorn, aber durchgängig kann ich die Sorge um die Menschenrechte im Land, und Europa erkennen, und das macht die RATIONALGALERIE in den dunklen Zeiten wichtiger denn je, weil ein Licht am deutschen Medienhimmel, inmitten von seelenlosen Schreiberlingen, die in jeden Arsch kriechen, der sich ihnen zur Verfügung stell, und jeden Stiefel lecken, der ihnen bei passender Gelegenheit in den selbigen, tritt.
Liebe Mitschreiber, lasst uns weitermachen, immer und wieder, und sorgen wir mit dafür, dass wir auch in Zukunft noch schreiben können, was wir wollen, denn ernstzunehmende alternativen Medien, wie die Galerie, sind vielen ein Dorn im Auge, und sie basteln an Einschränkungen der Art, die heimlich still und leise um die Ecke kommen, und die möglichst erst zur Kenntnis genommen werden können, wenn Fakten geschaffen wurden.
Es bleibt wichtig, dass die GALERIE unterstützt und verteidigt wird, wenn man ihr ans Fell will..


Am 24. Februar 2017 schrieb randy andy:

@Helen + Ansgar Klein
Ich will ihnen diese Schulz Vorgeschichte nicht absprechen, doch bin ich leider einer dieser "Schmerzerotiker", welcher sich seit Jahren immer wieder einmal diese Truppe an völlig demokratisch illegitimen Typen im EU-Parlament anhört und ansieht.
Leider ist dabei, neben dem des öfteren auch besoffen im Parlament sitzenden Juncker, Martin Schulz mehr als sagen wir mal "unangenehm" aufgefallen.
Bei mir beginnen nämlich aus historischer Sicht alle Alarmglocken zu läuten, wenn z.b. jemand bei einer laufenden Debatte im EU-Parlament im aggressiv verärgertem Ton gegenüber Oppositionellen lautstark verkündet: "es geht mir am Ar..., dass hier jeder reden darf, denn es genügt wenn ICH was sage und nun halten sie endlich die Schnauze". Hier ging es vor allem um die Art und Weise WIE er dies tat und da stellen sich mir heute noch die Nackenhaare auf. (ich hätte noch dutzende Beispiele) Im Mai 2015 hatte ich dann auch noch die zweifelhafte Ehre dies persönlich zu erleben und wenn etwas wie Schulz den Hoffnungsträger darstellen soll, ...sorry dann "gute Nacht Deutschland".
Ach und noch etwas: Alles was er nun plötzlich anprangert, hat er als Parlamentspräsident mitgetragen, vorangetrieben und gegenüber Kritikern vehement verteidigt.
p.s.: leider leider weis ich beim Thema Politik und wie sie gemacht wird wovon ich schreibe bzw spreche und ich versuche hier wirklich höflich zu sein. Was ich jedoch von diesem System der 5 allmächtigen Präsidenten in Brüssel halte, deren Teil Schulz lange genug war, möchte ich abschliessend doch anfügen : "ein System von in Hinterzimmern ausgemauschelter, demokratisch dadurch völlig illegitimer Haufen an Absurditäten mit stark faschistischen Tendenzen, welche 510 Millionen Europäer in Geiselhaft genommen haben". DAS hat nichts aber wirklich absolut nichts mit irgendwelchen demokratischen Verhältnissen zu tun ! ......ach und aus ebenfalls historischer Sicht, hat dies auch nichts mit dem Grundgedanken unserer europäischen Vorväter zu einem vereinten Europa zu tun, welche Charles de Gaulle bereits in den 60igern perfekt im ureigensten Sinn der Definition in nur 4 Worten beschrieb, eine "Vereinigung, Souveränder, Demokratischer, Nationen"


Am 24. Februar 2017 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Nach 12 unendlichen Jahren Merkel kommt M. Schulz einem wie der leibhaftige Erlöser, einer, der übers Wasser zu wandeln vermag. Die Ernüchterung jedoch wird nicht lange auf sich warten lassen: War er doch selber Mitinitiator dieser verfluchten Agenda!

Dreister gehts nicht - wenn er dieses unsoziale Konstrukt - nach nun 14 Jahren - als einen zu korrigierenden "Fehler" darstellt, war er unter Schröder und Müntefering doch höchstpersönlich beteiligt und bekannt als einer der Initiatoren dieser verfluchten "Agenda".
Martin Schulz muß die Leute schon für SEHR DUMM HALTEN!


Am 24. Februar 2017 schrieb Marc (Mao) Britz (Tse-Tung):

Sehr geehrter Herr Bismarck,

hätte nie gedacht mal einen Forumsbeitrag so zu beginnen. Überlege gerade ernsthaft mich hier ab demnächst Josef Stalin zu nennen. Oder besser noch Pol Pot. Spass beiseite.

Es gibt mindestens einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden "roten" Parteien, und zwar im Programm. Die einen haben den NATO-Austritt drin, die anderen nicht. Dass es ersteren an Durchsetzungsfähigkeit mangelt ist nicht nur aber zugegebenermassen auch deren Schuld. Daher das Zähneknirschen. Die anderen aber halten sich für eine nette alte Tante während sie eigentlich eine geldgeile Schlampe mit blutigen Händen sind - das Rot kommt da vom Schein der Laterne, Sie wissen schon, die vorm Kasernentor. Ist mir übrigens egal ob das zu Ihren - also Bismarcks Zeiten - auch schon so war oder nicht.

Untertänigst, Ihr Marc Britz (so schreibt man das doch, oder?)


Am 24. Februar 2017 schrieb Heinz Schneider:

"Unsere Antwort auf die Krise des Kapitalismus" ein Aufsatz von Walden Bello aus dem Jahr 2009 (abrufbar bei der Rosa Luxemburg Stiftung) kann helfen, der weiteren Debatte etwas Struktur zu geben.

Bello setzt sich darin mit einer globalen Sozialdemokratie auseinander, deren Möglichkeiten und Grenzen er auslotet. Er nennt die Alternativen, die derzeit ernsthaft zur Debatte stehen. Erfreulicher sind sie allesamt nicht.

Bello stellt fest: der Sozialdemokratie geht es um soziales Management, der Linken muss es um die soziale Befreiung gehen. Es gibt aber keinen Grund, nicht das Eine zu unterstützen, um am Anderen mit Aussicht auf Erfolg zu arbeiten.

Ohne die Sozialdemokratie wird es eher nichts, die Resozialdemokratisierung der SPD wäre also ein Glücksfall. Wer nach England oder in die USA schaut, kann sehen, dass er nicht allein ist, und auch, wie es geht.

Runter vom Sofa und von der Tastatur, rein in die sozialdemokratischen,linken Parteien und die Gewerkschaften, die Wirklichkeit verändern, darum geht es.

Was dann noch fehlte: Eine starke emanzipative antikapitalistische Partei, eingreifend und experimentierend statt endlos um des Kaisers Bärte streitend.

Zukunft in Bewegung, ein Ende der Passivitätskrise.

Wer bessere, vorwärtsweisende Alternativen hat, möge sie hier vorstellen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Stephan Peter:

Einmal ist mir dieser Schulz doch tatsächlich aufgefallen. Da hat der Typ vor der Knesset eine Rede gehalten, in welcher er den Wasserklau Israels gegenüber den Palestinänsern kritisierte ! Wow - dachte ich - hat er keine Lust mehr auf Machtpolitik - ist er besoffen oder hat er zuviel Spinat gegessen? Nachdem er dann zurückgerudert war und sich herzzerreißend entschuldigt hatte, war er dann ein paar Monate in der Versenkung verschwunden - es musste erst einmal (Günter) Grass drüber wachsen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Ernst Blutig:

„In den Wetterberichten kommt häufig die ‚gefühlte' Temperatur vor"

Schulz steht für mehr gefühlte Gerechtigkeit und mehr gefüllte Beutel.


Am 23. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

@ e.volks
meinen respekt, dass sie sich der diskussion stellen und halbwegs positionieren. das machen nicht viele hier, weil im dunkeln gut munkeln ist.

das war es dann aber mit den blumen, und setzen sie mich als feind der sozialdemokratischen demagogischen irrlehre auf die liste ihrer hater!!
"trotz alledem" hat mit der spd überhaupt nichts zu tun, und das sehe ich als blasphemisch gegenüber allen opfern, die die arbeiterKLASSE erbracht hat. historisch betrachtet ist die spd immer trittbrettfahrer gewesen. und saß sie mal scheinbar obenauf, dann verhielt sie sich wie die radfahrer: nach oben buckeln, nach unten treten!
NIE hat die spd massenführend sozial- oder entspannungspolitik gestaltet!! vergessen sie bitte nicht das schaufenster im osten. der westdeutsche kap. MUSSTE der arbeiterschaft zugeständnisse machen, und auch ein brandt wollte nur den markt erweitern!
alle kriegerischen entscheidungen und jeder sozialpolitische kahlschlag wurde von der spd initiert oder mitgetragen!!
gewichten sie diese entscheidungen mit den heutigen schulz'schen korrekturplänen und sie merken deren nichtigkeit im vergleich!!
seit 25 jahren gibt es das schaufenster nicht mehr, und auch im osten ist der markt übersatt, mit den üblichen folgen einer kolonialisierung und dem wahlverhalten:(

in böhmermanns zeiten darf martin sich über witze bezogen auf seine person nicht beschweren. seit dem plagiatoren die brd regieren, entspricht das dem niveau von bildung und kultur, also akademisch;)

von skepsis rede ich nicht, weil kritik als verbale zusammenfassung eines denkprozesses viel begründeter ist.
deshalb besuche ich die rationalgalerie, andere verlaufen sich:)


Am 23. Februar 2017 schrieb Benno Herbst:

Schön, Herr Gellermann, daß Sie mir auch noch ein bischen Platz gelassen haben, damit ich noch was dazu schreiben kann. Vieles, sehr Vieles haben Sie ja schon geschrieben.
Dieser Schulz, dieser Wundertäter, wie Sie ihn nannten, ist aber kein Gerd Schröder. Schulz ist ein Ankündiger wie viele andere Politfritzen auch. Aber nicht nur von der SPD. Immer nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz vor der Wahl.
SPD-Schröder, der Vorsitzende der eigentlich sozialdemokratischen Partei, also eigentlich der Partei der Arbeiter von August Bebel und Ferdinand Lassalle warf das sozial und demokratisch mal kurzerhand über Bord und verriet seine Partei. Er erarbeitete sich damit natürlich schwer seinen Kosenamen als Kanzler der Bosse. Er handelte, woran das Land derzeit immer noch rumdocktert und die Armen immer mehr werden.
Nach mehreren anderen Vorsitzenden kommt nun dieser Schulz und will das angeblich alles umkehren.
Man merkt aber, daß er es doch nicht so ernst sieht und baut sich schon eine Hintertür ein. Fehler sind menschlich und nicht ausgeschlossen. Also wird er Anfang Oktober diesen Jahres sich und den anderen eingestehen, daß es ein Fehler von ihm war, alles von der Agenda 2010 rückgängig machen zu wollen. Der Fehler besteht darin, daß er mit den Atlantik-Grünen und den Links blinkenden fast-SPDlern eine Regierung bilden will. Nun ja, er will das Sagen haben.
MEINETWEGEN ! Soll er es machen! Hauptsache, er verhindert damit eine neue Merkel-Diktatur!

Deswegen soll er es meinetwegen machen. Noch eine Merkel-Regierung verträgt das Land nicht. Zumal diese offensichtlich an Altersstarrsinn leidende Frau auch weiterhin die einmal von Obama erhaltenen Aufträge der Destabilisierung der EU, der Hilfe für die Oligarchen in der Ukraine und der Rußland-Sanktionen um jeden Preis aufrecht zu erhalten.
Egal, welche Folgen das für die Politik und Wirtschaft in der EU hat.

Neue Köpfe braucht eigentlich das Land !

(Aber woher nehmen?)


Am 23. Februar 2017 schrieb Otto Bismark:

Zu Marc Britz: M.E. gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Dunkelroten und Blaßroten. Die Zeiten, wo die Sozialdemokratie noch ihren Namen verdient hat, das war jedenfalls noch bei Bismarck sind längst vorbei. Und auch die anderen Roten sind im Establishment angekommen, ich kann da auch Wagenknecht nicht mehr ausnehmen. In deren Buch "Reichtum ohne Gier" kann ich jedenfalls nicht ansatzweise erkennen, was sie denn gegen die alles beherrschende Gier der Reichen und Mächtigen wirksam für möglich hält. Jedenfalls aber ein Kompliment für den erfrischenden Beitrag von Herrn Gellermann über den gefühlten Schulz. Leider wird der deutsche Michel auch den wieder wählen und dabei beschleicht mich allerdings die Frage, ob dann nicht das Original sogar besser wäre.


Am 23. Februar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Schaut doch mal aus der "Vogel-Perspektive" auf die jeweils "Herrschenden":
Immer schon brauchten die Herrscher die Bosse der "Wirtschaft", die Bosse des Kapitals und die Bosse der Militärs und , ganz wichtig, das "Fußvolk" um zu "herrschen"! Dabei ist es egal wie die "Herrschaftsform" genannt wird, es gab noch nie eine sog. "Volksherrschaft"!
Heutzutage ist es also mehr oder weniger egal welche Partei-Farbe vom verdummten Volk "gewählt" wird, denn alle "Herrschenden" wollen nur das Eine:
Herrschen ü b e r das ausgebeutete Volk!
Von wen denn sonst kassieren sie das Geld für ihre "Herrschaft"!? Wer treibt denn seit Jahrtausenden die Völker in die von dem Volk nicht wirklich gewollten Kriege? Meint etwa "das Volk", das es vom MARTIN von der ganzen Plage "erlöst" wird? ... was schon den sog. Göttern seit ihrer gewähnten Existenz nicht gelang!!!


Am 23. Februar 2017 schrieb Helen + Ansgar Klein:

Lieber Ulrich Gellermann,

natürlich haben Sie Recht, was die Vergangenheit von Martin Schulz angeht, seit er zum Establishment der SPD und der EU gehört.
Ich kenne Martin Schulz seit Juso-Zeiten, Wir haben vor ca. 36 Jahren hier in Würselen zusammen die 'Würselener Initiative für den Frieden' gegründet, deren Sprecher meine Frau Helene und ich seit 2008 sind. Ich war stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der Würselener SPD-Ratsfraktion als Martin als Juso in die Fraktion kam. Ich selbst habe die Fraktion und die SPD 1981 - hauptsächlich aus umweltpolitischen Gründen - verlassen, bin nach 44 Jahren kommunalpolitischer Arbeit, davon fast 30 Jahre als GRÜNER, inzwischen seit ein paar Jahren parteilos und gehöre nun für den Wahlkampf dem 'Team Sahra' an.
Ich kenne Martin als einen, der es versteht eloquent politische Zusammenhänge klar und deutlich darzulegen und als einen, der auch hinter den stand, was er vor seiner Brüsseler Karriere gesagt hat. Seit er in Brüssel 'etwas geworden' ist, ist er zweifellos dem Mainstream mehr und mehr verhaftet.
Warum schreibe ich das so ausführlich? Ich möchte deutlich machen, dass das, was ich eigentlich rüberbringen möchte, einen gewissen Hintergrund hat. Ich möchte rüberbringen, dass meine Frau und ich es nicht zielführend finden, Martin Schulz schlecht zu reden. In unseren Augen ist durch die Kandidatur von Martin Schulz endlich die Chance gegeben, dass Merkel & Co abgelöst wird. Und das wäre allein schon ein erstrebenswertes Ziel. Man kann sich allerdings unschwer ausmalen, welche Probleme hellrot-rot-olivgrüne Koalitionsverhandlungen machen würden, nur ... die Chance dazu sollte eröffnet werden. Mit anderen Worten: der Wahlkampf muss u.E. für eine hellrot-rot-olivgrüne Mehrheit im kommenden Bundestag unter dem Kanzlerkandidaten Schulz - einen Besseren hat die SPD nicht zu bieten - geführt werden.

Antwort von U. Gellermann:

Wenn Martin Schulz wirklich Veränderungen wollte – und ich will niemandem absprechen, er könne sich ändern – dann hätte er mit der jetzigen Bundestagsmehrheit die Chance dazu. Das wäre zugleich ein Bruch der Großen Koalition und ein furioser Auftakt des Wahlkampfes.


Am 23. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

@ Engelbert Volks

Rein rechnerisch macht es in der Tat keinen Unterschied ob nun 300000 in der SPD oder in der Linken sind. Beide brauchen die von der Atlantikbrücke gesteuerten Olivgrünen. Programmatisch macht es schon einen Unterschied, denn die Linke hat die von Ihnen angesprochenen Punkte nicht nur schon lange im Programm, sondern in entsprechenden Situationen auch nachdrücklich vertreten. Hätte die Linke die Stimmgewalt der SPD, ließe sich R-R-G programmatisch dominieren. Zu so einer Koalition wird es Dank der Olivgrünen aber gar nicht erst kommen, und die SPD wird sich entgegen der naiven Hoffnungen Wagenknechts und Lafontaines (glauben die das wirklich?) auch nicht "resozialidemokratisieren". Es wird Alles beim Alten bleiben. Die alte Tante SPD eben.


Am 23. Februar 2017 schrieb Karl Heinz Bernhart:

Wenn Schulz tatsächlich herginge, und versuchen würde, die derzeit verfügbare rot-rot-grüne Mehrheit für soziale Reformen zu instrumentalisieren, dann bekäme er erstens die erforderliche Mehrheit nicht zusammen, weil die rot-rot-grünen Eliten dafür weder Arsch noch Eier in der Hose haben, und zweitens wäre er schon nächste Woche weg vom Fenster.

Antwort von U. Gellermann:

Immerhin habe ich mal nen positiven Vorschlag gemacht. Keiner soll sagen, er sei unberaten gewesen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Herr Bernhart.
".......Pfade der Vernunft zu beschreiten"
Deutschland sitzt, wie die Völker Europas, um nicht zu sagen, die Völker der Welt in der Zwickmühle, gezwickt von der Mickey Mouse, und der vorauseilende Gehorsam, besonders von Deutschland hat in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten die Menschen auf dem Grabbeltisch den Interessen der Konzerne zum Fraß vorgeworfen. Zurückdrehen geht nicht. Der Karren sitzt tief im Dreck, und inwieweit, denn eine rot,rot grüne Bundesregierung die vielbeschworene Veränderung in den Macht- und Kräfteverhältnissen hinbekommt bleibt ihr Geheimnis. Jeder Mist, jede Deregulierung, sämtliche Kriegseinsätze, Agenda 2010, Tür und Tor von Steinbrück den Hedge Fonds, den Geiern des Kapitals, die sich für nix zu schade waren und sind., geöffnet. Die Trennung des Bankensystems, eine Maßnahme, nach dem Börsencrash 1929, von Steinbrück sPD, unfassbar, still und leise mit den Kapitalsten wieder zusammengelegt. Die Liste ist lang, und mein Misstrauen der sPD gegenüber, bleibt bestehen, und der Kriegspartei die Grünen, sowieso. Die LINKE fährt nen zick zack Kurs; nicht glaubwürdig. Die USA mögen noch so rumzetern, die 2%, und wenn nicht,dann....., nix dann. natürlich geben die Europa nicht auf, NIEMALS. Die Strukturen des Neoliberalismus haben sich ziemlich verfestigt, und Deutschland wird nie das "kleine gallische Dorf" sein.


Am 23. Februar 2017 schrieb Andreas Buntrock:

Selbst wenn Schulz in den nächsten Monaten den Beweis anträte, "übers Wasser laufen zu können",
würde ich der sPD NIE WIEDER meine Stimme geben!

Wenn Schulz wirklich etwas an den durch die sPD und die Grünen zu verantwortenden sozialpolitischen Schweinereien der Agenda 2010 ändern will, kann er den nötigen Umfang dieser Änderungen ja gerne in einer netten Runde mit der Partei Die Linke und den grünen SPD-Komplizen der Agendasauerei diskutieren.
Vielleicht langen die politischen Übereinstimmungen ja für Rot-Rot-Grün.

Wenn nicht, dann eben nicht!

Für MICH JEDENFALLS GILT:

Gerhard Schröder war der letzte Sozialdemokrat oder besser gesagt Antisozialdemokrat, dem ich jemals mein politisches Vertrauen geschenkt habe, und der dieses geschenkte Vertrauen dann aufs Übelste missbraucht hat!


Am 23. Februar 2017 schrieb Engelbert Volks:

@ Marc Britz
Wenn also sehr optimistisch geschätzt 300000 SPD-Mitglieder "zähneknirschend" die Linke wählten, käme die Linke auf über 40 Prozent bei den Bundestagswahlen und könnte als Regierung Politik gestalten?
Zurück zu den Grundrechenarten!
Selbst Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine setzen auf eine resozialdemokratisierte SPD für einen realistischen Politikwechsel.


Am 23. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Herr Volks
"Blinde Wut rauskotzen?"
Habe nochmals intensiv die Kommentare gelesen.
Uli Gellermann hat auf den einen, auf den sie in besonderer Weise hinweisen eine klare und völlig ausreichende Antwort gegeben. Ansonsten habe ich vergeblich nach "blinden Hasskommentaren" gesucht; und selbstverständlich nicht gefunden, weil die hier sicherlich nicht veröffentlicht werden würden.
Das die berechtigte Kritik meiner Mitschreiber einigen, der sPD nahe stehenden Lesern, Schmerz bereiten kann, ist durchaus verständlich, muss aber ausgehalten werden. Was ich hier lese, ist oftmals durchdacht, und dem was die sPd sich der Arbeiterklasse gegenüber geleistet hat, und immer noch leistet, zivilisiert zu nennen.
"Wer hat uns verraten.......?" Da beißt die Maus keinen Faden ab, weil das eine historische Wahrheit ist. Übrigens, unter dem Vizekanzler und Wirtschaftsminister Gabriel wurden munter die Rüstungsdeals, besonders mit Saudi Arabien genehmigt, und von Abrüstung war ja überhaupt keine Rede. Nun ja, mit dem Mund waren sie immer vorne dabei; die Damen und Herren der sPD, und werden für ihr Geschwätz, für die Lügen, mehr als fürstlich entlohnt, während Teile der Bevölkerung nicht wissen, woher sie es denn noch nehmen sollen, um so einigermaßen über den Monat, bzw. über die Runden zu kommen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Karl Heinz Bernhart:

@marc britz

<... wo das Problem liegt>

Das sehe ich ähnlich, nur wissen wir ja, wie die USA ihre "regime changes" betreiben. Und "Mutti" weiß das auch. Vielleicht bin ich aber auch durch die Lektüre von D.Talbots "Schachbrett des Teufels" paranoid geworden. Auf jeden Fall braucht in Deutschland (und in jeder anderen hochtechnisierten Zivilisation) nur der Strom auszufallen, und es geht ÜBERHAUPT NICHTS mehr. Da braucht es gar keinen Atomschlag und kein "dem Erdboden gleich machen". Die Menschen würden wie Tiere übereinander herfallen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Alfred Matejka:

Den Martin Schulz könnte ich nicht als Kollegen bezeichnen, auch wenn er in einer Gewerkschaft wäre. Wenn er Mitglied sein sollte, könnte ich wetten, dass er keinen satzungsgemäßen Beitrag bezahlt.Genau sowenig wie Gabriel und Nahles ua. Grund für einen Antrag auf Ausschluss.
Nach der Legende vom hl.Martin hat der einen Umhang mit einem Bettler geteilt. Er soll aber auch 20.000 Sklaven gehalten haben, der Martin. Der SPD-Kandidat Martin wird mit keinem Hartz-Vier Empfänger sein Gehalt teilen, er hat nur warme Worte zu verteilen. Und es ist immer wieder erschreckend, wie die Menschen darauf reinfallen. Die Menschen kleben an den Lippen eines Redners, sie schauen nicht ,was er mit den Händen macht. So ähnlich hat ja Uli vor kurzer Zeit eine Aussage seines Großvater in der Galerie zitiert. Genauso ist es. Das Kriterium der Wahrheit ist die Praxis. Und in der Praxis ist Martin Schulz ein Diener des Neoliberalismus. Der Postillon hat das prima beschrieben.Viele können die Fresse der (M)E(r)kel nicht mehr sehen, geschweige denn ihre Worthülsen mehr hören. Die Sprüche von Schulz sind für den Arsch. Es wird sich nur was ändern wenn die Menschen auf die Straße gehen und entsprechend handeln.


Am 23. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

@ Engelbert Volks

"Will man ernsthaft etwas ändern an der Remilitarisierung, der Aufrüstung, dem Spiel mit dem Kriegsfeuer und der neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, dann braucht man die alte Tante SPD - trotz alledem und alledem."

Ha.Ha.Ha. Dreimal kurz gelacht. Braucht man gar nicht, die alte Tante. Wenn jene SPD-Mitglieder denen es tatsächlich ernsthaft um Entmilitarisierung, Abrüstung, Frieden und soziale Politik geht endlich einmal merken würden wie sie dauernd und immer wieder von ihrer alten Tante diesbezüglich verarscht werden auch nur einmal "zähneknirschend" die Linke wählten, wäre die Sache geritzt. Kann diese alte-Tanten-Nostalgie nicht mehr hören - WEGEN alledem und alledem.


Am 23. Februar 2017 schrieb Helmut Ische:

Nachricht: .........ob - so wie der galerist gellermann vermutet - die beiden grazien Springer und Mohn den klitzkleinen höhenflug des herrn schulz zu verhindern versuchen? das wage ich mutig zu bezweifeln. eher werden die herrschenden in diesem land ( also auch springer und mohn) auf die karte schulz setzen. warum? 1. frau merkel hat fertig. 2. schulz ist merkel mit glatze. 3. es pfeifen die spatzen von den dächern, dass dieses deutschland eine agenda 2030 dringend benötigt. was liegt da näher die sog. gewerkschaftsspitze - durchsetzt mit spdvögeln - mit einzubinden und einen mattin schulze aus der kiste zu kramen. der ehemalige popbeauftragte aus goslar hätte keinen gewerkschaftsfunktionär hinter dem ofen hervorgelockt. 4. die rüstungsausgaben werden in zukunft immens steigen, die nächsten kriege vorbereitet, der russe noch stärker als feindbild aufgebaut. das alles braucht eine von der spd geführte koalition. mit sozialem klimbim (schröder) geben sich diese damen und herren schon lange nicht mehr ab. das wissen auch die herrschenden. also...ich setze auf den mann aus würselen (mir wird schon beim schreiben schlecht), alles wird bleiben wie bisher, das volk zuckt die achseln und deutschland bereitet - vom volk nicht gestört - den nächsten krieg unter seiner führung vor. amen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Roman Gärtner:

Schulz wird genauso ein Flop wie Obama...und der wurde ähnlich von den Medien gehypet.

Das wird man spätestens dann merken, wenn er mal Farbe bekennen muss...zB. eine GroKo ausschließen oder, wie hier schon erwähnt wurde, die Agenda 2010 zurücknehmen müsste.
Aber diese Fehler wird er nicht machen, hatten die Sozen ja schon (inkl. Mitgliedervotum und einigen skurrilen Auftritten Gabriels bei den ganzen "Einschwörungstreffen" davor).

Mal eine Frage:
Die Medien hypen ja nicht nur den Messias, sondern auch die neuen Jünger die der heilige Martin der Sekte...äh Partei beschert.

(Laut Medien haben sich unzählige Praktikanten zu Bastelgruppen zusammengerottet um Propagandamaterial...äh Parteibücher etc. zu basteln...jetzt schon ein wahres Billiglohn-Jobwunder dieser Martin.)

Gibt es auch Zahlen wie viele Mitglieder die SPD seit der Agenda 2010 und seit der GroKo verlassen haben?

Wahrscheinlich nicht, sonst würde man erkennen das der Sturm der (sozialen) Gerechtigkeit nur ein laues Lüftchen ist.

Kennen sie die noch?
https://m.youtube.com/watch?v=kPvyi0yO_mw

In diesem Sinne: Gute Nacht ;)


Am 23. Februar 2017 schrieb Engelbert Volks:

Die Skepsis gegenüber dem Kandidaten Schulz, die den Artikel prägt, teile ich vollumfänglich. Man könnte noch weitere Belege anführen, z.B. Kampf gegen Steuerdumping, CETA.
Erschreckend finde ich jedoch einige Leserreaktionen, die hier im Forum ihre blinde Wur herauskotzen, alles und alle in einen Topf packen, sich an Äußerlichkeiten und Krankheiten des Kandidaten abarbeiten, wie es die Pegidisten nicht schöner könnten.
Will man ernsthaft etwas ändern an der Remilitarisierung, der Aufrüstung, dem Spiel mit dem Kriegsfeuer und der neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, dann braucht man die alte Tante SPD - trotz alledem und alledem. Schließlich gab es mal eine SPD, die den Sozialstaat ausgebaut und die Entspannungspolitik durchgesetzt hat!


Am 23. Februar 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

Sankt Martin

man

die Gänse schlachtet.

Wenn es keine Wahl gibt, gehen nur
Deppen wählen.
(c) Volksmund


Am 23. Februar 2017 schrieb Michael Kohle:

Ein deutschstämmiger US-Historienexperte gab mal in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts von sich: „Einer der Gründe für den Untergang der Weimarer Republik, so glauben heute eine Reihe von Historikern, war der destruktive Einfluss von Intellektuellen wie Kurt Tucholsky, die, obwohl im Prinzip Befürworter der Demokratie, für die Weimarer Republik wohl immer ätzende - und oft auch berechtigte - Kritik, aber nur wenig engagiertes Eintreten aufzubringen vermag."

Nicht, dass ich Guenter Lewy zustimmen wollte. Ich selbst bin ja ein bekennender und praktizierender Sozenbasher und hatte deswegen - wieder mal - so mein Pläsier mit dem jüngsten Gellermann´schen Halali. Spätestens bei der Lektüre der Kommentare, die ich teilweise sogar erquicklich fand, kam dann doch irgendwie die Erinnerung an oben angeführtes Zitat hoch,
das ich einst mit Empörung- nicht nur mit Gefühl oder Empfindung - aufgenommen hatte.

Etliche Jahrzehnte später bin ich kleinlauter geworden. Übertragen auf unsere heutige Lage - das Schlimmste: möglicherweise vom nächsten Krieg nicht weiter entfernt als damals Kurt T. - mag die ätzende Säure durchaus trefflich geraten und eben berechtigt sein. Allein, mir fehlt an Zielorientierung. Nicht nur den Traum, das Wünschenswerte, auch die Realität, das Machbare in den Fokus zu nehmen, daran gebricht es uns. Vom Contra gibt es sackweise, beim Pro eher wohl Fehlanzeige. Bezüglich dem Pro meine ich jedoch nicht jene wohlfeilen Wunschzettel, die früher vorweihnachtlich erstellt und vors Fenster gelegt, sich gefälligst baldmöglichst einzustellen hatten. Einfach toll: weg mit der NATO und mit was weiß ich sonst noch. Stattdessen Friede, Freude, Eierkuchen, her mit dem Wolkenkuckucksheim! Und alles bitte: we want it all, we want it now!

Neulich hat Uli G. mir zu einem zugegeben etwas frustrierten Kommentar den weisen Ratschlag erteilt, doch gefälligst das „Kämpfen" nicht sein zu lassen. Kämpfen sollte man nur, wenn Mittel und Wege zur Verfügung stehen und die Wege ein realisierbares Ziel haben. Sonst ist jeder Kampf überflüssig.

Was das alles mit dem Thema „Murksel“ zu tun hat? Gar vieles! Habe zwar auch so meine Schwierigkeiten mit ihm, habe aber auch so meine Zweifel, ob es so wirklich so sinnvoll ist, ihm kräftig die Prügel zwischen die Speichen zu schmeissen um sich dann prustend darüber auszulassen, wie es ihn auf die Schnauze haut. Wäre denn wirklich ein Gelingen seiner Vorhaben so unerträglich? Ist denn die Alternativlose wirklich alternativlos?

Aus der anderhalb Jahrhunderte alten Geschichte der Sozialdemokraten - klar - sind mir nicht allzu viele Anstrengungen bekannt geworden, die welche hehren Ziele auch immer einer Umsetzung entgegen führen zu wollen. Nicht mal von Schritten in die richtige Richtung ist mir etwas zu meinen Lebzeiten untergekommen. Dass sich diese Partei auf der warmen, gut abgefütterten Ofenbank des transatlantischen, wertegemeinschaftlichen Kapitalismus wohler fühlt, wer wolle es ihr verdenken. Da wird sich auch auf absehbare Zeit nichts daran ändern. Deswegen müssen wir es doch nicht aus purem Trotz ablehnen, wenn da plötzlich einer daherkommt und uns ein paar Krumen mehr verspricht als wir gewohnt sind.

Antwort von U. Gellermann:

Nun nehmen wir mal an, der Kollege Schulz (er wird doch hoffentlich in der Gewerkschaft sein) nimmt das, was er so ungenau in die Öffentlichkeit bläst, wirklich ernst. Dann steckt für ihn (und alle die ihn hoffnungsfroh oder angsterfüllt ebenfalls ernst nehmen) im zugegeben sarkastischen Artikel ein sachdienlicher Hinweis: Mach doch aus der Reform der Agenda-Reform eine Gesetzesvorlage, Martin! Noch gibt es diese SPD-GRÜNE-LINKE Mehrheit im Bundestag (wir wissen alle nicht wie die Zusammensetzung nach den Wahlen aussieht). Na klar, die Große Koalition wäre vorzeitig zu Ende. Aber selbst aus der Sicht eines wahlkämpfenden Sozialdemokraten könnte nicht Besseres geschehen: Noch hat Schulz diesen leichten Höhenflug (kann nicht anhalten, da sind Frau Springer und Frau Mohn gegen). Noch gälte der Koalitionsbruch zwecks sozialer Gerechtigkeit als ein Aufbruchs-Signal zu anderen, besseren Ufern. Das würde nach den dann notwendigen, vorgezogenen Neuwahlen nicht nur eine andere Koalition ermöglichen, das ließe einen Blick auf eine andere Konstellation zu. Alles brav im Rahmen der bürgerlichen Demokratie.

Aber bis dahin geht es mir wie Kurt Tucholsky: Ich kritisiere die Republik weil ich sie bessern will. Ihr zu Munde reden hilft noch weniger, das macht doch der Medien-Mainstream schon und kränkelt sie bis zur AfD.


Am 23. Februar 2017 schrieb steinefresser lobo:

Die vorigen Kommentare haben es schon gut auf den Punkt gebracht.
Von der SPD kam noch nie etwas Gutes!
Dass es nun dieser parasitären Vereinigung gelungen ist allen Ernstes den Suffkopf Schulz ins Feld zu führen ist der blanke Hohn gegenüber dem arbeitenden Teil der Gesellschaft.
Selbst bei einer Stellenausschreibung für eine Putzhilfe achten der Arbeitgeber darauf ob der Bewerber die allgemeine Körperpflege beherrscht. Wie es angeht dass nach Angela Ferkel nun solch ein Pennergesicht an die Macht kommen soll kann mir wohl niemand erklären.

Antwort von U. Gellermann:

Alkoholismus ist eine Krankheit. Krebs z. B. wäre auch kein Argument gegen einen Menschen.


Am 23. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

@ Karl Heinz Bernhart

Ich frage mich auch allen Ernstes wo das Problem liegt. Deutschland wird, wenn das wie zu erwarten mit der US-Kriegstreiberei so weiter geht, früher oder später eh mal wieder dem Erdboden gleich gemacht. Ob ein bisschen Aufmucken gleiche Opfer mit sich bringen würde? Ist wahrscheinlich eine Frage ob man würdevoll sterben will oder nicht.


Am 23. Februar 2017 schrieb Lutz Jahoda:

KANTATE

Bundestagswahl, das Auferstehungswunder
gehörloser, stummer, blinder fast Toter,
angeblich vormals irgendwann Roter,
befeuert von Martins fauligem Zunder
leerer Versprechen im Erweckungsplunder,
vom katholischen Würselen fest im Griff:
der Pseudo-Sozi und das brennende Schiff.


Am 23. Februar 2017 schrieb joe bildstein:

Treten wir einen Schritt beiseit und betrachten die Gesellschaft ein wenig aus der Distanz. Die meisten Menschen gehen einer ehrlichen Arbeit nach, haben Ausbildung, Beruf, stehen gerade fuer etwas, uebernehmen Verantwortung, ihre Arbeit hat Hand u Fuss, die sind das Rueckgrad der Gesellschaft.
Wer sind die Volksbetreter der SPD die uns "regieren"?? Hat meine Mutter mich 9 Monate im Mutterleib getragen, mich durch Schule und Uni gepruegelt um von Nahles, Annen, Nietan, Michelle Muente und St. Martin regiert zu werden?
Diese Volksbetreter der SPD haben eines gemeinsam: Nichts gelern, nie gearbeitet, uebernehmen nie Verantwortung, luegen und schicken unsere Sohne und Toechter, nicht die ihrigen, an die Front.
Eine Bande von politschen Vollschmarotzern die sich unter dem Deckmantel der Gemeinnuetzigkeit an den Futtertroegen der Macht aufhalten ihrer Eitelkeit zu stillen.
Wir, wir als Volk sind eine Schande das wir es zulassen das dieses Pack uns regiert und verkauft.
Verzeihene sie mir den Ton, aber das musste raus.


Am 23. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

Ein Messias ist er nicht, der Martin Schulz, da haben wir uns neulich schon vertan. Aber vielleicht wenigstens ein Heiliger?
Des Schulzens (sic!) Namenspatron, der Heilige Martin, war der Legende nach ja ein Soldat der römischen Gardekavallerie. Und wie jedem Kind bekannt, soll er an einem Tag im Winter einem armen, unbekleideten Mann begegnet sein, dem er aus Mitleid und mit Hilfe eines beherzten Schwertschnittes die Hälfte seines Mantels zuteilte. Darauf hin sei ihm dann im Traum ein mit dem halben Mantel bekleideter Jesus erschienen und Martin wurde zum wundertätigen Christen gewandelt. Diese Wundertaten kamen angeblich so gut bei der Bevölkerung an, dass sie Martin zum Bischof wollten obwohl sich dieser als eigentlich unwürdig empfand. Er musste das Bischofsamt annehmen nachdem einige schnatternden Gänse sein Versteck verraten hatten.
Der heilige Martin gehörte also nacheinander zwei Organisationen an, die nicht gerade für ihre Menschenfreundlichkeit bekannt sind. Die eine verteidigte und erweiterte mit Waffengewalt das fest im römischen Recht verankerte Eigentum der Machthaber - eine Aufgabe die heute die NATO übernimmt - und die andere war mit Ablasshandel für die Tilgung irdischer Moralschuld zuständig - das macht heute die Schäuble-CDU mit Eurogroup und IMF.
Entscheidend ist dabei, dass der heilige Martin GEGEN DIE LOGIK jener Institutionen handelte deren Mitglied er offiziell war. Und diese Art von wirkungsvoller aber bescheidener Subversion ist, trotz Mediengeschnatter, einem Sozialdemokraten wie Schulz nun wirklich nicht zuzumuten bzw. zu erwarten. Sozialdemokraten halten sich schließlich an die Gepflogenheiten wie man Dank Herrn Gellermanns pointierter Beschreibung des Falles Schulz wieder mal gut erkennen kann.
Schulz ist also kein Messias und auch kein Heiliger. Was denn dann?
Er ist ein Schulz und trägt damit die Variante eines Familiennamens, der auf das mittelalterliche Amt des Schultheiß zurückgeht, also auf einen Angestellten der Herrschaft, der die Schuld heischte, einen der die Mitglieder eines Gemeinwesens zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten hatte, auch mit Gewalt Abgaben einzog oder für die Einhaltung anderer Verpflichtungen wie des Waffendienstes verantwortlich war. Nomen est omen heißt auf deutsch dass der Name ein Zeichen ist. Hier bedeutet der Vorname nichts, der Nachname hingegen alles - und der lässt nichts Gutes ahnen.
Eine Sache kann der Schultheiß-Schulz aber genauso gut wie der Heilige Martin: Rote Tücher zerschneiden. Und ich glaube dass er dafür eigentlich auch angestellt, Pardon, angetreten ist.


Am 23. Februar 2017 schrieb Manfred Ebel:

Nun entbrennt in D eine heiße Diskussion wie kürzlich am Thema USA-Präsident.
Wozu das?
Zwei Kriterien machen die ganze Diskussion obsolet:
1. Vertritt Schulz die Interessen einer Klasse, nicht meiner, nicht unserer. Übrigens wie jede/r andere potenzielle/r Stellenbesetzer/in in gleicher Weise.
2. Er ist ein Soze.
Schlussfolgerungen: Auch dieser Kandidat ändert nichts zugunsten der Werktätigen.
Dieser Diskussionsstrang ist fruchtlos.
'Wozu das?' also: Zur Ablenkung auf Unwesentliches.
Anmerkung: Die sagenhaften Umfrageergebnisse mit täglichen diagonal entgegengesetzten Aussagen belegen nur eines: Glaubt denen gar nichts!


Am 23. Februar 2017 schrieb Georg Moritz:

Damals haben sie den Kohl weg- und den Schröder herbeigeschrieben, dann den Schröder ab und die Merkel hin. Und nun haben die Machteliten einen, der genauso skrupellos, aber nicht so zögerlich nach ihrer Pfeife zu tanzen verspricht.

Die Springers, Mohns, Funkes etc gemeinsam mit den Quandts usw sind sich einig: es ist Zeit für einen Schröder 2.0 - deswegen wird der Mann so "gehyped", hochgejazzt und -geumfragt was das Zeug hält. Inhalte? Themen? Programme? Ist doch wurscht - Steinmeier als Bundespräsident, Schulz als Schröder reloaded, Gabriel macht den Fischer, und der Laden brummt wieder.

Denn die Damen und Herren wissen: die Asozialdemokraten werden artig alles verbrechen, was sich die Christdemokraten/-sozialen nicht so richtig zu tun trauen.

Und vielleicht haben sie ja auch erkannt, daß sie endlich den Schäuble loswerden müssen, der in seinem Altersstarrsinn mittlerweile auch gefährlich für die Kapitalisten ist.


Am 23. Februar 2017 schrieb Karl Heinz Bernhart:

@ulrike spurgat

Ich frage mich allen Ernstes, ob gestern, heut oder morgen eine deutsche Bundesregierung wirklich riskieren konnte oder könnte, Pfade der Vernunft zu beschreiten, auf denen sich Deutschland von den USA und ihrem Wirtschaftsmodell sowie der NATO entfernt und sich z.B. Russland annähert. Wenn ich mir so ansehe, wie das US-Militär seinen "schützenden Arm" um uns gelegt hat ...


Am 23. Februar 2017 schrieb Ute Plass:

Werde 'den gefühlten Schulz' im Freundes/Bekanntenkreis weiterreichen und bin zuversichtlich, dass er die entsprechenden Schmerzpunkte treffen wird. ;-)


Am 23. Februar 2017 schrieb Alexander Kocks:

Nur wenige Menschen sind ein Opfer der Knechtschaft, die meisten halten die Knechtschaft selber fest.
SENECA

Denn wie sollte einer der Masse gefallen, der sich eines rechten sittlichen Verhaltens befleißigt. Nur mit verwerflichen Mitteln ist die
Gunst der Masse zu gewinnen. Du must ihnen
ähnlich werden. Sie billigen nur, worin sie sich
wiedererkennen.
SENECA

Niemals wollte ich der Masse gefallen, denn was ich weis, schätzt die Masse nicht und was die Masse schätzt davon will ich nichts wissen.
EPIKUR


Am 23. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

henker, henker haltet ein,
mich dauert dieses arme schwein!!

der maddin, ne, der ist soweit weg von der spd-entscheidung agenda 2010 gewesen, wie jedes mitglied dieser partei in wanke eickel!! die können da alle nischt dafür. münte genießt blümchens noch sichere rente, und der schröder ist die 5. kolonne vom bösen putin. der peer macht jetzt offiziell das, was er am besten kann, geld scheffeln. und die bundeseule wacht in ihrer weisheit über alles:)
maddin hätte auch im brasilianischen puff mit den hartz-personalräten nicht mithalten können, da war er schon abstinent lebend;)
niemanden in der spd stört das seit fast 2 dekaden.
der maddin gehört auch dem jetzigen parlament nicht an, welches doch durch einen koalitionsvertrag gefesselt ist!! da kann man nicht plötzlich zb. die paritätische beitragszahlung bei der KV auf die agenda setzen, weil das undemokratisch und nicht rechtstaatlich wäre - außerdem wäre das eine forderung der partei dieLINKE. verträge müssen eingehalten werden, was ein wichtiger WERT unserer vorzeigegemeinschaft ist.
und manchmal erfordern WERTE eben opfer: serbische, muslimische, .... genau so weit weg, wie wanke eickel!

nun hat maddin ja nicht revolutionäre thesen donnernd und die welt erschütternd an die türen des WB-hauses genagelt: die agenda 2010 wird ja auch nicht in ihrer berechtigung bezweifelt. die peitschenhiebe des sanktionierungsinstrumentes sollen lediglich kein (böses) blut verursachen. also bekommen ältere (die gehen noch wählen;) und vielleicht künftige arbeitslose länger ALGI. ein solcher vorschlag kommt gar nicht in den haushalt, das macht die portokasse!

sehe ich ein bild von maddin, habe ich meister röhrich vor augen: bin ich willkommen oder stör ich;)
und in welchem gewerbe der sein geld verdiente, ist bekannt:)

und wieder interessieren mich, wie parteiintern sowas läuft: weiß wanke eickel was von diesen vorschlägen? weiß die "führung" der spd, was die ortsverbände wollen? den kommunisten wirft man zentralismus und fehlende innerparteiliche demokratie vor: hat die spd überhaupt einen plan, oder sind die wieder beim kegeln wie zu zeiten des sozialistengesetzes? da muss bald opel gerettet werden, und die führung macht statt wirtschaft in soziale hängematte?? das im osten mit dem schienenfahrzeugbau eine vorzeigebranche der ddr begraben wird, werden wir maddin und seiner horde doch nicht vorwerfen;)
gut ist ja, dass maddin nicht ganz alleine dasteht: der dgb hat seinen feuchten träumen ja zugestimmt.
so wie zur agenda 2010!!

@u.gellermann
müsste das zähneknirschen nicht langsam einem wissenden lächeln weichen?
;)

Antwort von U. Gellermann:

altes Fachbuch spielt hier auf meine Aussage zur Bundestagswahl an: Zähneknirschend LINKE wählen zu wollen.

Sobald die Linkspartei dem Vorschlag des Lesers Günther Kowski (s. u.) folgt und einen Antrag zur Revision der Agenda 2010 in den Bundestag einbringt (mit Bezug auf Martin Schulz´ Vorschläge und dem Verweis auf eine linke Mehrheit), werde ich sogar fröhlich Grinsen. Nichts könnte die Fake-Vorschläge des Herrn Schulz schneller entlarven als eine solche Initiative.


Am 23. Februar 2017 schrieb Günther Kowski:

Der blendende Artikel bringt mich auf eine Idee: Wie wäre es wenn die LINKE (Linkspartei) solch einen Antrag zur Revision der Agenda 2010 ins Parlament einbringen würde? Nie im Leben würde die SPD dem zustimmen und der "gefühlte" Martin würde in sich zusammenfallen. Aber wie ich die LINKE bisher kennen gelernt habe, wird das nichts: Die glauben an den Parlamentarismus und würden nie Scherze mit ihm treiben. Nicht mal zum Zwecke der Aufklärung.


Am 23. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Besser kann der Morgen nicht beginnen.
"Martin der Faltige."
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich diesen Artikel gelesen. Abgrundtief getroffen; den Nagel auf den Kopf.
Das Volk will es wieder glauben, was er ihnen erzählt. Schulz, der Otto Wels und Ebert als "herausragende sPD Vorsitzende der Partei erklärt hat. Nur zur Erinnerung: Beide haben die Arbeiterklasse bis ins Mark verraten.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse würden Heute andere sein, wenn nicht nach 1945, wo die Völker die Nase gestrichen voll hatten, von Krieg, Hunger und Elend, immer wieder die staatstragende und staatshörige sPD in erheblicher Weise sämtliche Bestrebungen nach Demokratie von unten blockiert, und im Keim erstickt hätten. Die USA immer dabei, egal in welcher politischen Lage sich Deutschland, und die Völker Europas befunden haben.
Und nun soll ers richten: "Martin der Faltige." Die Betroffenen dieser verbrecherischen Gesetze werden diesen Kerl, so hoffe ich, nicht wählen.
Wer weiß. Oder der alte Sponti Spruch findet wieder eine Bedeutung. "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber."
"Uli dem Fleißigen" sei Dank für diesen Artikel, der mit einer besonders spitzen Feder verfasst wurde.


Am 23. Februar 2017 schrieb Aleksander Korty:

Sehr geehrter Herr Galerist, es drängt mich noch etwas nachzutragen. Zweimal wöchentlich genieße ich nun schon seit langer Zeit die vollendeten Bissigkeiten aus ihrer Tastatur, verbunden mit exzellenten Informationen, die uns die Verlautbarungsmedien der kapitalistischen Meinungsmacher vorenthalten. Aber mit dem heutigen Artikel ist Ihnen mal wieder ein Spitzenprodukt gelungen. Sie haben sich selbst übertroffen, obwohl das ja eigentlich gar nicht möglich ist. Tucholsky würde in seinem kühlen Grabe vor Freude rotieren, wenn er davon Kenntnis hätte.


Am 23. Februar 2017 schrieb Rainer N.:

SPD läutet traditionelles linkes Halbjahr vor wichtigen Wahlen ein

http://www.der-postillon.com/2017/02/


Am 23. Februar 2017 schrieb Andreas Schell:

Für den Artikel bin ich sehr dankbar. Ich fürchte nur, dass die feine Ironie an der Laufkundschaft, aka deutscher Michel glatt vorbei geht. Die glauben das alles Wort für Wort.

Wir erleben einen taktischen Geniestreich. Die GroKo verbreitert sich. Die SPD nach links, die CDU nach rechts, und schon ist die Mehrheit sicher. Punkt. Rot-Rot-Grün? Das wäre das Ende der Linken. OK, dieses Ende ist, pessimistisch betrachtet schon da, weil die Linke nichts verstehen will. Wie kann es sein, dass die SPD mit einem einzeigen Mann, der lügt, der Linken die Show stiehlt? Antwort: da sind viele Arbeits- und Gewerkschaftsromantiker übrig, die SPD Wähler des letzten Jahrhunderts. Die wollen ihr Kreuz machen. Gut erkannt.

Zur Erinnerung. Das Wichtigste ist nicht, Harzer für weitere wie-viele-Monate-denn zu Arbeitslosen zu befördern. Im Gegenteil. Das geht nämlich nur über Schulden, und Schulden befördern genau die Eskalation, die gerade voll im Gange ist. Die drei wichtigsten Themen sind:
1. Reiche enteignen. Alles über 10 Millionen muss weg. Das Buchgeld (das keinen Gegenwert hat) in die Schuldentilgung. Den Banken die Lizenz zur Geldherstellung wegnehmen. Danach geht's von vorne los und es gibt richtig schön viel zu tun für alle. Ja, auch für die, die sich heute von Geld ernähren.
2. Krieg beenden. Kann mal jemand klar und deutlich sagen, dass zwei Prozent der Gesamt-Wirtschaftsleistung für die Rüstung auf Basis eines Lügengebäudes und synthetischen Feindbildern inakzeptabel ist? Schluss damit und raus aus der NATO. Die NATO kann keinen Frieden, also weg damit.
3. Echte Energiewende. Weg vom Öl, sonst kracht es demnächst ganz unvorstellbar.Unsere Chance: ganz Westeuropa hat kein Öl, ist also kein Kriegsschauplatz, auch wenn uns das dauernd eingeredet wird. Europa ist Handelsplatz und Großverbraucher fossiler Kriegsbeute. Machen wir uns doch einfach ehrlich, wie wär's?

Von alledem spricht Schulz nicht. Klar: seine Chefs haben ja auch nichts dergleichen vor. Woher ich das weiß? Schauen Sie doch mal fern! Der Mann ist der Post-Merkel-Heiland der Medien, und das heißt: der Oligarchen. Die Superreichen kommen damit auch durch, weil alle anderen pennen. Besonders tief schläft die Opposition, die allen Ernstes von der Beteiligung an der Korruption statt von einer lebenswerten Zukunft träumt!


Am 23. Februar 2017 schrieb Matthias Brendel:

Mit den Wahlen im Herbst kommt jetzt wieder die Zeit der plakatierten Hoffnung auf uns zu.
Die SPD hat ihren Heilsbringer bereits, sehr wahrscheinlich eine direkte Reinkarnation von Willi Brandt, hurra, wir werden wieder mehr Demokratie wagen, ich fühle es schon ganz stark und tief in mir.
Die Schwesternparteien der SPD, CDU/CSU haben momentan nur die alte Frau Raute, aber das ist eigentlich auch egal.
Wie auch immer es ausgehen mag, das Schmierentheater ist eröffnet, es geht nicht um die Menschen, es geht um Pöstchen und um Industrie Nähe, davor wird uns ein "spannender" Wahlkampf vorgetäuscht.
Unsere Herzensmedien ARD, ZDF nebst angeschlossener Meinungsforschungs Institute werden dabei helfen, da bin ich mir sicher.
Ich bin auch davon überzeugt: Es gibt wieder ein spannendes "Kopf an Kopf" Rennen, danach vielleicht, weil das rechnerisch möglich sein könnte, lange Koalitions Verhandlungen zwischen Rot, Rot, Grün und dann nach acht Wochen zäher Verhandlungen kommt uns ein völlig abgearbeiteter Martin Schulz im Fernsehen mit der Aussage: "Wir haben alles versucht, aber mit dieser Linken ist leider keine Koalition möglich, wir wenden uns jetzt wieder der alten GROKO zu, diesmal unter meiner Führung."
Frau von der Leyhen wird dann vielleicht Vize Kanzlerin, das wäre schlimm.
Schlimmer noch wäre es, wenn die CDU doch knapp die Wahl gewönne und die alte Frau Raute "aus gesundheitlichen Gründen" ausscheiden würde. Dann hätten wir die jetzige Kriegsministerin als Kanzlerin.
Was das bedeutet, brauche ich keinem hier zu erklären, das wäre dann der Super Gau.
Dann hätten wir eine eigene Hillary, die zu allem bereit ist.
Eine weitere Karte, die die CDU ziehen könnte, wäre ein Zusammengehen mit der AFD, eine Vorgehensweise, die jetzt noch kein Mensch erwartet.
Was wäre aber, wenn die CDU eine genau so geniale Rochade machen würde wie die SPD und der AFD den Pofalla als Parteichef unterjubeln würde.
Ja , da staunen Sie: Der Pofalla, das ist ein politischer Mehdorn, eine Allzweckwaffe, wenn man ihm nur genug Geld, äh Möglichkeiten gibt.
In jedem Kaspere Theater wäre das meine Lieblings Figur. Der Pofalla verkörpert einfach alles, was Politik heute ausmacht. Eigentlich ist er in einer neuen Regierung nicht wegzudenken.
Der hat den NSA Skandal innerhalb von Sekunden beendet mit seiner mutigen, tatkräftigen Aussage damals.
Man sieht hier deutlich: Die CDU hat noch nicht fertig. In dieser Partei schlummern noch grosse Talente, die es nur zu entdecken gilt.
Und um das mal ganz klar zu sagen:
We make Germany great again! Sicherlich, ganz, ganz bestimmt.


Am 23. Februar 2017 schrieb Birgit Schulz:

Wenn man mit diesem Namen geschlagen ist, dann muss man Kanzler werden. Das ist die einzige Entschädigung.


Am 23. Februar 2017 schrieb Aleksander Korty:

Der einzige Unterschied zwischen Scherkel und Mulz ist. Sie hat die Eier am Stock und er im Sack! Immer mehr glaube ich der Aussage der Anarchistin Emma Goldman: "Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten."

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