Das Nazi-Theater

Erdogan stört den inneren Frieden!

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. März 2017

Wetten, dass der amtliche Rüpel Erdogan noch ein paar mal Nazi sagen darf ohne, dass was Gravierendes passiert? Und das sagt er ausgerechnet zu den Niederländern, die nun wirklich von deutschen Nazis überfallen und besetzt wurden. Zu Recht weisen die Holländer die Pöbelei des Türstehers von Ankara zurück. Aber es ist doch auch ihr Türsteher: Erdogan steht an der Tür der Europäischen Union und sagt den Irakern, Syrern und Afghanen: „Du darfst hier nicht rein!“ Und was sagen die Leute aus der EU zu Erdogan? „Du auch nicht.“ Keiner lacht – aber alle zeigen die Zähne. Und das Wort Diktatur scheint tabu.

Ein wirklicher Höhepunkt des Nazi-Theaters ist die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer: „Wahlkampfauftritte, die den inneren Frieden in unserem Land gefährden, gehören verboten." Der innere Frieden des Saarlandes würde in Aufruhr übergehen, wenn es eine Zwangsfusion mit Rheinland-Pfalz gäbe. Oder der leckere Dibbelabbes verboten werden würde. Empörung kann so schön sein. Vor allem wenn sie vor Wahlen stattfindet und zwischen wenig und nichts kostet. Hatten wir von Kramp-Karrenbauer oder Merkel schon was zu den Massenverhaftungen in der Türkei gehört? Nö. Aber in dieser Geisterdebatte darf sich sogar der Dicke aus dem Kanzleramt melden: „Auch Deutschland hat eine Ehre", teilt uns Peter Altmaier feierlich mit. Na klar: Diese Sorte Ehre wird im türkischen Militärstützpunkt Incirlik erprobt. Dort wo die Bundeswehr gemeinsam mit den türkischen NATO-Kameraden die westliche Freiheit verteidigt.

"Die Präsenz von Nato-Soldaten ist gut für die Türkei, aber auch gut für die Allianz." Das erfahren wir vom NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Auch und gerade für die NATO spielt die Türkei den Türsteher: Schon als der Russe noch offiziell Sowjetunion hieß, sollte die Türkische Armee ihm im Zweifelsfall den Zugang zum Mittelmeer versperren: Die Meer-Enge am Bosporus ist von geo-strategischer Bedeutung. Deshalb wird die Türkei seit Jahren vom freien Westen nur mit den freiesten Waffen beliefert. Gleich ob dort gerade, wie in den 80er Jahren, eine Militärdiktatur herrscht oder die des zivilen aber nicht zivilisierten Herrn Erdogan. Und natürlich gehört Deutschland zu den wirklich wichtigen Waffenlieferanten der Türkei: 344 Leopard 2 A4 Kampfpanzer und 397 Leopard 1 A3/A4 Kampfpanzer rasseln im Bestand der stolzen türkischen Armee. Die beweist seit Jahrzehnten ihren Stolz damit, kurdische Dörfer in Schutt und Asche zu legen. Gern auch mit deutschem Gerät. Das gefährdet für solche Erscheinungen wie Kramp-Karrenbauer natürlich nur irgendeinen äußeren Frieden.

Für das Jahr 2014 stand den türkischen Streitkräften ein Budget von etwa 22,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Was man dafür alles kaufen kann?! Allein die sechs U-Boote des Werftenverbundes ThyssenKrupp Marine Systems – in Deutschland für die türkische Marine konzipiert – werden so um die 2,5 Milliarden Euro in die Rüstungs-Export-Kassen spülen. So geht deutsche Ehre: Ab der ersten Milliarde aufwärts. Das deutsche U-Boot kann, dank seines Brennstoffzellen-Antriebs, mehrere Wochen unter Wasser operieren: Da muß man den Weg durch den Bosporus ins Schwarze Meer nicht scheuen. Und schon ist die Krim, die ukrainische Küste und Georgien in Reichweite. Alles Fixpunkte einer langfristigen US-Strategie zur Bedrohung der russischen Schwarzmeer-Flotte.

Schon seit ein paar Jahren beweist sich die russische Außenpolitik als kühl taktierend. Auch im Falle Erdogan hat man diverse aggressive Akte beobachtet ohne scharf zu reagieren. Von der türkischen Attacke auf ein russisches Militärflugzeug bis hin zum Mordanschlag auf den russischen Botschafter in Ankara: Falls Putin mit den Zähnen geknirscht haben sollte, war es kaum hörbar. Ein Ergebnis dieser Geduld sind die russisch-iranisch-türkischen Gespräche im kasachischen Astana zur Beendigung des Kriegs in Syrien. Dass der türkische Staatssekretär für Rüstungsfragen, Ismail Demir, jüngst erwähnte, er werde auch mit Moskau über ein Raketenabwehrsystem verhandeln, hat das Vertrauen der NATO in die Wacht am Bosporus nicht verstärkt. Unter diesen Waffenhandels-Bedingungen sind ein paar Nazi-Vergleiche schon zu ertragen.

Nicht erträglich hätten solche Erdogan-Töne sein sollen: "Wir werden nicht Gefangene auf 780.000 Quadratkilometern sein" kam ihm im letzten Jahr flott von der osmanischen Lippe, um dann die neuen türkischen Fern-Ziele zu benennen: „Unsere Brüder auf der Krim, im Kaukasus, in Aleppo und Mossul mögen jenseits der physischen Grenzen sein, aber sie sind innerhalb der Grenzen unserer Herzen.“ Zu dieser imperialen Herzenssache kein Wort aus Berlin oder Den Haag oder aus dem NATO-Hauptquartier.

„Als Fuad Köprülü, 62 - Nachkomme von drei osmanischen Großwesiren und seit Sommer 1950 Außenminister der türkischen Republik - den großen Sitzungssaal des Lissaboner Parlamentsgebäudes betrat, begrüßte ihn konventioneller Applaus. Die NATO-Mächte akzeptierten mit dieser sanften Gemütsbewegung die Verstärkung ihres militärischen Potentials um 22 türkische Infanterie-Divisionen, drei Kavallerie- und sechs Panzerbrigaden mit vorzüglicher Kampfmoral - und die Ausweitung ihrer Verpflichtungen auf die diffizilen Probleme des Mittleren Ostens.“ Mit dieser ausgesuchten Militär-Lyrik erzählte der SPIEGEL seinen Lesern im März 1952 vom Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft. Solch bewährte innige Verhältnisse wird man sich doch durch ein paar Nazi-Anwürfe nicht kaputt machen lassen.

Die Macht um acht.
15 Minuten Tagesschau
Zum Staatsfunk referiert:
Uli Gellermann
Ein Veranstaltung des Berliner Buchändlerkellers
Am 28-03-2017 - um 20:30 Uhr
Carmerstr.1, 10623 Berlin-Charlottenburg


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. März 2017 schrieb Uschi Peter:

Kurden sollen in der Türkei demonstrieren, aber nicht in einem fremden Land gegen oder für einen fremden Staatsmann. Dann gilt auch, entweder alle oder keiner. Was wäre, wenn hier die Russlanddeutschen für Putin demonstrierten? Die würden ähnlich wie andere unliebsame Zeitgenossen ausgebuht. Wo kommen wir hin, wenn die Kurden ihren Bürgerkrieg hier bei uns ausfechten, die Oppositionellen aller Länder das gleiche Recht für sich reklamieren?

Antwort von U. Gellermann:

Die Kurden in Deutschland sind nicht selten Deutsche. Was nun? Und: Ich habe schon gemeinsam mit Russlanddeutschen für Frieden mit Russland demonstriert. Und mit Kurden gegen die Militärdiktatur der 80er Jahre in der Türkei. Wo kommen wir da bloß hin? Zu dem was man Internationalismus nennt.


Am 19. März 2017 schrieb Marc Britz:

@ altes Fachbuch

Es kann den in Deutschland lebenden Kurden nur hoch anrechnet werden, dass sie angesichts der Gräueltaten die das Erdogan-Regime an ihren zu Hause gebliebenen Landsleuten verübt hat so ruhig und friedlich bleiben. Es ist aber nachvollziehbar ihre Pflicht - und es sollte auch unsere sein - wenigstens gegen den Aggressor zu demonstrieren.

Und da sind wir auch schon beim springenden Punkt, ohne Grundgesetzreferenz: die Kurden befinden sich in der Defensive, sind Opfer, und die Schwächeren. Gewalt ist hier legitime Selbstverteidigung. Das Erdogan-Regime hingegen ist aggressiv, Täter, und die von der NATO gepäppelte militärische Übermacht. Gewalt dient hier der imperialistischen Unterwerfung bzw. Auslöschung des Schwächeren. Wer kein Macker ist weiss wo die richtige Seite ist, ganz ohne Grundgesetz.

Mir persönlich ist es dabei übrigens Wurst, was die dt. Obrigkeit dazu zu sagen hat oder wie die das medial ausschlachten. Die sind bei mir nämlich, nun ja, sagen wir mal, ohnehin unten durch?


Am 19. März 2017 schrieb altes Fachbuch:

"Erdogan stört den inneren Frieden!"
nun haben in frankfurt eine unbekannte zahl kurden "freiwillig und ohne aufforderung" gegen erdogan demonstriert, und wir wissen wieder, wer der feind ist:)
die anmelder der demo rechneten mit 10.000 teilnehmern. und dann waren es wohl nach deren schätzung 20.000.
die dt. polizei, die sonst jede demonstrationsbeteiligung für die presse runterrechnet, geht sogar von 30.000 aus, die da GEGEN erdogan marschierten. das FÜR wird dabei schon wieder runtergequasselt, weil man sich die doppelmoral und eigene verlogenheit nicht aufs brot schmieren lassen will! natürlich werden "freiheit, demokratie, werte" fokussiert:) das pro-pkk und -öcalan ausgeblendet. waren halt paar verwirrte;)
aber jeder andere demonstrationszug wäre bei verletzung der auflagen (fahneninhalte, symbole, länge von fahnen oder transparente und ihre platzierung oder trageweise...), schon am start gestoppt oder aufgelöst worden. die antifa und auch die leidigen pegida-ableger werden das zur kenntnis nehmen:(

mir geht es um die verlogenheit und doppelmoral!! das GG schreibt einen gleichheitsgrundsatz vor, und der sollte nicht beliebig von situativen grundrechteinterpretationen ausgehebelt werden dürfen!
ABER "terroristische truppenteile" (lt. eu und dt. recht!!!) dürfen gegen auflagen verstoßend paradieren, und der befreundete regierungschef eines nato-landes und eu-beitrittskandidaten eben keine geschlossenen privaten veranstaltungen abhalten?? die einen offensichtlich legitimiert demonstrationsrecht aushebelnd, die anderen verboten wegen parkplatz- und brandschutzprobleme??

wenn dies nicht tendenziell, positionierend, manipulierend und einmischend ist, da mache ich mir um die definition des inneren friedens sorgen!!

recht ist, was genehm ist. egal in welchen grenzen

Antwort von U. Gellermann:

Mehrfach haben Sie schon das Grundgesetzt kritisiert, aber wenn es für Erdogan zu nutzen scheint, dann finden Sie es nützlich. - Die in Deutschland lebenden Kurden feiern um diese Zeit jedes Jahr das Newroz-Fest, Das darunter auch Mitglieder der PKK sind ist wahrscheinlich. Aber außer Ihnen und den Schnüfflern vom Verfassungsschutz weiß es keiner so genau. Dass die Demonstranten gegen die türkische Diktatur sind, halte ich für verdienstvoll.

Die NATO stuft auf türkischen Wunsch die PKK als „terroristisch“ ein. Russland und andere europäische Staaten stufen die PKK nicht als Terrororganisation ein. Die Linkspartei hat bereits 2014 einen Antrag auf Aufhebung des Betätigungsverbots für die Arbeiterpartei Kurdistans PKK und Streichung der PKK von der EU-Terrorliste gestellt.

Mir wäre die Nähe zum Verfassungsschutz und zur NATO peinlich. Ihnen offenkundig nicht.


Am 19. März 2017 schrieb Marc Britz:

@ altes Fachbuch

Was sie so nett Erdogans "Gekläffe" nennen kostet bereits Menschenleben. Und zwar nicht wenige.

Sie sind was Zypern betrifft unterinformiert. Der Nuland-Plan für Zypern sieht vor die sich illegal auf der Insel befindende türkische "Schutzmacht" künftig unter NATO-Mandat legal dortzubehalten. Wenn jemand mit türkischer Hilfe von Zypern verdrängt werden soll sind es die Briten bzw. die EU. Die Amis wollen auch Gas, da haben sie recht. Dass dieser Plan sowohl gegen die Verfassung der Republik Zypern als auch gegen das Völkerrecht verstösst, stört natürlich die NATO nicht. Was die NATO allerdings stört sind Erdogans eigene imperiale Pläne in der Region.

Die hier diskutierte rote Linie würde Erdogan da überschreiten wo er ernsthaft und noch weitergehend als er es ohnehin bereits tut NATO-Interessen verletzt. Bis dahin kann er noch ein wenig weitermachen mit dem Kurdenmorden und Dissidentenwegsperren.


Am 19. März 2017 schrieb Heinz Schneider:

Die Aufrechterhaltung des Neoliberalismus ist mit Demokratie nicht mehr vereinbar. Exemplarisch zeigt dies Marc Ruttes Formel vom schlechten, also
Erdogans, und guten, also seinem, Populismus,. Verschiedene Abstufungen rechter Regierungsvarianten, von einem sanften, noch auf Konses zielenden Populismus über offene Diktatur bis zu Neuauflagen faschistischer Varianten stehen zu Verfügung. Deren gesellschaftlicher Kitt sind einzig Nationalismus, der aber den Profitinteressen globaler Marktakteure widerspricht, und aggressiver Rassismus. Eine Demokratie, wie wir sie kennen, ist nicht mehr im Angebot. Eine EU, die die Erhöhung der Rüstungsausgaben der Senkung der Jugendarbeitslosigkeit vorzieht, hat sich bereits gegen weitere Demokratie entschieden.

Einen realitätstauglichen Plan haben die neoliberalen Eliten nicht, für ein bißchen weiter So sind sie offenkundig zu allem bereit. Krieg ist fester Bestandteil ihres Repertoires, Demokratie nicht. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen auch nicht. Das ist fogerichtig, denn sie wissen, dass sie ihren Wahn nur noch kurze Zeit ausleben können, sind aber bereit, dafür die Zukunft der gesamten Menschheit auf's Spiel zu setzen.

Noch sind die Gegenkräfte mehrheits- und hegemoniefähig. Sie müssten nur zueinander finden.


Am 19. März 2017 schrieb Uschi Peter:

Wenn es darum ginge, den Erdogan zu exkommunizieren wegen der mutmaßlich geplanten Einführung der Todesstrafe, müssten als Erste die USA aus der Nato fliegen und dürften, obzwar kein EU-Mitglied aber der Spiritus rector derselben, uns auch nicht weiter gängeln.


Am 19. März 2017 schrieb Peter Meiser:

Am 16. März 2017 schrieb Vera Bornstedt:

Was bitte ist denn "Dibbelabbes"?
Antwort von U. Gellermann:

Dibbelabbes ist ein Gericht aus rohen Kartoffeln, Zwiebeln und Speck. Und für das saarländische Gemüt unentbehrlich.

Lassen sie mich bitte Ergänzen. Dibbelabbes oder Debbelabbes geschrieben ist ein leckers Gericht aus rohgeriebenen"Krombieren"( Kartoffeln), "Zwiwele"(Zwiebeln) und Speck, welche in einer gusseisernen Pfanne unter stetem schaben gegart und angebraten wird.
Vielfach wird zum Debbelabbes noch eingewecktes Obst gegessen.( lecker)


Am 19. März 2017 schrieb Uschi Peter:

Abgesehen von manchenWorten,mit denen Erdogan in medias res trifft, sollte er nicht genau wie unsere Bundeskanzlerin auch andere Staaten oberlehrerhaft belehren. Warum muss Eskalation betrieben werden?
Wem nützt das?
Nun ein kleiner Exkurs in die Erdkunde:
Was mich wundert ist, wie die geografischen und politischen Begriffe zurechtgebogen werden. Da gehören zum NORDATLANTIK-Pakt die Türkei, Polen und die Baltenstaaten. Wo bitte grenzen die an den Atlantik? Georgien und die Ukraine sind potentielle Anwärter.
Oder die Europäische Union: Was hat die asiatische Türkei mit Europa gemeinsam. außer einem Ministreifen des ehemaligen Griechenlands / Byzanz.Jetzt will man auch Israel eingemeinden. Na gut, die meisten Israelis stammen aus Europa, aber das Land ist es nicht. Dafür hat man Russland in Gänze nach Asien verbannt, dabei ist der größte Teil Europas russisches Territorium. Alles andere ist ein Wurmfortsatz.
Noch etwas: man spricht immer von Mitteldeutschland, wenn der Osten, ehemals DDR, gemeint ist. Soll damit auf die verspielten Ostgebiete verwiesen werden, die wir uns zurückholen wollen?


Am 19. März 2017 schrieb altes Fachbuch:

"Zu dieser imperialen Herzenssache kein Wort aus Berlin oder Den Haag oder aus dem NATO-Hauptquartier."
was sollen DE, die EU und NATO auch sagen?
einmal betrachten die das türkische "BEMÜHEN" tatsächlich nur als provinzielles problem. und dann haben die mit ihrem eigenen tatsächlichen UMSETZEN imperialer "herzenssachen" global voll auf zu tun.
wenn also der türke die zweitgrößte natoarmee stellt, dann sind sowohl der haushalt als auch die militärische beteiligung und resultate in syrien oder irak dürftig!! bei al-bab musste nach heftigen panzerverlusten mischa dem türken den weg freibomben, weil die bündnispartner in der nato nicht wollten. bei rakka und mossul will den türken auch keiner dabei haben. die überraschenden zypernverhandlungen sollten auch nur die türken als schutzmacht verdrängen, damit andere an das gas kommen.. etc. ...pp.
wo andere also tatsächlich ihre claims abstecken, bleibt dem erdogan nur das gekläffe (damit ignoriere ich nicht das kurdenproblem, schließe es lediglich als imperiales aus).
flinten-uschi sagt, was IMPERIAL ist: "Diplomatie, wirtschaftliche Zusammenarbeit und humanitäre Hilfen lagen bisher getrennt von der Steuerung europäischer Sicherheitsmissionen. Durch die europäische Kommandozentrale können wir diese Elemente nun gut abgestimmt miteinander in Einklang bringen."

und wenn erdogan sich um seine brüder mit dem herzen sorgt, macht er keine ausnahme. für die bürger vom ami gilt weltweit nationales recht. und wir deutschen haben jenseits der neisse auch noch viele staatsbürger:)
einige von denen ziehen wieder mit ihrer nazivergangenheit durch die baltischen hauptstädte, bewacht von dt. panzern mit balkenkreuz!

imperial geht anders, nicht türkisch

Antwort von U. Gellermann:

Es gibt auch kleineren Imperialismus: Erdogans Versuch sich einen Teil Syriens anzueignen ist sein erster Schritt. Und der formulierte Anspruch ist natürlich imperial. Oder is der angemeldete Anspruch z. B auf die Krim nur die Ankündigung für einen Nachbarschaftsbesuch.


Am 19. März 2017 schrieb Ernst Blutig:

Sieht manchmal so aus, als wäre der Begriff "Nazi" in Deutschland gar keine Beleidigung in bestimmten Kreisen. Man fühlt sich im Gegenteil eventuell geschmeichelt? Oder angesprochen?


Am 19. März 2017 schrieb Gideon Rugai:

"Ich kann echt nicht begreifen wie man solche Heuchler und Doppelmoralisten immer und immer wieder wählen kann..."

Ein Blick auf die hier wiedergegebenen Programmbeschwerden von Bräutigam/Klinkhammer (die gleichzeitig eine bestechende Analyse des westl. Propagandapparats sind) reicht schon zur Klärung des Mysteriums - vertiefend kann ich dazu nochmals die Vorträge von Prof. Mausfeld empfehlen, vor allem wegen der nüchtern eruierten Systematik hinter dem schönen Schein - ganz ohne ideologisches Blahblah/Kampfgeschrei....


Am 17. März 2017 schrieb Marie Petersen:

Ein Satz wie aus edlem Sarkasmus gemeißelt: "Keiner lacht – aber alle zeigen die Zähne." Auch wegen solcher Sätze lese ich die Rationalgalerie.


Am 17. März 2017 schrieb Marc Britz:

Die neoliberale Vernunft hat gesiegt! Rutte kann weitermachen! Schulz und Merkel freuen sich! Und jetzt wo der Wahlkampf in den Niederlanden beendet ist, kann das Erdogan-Thema auch bei uns bis auf weiteres medial beerdigt werden. Die Türkei darf sich also in aller Ruhe weiterentwickeln bis sie genau so ein regionaler Stabilitätsfaktor ist wie Saudi-Arabien. So lange sie nicht irgendwelche NATO-Pläne durchkreuzt.


Am 17. März 2017 schrieb Roman Gärtner:

Wie oft Erdowahn noch Nazi sagen bzw. Nazi-Vergleiche raushauen darf bis etwas passiert?

Ist doch ganz einfach, und das weiß der Erdohahn auch ganz genau:
So oft er will und so lange es ihm in die Karten spielt.

Die rote Linie soll ja angeblich die Einführung der Todesstrafe sein.
Nehmen wir mal an er führt die Todesstrafe ein, wird das dann irgendetwas ändern? Was will man dann dagegen tun?
Erdokahn hat doch nichts zu verlieren.

Die EU (oft verwechselt mit Europa) schneint nicht wirklich ein Interesse an der Türkei in der EU zu haben...die Beitrittsbemühungen laufen doch schon ewig...ihm scheint es auch nicht mehr so wichtig zu sein, Geld bekommt er ja auch so genug von der EU...1:0 für Erdi.
Das die EU und diverse Parteien in EU-Ländern sehr große Probleme mit der Demokratie haben...so unrecht hat er damit ja nicht...2:0 für Erdi.
Die Türkei ist ein geo-strategischer Pfeiler der OTAN...3:0 für Erdi.
Dank des Menschenhandels der CHRIST-Demokratin Merkel...im Wahljahr...4:0 für Erdi.

Ich würde sagen, ganz egal was Erdoislam macht wird es nicht viel geben was ihn überhaupt noch kratzt...bis auf die Kohle die man ihm bisher freudig hingeworfen hat und niemand geschaut hat was er damit überhaupt macht (besonders beliebt waren wohl Bestellung von Kriegsgerät oder so).
Erst wenn er die ersten "Terroristen" an die Wand stellt, wird man wohl offiziell und vor der Kamera ehrlich sein und die Beitrittsverhandlungen "auf Eis legen" (aufgeschoben ist nicht aufgehoben...).

Oder glaubt wirklich jemand daran das man die Türkei aus der OTAN werfen wird...wenn er "Terroristen" an die Wand stellt?
*lacht*
(Er hat den IS unterstützt, er geht gnadenlos gegen Kurden vor, er verhandelt mit dem Erzfeind Russland UND Putin usw.)

Frau Kramp-Karrenbauer kann, wie einige andere Superhelden unserer Polit-Elite, ja großkotzig rumlabern "Wahlkampfauftritte, die den inneren Frieden in unserem Land gefährden, gehören verboten." weil:

"[...] Das türkische Wahlrecht untersagt es nämlich Politikern, Wahlkampf im Ausland zu betreiben. Genau das legt das Wahlgesetz des Landes von 2008 fest. Dort heißt es Artikel 94/A in Verbindung mit Artikel 10: "Im Ausland und in Vertretungen, die sich im Ausland befinden, darf keine Wahlpropaganda gemacht werden. [...]"
Quelle:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article162717184/Tuerkisches-Gesetz-verbietet-explizit-den-Wahlkampf-im-Ausland.html

Oder hat Frau K-K und Co. erwähnt das man diese Wahlkampfauftritte gar nicht mehr verbieten muss da sie eh schon gegen geltendes (türkisches) Gesetz verstoßen?

Ich liebe unsere mutigen Kämpfer für Demokratie und Rechtsstaat und Verteidiger von Werten...

Ich kann echt nicht begreifen wie man solche Heuchler und Doppelmoralisten immer und immer wieder wählen kann...


Am 17. März 2017 schrieb altes Fachbuch:

das theater!
- der galerist erwähnte die rüstungsexporte von DE in die türkei. der "stern" berichtete am 14.03., dass rheinmetall in der türkei eine panzerfabrik hinstellen will: http://www.stern.de/wirtschaft/news/rheinmetall-baut-panzer-in-der-tuerkei---der-absolute-wahnsinn--7367184.html
natürlich weiß die regierung von nichts:). jetzt fehlt noch, dass knauf und rigips den innenausbau der gefängnisse realisiert?!

- unilever, ein holländisch-britischer riese (https://de.wikipedia.org/wiki/Unilever) unterhält mehrere werke mit 5000 beschäftigten in der türkei, so viele wie in DE! die machen einmal "du du" und dann fällt erdogan das wort nazi nicht mehr ein, wenn sie es denn täten:) ist nicht die woche in ankara ein firmenheli einer großen unbenannten kosmetikfirma mit 4 russen an bord "verunglückt"?? diese schnittpunkte zweier notwendigkeiten immer:)

- wenn die offizielle politik immer weiter rechts rückt, getrieben von den nationalisten, dann ist in der praxis die afd-republik schon wirklichkeit. ablenkung für die linken schafft man einfach, in dem man jemanden anders die nazikeule schwingen lässt;)
der held ist und bleibt der torero!


Am 17. März 2017 schrieb Michael Weiß:

Es wäre auch nur ein weiterer Gipfel der Heuchelei, würfe die deutsche Regierung Erdogan imperiale Gelüste vor. Das vielsagende Schweigen während der Stunden der Ungewißheit über den Ausgangs des seltsamen Putsches, die unverholene deutsche Dominanz in der EU und die Mitverantwortung der BRD für die katastrophale Situation in der Ukraine machen kritische Töne gegen den Größenwahn anderer Regierungen zum "Steinewerfen im Glashaus".


Am 17. März 2017 schrieb Peter Sydow:

Ich weiß nicht was ihr gegen die netten Osmanen habt.Sie haben Sinn für Familie und wissen wo sie Politisch hingehören. Und wenn Oberpapa Osmanen zum Kampf aufruft,dann stehen sie alle Gewehr bei Fuß.


Am 16. März 2017 schrieb Jan-Heinrich Langer:

Ihre Behauptung, deutsche Kampfpanzer im Bestand der kurdische Dörfer in Schutt und Asche legenden türkischen Armee gefährdeten für die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU) nicht den inneren, wohl aber irgendeinen äußeren Frieden, ist eine unbewiesene, ehrabschneidende Behauptung. Frau KK, Offizierin der französischen Ehrenlegion, plädiert vielmehr leidenschaftlich für den Einsatz der deutschen Armee im deutschen Landesinneren: "Ich wünsche mir, dass möglichst schnell in allen Bundesländern die Möglichkeit bestehen wird, den Einsatz der Bundeswehr im Innern für den Katastrophenfall zu üben. Wir müssen in allen Ländern handlungsfähig sein." Von Panzern war in diesem Zusammenhang bislang keine Rede. Auch der äußere Frieden spielte keine Rolle.

Antwort von U. Gellermann:

Die Frau weiß eben wie der innere Frieden hergestellt wird!


Am 16. März 2017 schrieb marie becker:

Wenn Erdogan das Wort Nazi gebraucht, gibt's regierungsamtlichen und blätterwaldigen Aufruhr. Wenn das Wort Antisemit gebraucht wird gegenüber den Kritikern der israelischen Besatzungsegierung, wird geschwiegen...
Unterschied?? Israel gehört zu "unsern" besten Freunden und Waffenhandelspartnern, selbst die Annektierte Westbank spielt keine Rolle...Erdogan WAR nur ein Freund, offenbar hat er das selbst geändert.
Und die Palästinenser?? nach dem vollständigen genocid wird nicht mal mehr ein Gedenkstein für sie vom Westen erübrigt werden...


Am 16. März 2017 schrieb Lutz Jahoda:

VERSZEILEN
ÜBERS REINREITEN UND RAUSKOMMEN
ARD-aktuell zugeeignet

Ihr denkt, was verschwiegen wird, gibt es nicht mehr?
Na dann, passt auf, Ihr hörig Lammfrommen:
Aus dieser Nummer heil rauszukommen,
wird diesmal schwer.


Am 16. März 2017 schrieb altes Fachbuch:

die mediale schlacht um europa!!
das hochstilisierte "superwahljahr" ist auch ein kalenderjahr. und da hat der galerist recht, dass man alle "zufälligen" ereignisse mal im kontext mit den wahlterminen sehen sollte!! da gibt es keine zufälle, die ereignisse passieren wie politisch gebraucht, und die medien verkaufen das jedesmal mit einem hype, damit zusammenhänge verschleiert werden.
erst die ösi-wahl, dann der trump, nun rutte, das türken-referendum, bald das saarland, france, nrw und schlussendlich germany:(
man achte bitte immer auf die verkündeten sieger: demokratie, freiheit, die europäische idee, nicht-populisten, werte, laber laber....
betrachtet jemand rückwirkend die wahlergebnisse und deren folgen in den einzelstaaten selbst??
in keinem dieser länder haben groko-parteien oder liberale globalisierungsfans gesiegt, wie verkündet. rutte büßt wohl ein drittel, die sozis in holland gar zwei drittel der sitze ein, wobei wilders zulegte!! wer hat gesiegt, und erfährt man das?? die neoliberalen wurden abgewählt, weil es neben migrationsbedingten problemen insbesondere sozialökonomische gibt. die verdoppelung des wehretats wird dieses künftig nicht leichter machen!! nun wird holland ebenso (un)regierbar wie italien oder belgien! das schreit schon künftig nach mehr terror als vorwand für mehr innere aufrüstung für die erhaltung der einzigartigen werte.... laber .... laber.. frankreich wählt bereits im ausnahmezustand! läuft der terror ähnlich planmäßig wie das wahljahr ab?? quasi vorgelagert , und zufällig, aber doch passend für die kampange der medien??
mit aller macht klammert sich die alte europäische nomenklatura an dem trugbild, dass sie die fäden ziehen, und das schauspiel nicht als marionettentheater enttarnt wird!
wie demokratie wirklich funktioniert, hat "die anstalt" vom 7.3.2017 am beispiel der automafia dargestellt. und das prinzip "auto" steckt in jedem detail der "gesellschaft". glyphosat ist okay?? monsanto und bayer haben einen guten job gemacht:) wenn die hetzjagd auf die wirtschaft in DE weitergeht, will die elite sich verabschieden (sagte am montag ein wirtschafter zur merkel).... vault-7?? getex in DE?? werte haben überhaupt keinen wert, hauptsache der böse populist gewinnt nicht!! fürher hieß das schwanzvergleich.

man beachte auch die methodik in dieser schlacht: immer wieder gibt es konzertierte aktionen. ganz europa (also die selbsternanten vertreter) mischen sich massiv in die wahlkämpfe ein. die schrecken auch nicht vor wirtschaftlichem ausbluten und erpressung nicht zurück (zypern, griechenland, türkei..) hilft die gleichberechtigte argumentation unter freunden nicht, dann kuriert eben das haushaltsrecht und die förderpolitik:)

all dies sind gründe, weshalb ich immer skeptisch auf die berichterstattung zur türkei reagiere (obacht: berichterstattung ist was anderes als kritik).
auch unser aller freund deniz yücel hat seine bedeutung im wahlkalender!
zufälle?? kenne ich nicht

Antwort von U. Gellermann:

Der Zufall ist der Schnittpunkt zweier Notwendigkeiten. (Hermann Kant, Die Aula)


Am 16. März 2017 schrieb Lutz Jahoda:

SCHICKSALSMELODIE DEUTSCH

Europa im US-Verlies,
dank traurigem Geschwurbel.
Deutschland auf dem Döner-Spieß,
und Recep dreht die Kurbel.


Am 16. März 2017 schrieb Vera Bornstedt:

Was bitte ist denn "Dibbelabbes"?

Antwort von U. Gellermann:

Dibbelabbes ist ein Gericht aus rohen Kartoffeln, Zwiebeln und Speck. Und für das saarländische Gemüt unentbehrlich.


Am 16. März 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

Die NATOd mit ihren USCIA-Drahtziehern duldet nicht nur Diktaturen - sie fördert sie bei jeder 'passenden' Gelegenheit.
Diktaturen sind ihrer Geisteshaltung näher und für sie oft leichter lenkbare "Partner" (Opfer). Das "Demokratie-Bringen-Geschwafel" ist doch offensichtlich nur Tarnung, mit Tarnung kennen Militärs sich aus! - Geht was mit einem Partner-Diktator schief: Kaboom!
(Kaboom! geht auch verdeckt: via Farbenrevolution oder Finanzmarkt-Manipulationen etc.)
Wieviel mühsamer ist es, eine ganze Presselandschaft und ein ganzes Parlament zu kaufen und zu lenken!
Und dann noch die gelegentlich störenden Wahlen in genehme Bahnen zu manipulieren.
- Warum die Bundes"regierung" ihre Truppe nicht aus Incirlik zurückholt?
Weil sie dazu von ihren Kolonialherren keine Erlaubnis hat.
In diesen Kontext gehört auch der Spruch des "Dicken aus dem Kanzleramt", Deutschland habe a u c h eine Ehre. Wer das extra sagen muß, hat es anscheinend nötig.
Schlüsselwort: a u c h.
Übersetzung: Selbst wir als durchdringend abgehörtes, besetztes und gedemütigtes Kolonialgebilde haben doch a u c h eine Ehre.
Und mit einem "Dicken"-Gehalt läßt sich das doch auch bestimmt prima
bis zur "Dicken"-Rente aushalten?


Am 16. März 2017 schrieb Paulo H. Bruder:

Wenn Erdogan das Wort Nazi gebraucht, gibt's regierungsamtlichen und blätterwaldigen Aufruhr. Wenn das Wort Antisemit gebraucht wird gegenüber den Kritikern der israelischen Besatzungsegierung, wird geschwiegen. Oder zustimmend genickt. Was macht eigentlich den Unterschied aus?

Antwort von U. Gellermann:

Das Wort „Antisemit“ gehört dem Blätterwald und seinen Eignern. Siehe Debatte um das Grass-Gedicht zu Israel. Wer sollte sich also aufregen?


Am 16. März 2017 schrieb Marc Britz:

Der "Westen" ist anscheinend nicht nur wegen des Flüchtlingsabkommens durch die Türkei erpressbar geworden. Seit Österreich auf die Aussetzung der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei drängt, blockiert die Türkei angeblich die militärische Zusammenarbeit zwischen den NATO-Ländern, den Partnerstaaten aus Europa und unseren neuen Freunden in Georgien und der Ukraine.
Dabei soll die Türkei alle NATO-Partnerschaftsprogramme an denen Österreich beteiligt ist blockieren. Da die Türkei die zweitstärkste NATO-Macht ist, führt diese Blockade dazu dass die meisten der insgesamt 41 Partnerstaaten nicht mehr zusammen mit NATO-Ländern trainieren oder ausbilden können, dass die NATO-Einsätze im Kosovo, in Afghanistan und im Mittelmeer beeinträchtigt sind und dass vor allem die Ausbildung und die Manöver der "Partnerschaft für den Frieden" an der neuen europäischen Ostfront massiv behindert sind.
Wenn das stimmt muss natürlich um jeden Preis beschwichtigt werden. Es geht schliesslich gegen den Russen. Da darf eine entstehende Diktatur in der Türkei nicht zum Stolperstein werden. Wir haben uns da ja sonst auch nicht so. Auch wenn aus wahlkampftechnischen Gründen (in NL hat ja schon die "Vernunft" gesiegt) laut gegen die "Unannehmbarkeiten" des Regimes getönt wird, hat die Merkel-Gabriel-Bande bereits den in Deutschland lebenden Türken erlaubt an Erdogans Ermächtigungswahl teilzunehmen. Natürlich nur wenn die Pöbeleien aufhören. Lachhaft!

Noch etwas: die neo-osmanischen Gebietsansprüche der Türkei beziehen sich nicht nur auf Syrien, Irak und den Kaukasus, sondern explizit auch auf den Balkan und auf Teile Westeuropas. Ich habe zwar schon an anderer Stelle in diesem Portal auf diesen Umstand hingewiesen, möchte dies aber wegen der Ernsthaftigkeit dieser Bedrohung nochmals tun.


Am 16. März 2017 schrieb Fred Brenner:

Ein echtes Wahlkampf-Theater: Erdogan will seine Abstimmung über die Verfassungsänderung gewinnen, Herr Rutte hat seine Wahlen in Holland gewonnen und Frau Karrenbauer will im Saarland Ministerpräsidentin bleiben. Af der Strecke bleiben die vielen politischen Gefangenen in der Türkei und die terrorisierten Kurden.


Am 16. März 2017 schrieb Ulrike Spurgat:


Richtig und wichtig dein umfangreicher, an den Fakten und Tatsachen orientierter Artikel. Vielen Dank. Die deutsche Politik wird demaskiert. Und es wichtiger denn je, weil dein Artikel ein klares, politisches Zeichen; punktgenau, den Herrschenden den Spiegel vor die Pinocchio Nase hält. Zur Reflektion, und zur politischen Meinungsbildung, ein unverzichtbarer Beitrag, in diesen politisch, verwirrenden Zeiten.
@ Werner Hamacher
Im Saarland gibts doch gar keine Veranstaltungen ???? Oder hab ich das nicht mit bekommen ?
Vorauseilender Gehorsam, und ne dicke Nebelkerze, auf die sie ja nun hereingefallen sind. Heiße Luft in Tüten; viel Rauch um Nichts, um wie immer, vom wirklich Wichtigem, wie Deutschlands Waffenexporte, Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer souveräner Staaten, usw. abzulenken. Deutschland lernt von den USA, wie mans macht, und wie Einmischung geht. Waffenverkäufe machen die Wahrscheinlichkeit auf Kriege sehr viel größer, und in der Konsequenz heißt der Verkauf von Waffen: Krieg. Die Heuchelei der deutschen Politik schreit zum Himmel. Erdogan wurde hofiert, Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung, und die vielfache Ermordung der Kurden, und politisch Andersdenkenden. Die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, und auch diese Liste bleibt lang. Die Willkür eines Einzelnen hätte von Beginn an, alle Alarmglocken in Deutschland bimmeln lassen müssen. Es ging nie um Demokratie und Menschenrechte. Immer wurden sie in allen Verhandlungen, unter ferner liefen, halbherzig, oft geflissentlich übersehen, und wenn, dann mit leiser Stimme, angemahnt. Und das ist die politische Quittung, wenn die Folgen falscher Politik , einfach ausgeblendet werden. Man wird sich auf der Oberfläche am Nazivergleich abarbeiten, und in der Türkei wird weiterhin den Kurden die Existenzberechtigung abgesprochen, Teile des türkischen Volkes werden weggeschlossen bleiben, und die politischen Einschränkungen gehen weiter. Für Demokratie und Menschenrechte in der Türkei hätte ich mir klare und eindeutige Worte von Frau Kramp-Karrenbauer gewünscht. Doch: Fehlanzeige. Und inwieweit es Erdogan politisch nutzt, wird sich zeigen. Sicherlich werden sich einige unserer türkischen Mitbürger mit Erdogan, solidarisieren.
Gut, dass der Galerist den Blick für das Wesentliche behält, und uns Leser und Schreiber sozusagen: "Auf dem laufenden hält."


Am 16. März 2017 schrieb Andreas Schell:

In der Türkei gab es Mitte Juli 2016 einen sehr fragwürdigen Militärputsch, aus dem Erdogan die Rechtfertigung für sein fragwürdiges Handeln zog. Danach begannen die Verhaftungen und Entlassungen im großen Stil. Ob das türkische Militär nun etwas gegen Erdogan hat oder sein größter Freund ist, könnte man, wäre man ein "Verschwörungstheoretiker" aus Erdogans derzeitiger Position schließen. Ob oder ob er nicht mit dem Militär paktiert, ist aber völlig egal: das Militär entscheidet, was in der Türkei passiert, mit oder ohne Präsident. Der türkische Kriegsapparat ist der zweitgrößte in der NATO und ein Garant für stete Beschäftigung der NATO-Warlords. Krieg ist das Geschäft der NATO, und das Geschäft soll blühen. Im Zweifelsfall auch bei uns in Deutschland. Wer Krieg will, braucht Unfrieden. Also: prügeln wir uns doch einfach brav mit den Feinden, die uns vorgesetzt werden. Wählen wir doch die NATO-Marionetten Merkel, Schulz, v.d. Leyen, Oppermann, Özdemir, Petry, Gauland, die uns in diese Richtung drängeln. Die Antwort auf das Verwirrspiel und die Zerteilung der Europäer in lauter kleine Grüppchen mit maßgeschneiderten Feindbildern kann für sie alle nur Aufrüstung des alles übergreifenden Militärapparats sein.

Wir produzieren Sicherheit,
um diese Welt zu bessern.
Alles, damit Ihr sicher seit,
füllen Frieden ab in Fässern.

Und wenn der erste Schuß dann kracht,
und alles liegt in Asche,
Dann wer'n die Fässer aufgemacht,
und jeder kriegt ne Flasche.

(Mike Krüger, 1975)

P.S. @W. Hamacher
Wenn der türkische Präsident osmanische Pläne hegt, haben wir das zur Kenntnis zu nehmen. Die Türken in Deutschland sind aber nicht blöd und eine Wahlkampfrede ist kein Wahlsieg. Den inneren Frieden gefährden die, die diese Situation aus eigenem Interesse heraus eskalieren. Jemandem den Mund verbieten zu wollen, ist, so weit ich über "westliche Werte" informiert bin, falsch, zu widersprechen dagegen richtig. Frau Kramp-Karrenbauers innere-Sicherheit-Gefasel ist nur die wohl abgestimmte, fette Sau, die im Interesse der Waffen- und Abhörlobby zur Bundestagswahl durch die deutschen Dörfer getrieben wird.


Am 16. März 2017 schrieb Heinz Schneider:

Selbstverständlich darf man eine Diskussion darüber führen, ob Wahlkampfauftritte von Politikern eines Landes in einem anderen Land erlaubt sein sollen oder nicht.
Kommt man zu den Ergebnis "Nein"' dann müssen entsprechende Gesetze geschaffen werden.
Die gelten dann für alle, wie das in rechtsstaatlichen Systemen üblich ist.

Nach Gutsherrenart zu entscheiden, (der ein darf, der andere nicht), hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.

Verbote ohne Rechtsgrundlage sind illegal.
Wer sie dennoch mit Verweis auf die innere Sicherheit ausspricht, trägt die Beweislast. Er muss also beweisen, dass die verbotenen Auftritte eine massiv höhere Gefährdung der inneren Sicherheit darstellen als, sagen wir, ein Fussball-Bundesligaspiel.
Gelingt der Beweis nicht, war das Verbot illegal.
Populismus ist auch Frau Kramp-Karrenbsuer oder Herrn Altmaier nicht verboten. Er ist an dieser Stelle aber höchst verantwortungslos.


Am 16. März 2017 schrieb Werner Hamacher:

Ihr Artikel ist empörend. Natürlich gefährden die Wahlkampfauftritte der türkische Minister den inneren Frieden, da stimme ich Frau Kramp-Karrenbauer zu. Erdogan nutzt die in Deutschland lebenden Türken, um seine osmanischen Pläne durchzusetzen!

Antwort von U. Gellermann:

Und warum zieht die deutsche Regierung dann nicht ihre Soldaren aus Incirlik zurück?


Am 16. März 2017 schrieb Margot Fendrich:

Gellermann entlarvt das oberflächliche Geschwätz. Denn der Protest gegen die Erdogan-Krawallmacherei soll nur überdecken, dass die Nato-Partner nichts gegen die türkische Diktatur tun. Neben der traditionellen Nato-Kumpanei kommt hinzu, dass man Angst vor einer Annäherung der Türkei an Russland hat. Aber darüber reden die Merkels und Rutte nicht.

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