Das darf der Grieche nicht!

Wer das Volk abstimmen lässt, ist diktatorisch

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. Juni 2015

Das darf der Grieche nicht: Über sein Schicksal selbst entscheiden. Schon 2011 wollte Georgios Papandreou das Volk über das EU-Bankenrettungs-Paket abstimmen lassen. Das haben ihm Merkel und Sarkozy damals schleunigst verboten. Jetzt wagt es die Regierung Tsipras erneut: Mit einem Referendum will sie das Volk befragen. Ob Griechenland zugunsten der Banken weiter hungern soll. Ob das Land weiter ins Bodenlose sparen muss. Ob es unter dem Merkel-Diktat demütig darben, oder aufrecht den Weg der Vernunft gehen will.

Deutsche Medien wissen, dass dem Griechen der Luxus einer eigenen Meinung nicht zusteht: "Griechenland erpresst Europa!", rülpst die BILD-Zeitung des Referendums wegen in die deutsche Stammtisch-Runde. DIE WELT weiß "Wie Alexis Tsipras sich als Feigling entlarvt". Nie würde Angela Merkel feige das eigene Volk befragen. Es könnte ja auf eine echte Frage ehrlich antworten. Die DEUTSCHE WELLE lässt einen "Experten" erklären, dass Tsipras sein Land "stalinisieren" will. Die Diktatur beginnt für die besonders deutsche Welle offenkundig immer mit einer Volksabstimmung. Empört fragt die demokratisch getünchte ZEIT: "Referendum, was soll das nun wieder?" und lässt sich vom SPIEGEL, dem Gossenblatt für Halbgebildete, gern assistieren: "Ja, sie nerven, die Griechen."

Das moderne Griechenland hat in seiner Geschichte die Herrschenden schon häufiger genervt. Hatte doch die britische Regierung am Ende des Zweiten Weltkrieges entschieden, dass die Griechen nach ihrer Selbstbefreiung vom deutschen Faschismus gefälligst die Monarchie wieder einführen sollten. Angeführt von Georgios II. aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Der stützte sich auf die äußerste Rechte in Griechenland, die sich durch die Kollaboration mit den abziehenden deutschen Nazis handfeste Vorteile erhofft hatte. Die griechische Volksbewegung und deren Partisanen-Armee verlangten deshalb bereits 1944 eine Volksabstimmung über die Staatsform.

Und schon früher wussten die Vertreter der Londoner City, was von Volksabstimmungen zu halten war: Nichts. Deshalb forcierte die britische Regierung unter Winston Churchill den beginnenden Bürgerkrieg in Griechenland: Rund 5.000 britische Soldaten unter General Ronald Scobie bekämpften die Partisanen, die sich gegen eine von London eingesetzte Monarchie wehrten und das Volk über seine Regierungsform selbst entscheiden lassen wollten. Erst nach einem langen, blutigen Bürgerkrieg durfte dann eine Volksabstimmung abgehalten werden: Tausende Tote und Verhaftete schufen die Bedingungen, unter denen das von London gewünschte Ergebnis erzielt werden konnte. Zur Durchsetzung der monarchistischen Marionetten-Herrschaft wurde erstmals in Europa Napalm gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Jenes nicht löschbare Brandgemisch von Dow Chemical, dass die USA später erfolgreich zur Verbrennung von Vietnamesen angewandt haben.

Seit der brutalen Inthronisierung der griechischen Monarchie gehört das Land zur "westlichen Wertegemeinschaft". Daran konnte auch eine Phase der offenen faschistischen Diktatur – von 1967 bis 1974 – nichts ändern. Schon seit 1952 war Griechenland immerhin Mitglied der NATO. Und nach anfänglichen Irritationen der US-Administration – der Putsch griechischer Obristen war nicht im Detail mit der CIA abgesprochen – kam es zur Versöhnung auf offener Bühne: Der Obrist Stelios Pattakos absolvierte im März 1969 seinen Besuch bei US-Präsident Richard Nixon. Alles war wieder gut.

Was in den deutschen Medien zur Zeit als Drama der griechischen Ökonomie aufgeführt wird, ist im Grunde ein Lehrstück über das Selbstbestimmungsrecht der Völker: Darf Griechenland sich selbst vor dem Verhungern retten, darf das Land die Diktatur der Banken abwehren? Oder muss es weitermachen mit einer Fremdbestimmung, die seit Jahrzehnten andauert und für viele lukrativ war und ist: Von den griechischen Eliten bis zu den deutschen Rüstungslieferanten der griechischen Armee. Die Volksabstimmung am 5. Juli wird darauf eine erste Antwort geben.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 03. Juli 2015 schrieb Heinz Schneider:

Die Staatschulden Griechenlands sind von 109% in 2008 auf 177% des BIP Ende 2014 gestiegen, nominal von 264 auf 317 Mrd. ?. Die Wirtschaftsleistung ist im gleichen Zeitraum von 242 Mrd. auf 179 Mrd. zurückgegangen, also um 26%. Griechenland ist insolvent.
2007, also vor der Finanzkrise, stand Griechenland dagegen sehr viel besser da. Die durchschnittliche Wachstumsrate von 2004-2007 lag bei 3,9 %, in den Jahren davor noch höher.
Diese Insolvenz ist also im Wesentlichen durch die Sozialisierung privater Forderungen im Zuge der Bankenrettung und das Abwürgen der Wirtschaft mittels der von der EU aufgezwungenen Austeritätspolitik herbeigeführt worden. Ulrich Beck hat dies als "Staatssozialismus für die Reichen und Neoliberalismus für die Armen" treffend charakterisiert.

Frei nach Albert Einstein gilt: Eine Insolvenz lässt sich nicht mit den Mitteln beseitigen, die zu ihrer Entstehung geführt haben.

Letztlich kann nur ein Schuldenschnitt die Lage bereinigen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft stellt im Juni 2013 fest: "Es spricht deshalb vieles dafür, dass nur ein Schuldenschnitt zu einer tragfähigen
Verschuldung führen kann. Wie hoch müsste ein solcher `Cut´ sein? Unter der Annahme eines durchschnittlichen Wachstums von 2 Prozent müsste ein Schuldenschnitt in Höhe von etwa 71 Prozent erfolgen, bei 4 Prozent Wachstum müsste der Schnitt `nur´ knapp 64 Prozent betragen."



Dass die europäische Politik den Eindruck erweckt, die griechischen Schulden könnten vollständig zurückgezahlt werden, ist nicht nur fahrlässig, sondern täuscht die Wähler in ganz Europa. Die reflexhafte Ablehnung des nicht zu vermeidenden Schuldenschnitts ist wohl auch weniger auf Ahnungslosigkeit der Protagonisten, sondern eher darauf zurückzuführen, dass die verantwortlichen Politiker dem Bürger die Fälligkeit der von ihnen sozialisierten Risiken noch eine Weile verschleiern möchten.



Am 02. Juli 2015 schrieb Eard Wulf:

@U. Gellermann
Solidarität ist gut, und wichtig(!), nur bekämpft sie nur die Auswirkung und nicht die Ursache. Anders ausgedrückt, dass Kind ist gefallen und man versucht es mit einem Bindfaden zu retten - um sein Gewissen zu beruhigen -- reicht das aus. Was wäre aber gewesen, wenn der Brunnen abgedeckt und mit einem Schloss gesichert worden ist? Das Kind wäre, vermutlich, niemals im Brunnen gelandet.

Das bringt mich zum eigentlichen Thema, post Demokratie, marktkonforme Demokratie, was soll das denn heissen - die Demokratie soll sich marktkonform Verhalten? Wer ist denn der Markt - Die Börse? Das Großkapital?

"Mussolini selbst definierte Faschismus als "Verschmelzung von Großkapital und Staat" der folglich auch "Corporatismus" genannt werden könne."

Niemand, in Deutscheland, würde auf die Idee kommen(ich auch nicht), Nordkorea als eine faschistische Diktatur zu bezeichnen. Das Nordkorea, offenkundig, eine Diktatur ist, wird keiner bezweifeln, dass das 90% der ansässigen Bevölkerung nicht wahr nimmt könnte man der fehlenden Informationsdichte zuschreiben(oder?).

Es wird einfach Zeit, laut auszusprechen was es denn wirklich ist. Und wie Koropatismus in einer marktkonformen Demokratie funktioniert, konnte man jüngst beim GDL Streik beobachten. Ein Unternehmen(AG), zu 100% im staatlichen Besitz, wird bestreikt - und - was fällt unserer Regierung ein? Klar, Beschränkung des Streikrechts. Soziale Bereiche haben kein Stimmrecht und ich kann mich, beim besten Willen, nicht daran erinnern, wann ein Gesetz verabschiedet worden ist welches einem Grossteil Bevölkerung zu gute kam - stattdessen huldigt man der Inflation.

Zu Griechenland empfehle ich den Artikel "Deutschlands Wirtschaftskrieg": http://www.heise.de/tp/artikel/45/45302/1.html
Zu Europa, "Europa tickt deutsch": https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2015/maerz/europa-tickt-deutsch

Und, bei all der Griechenland-"Hysterie" und dem Schere-im-Kopf-NSA-Gesülze sollte man die Ukraine nicht aus den Augen verlieren, im Donbass sollen sich zur Zeit 55.000 - 70.000 ukrainische Soldaten eingefunden haben. Poroschenko hat ein Gesetz erlassen, welches es ausländischen Truppen(mit Ausnahme Russlands) erlaubt auf ukrainischem Gebiet zu agieren.

usw. usf.


Am 02. Juli 2015 schrieb Manfred Caesar:

Warum sollte der "Grieche" etwas dürfen,was dem kraut verboten ist?
Im Übrigen Herr Gellermann ist das ganze Theater mit den darstellenden Marionetten einschließlich Tsipras und Konsorten penibel abgestimmt.Es muß zur Pleite kommen,damit die entsprechenden Derivatewetten für die richtige Seite ausgehen.Die Verluste für die Steuerzahler spielen dabei keine Rolle,die zahlt der Steuertrottel.Es geht jetzt nur darum die Schuld dem Richtigen zuzuschieben.Das wird der "Grieche" sein,weil er falsch abgestimmt hat.Deshalb muß er sogar abstimmen.


Am 30. Juni 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Aus gegebenem Anlass gehen wir jetzt mit Attack in die Solidaritäts-Aktion.
Wie das aussieht, kann man auf meiner Seite unter Petition Solidarity
Greece nachvollziehen:

http://bisskultur.de/

Der Link zur Attack-Seite:

http://www.attac.at/kampagnen/solidaritaet-mit-griechenland.html


Am 30. Juni 2015 schrieb Reyes Carrillo:

Eigentlich ist Anthony Quinn schuld. Mittelbar. Die Griechen sind wie Luftikus Alexis Sorbas wirklich Traumtänzer, die glauben, bloß weil sie neulich vor 2500 Jahren die ersten Gehversuche der Demokratie erfunden haben, gälte diese für sie auch in Zeiten der neoliberalen Diktatur. Tsipras, Varoufakis, alles Traumtänzer, Syriza der Name des vergammelten Sirtaki-Tanzpuffs. Und die wollen ihr Volk fragen, ob es tief gebückt mit dem Blick des verprügelten Hundes den letzten Brüsseler Demütigungs-und-Verarmungs-Schuhplattler tanzen will? Und eine Woche, also satte, unglaubliche 7 (sieben!) Tage Aufschub für eine Antwort auf diese vergiftete Tanzaufforderung erbettelt? Diese Griechen, diese drecks faulen, listigen Abzocker-Griechen…

Aber: Über was regen wir uns eigentlich so auf, was ist neu, was unverständlich? Dass dieses kapitalistische, neoliberale Europa alles, wirklich alles tut, tun muss, diese griechische Regierung tot zu machen? Das ist doch völlig – normal. Es geht eben wirklich um alles. Kühler betrachtet, als man/frau im Normalfall hoffentlich fähig ist, tut Europa und allen voran Deutschland aus ihrer Wahrnehmungsperspektive heraus nur das Richtige und das Erwartbare: Es geht um die Vorherrschaft des Kapitals über den Menschen! Und um diese durchzusetzen, heiligt der Zweck jedes Mittel. Doch wer hätte vor vielleicht noch zehn Jahren gedacht, dass in Europa, dass vor allem in Deutschland als dem historisch intimsten Zeugen als Schnittstelle zwischen den beiden konkurrierenden Gesellschaftsentwürfen noch einmal dies zu beobachten ist: Die Auferstehung der schlichten, ja geradezu peinlich schlichten marxistischen Vorschulen-Binse von der Herrschaft des Kapitals über das Volk, also die Auferstehung eines neuen, klar ideologisch dominierten Propagandakrieges dieser Grundlage gegenüber einem Mitglied der EU? Andererseits war völlig klar, dass es irgendwann und irgendwo soweit kommen musste, dort wo in der EU eine Regierung gewählt werden würde, die vorhätte, die Interessen der Mehrheit ihres Volkes zu vertreten. Und in Madrid wartet schon ein Pablo Iglesias, der im November gerne selbst ein echter Volks-Vertreter werden möchte. Bei allem „guten Willen“ der neoliberalen Diktatoren in Brüssel und in erotischer Verbundenheit mit den konsequent demokratisch nicht legitimierten turbokapitalistischen „Institutionen“: Tsipras, Varoufakis und ihr Tanzpuff müssen ideologisch getötet und ihre als Trophäen aufgespießten Köpfe in Wanderausstellungen in jedes Land, in jede Stadt und in jedes Dorf der EU gekarrt werden als eindeutige Mahnung an alle echten Demokraten. Die erste Ausstellung soll deshalb auch gleich nach erfolgter Syriza-Hinrichtung nach Spanien gehen. Die Art und Weise der Propaganda, die seit Jahren auf Griechenland und in neuer, dramatisch verschärfter Dimension auf die Syriza-Regierung mit ihrem Regierungschef und Finanzminister einprasselt ist de fakto: Kriegspropaganda! Jede einzelne Stufe der inzwischen von der „Internationalen Gemeinschaft“ üblichen, standardisierten rhetorischen Propaganda zur Vorbereitung eines Krieges lässt sich Punkt für Punkt an der Behandlung Griechenlands abhaken: Es ist deshalb sicher keine blühende Fantasie, dass Griechenland gegenwärtig unter anderen Vorzeichen und innerhalb anderer Kontexte einen blutigen Regime-Chance von einer in Brüssel beheimaten „Koalition der Willigen“ zu befürchten hätte, würde es dieser von Vorteil sein. An dieser Stelle zeigt sich nachweisbar, dass auch schon nur diplomatisch ausgetragene Meinungsverschiedenheiten zu Lasten kapitalistischer Wirtschaftsinteressen und ihrer Zwangsdurchsetzung den gefährlich-aggressiven, faulen Odem der diese Interessen immer wieder begleitenden, blutigen Kriege und geschürte Bürgerkriege ausatmen. Das was hier geschieht, ist geradezu von epochaler Bedeutung für die Zukunft Europas. Das wissen natürlich beide Seiten. Vieles wird auch davon abhängen, wie die Befehle aus den USA an ihre Vasallen lauten werden. Das Aushalten einer linken europäischen Regierung, die am Kapitalismus schabt und Vorbild für Nachahmer sein könnte oder die Angst, das strategisch wichtige NATO-Mitglied Griechenland könnte dieselbe verlassen und in die Arme Russlands getrieben werden.

¡Viva Grecia, vivan los griegos! ¡Hasta la victoria siempre! ¡Venceremos!


Am 29. Juni 2015 schrieb Susi Sorglos:

Wie wäre es denn mit Sirtaki-Flashmobs als Zeichend er Solidarität :-) ?

https://www.youtube.com/watch?v=yvEIMrqZCjc


Am 29. Juni 2015 schrieb Moyra Mangold:

Mir kam seit Wochen die Galle hoch, nun weiß ich auch warum. Ich musste sie entfernen lassen. Ich hoffe, dass die Griechen stark bleiben und ihren eigenen Weg finden. Vor allem dürfen sie einen EU- und Nato-austritt nicht fürchten denn nur nach diesem vollständigen Cut wird sich auch das Land wieder erholen. Es wird ein Signal an Südeuropa senden und die nächsten Abtrünnigen werden die Spanier sein und auch Portugal wird folgen. Schritt für Schritt wird diese diktatorische EU zerstampft werden und ich hoffe es sind genügend Laternen (natürlich EU-Genormte) vorhanden, um diese Kröten endlich zappeln zu sehen.


Am 29. Juni 2015 schrieb Michael Kohle:

Das Gelärme um die IWF-Rückzahlung zu Beginn des Monats Juli ist riesig. Das Geklappere der leeren Köpfe mit ihren leeren Töpfen soll wohl auch folgendes übertönen und vergessen machen, ich zitiere Mike Whitney in Counterpunch vom 29.5.:
"Ukraine will miss a bond coupon payment in July, setting off a default on about $19 billion of debt, as a standoff with creditors shows no sign of abating, according to Goldman Sachs Group Inc



Ukraine is giving creditors a few weeks to accept a proposal that includes a 40 percent writedown to principal before it imposes a debt moratorium, a person familiar with the talks said on June 19.



Ukraine will not make the July 24 coupon payment and, as a result, will enter into default at that point, Matheny said of his base-case scenario in the report. We do not expect the ad hoc committee to accept Ukraine´s latest restructuring proposal." (Goldman Sees Ukraine Default in July as Debt Standoff Holds, Bloomberg)



Tss, Tss! Und Whitney ergänzt:
Ukraine is busted, are you kidding me? The country that was so critical to US plans for luring Putin into a Vietnam-type quagmire, is headed for bankruptcy? So all that work was for nothing? toppling the government, arming the Nazis, fomenting a civil war, incinerating buildings full of civilians in Odessa, shooting down commercial airliners, and plunging the state into Somalia-like chaotic abyss? It was all just a big miscalculation, a boo-boo; is that it?



Und die Geschichte mit Griechenland unter diesem Blickwinkel? Könnte es nicht sein, dass dieses Ballyhoo dann doch plötzlich glimpflich ausgeht und man dann bei Eintritt des Ukraine-worstcase mit aufgeblasenen Backen sagen wird, wenn wir Griechenland gerettet haben sollten wir das auch bei der Ukraine tun? Nacktigall, ick hör dir trappsen!



Ist das der Grund, warum Obama und sein Lew so begierig sind, mit Merkel zu telefonieren und Griechenland "zu retten"? Geschieht das nämlich nicht (die Rettung) steht Uncle-Sam bei der Ukraine alleine und in abgesägten Unterhosen da!


Am 29. Juni 2015 schrieb Gabi Reiter:

Es ist immer wieder gut zu lesen wie aus der Geschichte eine Analyse ins Heute zu ziehen ist. Danke Uli Gellermann


Am 29. Juni 2015 schrieb Michael Kohle:

Nach 16 Jahren geistig-moralischer Wende durch absolutes Nichtstun trat man - wohl freiwillig - in die zweite Reihe und rief "Hannemann, geh du voran, du hast die größren Stiefel an". Die erwünschten Reformen überlässt man in der Durchsetzung gerne denjenigen, die eigentlich eine andere Zielsetzung haben. Kaum an den angeblichen Hebeln der Macht, wird derjenige gemobbt, mit dem die "Sch....." nicht zu machen ist. Und dann - Bahn frei, Kartoffelbrei - werden die ach so sozialverträglichen "Reformen" mit Neusprech-Formulierungen unter tatkräftiger Mitwirkung der "Opposition" stromlinienförmig genau nach neoliberalen Vorgaben angepasst und dem bass erstaunten Wahlvolk übergestülpt. Das tumbe Wahlvolk glaubt den Rattenfängern und Rattenfängerinnen nach der Methode Haltet den Dieb und jagt die vermeintlichen Alleinverantwortlichen zum Teufel. Zur Überraschung aller tauchen die ach so Gedemütigten frisch, fromm und frei wieder als Juniorpartner einer Kanzlerin auf, die sich neckisch mit den Lorbeeren der "Reformbemühungen" behängen und über Jahre dafür feiern lässt. Bar jeglicher Chance zur Regierungsübernahme (die linke Alternative auf ewige Zeiten als Paria ausgeredet ) strampeln sich die Sozen ab, den 20%-Latte nicht zu reißen.
Wer würde nicht - diesen Ablauf vor Augen - danach streben, mal einen anderen Weg zu beschreiten. Syriza hat das auf bewunderswerte Weise getan. Dass da jetzt alle vorgenannten Strauchdiebe kiebig werden ist auch nicht verwunderlich. Und vor Zorn wird man ausfällig und vergisst alle guten Sitten, christliche und/oder solidarische Verhaltensweisen sowieso. Fremdschämen - mindestens - ist angesagt.


Am 29. Juni 2015 schrieb Manfred Ebel:

Falls nicht bekannt, möchte ich Christa Wolfs "Sommerstück" empfehlen.
Eine optimistisch stimmende Begebenheit zum Thema "Aufhellung von Bewusstsein": Gestern kam ich in eine zufällige Gesprächsrunde (~ 10 Pers.), in der auch über das Referendum in Griechenland gesprochen wurde. Hier scheinen doch wieder einige Deutsche aufzuwachen, denn alle waren ausnahmslos dafür.
Ch. B. und Th. H.: danke für die Idee. Habe ich nachgemacht.
Herr Schmitz, in der Annahme, dass Sie "EUDSSR" absichtlich und mitsamt der dahinterstehenden Gedankenkette verwendeten, merke ich an, dass, solange es Kapitalismus (!) gibt, dessen Politik immer wieder und gesetzmäßig zu solchen Erscheinungen wie dem hier behandelten Thema führen wird. EU und UdSSR haben nichts gemeinsam. Es gibt niemals einen humanen Kapitalismus.
Insofern stimme ich Herrn Wulfs Gedanken und der von Uli zitierten Dimitroffschen Definition zu. Ganz sicher hat ein Faschismus nach z.B. der Nazidiktatur andere Erscheinungsformen. Ich meine, dass die unheilige Liasion USA-EU geradenwegs darauf hinsteuert.


Am 29. Juni 2015 schrieb Gideon Rugai:

Die Griechen und Russensäue die durchs deutsche Dorf getrieben , und in axterixianischer Legionärs-Einfältigkeit vom doof-deutschen Durchschnittspublikum dankbar aufgenommen werden um ja nicht auf die real-existierende Wirklichkeit zu stossen haben einen einzigen Grund : Die Initiatoren des bürokratisch-technokratischen Eurowahns und Verkünder "Neuer Weltordnungen" haben Angst nun doch noch an den Laternenpfählen eines erwachenden Volkswillens zu hängen - wo sie sich doch schon längst am Ziel ihrer psychotischen Wunschträume wähnten. Ihre Angst ist es mit der sie unsere Ängste schüren um ihrer Verantwortung zu entgehen.
Merke(l) : Hochmut kommt immer vor dem Fall.

Danke auch für die Zusendung der griechischen Regierungserklärung.

Alea iacta est!


Am 29. Juni 2015 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Welch eine Unverschämtheit von Tsipras, eine Volksabstimmung zu veranstalten über den weiteren Weg des griechischen Volkes.
In den Medien und gestern bei Jauch stellte ein Herr Regling die Vorgänge derart auf den Kopf gestellt dar, unterstützt natürlich von Jauch, und den griechischen Vertreter von Syriza indirekt der Lüge bezichtigend, dass ich mich fragte, was das alles noch mit ihrer sogenannten Demokratie zu tun hat. Gerade die Empörung der Ministerpräsidentenhorde in Brüssel zeigt sehr genau, was die derzeit Herrschenden von ihren Völkern halten. Heute früh hat EU-Schulz wieder mal aus dem Bildschirm gepoltert, wie undankbar die Griechen gegenüber der großzügigen Unterstützung der EU bei der Rettung Griechenlands sind. Es ist wirklich nicht mehr zu ertragen, was von "oben" kommt.
Nun aber noch von "Wertegemeinschaft" zu schwafeln, wie Merkel das im Moment auf der Feier zu 50 Jahren CDU schwafelt, als ob sie 50 Jahre dabeigewesen wäre und nicht mehr als die Hälfte davon in der DDR sich lieb Kind gemacht hatte, das setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Und man kann nichts tun, die Hilflosigkeit gegen diese Rotte von Lügnern und Verbrechern macht sprachlos.


Am 29. Juni 2015 schrieb Lisa Bürger:

Gibt es die Linkspartei eigentlich noch? Außer papierenen Erklärung höre und sehe ich nichts von der. Erbärmlich!


Am 29. Juni 2015 schrieb Ernst Krieger:

Ich oute mich: Ich habe lange SPD gewählt (obwohl ich Leser der RATIONALGALERIE bin). Aber jetzt ist Schluss! Dass diese "Genossen" versuchen den Griechen die Agenda 2010 überzustülpen und das auch noch als Hilfe verkaufen ist eine elende Schweinerei. Tschüss SPD!


Am 29. Juni 2015 schrieb Hans Ion:

John Heartfields Collage: HITLER wähnte: "Hinter mir stehen Millionen!" (Reichsmark!). MERKEL wähnt: "Hinter mir stehen Milliarden!" (? ... der US-EU-BANKEN!). Beide haben das gleiche "Schicksal"!


Am 29. Juni 2015 schrieb Ulrich Fiege:

Hallo Herr Gellermann, Ihren Artikel Das darf der Grieche nicht! getwittert und die
Erklärung des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, veröffentlicht als Startseite, http://faceyeu.eu/ wenn das so ok ist? Mit ebenso solidarischen Grüßen.


Am 29. Juni 2015 schrieb Christel Buchinger und Thomas Hohnerlein:

AN DIE GRIECHISCHE BOTSCHAFT
IN DEUTSCHLAND

Wir möchten unserem Entsetzen Ausdruck verleihen, wie die deutsche „politische Elite“, die Exekutive und Teile des Parlamentes mit den Bürgerinnen und Bürgern eines immerhin befreundeten Staates umgehen. Wir schämen uns der Überheblichkeit und Verachtung mit denen relevante Teile der deutschen Politik und der deutschen Medien in diesen Tagen und Wochen, Ihrem Volk, Ihrem Ministerpräsidenten und seiner Regierung begegnen. Seien Sie stark, wir werden alles in unserer Kraft Stehende tun, um Ihrem Volk und seiner demokratisch gewählten Regierung mit unseren bescheidenen Mitteln zur Seite zu stehen. Dies kann nur ein kleines Signal sein, aber die Achtung der Würde und des Rechtes auf Selbstbestimmung anderer bedürfen heute in Deutschland offenbar wieder einer besonderen Betonung. Anbei ein kleines Zeichen unserer Solidarität mit Ihrem Land, Ihre hellenische Fahne, die seit heute Morgen an unserer Haustür im Saarland weht. Sie werden es schaffen!!!

Antwort von U. Gellermann:

ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN


Am 29. Juni 2015 schrieb Silke Hauptkorn:

Hier noch ein weiterer Spendentipp:

http://www.kontextwochenzeitung.de/ueberm-kesselrand/220/nicht-mal-watte-2938.html
(ganz unten im Artikel steht der Hinweis)


Am 29. Juni 2015 schrieb joe bildstein:

Was im Moment abgeht ist die Diktatur der Finanzoligarchie....


Am 29. Juni 2015 schrieb Lutz Jahoda:

FINANZJONGLEURE MÖGEN NICHT,
WAS ZUM WOHL DES VOLKES SPRICHT.

So würde das Wilhelm Busch formulieren, wenn er noch am Leben wäre. - Inzwischen sollte den griechischen Bürgern klar geworden sein, dass ein Nein zum "Hilfsprogramm" nicht gleichzeitig ein Ja zu Europa heißen kann, weil dies dem Kreiseltanz eines Hundes gleichkäme, der sich ins eigene Hinterteil zu beißen versucht. - Gestern erst bei Jauch, quälte sich Klaus Regling, Chef des europäischen "Rettungsrings", das Eingeständnis ab, dass es dem griechischen Regierungschef Tsipras eigentlich um die Abschaffung des gegenwärtigen Wirtschaftssystem gehe. Was daraus zu folgern sei, sprach er nicht aus. - Abgenommen hat ihm dies Arnold Schölzel, Chefredakteur der Tageszeitung "junge Welt" vom heutigen Montag, dem 29. Juni 2015, auf Seite 8 mit dem Schlusssatz: "Die EU ist eine Einwegflasche. Wohlfahrt, Demokratie und Frieden stehen nur auf dem Etikett."


Am 29. Juni 2015 schrieb Ulrich Fiege:

"Schon 2011 wollte Georgios Papandreou das Volk über das EU-Bankenrettungs-Paket abstimmen lassen. Das haben ihm Merkel und Sarkozy damals schleunigst verboten."



Daher weht nämlich der Wind. Und wenn zwischen 1997 und 1999 die Griechen der EU falsche Angaben über das staatliche Haushaltsdefizit machten, Generaldirektor der Bank of Greece war Petros Christodoulous und im Jahr 1998 für die Refinanzierung des Landes zuständig. Anschließend stellte er seine Dienste bei Goldmann & Sachs zur Verfügung und wechselte 2010 dann wieder in die Politik, - als Chef der staatlichen Schuldenagentur in der Regierung Papandreou.

Der Vorschlag von Herrn Hohnerlein, die Griechische Fahne aus dem Fenster zu hängen ist eine gute Idee aber irgendein merkelscher Untertan wird mir dann das Fenster einwerfen, es braucht aber eine Solidaritätsbewegung und wo bewegen sich die Linken?, ich meine nach der Queen?

Die ARD vermeldet, Zitat: "Während die Sorgen vor dem Grexit steigen, läuft Europas Krisendiplomatie weiter auf Hochtouren." Was die so alles Krisendiplomatie nennen, Krieg ist ja auch eine Form von Diplomatie, ich kaufe mir Heute noch eine griechische Fahne und werde sie, wenn sie dann hängt, auch bildlich Dokumentieren, meinen Dank Herr Gellermann für diesen Durchblick im Dickicht, freundlichst Ulrich Fiege



Am 29. Juni 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Danke für den ausgezeichnet informativen Artikel!
Tsipras und Varoufakis führen einen äußerst wertvollen Kampf gegen den Drachen - auch für den Fall, daß sie ihn vordergründig verlieren sollten.
Der Ertrag wird in jedem Fall die fortschreitende Demaskierung des Drachen für weitere noch schlafende Mitmenschen sein.
Er wird in der Aufhellung von Bewußtsein gemessen, nicht in Macht und Geld.
.
Der Drache wird sich zu Tode siegen, da bin ich zuversichtlich.
Leider wird er in diesem Prozeß seiner Selbstzerstörung sehr großes Leid über Menschen und Natur bringen.


Am 29. Juni 2015 schrieb Pat Hall:


Und schon wieder mußte ich lernen dass die Londoner City ihre Finger in Griechenland im Spiel hatten ?
U.G. schafft es,dank seiner guten Recherchen, meine krausen Gedanken über Griechenland die mir schon immer durch den Kopf geisterten, auf zu möbeln.
Die Unflat die sich unsere westlichen Politdarsteller und die Krauses leisten sind Zeichen ihrer Hilflosigkeit gepaart mit Unwissen über Humanität und Menschlichkeit .
Was ist Europa eigentlich noch, wenn Länder in den Ruin getrieben werden , Bewohner aus ihren Wohnungen geschmissen werden und wie Strassenköter verhungern müssen?


Am 29. Juni 2015 schrieb Thomas Hohnerlein:

Glänzender Artikel, Uli. Griechenlandfahne hängt in Medelsheim/Saar kurz vor der Französischen Grenze schon aus dem Fenster. Spende geht morgen auf das Solikonto. Und doch, wie schon richtig angeregt, braucht es dringend eine Solidaritätsbewegung mit den GriechInnen. Nur über Mail geht das aber kaum. Vernetzung auch mit den HerausgeberInnen des Hellas-Faktencheck wäre angesagt und wir brauchen einen gemeinsamen Austausch. Dringend. Curti curti schreibt, wie einem täglich zu Mute ist. Das alles kann man auf Dauer nicht anstehen lassen Weder für sich selbst, aber vor allem nicht für Griechenland.
Venceremos?


Am 29. Juni 2015 schrieb Elke Vredestijn:

Man könnte vor Wut über die Eurokratie zerspringen. Aber Gellermann hat Recht, jetzt ist Solidarität angesagt. Ich bitte um praktische Vorschläge!

Antwort von U. Gellermann:

Ein erster Vorschlag:

In Griechenland hat die drastische Sparpolitik im Gefolge der Schuldenkrise zu einer Verarmung großer Teile der Bevölkerung geführt. Gesundheitliche Leistungen werden nur noch bei erheblicher Eigenbeteiligung erbracht. Das Berliner Forum Griechenlandhilfe (c/o Kostas Papanastasiou, Grolmanstraße 28, 10623 Berlin) ist mit "Ärzte der Welt" Deutschland eine Kooperation eingegangen, um auf unbürokratische Weise zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung notleidender Menschen in Griechenland beizutragen.

Spenden im Rahmen dieser Aktion können unter dem Stichwort "Griechenlandhilfe" auf das folgende Spendenkonto eingezahlt werden:

"Ärzte der Welt"
Deutsche Kreditbank, Konto Nr. 1004 333 660
Bankleitzahl: 120 300 00


Am 29. Juni 2015 schrieb curti curti:

Auf dem Weg den mainstream völlig draußen zu halten, gab es letzte Woche nur noch zwei Ausrutscher - beiläufig einen Eierkopp namens Krause, in einem ÖR-Regionalsender angekündigt als Europa-Experte der ARD, dem sein verfaulter Dotter aus allen Poren floß inmitten seiner einseitigen Tirade aus wüsten Schuldzuweisungen gegenüber Griechenland. Und bei Jauch bestätigte sich gestern zwischen wüstem Geschrei eines Stoiber und dem Herrenreiterverschnitt Jauch, O-Ton an die Griechen "Warum kratzen sie nicht die Kurve", in welchem tiefen Morast D wieder gesunken ist.

Die Grundlagen und Auswirkungen der vorsätzlich initiierten Griechenland-Krise fallen bei allen völlig unter den Tisch, während an den Symptomen die widerlichsten Abstriche projeziert werden, deren Inhalt vor allem den pervertierten Geist der privatisierten Macher und "ANALysten" SPIEGELt.

Kurzum - es ist per saldo reine Zeitverschwendung, den Polit- und Medienstrichern Einlaß in den Intellekt zu gewähren. Es blockiert oder führt in die Irre und genau dorthin wollen sie die Völker verleiten, um ihr Folterlabor Griechenland nach Probelauf auf ganz Europa auszuweiten. Persönlich ekelt mich mittlerweile bereits ein Blick in die verkrampfte Visagen dieser "Turbo-Demokraten", denen man regelrecht ansieht was sie im nächsten Moment gegenläufig ausscheiden werden. Ident verhält es sich mit deren obskuren Artikeln, bei denen zumindest von Vorteil ist, daß die headline ausreichend imstande ist die verbundene Armseligkeit zu beschreiben. Das erspart den Rest bzw. führt aufgrund endloser SPIEGELung zur völligen Ignoranz. Anders ist denen nicht mehr beizukommen!


Am 29. Juni 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Klasse Artikel - der auch die billige Meinungsbildung der Deutschen Lügenmedien nicht verschweigt, die Rolle der Engländer als Dauerwadenbeißer des Westens entlarvt und zugleich den Urheber des Dramas, die City, nennt. Man sollte sich um eine griechische Flagge bemühen, und sie zum Zeichen der Solidarität hissen. Flashmob vom Feinsten!
Ich bin echt gespannt auf das Ergebnis. Erster Akt des spannenden klassischen Dramas - die darbenden Griechen erteilen dem dämlichen, gierigen Westen eine Abfuhr, dass es nur so kracht, und dem geldadeligen westlichen Kapitaladel rinnt der säuerliche Achselschweiß aus dem Ärmel. Zweiter Akt - der Deutsche Michel, der TTIP und TISA noch nicht einmal buchstabieren kann, bemerkt, dass er jetzt als Gläubiger zur Bezahlung strategischer Spielchen an die Schlachtbank geführt werden soll, holt den Dreschpflegel aus der Scheune, um endlich nach Berlin und Brüssel zu ziehen.
Ach - was wäre das schön!


Am 29. Juni 2015 schrieb Markus Schmitz:

Aber Herr Gellermann, wo kämen wir denn hin, wenn das Volk wirklich entscheiden würde? Wir würden doch von Katastrophe zu Katastrophe schlittern. Frieden und freier Handel mit Russland, Abstrafung der US Spione, Auflösung der EUDSSR, Austritt aus der NATO, oder zumindest das Einstellen der weltweiten Interventionen. Eine multilaterale Welt! Nein, das wäre doch wirklich zuviel des Guten und das Grauen pur! Das Volk braucht Knechtschaft, das Volk braucht die Führung durch Hegemonen. Das Volk hat zu tun, was 1% seiner Eliten ihm diktieren. ---Sarkasmus Ende---


Am 29. Juni 2015 schrieb Eard Wulf:

Ich würde nach der Lektüre gerne eine Faschismus-Debatte anstiften wollen.



Bevor Griecheland in die Schuldenspirale, mit Hilfe deutscher Banken und Rüstungsbetriebe, getrieben worden ist, war das ein sozialdemokratischer Staat, ähnlich der sozialen Marktwirtschaft der BRD. Gut, Fr. Merkel sagt, dass die soziale Marktwirtschaft in der marktkonformen Demokratie Platz hat. In einer Demokratie, in der ein Vertrag beschlossen werden soll, der das Kapital befähigt über einen Staat zu richten. Selbstverständlich transparent, also, orwellfälschlich.



Es dröhnt ein wenig, dass Wort: Korporatismus. Mussolini, hatte, ein anderes Wort dafür, er benannte gar eine ganze Partei/Bewegung danach. Selbstverständlich ist das nicht vergleichbar mit dem `deutschen Faschismus, oder dem tschechischen, oder dem ukrainischen, oder doch? Wer ist denn der Faschist? Ist das mein Opa, der dem zweiten Weltkrieg mit einer versehrten Rente entkam? Oder ist es derjenige, der das erst ermöglichte? Adi, schrieb, in seinem Krampf, dass die Kasse der NSDAP mit gerade einmal 17.xx Mark gefüllt war, keine Monate später, konnte man eine SA organisieren und finanzieren. Die Frage des Finanziers ? steht bis heute aus...

Antwort von U. Gellermann:

Mir ist nicht deutlich, welchen aktuellen Nutzen der Beginn einer Faschismus-Debatte haben soll. Mir scheint eher, dass wir dringend eine Solidaritätsbewegung mit dem griechischen Volk organisieren sollten. Will aber einer solchen Debatte nicht ausweichen und zitiere zum Charakter des Faschismus deshalb die Faschismus-Formel, die Georgi Dimitroff zugeschrieben wird und die ich nach wie vor für gültig halte:

"Der Faschismus an der Macht ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“

Die Finnanziers der Nazis und insbesondere der SA sind in der deutschen Industrie zu suchen und zu finden. Ihr Führung hatte zeitweilig Fritz Thyssen inne.

Dran bleiben...

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