Comeback einer Kaiserin

Benno Ohnesorg ist tot, Farah Diba lebt immer noch

Autor: U. Gellermann
Datum: 11. November 2014

Sie haben einen Dachboden voll mit altem Gerümpel und wollen es loswerden? Dann annoncieren sie das Zeug doch im FRANKFURTER ALLGEMEINE-MAGAZIN, das pünktlich vor Weihnachten seine Leser mit einem Füllhorn exklusiven Gerümpels bedenkt. Was, Ihnen fehlt das Geld sich dort mit einer vierfarbig-glänzenden Doppelseite für 52.000 Euro einzukaufen? Dann wird aus Ihnen auch nichts mehr werden.

Mit staunenden Kinderaugen könnten Sie, wenn aus Ihnen was geworden wäre, über das FAZ-MAGAZIN ein Set "einzigartiger Miniatur-Tischuhren von Gerald Genta" für nur 340.450 Euro erwerben. Oder Sie würden mit Ihrem Scanner einen "QR Code" auf einer Anzeigenseite erfassen, der sie garantiert zum Auktions-Katalog des "Dorotheum" führt, zu einem Haus an der Wiener Dorotheengasse, das in der Nazi-Zeit zuverlässig "arisierte" Kunst aus jüdischem Besitz an die reichsdeutschen Besitzer brachte. Heute wäre dort die "Femme debout" von Pablo Picasso zu erwerben, ein Bronze-Figürchen für billige 40.000 - 50.000 Euro weil es nur eines von 10 Stück ist. Sie haben eine kahle Stelle an der Wand? Wie wäre es mit einem Bild von Max Oppenheimer, Anfangsgebot bei 100.000 Euro. Darf es auch ein wenig mehr sein? Zuschlag! - Gerade haben Sie nur Kleingeld? Bitteschön: Ein Flakon mit dem Parfum "Mary Celestia - Der Duft des Bürgerkriegs", kostet nur schäbige 225 Dollar. Bitte sehr, bitte gleich.

Doch im Zentrum des mehr als 70 Seiten zählenden Verkaufsprospektes für Millionäre oder jene, die es werden wollen, steht eine wirkliche, eine echte Kaiserin: Farah Diba, jene iranische Studentin, die der persische Schah 1959 gegen die erste Gebärmutter in seinem Besitz, Soraya Esfandiary-Bakhtiary, auswechselte, weil die einfach keinen Nachwuchs produzierte. Farah Diba zierte bis weit in die 60er Jahre die Titelblätter der Blöd-Medien aller Art, ihre Frisur wurde millionenfach kopiert, und das Wort "Pfauenthron" galt als Synonym für märchenhaften Reichtum und exotische Schönheit. Bis die Kaiserin dann, nach der iranischen Revolution 1979, gemeinsam mit ihrem Mann, dem edlen Schah Mohammad Reza Pahlavi, das Land verlassen musste.

Nun doch mal, nach langer Zeit, wieder ein neues Titelblatt: Mit Brillanten übergossen blickt die damals junge Kaiserin vom Titel des FAZ-Verkaufsprospektes optimistisch in die weite Welt. Aber, so vertrauen uns die Schleimer der FAZ an, heute schaut sie "mit betrübtem Blick auf ihr Land". Mit Wendungen wie "Ihr Onkel arbeitete am Hof seiner Majestät" kommt der Text höfisch und kniefällig daher. Als wäre die Zeit nicht über die Pahlavis hinweg gegangen, als wäre da nicht die von Israel ausgebildete Folterpolizei SAVAK im Reich des Schahs gewesen und der CIA-Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung des Mohammad Mossadegh, der - von internationalen Ölkonzernen gewollt - die Diktatur des Pahlavi-Herrschers zeitweilig betonierte.

Nun also der kaiserliche Originalton: "Die islamische Republik müsse dafür sorgen, dass im Iran niemand mehr leidet", wird Fahrah Diba, die Witwe des Folterkaisers zitiert. Unwidersprochen und unkommentiert lässt die FAZ sie vom kaiserlichen Sohn Reza erzählen, der seinem Vater nachfolgen will: Das sei "kein Machtanspruch sondern Traditionspflege". Und das Zentralorgan der deutschen Bourgeoisie stellt beglückt fest: "Heute ist Farah Diba wieder sehr populär", und diese Mär vom Luxus am persischen Hof sei so entstanden: "Offenbar blendete die iranische Kunst, Räume mit zahllosen Spiegeln auszustatten, die Besucher." In der peinlichen Stille nach solchen Sätzen hört man das Schmatzen der FAZ-Hofberichterstatter, wenn sie ehrfürchtig den kaiserlichen Speichel schlecken.

Da gab es doch auch, schreiben die Marketing-Journalisten der FAZ, diese Studenten, die in West-Berlin gegen das Schah-Regime und "seine scheinbare Verschwendungssucht" demonstrierten. Aber für den Mord an Benno Ohnesorg, der im Umfeld der "Unruhen" von einem Polizisten erschossen wurde, sei ein "inoffizieller Mitarbeiter der Stasi" verantwortlich gewesen. Kein Wort von den Knüppelgarden des iranischen Geheimdienstes SAVAK, die unter dem Schutz der West-Berliner Bereitschafts-Polizei (die damals zu 50 Prozent aus Offizieren der Nazi-Wehmacht bestand) auf deutsche Studenten einprügelten. Kein Wort über die verschworene Omertà der West-Berliner Justiz und Polizei, die von damals bis ins Heute langt: Im November 2011 stellte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen (den Mörder) Kurras ein: Die Beweislage reiche nicht zur Neueröffnung eines Verfahrens wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Tötung Ohnesorgs aus. So geht deutscher Qualitäts-Journalismus.

In drei Jahren wird es den 50. Jahrestag des Ohnesorg-Mordes geben. Im Feiern von Jahrestagen kennt sich der Deutsche Bundestag wirklich aus, wie man jüngst am 25ten Jahrestag des Mauerfalls erleben durfte. Weil der Ohnesorg-Mörder tatsächlich IM war, wird Bundestagspräsident Lammert sicher aus dem alten Mord ein neue Erinnerung an die Stasi destillieren. Ob Biermann noch zur Verfügung stehen kann ist ungewiss. Aber die Schlagersängerin Helene Fischer, die man gemeinsam mit ihren russlanddeutschen Eltern schon 1988 wegen ihres echt deutschen Blutes aus den Fängen des Sowjetkommunismus befreit hat, kann ein Freiheits-Gen bezeugen, das der gewachsenen deutschen Verantwortung gerecht wird. Die Sängerin würde wohl ihr Lied "Fehlerfrei" vortragen:

"Keiner ist fehlerfrei!
Sei´s doch wie es sei!
Lasst uns versprechen,
auf Biegen und Brechen,
wir feiern die Schwächen!"

Angela Merkel wird danach auf Biegen und Brechen ihren berühmten Satz "Nichts ist so wie es bleibt" in eine Wand des Reichstags meisseln lassen und Präsident Gauck muss die Performance mit dem kernigen "Sei´s doch wie es sei!" bereichern. Als Erinnerungs-Geschenk für die Bundestagsabgeordneten bietet sich der Cartier-Ring "d´Amour" an, ein Solitär aus dem FAZ-Verkaufsprospekt. Dem verantwortlichen Redakteur des Prospektes, Alfons Kaiser, sollte dann die Gelegenheit zu einem Schusswort gegeben werden: "Es geht also beim Thema Schmuck . . . nicht um Klimbim, sondern um eine anthropologische Konstante mit schillernder Wirkung." Anschließend wird das Stabsmusikkorps der Bundeswehr in die National-Hymne ausbrechen. Ob man den Abgeordneten ein "Hipp-Hipp-Hurra" als ihren Beitrag zur Feierstunde gestatten wird, ist noch fraglich.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. November 2014 schrieb Pat Hall:

Zum Lob an U.G. und seinem Blog schließe ich mich gerne an.
Weiter so,denn hier finde ich genau den richtigen und guten Journalismus mit Informationen die sonst nirgendwo so wie hier beschrieben werden.


Am 14. November 2014 schrieb Sven Heuser:

Das verdiente Lob gilt Ihnen, dem ich mich bei dieser Gelegenheit sehr gern anschließe. Ein Gutes hat die Entwicklung zum totalen Vertrauensverlust gegenüber den MSM, dass vormals renommierte Medien, vorwiegend in den relevanten Politik-, Wirtschafts- und Finanzteilen, zu Nato-CIA-State-Department- und Merkel-Propagandablättern auf inakzeptables, weil unterirdisches Niveau absackten. Von den plump-manipulierten Meldungen der diversen Nachrichtenagenturen ganz zu schweigen. So macht man sich auf die virtuellen Strümpfe und sucht nach intelligenten Quellen – und findet solche Perlen wie Ihren Blog. Wenn Kommentare gelingen, dann auch, weil die Vorgaben Ihrer Artikel sehr inspirierend sind. Und Ihre Rückmeldungen sind ein Beleg für guten Stil. Danke dafür.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude und gutes Gelingen mit Ihrem Blog, mit einer stets wachsenden Fangemeinde. Ganz im Sinne von „Qualität setzt sich immer durch“ oder „Das Bessere ist des Guten Feind“.


Am 13. November 2014 schrieb Teofil Tikrit:

Hallo Herr Gellermann,
durch einen Freund erhielt ich heute erstmalig Kenntnis von ihrer Rationalgalerie und bin spontan über die außerordentlich qualifizierte Art ihres sehr informativen und dabei außerdem satirischen und gut lesbaren Journalismus begeistert.
Vielen Dank für ihre Arbeit. Solcher Art ist heute sehr selten geworden. Vergleichbares kenne ich nur aus Ossietzky.
Interessant für mich war außerdem feststellen zu können, dass nicht nur ihre beiden Artikel informativ und von sachlicher Kompetenz gekennzeichnet sind, sondern darüber hinaus auch ein großer Teil der von Ihren LeserInnen dazu verfassten Kommentare. Das ist fasst noch seltener in heutiger Zeit. Dabei fielen mir besonders positiv die Beiträge von Reyes Carrillo, Lutz Jahoda, Sven Heuser, Ulrich Fiege auf, die mich mit weiteren Informationen versahen, die mir zuvor teilweise nicht bekannt waren. Amüsiert hat mich dann noch besonders der bissig, schwarze Humor des Herrn Korty.
Machen sie so weiter und ich hoffe auch ihre Leserbrief-Schreiberinnen bleiben bei der Stange.


Am 12. November 2014 schrieb Aleksander von Korty:

"Was ist schon eine Brechstange gegen eine Aktie? Was ist der Einbruch in eine Bank, gegen die Eröffnung einer Bank?" Als der kluge Bertolt Brecht diese, seine Erkenntnis formulierte, wies er damit  deutlich darauf hin, dass das kapitalistische Gesellschaftssystem genauso eine kriminelle Organisation ist, wie die hinlänglich bekannten Verbrecherorganisationen der Mafia und der Cosa Nostra. Und so findet mensch in den herrschenden Kreisen des Spätkapitalismus und unter seinen Bütteln, Handlangern, Domestiquen und Erfüllungsgehilfen ebenso zahlreiche  Gauner, Ganoven, Diebe, Betrüger, Hochstapler, Räuber und Mörder jeder Art, wie bei der Mafia oder Cosa Nostra. Und selbstverständlich gehört zu diesem kapitalistischen Milieu auch die dazu passende Rotlichtszene mit Zuhältern, Freiern und Nutten. Das reicht von den billigen Straßenmädchen, den sogenannten Bordsteinschwalben, bis rauf zu den Edelhuren der Sauna-Clubs und den Callgirls der Hostessen-Service.

Nun ist ja hinlänglich bekannt, dass so manche attraktive Studentin sich ihr Studium  mit einer Nebentätigkeit finanziert, die im Volksmund oft auch als "das älteste Gewerbe der Welt" bezeichnet wird. Es  kann also nicht verwundern, wenn eine solche, nebenberufliche Liebesdienerin es dann sogar bis auf den Pfauenthron schafft. Das ist  zwar sicherlich keine Regelerscheinung, aber durchaus, wie mensch an dem vorliegenden Beispiel der kaiserlichen Kurtisane sehen kann, ein möglicher Lebensweg und keineswegs ein Märchen aus `Tausend und einer Nacht´.
 
Ein bisschen Glück gehörte selbstverständlich schon dazu, schliesslich verdankte die studentische Hure ihren plötzlichen, kometenhaften Aufstieg zur ehelichen Kurtisane des Kaisers dem Umstand, dass ihre Vorgängerin als kaiserliche Samen-Auffangstation nicht ihren Pflichten als Gebärmaschine nachkommen konnte. Und so war es mehr als selbstverständlich, dass die erste kaiserliche Kurtisane durch eine Zweite ersetzt werden musste. Das ist keineswegs ungewöhnlich und  in diesen Kreisen bereits eine Jahrhunderte alte Tradition. So brachte es der Blaubart Henry Tudor in seiner Herrschaftszeit als englischer Monarch sogar auf insgesamt sechs solcher ehelichen Kurtisanen. Und der Sohn des Sonnenkönigs tauschte seine Mätresse, die Pompadour durch die jüngere Comtesse du Barry aus.

Doch hatte die aufgestiegene studentische Liebesdienerin nicht soviel Glück, wie die Scheherazade aus dem Märchen, deren Geschichte ja bekanntlich zu einem Happy End führt. Die persische Kurtisane  musste nach einigen, schönen Jahren, die ihr geadeltes Hinterteil auf dem Pfauenthron zubringen durfte, diesen plötzlich räumen, da das revoluzzende, aufmüpfige und undankbare Volk endgültig die Nase voll hatte von den Verbrechen ihres kaiserlichen Gatten und dessen Mördern und  Folterschergen seines Geheimdienstes SAVAK. Da sie es bei ihrer fluchtartigen Abreise doch  noch schaffte ihr kleines Schmuck-Köfferchen zu packen und mitzunehmen, kann davon ausgegangen werden, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten des harten  Exils nicht Hunger und Not leiden musste.

Aber still geworden in der Regenbogenpresse  war es um die abgehalfterte Kaiserin in den vergangenen Jahrzehnten und dies noch ohne jede Hoffnung auf eine Rückkehr für ihr Hinterteil auf den warmen Pfauenthron. Hilfe bot ihr da jetzt eine andere Edelnutte, nämlich jene erste Mainstream-Medien-Nutte FAZ aus der Berufsgruppe der PRESStituierten. Unter Berufskolleginnen greift man sich schon mal hilfreich unter die Arme, wenn es konkurrierende Interessen nicht ausschliessen. Doch im vorliegenden Fall gab es eher so etwas, wie eine  parallele Interessenlage. Da es seit dem allzu frühen Tod der monarchischen Gallionsfigur des Hochadels, der heiss geliebten, Auflagen steigernden Prinzessin Diana, die längst die Maden gefressen haben, nur noch sich ständig wiederholende Berichterstattungen über dicke Bäuche und Geburten in der Yellow-Press über die Damen des Hochadels im Angebot und zu finden  sind, bot die  Kaiserin aus der Mottenkiste eine willkommene Abwechslung, die sich mit einem alten Jugendfoto auch marktgerecht präsentieren liess. Und die Kurtisane Farah Diba selbst konnte nach langer Abstinenz mal wieder das Licht  der Öffentlichkeit geniessen, ihre dümmlich-naiven Weltvorstellungen verbreiten und den Anspruch auf den Pfauenthron für ihre Brut  in Erinnerung bringen.

So war beiden Seiten gedient und sie  konnten in schwärmerischen Träumereien schwelgen. Balsam für das gequälte Kaiserinnenherz und schmalzige Romantik für die dümmliche LeserInnenschaft des sogenannten  Flagschiffes der bürgerlichen Mainstream-Print-Medien. Damit könnte die Welt für diese Kreise mal wieder in bester Ordnung sein, wenn es, anders als im Märchen von `Tausend und einer Nacht´ und der glücklichen Geschichte der Scheherazade, nicht ein allzu schnelles Erwachen aus diesen Träumereien gäbe. Die böse Realität sieht doch ein klein wenig anders für die Kaiserin und ihre presstituierte Berufskollegin aus. Das Mittelalter ist nun doch schon eine kleine  Weile vergangen und die Menschheit ist inzwischen im dritten Jahrtausend angelangt. Da besteht kaum eine Chance für die ausgediente Kurtisane und ihren Bastard erneut das kaiserliche Hinterteil auf den warmen Pfauenthron setzen zu können. Nicht jede Geschichte hat ein Happy End!


Am 12. November 2014 schrieb Ulrich Fiege:

Frau Grundberger es geht ums Öl und der Kommunismus darf natürlich auch nicht fehlen, siehe dazu unter Wikipedia die CIA `Operation Ajax´ und um die Dimensionen zu begreifen wurde 1953 sogar Roosevelt Junior geschickt. BP wollte nicht das die Ölindustrie im Iran verstaatlicht wird und damit fing das Drama an. Das Schwarz-Weiß denken wird durch unsere abhängigen Medien (Fremd) bestimmt und die Folterkeller unter Schah Reza existierten genauso wie Aktuell die Folterkäfige auf Guantanamo existieren und wenn der Schah 1964 ein Gesetz verabschiedet auf Drängen der USA, den im Iran stationierten Truppen und deren Familienangehörigen diplomatische Immunität zu garantieren, lässt sich die Stimmung im Land erahnen denn die Interessen des Volkes werden mit Füßen getreten. Das die Religion zu einer Waffe wurde ist seit tausenden Jahren bekannt und wird genutzt weil wir uns von der Diplomatie entfernt haben aber durch diese Kriegspolitik zehren wir noch lange davon. Der Westen nennt es Innovation die anderen nennen es Religion, Öl und Waffenexport sorgen für Kurssprünge an den Börsen der Welt, die Länder die sich daran nicht beteiligen sitzen nach G. W. Bush im falschen Boot, freundlichst, Ulrich Fiege


Am 12. November 2014 schrieb Sven Heuser:

Bald wieder auf dem Spielplan: Neuinszenierung Iran

Das sollte man im Blick behalten. Ob hier für die ersten Proben tief in die Kostümkiste gegriffen und eine alte, neue Spielerfigur auf die Bühne und subtil ins Gesichtsfeld geschoben wird. Uncle Sams Märchenstunde für das Fußvolk: mit der KaiserINfolklore eine geschliffene PR-Gender-Version der Geschichte in den Köpfen verankern und dabei von den eigenen Vergangenheits- und Gegenwartsverbrechen (inkl. derer der Koalition der Willigen) ablenken. Es war einmal - Eine Kaiserin - aus dem Volk - auf dem Pfauenthron. Eine Kaiserin anstelle von heute unterdrückten Frauen im Tschador oder Hedschab... 

Das Luxus-Geschenkmagazin dieser ehemals renommierten Zeitung dient gleichzeitig als angemessenes Signal an anglozionistische Zielgruppen: Oligarchen-Auftraggeber. Man sei auf dem Vormarsch und macht sich bereit zu einer erneuten Revolution gegen den Iran, zum Raub dessen Ressourcen. Erst noch sich Syrien endgültig aneignen. Die Berliner Rautenfrau wird flankierend ihre stets in Unschuld gewaschenen Hände in die Kameras halten und europäische Werte-Textbausteine in die Mikrofone nuscheln: Unsere Bomben bringen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Und Wohlstand für wenige. Hegemoniale Träume sollen wahr werden.


Am 11. November 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

An Eva Grundberger:

Also - wenn Sie a u s g e r e c h n e t Uli Gellermann als "bösartig" oder "haßerfüllt" bezeichnen, dann zeigt das höchstens, daß Sie ihn nur noch nicht gut genug kennen - WETTEN?!

Uli Gellermann hingegen wäre richtig beschrieben als ein kluger, scharfsinniger Journalist, den das Unrecht auf der Welt nicht kalt läßt. Der es sich deshalb zur Aufgabe gemacht hat, sein Können dafür einzusetzen, zu erreichen, daß sich möglichst etwas zum Guten ändert. Genial: überzeugend, treffsicher und jederzeit nachprüfbar werden von ihm Mißstände und Personen beim Namen genannt.
Das schätzen auch Menschen, die sich ebensowenig wie U.G. mit Unerträglichem des Lebens abfinden können/mögen. Viele denkende Mitmenschen wissen eine solche Qualität des unverbogenen KLAREN Journalismus durchaus zu schätzen - auch das kann man nachlesen z.B. in den Comments!

Es empfieht sich deshalb, sich ein paar von den U.-Gellermann-Artikeln zu Gemüte zu führen (zu x-beliebigen Themen, Themen, die S i e interessieren) - b e v o r Sie sich ein endgültiges Urteil bilden, liebe Frau Grundberger. Erkenntnisbildend sind, wie erwähnt, auch die Massen von Leser-K o m m e n t a r e n ! Lesen Sie doch nur einmal, wie viele Leute sich perplex, angenehm überrascht, erfreut und total bejahend äußern: Zuallermeist p o s i t i v e Reaktionen auf die Rationalgalerie! Sie werden Ihre Meinung dann evtl. auch noch revidieren, sobald Sie des feinen, aber gravierenden Unterschiedes zum ewig gleichgeschalteten Medien-Mainstream gewahr wer


Am 11. November 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Die Überführung des ermordeten Benno Ohnesorg in einem langen Autokorso über die Autobahn der DDR von Westberlin in Richtung Bundesrepublik Deutschland, habe ich als Augenzeuge erlebt, als ich einige Kilometer hinter Michendorf inmitten aufgestauter Fahrzeuge die Trauerkolonne überholen durfte und befand, dass Regierende des Westens, knöcheltief im ölverseuchten Modder, wieder einmal ein selbst erzeugtes Problem hatten.
Unter Kaiserinnen, die auf Biegen und Brechen zurück auf den Thron wollen, hat die Welt zum Glück nicht mehr zu leiden.
Als väterlicherseits Habsburgbehafteten, steht mir Kaiserin Zita, Gattin Kaiser Karl I., des letzten Kaisers von Österreich, erwähnenswert näher als Farah Diba, über deren Ehrgeiz ich nichts zu berichten weiß.
Zitas Satz mir hingegen vorliegt, dass von Revolutionären nicht aufgehoben werden könne, was aufgrund des Gottesgnadentums dem Kaiser zustehe. Und so sorgte Zita dafür, dass ihr Mann, obwohl als Kaiser bereits außer Dienst, dem schweizer Juwelier Alphonse Sondheimer den Adelstitel verlieh, was laut kaiserlichem Ehrenkodex noch rechtens gewesen sein soll, und außerdem Hofrat Schober am 1. November 1918 noch zu befördern: vom Chef der Wiener Polizei zum Polizeipräsidenten und ihm - ebenfalls auf Anweisung Zitas - zusätzlich noch das Großkreuz des Franz-Josephs-Ordens zu verleihen.
Beide Huldbezeigungen hatten einen triftigen Grund und waren auf Dankbarkeit gestoßen. Noch am Tag der Verleihung hatte der frisch ernannte Polizeipräsident dafür gesorgt, dass die Polizeiwachen vor der Wiener Hofburg, in die der entmachtete Kaiser nicht mehr hinein durfte, für einen verbindlichen Zeitraum in der Nacht zwischen Allerheiligen und Allerseelen abgezogen wurden.
In die Hofburg hineingegangen waren dann Oberstkämmerer Graf Berchtold, begleitet von ein paar kräftigen Herren von Adel; jeder mit zwei leeren Koffern. Herausgekommen waren die Kaisertreuen auch wieder mit Koffern, wenn auch nicht mehr so leichtfüßig, wie sie hineingegangen waren.
Ob sich einer der Herren am Gewicht verhoben hatte, ist nicht überliefert, wie überhaupt die ganze Geschichte ein Geheimnis geblieben wäre, hätte nicht der vom Kaiser gnadenvoll in den Adelsstand erhobene Juwelier Alphonse de Sondheimer Aufzeichnungen und Bilder hinterlassen, die ein Vertrauter des schweizer Juweliers nach Sondheimers Tod zu einem Buch verarbeitet und inkognito einem Verlag übergeben hätte.
Dass Zita und Karl einen Teil der Kronjuwelen aus den Vitrinen VII und XIII - über Sondheimer zu Geld machen ließen -, um damit den letzten Versuch zu finanzieren, doch noch über Ungarn die verlorene Macht wiederzuerlangen, hätten sich beide besser schenken sollen; denn auch dieser Versuch scheiterte.
Als Zita und Karl am 19. November 1921, von Seekrankheit gezeichnet, blass und abgemagert, in Funchal auf Madeira von Bord des britischen Kreuzers "Cardiff" an Land gingen, war Karl von Habsburg laut ungarischem Parlamentsbeschluss seit dreizehn Tagen auch nicht mehr König von Ungarn.
Die Habsburgkinder - immerhin acht an der Zahl - durften erst am 2. Februar 1922 zu ihren verbannten Eltern. Am 9. März wurde Karl krank. Eine offenbar verschleppte Erkältung als Folge feuchtkalter unzureichend erwärmter Räumlichkeiten im Herrenhaus auf der Anhöhe in den Wintermonaten über Funchal.
Um Geld zu sparen, war erst am 21. März ein Arzt gerufen worden.
Mit vierunddreißig hat man gefälligst nicht zu sterben - als Kaiser erst recht nicht!
Diesen Satz Zita zuzuordnen, wäre zwar passend, obschon an dieser Stelle ungehörig; ich lasse ihn dennoch stehen.
Der Kaiser hätte halt lieber in der Schweiz bleiben und a Ruh geben sollen!
Da war Farah Diba cleverer als Zita, die Ehrgeizige.
Immerhin ist Karl von Österreich durch Papst Johannes Paul II. während der Eucharistiefeier auf dem Petersplatz in Rom am Sonntag, dem 3. Oktober 2004, selig gesprochen worden.
Meinem Vater hätte das gefallen.
Der französische Schriftsteller Anatole France schrieb über Karl und dessen kurze Regierungszeit: "Kaiser Karl war der einzig anständige Mensch, der in diesem Krieg auf einem führenden Posten aufgetaucht ist. Er wünschte ehrlich den Frieden, und deshalb wurde er von der ganzen Welt verachtet. So wurde eine einmalige Gelegenheit verscherzt."
Über Reza Pahlevi und dessen Pfauenthron wüsste ich annähernd Wohlwollendes nicht zu sagen.


Am 11. November 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Es ist schon witzig, wie deine freundlich weitergereichte vorweihnachtliche Geschenkideenhilfe auf so manche Empfindlichkeit trifft. Nein, nicht etwa die lärmende Dekadenz dieses Katalogs ist Stein des Anstoßes, nicht das obszöne, kritiklose Wiederaufstehenlassen dieser schamlosen Diva Diba und auch nicht die widerlichen Ereignisse rund um den Tod jenes Benno Ohnesorg. Nein, es ist die greinende Nachtrauer um den Pfauenthron selbst und das Entsetzen, die fromme Helene in den groben Händen eines Komikers entehrt zu befürchten. Wunderbar.

Ich habe übrigens gerade im Gespräch gelernt, dass Oskar Lafontaine ab Anfang der 80iger Jahre einer der wenigen etablierten scharfen Kritiker dieser Zuzugsprivilegierung der damals so genannten Aussiedler aufgrund „völkischer“ Begründung war.


Am 11. November 2014 schrieb Klaus-Jürge Bruder:

Meine Bewunderung!!


Am 11. November 2014 schrieb Rita Fahrenhorst:

Ich bin durch Zufall auf die Rationalgalerie gestossen und gleich auf den Farah Diba-Artikel. Mich begeistert die Verknüpfung von Sach-Information, Polemik gegen den Mainstream-Journalismus und satirischem Ausblick sehr. Bitte nehmen Sie mich doch in Ihren News-Letter auf.


Am 11. November 2014 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Zynik ist mitunter schwarz und nicht zu verwechseln mit Schwarzem Humor. Die Schwärze ist aber durchaus nachvollziehbar. Ich bin weit davon entfernt, Uli Gellermann gar Frauenfeindlichkeit zu unterstellen. Der Versuch meiner Moderation kommt indes gar nicht umhin, anzuerkennen, dass sich mitunter Adelsdenken durchaus so interpretieren lässt.
Sehen wir heute auch in Monaco. Daher bitte ich um Nachsicht. Das so etwas durchaus hassenswert ist, wollen wir doch besser den betroffenen Frauen überlassen, von denen Uli Gellermann hier spricht.
Ich persönlich hasse nicht, finde aber eine derartige Haltung in den diesbezüglichen Praktiken der somit zu hinterfragenden Wirtschafts- und Adelskreise sehr bedenklich.

Lassen Sie sich hier bitte nicht zu sehr von ihren persönlichen Gefühlen leiten. So schön das auch sein kann. Die Realität verzichtet selbst zu oft auf Empathie.

Der Artikel ist auf faszinierende Weise sehr vorausschauend. Da bin ich sprachlos.


Am 11. November 2014 schrieb John ter Meer:

Was soll denn diese Komikerbemerkung "wegen ihres echt deutschen Blutes" zu Helene Fischer?

Antwort von U. Gellermann:

Die "Russlanddeutschen" wurden 1763 von Katharina der Großen nach Russland eingeladen. Und während sich Deutschland sonst mit Einwanderungen schwer tut, genießen die Abkömmlinge dieser Auswanderer ein Zuzugsprivileg: Sie gelten als "deutsche Volkszugehörge" weil in ihren Adern echtes deutschen Blut schwimmt.


Am 11. November 2014 schrieb Ulla Hansen:

Wenn diese Ex-Kaiserin wieder auf die erste Seite kommt, dann, so muss man offen sagen, haben wir 68er einen Kampf verloren. Trotzdem danke ich Herrn Gellermann für diese Breitseite gegen einen dummen und angepassten Journalismus.


Am 11. November 2014 schrieb Eva Grundberger:

Dieser hasserfüllte Satz von Ihnen "Farah Diba, jene iranische Studentin, die der persische Schah 1959 gegen die erste Gebärmutter in seinem Besitz, Soraya Esfandiary-Bakhtiary, auswechselte" zeigt Ihre ganze Bösartigkeit. In der Zeit des Schah ging es den Iranern besser als heute.

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