Colin Powell ist wieder da

Jeder Schuss ein Russ´

Autor: U. Gellermann
Datum: 31. Juli 2014

Das waren noch Zeiten als der US-Außenminister Colin Powell im Februar 2003 vor der UN-Versammlung seine Rede zur Begründung des Irak-Krieges hielt: Eine Weltbühne, ein eloquenter Minister, eine farbige Power-Point-Präsentation, das Giftgas waberte geradezu von den Wänden und die Willigen meldeten gehorsamst an Bush jr., den obersten Kriegsherren der USA: Jawoll, mein Feldzugs-Führer, wir folgen Dir. Auch die deutschen Medien ließen sich damals nicht lumpen und stimmten, mit ganz, ganz wenige Ausnahmen in das Kriegsgeschrei der amerikanischen Lumpen ein. A War was born, eine halbe Million Iraker starben.

Fast verstohlen schiebt die aktuelle US-Regierung diesmal vier Fotos über die Theke des internationalen Nachrichtenhandels: Schwarz-weiß sollen die angeblichen Satelliten-Aufnahmen beweisen, dass die Russen Stellungen der ukrainischen Armee beschossen haben. Ein paar Raketenwerfer im Irgendwo, ein paar Einschläge im Nirgendwo. Einschlägige Fachleute sagen, das hätte man im Computer-Programm "Photoshop" auch besser hinkriegen können. Dass man eigentlich erwartet hatte, das US-Propaganda-Ministerium würde Bilder vom Abschuss des malaysischen Fluges MH 17 veröffentlichen, den es seit Tagen in unterschiedlichen Varianten den Russen anhängen will. Das konnte die deutschen Medien nicht irritieren: Freunde lügen nicht. So wurden die diffusen Fotos fast überall veröffentlicht.

Feinde lügen immer, grundsätzlich. Und da der unerschrockene deutsche Redakteur seit geraumer Zeit den Russen oder den Pro-Russen als Feind ins Visier genommen hat, ist dem nur Schlechtes zuzutrauen: Der Feind spielt mit den Leichen aus MH 17 Fangen, ist eine der Varianten. Kühn setzt sich der Redakteur sogar über TV-Bilder hinweg, die sein Konsument eigenäugig gesehen hat: Wie der Pro-Russe brav die unversehrten Flugschreiber abgeliefert hat. Wie der Pro-Russe Leichen in Säcken zu den Kühlwaggons bringt. Aber wenn der selbe Pro-Russe ein Stofftier aus den Flugzeugtrümmern hochhebt und bei Anne Will das Bild gezeigt wird, dann tut er das "triumphierend". Ein "Untermensch" eben, so hat der ukrainische Ministerpräsident ihn und die anderen Pro-Russen ja genannt. Hätte man das Original-Video komplett gezeigt, wie der Mann das Spielzeug respektvoll wieder hinlegt, wie er die Mütze abnimmt und sich bekreuzigt, hätte der Feind zum Menschen werden können. Wer will denn so was? Nur der Feind.

Ein Freund, ein guter Freund, ist - nächst allen Erben von Colin Powell - auch der schockoladensüße Poroshenko, der ukrainische Ministerpräsident. Tag um Tag weigert er sich die Aufzeichnungen des Funkverkehrs zwischen dem Flug MH 17 und dem Tower Kiew herauszugeben. Die hat der ukrainische Geheimdienst. Dort sitzen Freunde der USA. Und so weiter. Inzwischen hat die Poroshenko Soldateska die Absturzstelle beschossen. Weil sie "das Absturzgebiet der Boeing 777 von Terroristen befreien (will), um internationalen Experten Sicherheit zu garantieren und die Möglichkeit für ihre Untersuchungen“, behauptet einer aus der Kiewer Regierung. Wenn Poroshenko nicht so ein guter Freund wäre, hätten die totalitär freien deutschen Medien daran erinnert, dass er zwei Tage zuvor eine Waffenruhe im Umkreis von 40 Kilometern um die Unglücksstelle zugesagt hatte.

Zwischenzeitlich ist in der Ost-Ukraine eine "Schreckensherrschaft" aufgetaucht, verbreitet eine Presserklärung der UN. Die ist bei den nationalistisch geprägten, zusammengewürfelten Truppen der Separatisten nicht auszuschließen. Schließlich werden sie von den Oligarchen des "Donezker Clan" finanziert. Die sind kaum zimperlicher als ihre Brüder in Kiew. Aber vom Schrecken dieser, der feindlichen Brüder ist in deutschen Medien wenig zu erfahren. Von den rund Tausend zivilen Toten ist fast nur im Zusammenhang mit der "Schreckensherrschaft" der Pro-Russen zu lesen oder zu hören. Man könnte denken, die bringen ständig die eigenen Leute um. Wie sie anscheinend auch die Häuser jener Städte beschießen, in denen sie ihre Basis haben. So die ARD: "Auch in das Zentrum der von Separatisten gehaltenen Stadt Donezk schlugen Artilleriegeschosse ein. ... In allen Fällen ist unklar, wer geschossen hat." Wenn es nicht die Pro-Russen waren, dann werden es eben die Russen gewesen sein. Die fand man in der ARD immer schon unklar.

"Es kommt darauf an, wie man es sieht“, meint Mikael Skillt. „Ich wäre ein Idiot, wenn ich sagen würde, dass ich nicht will, dass die weiße Rasse überlebt", erzählte jüngst voll Stolz dieser Sniper und Rassist aus Schweden in das Mikrophon der BBC. Er kämpft zur Zeit im Asov-Bataillon, einem pro-ukrainischen, bewaffneten Freiwilligenverband in der Ost-Ukraine. "Ich bin der Führer einer kleinen Aufklärungseinheit, ich bin außerdem Scharfschütze und manchmal arbeite ich als Spezialkoordinator im Häuserkampf gegen Zivilisten." Das ist eine der vielen Nachrichten, die man in den deutschen Medien einfach nicht finden kann. Denn das könnte das Bild von den Freunden beschädigen.

"Jeder Schuss ein Russ´", stand auf den Eisenbahnwaggons, mit denen die deutschen Soldaten an die Fronten des Ersten Weltkriegs transportiert wurden. So holprig darf Propaganda heute nicht mehr gereimt sein. Und als Colin Powell damals seine angeblichen Beweis-Bilder an die unschuldige UN-Leinwand warf, war der Irak-Krieg längst beschlossene Sache.

Wer das Video mit dem Stofftier sehen will;

http://www.youtube.com/watch?v=xLdRBaL4-wU#t=58

Wer mehr von Mr. Skillt wissen will:

http://www.bbc.com/news/world-europe-28329329


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 03. August 2014 schrieb curti curti:

Der im Schussfeld auch medial auftretende Faschismus hier in besonders unverhülltem Auftreten:

http://www.youtube.com/watch?v=E3xH4zn6gac&feature=em-share_video_user

Dies geschah in einer Sendung des ukrainischen TV-Senders hromadske.tv durch den Journalisten der Kiewer Zeitung ?Ukrainskij tyzhden? Bogdan Butkewitsch.

Soeben noch dem Presseclub als Nachspann zur Sendung ins Buch geschrieben:

Mein Kommentar kurz vor Ausstrahlung des Presseclubs hat sich hinsichtlich hiesigem Mainstream-Journalismus erneut bestätigt!

Nichts Konkretes in der Hand aber mit vollen Backen gegen Rußland/Putin posaunen. Völlig absurd wurde es als der Adjutant von Kornelius (SZ) in die propagandistische Trickkiste des Absturzes der MH 17 griff.

Schlimmer geht immer - in diesen Kreisen jedenfalls!

Herzlichen Dank an den russischen Journalisten für seine Geduld und Zurückhaltung und auch an Frau Mikich für ihre sachliche Moderation und pointierte Fragestellung.

P.S. An den Naseweis von Tagesspiegel bzgl. Zuschauerfrage - Rußland hat alle Verträge bzgl. Ukraine/Krim jahrelang eingehalten. Enthalten war allerdings nicht das in Kiew durch tatkräftige Unterstützung des Westens eine Marionettenregierung eingeputscht wird und dadurch das seit jeher fragile Gebilde Ukraine absehbar gegeneinander antritt. Im übrigen hat es nicht den Anschein gemacht, daß die Bevölkerung der Krim sich gegen ihren Willen Rußland angeschlossen hat. Und es ist deren Sache sich zu entscheiden und nicht die eines Journalisten aus Berlin darüber abschätzig zu urteilen!


Am 03. August 2014 schrieb curti curti:

Morgendlicher Gruß an den heutigen Preseclub zu deren Thema:

"Genug gesprochen! Wie Europa gegen Russland Ernst macht"

Der "Ernst" gegen Rußland, diese unsubstantiierte Mixtur aus propagandistischer Hetze und Sanktionen, ist eine Farce sondergleichen.

Was hat Europa konkret vorzuweisen an Fakten gegenüber Rußland - eben, NICHTS!

Europa macht sich zum Vollidioten Amerikas und setzt sich zum eigenen Nachteil ein für eine oligarche Bande Schwerstkrimineller in der Ukraine, die sich bis ins Präsidialamt breit gemacht hat.

Und in diesem Treiben versagen insbesondere die Journalisten, die bis auf wenige Ausnahmen einheitlich klingen wie die Regensburger Domspatzen. "Mein Haus, Mein Auto, Mein Boot etc." scheint wichtiger zu sein als sich den Fakten und damit der Wahrheit und Verantwortung verpflichtet zu fühlen!


Am 03. August 2014 schrieb Marina Hauser:

Deutsche Mainstream-Journalismus wird, zumal im Ukraine.-Konflikt, immer unerträglicher. Auch deshalb ist die RATIONALGALERIE Erholung und Wohltat zugleich. Danke,


Am 02. August 2014 schrieb curti curti:

Das der Aufstand in der Ostukraine mit den Mitteln der politisch und medialen Propaganda bin hin zum kriegerischen Terror in Wohngebiete hinein bekämpft werden muß von all denen die vordergründig von Freiheit, Demokratie und Brüderlichkeit, nicht zu vergessen Wohlstand faseln, läßt bei sachlicher und tiefer Recherche folgerichtig die Erkenntnis reifen, das konkret das Gegenteil all dieser Worthülsen im Focus steht und mittels eingangs genannter Maßnahmen umgesetzt werden soll.

Ein Blick in das Manifest der Volksbefreiungsfront der Ukraine macht deutlich, warum interessierte Kreise emsig bemüht sind zu diskreditieren und unter "Terrorismus" zu stellen, allen voran Poroschenko:

http://www.russland.ru/blick-in-den-hintergrund-manifest-der-volksbefreiungsfront-der-ukraine-zu-den-zielen-des-widerstandes-im-sueden-und-osten-der-ukraine/

http://balkanblog.org/2014/07/26/weapons-prostitutes-and-drugs-these-are-things-petro-poroshenko-igor-kolomoisky-is-associated-with/


Am 01. August 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Ich bin den Links gefolgt und war wieder entsetzt über die Manipulationen im Sinne zu installierender Denkungsweise einseitiger und schlicht ausgerichteter Gut-Böse Denkungsart seitens der Medien. Wie schnell durch Halbwahrheiten resp. Verschweigen ein guter Mensch zum „Monster“ mutieren kann/soll sieht man an dem vollständigen Video.

Es ist ja Fakt, dass viele Nachrichten, z.B. von dpa herausgegeben, genauso und ungeprüft übernommen werden. Mit einem Foto aus den Archiven versehen, schon passt es. Vor noch gar nicht so langer Zeit fiel das mal in den Nachrichten eines ÖR-Senders auf, als brandaktuelle Nachrichten aus einem Krisengebiet zur Bewahrheitung mit einem Foto von einer älteren Nachricht versehen wurde.

Bei dem Beitrag über Michael Skillt fiel mir als erstes dessen Bild auf, wobei mich unweigerlich die Assoziation von einem „Psycho“ ankam. Typ: im „normalen“ Leben jenseits der Tötungsfront ein subalterner kleiner Quiekser, der seine Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren sucht. Einer der Helden der Art: Leichen pflastern seinen Weg. Besonders ins Auge stach der Satz aus dem BBC-Beitrag: “As to his political views, Mr Skillt prefers to call himself a nationalist, but in fact his views are typical of a neo-Nazi.” Da hätte schon früher jemand seine helle Freude an einer solchen Spezies gehabt.

Ach ja, er zählt sich zu den „serious fighters“. Na, wenn das nicht was Gutes ist, was ganz Besonderes. "They see it as a good thing, to come and fight," erklärt er, wenn er über aufstrebende Kämpfer spricht, die zum Killerkommando streben. Noch nicht einmal Geld wollen die dafür haben. Wie gesagt: Es ist eben eine gute Sache. Man kann und muss das dann unter dem Gesichtspunkt sehen: Spaß an der Sache muss ja nicht noch extra honoriert werden. Schlimm ist es, solchen Leuten überhaupt eine Plattform zu geben, um ihre menschenverachtenden Killer Parolen zu publizieren.

Wie äußerte sich der deutsche Außenminister Steinbeißer noch vor fünf Wochen nach seinem Händeschütteln mit Schoko-man in der Ukraine? Er war erfüllt von „Dankbarkeit“ für den Friedensplan, zu dem er gratulierte. Ein „Wendepunkt“ sei dies, so Steinmeier. Allerdings würde dies vom Verhalten Russlands abhängen… So enthielt der Friedensplan auch den Passus einseitigen Waffenstillstandes seitens der Ukraine. Aber: Papier ist ja so geduldig. „Was kümmert das Geschwätz von gestern“, beanspruchte auch schon Adenauer für sich.

Und so lange schließlich die Waffenlieferungen funktionieren: Pecunia non olet. Da sind doch Opfer und Kollateralschäden nur Worte, die mit angebracht betroffener Feder und Mimik geschrieben und verlesen werden müssen.

Wie sagte die Außenexpertin der Linken Sevim Dagdelen:

“Unsere zweite Ukraine-Anfrage hat herausgebracht: Ukraine liefert Waffen nach Deutschland und die Bundesregierung weiß angeblich nichts über den Verbleib der Waffen! Noch schlimmer ist, dass Berlin den Verdacht nicht ausräumen kann, diese Waffen seien an islamistische Gotteskrieger für einen Regimewechsel in Syrien weitergegeben worden. Einfach skandalös diese aggressive deutsche Außenpolitik.”

Das Gute wollen und das Gute erreichen, das sind zwei Paar verschiedene Schuhe. Und so lange Deutschland an obersten Stellen einen pastoralen Gaukler und einen des Handwerks der Lüge, äh, sorry „Diplomatie“ Kundigen haben, beide mit der (trügerischen) Ausstrahlung von lieben Großvätern oder Weihnachtsmännern, muss man sich wohl keine Sorgen machen?

Und es sagte da noch unlängst Bernd Riexinger: Es kann nicht sein, dass Merkel Deutschland im Alleingang in einen Krieg hineinzieht”. Aber wenn doch der „Freund“ überm Teich so etwas gerne hätte? Sollte nicht eher der Feind des Freundes der eigene werden? Der Freund?

Weit gefehlt! Die Hintenreinkriecherei geht weiter. So macht sich SPD Oppermann dafür stark, dass doch Edward Snowden in die USA zurückkehren möge! Das sei das Beste für ihn. Aha! „Humanitäre Lösung“ nennt er dies. Aber der bezeichnende resp. verräterische Satz ist doch der in der WELT: „Eine humanitäre Lösung würde auch dazu beitragen, «bestehende Belastungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis zu entschärfen», sagte er.


Am 01. August 2014 schrieb curti curti:

Hab gestern zu vorgerückter Stunde kurz die Glotze eingeschaltet und kam mitten in die Wiederholung des dieswöchigen Monitor, konkret einem Bericht über den ukrainischen Bürgerkrieg und dabei der Unterstützung aus Deutschland für den als Separatisten bezeichneten Aufstand

Im Bericht wird die Situation betont einseitig dargestellt, keine Rede davon das seitens der Westukraine neben Militär, die faschistoide Nationalgarde ebenso im Einsatz ist wie Bataillons aus ebenso ultrarechten und kriminellen Kräften. Offen auch die Frage nach von Oligarchen bezahlten Söldnern sowie den "Safari-Teilnehemern" aus der ganzen Welt.

Makaberes Ende des Berichts war der durch das Azov-Bataillon durchgeführte Beschuss der Stadt Galovka, dem viele Zivilsten zum Opfer fielen..

Der noch tiefere Sinn des Berichts dürfte vermutlich darin gelegen haben, hier in D auf der Hut zu sein vor Russen und Deutsch-Russen. Somit rumort die Welle weiter, von der man seit vielen Jahren dachte das sie versiecht sei. Das am Ende dieser Entwicklung auch der Schuss wieder in den Focus kommt, ist naheliegend!

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/videokrieginderukrainedeutschehelferinuniform100.html.

P.S. Vom Berg an Beweisen, der von der US-Administration und Kiew bereits kurz nach Absturz der MA toniert worden ist, ist weiterhin nichts zu vernehmen. Mag sein das die Überarbeitung der Voicerecorder Schwierigkeiten bereitet. Alternativ den beschlagnahmten Funkverkehr zwischen Piloten und ukrainischen Fluglotsen freizugeben, scheint ebenso problematisch zu sein.


Am 31. Juli 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Vorab für die Transparentmachung einer sehr komplexen Sachlage der Verfasser meinen herzlichsten Dank !!!

Die immer weiter perfektionierte Propagandamaschinerie macht Angst. Die "Übersee-Freunde", die ihre ureigenen Interessen auf Kosten anderer mit allen Mitteln durchzusetzen trachten - mittels Krieg (Krieg bringt viel Geld in die Kassen!) und auf Kosten von vielen Menschenleben - ist für sie gleichermaßen profitabel - und genauso bösartig! So stellen sich die USA demonstrativ an die Seite Europas - GEGEN PUTIN, finden immer neue Sanktionen um den "Feind" zu strangulieren - i m m e r ihr eigenes Süppchen im Blickfeld habend!
Man mag sich gar nicht ausmalen, was die USA mit ihrer Strategie jetzt auch im Ukraine-Fall so alles im Schilde führen. Man will "Putin" (nee, nicht Russland!) ans Leder, mit allen Mitteln in die Knie zwingen.
Soll damit noch Schlimmeres - womöglich ein "Heißer" statt `bloß´ ein "Kalter Krieg" - vorbereitet werden? Die Rüstungs-Industrie wird sich die Hände reiben!

Colin Powell hat 2003 dem Kongreß stupide, infantile "Beweise" vorgelegt, die aber vollauf genügten, den Irak - dank US/Nato - bis zum heutigen Tage dermaßen nachhaltig zu destabilisieren, ihn zur "Achse des Bösen" zu stempeln und nachhaltig zu zerstören. Folge: eine halben Million Iraker haben ihr Leben verloren und/oder werden es noch verlieren. Kein einziger Tag ohne Tote im Irak!

Zynischerweise spielen sich die USA hinterher auch noch als "Retter" auf...
- genau wie sie seinerzeit Hitler erst protegiert haben - und dann "die Befreier" mimten. das gleiche in Grün bei Saddam Hussein, Bin Laden ..
Das alles gelingt einer vorab gut eingefädelten, perfektionierten Kriegs-Propaganda, um das Volk auf Linie zu trimmen (so wie auch jetzt bei Israel).

Was ist es also diesmal, was sich - im Fall von Russland - h i n t e r h e r als ein bedauerlicher Irrtum herausstellen wird?

Und was lernen wir daraus?
Den Ami-"Freunden" ist a b s o l u t nicht über den Weg zu trauen.


Am 31. Juli 2014 schrieb Gideon Rugai:

Ich war schon damals, bei den internationalen Powell-Point-Festspielen, verblüfft mit welch unverfrohrener Dreistheit man einen gar nicht amused wirkenden Powell ans Rednerpult schob ("Du machst uns jetzt das Bauernopfer, Colin alter Irak-Fels in der Brandung ,nimmst anschliessend deinen Hut und wenn was schiefgeht wissen wir ja wo wir dich finden") um nichtssagende Luftaufnahmen in ein nicht-existentes weltenbedrohendes Giftgas-Szenario einzubinden - doch damals wie heute geht es dabei ja garnicht darum die Gescheiten und Aufmerksamen zu überzeugen. Nein , man läßt das hübsch- hässlich über seine Presse-Herolde verkünden, garniert mit sensationellen Greueltat-Legenden, die alte aber bewährte Vorurteile wiederbeleben. Den Rest besorgt der aufgewühlt-empörte Mob, der froh ist ein tolles Feindbild geliefert zu bekommen, dass die abgewetzten aber noch brauchbaren Illusionen westl. Wertegemeinschaften nicht trübt und vor allem nicht aus beruhigend-sedierenden Routinen wirft- abends wenn man abgearbeitet-leistungstragend nach Hause u. in den Schoss von Tagessthemen und Co zurückkehrt. Und die , die einmal erhitzt mobbende Masse, brüllt jede Anwandlung gesunden Menschenverstandes verläßlich nieder.
Schlimmer stehts in Bezug auf all jene Schmocks die auch hier schon vorgestellt wurden und es definitiv besser wissen müssten (oder es sogar tun !) : Denen kann man im Grunde nur noch extrem besorgniserregende kognitiv-dissonante Persönlichkeitsstörungen von wahnhaft schizoid-paranoidem Ausmaß attestieren.
Und wenn der Zorn der Masse dann erfolgreich am Ventil gedreht hat und daraus wieder ernüchterte Individuen geworden sind, stellt man einmal mehr fest (wie oft eigentlich noch ?), dass das alles ja gar nicht "so gewollt war", man es "nicht wissen konnte" etc. papperlapapp.
Was man dann aber definitiv wissen wird ist , dass es eben jener einst wieder aufgehetzte "Kleine Mann" war der mal wieder die Zeche bezahlen darf.


Am 31. Juli 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Ach, wäre das alles nur die Wiederaufnahme eines miserablen Theaterstücks!
Wir könnten Buh rufen oder pfeifen oder einfach nur aufstehen und den Saal verlassen.
Doch leider sind wir bereits Teil dieser Schmierenkomödie im Doppelpack, die sich auf zwei Naturbühnen zu einem blutigen Drama entwickelt hat, mit allen erforderlichen Zutaten, die unabdingbar zu einem Schurkenstück gehören: Das Fehlen aller ethischen Einflüsse von Moral und Sittlichkeit. Rücksichtslose Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel. Einseitige Information, Verfälschung von Tatsachen zum Wohle eigener Interessen.
Wir Zuschauer sind längst hinaus über den Satz unserer Missbilligung, die Absicht erkannt zu haben und verstimmt zu sein.
Europa lügt sich in einen Krieg. Deutschland zeigt sich Russland gegenüber in schäbiger Undankbarkeit. Ich bin entsetzt über die Verfälschung von Nachrichten, über die Bereitwilligkeit einseitiger Sanktionen gegen ein Land, das bislang Langmut und Besonnenheit gezeigt hat, hingegen kein politisch gelenkter Protest gegen die Regierung in Israel stattfindet, die unverhohlen rücksichtslos auf engstem Raum waffenlose Frauen und Kinder bombardieren lässt unter der Begründung, sie seien Schutzschilde der Hamas, und dies erst gestern wieder bei Anne Wills Gesprächsrunde nachgebetet wurde.
Ich erinnere, dass die Lüge schon immer ein schnelles Pferd hatte und die Wahrheit stets mit Bleischuhen daherkam. Zur Zeit sind die Medien immer noch dabei, gleichgeschaltet mit den Medien der USA, den Bleischuhen der Wahrheit zusätzlich Eisenkugeln anzuhängen. Der besseren Wirksamkeit halber, selbstverständlich mit Blattgold verziert.


Am 31. Juli 2014 schrieb curti curti:

Zu einem der an vorderserter Front, aber aus sicherer Entfernung "kämpfenden" Schmierfinken:

Vorgesteern hat sich die Redaktion des EhNaMag via SPON veranlaßt gesehen, ein kurzes statement zur aktuellen Titelseite einzustellen und so den im Zusammenhang stehenden Leitartikel weiter zu verklären. Insbesondere wird hervorgehoben, daß es sich nicht um Kriegstreiberei handeln soll.

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegel-titel-zu-putin-in-eigener-sache-a-983484.html

Nun, bekanntlich ist es eine Spirale, in deren Verlauf das was gestern noch vage Ausdruck fand, heute als akzeptierte Tatsache eingesetzt wird und morgen durch weitergehende Maßnahmen "folgerichtig" ergänzt werden >>muß<<. Am Ende steht der Krieg, der dann als unausweichlich propagandiert wird. "Unausweichlich" war übrigens der gestrige Tenor der Dicken aus der Uckermark, mit dem sie die verschärften Sanktionen gegen Rußland in ihrer bekannt hohlen "Argumentationsweise" zu rechtfertigen versuchte.

Es wäre ein Hochgenuß das gestrige statement des EhNaMag öffentlich zu sezieren und deren Gesamtwerk als das zu entlarven was es ist - ein minderwertiger Versuch fortgesetzter Volksverdummung, Hetzerei und per saldo auch Kriegstreiberei. Leider bzw. absehbar wurde keine Kommentarfunktion eingerichtet, wobei Kritik eh der dortigen Hardcore-Zensur zum Opfer fällt. Und einen Brief oder mail direkt in deren Zentralnerv kann man sich schenken - geht denen am Allerwertesten vorbei.

Es bleibt nur die konsequente Verachtung, der Hinweis auf deren Machenschaften und damit verbunden die Hoffnung, daß deren irres Treiben letztlich durch die Gesetze des Marktes erledigt wird.

Mein ältester Sohn (12 Jahre), die Ukraine-Krise von sich aus aufmerksam verfolgend, fängt bereits an bei Informationsdefiziten seiner Gesprächspartner zunächst mitleidsvoll zu fragen ob man "SPIEGELleser" sei. Auch das läßt hoffen.


Am 31. Juli 2014 schrieb Kurt Wächter:

Mit dem Fall Ukraine gibt es endlich eine Möglichkeit, die "Europa Armee" zu testen: ""Wir sind auch an unseren Grenzen Gefahren ausgesetzt. Die Ukraine-Krise und die Krise am südlichen Rand des Mittelmeers sind uns sehr nah und das bedeutet, dass wir wirklich zu einer eigenen Anstrengung kommen sollten", sagt uns der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Barels. Welch ein schönes, sozialdemokratisches Glück.


Am 31. Juli 2014 schrieb curti curti:

Powell und den Schweden gibt es hier auf "frischer Tat":

http://whatreallyhappened.com/IMAGES/USevidenceMH17.jpg

http://www.youtube.com/watch?v=yzqNz7CjnKI&feature=em-share_video_user

Das Bild einer jungen Mutter mit einjährigem Kind, die beide Opfer geworden sind während eines Park-Spaziergangs, vermag ich nicht einzustellen.

Sehr bedauerlich ist, daß der Journalismus auf breiter Front versagt. Teilweise entschuldigend ist zu vernehmen, daß dies auch in Abhängigkeit vom job steht (heutzutage ein weitläufiges Übel die Massen gefügig zu machen). Sorry, rechtfertigt das diese Entwicklung, die mehr oder weniger völlige Verdrehung oder schlichte Ignoranz von Sachverhalten?

All diese Laptop-Terroristen sollten mitten ins Kampfgebiet um ihr ?friendly-fire? hautnah zu spüren, zur Bergung der Opfer einer Auseinandersetzung, die sie verdreht bis verniedlicht haben, die von ihnen angeheizt wird. Danach wird die Schreibe entweder anders oder es folgt gegenüber dem ?Herrn? in der Chefetage im Minimum ein ?Ohne mich?. Nicht auszuschließen ist aber auch, daß sie völlig durchdrehen, so wie der abstruse Entertainment-Tourismus, den es in der Ukraine geben soll. s.a. oben verlinktes Video!

Für die Politik meines Landes schäme ich mich zutiefst. Dies aufgrund der Historie aus zwei Weltkriegen und die nicht -das zeigt sich heute- dazu geführt haben, aus Historie zu lernen gerade und insbesondere auch gegenüber Rußland. Das was jetzt wieder >>unverhohlen<< "salonfähig" geworden ist, habe ich bis vor kurzem noch für undenkbar gehalten!


Am 31. Juli 2014 schrieb Irina Heidemann:

Der Artikel ist blendend formuliert und rundum durchdacht: Diese Leute in Kiew sind unberechenbar und zu allen Provokationen fähig. Da weiß keiner, wie lange die Russen noch die Nerven behalten. Mir macht die Situation Angst.


Am 31. Juli 2014 schrieb Werner Kastner:

Mit "Jeder Schuss ein Russ" gehen Sie zu weit. Wir stehen nicht kurz vor einem neuen Weltkrieg. Diese Kassandra-Rufe nutzen sich ab und führen letztlich in die Interesselosigkeit.


Am 31. Juli 2014 schrieb Rita Werkmeister:

Das ist die elegante Art der Polemik: Treffsicher erwischen Sie die Epigonen Powells in den Redaktionen. Und zugleich warnen Sie ernsthaft vor der Kriegsgefahr.


Am 31. Juli 2014 schrieb Pat Hall:

Der 4.Macht in Deutschland wird Vorgegeben was berichtet darf und was nicht .
Man muß eigenlich zum Boykott der GEZ-Gebühren Aufrufen denn das Lügen & Täuschen gleicht einer geistigen Vergewaltigung und ist fast Unerträglich und macht evtl.bei manchen Menschen Depressiv ?
Es ist einfach traurig was Freiheit & Demokratie aus den USA alles anrichtet.


Am 31. Juli 2014 schrieb Hartmut Barth-Engelbart:

Ich würde gerne diesen Text an meinen Offenen Bref an Gabriel anhängen. Darf ich das?

Antwort von U. Gellermann:

Aber selbstverständlich.


Am 31. Juli 2014 schrieb Martin Lechky:

"Powell(...)Jeder Schuss ein Russ´"
Es hat, mindestens, 10 Minuten gedauert bis ich weiterlesen konnte, auch jetzt habe ich noch ein Schmunzeln im Gesicht.
...welches ich mir angesichts der vorherrschenden Propaganda vom Gesicht wischen musste. Denn Sie haben mir in einer friedvollen Nacht, wieder einmal, vor Augen geführt das dass Leben so nicht ist.

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