Bombenstimmung bei den GRÜNEN

Waffenindustrie hat den idealen Partner gefunden

Autor: U. Gellermann
Datum: 28. Juli 2014

"Haste mal Munition für mich?" Die Frage wurde von einem namenlosen Mitglied der GRÜNEN jüngst auf der "Stallwächter-Party" in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Berlin einem Vertreter der Rüstungsfirma Diehl hinter vorgehaltener Hand gestellt. Der Mann antwortet korrekt: "Aber nur wenn Sie auch eine Panzerhaubitze zum Verschießen haben, und flüstern müssen Sie hier nicht, wir sind einer der offiziellen Sponsoren dieser Party."

Ausgerechnet der "gute Mensch von Laiz", Winfried Kretschmann, der in seinem Heimatort im Kirchenchor singt , hatte als Chef der Landesregierung eingeladen und sich vom Waffenschieber Diehl, der gern auch eine Art Streumunition herstellt, mit 5.000 Euro bei seiner Party unterstützen lassen. Die GRÜNEN machten es billig, der Diehl-Konzern gehört mit seinen drei Milliarden Euro Jahresumsatz zu den größten Rüstungsläden Deutschlands und hätte gut und gern ein paar Euro mehr locker machen können. Denn wenn eine Partei seit Jahr und Tag tapfer für die Rüstungslobby eintritt, dann sind es die GRÜNEN.

Erst jüngst, mitten in der Ukraine-Krise, hatte der GRÜNEN-Vordenker Ralf Fücks, Chef der Böll-Stiftung, gefordert, Deutschland müsse "raus aus der Komfortzone", das Land sei "auf dem Weg zu mehr internationaler Verantwortung", um dann noch Verständnis für die "Erwartung einer zeitweiligen Verstärkung der NATO-Präsenz an der polnischen Ostgrenze" zu signalisieren. Fücks, der einst wie Kretschmann zu den maoistisch inspirierten Pol-Pot-Verstehern gehörte, hat augenscheinlich nicht mitbekommen, dass sein damaliger Hauptfeind, die Sowjetunion, sich längst zu einem gewöhnlichen kapitalistischen Staat entwickelt hat und Russland heißt.

"Lenkflugkörper, prima Lenkflugkörper", rief der Diehl-Mann auf der Stallwächter-Party in den Saal, wedelte mit bunten Prospekten und wußte sich mitten in seiner Zielgruppe. Hatten doch die GRÜNEN dem Syrien-Krieg mit ihrer Zustimmung zur Stationierung von deutschen Patriot-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze eine weitere internationale Note gegeben. Dass im Verkaufsprospekt erwähnte "Gefahrenpotenzial terroristischer Angriffe" könnte der GRÜNEN Europa-Abgeordneten Rebecca Harms zusagen, die den Begriff des "Antiterror-Kampfes" der Kiewer Regierung für ihren Krieg gegen die Bevölkerung in der Ost-Ukraine problemlos übernommen hat. Mit dem Unternehmen Diehl hätten die Kiewer dann nach dem Sieg über die "Terroristen" auch einen prima Partner zur sachgerechten Unterbringung der Gefangenen: In der Nazi-Zeit beschäftigte das Unternehmen jede Menge Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, die dem NSDAP-Mitglied Karl Diehl einst zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt wurden.

Ob die GRÜNEN sich auf der Party mit den Diehl-Leuten auch über die verpasste Umsatz-Chance im Libyen-Krieg unterhalten haben? Die GRÜNE Frontfrau Renate Künast attackierte damals die Enthaltung der Bundesregierung im Uno-Sicherheitsrat und lobte alternativ den "klugen Diplomaten Wolfgang Ischinger", der die jährliche Rüstungs-Messe, Münchner "Sicherheitskonferenz" genannt, leitet. Und der Spitzengrüne Cohn-Bendit sprach sich vehement für die "Flugverbots-Zone" über Libyen aus, in deren Ergebnis ein kaputtes Land und 50.000 Tote zu beklagen sind. Ob er wohl den Diehl-Prospekt gelesen hatte: "Derzeit sind Bundeswehrsoldaten an multi-nationalen Einsätzen beteiligt, um Konflikte zu verhüten, Krisen zu bewältigen und grenzüberschreitenden Terrorismus zu bekämpfen." Zwar hat der internationale Libyen-"Einsatz" nur mehr Terrorismus erzeugt, aber wer weiß, mit Diehl als Lieferant und den GRÜNEN an vorderster Front hätte alles vielleicht noch besser ausgehen können.

Niemand weiß genau, ob der grüne Europa-Abgeordnete Werner Schulz seine Schaum-vor-dem-Mund-Einlage bei Sandra Maischberger auf der Stallwächter-Party wiederholt hat. Dort hatte er den russischen Präsidenten Putin als "Verbrecher" bezeichnet, als "Aggressor" und "Kriegstreiber", der einen "expansiven Nationalismus" vertrete. Sorgenvoll wurde schon bei Diehl nachgedacht, ob denn die laufende Produktion für einen Krieg mit Russland ausreiche und um ein wenig Verschiebung des von Schulz offenkundig anvisierten Angriff-Termins gebeten. Alle, die an der GRÜNEN-Party teilgenommen haben, versichern, es sei eine Bombenstimmung gewesen, obwohl so mancher doch unter der Last neuer deutscher Verantwortung geächzt habe. Nur die Leute von Diehl waren nicht ganz zufrieden: "Wir stellen gar keine Bomben her, ja, wenn von einem `Feuerwerk der guten Laune´ die Rede gewesen wäre, dann hätten wir problemlos ein paar unserer Artillerie-Raketen beisteuern können.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 30. Juli 2014 schrieb Marie Anders:

Selen habe ich solche eine kluge, bittere Zusammenfassung der GRÜNEN-Kriegspolitik gelesen. Und dann noch von einer scheinbar heiteren Story umrahmt. Das nenne ich gelungen!


Am 29. Juli 2014 schrieb Martin Eins:

Der Autor dieses Artikels scheint über die Grünen etwas verwundert zu sein...

Nun ja, willkommen in der Wirklichkeit: Die grüne Partei sind alles Transatlantiker! Sie vertreten die Interessen der Amerikaner (bzw. deren Großkapitals).
Umweltschutz geht heute so: General Electric baut für Millionen Windkraftanlagen in Watt- und Waldgebieten und kassiert dafür Milliardensubventionen.

Das ist aber nichts Neues, die Grünen sind schon länger so!!!


Am 29. Juli 2014 schrieb Hannes Stütz:

Die Patriot-Raketen für Erdogan damals zum Schutz vor Syrien waren so ziemlich das Ende des Parlaments.
Lob den Linken, die noch nicht mitmachten bei der hanebüchenen Begründung.
Zum Zweiten : Es gab mal eine gute Fernsehfolge, Kir Royal. Da sagte der Neureiche Mario Adorf zum Klatschreporter Kroetz : " Ich scheiß Dich zu mit meinem Geld, solange, bis Du...". Den Rest weiß ich nicht mehr. Aber der Anfang fällt mir ein bei den Namen hier.


Am 28. Juli 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Gut zu lesen, dass keine Bomben mehr hergestellt werden. War ja auch purer Nerventerror, dieses Heulen, wenn zentnerschweres Eisen schockweise vom Himmel fällt und der Mensch das Pech hat, mit diesem Lottogefühl ausgerechnet darunter zu sitzen.
Dass ich an eine Stahlbetonwand gelehnt saß, hinter der alle tot waren, gibt mir heute noch das Gefühl, meinen Glücksanteil bereits mit siebzehn voll ausgeschöpft zu haben. Allerdings gibt es mir auch das Recht, mit vielen anderen, die dieses Inferno auch anderenorts überlebt hatten, die Stimme gegen jene zu erheben, die immer noch an Mordprodukten arbeiten und stolz darauf sind, dass dieser Tod neuerdings ohne nervenaufreibendes Heulen vonstatten geht: raketenblitzschnell. Fast so schnell wie der Geldtransfer.


Am 28. Juli 2014 schrieb Gerhard Guldner:

Ganz aktuell: Udo Walz kriegt eine Seite im SPIEGEL, im übrigen Anti-Putinismus, ohne zu erwähnen, dass die Kiewer Freiheitskämpfer durch das Bombardieren ihrer doch (?) eignen Städte und Dörfer eine Situation schaffen, die nur zur Vertreibung der dort ansässigen Wohnbevölkerung führen kann.
"Ethnische Säuberung"?

In den 90erJahren war ich sog. Verwaltungshelfer in der Ukraine und in Russland, auch in Estland und Polen.
Hab´ mich damals gewundert über die Massen von US-Amerikanern in unserem Kiewer Hotel.
Jetzt weiss ich Bescheid.

PS. Die Fusion mit "Focus" steht unmittelbar bevor... ich lese den SPIEGEL ohne eine einzige Unterbrechung seit 1961.
Alles geht einmal zu Ende.


Am 28. Juli 2014 schrieb Hanne Wedemeyer:

Nachdem die Sendung DIE ANSTALT vom ZDF wegzensuriert wurde bleibt eine wunderschöne Sequenz (der 2. Teil zum UkraineKonflikt) noch auf "br" zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=mXzA6JBV1hM

Wer weiß wie lange noch. Man hat den Eindruck, dass Max Utthoff die RATIONALGALERIE liest!


Am 28. Juli 2014 schrieb curti curti:

"Willkommen daheim" wird man all denen zugerufen haben, die jetzt noch im grünen Tarnanzug aktiv sind. Diese Figuren sind mit das Heuchlerischte was die Parteienlandschaft zu bieten hat.

Offensichtlich funktioniert der Spagat zwischen Schein und Sein aber noch, denn anders sind die letzten Wahlergebnisse für Grün nicht zu erklären. Oder es ist Balsam für das Schuldbewußtsein Gutbetuchter, alternativ zu wählen. Eine Alternative, die wieder im eigenen Morast wühlt bzw. dort steckengeblieben ist. Alles naturbelassen!

Das Presseorgan der Grünen, die taz, ist auch eifrig auf Frontkurs. Ruft aktuell sogar in Anlehnung an 9/11 den Bündnisfall aus um den Absturz der MA zu sühnen. Das wird selbst das Titelblatt des neuen SPIEGEL rot vor Neid.

http://taz.de/Kommentar-abgeschossenes-Flugzeug-/!142762/


Am 28. Juli 2014 schrieb Tilo Schönberg:

Treffer! Versenkt...!!!


Am 28. Juli 2014 schrieb Gerhard Guldner:

Auf der aussenpolitischen Jahrestagung, vor ein paar Wochen, ging es ähnlich her.
Am schrillsten: Die Heilige Marie-Luise vom Maidan.
Ich kenne die Herrschaften von meiner Zeit in der Heidelberger Kommunalverwaltung: Da waren sie genauso fanatisch, nur mit einer etwas anderen politischen Orientierung...
Im übrigen hat "Cicero" geblockt, als ich auf die Frage, warum sich Merkel und Kretschmann so gut verstehen, meinte "Weil sie beide früher Kommunisten waren".
Am 28.07.2014 um 00:13 schrieb Rationalgalerie:

Dran bleiben...

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