Bild will Krieg

Über den Hirntod deutscher Redakteure

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. August 2013

Als Ende Mai dieses Jahres türkische Zeitungen über den Fund von Giftgas in den Provinzen Adan und Mersia berichteten, konnte man in den deutschen Medien darüber nichts erfahren. Die türkische Polizei hatte bei Razzien gegen Anhänger der Al-Nusra Front - dem syrischen Zweig der Al-Quaida - zwei Kilo Sarin gefunden. Das ist genau jene Sorte von Giftgas, das in den letzten Tagen in den deutschen Medien eine Riesenrolle spielt. Auch die Erkenntnis, dass dieses Gift aus den Beständen des "befreiten" Libyen stammen und dort eigentlich unter der Kontrolle der US-Armee lagern sollte, war den deutschen Medien keine Meldung wert. Wie viel libysch-amerikanisches Giftgas verschwunden ist und wo es jetzt lagert, dazu wollen sich auch die britischen und französischen Geheimdienste nicht äußern. Statt dessen versorgen sie ihre Regierungen zur Zeit mit der unbewiesenen Behauptung, die Assad-Truppen setzten Giftgas gegen die eigene Bevölkerung ein. Prompt haben die englische und französische Regierungsvertreter - wie schon in Vorbereitung des mörderischen Libyenkrieges - Militäreinsätze gegen Syrien gefordert. Man will den Regime-Wechsel. Der Preis - noch mehr Tote, noch mehr Flüchtlinge - ist den westlichen Regierungen, wie schon in Libyen, völlig gleichgültig.

Die deutschen Medien sind, gewarnt durch den Giftgas-Reinfall im Irak-Krieg, ein wenig vorsichtiger geworden. Direkt mag man die Schuld Assads am Giftgas-Anschlag in der Nähe von Damaskus zumeist nicht behaupten. Aber man zitiert unkommentiert ein "Spionagenetzwerk" (DIE ZEIT) der Franzosen und Briten in Syrien, das "Beweise" für die Assad-Täterschaft gesammelt habe. Oder berichtet, wie die ARD, natürlich ohne zu hinterfragen, über ein Gespräch zwischen Obama und dem britischen Premier Cameron: "Beide sind sehr besorgt über den Angriff, der am Mittwoch in Damaskus stattfand und über die wachsenden Anzeichen dafür, dass dies ein bedeutender Einsatz chemischer Waffen durch das syrische Regime gegen das eigene Volk war". Diese "wachsenden Anzeichen" - durch nichts bewiesen - reichen auch für eine kindliche Begeisterung über den vierten Zerstörer der US-Marine nahe Syrien, der "mit Raketen bestückt ist". Was soll er tun der Zerstörer? Die Giftgaslager der syrischen Armee zerstören? Jede Menge Sarin freisetzen und die Bevölkerung in der Nähe der Lager damit umbringen? Solche Fragen stellt der tapfere deutsche Journalist nicht. Da ist er lieber für den totalen Krieg gegen Assad.

An der Spitze dieses totalen Kriegs steht, wie auch anders, die BILD-ZEITUNG. Deren entfesselter Kommentator Julian Reichelt kennt sich vorgeblich aus: "Vor den Augen der Welt setzt Syriens Diktator Assad offenkundig Giftgas gegen sein eigenes Volk ein" Und weiter weiß er: "Dass Assads Truppen ganz offenkundig mit Chemiewaffen morden, während UN-Inspektoren im Land sind, um zu untersuchen, ob das Assad-Regime überhaupt Giftgas einsetzt, zeigt die Kaltblütigkeit des syrischen Diktators." Dass es, wäre es wirklich wie Reichelt behauptet, eher die ganze Blödheit Assads zeigen würde wenn er ausgerechnet in diesem Moment Giftgas einsetzte, darauf kommt der Mann mit dem Schaum vor dem Mund nicht. Assistiert wird Reichelt von einem anderen BILD-Kommentator. Rafael Seligmann, Herausgeber der "Jewish Voice from Germany", droht im syrischen Zusammenhang: "Vor 70 Jahren weigerten sich die Alliierten Auschwitz zu bombardieren. So konnten die Nazis ungestört die Juden ermorden." Wahrscheinlich wird der ungehörige Ausschwitz-Vergleich durch den gern in Deutschland zitierten israelischen Minister für strategische Angelegenheiten Juval Steinitz gestützt, der im Rundfunk verbreitete: "Es wurden chemische Waffen benutzt, und dies natürlich nicht zum ersten Mal." Natürlich verzichtet auch er auf Beweise. Und über die israelischen Bomben-Angriffe auf Syrien schweigt der strategische Minister ganz.

Auch die medial gern verbreitete Forderung, das Assad-Regime solle nun gefälligst die UN-Beobachter an den Ort des jüngsten Giftgas-Anschlags lassen, wird nicht ergänzt um die Information, dass sich in dieser Gegend die Rebellen bewegen und die Sicherheit der UN-Beobachter kaum garantiert sein dürfte. Wenn die Beobachter allerdings bei ihrer Arbeit umkämen, dann wüsste der deutsche Redakteur jetzt schon, wer´s gewesen wäre: Assad. Dieser bedingte Reflex bringt einen "K. F." in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN dazu, die USA in der Syrien-Frage dringlich zu ermahnen: "Immerhin hat das Land sich einmal für weltpolitisch unentbehrlich gehalten." Er hätte auch `USA fass!´ schreiben können, aber so direkt mag es die feinsinnige FAZ nicht. Was keiner dieser Kriegsfreiwilligen schreiben mag: Wer oder was soll denn nach Assad kommen? Die Al-Nusra-Leute, die schon jetzt mit Sarin hantieren als sei es Fleischbrühe? Irgendein Muslim-Bruderschafts-Derivat, jene Brüder, die von den USA mit Hilfe der ägyptischen Armee gerade wieder an die Leine gelegt werden sollen? Oder hätte man gern ein neues Jemen-Desaster an der Grenze zu Israel, ein Land voll durchgeknallter War-Lords, immer gut für einen Terroranschlag und ausgezeichnete Trainingsziele für US-Drohnen.

Es gab und gibt in Syrien eine nichtmilitärische Opposition. Mit der will und wollte der Westen nie reden. Stattdessen ließ man seine Verbündeten in Saudi Arabien und Kuwait die islamistischen Hardliner bewaffnen. Stattdessen befeuerte man ungerührt und kaltblütig einen Krieg, dessen Folgen man öffentlich lautstark bedauerte, um heimlich, still und leise die Logistik der islamistischen Aufständischen zu organisieren. Und dieser irrwitzigen Politik applaudieren deutsche Medien gern und ausdauernd. Normalen Menschen bleibt angesichts des Elends in Syrien das Herz stehen. Dem deutschen Redakteur steht der Verstand still und die Kriegsgeilheit setzt stattdessen ein.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 05. September 2013 schrieb Fabian Wiede:

Mit sehr großem Interesse und Freude habe ich Ihren Artikel auf www.scharf-links.de über die Kriegshetze eines gewissen Julian Reichelt gelesen.

Die letzten Stunden habe ich mit Erschrecken die Arikel und Kommentare dieses "Bild-Chefreporters" und "Nah-Ost-Kenners" gelesen. Hier kann man kaum noch von Pressefreiheit sprechen.

Nachfolgend einige Aussschnitte aus den oben genannten Artikeln:

http://www.bild.de/politik/ausland/syrien-krise/zwischenruf-krieg-gegen-assad-deutschland-darf-sich-nicht-verstecken-32250280.bild.html

Vier Flugstunden entfernt von der Mitte Deutschlands setzte das Regime des syrischen Diktators Bashar al-Assad am 21. August ein Nervengas ein, um fast 1500 Menschen umzubringen, darunter über 400 Kinder."

http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/obamas-rote-linie-32072582.bild.html
"Jeder Tyrann muss zum Schluss kommen, dass Amerikas Worte wachsweich sind. Die Atombomben bauenden Mullahs in Teheran werden sich freuen."

http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/kommentar-von-julian-reichelt-31928878.bild.html

"Vor den Augen der Welt setzt Syriens Diktator Assad offenkundig Giftgas gegen sein eigenes Volk ein."

"Über 1000 Menschen sind tot, sagt die Opposition, qualvoll erstickt in der giftigen Wolke des Grauens. Viele der Opfer sind Kinder."

"Dass Assads Truppen ganz offenkundig mit Chemiewaffen morden, während UN-Inspektoren im Land sind, um zu untersuchen, ob das Assad-Regims überhaupt Giftgas einsetzt, zeigt die Kaltblütigkeit des syrischen Diktators."

Bei diesen offenkundigen Aufforderungen durch Waffengewalt den vermeintlichen Täter zu bestrafen, stelle ich mir die Frage, ob hier nicht bereits von Volksverhetzung gesprochen werden kann oder eher muss.

Das Völkerrecht untersagt Bestrafung als Zweck eines Angriffs.

Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, Anzeige gegen Julian Reichelt wegen Volksverhetzung zu erstatten.


Am 30. August 2013 schrieb Dirk Müller:

Narzismus und Gleichschaltung auf pathologischem Level.
Humanität kann sich nicht mal einen Bleistift leisten, wo der Zinseszins die lautesten Marktschreier ausgräbt und einen Tag später hört man wie die geistigen Analphabeten die Fäkalsprache der Bild in ihren begrenzten Wortschatz einbauen und staunt wie sie von dieser Meldung einer verhassten, beliebten Gossenzeitung ferngesteuert werden, die nie jemand liest, aber die sich tief in die Nische des Primatentums eingekratzt hat, es ist die Macht der wenigen knallharten Worte und die Dynamik der Idiotie, die des Menschen Wunsch nach Zusammenkunft mit Gleichgeschalteten ausnutzt und das Gefühl vermittelt, wir sind zwar matt hinter der Scheibe, aber nicht alleine! Und könnte man zu den fatalen Ereignissen hier noch Böller und Leuchtraketen kaufen, die hirntoten Freunde der kunterbunten konformen Hetze würden noch den Krieg mit feiern, zugekokst bis unters Dach, da kann einen die nächste Hartz4 Granate treffen und das Bein neben dem Torso liegen, der Schmerz kommt nicht im Zentrum an, aber die Indoktrination bleibt die tiefste Rille auf der gedanklichen Schallplatte. Es wird immer ein Hofnarr existieren der seinen Mund von jeder Geldquelle verbiegen läßt, oder direkt finanziell involviert ist. Manchmal frage ich mich welche Perspektiven diese Leute haben und wie weit man die Logik runter hungern muß, um sich so in die Nesseln zu setzen.
Das Geschehen und Geschehene läßt tief ins Uhrwerk der universellen Propaganda blicken, die sich stets für jeden Zweck verformen läßt wo das reiche Lieblingskind den nächsten Raubbau plant. Finanzen erschaffen kunterbunte blitzschnelle Gedanken in kranken Schädeln und man weiß nie wem die Piranhas als nächstes die Hose ausziehen, ich denke mal viele Manager Narzisten fürchten sich gegenseitig, die haben kein bißchen Empathie mehr in ihren blutleeren Körpern, bleiben nur noch mit Pillen und Befriedigung auf den Beinen, wo die gequälte Seele schon im Sterben liegt und der eigene Körper den Verdruss dieser Mechanismen haßt die man nur weg amputieren kann vom Profilierungsdrang. Vielen Menschen ist der blose Schein wichtiger als ihr eigenes Glück, ein Psychopath hat nur diesen einen Augenblick wo er am Hebel ist, bevor ihn sein narzistischer Drang wieder zwingt die Hierarchien zu überarbeiten und zu brandschatzen.
Fest steht: Extreme kochen aus der Ungerechtigkeit hoch und schlimme Gegenden sind Brutstätten extremer Gedanken und Traumata wirken sich auch als Psychopathie aus. Wer den Menschen kennt der weiß das auf jede Aktion irgendwann eine Reaktion folgt und wer manipulieren will muß das im Zeitraffer von Jahrzehnten machen, damit er nicht verfolgbar wird, damit man nicht mit dem Extrem in Verbindung gebracht wird das man in Abwesenheit erschafft, indem man hier und da mal eine Waffe oder ein Fass Gas vergißt, hat man den Gegner gut gerüstet und kann 100fach das Szenario überrollen und die Ernte der neuen Kolonie einfahren
Manipulation scheint mir auf dem Zenith zu stehen und wer es nicht sehen will ist wohl vor lauter Schmiergeld und falschem strahlenden Lächeln erblindet.


Am 28. August 2013 schrieb Rayk Adam:

Der Wahnsinn! Ich würde diesen Artikel gerne bei Facebook posten, den er spricht mir sehr aus dem Herzen. Vielen vielen Dank, endlich zwischen dieser ganzen Kriegshetze auch mal eine Stimme der Vernunft zu lesen. Ist Ihnen dieses Video bekannt?
http://www.youtube.com/watch?v=cGz_LCGg2TI
Es zeigt Soldaten, wie sie Giftgas Kanister finden, es wurde auf dem russischen Sender ANNA gezeigt.


Am 28. August 2013 schrieb Thomas Nippe:

Den Nagel auf den Kopf getroffen, lieber Uli. Die deutschen Medien überschlagen sich regelrecht, wann ein US-Angriff auf Syrien endlich erfolgt. Unerträglich!!! Verstand nicht mehr vorhanden, wie Du ja treffend schreibst. Aber der hat auch in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, zumindest beim Großteil.
Das Sterben in Syrien, was emotional zutiefst berührt, wird einfach ausgeblendet. An der Todesschraube wird fest weitergedreht, von Schreibstubenbellizisten.


Am 28. August 2013 schrieb Chris Haku:

Vielen vielen Dank für ihren Kommentar, einfach fantastisch im Gegensatz zu dem undifferenzierten Einheitsgeschreibsel der deutschen Journallie.

Danke


Am 28. August 2013 schrieb Claudia Rcu:

Danke für Ihre klugen und informativen Beiträge!


Am 28. August 2013 schrieb Karin Cieslak:

Nirgendwo erfährt man so klar und eindeutig wie einseitig, sinnlos und gefährlich die USA im Falle Syrien handeln wie in der RATIONALGALERIE. Danke.


Am 27. August 2013 schrieb Wera Blanke:

Danke! Ihr logisches Denken und Schreiben ist wirklich eine Wohltat!
Ja, Giftgas-Einsatz ist ein Verbrechen. . .
Bei der Suche nach dem Täter sollte man eigentlich nach dem Motiv fragen. Wer hat denn ein Interesse daran, dass Assad "die rote Linie" überschreitet, wer kann es kaum erwarten, dass der "Westen" endlich in den Konflikt eingreift?
Ist 2x2 = 5?


Am 27. August 2013 schrieb Wolfgang Blaschka:

Da will sich auch die Süddeutsche nicht lumpen lassen, und lässt ihren Mann für nebulöse V-Fälle ("V" für "Verteidigung", Vernebelung, Volksverblödung) in die Eisen steigen und die rote Linie anzeigen. Glasklar: Gefahr in Verzug kann so ziemlich alles legitimieren, inclusive des Abschaltens restlicher Vernunft. Der Berufsbellizist Stefan Kornelius, grauenhaftester aller Schlachtenmaler, darf humanitätstriefend zum Angriff blasen: "Die Bilder der sich krümmenden Menschen" lassen ihn gar nicht mehr fragen, wer das Massaker angerichtet hat, denn Giftgas sei Giftgas, und das darf nun mal nur in den Giftgas-Depots und Laboratorien des Westens gebunkert sein. Alles andere ist akuter Ernstfall. Er sieht drei Optionen: Angriffe von See mit Lenkwaffen (wenig hilfreich für die Rebellen), Flugverbotszone (zu aufwändig und teuer, eine Milliarde pro Tag) oder (wer hätte das gedacht:) Rebellen-Aufrüstung. Die sei gerade recht und deutlich billiger als eigene Bodentruppen (scheißgefährlich zwischen die vielen Fronten zu geraten). Das scheint die neue, alte Syrien-Linie zu rechtfertigen, dafür mussten über 1000 Menschen sterben. Die Bilder werden bleiben, und sie werden gebraucht von Leuten wie ihm. Unabhängig davon, was genau sie belegen. Es ist gar nicht wichtig. Wenn sie nur die Intervention befördern. In den Krokodilstränen solcher Kommentatoren schimmert Blut.


Am 26. August 2013 schrieb Friedeman Wehr:

Hirntod setzt voraus, dass mal etwas da war, das man mit Hirn bezeichnen konnte. Dass der Blome von der BILD zum SPIEGEL geht sollte da zu Denken geben - zumindest denen, die über das diesbezügliche Organ noch verfügen.


Am 26. August 2013 schrieb Henning Broder:

Warum erwähnt der Sprecher der LINKEN, Jan van Aken, der zur Zeit zum syrischen Giftgas öffentlich Stellung nimmt, den Sarin-Fund in der Türkei nicht? Der lässt doch deutliche Hinweise auf die Rebellen zu.

Antwort von U. Gellermann:

Da kann ich nur vermuten: Entweder er weiß nichts von dem Fund oder man schneidet den Tel seiner Stellungnahme konsequent raus.


Am 26. August 2013 schrieb Jürgen Hofmann:

Die Syrien-Kriegswarnung hat klassisches Gellermann-Format, gut so !


Am 26. August 2013 schrieb Thomas Steinberg:

Sehr geehrter Herr Gellermann,
ich glaube nicht, daß Bild-Redakteure zu dumm sind, um zu begreifen, daß das Giftgas wahrscheinlich nicht von Assad eingesetzt wurde. Ich denke vielmehr, daß sie wissen, daß sie Krieg herbeischreiben. Man erwartet von ihnen, daß sie für Krieg sind. Sie sind nicht dumm, sondern Lumpen. Das ist ein ganz zentraler Unterschied. Und daß man es von ihnen erwartet, das liegt an den Geld- und Machtverhältnissen. Krieg rentiert sich halt.


Am 26. August 2013 schrieb Margarete Prinkler:

Ich teile ausdrücklich fast den ganzen Inhalt Ihres Artikels mit wütender Leidenschaft! Aber ich frage mich, wie Sie diese Zeile ‚Irgendein Muslim-Bruderschafts-Derivat, jene Brüder, die von den USA mit Hilfe der ägyptischen Armee gerade wieder an die Leine gelegt werden sollen?’ verstanden wissen wollen an der Stelle, wo Sie nach den Alternativen für Assad fragen?
Was ist das für eine Tonlage gegenüber einer Bewegung, die nach demokratischen Regeln an die Regierung Ägyptens gewählt wurde und die nun von Militärputschisten, von der Militärdiktatur in regelrechten Massakern abgeschlachtet wird? Man muss kein Freund dieser Bewegung sein, ganz im Gegenteil, aber diesen seltsamen Satz von Ihnen finde ich angesichts des schreienden Unrechts, das zurzeit in Ägypten geschieht, fast verhöhnend gegenüber den Opfern. Sie müssen sich ja nicht mit den Muslimbrüdern solidarisieren, für die Demokratie aber sollten Sie sich schon solidarisieren, ob Ihnen das Wahlergebnis im Einzelnen dann passt oder nicht. Womöglich aber verstehe ich Sie nur falsch.

Hier ein m.A.n. sehr guter Artikel zum Thema Ägypten:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=18380

Antwort von U. Gellermann:

Meine Bemerkung auf die Muslim-Brüder bezog sich auf die syrische Alternative: Die komplette bewaffnete Opposition in Syrien ist islamistisch. Und wer in Syrien nicht der sunnitischen Richtung des Islams angehört (der Mehrheitsreligion in Syrien), der fürchtet sich vor deren Sieg. Meine Anspielung auf Ägypten galt den USA, die anfänglich versuchten mit den Muslimbrüdern zu kooperieren, sich aber dann doch auf das Militär orientierten.

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