Augsteins Freitag

Linke Russo-Phobie ist schick

Autor: U. Gellermann
Datum: 10. Juli 2017

Na klar ist der FREITAG links: Viele Artikel zeugen davon, jede Menge Namen kluger Autoren im Blatt auch und schließlich Jakob Augstein selbst: Das ist einer von der linken Opposition, ein Publizist für Frieden & Gerechtigkeit und gegen den Mainstream. Jüngst kommentierte der Herausgeber mit dem großen Namen einen wirklich hasserfüllten Artikel in der FAZ zur Schwulen-Ehe. Elegant wie von Augstein gewohnt und bissig wie von ihm erhofft, macht er den FAZ-Autor nieder. Und streuselt, mit linker Hand, Bemerkungen über Schwulen-Hass anderswo ein.

So entdeckt Augstein in der FAZ „Schwulenhass. Um ihn schnellstens zu exportieren: "Wie man ihn sonst nur aus dem Osten kennt“. Und damit kein Zweifel darüber aufkommt wo der Osten liegt, schiebt der FREITAG-Herausgeber noch nach: „Homophobie gibt es offenbar nicht nur bei den Russen“. Der Russe, das weiß der deutsche Medienkonsument, ist schuld, mal an diesem oder jenem, zumeist aber an allem. Deshalb fallen dem Gewohnheitsschreiber Augstein auch keine anderen Weltgegenden der Homophobie ein, wie zum Beispiel Saudi-Arabien, wo Schwulenhass zur ersten Bürgerpflicht gehört. Vergessen auch das vorläufig letzte große Schwulen-Massaker, das in Orlando (Florida) 49 Menschenleben kostete. Fand die Studie der Field Research Corporation (San Francisco) aus dem Jahr 2006 etwa in Moskau statt? Die stellte fest, dass 73 % der Befragten US-Amerikaner angaben, dass homosexuelle Beziehungen immer abzulehnen seien. Doch so weit hätte Augstein gar nicht denken müssen, erfanden doch die Berliner noch jüngst, als Klaus Wowereit zum Regiereden Bürgermeister gewählt worden war, den diskriminierenden Spruch „Wowereit Popo bereit“. So geht Berliner Schnauze, wenn sie losgelassen wird. Und weil der Paragraph 175, der Schwul-Sein unter Strafe stellte, in der West-Republik erst im Juni 1994 abgeschafft wurde, hält sich falsches Bewusstsein eben länger.

Aber dem feinsinnigen Freitag-Herausgeber fielen in der Schnelle nur die Russen ein. Das ist ein deutscher Reflex, den schon Opa hatte. Der kannte den Russen noch als Unter-Menschen. Heute wird er in der Rubrik Un-Mensch geführt. Dieser bedingte Reflex macht leider auch vor Linken nicht halt. Wohl deshalb gibt in der deutschen Linken immer wieder Leute, die sich in der Russen-Frage zum Partner der Merkelei machen. Mal im Kampf um Kiew, dann wieder auf der Seite des Verfassungsschutzes im Kampf gegen russische Cyber-Attacken, oder bei der Befreiung der Schwulen vom russischen Joch. So träufelt denn die Russophobie vom Chef bis ins Feuilleton.

„Programmbeschwerde und Ideologie“ ist eine Rezension zum Buchtitel „Die Macht um Acht - Der Faktor Tagesschau“ im jüngsten Freitag kommentierend überschrieben. Von der „Ideologie“ weiß der deutsche Medienkonsument, dass sie immer der andere hat und dass sie total schädlich ist. Wohl deshalb bedauert der Autor der Buchkritik sehr, dass im Buch zur TAGESSCHAU die geopolitischen Interessen Russlands ausgeblendet seien. So muss er dann auch zur Verteidigung des TAGESSCHAU-Senders sagen, dass der bei seiner Gründung immerhin weniger alte Nazis beschäftigt habe als er SPIEGEL. So kann er dann die Mitgliedschaft des ersten Chefredakteurs der TAGESSCHAU, Martin S. Svoboda in Hitlers Propaganda-Kompanie, in die Schublade „bizarre Lesart“ verschieben. Und heftig betont der Rezensent, dass der Gründer des NWDR, des Mutterschiffs der TAGESSCHAU, der britische Geheimdienstoffizier Hugh Carleton Greene aber ein „Anti-Nazi“ gewesen sei. Als wären nicht alle alliierten Truppen im Kampf gegen Hitlerdeutschland per Kampfauftrag automatisch Anti-Nazis gewesen. So wird der Freitag, auf der Suche nach der russischen Geopolitik in einem Buch über eine deutsche Nachrichtensendung, zum Verteidiger es Monopol-Funks.

Russo-Phobie ist offenkundig schick. Vor allem aber erholsam für deutsche Oppositionelle. Denn es ist schon ermüdend, wenn man ständig gegen die Mainstream-Medien und die Bundesregierung opponieren muss. Man ist so allein. Dann wird gern nach Gemeinsamkeiten gesucht. Und in der Anti-Russland-Haltung auch gefunden. Wem das nützen mag? Der deutschen Linken kaum. Und auch kaum dem Verstand.

Der Text der Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.

Das Buch zur Debatte:

hop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 17. Juli 2017 schrieb wuff wuff:

Der freitag - links ? Strategie ist- mitschwimmen und abdrängen.

Also- aufpassen und mitdenken !


Am 15. Juli 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Der Antikommunismus hat eine ganz lange Tradition, besonders in Deutschland.- Und eben genau dieses zeigt der Artikel, mit vielen, kleinen Hinweisen, auf das Gewesene, und auf den Ist Stand.
Die Sowjetunion existiert nicht mehr, und in den Herzen und Köpfen im Russland von Heute, ist tief verankert, dass es nie wieder Krieg geben darf, und die deutsche Politik kann nach wie vor, den Blick in den Spiegel nicht ertragen, denn was sie dort zu sehen bekommt, würde ein radikales Umdenken bedeuten, so tut man einfach so, als wenn es die neunziger Jahre nicht gegeben hätte.-
Der Freitag ist aus meiner Sicht eine Zeitung von vielen, denn eine sachliche, klare Analyse setzt nun einmal die Fähigkeit voraus, ohne wenn und aber, dem Gedanken der Aufklärung, die Allgemeinheit, differenziert und gut recherchiert zu informieren.-
Nun, dass das TAGESSCHAU Buch so erfolgreich ist, ist doch sicher dem Inhalt, dem klaren Kopf, der Bereitschaft sich auf Rezensionen, wie diese eine ist, sich einzulassen. zu verdanken.
Die Unaufgeregtheit, die Haltung, der politische Standpunkt, den Spaten immer wieder in die Hand zu nehmen, und laut NEIN zu sagen, wenn es wieder, reflexartig gegen Russland geht, und wenn ich dem Gedanken folge, dass der Freitag was linkes hat, dann ist aus meiner Sicht nur eine Akzeptanz wirklich, ohne Magenschmerzen, möglich, wenn faschistischer Mord und Terror, Völkermord, der Versuch auf brutalste Art und Weise die sowjetischen Völker zu vernichten, nicht außer acht gelassen werden.
Konditionierungen, brauchen lange, wenn sie überwunden werden sollen, und das setzt Interesse, Mitgefühl, und der unbedingte Wille zur Erkenntnis voraus.
Da ist dem Galeristen zu danken, für "heiße Eisen," die er immer wieder anpackt, und dabei den roten Faden konsequent verfolgt: Frieden mit den Völkern in der Welt, besonders mit Russland, was in diesem Artikel wieder deutlich wird, und vielleicht regt der Artikel Herrn Augstein an etwas mehr zu reflektieren, und genauer zu sein, denn die russischen Völker haben das Recht zu leben, und zu wählen, wen sie wollen, ohne in ständiger Angst vor den ewig Gestrigen zu sein, und da möchte Augstein doch sicherlich nicht dazugehören.


Am 15. Juli 2017 schrieb altes Fachbuch:

bei allem respekt, lieber galerist!!

wenn ihre kollegin d.dahn im "freitag" einen artikel lancieren kann, dann sind nach einzelfallprüfung beide ein bissel links??
anderes zu behaupten wäre ausgrenzen, obwohl sie selbst das "links" als unwissenschaftlich titulieren?
sie wollen "Die Linke verbreitern, entwickeln, linke Ideen gar massen tauglich machen....." und ich frage mich, wie das jeder für sich mit ihrer einzelfallprüfung machen sollte, und was das für ideen sein sollen??
sind die "merkel-muss-weg-schreier" auch schon links, oder die russlandfreundlichen afd-ler?

und ist es zulässig, wegen dem "freitag" auf eine allgemeine russo-phobie bei dt. oppositionellen oder gar linken zu schlussfolgern?
ich kenne die frau dahn nicht, und mir ist der "freitag" wurst - bin ich nach einzelfallprüfung nun ein rechter??

Antwort von U. Gellermann:

So baut sich jeder seine Falle selbst: Durch Kehrschlüsse zum Rechten. - Eine argumentative Auseinandersetzung mit dem Artikel kann ich nicht feststellen. Ihre unterstellenden Fragen werden Sie sich sicher selbst beantworten können.


Am 14. Juli 2017 schrieb Pat Hall:

Ob LINKS oder RECHTS.
Wollen wir doch nicht die Abhängten vergessen.


Am 12. Juli 2017 schrieb Otto Bismark:

Lieber Herr Gellermann,
Schluß meines in diesem Falle ersten Kommentars vorgestern war die Feststellung, daß dem Begriff des "Linksseins" wohl weiter nachzugehen wäre und ich sehe, daß die nachfolgende Diskussion das bestätigt. Insbesondere auch aus der Sicht der Vorgänge um den G20-Gipfel in Hamburg scheint das notwendiger denn je. Haben die doch Anlaß geliefert, nunmehr in einer bisher nicht gekannten Intensität auf alles Linke einzudreschen und dabei werden eben nicht nur (angeblich linke) Chaoten und Gewalttäter erwischt, sondern es wird bei dieser Gelegenheit gleich der gesamte Protest gegen dieses Monstertreffen delegitimiert und damit alles erledigt, was sich an kritischen Stimmen und Kräften hervortut. Lutz Jahoda hat in seinem Gedicht betreffend J.A. ausgeführt: "Was nicht der Klarsicht dient, bleibt leider Trist." und das ist auch der Auftrag, sich weiter damit zu befassen, ob der Begriff Links überhaupt noch in irgendeiner Weise tauglich ist!

Antwort von U. Gellermann:

Der Begriff LINKS ist sicher kein wissenschaftlicher Begriff. Mein Eindruck ist, dass er von manchem Diskutanten eher zum Ausgrenzen statt zum Vereinnahmen genutzt wird.

Zur Zeit wird der Begriff von der allgemeinen Regierungsfront gern zur Diffamierung genutzt: „Linksextreme Randalierer“. Wer vor den Hamburger Aktionen dem Innen- und dem Justiz-Minister gelauscht hatte, konnte am drohenden Unterton ihrer Warnung hören, dass es in Hamburg hoch her gehen wurde: Sie beschworen die Randale bereits im Voraus. Wer die Tradition der Hamburger Polizei kennt – dort wurde der Hamburger Kessel erfunden und Ronald Schill galt als ehrenwerter Mann – der weiß, dass man den dort wirkenden Kräften keine Sporen mehr geben musste.

Jüngst hatte Daniela Dahn einen brillanten Artikel zum unsäglichen Helmut Kohl im „Freitag“. Ganz sicher ist Daniela Dahn eine Linke. Und ganz sicher hätte sie ihren Kohl-Artikel nicht in der FAZ veröffentlichen können.

Ausgrenzen ist in der allgemeinen deutschen Linken zur hohen Kunst entwickelt. Die Linke verbreitern, entwickeln, linke Iden gar massentauglich machen ist schwer.

Ich wäre für Einzelfallprüfung.


Am 12. Juli 2017 schrieb antares56:

@Lea Brenner:
Für die Forderung nach mehr redaktioneller Eigenarbeit des "Freitag" bin ich vor ein paar Jahren dort auf Lebenszeit gesperrt worden! Herr Augstein hat mir sogar mit einem Anwalt gedroht, wenn ich eine Mail von ihm an mich öffentlich machen würde!
Der "Freitag" ist ganz sicher nicht links!

Antwort von U. Gellermann:

Der Begriff LINKS ist sicher kein wissenschaftlicher Begriff. Mein Eindruck ist, dass er von manchem Diskutanten eher zum Ausgrenzen statt zum Vereinnahmen genutzt wird.

Zur Zeit wird der Begriff von der allgemeinen Regierungsfront gern zur Diffamierung genutzt: „Linksextreme Randalierer“. Wer vor den Hamburger Aktionen dem Innen- und dem Justiz-Minister gelauscht hatte, konnte am drohenden Unterton ihrer Warnung hören, dass es in Hamburg hoch her gehen wurde: Sie beschworen die Randale bereits im Voraus. Wer die Tradition der Hamburger Polizei kennt – dort wurde der Hamburger Kessel erfunden und Ronald Schill galt als ehrenwerter Mann – der weiß, dass man den dort wirkenden Kräften keine Sporen mehr geben musste.

Jüngst hatte Daniela Dahn einen brillanten Artikel zum unsäglichen Helmut Kohl im „Freitag“. Ganz sicher ist Daniela Dahn eine Linke. Und ganz sicher hätte sie ihren Kohl-Artikel nicht in der FAZ veröffentlichen können.

Ausgrenzen ist in der allgemeinen deutschen Linken zur hohen Kunst entwickelt. Die Linke verbreitern, entwickeln, linke Iden gar massentauglich machen ist schwer.

Ich wäre für Einzelfallprüfung.


Am 11. Juli 2017 schrieb Michael Kohle:

t’s a Twitter world! Manchmal frage ich mich, ob diese allein als Totschlagskeule zu verwendende Kommunikationsschiene von den üblichen Verdächtigen extra geschaffen wurde, um den für alles Politische redundanden Pöbel von werthaltigem Schriftgut fernzuhalten. Wer von den stolzen Nutzern der Kombination aus Mäusekino und Mäuseklavier führt sich denn heutzutage noch über kurze, knackige Kurzzeiler hinausgehende Elaborate zu. Da steht allein schon die spärliche Leistung des Akkus gegen. Um ein mehrseitiges Werk zu lesen oder das Youtube-Filmchen von zehn Minuten bis anderthalb Stunden zu lesen, dafür ist das „Ding“ einfach nicht gemacht. Außerdem, woher die Zeit nehmen und nicht stehlen, wo doch nicht mal genug Zeit bleibt, die in den letzten fünf Minuten eingegangen Whatsapp-Meldungen zu lesen. Printmedien, TV - egal ob ÖR oder nicht, PC oder Tablet - alles doch längst lebende Leichen, für die User sozialer Medien.

Was das alles mit dem Thema zu tun hat? Viel, sehr viel. Das geschriebene Wort, wird es überhaupt noch zur Kenntnis genommen, glaube kaum. Das gilt für jeglichen Inhalt, für jegliche Intention. Lesen, gar noch ein Buch, diese Schinken, egal wie dick, was’n das? Wer jemals mal ausnahmsweise Aufsätze aus neunten oder zehnten Klassen lesen durfte bzw. sich zumuten wusste, weiß, das Ende der Kultur, der Zivilisation ist längst eingekehrt. Man wendet sich um und weint bitterlich.
Das kann ja auch nicht gutgehen: man schreibt, wie man spricht oder - in dem genannten Fall - besser lallt, man „tippt“ die Einzelbuchstaben aufs Papier, blöd nur, da kommt keine Unterstützug vom System. Wo soll das alles nur enden?

Wozu müht sich ein Gellermann überhaupt auf seiner Galerie des Verstandes ab? Sind es doch immer nur die Wohlbekannten, die sich von ihm verlustifizieren lassen. Wenn der Galerist Glück hat, wird man umgehend mit einem Kommentar vorstellig. Die einen Beifall spendend - der Lohn des Künstlers, die anderen sich um Ergänzendes mühend, ab und an einer, der glaubt, Kritik üben zu müssen. Nur ganz selten einer, der sich offensichtlich verirrt haben muss und vermeint,Verachtung ausdrücken zu müssen, ob der gerade auf der Brille sitzt? Noch seltener die Trolle - gedingt oder nicht, die einfach ihren Unrat absetzen müssen. Arme Wichte, wohl bald auch ausgestorben.

Denke, dass es Zeit wird, die Gelegenheit noch zu nutzen. Möchte gerne hier einen Mehrwert ermöglichen bzw. rüberbringen in dem ich auf das ein oder andere Buch zum „Thema“ verweisen will. Nicht die üblichen und meist getürkten Wälzer unserer sonst bei Gniffke&Co als Stuhlbesetzer bekannten Experten für Geschichte, Politik und/oder Terror. Nein, es sind kleine Preziosen, längst vergessen, mit etwas Glück in Amazonien noch antiquarisch erhältlich. Ein Beitrag zur klammheimlichen Ehrenrettung deutscher und auch transatlantischer Literatur.

Zum anstehenden Thema Russophobie empfiehlt sich ein Schriftsteller deutsch-italienischer Herkunft, schon längst nicht mehr unter uns weilend. Ein Wanderer zwischen den Welten, insbesondere den politischen. Für Deutsche seit mindestens achtzig Jahren ein Ausbund des Antideutschen, dabei schreibt er doch - meistens - nur das, was vor seinen Augen so ablief. Zugegeben, gelegentlich etwas abgehoben, geradezu surrealistisch. Aber war Deutsches in Politik und Krieg - tausend Jahre lang wenn nicht noch länger - nicht ein einziger Surrealismus? Für den Einstieg empfehle ich Curzio Malapartes Büchlein „Die Wolga entspringt in Europa!“ aus den frühen Vierzigern im vorigen Jahrhundert. Was Malaparte da zu berichten hatte, aus seiner Tätigkeit als Mussolinis Kriegsberichterstatter, von Barbarossas Südflanke und anschließend vom Frontabschnitt vor Leningrad (heute: St.Petersburg) - dort wo zu gleicher Zeit auch ein späterer deutscher Kanzler unterwegs war - hat beim Gröfaz und seinem Anhang wenig Begeisterung ausgelöst. Malapartes Schilderung eines Judenpogroms, geht es noch realistischer, ein bedrückendes Juwel, kein Wunder dass so etwas nicht erwünscht war. Nachhilfeunterricht wird nie geschätzt.

Im Zentrum aber: der - uns wohlbekannt - Russe an sich! Was er denkt, was er fühlt, was er tut. Wer sich dieses kleine Werk dann reingepfiffen hat ist reif für das Folgewerk „Kaputt“. Danach ist für arrogantes, überhebliches teutonisches oder gar transatlantisches Russophobes schon gar keine Veranlassung mehr gegeben. Schämen sollte er sich, der gemeine Deutsche, der Resteuropäer auch. Wie bspw. die embedded stories eines Curzio M. mit den späteren Märchen eines an gleichen Orten herumstreunenden Leutnant und Kompanieführer Helmut Sch. konvenieren, ein Rätsel, ein Unding. Kein Wunder, dass Malaparte schon früh bis heute nicht besonders gut wegkam. Der Schaukampf heutzutage auf Wiki um seine Person sagt schon alles. Man rufe den Exorzisten. Der Vorwurf der Homophobie ist natürlich auch nicht weit. Klar, so eine typisch Malapartsche Schnurre wie später in seinem Werk „Die Haut“ über einen niederkommenden Schwulen ist wohl unerträglich. Unerträglicher als die ganzen Schilderungen vom Missbrauch minderjähriger Mädchen durch US-GI’s im gleichen Buch, ach was?

Schwere Kost, zugegeben, der Malaparte. Zum Ausklingen, zum Entspannen sei noch etwas Pfiffigeres empfohlen. „Absurdistan“ von Gary Shteyngart, ein Schriftsteller aus New York, russisch-jüdischer Abstammung, es ist angerichtet. Weshalb er auch en détail so manchen Schwank zu Russland, aus dem „Lebben“ dort zu vermelden hat. Und es kommt einem alles so wahnsinnig bekannt vor. Nein, ich will nicht allzu viel verraten. Klappt man das Buch am Ende entkräftet zu, hat man viel über die aktuelle geopolitische Lage mitbekommen, gelernt. Selbst ein Putin bekommt sein Fett ab, aber nichts im Vergleich zu den NWO-Schöpfern. Viel auch über die russische Säääle, über die bedrückend unterdrückte, tobende, real-existierende schwule Szene, über russische Mafia … und, und, und noch viel mehr, much more! Umwerfend! Aber Vorsicht, für das normale Gniffke-Opfer ist das Buch nicht zu empfehlen. Habe es getestet, kam gar nicht gut an! Ein einziger Lug und Trug, hieß es. Also eindeutig: Besonders empfehlenswert. Und Werbung für das gute Buch, auch und gerade für die Twitter-Tscheneräschn!


Am 11. Juli 2017 schrieb Ruud Vanhagen:

"Denn es ist schon ermüdend, wenn man ständig gegen die Mainstream-Medien und die Bundesregierung opponieren muss. Man ist so allein. Dann wird gern nach Gemeinsamkeiten gesucht." Der Satz ist zwar gemein, bringt aber das Verhältnis vieler Linker auf den Punkt. Sie sind so allein und suchen Freunde im Opportunismus.


Am 11. Juli 2017 schrieb Lea Brenner:

Auch in der miesen Kritik zeigt sich der Erfolg eines Buches. Die Rezension der "Macht um Acht" habe ich im "Freitag" nachgelesen. Dass sie russophob ist, ist das eine. Das andere ist, dass sie heftig die Tagesschau verteidigt und versucht die Wurzeln der Sendung( im britischen Geheimdienst und im Nazi-Humus) zu verwischen. Was bringt ei sonst respektables Blatt dazu? Der Autor - Dietrich Leder - hält sich selbst für einen Medienkenner und kann es offensichtlich nicht verwinden, dass andere ein kluges Buch über die Tagesschau geschrieben haben. Deshalb bemängelt er in seiner Rezension, dass an der "Macht um Acht" kein "Medien-Wissenschaftler" mitgewirkt habe. Aus den Zeilen quillt der Neid und deshalb unterstellt der Herr den Autoren schnell noch einen Nähe zu "Rechts". Anscheinend hat der "Freitag" keine Endredaktion. Sonst könnte ein so billiges Nörgeln in dieser Zeitung eigentlich keinen Platz haben.


Am 11. Juli 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

"LINKS" ist wohl schon seit MARX und Co. ein "ROTES TUCH" für den jeweils herrschenden KAPITALISMUS, weil "DIE LINKEN" ebendenselben abschaffen wollen!
Nur komisch, dass das aktuelle RUSSLAND gar nicht mehr "LINKS" ist und trotzdem die "KALTE KRIEGS"-Hetze gegen RUSSLAND weitergeht!?
Übrigens finde ich die "LINKS-AUTONOME" Krawall-Szene nicht identisch mit den "LINKEN", aber die
"MEDIEN" benutzen den Namen gern, weil sich das gut für den Wahl-"KAMPF"
g e g e n "DIE LINKE" sich eignet!


Am 11. Juli 2017 schrieb marie becker:

"Das Zitat lautet korrekt so: "Homophobie gibt es offenbar nicht nur bei den Russen.? Sie unterschlagen ganz bewußt das Wort offenbar. Wahrscheinlich weil es so ironisch ist."

Mit den Feinheiten deutscher Sprache weiß halt nicht jeder umzugehen und verhakt sich daher am Ungeschliffenen,


Am 11. Juli 2017 schrieb Heinz Schneider:

Jacob Augstein schreibt, nachdem er den schwulenfeindlichen Artikel seziert hat: "Man lernt: hate speech ist nicht nur ein Problem des Internet. Und Homophobie gibt es nicht nur bei den Russen".

Er schreibt das in Richtung FAZ., der Satz ist an den Adressaten gerichtet.
Aber Ironie ist, so scheint es in diesem Forum, nicht links.

Russophobie wäre der Satz aber auch isoliert betrachtet nicht.

Im Übrigen gilt Georg Herweghs Satz: "Die Freiheit der Welt ist unteilbar"


Antwort von U. Gellermann:

Das Zitat lautrt korrekt so: "Homophobie gibt es offenbar nicht nur bei den Russen.“ Sie unterschlagen ganz bewußt das Wort offenbar. Wahrscheinlich weil es so ironisch ist.


Am 11. Juli 2017 schrieb Simone Birgersson:

Da kann man aus aktuellem Anlaß nur fragen: wurde er " der Russe " am Freitag tatsächlich in der Elbphilharmonie gesehen? Bei einem Konzert mit dem Inhalt: alle Männer - äh Menschen werden Brüder. Das kann er doch gar nicht aushalten, wie Merkel & Co schlauerweise erkannt haben. Als die Lichter ausgingen hat er sich rausgeschlichen. Ins Schanzenviertel natürlich. Und hat es mit 20.000 Polizisten aufgenommen. Er war es ganz sicher wieder, der den Aufstand in Fahrt gebracht hat. Merkel weiß es, Macron auch, und die ganze Qualitätsjournaille noch dazu. Sie wagen nur noch nicht auszusprechen, was alle Welt ahnt. Denn es kann nur einer gewesen sein, dieser Tausendsassa, der - wie bekannt - alle Schlechtigkeit, die dem Westen widerfährt, höchstpersönlich initiiert: Hooligans nach Frankreich und Rocker nach Deutschland schickt, die Computer der US-Demokraken und auch des deutschen Bundestags infiltriert, aus propagandistischen Gründen kleine Berliner Mädchen von syrischen Flüchtlingshorden entführen läßt. Von den Kriegsgräueln auf der Krim und in Syrien ganz zu schweigen?
Kommt der Mann überhaupt noch zum Schlafen? Nein, der hatte eigentlich keine Zeit nach Hamburg zu kommen zum globalisierten Ringelpitz mit Anfassen. Nur, seinem zwitschernden Amtsbruder, den er mal ins beste Moskauer Hotel mit den besten Moskauer Huren geschickt hat, wollte er mal wieder die Hand drücken. Ob sich die beiden über diesen gelungenen Film wohl kräftig amüsiert haben im edlen Interieur des großen Hamburger Glassegels?
Ne, da blieb keine Zeit für Globalisierung, nur für eine paar spezielle Globuli, eingeworfen und ab in die Schanze. Im Konzertsaal saß dann sicherlich wie weiland bei Saddam Hussein einer seiner hundert Doppelgänger. Aber der konnte sich im abgedunkelten Konzertsaal ganz sicher ein schadenfrohes Grinsen auch nicht verkneifen als er erfuhr, was sein Chef da wieder in Bewegung gebracht hatte. Ich frage mich nur, wie oft er wohl nass geworden ist, unser Russe aller Russen. Ob er vielleicht auch gleich ein paar Klamotten zum wechseln dabei hatte? So war er denn zum Teufel aller Teufel geworden im strahlenden Lichte der Hubschrauber. Welcome to Helligkeit. Denn nur die im Dunkeln sieht man nicht!
Wartet nur ab. Irgendwann taucht ein Videoschnipsel bei youtube auf, auf dem alles deutlich erkennbar ist. Und dann hätte Bruder Jacob sicher auch einen wohlfeilen Grund zum Meckern.

Kleiner Hinweis @ Uschi Peter:
Dann wären keine schwul-lesbischen Umzüge nötig. Denn die Sexualität ist ein individuelles Recht, für das man keine Reklame machen sollte.?
zumindest in Hamburg beim CSD sind alljährlich auch jede Menge Heteros mit dabei. Was das mit „Reklame" zu tun haben soll, verstehe ich nicht. Wie kann man für eine bestimmte Form der Sexualität überhaupt werben? In der 68'er Zeit entstand der Slogan 'Das Private ist politisch' und mit der sogenannt privaten Sexualität haben wir eine der stärksten Wirkkräfte im Menschen, die sich im politischen Raum ziemlich irrational äußern kann, solange sie unerkannt und unbenannt bleibt. In dieser Hinsicht ist seit den 1970'er Jahren viel erreicht worden, allerdings nur durch öffentliche Thematisierung des Ganzen. Und wenn die CSD-Umzüge heute manchmal auch ein wenig an die frühen Love-Parade-Events erinnern, so haben sie nach wie vor eine politische Stoßrichtung mit entsprechenden Parolen, dieses Jahr in HH unter dem ?Motto "Kommt mit uns! Diskriminierung ist keine Alternative" lädt Hamburg Pride e.V. als Veranstalter dazu ein, "sich insbesondere im Jahr 2017 mit dem CSD zu verbinden: Für eine freie, gleiche und solidarische Gesellschaft, für Weltoffenheit und die Akzeptanz von Verschiedenheit, für geschlechtliche Vielfalt und die Gleichstellung sexueller Minderheiten."
Dem können sich auch viele andere anschließen in der Erkenntnis, dass nur durch gemeinsames Handeln vieler unterschiedlicher gesellschaftlicher Minderheiten eine Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse erreichbar wird. Das gilt bis zu den Fragen von Krieg oder Frieden. Und abgesehen von den schlimmen Ereignissen der letzten 8 Tage hier in Hamburg wurde diese Gemeinschaftlichkeit bei der Abschlußdemonstartion zum G20-Gipfel am 8.7. deutlich, an der neben Blocks von Gruppen aus dem gesamten politischen Spektrum, neben Parteien und Gewerkschaften dementsprechend sich auch ein deutlich sicht- und hörbarer Block der LGBTQ-Bewegung eingereiht hatte.
Diese „Reklame" wirkt letztlich dann nur bei den Menschen, die diese Anlage in sich spüren aber - aus verschiedensten, auch gesellschaftlich repressiven - Gründen noch nicht ausleben konnten. Und wenn die sich aus ihrer inneren Einkerkerung befreien können, was ist dagegen zu sagen. Es hat bestimmt noch keiner vor so einem schwul/lesbischen Umzug gestanden und sich gesagt, das ist aber ein schicker Lebensstil, dem möchte ich auch folgen. So, what?

Es tut mir leid, lieber Uli, wenn mein Kommentar hier ein wenig vom Thema weggeführt hat und ausgeufert ist. War nicht so angelegt, aber mir am Ende ein Bedürfnis. Also, wenn er dir zu lang etc. ist, dann lass ihn einfach weg.

Antwort von U. Gellermann:

Die Ausuferung wird einmal toleriert. Bitte aber andere Kommentatoren trotzdem beim Thema zu bleiben.


Am 11. Juli 2017 schrieb Karola Schramm:

Unglaublich aber wahr. Gemeinsame Feinde verbinden. Fällt der Feind weg, hört die Freundschaft auf. Was dann auch zeigt, dass die Freundschaft nichts getaugt hat.
Russland als Feindbild aus der Mottenkiste zu holen ist nicht nur traurig, sondern irgendwie auch eine gedankliche Perversion, die nur auf böswillige Verdrängung beruhen kann um ja nicht zu merken, wie schlimm und arglistig deutsche Politik von den Nazis betrieben wurde. Täuschen und Tarnen. Dass heute, die 2. Generation, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, da wieder ansetzt wo die Alten aufgehört haben, heißt, dass die deutschen Politiker nichts, aber auch gar nichts gelernt haben. Sie sind lernresistent für die eigenen Verbrechen und schieben sie begeistert anderen in die Schuhe. Doch die Welt passt auf, da bin ich ganz sicher, dass DE nicht die Vormachtstellung bekommt, wie es sich das wünscht.

Augstein übertreibt maßlos, wenn er Russland Homophobie oder Schwulenhass unterstellt. Bei Wikipedia heißt es: "Homosexualität ist in Russland gesellschaftlich überwiegend tabuisiert; homosexuelle Handlungen sind jedoch legal. Mit dem Argument des Kinderschutzes wurde die sogenannte ?homosexuelle Propaganda? in der Öffentlichkeit in manchen Regionen Russlands von 2006 bis 2013 unter Verbot gestellt. Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Der Staat erkennt keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften an und verbietet seit dem 3. Juni 2013 auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland."
Was hat das mit Schwulenhass zu tun ?
Wie viele Kinder werden hier im Westen missbraucht ? Wie viele Jungen gehen auf den Strich um an Geld zu kommen und sind willige Opfer für Männer, die kleine Jungen lieben ?
Ist es nicht auch mal wichtig für Menschen zu wissen, dass es Grenzen gibt im Umgang miteinander, erst recht wenn es um Kinderschutz geht ? Was ist so schlimm an einer eindeutigen Haltung, wie Russland sie zeigt in Sachen Homosexualität und öffentliche Werbung ? Intimes gehört in die Intimsphäre. Sie provokant-aggressiv nach Außen zu tragen, auch bei gegenschlechtlichen Paaren wie derzeit, ist sicher nicht hilfreich, wenn man Kindern und Jugendlichen Verliebtsein und Liebe als etwas ganz Besonderes erklären will.


Am 11. Juli 2017 schrieb Der Linksliberale:

Da ist doch bei Augstein nichts Analytisches. Das Russophobe ist immer wieder ein schlecht versteckter Ansatz seiner Anschauung. Da gibt es die widerliche Talkrunde Augstein und Blome, dort wird mir angeblich links und rechts zu deutschen und weltpolitischen Fragen fix und fertig vorgekaut. Eigene Denkleistung in Richtung links ist für den Revoluzzer von heute dann nicht mehr nötig, denn das „Linke" hat doch Augstein schon fertig gedacht. Diese beiden Typen eint der kleinste gemeinsame Nenner: Russlandbashing (verbunden mit Kritik an kritikwürdigen Zuständen, die es aber auch in Deutschland gibt), völlige Überhöhung der EU als das Non plus ultra der westlichen Wertegemeinschaft, Verniedlichung des Faschismus in der ukrainischen Junta und diese Verachtung der Ärmsten durch Verschweigen. Nein Augstein ist nicht links, Augstein ist ein Radieschen, außen rot und innen weiß, in der Konsequenz ist er medial neoliberal. Die Schwulen-Ehe ist nun in Germanien gesetzlich möglich und Augstein stiert auf den Russen, da ist er wieder der böse Russe, Putin ist nämlich nicht dafür und jetzt kommt der linke Teil von Augstein: Merkel ist auch nicht dafür - da ist sie wieder die böse Deutsche. Aber unsere strategischer Partner (Regierungssprecher Stefan Seibert sagt wörtlich: Königreiche) im Mittleren und Nahen Osten, die haben ihren eigenen Weg gefunden. Herr Augstein könnte ja mal seine Aufmerksamkeit auf diese Königreiche richten, auf die dort noch stattfindenden Enthauptungen und Kreuzigungen zur Bekämpfung des Schwul seins. Insbesondere weil die Saudis jetzt den Vorsitz in der Menschenrechtskommission der UN haben.


Am 11. Juli 2017 schrieb Michael Kohle:

Dankenswerter Weise schnappt sich Gellermann nicht das tagesaktuelle Thema sondern widmet sich voll und ganz einem anderen Thema. Und landet trotzdem prompt mittenmang! Was ist links, wer ist links, was bedeutet überhaupt "links denken, links handeln, links sein"? Eine Abhandlung zumThema am Beispiel Subjekt Jakob Augstein und Objekt Freitag? Der Galerist beginnt: „Na klar ist der FREITAG links: Viele Artikel zeugen davon“. Und Jakob Augstein als Person? Jakob führt zwar einen für viele der fortgeschritteneren Generation „Spiegel am Montag“ großen Namen und wohl deswegen gehen diese besondere Fraktion der Baby-Boomer , insbesondere jene die glauben, deswegen schon immer links gewesen zu sein, davon aus, dass er - Jakob - mit der Muttermilch die doch ach so lobenswerte politische Gesinnung des Vaters abbekommen hat. Was für ein Trugschluss. War Rudolf je links, ich wage es mittlerweile zu bezweifeln! Er hat aus seiner vorgeblichen Abneigung gegen bestimmte Nasen der Nachkriegsjahrzehnte eine Geschäftsidee zur Blüte gebracht, sonst nicht allzu viel mehr. Insbesondere sein Intim-Freund Franz-Josef, hätte für ihn erfunden werden müssen, hätte es ihn nicht schon gegeben. Nein, links war ein Rudolf Augstein wahrlich nicht.

Und selbst wenn er es gewesen wäre, hätte er seinem Sohn wohl kaum - zumindest gen-technisch - etwas davon mitgeben können. Jakob hätte eher - pardon, es muß einfach sein - wohl besser als Nachnamen Klein-Walser geführt. Und ob der leibliche Vater mal irgendwann sowas wie linkes Gedankengut - was auch immer das sein möge - an den Tag hat bringen können, das ist eine andere Frage. Egal. Ob das die wahre „linke Einstellung“ ist, wenn man glaubt einem Nicolas Blome als Watschenmann dienen zu müssen? Mag ja sein, aber so ein richtiger, echter linker Hammer ist mir bisher auch von Augstein dem Jüngeren nicht untergekommen. Nun gut, meine Zeit als Freitagsleser war auch denkbar kurz und andere Begegnungsorte mit ihm außer den Wertegemeinschaftlichen - sind mir auch nicht erinnerlich. Und genau die wollte ich ja damals mit meiner Flucht in den Freitag endgültig hinter mir lassen. Sicherlich, es war nicht unbedingt ein vom Regen in die Traufe. Aber schnell ging mir das eitle permanente Radschlagen diverser Autoren-Pfauen auf den Geist. Wer schon mal ein Pfauenrad voll ausgefahren - gar unter Hinnahme spitzer Schreie des Vogelmannes - zur Ansicht bekam weiß, dass da Farbenträchtiges dargeboten wird. Ein dunkles, ein eher zum Oliv tendierendes Grün kleistert jedoch andere Grundfarben glatt zu, der Rest eher weiß und gelb, wenig bis kein Rot. So jedenfalls war mein Eindruck, beim Pfau wie auch beim Freitag Und das ist noch nicht alles. Da kam auch noch justament für Jakob der anrüchige Platz fünf auf der Rangliste für die Antisemiten der Welt dazu. Da hat der Rabbi Cooper aus L.A. wohl auf den vielfachen Wunsch eines einzelnen Gleichen - Henryk M. B. nämlich - reagiert. Letztgenannter hat dann gleich noch ein paar Scheite aufs Feuerchen drauf gelegt, um sich dann später überschwänglich zu entschuldigen, die Unschuld vom Lande. Mir kam das damals dann doch etwas arg seltsam vor, irgendwie. Wo doch de facto beide aus dem Sturmgeschütz des Journalismus - dem Spiegel - sich nicht unbedingt freiwillig verabschiedet hatten.

Da gab es zur gleichen Zeit noch eine andere Bühne, auf der der Vorwurf Antisemit wohlfeil aufgeköchelt werden konnte. Ein gewisser Henryk M. B. - schon wieder der? - hatte es irgendwann als selbsternannter Antisemiten-Jäger vermocht, einen Mitarbeiter des RBB und Journalist mittels des probaten A-Vorwurfs der Nichtverwendung und damit der ewigen Verdammnis zuzuführen. Nein, natürlich nicht wg. nachgewiesener antisemitischer Verfehlungen. Der Delinquent hatte sich etwas Anderes zu Schulden kommen lassen, er soll gegen abgesprochene Standards verstoßen haben, hieß es. Was das alles mit Jakob A. zu tun hat? Nun, Augsteins Gazette beherbergte schon damals die dFC - die Freitag Community. Eine Community? Wohl eher - mit Verlaub - ein Sammelbecken auch für allerlei Grenzwertiges, Borderliner, Esotheriker, Kampf-Vegane, vor allem auch Kämpfer für die "Ehe für alle" und die von dieser prosperierenden Wesen. Besonders „gerne" erinnere ich mich an die Lindwürmer, die eine Zeit lang eine vegane Gipfelstürmerin auszulösen vermochte. Schlappe dreihundert Folgekommentare waren da schon mal drin zu ihren fleischlosen Auslassungen. Was ja durchaus auch für das anwesende Publikum sprach. Auch an die Beiträge einer anderen Dame erinnere ich mich. Bei denen wußte man schon während der Lektüre, was für ein übles Werk der gemeine Mann nun mal wieder sein wird. Dégoutant z.B. das man-spreading. Das geht gar nicht!

Das war ja alles noch lustig. Schluss mit lustig war es, wenn die „Gottesanbeterin“ die Forenbühne betrat, von mir auch als Jeanne d’ Uckermark geführt. Grund für beide Arbeitsnamen: über die Kanzlerin ließ sie nichts kommen, ihre angebliche Bekannte, wenn nicht Freundin. Habe mich immer gefragt, ob sie auch für was anderes als nur als V-Frau vor Ort weilte. Beachtlich die von ihr erlegte Strecke untragbarer Foristen, die Qualitätsverluste für die Community waren enorm. Da gab es ganze Hinrichtungsserien per roter Karte - vom ihr hörigen Forumsupport umgehend per Verklappung vollzogen. Der spitze Zeigefinger dieses Medusenhauptes, auf einen Foristen gerichtet, war tödlich, selbst wenn das Opfer ein hoch geschätztes Mitglied der Community gewesen sein sollte. Da konnte schon eine einzige Erwähnung von oder zu bspw. Jebsen, Ken die Daseinsberechtigung verwirken, solcherlei Antisemiten seien im cFC nicht erwünscht, so das Argument. Hoppla! Solcherlei der gnadenlosen Verfolgung würdige Verbrechen gab es gar viele. Nicht nur das namentliche Erwähnen von Tabu-Personen - von ihr selbst bestimmt - auch jegliche abweichlerische Äußerung konnte zum sofortigen Verdikt der Krawallmacherei führen, Hinweis und Aufforderung genug für den Vollstrecker. Selbst wenn der angeblich kontaminierte Kommentar nur eine provozierte Reaktion auf einen infamen Erguss eines ihrer zahlreichen Zuträger und Zutreiber gewesen war, der Daumen zeigte nach unten.

Als es dann Maidan, Donbass und MH17 doch im Kampf gegen das Kampf-Vegane schafften, ins Zentrum des Foren-Interesses zu rücken, war das dFC erst einmal Bühne der Aufklärung. Waren es aber immer nur Trolle - professionell und/oder dilettierend - die dann alsbald den herben Duft der Russophobie mehr oder weniger dezent platzierten? Russland und Putin erfreuten sich alsbald häufigerer Erwähnung. Russophobie - gut verpackt im Schafspelz einer aggressiven Anti-Homophobie eingeschleust. Da gab es sich dann auch trefflich darüber auszulassen, über die angebliche Hochburg dieser schändlichsten aller Schändlichkeiten antidemokratischer, totalitärer Gesinnung. Denn schon bald konnten auf diese Weise die schlimmsten Russen- und Putinversteher hinterm Ofen vorgelockt, lokalisiert und - zumindest in der dFC - entsorgt werden. Soooo, geht Inquisition! Kann mich allerdings nicht einnern, dass ein Augstein, J. mal gegen all diese Umtriebe eingeschritten wäre.

Links? Ist es - nach diesen gerade erlebten bis erlittenen Tagen angeblich ausschließlich "linker" Gewaltexzesse - überhaupt noch erlaubt, dieses Wort in den Mund zu nehmen, sich geschweige denn zu so etwas positiv zu outen? Gut, dass es den schwarzen Block gibt, konnte doch dank ihm hoffentlich diesem linken Ungeist, diesem kranken Denken ein für allemal der Garaus gemacht werden. So ist jedenfalls zu schließen, wenn dem Bundespräsidenten - angeblich ein ehemaliger Soze - gefolgt werden sollte. Widerspruch, Gellermann, ein Soze ist heutzutage nicht mehr links, wenn er es jemals war. Jemand der sich wissentlich und willentlich dem Noske-Kampfsportverband zugehörig fühlt, ist nicht links, kann es nicht sein. Jeder, der zwecks Bekämpfung von Meinungs- und Demonstrationsfreiheit Mitbürger zum Häscher bestellt, sie mit Werkzeug ausstattet, das selbst auf dem Schlachtfeld nur als von Übel zu bezeichnen sind, sie auf Methoden einschwört die anderweitig als Grund für die Notwendigkeit eines Regime-Wechsels verwendet werden, ist nicht Demokrat, schon gar nicht links. Wie sagt Gellermann so schön: Erst die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit. Womit er dann doch wieder recht hat.

Was ist links? Mein Statement: dieser Begriff ist zu nichts mehr nütze. Fast wäre mein Vorschlag für den Ersatz der Humanismus geworden. Blöd nur, dieser Begriff ist fast noch verhunzter. Selbst Wiki warnt vor seiner Verwendung. Und doch bekenne ich mich zum Humanismus des virtuellen Tandems Karl Marx und Erich Fromm. Am Ende landet man bekanntlich immer bei Marx oder bei Fromm. Für mich eine klare Standortbestimmung für jeden echten Linken. Kein Wunder, dass so wie das Linkssein auch solch eine humanistische Einstellung von den davon ach so bedrohten Kreisen und Klassen verunglimpft wird. Doch, Humanist, das gefällt mir, ein humanistischer Extremist manchmal sogar. Geht es noch besser?


Am 10. Juli 2017 schrieb Uschi Peter:

Sehr guter aufklärender Artikel, danke. Ich frage mich, warum man die Menschen nicht so leben lassen kann, wie sie möchten? Dann wären keine schwul-lesbischen Umzüge nötig. Denn die Sexualität ist ein individuelles Recht, für das man keine Reklame machen sollte. Bei Russland sehe ich eine ähnliche Haltung. Übrigens die Heteros gehen auch nicht auf die Straße um sich zu zeigen.


Am 10. Juli 2017 schrieb marie becker:

@Lutz Jahoda, " er hat nur was vergeigt "

es gibt fürs Gehör kaum beleidigenderes als schiefe Geigentöne.


Am 10. Juli 2017 schrieb SIERA:

Nicht im Freitag erwartet : ein Armutszeugnis, sich in den Kreis der Russland-Basher einzureihen. Dass sorgfältiges Differenzieren notwendig ist, sollte jedem verantwortungsbewußten Journalisten klar sein – zumal der Tenor der gesamten Mainstream-Kanaille den Krieg gegen Russland mental anheizt. Zu wessen Nutzen ist klar ; ganz sicher werden „Normalos“ - Bürger in Deutschland und weiteren NATO-Staaten - nicht von einem Krieg gegen Russland profitieren. Das ist der Rüstungsindustrie vorbehalten und derjenigen , die sich von ihr schmieren lassen. Dass die Rationalgalerie darauf hinweist,dass Homosexuelle in Saudi-Arabien -bei unseren Freunden- besonders „gefährdet“ sind ( Todesstrafe ) , ist ein wichtiger Hinweis für die, die den „homophoben Russen“ im Kopf haben – ist aber in den Mainstream Medien nicht von Interesse. Freunde , besonders die , mit denen mensch gute Geschäfte machen kann , kritisiert mensch nicht.-
Die Kritik im FREITAG geht im Wesentlichen am Inhalt „Der Macht Um Acht“ vorbei. Wessen „geopolit. Interessen“ tatsächlich eine Rolle spielen, ist den LeserInnen der Rationalgalerie sowieso klar; aber vermutlich auch dem Verfasser der o.g. Buchkritik. Die Frage stellt sich also, was er bezweckt ? - Immerhin „begrüßt“ er die „Publikation“ und begründet das ; nimmt dann aber die positive Stellungnahme zurück, indem er z.B. betont, dass auf „über ein Drittel aller Seiten Programmbeschwerden“zitiert werden . Der Inhalt der Beschwerden interessiert ihn nicht – es sind ihm einfach zu viele… Die „fragwürdigen Theorien“ schon in der Überschrift sind eine geschickte Behauptung – der „Beweis“ dafür ein wenig lahm; ein Beispiel:“Der NDR beschäftigte denn auch deutlich weniger ehemalige Nazis als etwa der SPIEGEL in seinen Gründungsjahren.“ „Weniger“ heißt allerdings nicht „keine“- das sollte doch klar sein.- Und dann der Todesstoß (!) :“… könnte so in jeder rechtsradikalen Publikation stehen“. Was für ein Argument! Unterirdischer Journalismus!

Zum Thema „differenzieren“ 2 Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Saudi-Arabien

https://de.europenews.dk/In-10-Laendern-gibt-es-die-Todesstrafe-fuer-Homosexualitaet-79373.html


Am 10. Juli 2017 schrieb altes Fachbuch:

ist "der freitag" noch "DER FREITAG"?

wie immer vom galeristen inspiriert, habe ich für mich ein bissel quellen"studium" betrieben:)
1990 sind in "dem freitag" die zeitungen "sonntag", "deutsche volkszeitung" und "die tat" aufgegangen!! immerhin die blätter des ddr-kulturbundes, der dkp und der vvn! damals standen "dem freitag" auch noch honorige schwergewichte wie gaus, wie ullmann, wie hein, wie treusch-dieter vor!
nach besitzerwechseln übernahm augstein 2008 die zeitung, und machte den jetzigen und kritisierten "freitag" daraus:(
es lohnt das impressum zu lesen, und die biographien der augsteins, todenhöfers, füllers und kullmanns zu recherchieren!!
die können gar nicht anders, zumal mit augstein ja auch "der freitag" mit werbung zersetzt wurde, und damit klientel-nachrichten vermarkten muss: die zeitung will ja auch verkauft werden!

bei lgbt ann man sich wie bei isreal eigentlich nur die schnauze verbrennen, also lass ichs.
WEIL beides ja nicht der aufhänger war: die haben das tagesschaubuch kritisiert!
kein wunder bei dem oben dargestellten wandel der zeitung. mit links hat das nichts zu tun!

mitbegründer g.gaus sagte 1993: ?Ich nenne links, dass man gesellschaftliche Fragen für vorrangig hält. Dass man die gesellschaftlichen Antworten, die gegeben werden, jedes Mal sehr skeptisch überprüft, ob sie wirklich mehr als eine Tagesantwort sein können.? wenn die betonung auf "gesellschaftlich" liegt und lösungssuche oder interpretation über den tag hinaus gemeint waren, dann hat die alte garde meinen respekt.


Am 10. Juli 2017 schrieb George Cikon:

Man kann es nicht of genug sagen: Unserem heutigen politischen Personal (ich kann das Wort "Elite" in diesem Zusammenhang nicht mehr hören) ist offenbar nicht bewusst, dass der Überfall (aus niedrigsten Motiven) einer deutschen Armee mehr als 20 Millionen (!) Sowjetbürgern das Leben kostete. Die Verteidigung Russlands gegen seine aktuelle Einkreisung (ebenfalls aus niedrigen Motiven!) sollte daher deutsche Staatsräson sein.


Am 10. Juli 2017 schrieb Thomas Nippe:

Volle Zustimmung zum Artikel. Über den Begriff "Links" läßt sich streiten. Das scheint heute nötiger denn je. Früher wurde das "die Arbeit am Begriff" genannt. Linkssein heute, damit habe ich auch so meine Probleme


Am 10. Juli 2017 schrieb Lutz Jahoda:

EIN FREITAGLESER
ZWISCHEN GELLERMANN UND AUGSTEIN

Gut aufgepasst, erkannt und festgehalten:
Es ist ein Blatt, das gerne bleiben will,
In hundsgemeinen Zeiten von geballten,
Monopolgelenkten Urgewalten
Von fein gestricktem engmaschigem Drill.

Ein Stein im Auge kann gewaltig drücken,
Auch wenn er unansehnlich winzig ist.
Den Zustand wortreich blumig auszuschmücken,
Vermochte schon dem Vater nicht zu glücken.
Was nicht der Klarsicht dient, bleibt leider trist.

Die Ratio zeigt sich demnach ungehalten.
Zu Recht, wie dies die Faktenlage zeigt.
Dem ungläubigen Jakob vorzuhalten,
Er fürchte sich vor finsteren Gestalten,
wär ungerecht: Er hat nur was vergeigt.


Am 10. Juli 2017 schrieb marie becker:

Augstein, selbst auf der Wiesenthal-Liste als Antisemit geführt, hat sich nun in der Russophobie verirrt ? hätte ihm besseres zugetraut...
nun, Geradlinigkeit ist nicht jedermanns Sache, schade !


Am 10. Juli 2017 schrieb Hella- Maria Schier:

Augstein hat sich mal dahingehend geäußert, dass Demokratie vielleicht doch nicht die wuensehenswerte Staatsform sei, da das Volk zu unreifen, egoistischen, inhumanen, intoleranten Positionen neige.Woraus ich wohl schließen soll, dass dies bei unseren Herrschenden natürlich nicht der Fall ist. Augstein gehoert für mich zum sog, linken Establishment, das am liebsten unter
sich bleiben will und alles, das nicht in seine Denkraster passt, ausblendet bis, wie Heiko Maas, verfolgt. Es gibt schlimmere als Augstein, aber er gehoert dazu.


Am 10. Juli 2017 schrieb altes Fachbuch:

@ g.wegmann
ganz DE liegt schon nur geographisch betrachtet sehr nahe an russland!!
was es kann es also schaden zu versuchen, einem nähsten nah zu sein;)
und ich kann mir schlimmeres als den versuch vorstellen, mit russland klar zu kommen!

DARF die LINKE auch machen, was ihr nicht schadet? oder MUSS sie nur das tun, was ihr nützt?


Am 10. Juli 2017 schrieb Max L.:

@ Gert Wegmann

"Sie predigen ja eindeutig eine Nähe zu Russland. Was soll das der Linken nützen?"

Den Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Gellermann "predigt" also. Wirklich? und auch noch "eindeutig"? Eine "Nähe zu Russland"?

Ähem... Ich lese in dem Artikel etwas völlig anderes. Keine Predigt, sondern eine bestandsaufnahme anhand eines konkreten Beispiels. Wenn irgendwo auf der Welt etwas (für Linke und für alle Menschen) Schlechtes ausgemacht wird, dann fällt vielen Beobachtern nur Russland ein.

Wie schwachsinnig das ist, liegt ja auf der Hand. Und wenn ausgerechnet vermeintlich intellektuelle Linke so einen Schwachsinn verbreiten, muss man sich die Frage stellen, ob das nur ein alter Reflex ist oder ob da eine Stragie dahinter steckt. Die Analyse Gellermanns teile ich - Journlaisten, auch solche, die dem "linken Spektrum" zugeordnet werden, können sich mit Russlandkritik erholen. Da können sie nichts falsch machen, stoßen weder bei den Kollegen, noch bei der Politik, leider aber auch bei der Bevölkerung auf wenig bis gar keine Gegenwehr. Da können sie mal so richtig kritisch schreiben, ohne Rücksicht auf Verluste.

Das zu schildern ist noch lange kein Appell für eine "Nähe zu Russland". Was soll das überhaupt sein? Geographisch liegt uns Russland näher als der größte Teil der restlichen Welt. Kulturell abenso.

Da stellt sich umgekehrt die Frage, warum man eine Distanz zu Russland haben sollte? Was sollte das der Linken nutzen? Wenn wir uns schon vom eigentlichen Inhalt des Artikels entfernen. Vermutlich meinen Sie mit "Russland" die russische Regierung - vermutlich meinen Sie sogar nur Putin himself. Nun - der ist der gewählte Präsdient Russlands, ob es Ihnen oder "uns" passt oder nicht. Auch unsere Kanzelrin soll ja nicht überall so beliebt sein wie scheinbar bei uns (obwohl ich persönlich niemanden kenne, der sie sonderlich toll findet, die meisten finden sie sogar übel).

Sollten also griechische Linke keine Nähe zu Deutschland predigen? Ist, abgesehen von dieser doch offensichtlichen Absurdität, die Völkerverständigung nicht eines der zentralen urlinken Themen? Gehört dazu, um wieder zum Thema zurückzukehren, nicht auch eine gewisse Toleranz, wenn die russische Landbevölkerung ihrerseits in Sachen Toleranz gegenüber z.B. Homosexualität noch Nachholbedarf hat - und die Regierung dem Rechnung trägt, wenn auch beileibe nicht so, wie unsere Propaganda es darstellt? Erst recht, weil - siehe Artikel - es in anderen, auch westlichen Ländern nicht anders aussieht? Und bei uns wesentliche Fortschritte auch erst in den letzten Jahren gemacht wurden, wobei sich längerfristig noch zeigen wird, wie es mit der Toleranz der Deutschen tatsächlich aussieht - momentan gibt es in der politischen Stimmung ja wieder einen deutlichen Ruck in eine andere Richtung. Sind wir als Gesellschaft wirklich so viel weiter als die Russen? Mit vielleicht etwas weniger Homphobie, dafür aber ganz übler Russophobie?

Und selbst wenn - gibt uns das das Recht, bei jeder Gelegenheit einseitig gegen Russland zu hetzen? Was und wem soll DAS nützen? Abgesehen von jenen, denen Völkerverständigung schon immer ein Dorn im Auge war, weil zu viel Frieden ihren Geschäften schadet.


Am 10. Juli 2017 schrieb Matthias Brendel:

Der Augstein Sohn hat das Problem, das alle Söhne "wichtiger" Eltern haben, im Schatten eines grossen Baumes wächst eben nur schwer ein ebenso grosser Baum. ( auch wenn Augstein Vater eher unter seiner Kleinheit litt)
Für mich gehört der Mann zum Mainstream Rudel, er ist ein zweifellos intelligenter, eloquenter Schreiber, aber ist er ein Friedenskämpfer?
Ich muss zugeben, dass ich den Freitag selten lese, irgendwann einmal hat mich gelangweilt, was ich darin entdeckte, auch wenn darin sicher eine Handvoll bekannterer Lohnschreiber präsent sind.
Zum Thema gesteuerter Russphobie ist eigentlich nur festzustellen, dass es sich um eine Art Mobilmachung handelt,die hier vollzogen wird, irgendwann soll jeder gute Deutsche die Russen doof finden, das funktioniert wie auf dem Schulhof.
Tatsache ist dagegen:
Russland ist unser wichtigster, mächtigster und sich für eine friedliche und faire Zusammenarbeit anbietender Nachbar und jeder, der eine Politik betreibt, die dafür sorgt, dass unser Verhältnis zu Russland in einen Krieg steuert, ist meines Erachtens im Unrecht und gehört abgewählt.
Die Tatsache, dass hier Tag für Tag in den Nachrichten ein völlig verdrehtes Bild gesendet wird, wo nicht darüber berichtet wird, dass unsere "friedliche" Nato Russland umzingelt hat und deutsche Panzer, offiziell als Speerspitze bezeichnet, 150 Kilometer vor St.Petersburg stehen, spricht doch Bände.
Ich habe schon lange aufgehört diese Medien unkritisch zu konsumieren, für mich ist das teilweise schon kabarettistisch, was uns da als Nachrichten verbrähmt, jeden Tag erreicht.


Am 10. Juli 2017 schrieb Gert Wegmann:

Sie predigen ja eindeutig eine Nähe zu Russland. Was soll das der Linken nützen?

Antwort von U. Gellermann:

Ich schreibe über gute Nachbarschaft, historische Verantwortung und einen möglichen staatlichen Partner bei der Eigenständigkeit Deutschlands.


Am 10. Juli 2017 schrieb Otto Bismark:

Ist der "Freitag" wirklich links? Um das beurteilen zu können landet man doch eigentlich sofort bei der Frage, was oder wer ist den heutzutage eigentlich noch links. Nun sprengt diese natürlich den Rahmen eines solchen Leserbriefs, aber Kriterium für eine solche Einordnung ist doch wohl jedenfalls die historisch entstandene Betrachtungsweise, ob man sich nach der Sitzordnung in einem Parlament auf der rechten oder eben linken Seite wiederfinden würde. Nun geht es heute in diesem Zusammenhang natürlich nicht mehr um Adel oder Bürgertum, sondern doch wohl eher darum, ob man für oder gegen den Mainstream in dieser oder jener Form wirkt. Jedenfalls irgendwo opponierend tätig wird, indem man die Gebrechen der Gesellschaft aus einer bestimmten, am Wohl der Allgemeinheit orientierten Sicht heraus zum Gegenstand macht. An dieser Stelle die für mich interessante Frage, ob es jemand gibt, der die deutsche Sozialdemokratie, in der SPD organisiert, noch als links einordnen würde. Wohl kaum. Ich bin in diesem Zusammmenhang sogar der Auffassung, daß ein solches Linkssein sich mit Regierungsverantwortung nicht verträgt, auf Deutschland bezogen jedenfalls auf Länderebene und es deshalb schon sehr problematisch ist, die in Thüringen mitregierende Partei die Linke noch als links im Sinne dieser Diskussion zu betrachten. Auf Augstein übertragen bedeutet dies schon erhebliche Zweifel an einer solchen Einordnung. Gewiß, der Freitag, den ich selbst auch vor einiger Zeit abonniert hatte ist wohltuend kritisch gemessen an unserer übrigen Medienlandschaft, keine Frage. Aber ist er deswegen links? Ich hatte seinerzeit nicht den Eindruck wie ich den auch heute nicht von unserer Thüringer Linkspartei mit ihrem MP Ramelow habe. Denn es reicht eben nicht, gegen bestimmte Dinge und Erscheinungen kritisch zu sein wenn dies nicht mit der dabei gebotenen Objektivität der Beurteilung aller Umstände aus eben dieser linken Sicht verbunden ist. Und bei der heute praktizierten Verwendung des Begriffs "Links" wird meist ausgeblendet, daß dieser auch und vor allem einen sachlichen Inhalt hat, der etwas dazu aussagen sollte, welche Programmatik mit diesem Linkssein verbunden ist. Weiteres Nachdenken über diese Frage scheint mir notwendig.

Antwort von U. Gellermann:

Mein Begriff von LINKS ist deutlich breiter: Für mich gehören Teile der SPD, der GRÜNEN, ganz sicher die Linkspartei und auch autonomen Kräfte zur allgemeinen LINKEN. Schon vor der Aktion Kräfte auszugrenzen scheint mir wenig sinnvoll. Erst die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

25. September 2017

Wie Tagesschau aus einer Birne einen Apfel zauberte

Deutschland geht es gut. Im Durchschnitt. Oder so.
Artikel lesen

25. September 2017

Die Echo-Kammern des Schreckens

Ein linkes Podium zur Medienherrschaft Rating /Lucke/Gellermann zu Springers Erben
Artikel lesen

25. September 2017

Putin siegt in Berlin

Merkel schon wieder Kanzler
Artikel lesen

23. September 2017

Das Wort zum Wahlsonntag

Gib Deine stimme nicht einfach ab sonst bekommst Du sie nie nie wieder
Artikel lesen

18. September 2017

Die Experten der Tagesschau

Wer nicht arbeitet soll wenigstens darüber reden
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen