Alles bleibt wie es ist

Sahara-Koalition drängt sich auf

Autor: U. Gellermann
Datum: 15. Januar 2018

Der neue ICE, ein Wunder deutscher Technik, bleibt gerne stehen. Schon länger hebt der Hauptstadt-Flughafen nicht ab. Über Diesel macht man nicht mal gute Witze. Der deutsche Politik-Laden stagniert so vor sich hin. Als die Sowjetunionen in ihre Schlusskurve einbog, gab es einen Witz über denn stillstehenden Zug sowjetischer Zeit: Parteichef Breshnew, so erzählte man, ließ die Waggons von Hand rütteln und zog die Vorhänge zu, um Fahrt vorzutäuschen. Dafür gibt es in Deutschland heute die Tagesschau, die zu den Sondierungsgesprächen zu sagen wußte: „Das letzte Treffen zu den Sondierungen der Spitzen von CDU, CSU und SPD dauert nun rekordverdächtige 24 Stunden.“

Wenn es sonst nichts zu berichten gibt, dann werden eben Laber-Rekorde gemeldet. Mehr als eine Million Menschen in Deutschland hat keine Wohnung. Immer mehr junge Leute wohnen bei ihren Eltern, weil sie sich keine eigene leisten können. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit kommt in der offiziellen Statistik nicht mehr vor. Die Bundesagentur für Arbeit hat, um die Lücke in ihren Berichten zu vertuschen, die "Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne" erfunden. Die Vorhänge bleiben geschlossen. Nichts rüttelt am Stillstand.

Gern täuschen die GroKo-Verhandler eine dynamische Fahrt vor: Angela Merkel, Horst Seehofer und Martin Schulz redeten von einem "Aufbruch“. Nach „Europa“ solle die Fahrt gehen. Ein Staat der nicht auf der Landkarte steht, aber zu unqualifizierten Träumen verlockt. Dort wolle man zum Motor werden und gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Macron in die Ferne reisen. Wahrscheinlich im Schlafwagen.

Unter all den Sprachgirlanden, die von den Verhandlern um ihre Sitzungen gewunden wurden, gab es eine, die Inhalt versprach: Die von der SPD zeitweilig ultimativ verlangte Bürgerversicherung. Die hätte die Zwei-Klassen-Medizin verändern, und dem neuen Regierungsbündnis zumindest den Anstrich des Sozialen verleihen können. Selbst bei dieser Forderung ist die SPD eingeknickt. Mittig, fertig zum Zusammenklappen. So lässt sie sich besser im Gepäckfach verstauen. Denn da kann sie nach den nächsten Wahlen landen. Als Ballast für die Kurvenstabilität. Immerhin, seufzen manche SPD-Anhänger, wir dürfen wieder den Außenminister stellen. Doch schon auf dem SPD-Landesparteitag in Sachsen-Anhalt hat das die Mehrheit der Delegierten nicht überzeugt. Selbst der Michael Müller aus der zweiten SPD-Reihe, der Berliner Bürgermeister, hält Neuwahlen nicht für ausgeschlossen. Ach Martin, wer will denn noch mit Dir spielen?

Mitten in der Stagnation hatten die Verhandler immerhin Zeit für Kriege. Noch gibt es keine neue Regierung, noch hat das Parlament seinen Arbeits-Rhythmus nicht gefunden, da fanden die GroKisten in der Verhandlungsnacht ein Hinterzimmer, um Vorentscheidungen zu treffen: Bei einer Neuauflage der Großen Koalition wolle man aber unbedingt an den Auslands-Einsätzen der Bundeswehr festhalten. Schon vor Tagen hatte die provisorische Regierung ihr wichtigstes deutsch-französisches Projekt verkündet: Man will die Zahl der deutschen Soldaten in Mali deutlich erhöhen. Es gibt Gegenden, da erlaubt die Rüstungsindustrie einfach keine Stagnation.

„Da warn wir am Arsch - Da war´n wir geborgen“ sang die Sängerin Barbara Thalheim mit ihrem Lied „So lebten wir in den Zeiten der Stagnation“ der untergegangen DDR hinterher. Und tatsächlich macht sich ein DDR-Endzeit-Gefühl breit: Vorherrschend ist die Gleichgültigkeit. Nur die soziale Geborgenheit von damals will sich nicht einstellen. Wie auch, bei sinkenden Temperaturen und einer steigenden Zahl von Obdachlosen.

Wenn es auch an guten Witzen zum Diesel mangelt: Die Koalitionen haben ihren Witz gefunden: „Welche Koalition würden Sie denn bevorzugen? Die große Koalition? Die Ampel-Koalition? Oder die Jamaika-Koalition?" - „Die Sahara-Koalition!" - „Wie bitte? Sahara-Koalition?" - "Sahara-Koalition: Man schickt sie alle in die Wüste!“

Die Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. Januar 2018 schrieb Marc Britz:

Sahara-Koalition oder Sahra-Koalition. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Die hoffnungsfrohen Vorschläge Lafontaines und Wagenknechts eine neue linke Sammlungsbewegung zu schaffen gegen Tristesse und Terror in der ultimative Wüste einer neuaufgelegten Grosskoalition. Die Medien verkaufen erstere natürlich als ein Projekt der Spalter während leztere als nationalverantwortliche Vereinigung der Vernünftigen ausgegeben wird. Mal wieder verkehrte Welt. Und die Ramelows und Lederers machen eifrig mit. Sie wollen es der SPD halt doch gleichtun. Um mal bei Herrn Kohles äusserst unterhaltsamer wie treffsicherer Bein-Metapher zu bleiben: Sie wollen einfach nicht aufhören sich ins eigene Bein zu schiessen (Wie anders kam es zum Beinverlust bei den Sozialdemokraten?). Dabei weiss doch jeder, dass solche Schusswunden in der Wüste unausweichlich zum qualvollen Verblutungstod führen.

Von der überall beklagten Sahara-Koalition habe ich schon lange genug. Genau genommen seit mindestens 12 Jahren. Über die Sahra-Koalition, hingegen, würde ich gern mal was Kluges aus der Gellermannschen Feder lesen.

Antwort von U. Gellermann:

Zur Sahra-Koalition nur vorab (bis ein aktueller Anlass einen Artikel zum Thema erzeugt): Eine Sammlungsbewegung verlangt vorrangig Bewegung. Eine außerhalb des Parlamentes. Zur Zeit kann ich keine erkennen. Jüngst hat der linke Flügel der Linkspartei versucht die Friedensbewegung wieder in Gang zu setzen. Mit scheint mit nur mäßigem Erfolg. Dass die zunehmende Entmietung der Republik nach Bewegung schreit, ist eine Binsenweisheit. Aber gibt es ein breites, bewegendes soziales Bündnis mit Mieterverbänden, Gewerkschaften, Linken und Grünen? Bitte melden wenn jemand davon weiß. Gerade tut sich in Berlin eine neue Bewegung gegen die Privatisierung der Schulen auf. Eindeutig gegen eine rot-rot-grüne Koalition. Gab es schon Solidaritätserklärungen von jenem Teil des linken Flügels, der Bewegungen sammeln will? Ich fürchte Nein. Mir wäre sehr Recht, wenn ich Unrecht hätte, dann bäte ich dringend um Widerspruch.


Am 16. Januar 2018 schrieb Thomas Nippe:

Lieber, Uli,
leider hast Du recht. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Es ist zum Kotzen!


Am 16. Januar 2018 schrieb Michael Kohle:

Wie soll das denn funktionieren? Zwei Beinamputierte wollen sich zusammentun? Dem Einen hat man längst wissentlich und willentlich das linke Bein abgesägt, dem bzw. der Anderen ist das rechte Bein einfach so abhanden gekommen, oder besser gesagt: abgefault. Und jetzt stehen sie da, die Beiden, und versuchen dem gelangweilten Publikum am Straßenrand weis zu machen, mit den beiden noch vorhandenen restlichen Beinen könne groß Staat gemacht werden. Mitnichten! Nichts mehr Rechtes, schon gar nichts Linkes, was da möglich wäre. Auch beim dritten Hoffnungslaufversuch würde die Begeisterung bei den entnervten Zuschauern wohl nicht mehr allzu heftig ausfallen. Was sich wohl in Wählerwanderungen der bekannten Art fortsetzen dürfte.

Das verlorengegangene rechte Bein wurde zwischenzeitlich gekapert, hat sich selbständig gemacht und dilettiert so vor sich hin, da auf Diät gesetzt. Mehr wollte man bzw. frau ja nicht. Und dann wäre da noch der Wurmfortsatz, der Stummel blauweiß an gleicher Stelle, im Grunde nur noch als Phantomschmerz existent, sich aber als veritabler Schwellkörper aufspielend, ohne den es nicht geht, nicht gehen kann. Wo Testosteron und oa, zwoa Maß Starkbier immer wieder Unerträgliches zu zeitigen vermag. Für das schon lange abgesägte linke Bein auf der anderen Seite stände zwar schon lange eine Prothese zur Verfügung, die sogar mal eine eigenständige Fortbewegung ermöglicht hätte, mühsam und hinkend, aber immerhin. Aber mit diesem als kläglichem Rest Aufgeschwätztem und Verpöntem wollte man partout nichts am Hut haben.

Das soll also nicht funktionieren? Und ob das funtioniert! Wunderprächtig sogar! Es darf nur nicht vergessen werden, dass die Bewegung der Restbeine nicht von unkoordinierten Hirnen bewegt werden sondern per jenen Fäden an dem Monstrum, das bestens bekannt ist vom Plakat für den Film über bzw. vom Paten. Für jeden Marionettenspieler ist es übrigens viel einfacher, nur zwei Fäden ?im Griff? haben zu müssen. Und so dürfen wir konstatieren: der optimale Zustand im Demokratie-Theater der Wertegemeinschaft ist erreicht. Aufwandminimierung bei Gewinnmaximierung, besser geht es nicht.

P.S.
Und so ist auch endlich eine lang gehegte Frage geklärt. Da nur ein Bein bei der Puppe per Seilzug gesteuert werden muss, können deren Hände fix zur wohlgeformten Raute vor dem Bauch positioniert werden.


Am 16. Januar 2018 schrieb Ernst Blutig:

Eigentlich fehlt in dieser sPD-Groteske nur noch, daß Gabriel auf dem Parteitag die Reihen dicht schliesst, Nahles die Fahne hoch hält und Heil dazu aufruft, gemeinsam mit Inbrunst der Überzeugung das Martin-Schulz-Lied zu singen:

"Die Kas-sen voll, die lichten Reih´n ge-schlos-sen, ESS PEE DEE pariert..."

Antwort von U. Gellermann:

Die sterbende SPD hat sich an Vielem schuldig gemacht. Aber eine wie auch immer formulierte Nähe zu den Nazis ist ihr nicht zu unterstellen.


Am 16. Januar 2018 schrieb Charlotte Ullmann:

Diese "Linke" im Berliner Senat mit diesem unseligen Lederer ist nicht stellvertretend für die Linke, so wie sie in den meisten anderen Bundesländern Politik macht.
Wir, die Linke in Hessen, sind strikt gegen Privatisierung und auch gegen Teilprivatisierungen (PPP=public-private-partnership), so wie es in unserem Erfurter Programm steht. Im Jahre 2010 zum Beispiel hatten wir in Frankfurt am Main über eine konzertierte Aktion (alle linken Fraktionen in den Ortsbeiräten waren via Antragstellung eingespannt) die PPP-Brückenprojekte von Schwarz-Grün zu Fall gebracht.
Da unsere Demokratie es Fraktionen erlaubt, einzig und allein ihrem "Gewissen" gegenüber verantwortlich zu sein, können Vertreter einer Partei solcherart ausscheren und die Grundprinzipien ihrer eigenen Partei verraten. (Deswegen muss hier unbedingt differenziert werden.)
Was kann man dagegen tun? Am besten den Verrat öffentlich anprangern und sich von einer solchen Politik distanzieren, auch wenn es nach Nestbeschutzung aussieht. Aber der vorausgegangene Verrat schadet der ganzen Partei!


Am 16. Januar 2018 schrieb Reinhard Lerche:

Die Kontinuität verlangt es, dass der Deutsche eine stabile Regierung bekommt.
Ansonsten will der Deutsche nichts.
Die Deutsche will auch eine stabile Regierung - vielleicht auch noch Frieden.
Ansonsten will die Deutsche Harmonie.

Diesen Quatsch erzählt man uns seit Jahrzehnten und 150 Jahre (etwas weniger) haben die Sozis diese Leere ebenso mit kalter Luft umtanzt.

Die CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne/Linke stehen bereit: Wie können wir so weitermachen, ohne dass es auffällt? Wie können wir so weitermachen und haben trotzdem in vier Jahren wieder den Platz am Trog?
Daher bleibt die Sahara-Koalition nunmehr kein Witz. Irgendwer geht nach vier Jahren in die "Wüste".
Brillant!

Und der Fortschritt ist ja auch schon fest benannt: "Wenn es uns Tag für Tag ein kleinwenig schlechter geht, das nennt man Fortschritt" (Dieter Hildebrandt).



Am 15. Januar 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

GroKo ... Große Kotze; was da als Sondierungsergebnis zusammengeschnipselt worden ist, hat Seehofer diktiert, Merkel moderiert und Schulz irritiert ("großartiges Ergebnis" oder so ähnlich).


Am 15. Januar 2018 schrieb Karola Schramm:

Es gibt tatsächlich Menschen, die wollen und brauchen den Stillstand. Nur nicht bewegen. Dazu gibt es einen Spruch:"Den meisten Menschen ist leider eine bekannte Hölle lieber, als ein unbekannter Himmel." Sie merken nicht, dass sie wie die bekannten Frösche langsam aber sicher gekocht werden. Erst wenn die Schmerzgrenze erreicht ist, kommt es zu Aggressionen, Aufständen, Gegenwehr. Dafür auch die Gesetzesänderungen, die Bundeswehr im Inneren im Notfall einsetzen zu können.

Merkel, Schulz, Gabriel und deren Parteien halten das Wasser am Kochen. Sie pokern hoch, wenn sie mit ihrer geschlossenen Realitäsverweigerung die Stimmung in der Bevölkerung ignorieren und gesellschaftliche Missstände, die im Artikel ausgiebig beschrieben werden und seit Langem bekannt sind, aus ihrem Denken ausblenden, was nur verantwortungslos genannt werden kann.
Sie sind stur. Halten an ihrer Selbstbeweihräucherung fest und feiern sich selbst.
Diese unpolitischen Politiker sind eine Schande für die Demokratie. Eine Schande um als Vorbild für die Jugend zu gelten. Und dennoch sind sie da, weil sie gestärkt werden von den Mitgliedern ihrer Parteien und den Medien.

Es ist mehr als beschämend, Gabriel zu sehen, wenn er meint, die Mitglieder seiner Partei auf verschiedene Weisen manipulieren zu können. Ich gehe jede Wette ein, dass, wenn die Basis tatsächlich überwiegend mit Nein gegen diese unprofessionelle Groko stimmen würde - diese Politiker machen sie trotzdem.
Sie fürchten Neuwahlen wie der Teufel das Weihwasser aus Angst vor den Wählern, dass sie dann komplett abgewählt werden könnten. Sie wissen um ihre Unfähigkeit und Mauscheleien mit Wirtschaft, Banken und EU-Administration.. Auch eine Minderheitsregierung, in der endlich richtig diskutiert werden könnte um pro und contra, in der öffentlich Farbe bekannt werden müsste, wer wie für was stimmt oder nicht stimmt, wird gefürchtet, weil auch diese zeigen würde, wie wenig gute Argumente sie für eine soziale Politik haben um z.B. auch Hartz 4 abzuschaffen.

Sahara-Koalition ist ein guter Witz. Denke ich ihn weiter und ernst nähme bliebe: Aufstand mit einem guten Führer der die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringt und diese Regierung ab in die Wüste schickt.
Nein. Wir müssen als Bevölkerung lernen, wieder zu diskutieren und politisch zu werden im Denken und Handeln. Dann kann diese heuchlerische Truppe meinetwegen sonst wo hin gehen. Politik machen dürfte sie jedenfalls Zeit ihres Lebens nicht mehr.


Am 15. Januar 2018 schrieb Ulrike Spurgut:

Umverteilung von oben nach unten ? Nix
Bekämpfung von Kinderarmut ? Nix genaues weiß man.
Auslandseinsätze ? Die Pickelhaube der Nation "schießt" für die Aufrüstung, und ihr nicht endenwollendes Gelaber über die "Verantwortung Deutschlands in der Welt," vor allem aber ist die Unterstützung für die USA und die NATO als Bündnispartner gemeint, um den Typen zu beruhigen, der heute nicht mehr weiß, was er gestern von sich gegeben hat.
Bürgerversicherung? Nix
2009 gab es eine Mehrheit für rot, rot, grün.
Nix, bis auf die Ehe für Alle.
Die sPD bleibt die Verräterin des Volkes, umso viel, viel tiefergehend in die Leben der Menschen im Land, als es von der cDU und cSU jemals hätte möglich sein können.
Die Geschichte der sPD kann einem nur die Zornesröte auf die Ohren treiben, und das ihr immer wieder von Teilen des Volkes geglaubt wird macht ratlos.
Der Verrat trägt schwer, und sie zeigen wieder ihren gnadenloser Kampf um den Honigtopf, um an der Macht zu bleiben und für die zu kämpfen, die es wirklich bitter nötig haben, weil sie es selber nicht schaffen, setzt sich die sPD nicht ein. Schröders Mitte sind die, die gepampert werden, und die meint Merkel auch, wenn sie sagt: "Deutschland geht es gut." Da in der Mitte wird sich geknubbelt und gekuschelt.
Wie der olle Adenauer mit seinem "Keine Experimente."
Immer dieselbe Leier und Wortwahl: "Stabile Verhältnisse," In Zukunft auch gut leben" "Staatspolitische Verantwortung," aber vor allem, dass es doch bitte so bleibt, wie es ist.
Die Reichen besitzen einen obszönen Reichtum, während Millionen Niedriglöhner, Aufstocker, Obdachlose, arme Rentner, jedes 5.Kind lebt in Armut in Verhältmissen leben müssen, die denen der Weimarer Republik ähnlicher leben. Die AGENDA 2010, die gelebte Katastrophe für Millionen von Menschen bleibt wie gehabt.
Ohne diese an den Rand gedrängten Menschen würden die, die so großkotzig darüber hinweggehen, denn ihnen geht es ja gut, nicht so fröjhlich und gesichert leben können. Viele Bereiche in der Gesellschaft würden ohne die kaum abgesicherten Menschen nicht funktionieren.
Ob es die Putzkolonnen und Handwerker im Deutschen Bundestag sind, ob es die schlecht bezahlten Hilfspflegekräfte in den Heimen und Krankenhäuser, ob es meine Kollegen in der Flüchtlingshilfe, in der ambulanten Kranken und Altenpflege, in der Drogenarbeit, bei den Streetworkern, die mit unbegleiteten KIndern und verloren gegangenen Jugendlichen in ihrer Arbeit konfrontiert werden, mit Mädchen, die sich prostituieren, und mir immer noch die moralin durchtränkte schwarze Klamotten Elite Kampagne, die an eine Hexenjagd erinnert, ziemlich sauer aufstößt, angesichts dessen, was sich konkret und menschenunwürdig in diesem Land abspielt erlaubt wohl die Frage, wielange eine Verkäuferin im Supermarkt an der Kasse sitzt, um sich eins von den schwarzen Roben erlauben zu können ? Rhetorische Frage. Die Frauen brauchen ihr Geld fürs Überleben.
Die vielen Haushaltshilfen, die denen die Hütten saubermachen, sich um deren Kinder kümmern, meist auf 450,-Euro, und mit viel Einsatz und wenig für die Rente eingezahlt wird.
Eine neue Sammelbewegung für die Linken fehlt noch.
Sie sollen endlich die soziale Frage stellen, und die Frage der Macht- und Kräfteverhältnisse, mit klarer Analyse, das wäre zumindest ein Anfang.
Nun ist es nicht nur das staatstragende, nun kommt noch die EU Hörigkeit dazu, die Schulz auf der Fahne der sPD stehen hat.
Vielen Dank für Inspiration, und den wachen, kritischen, sinnstiftenden Artikel.


Am 15. Januar 2018 schrieb Manfred Caesar:

Also die Sahara Koalition ist die einzig richtige.


Am 15. Januar 2018 schrieb antares56:

Ich finde besonders Interessant, wie sich die Mainstreammedien im Moment gerade bemühen, die SPD-Mitglieder zu einer Zustimmung zur GroKo zu bewegen. Man will bei den MSM wohl "ihre Kanzlerin Merkel" unbedingt im Amt halten, Es handelt sich also sehr wohl um Staatstragende Medien! Und das gegen die Mehrheit der deutschen Bürger!
Und demnächst werden eben diese Medien auch eine Zusammenarbeit von CDU/CSU und AfD fordern!


Am 15. Januar 2018 schrieb Andreas Buntrock:

Zum Thema:

www.der-postillon.com/2018/01/fdp-sondierungen.html

Satire oder Wahrheit?


Am 15. Januar 2018 schrieb Rüdiger Becker:

"Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?" fragen Sie rhetorisch in Ihrer Diskussions-Aufforderung auf der Startseite. Ich würde zur Wertung Stichwort 1 und als Handlungsaufforderung unbedingt Nr. 3 befürworten. Sie kommen auch gar nicht umhin - angesichts der vorherrschenden medialen Aberwitzigkeit müssen Sie 2018 einfach weiter ran.... Die Themen werden absehbar nicht ausgehen. Da bleibt uns nur zu wünschen, dass Ihnen Ihre Lektorin gewogen bleiben möge.


Am 15. Januar 2018 schrieb Andreas Schell:

Da ist Ihnen mal wieder eine Bestandsaufnahme gelungen, die ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann: der Zustand unserer Diktatur - ääh - geschäftsgeführt regierten Bundesrepublik in drei Teilen.

Man hat es also erstens in Berlin nicht eilig, die bröselige Fassadendemokratie neu zu tünchen, denn das Ergebnis wird, das weiß man bereits, nicht schöner sein als der jetzige Zustand. Der Michel hat's halt gerne aufgeräumt, daher die Restbemühungen unserer durch die Bank unterbelichteten Politokraten. Allenfalls über den Außenministerposten, der deswegen an die SPD gehen wird, weil es bei der Union keinen noch fieseren Waffenlobbyisten und Profi-Lügenbaron übelster Prägung als den Amtsinhaber S.G. gibt, rege ich mich dann doch noch ein Wenig auf. Ansonsten geht eben alles seinen Gang: eine Wahl mit signifikanter Verschiebung der Parteienlandschaft führt nach vier Monaten zum Status Quo Ante. Alle sagen mir, wir hätten eine Demokratie, und wer das bezweifelt, der spinnt.

Die Opposition hat sich zweitens, so liest man treffend unter "Gelesen.Gesehen.Gehört" offensichtlich selbst erlöst und geht, ersetzt durch einen neoliberalen Mob, in der Idee auf, es sei gut für die künftigen Steuerzahler, in privatisierten Schul-GEBÄUDEN aufbewahrt zu werden. Dieses, weil öffentliche Dächer akzeptiertermaßen nicht ganz dicht sind. Die Konfrontation mit einem schlecht bezahlten und noch schlechter ausgebildeten LehrKÖRPER, der einen brunzbieselblöden LehrPLAN mit profitmaximiert-beschissenen LehrMITTELN abarbeitet, wird kritiklos hingenommen. Dass mangels Personal der LehrPLAN regelmäßig nicht mal mehr vollständig abgearbeitet wird, stört auch niemanden. Uns ist nicht zu helfen!

Im dritten Kapitel, dem Schmock, erfahren wir wieder anhand des repräsentativen Beispiels Tagesschau, wie uns die öffentlichen Medien (Eigenschaft vgl. öffentliche Gebäude) für 17,50 im Monat informieren, nämlich stets tendentös in Richtung Eskalation und Krieg. Das bringt nun einmal mehr. Ganz sicher ist die überwältigende Mehrheit aller Menschen klar gegen Waffengewalt. Wir kaufen trotzdem Sicherheit vor dem Feind.

Die Logik des Ganzen ist nur Opfern des in Kapitel 2 beschriebenen Bildungssystems zu vermitteln, die daraufhin alle vier Jahre ihre Unterschrift - Verzeihung: Kreuz genügt, sind ja viele Analphabeten dabei - unter das in Kapitel 1 beschriebene System setzen.

Vielen Dank für die wertvolle Analyse - ich glaube noch immer daran, dass das was bringt.


Am 15. Januar 2018 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Es geht nicht um die "Sahara-Koalition" sondern um die 'Sahra-Koalition'! Die schickt die abgewirtschafteten Parteien in die Wüste und gründet zusammen mit Oskar eine neue linke Volkspartei! Bravo!


Am 15. Januar 2018 schrieb Ernst Blutig:

Ich empfehle Otto Reutter "Ick wunder mir über janischt mehr" (Auszug):
De Zeiten sind heute recht sonderbar,
det wundern verlernt man janz und jar.
Drum denk' ick een für alle Mal,
wat ooch passiert, is mir ejal.
Und jeht ooch allens kreuz und quer,
Ick wunder mir über jar nischt mehr!

Wenn heutzutage 'n Minister jeht,
denn bilden se um det Kabinett.
Kabinettsbildung is 'n schönet Wort -
det Kabinett, det ham 'se sofort,
bloß mit de Bildung fällt's oft sehr schwer,
Ick wunder mir über jar nischt mehr!

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Reutter

Es gibt noch ein Lied von ihm mit dem Titel "Mir ham se als jeheilt entlassen":

Ick lebe gerne gut, wenn't geht,
bin früher mal Rentier gewesen.
Jetzt hat sich's leider ‚ausrentiert',
doch nächstens komm' ick uff de Spesen.
Ick hab' ja große Sicherung,
ick krieg' mein Geld zurück in Massen,
ick gloobe an de Aufwertung ? ? ?
Mir ham se als geheilt entlassen!


Das droht dann demnächst auch haha.


Am 15. Januar 2018 schrieb Gert Kleinhans:

Mitten in der Wüste Stagnation blüht immerhin der Sprachwitz. Danke!


Am 15. Januar 2018 schrieb Robert Henrich:

Keine Frage: Stagnation ist das Wort der Woche, wenn nicht sogar des Jahres.


Am 15. Januar 2018 schrieb Lutz Jahoda:

LETZTER AUFRUF AN DIE PARTEI
DER GEBROCHENEN VERSPRECHEN

Visionslose Wischi-Waschi-Partei!,
war kürzlich im Internet zu lesen.
Ein blutleeres, kraftloses Allerlei,
sichtlich nicht fähig, um zu genesen.

Altersarmut nicht verhindert.
Bürgerversicherung? Weiter ein Traum!
Wohlstandsteilhabe? Leider vermindert!
Auch für die Luftreinheit weiter kein Raum!

Die Führung, die lasche, sei eindeutig schuld.
Die Basis, die junge, mahnt, um zu retten.
Beendet die Hörigkeit und die Geduld!
Es gibt bereits Viele, die darauf wetten,
dass zurück kommen könnte, was wir einst hatten:
Weimars Aus der Regierungstage.
Gestattet sei darum noch bitte die Frage:
Was soll noch helfen? Der No-Groko-Button?

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