Air Berlin

Der Sozialismus marschiert

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. August 2017

Schlappe 150 Millionen Euro Kredit vergibt die Bundesregierung an die insolvente Flug-Gesellschaft Air Berlin. Und sozialisiert so die privaten Schulden der Gesellschaft. Der Tag der Rückzahlung? Wahrscheinlich dann, wenn die Steuergelder zur Rettung der Banken während der Finanzkrise 2008 zurückgezahlt werden. Begründung? Sicherung des Flugtourismus. Und der Arbeitsplätze. Und überhaupt. So fürsorglich handelt nur ein sozialistischer Staat. Zwar will in Berlin keiner das verpönte Wort in den Mund nehmen. Aber heimlich, wenn gerade keiner hinhört, rinnt aus dem grinsenden Mund des Finanzministers der Satz „Blanwirdschafd muss soi“. Denn mitten im Wahlkampf kann die CDU doch niemanden aus ihrem Klientel schnöde auf Mallorca sitzen lassen. Rund 400.000 Touristen pro Tag werden auf dem Flughafen Son San Juan abgefertigt. Die meisten sprechen Deutsch und die Mehrheit wird von Air Berlin transportiert.

Es war Joachim Hunold – ein Kind der Düsseldorfer Altstadt, der längsten Theke der Welt – der 1992 die ersten Air Berlin Flüge von Berlin-Tegel nach Palma de Mallorca startete. Schnelles Wachstum der Airline war nach der Wiedervereinigung garantiert. Die kleine Air Berlin geriet in die Great-is-Bigger-Ideologie des Post-Schröder-Blair Kapitalismus und wurde bigger was das Zeug hielt: Man kaufte die österreichische Fluggesellschaft Niki, dann die Deutsche British Airways und dann noch schnell die LTU International Airways. Natürlich alles auf Kredit. Mitten im Konkurrenz-Verschlingen wurde man dann selbst geschluckt. Im Januar 2012 übernahm Etihad Airways aus Abu Dhabi im Rahmen einer Kapitalerhöhung 29,2% der Aktienanteile der deutschen Fluggesellschaft. Etihad Airways wurde damit größter Einzelaktionär der Air Berlin.

Die Etihad Airways sitzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und wird von Scheich Ahmed Bin Saif Al Nahyan, einem Mitglied der herrschenden Familie von Abu Dhabi, geführt. In den VAE sitzen auch jede Menge Menschen in Gefängnissen, wenn sie so dumm waren, ihre Meinung frei zu äußern. Auch als Frau, als Arbeitsemigrant oder Ungläubiger kann man schneller ins Gefängnis kommen, als die Air Berlin Start und Landung buchstabieren kann. Natürlich sind die Vereinigten Arabischen Emirate Teil der von Saudi-Arabien geführten internationalen Militärallianz, die im überfallenen Jemen haust, als gäbe es kein Völkerrecht. Zu glauben, dass die Neo-Sozialisten im Berliner Kanzleramt den Air-Berlin-Deal mit den VAE damals nicht abgenickt hätten, ist so naiv wie die Merkel immer tut.

Total devot formuliert das Auswärtige Amt „Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) präsentieren sich als engagierter regionaler Akteur, der den engen Schulterschluss mit starken islamischen und arabischen, westlichen und asiatischen Partnern sucht.“ Der „regionale Akteur“ bekam dann auch brav deutschen Besuch: Die Bundeskanzlerin beehrte die Emirate im Mai 2017 und führte Gespräche mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan. Der Kronprinz war schon im Mai 2016 zu Gesprächen mit der Bundeskanzlerin in Berlin. „Diese Vielzahl hochrangiger Besuche ist Ausdruck der engen Zusammenarbeit beider Länder“ dichtet das AA auf seiner Website. Die ehemaligen Piraten-Kapitäne von der südliche Küste des Persischen Golfs mutierten schnell, mit Hilfe von ausreichend Öl und weitreichendem US-Einfluss, zu einem echten Königshaus. Warum nicht, wird Rolf Seelmann-Eggebert der Adels-Experte von der ARD sagen, hat er doch schon erlauchte Werbe-Sendungen über das Piratengeschlecht der Grimaldis gefertigt, das heute als Fürstenhaus Monegassi geht. Da wird sich die ARD bei den Al Nahyans doch nicht lumpem lassen.

So wird demnächst der exotische Berliner Neosozialismus auch die Anteile eines Königshauses retten, das dann mit der Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa Mit-Eigner der Fluglinie würde. Sicher dürfte sich die deutsche Vorzeige-Airline dann bald „Königliche Fluggesellschaft“ nennen, wie die einst niederländische KLM (Koninklijke Luchtvaart Maatschappij), ein unschätzbarer Marketingvorteil.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. August 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Bankensozialismus und staatliche Fluglinienzerschlagung in Zeiten der Klimakrise. Fliegen für einen Appel und ein Ei, damit sich auch noch der letzte RTL2 Zuschauer, auf Malle besaufen kann.


Am 28. August 2017 schrieb altes Fachbuch:

na klar ist das alles satire;)
650 mio noch für die A1-loser wegen "gewinnverlust" (hab ich ttip verpasst?), 92 mio für den bundeswahlkampf (ohne merkels hubi-fliegerei), vergleichen mit rüstung darf ich nicht.... (21 miA nur für die bisherigen auslandseinsätze der parlamentsarmee)
mach ich`s mit bildung: da fehlen laut stiftung bildung allein 30 MIA nur für die schulbauten. pro woche 1 mio stundenausfall, weil es an schulen und lehrern fehlt!! der mangel (zutiefst sozialistisches merkmal) wird relativiert, "statistische unschärfen" sind zu vermeiden!!! durch die zuwanderung entsteht plötzlich ein bedarf an bildung, der weder vorhersehbar war, noch ernst zu nehmen ist - die sollen eh alle wieder gehen;)
menschen und deren zukunft der haushaltslogik unterworfen!!
wenn mich einer fragt: ich könnte ohne bananen und VW, aber wie lange das die andere seite ohne verstand aushält - respekt!!

sozialismus oder protektionismus??
thyssen-krupps stahlwerken gehts nicht gut;) und nun wollen die nationalen "mitbewerber" eine deutsche stahl ag konstruieren, damit ein brit.ind. konsortium nicht übernehmen kann!
diese fürsorge ist sicher sozialistisch, kommt für die schleckerfrauen leider zu spät!

natürlich ist bei der ig metall die nationale lösung die bevorzugte. genau so, wie sie dem schultz verklickerte, dass er ohne autos kein kanzler wird:)
https://www.jungewelt.de/artikel/317046.nationale-l%C3%B6sung.html

was ich damit kritisieren will, ist, dass es keine gesellschaft als solche gibt!! klientelpolitik nach wahlkalender und haushaltssituation!! gesamtgesellschaftliche bedürfnisse in ihrem wirklichen bedarf, und deren planmäßige befriedigung finden nicht statt!
"weiter so" ist rationeller denn ein rationales gesellschaftsmodell!


Am 26. August 2017 schrieb randy andy:

Gratuliere; wie immer mit feiner Feder und scharfer Klinge verfasst !
Ich muss jetzt noch lachen, als die AriBerlin-Meldung rausging und wie die 150 Mio im Mainstream verkauft wurden ^^^^
Erschreckend fand ich dann eher mit Blick in diverse Foren die Reaktion der Bürger, denn das haben sicher 90% "gekauft".


Am 25. August 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Der vom Heimholtzplatz
Kommen sie weiterhin in der GALERIE vorbei, wenn sie wieder in der Nähe sind, mit dem Blick fürs Wesentliche, und lassen sie uns an dem teilhaben, was ihnen auf dem Weg begegnet.
@ Rena Schmid
Punktgenau, und da lach ich doch gerne mit. Die Gellermann Satire, wie ich sie kenne, schätze, und genieße, besonders in Zeiten, wo einem das Lachen des öfteren im Hals stecken bleibt.


Am 25. August 2017 schrieb Otto Bismark:

@Ute Plass: Frau Plass, ich entnehme der Äußerung von Frau Wagenknecht, daß diese keinen Unterschied macht zwischen Gewerkschaftsarbeit und Lobbyismus. Das halte ich für unerträglich! Muß ich dazu noch auf Einzelheiten eingehen, wohl nicht. In meiner Erwiderung auf altes Fachbuch habe ich in diesem Zusammenhang die Haltung der Linken zum Lobbyismus aus deren Themenpapieren zitiert. Auch hier wird deutlich, wie die Linke bereits in dem Poitikbetrieb dieses Landes angekommen ist. Und zur Sache noch kurz. Die gewählten Abgeordneten sollten sich Ihre Sachkenntnis aus allgemein zugänglichen Quellen beschaffen, nicht jedoch von Interessenvertretern.

Antwort von U. Gellermann:

Die deutsche Linke hat nur eine parlamentarische Vertretung: Die Linkspartei. Das Parlament hat die Funktion eines Lautsprechers. Schon mehrfach hat die Linkspartei diese Verstärker-Eigenschaft sinnvoll genutzt, um ihre Positionen zu Bundeswehr-Auslandseinsätzen oder zur Agenda-Politik zu formulieren. Das enthebt sie nicht jeder Kritik. Aber ihre richtigen Positionen bedürfen der Unterstützung. Allerdings gehört dieses weite Feld nicht zum Thema Air-Berlin-Sozialismus. Deshalb findet dieser Strang der Debatte hier sein Ende.


Am 25. August 2017 schrieb Ernst Grobschmied:

Nach jahrelanger Indoktrination, der Ausbau des Frankfurter Flughafens schaffe 10.000e Arbeitsplätze - und die Nachfrage nach Flügen sei so riesig geworden, dass man nun das 3. Terminal baut, - hört man nun Erstaunliches. Es gäbe ÜBER-KAPAZITÄTEN am Himmel.
Wettbewerb - Verzeihung VERDRÄNGUNGS-WETTBEWERB zu "Too-big-to-fail-Unternehmen ist der Schlussakt unseres Wirtschaftens geworden. Und diese "Unternehmen" sollen wir alle noch kreditieren, aus Angst, der gesamte Laden macht Pleite ?

Das nun der gesunde Menschenverstand schlussfolgert, dass diese Pleitiers zurück bebaut werden, in dem sie in Insolvenz gehen - ist logisch denn das gilt vor allem für " Too-small-to-be- saved"-Unternehmen.

Doch die gewählten Ökonomen sehen ihre Rendite und Weltbild in Gefahr.
Nur im ÖPNV zahlt man noch in bar, alles andere fliegt und fährt auf PUMP.

Reformen - das gilt nur für die Anderen.


Am 25. August 2017 schrieb Rena Schmid:

Ich lache immer noch: So wird der Gegner verlacht. Ein Gespenst geht um in Westeuropa, der Merkel-Sozialismus.


Am 25. August 2017 schrieb Otto Bismark:

@altes Fachbuch: Zunächst die von Ihnen erwähnte Stelle aus der homage der Linken als Zitat:
"An Lobbying an sich ist nichts auszusetzen und Lobbyismus ist als Informationsinstrument auch unverzichtbar. Lobbyisten sitzen meist direkt an der Informationsquelle, haben aktuelle Daten, Zahlen und Fakten, erstellen Expertisen und Studien für die Politik und treten als Sachverständige auf - alles hilfreiche Dinge. Es ist in einer parlamentarischen Demokratie auch legitim, auf Entscheidungen und Entscheidungsträger Einfluss zu nehmen. Auch sind die Abgeordneten auf eine seriöse Politikberatung von außen angewiesen."
Nun die Frage: Was soll das sein? Etwa eine Stellungnahme gegen den Lobbyismus?

(zitiert aus: Themenpapiere der Fraktion)


Am 25. August 2017 schrieb Jan Petersen:

Nun lese ich schon den dritten Leserbrief, der dem Artikel "Der Sozialismus marschiert" nicht die Satire anmerkt. Ist der allgemeinen undefinierten Linken (Linksparteiler sitzen bleiben, ihr seid nicht gemeint) der Sinn für Humor abhanden gekommen? Fehlt das Ironie-Gen? Ja, der Kampf ist hart, aber er wird nicht weicher wenn man das Lachen aufgibt.


Am 25. August 2017 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Zu Peanuts.
"150 mille sind weniger als peanuts". Als ich noch ein Kind war wohnte auf der gleichen Etage mit meiner Familie eine andere Familie mit der 2 jährigen Sahra. Sahra schnabulierte sehr gerne Erdnussbutter und nannte diese immer Nüsschen. Sobald der große Hunger kam sagte die kleine "Sahra Nüsschen" was bedeutete Sahra möchte eine Scheibe Brot mit Erdussbutter.
Die 8 cent Bierflasche nach der ich mich bücke sind Nüsschen, die 15 cent Wasserflasche ist eine Haselnuss und die 25 cent Plastikflasche oder Getränkedose ist eine Wallnuss. Ja ja, so teuer können Schliessfrüchte heute mitlerweile sein- wobei die Erdnuss ja gar keine Nuss im eigentlichen Sinne ist.
"150 mille"(Rotwelsch übersetzt sind das genau 150.000). Also 150 Mio. sollten reichen um hier am Platz (Nomen est Omen)
so ca. 20-25 Mietskasernen zu kaufen. Diese ca. 800 Wohneinheiten werden dann vortan mit einem Mietpreis von 4,-? Kaltmiete versehen (man muss den Bankstern ja nix abgeben, sind ja nur Peanuts und die auch noch von Frau Merkel geschenkt- 150Mio.? wieviele leere Bierflaschen das wohl wären?). Die Kleinst- und Mittelverdiener machen Freudensprünge wenn nicht mehr 50% oder mehr des Haushaltseinkommens für Miete ausgegeben werden müssen. Das ist sozial, das kommt an; genauso wie die Malleflieger es ganz toll finden das "air börlinn", dank der Nüsschen von Fr. Merkel (der Steuerzahler) weiter transportieren kann.
"Peanuts, das sind Peanuts ..." sprach einst ein Herr Hilmar Kopper. "Peanuts? Peanuts!" rufen die Nachfolger des Gierlappens Kopper hysterisch "4,-? Kaltmiete, das sind Peanuts!". Und so wird es wieder nichts mit einem annehmbaren Mietpreis in den Innenstädten hier in D.
Nicht wegen der 150 Mio. @Altes Fachbuch,
(Da könnten Sie doch sicherlich, für die vom Helmholtzplatz und anderswo, bei Fr. Dr. Merkel anfragen und um eine Tüte Erdnüsse bitten. Das schaffen Sie)
sondern weil die genannten GierlappenBankster mit Sicherheit ein Angebot machen würden welches nicht abzulehnen ist. Überbracht von BanderaInkasso aus Kiew oder von den anderen, z.B. aus Corleone/Sizilien. Und bei solchen Angeboten verzichtet jeder gerne.
Wer verschenkte 150.000.000,-? Steuergeld als Peanuts bezeichnet (auch ins Verhältnis mit "Rüstungspreisen" gesetzt) der ... , Sorry, aber da geht bei mir das Messer in der Tasche auf, dem empfehle ich mal Wallnüsse (die großen für 25 cent das Stück) zu essen, die sehen (geknackt) aus wie ein Gehirn und sind auch gut für dieses.

Zum Text des Galeristen
"Aber heimlich, wenn gerade keiner hinhört, rinnt aus dem grinsenden Mund des Finanzministers der Satz "Blanwirdschafd muss soi?"
Großartig, jedoch bar jeder Vernunft. Dieser Satz fällt diesem Schwarzen, mit seiner Bismarkstatue in seinem Büro, niemals aus dem Gesicht. Nicht im tiefsten, dunkelsten, schwarzesten Kellerverlies wo Schäuble noch einen schwarzen Schatten wirft, nicht auf der einsamsten Alm oder im Urwald als Einsiedler. Niemals.
Die 150 Mio. ? sind m.E. 1. wie beschrieben Wahlkampf und um den finanziellen Druck zu nehmen, und 2. "Landschaftspflege" um die genannten Kopfabschneiderkönigreiche bis nach der Wahl milde zu stimmen. Eine Einladung nach München wurde bestimmt aus schon ausgesprochen. Nichts offizielles versteht sich. Man will ja unter sich sein. Lecker Essen bei Feinkost Käfer, etwas Shoppen (auch bei BMW) und natürlich der obligatorische, ehrfurchtsvolle Besuch der Feldherrenhalle. Dort ist dann auch der schwarze Wolfgang dabei, (t)rollt neben den königlichen Herrschern her und träumt von Bismark und den Sozialistengesetzen.
Und dann, nach dem Essen dem Sightseeing und der Bundestagwahl wird geschachert. Dann ist in München, beim großen Geschacher, noch ein alter Bekannter Schäubles dabei. Fam. Wöhrl bietet auch mit. Wöhrl Dagmar CSU MdB, da war doch was mit DBA und Ausschreibung Flüge Bonn-Berlin. Egal.
Um´s mal christlich auszudrücken, da sind noch nicht alle Messen gelesen. Air Berlin kann auch zerschlagen werden. Alles eine Frage des Geschachers und des (Steuer)Geldes.

Schöne Grüße vom Helmholtzplatz


Am 24. August 2017 schrieb altes Fachbuch:

"Der Sozialismus marschiert" und "Und sozialisiert so die privaten Schulden der Gesellschaft."
lieber galerist, ICH muss mich kurz fassen, um beim thema zu bleiben;)
waren "subventionen" bei den bösen kommunisten wirklich das, was sie hier glauben machen wollen?? es gab keine vergesellschaftung privatwirtschaftlicher schulden!!
zum trösten sollte man also bitte auf der eigenen baustelle bleiben;) frau peters war nicht gemeint!
150 mille sind weniger als peanuts, und pille palle zu rüstungspreisen - und damit sollte man sich beim thema beschäftigen!! holzmann und air börlinn sind eben eine andere hausnummer als die schleckerfrauen. ein jet oder die start/landerechte sind werte, um das sterbende fleisch kümmert sich der sozialstaat. dass der kap. staat wirtschafts"förderung" betreibt, ist an den blühenden landschaften im osten abzulesen!!
als bewohner der ex.komm. russlandbesatzungszone habe ich von buchhaltung natürlich keine ahnung;)
umsatzsteuervoranmeldung und nach monatsabschluss rechnungslegung mit dem finanzamt?? alles so neu, sche*ß auf wirtschaften, wo die kanzlerin am gamen ist:)
dieses land bekommt, was es verdient! der beste plan, die cdu los zu werden, ist sie zu wählen!! 4 jahre alleinherrschaft und das problem erledigt sich (wohl nicht)!
:)

@r.neumann
ich ignoriere sie auch!


Am 24. August 2017 schrieb Lutz Jahoda:

LIED VOM SCHLINGEN UND WÜRGEN

Schluck-schluck-schluck,
durch Deutschland geht ein Ruck.
Wenn auch nicht der präsidiale,
sondern nur der konzerntale.
Schluck-schluck-schluck,
wer schlingt, steht unter Druck.

Schling-schling-schling
ist ein gefährlich Ding.
Manche schlucken Riesenbrocken,
nur weil Höchstgewinne locken.
Schling-schling-schling,
die Risiken sind flink.

Happ-happ-happ,
zur Armut gehts bergab.
Leider selten mit den Großen,
schwer ist es, sie umzustoßen.
Happ-happ-happ!
Der Gierschlund gibt nichts ab.

Würg-würg-würg,
egal ob Deutsch, ob Türk.
Geht es um die Großmoneten,
geht der letzte Anstand flöten.
Droht gar fast der Tod?
Schäuble hilft in Not.

Kotz-kotz-kotz
Er half schon manchem Protz
Zwar nicht allen, die missraten,
doch den superreich Privaten
hilft er gern ins Boot.
Alles ist im Lot!

Seich, Seich, Seich!
Frau Merkel spricht uns reich.
Hier im Land der Bockwurstesser
gehe es uns täglich besser.
Schluck-schluck-schluck,
so geht deutscher Ruck!

Antwort von U. Gellermann:

Hätte ich einen Preis für Enthüllungs-Lyrik zu vergeben, gäbe ich ihn unbedingt an dieses treffende Gedicht. Prämiert mit einer Pflicht-Lesung in der Tagesschau.


Am 24. August 2017 schrieb Uschi Peter:

Der Sozialismus hat sich auf die Fahne geschrieben, alles für die Menschen zu tun.
Dabei hat er sich aufgeführt wie besorgte Eltern, die für ihr Kind alles tun ohne Rücksicht auf die Kosten, aber auch autoritär. Der Kapitalist wird den Teufel tun für das Wohl der Menschen . Er stützt nur die Wirtschafts- und Finanzgewaltigen. Das Wohl der Menschen ist Kollateralschaden. Nur eine Frage: Wo auf unserer Welt gibt es den Hort der Menschenrechte?
@Andreas Schell: interessante Aufrechnung.


Am 24. August 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Insolvenz heißt übersetzt nichts anderes, als Pleite gegangen. Nichts mehr auf der Naht, sozusagen im Gierrausch alles versemmelt, was es zu versemmeln gibt. Und dann 150 Millionen Steuergelder, und nieman weiß, ob sie jemals zurückfließen werden, um sinnvolleres damit zu tun, als Pleite Geier/Flieger mit dem sich wiederholdendem "Argument," "Arbeitsplätze," und ausgerechnet in der Deutschen liebsten Zeit, der Urlaubszeit dieses dem Land zu verkündigen. Merkel ist sich sicher, auweia, weil sehr gut nachgedacht, dass es mit Brüssel noch abgesprochen werden muss, aber von der Rückzahlung geht Merkel aus. Im übrigen ist es, wie in der Geflüchtetenentscheidung, man könne schließlich nicht Zehntausende von Reisenden im "Stich" lassen, und so passt der Paukenschlag zum jetzigen Zeitpunkt, weil die Bevölkerung Mutte diesbezüglich sicherlich unterstützen wird, und die Wahlen stehen auch vor des Bürgers Türe. Ryanair hat Beschwerde beim Bundeskartellamt, und der EU-Kommission eingelegt, und spricht von künstlich erzeugter Insolvenz. Im Neoliberalismus hat doch das freie Spiel des Marktes zu gelten, und somit der Wettbewerb, dachte ich bislang. An den Milliarden Subventionen, die jährlich, vor allem in Firmen und Unternehmen gesteckt werden, mutet es doch seltsam, wo der Staat, der jedem Bürger nahe legt, dass die Privatisierung die Krönung des Neoliberalismus ist, und sie, die Bürger die Lebensrisiken selber absichern. Und ein bisschen Protektionismus schat ja nix. Die LUFTHANSA geiert nach den Filetstücken, Ryanair befürchtet den Verlust eigener Start- und Landezeiten (Slots) an den großen, deutschen Flughäfen. Der Klüngel zwischen Bundesregierung, Lufthansa und Air Berlin, was soll man davon halten. Und Machnig, der hochbezahlte Schwätzer ist überzeugt, dass die sogenannte "Brückenfinanzierung," wie Merkel unbedingt notwendig ist, und der ist von der sPD. Wie war das mit Schlecker, wo Tausende von Frauen ihren Arbeitsplatz verloren haben..........
Diese üblen, wiederlichen, verkommenen Politiker, die mit den Lobbyisten an einem Tisch sitzen, wo Tausende Ausweise haben, um ungehindert den Deutschen Bundestag mit Schleimspuren zu belagern. Was für Türen gehen auf, wo Kaffee und Kuchen bereit steht für diese Verbrecher.
Die Verursacher der Finanzkrise packen sich seit Jahren die Taschen wieder voll, und wer steht denn vor Gericht, und muss sich verantworten ?
Das Verluste sozialisert werden, ist Teil des Systems.


Am 24. August 2017 schrieb Karola Schramm:

So viele, enge und vertrauensvolle geschäftliche Bindungen zu nachweislich richtigen autoritären Staaten = Diktaturen
- mir fällt bei den vielen "Ismen" nicht ein, wie man das richtig nennen könnte - macht deutlich, was derzeit wirklich passiert.
Die Bezeichnung Neoliberalismus, als Schlag-Wort verstehen die meisten nicht.
Eher würde passen, dass hier vom Markt beherrschte Politiker tätig sind, die sich so vom Makel, selber als Diktator gelten zu können, frei gesprochen werden. Dass sie DEN Markt, als Diktatur, locker untestützen, fällt nicht auf sie negativ zurück. Sie schämen sich nicht, haben kein Gefühl dafür, wie Unterdrückung und Diktatur heute abläuft.

Sie machen mit allen Ländern Geschäfte, nur nicht mit den Ländern, die das durchschauen und nicht mitmachen wollen.
Da wird es dann ernst. Die werden diskriminiert etwa Russland oder es werden einfach kleine Bürgerkriege inszeniert, um dann in diese kriegerisch, unter dem falschen Vorwand Demokratie bringen zu wollen, einfallen zu können. Oder wie in afrikanische Staaten. Oder wie in den südamerikanischen Staaten, wo noch überlegt wird, wie man da tätig werden will. Oder, ganz raffiniert, man schmiert die Justiz wie in Brasilien, damit echte, sozial-sozialistische Regierungen gestürzt werden können, die noch an ihre Bevölkrungen denken und für diese eine soziale Politik wollen.

Das ist die globalisierte Marktdiktatur, die keine persönlichen Diktatoren mehr kennt, die man zur Rechenschaft ziehen könnte.
Das ist der entfesselte Raubtier-Kapitalismus, der alles frisst - ob man das Neo-Sozialismus nennen kann ?

Mir gefällt dieser Satz so gut: "Aber heimlich, wenn gerade keiner hinhört, rinnt aus dem grinsenden Mund des Finanzministers der Satz "Blanwirdschafd muss soi".

Oh ja, dieser Mann hat auch schon öffentlich geschwärmt, dass die Diktatur in China mit ihrem wirtschaftlichen Aufschwung, gar nicht so schlecht da stehe. Fügte dann aber doch noch schnell hinzu, dass er Diktatur natürlich nicht gut finde.

Die Tragik ist ja die, dass hier in DE an Infrastruktur, ob Bildung, Gesundheit, Straßen und Wohnungsbau alles verrottet und auf Nachkriegsniveau oder davor, angekommen ist und dass das keinen der Politiker stört.

Man kann das ganze, politische und gesellschaftliche Geschehen auch so nennen: Endlich im Neo-Feudalismus angekommen. Die Geld-Politik-Wirtschafts-Eliten haben endlich wieder ihre Arbeits-Sklaven und Minnas für die Haushalte ihrer Frauen, die den Dreck weg räumen.


Am 24. August 2017 schrieb altes Fachbuch:

@o.bismark
da haben wir es wieder, das obligate LINKE-bashing.
die unzufriedenheit mit einer antwort auf eine frage reicht zur pauschalierten negierung allens, was die LINKE ist und macht!!
wozu stellen sie dann tendenzielle fragen, wenn sie die ehrliche und sachliche antwort nicht verstehen und verkraften (wollen)?!
lektüre:
https://www.linksfraktion.de/themen/a-z/detailansicht/lobbyismus/
und
https://lobbypedia.de/wiki/Die_Linke


Am 24. August 2017 schrieb Andreas Schell:

Vielen Dank, nur ein kleiner Einspruch: 400.000 Passagiere am Tag sind's nicht, aber lassen Sie uns doch trotzdem mal ein Bisschen rechnen. Der Flughafen Mallorca fertigt in den Ferienmonaten gute 3 Millionen Passagiere pro Monat ab, also täglich ca. 100.000, ca. 800 Flugzeuge. Ab Berlin sind's ca. 2000 km. Pro Passagier braucht ein moderner Jet dafür 100 Liter Kerosin (5L/100km). Für das Personenaufkommen in Palma, das im Wesentlichen Vergnügung, Jux und Dollerei zur Ursache hat, gehen (grobe Überschlagsrechnung) 10.000.000 Liter am Tag in die Atmosphäre. Kerosin ist chemisch in etwa "schlechter Diesel" und verbrennt in der Flugzeugturbine unter der Entwicklung von gewaltigem Getöse, Ruß und Stickstoffdioxid. Schadstoffe dürften, absolut und pro Liter Treibstoff gerechnet, drastisch schlimmer als bei einem Diesel-PKW sein - der Dreck wird nur weiter verteilt und "global" verdünnt. Apropos: Kerosin ist in den meisten Ländern steuerfrei zu haben. Dass die Flieger von Air Berlin aus dem Luftraum verschwinden, ist wiederum extrem unwahrscheinlich - die werden einfach umlackiert, alles andere würde sich "nicht rechnen", wie wir Angehörigen der Geld-Religion immer so schön sagen. Die staatliche Subventionierung (steuerfreier Kraftstoff, Auffang-Kredite für Pleitegeier) für den ganzen Wahn ist offensichtlich - und höchst wahrscheinlich allgemein erwünscht. Das ist eben "unsere Art zu leben", auf die bisweilen ein Attentäter aus einem Öl-Förderstaat einen Anschlag verübt. Verzeihung - der letzte Zusammenhang war natürlich nur konstruiert. Aufgehört wird trotzdem nur, wenn die Nachfrage ausbleibt. Wer verzichtet zuerst?


Am 24. August 2017 schrieb Ute Plass:

@Otto Bismarck: "Ich habe mal Frau Wagenknecht in einer öffentlichen Diskussion gefragt, warum das so ist und darauf hat sie mir geantwortet, daß man dann ja auch gegen Gewerkschaftsarbeit und dergleichen sein müßte. Hätten Sie diese Antwort von solch einer Frau erwartet? Ich jedenfalls nicht und seither sind auch die Linken für mich politisch erledigt."

Die Antwort von Frau Wagenknecht lässt viele Interpretationen zu.
Welche Botschaft glauben Sie aus dieser kurzen Antwort ableiten zu können?


Am 24. August 2017 schrieb Paulo H. Bruder:

Tja, mit "Sozialismus" oder "Neosozialismus" hat das nichts zu tun, sondern mit der neoliberalen Geldschipperei von unten nach oben. Davon mal abgesehen (U. G. versuchte sich ja 'nur' in Ironie), ist der Artikel feinste Sahne.


Am 24. August 2017 schrieb Otto Bismark:

Lieber Uli Gellermann,
nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich muß schon widersprechen. Der Sozialismus marschiert natürlich nicht, nur weil die großkapitalgesteuerte Politik eines der reichsten imperialistischen Staaten mal wieder in gehöriger Dimension Steuergeld verbrennt. Ich würde formulieren "Der Lobbyismus marschiert", denn alles was wir derzeit erleben und bisher eines der bedeutsamsten Beispiele ist wohl der sogenannte Dieselskandal, der selbst aber von der Politik wiederum nicht als solcher behandelt wird, ist doch das Ergebnis der direkten Einflußnahme des Kapitals auf die die Macht Ausübenden. Der Zeitpunkt der Insolvenz von Air Berlin ist doch toll gewählt, da braucht man der Regierung doch gar nicht mehr ausdrücklich zu sagen, was die zu tun hat, das weiß die so kurz vor der Wahl ganz von selbst. Nur leider ist noch nicht mal die deutsche Linke bereit, ernsthaft gegen den Lobbyismus aufzutreten. Ich habe mal Frau Wagenknecht in einer öffentlichen Diskussion gefragt, warum das so ist und darauf hat sie mir geantwortet, daß man dann ja auch gegen Gewerkschaftsarbeit und dergleichen sein müßte. Hätten Sie diese Antwort von solch einer Frau erwartet? Ich jedenfalls nicht und seither sind auch die Linken für mich politisch erledigt.


Am 24. August 2017 schrieb Rainer Neumann:

Wer selbst auf Mallorca sitzt sollte nicht mit verbalen Steinen werfen.


Am 24. August 2017 schrieb Marie Berner:

"das heute als Fürstenhaus Monegassi geht" Nach einer wunderbar satirischen Analyse ein perfekter Hieb auf das Zwerchfell. Danke.

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