Abenteuerspielplatz Ukraine

US-Stützpunkt und Raketen für Nordkorea

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. August 2017

Die komplette westliche Medienwelt weiß über die neuesten Fälle von islamisch angestrichenem Terror detailliert zu berichten. Wer da Terror übt, wer da Autos in Menschenmengen fährt oder wahllos um sich sticht, das sind die Amateure der zweiten, dritten Generation muslimischer Einwanderer aus den westeuropäischen Ländern, in denen sie jetzt glauben Rache üben zu müssen. Rache für ihre sozialen Niederlagen, für die Verachtung, die sie ständig erfahren, für die Kriege des Westens in den islamischen Ländern. Dass sie missbraucht werden, von ihren anonymen Hintermännern in der dunklen Hierarchie des IS ebenso, wie sie ausgeschlachtet werden von der Medienfront, die an den Kriegen in Afghanistan, Libyen oder Syrien Quote gemacht hat und ideologische Feldgewinne: Das haben die kleinen Lichter in den Gefängnissen, in denen man sie rekrutiert hat, nicht gelernt.

Für den großen Terror sind die Profis zuständig: Die Absolventen der Militärakademien, geschult in den Stäben der postkolonialen Armeen auf dem Weg zu den neuen Kolonien. Eine dieser Kolonien ist die Ukraine. Ein Land, das lange Zeit dem imperialen Einfluss entzogen schien, das aber spätestens seit dem EU-Assozierungsabkommen als fette Beute aufschimmert. Es sind weniger die ukrainischen Rohstoffe, nach denen die westeuropäischen Regenten an der Seite der USA so heftig interessiert waren und sind. Es ist zum einen der Absperrhahn für russisches Gas, den die Ukraine in der Hand hält, zum anderen ist es die geostrategische Bedeutung des Landes, die den Profis in den NATO-Stäben das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Die Hoffnung, in der Ukraine die weiche Flanke Russlands zu finden, lässt den Kriegs-Profis keine Ruhe. Da will man nicht einmal die Umsetzung der militärischen Komponente des Abkommens mit der EU abwarten. Wohl deshalb haben Ende Juli die sogenannten SEABEES, die Bautruppen der US-Marine, den Auftrag bekommen, einen US-Marinestützpunkt an der Schwarzmeerküste zu errichten. Der neue Kommandoposten soll im ukrainischen Hafen Ochakov seinen Platz finden, nur rund 300 Kilometer von Sewastopol, dem Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte entfernt. In solchen Plänen lauert der Kriegsterror der Profis, dessen Ausmaß jeden Amateur-Anschlag übersteigt.

Das ist ein abenteuerlicher Versuch einen militärtaktischen Vorteil zu erlangen, der natürlich auf Dauer in einen strategischen Gewinn umgemünzt werden soll. Dass dieser Gewinn nur Krieg mit Russland bedeuten würde, dass dieser scheinbare Gewinn zu schwersten Verlusten führen würde, das müsste selbst den größten Idioten im Pentagon klar sein. Aber für ein Abenteuer sind sowohl die Navy-Planer, die sich weit weg vom Schuss wähnen als auch die Kiewer Gambler – deren Nähe zum Schuss den Verstand offenkundig nicht schärft – stets zu haben. Wie es um die Hirne in der deutschen Aussen- und Militärpolitik bestellt ist, muss man nicht rätseln wenn man auf die Website des Auswärtigen Amtes sieht: „Deutschland unterstützt die Ukraine seit 2002.“

Bei welchen Vorhaben unterstützten die Hasardeure im Außenministerium, die sich frech „Deutschland“ nennen, die Ukraine noch? Nur beim Versuch Russland so lange zu provozieren bis jemand im Kreml die Nerven verliert? Oder auch beim Export von Raketen-Triebwerken an Nordkorea? Eine brisante Lieferung, von der das „International Institute for Strategic Studies“ (IISS) jüngst der New York Times erzählte. Das Institute steht dem britischen Geheimdienst nah, näher, am nächsten. Und der hat keinen Grund die Ukraine zu verleumden. – Es war der heutige Bundespräsident und damalige Außenminister Steinmeier, der Anfang 2014 auf dem Kiewer Maidan das Abenteuer einer Westbindung der Ukraine prominent unterstützt hat. Die Regierung, die diesem Abenteuer entsprungen ist, hat aus dem Land längst einen Spielplatz für irre Projekte aller Art geformt. Und der ehemalige Obergefreite der Luftwaffe Steinmeier ist als Betreuer des gefährlichen militärischen Abenteuerspielplatzes offenkundig nicht tauglich.

Der Text der Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.



Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. August 2017 schrieb Vera Hansen:

Andere machen Sommerpause, Gellermann bringt es auf den Punkt: Der ukrainische Abenteuerspielplatz kann uns jederzeit um die Ohren fliegen.


Am 21. August 2017 schrieb Klaus Bloemker:


Uli: "die Amateure der zweiten, dritten Generation muslimischer Einwanderer ... Rache für ihre sozialen Niederlagen, für die Verachtung ... für die Kriege des Westens in den islamischen Ländern."

Und wieso haben die Vietnamesen in den USA nicht auch Rache genommen? - Von deren Attentaten habe ich noch nie was gehört.

Ist es der Unterschied zwischen ihrem Buddhismus und dem Islam der Muslime? - Ich will Religion nicht überbewerten, aber irrelevant ist sie nicht.
_____
Neben Steinmeier hätte man noch McCain erwähnen können, der auf dem Maidan gesprochen hat, und den Ukainern die Unterstützung Amerikas zugesagt hat. - Ziemlich absurd, ein Senator aus Arizona spricht auf dem Maidan in Kiew.

Antwort von U. Gellermann:

Zwei mögliche Erklärungen: 1. Die Vietnamesen sind aus dem „amerikanischen“ Krieg als Gewinner hervorgegangen; 2. Anders als viele islamisch geprägte Völker haben die Vietnamesen seit Jahrhunderten eine Nation herausgebildet, die in den Befreiungskämpfen gegen China, Frankreich oder die USA ein eigenes Selbstbewusstsein entwickeln konnte. Terror ist immer die Waffe der hilflosen Verlierer.


Am 21. August 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Sehnsucht nach "Frieden kriegen" in der Zivilisation
ist leider eine verführende "Kriegen-Motivation,
denn seit 10 Tausend Jahren ständig immer wieder
werfen Wahnsinnige vom Himmel Die Waffen nieder!",
auf dass sie zerfetzen auf Erden unschuldige Glieder!
Wann wird man je nicht nur singen die Friedens-Lieder?
damit "Ewiger Friede" kommt auf alle Menschen hernieder!


Am 21. August 2017 schrieb Lutz Jahoda:

WIE ALLES MITEINANDER ZU TUN HAT
oder
NACHDENKEMPFEHLUNG
ZUR BUNDESTAGSWAHL 2017

Langeweile macht sich breit,
obwohl wir schon auf Glut stehn.
Das Fernsehn zählt auf Heiterkeit.
Es wird schon alles gut gehn.

Zwar zeigt sich ein Billiardenloch
in den US-Finanzen.
Die Bordkapellen spielen noch.
Nur die Verrückten tanzen.

Die sogenannte Wertemacht
ist zum Vasall verkommen.
Somit wird nur noch das gemacht,
was Washington sich ausgedacht.
So weit sind wir gekommen.

Ich höre noch den Jubelschrei:
"Ein dreifach Hoch auf Gorbi!"
Die Dummdenkzeit ist zwar vorbei,
Konzernen ist das einerlei,
die deutsche Wirtschaft, steuerfrei,
ruft stolz: "Urbi et orbi!"

Das bundesdeutsche Vaterland,
im Kraftstrom alter Säfte,
es ruft erneut nach starker Hand.
Frau Merkel hat den Kopf im Sand,
ihr fehln die rechten Kräfte.

Auch daran wird bereits gestrickt.
Da gibt´s nichts dran zu dichten.
Die Pläne sind längst eingedickt.
Wer hellwach Richtung Westen blickt,
weiß: Pentagon wird´s richten.

Antwort von U. Gellermann:

Lieber Lutz Jahoda,

wer in unserem Mutterland ruft denn nach starker Hand?
Das können nur die Blöden sein
die rufen: Schenk noch einen ein
Damit die Hand nich zittert
wenn sie die heben
eben.


Am 21. August 2017 schrieb Otto Bismark:

Ausgehend von dem Kern des Artikels taucht doch eigentlich nur eine Frage auf: Glauben denn die Kriegstreiber aller Coleur, daß sie auch diesmal ungeschoren davonkommen werden? Daß sie nach einem neuerlichen großen Crash, an dem sie vorher wie zu erkennen auch schon satt verdient haben wiederum Kasse machen können? Wie vor und nach dem 2. Weltkrieg? Glauben die wirklich, daß sich bei dem erreichten Stand der Tötungsmaschinerie ein militärischer Konflikt mit China und Rußland und womöglich vor allem mit beiden als gemeinsamen Gegner noch irgendwie begrenzen läßt? Denn anders hat die gegenwärtige Politik der immer schnelleren und weiter fortschreitenden Aufrüstung und Eingrenzung dieser Mächte keinen Sinn. Nur dadurch daß man die Prämisse setzt, ein solcher Krieg ließe sich gewinnen wird das Ganze erklärlich, wobei eng damit verbunden die Variante des vorherigen oder gleichzeitigen Totrüstens zu sehen wäre. Tatsache ist ja, daß die schon einmal funktioniert hat, nur unter anderen Bedingungen. Denn damals war die Sowjetunion noch ein sozialistischer Staat mit dem Träumer (oder war er ein U-Boot?) Gorbatschow an der Spitze. Das ist vorbei, jetzt herrschen dort eiskalte Rechner, die sich die Macht nicht nochmals aus der Hand nehmen lassen werden. Nun mag jeder selbst darüber urteilen, Fakt ist jedoch Eines. Eine andere politische Führung in diesen Staaten als mit insbesondere so besonnenen Personen wie Putin hätte vielleicht tatsächlich schon die Nerven verloren. Und stelle man sich nur mal vor, es wäre dem nicht in so taktisch kluger Weise gelungen, die Krim wieder dem Russischen Staatsgebilde einzufügen. Die Folgen sind nicht auszudenken, ich vermute, der wäre als Staatschef zumindest im übertragenen Sinne gesteinigt worden, Militärputsch oder was da noch so in Frage kommt. Und was dann passiert wäre, will ich mir nicht vorstellen! Nur leider interessieren diese eminent wichtigen Fragen, die unser Leben direkt und massiv betreffen hierzulande nur sehr wenige. Und dafür ist auch die Medienpolitik in unserem Lande, die von Euch so hartnäckig und unablässig angeprangert wird verantwortlich.


Am 21. August 2017 schrieb Jörg Bauer:

Obergefreiter war Steinmeier in der Bundeswehr? Das war der Dienstgrad für die Soldaten, mit denen nichts anzufangen wußte, die aber die Sollstärke der Mannschaften auffüllten. Ein Lückenfüller ist er bis heute geblieben: Für nichts so richtig gut, aber euch nicht völlig schlecht. Das mach ihn so sehr beliebt.


Am 21. August 2017 schrieb Der Linksliberale:

Am 14.02.2105 melden die Mainstream-Medien, dass Großbritannien der Ukraine 75 "unbewaffnete? Panzerwagen, Typ Saxon", geliefert habe oder eben gerade dabei ist dies zu tun. Ich würde gern mit einem dieser unbewaffneten Panzerwagen mal vor das Kanzleramt in Berlin fahren oder vor die US-Botschaft um die Friedensfähigkeit dieser Geräte zu prüfen, möglicherweise kann man damit sogar Brunnen bohren oder Mädchenschulen bauen, wie dereinst in Afghanistan. Diese Assoziierung der Ukraine in die EU ist mittlerweile eine staatliche Katastrophe geworden:
- Rüstungsausgaben seit 2001 fast verdreifacht auf 3,48 Mrd. Dollar
- Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2013 bis 2017 gesunken um 47 %
- BIP pro Kopf gesunken von 3.968 $ im Jahr 2013 auf 2.194,00 $ im Jahr 2016
- Knapp 2 Millionen Menschen haben die Ukraine seit 2013 verlassen
- Seit 2013 ist die Arbeitslosigkeit um mind. 27% gestiegen
- Die Inflationsrate beträgt seit 2013 rd. 28 % im Mittel ( höchste 2015 mit knapp 49%)
Nach Darstellungen der europäischen Mainstream-Medien und der Auslassungen der EU-Politikkaste zu urteilen sind die Ukrainer erfreut über die Ergebnisse der Assoziierung mit der EU. Wie es auch die Griechen, Italiener und Spanier wahrscheinlich schon seit geraumer Zeit sind. Natürlich hat der Ukrainer jetzt Reisefreiheit- aber mit 182,83 $ monatliches Einkommen wird es nicht einfach eine Kreuzfahrt auf der AIDA zu buchen, selbst ein Mittelmeertrip zu Fuß ist unmöglich. Da hilft nur Ratenzahlung oder wie immer mehr Deutsche: Wandern im eigenen Land (Busfahrt zu teuer). Mit der Redefreiheit ist es noch nicht ganz so gut in der Ukraine, hier und da erschießen sich mal Oppositionelle selbst oder werden hilfsweise unter Beifall eines gröllenden Mobs in Mülltonnen gestopft, das ukrainische "Lustration Gesetz" macht es möglich. Russische Filme, Bücher, Zeitschriften und russisches Internet sind verboten.


Eine der Hauptstraßen im Kiew soll umbenannt werden, in "Avenue Schuchewytsch", der war Kommandeur des Wehrmachts-Bataillons ?Nachtigall? im 2. Weltkrieg und Kommandeur der UPA. Nach Kiews Interpretation ein Kämpfer gegen die UdSSR, somit ein Held. Übrigens dürfen wir nun gespannt auf den "Hitler-Platz“ in Kiew warten, denn der hat ja auch gegen die UdSSR kämpfen lassen. Über die andauernde Bandera-Verehrung der ukrainischen Kumpels von Merkel und Gauck erfahren wir hier in Deutschland aus den Mainstream-Medien auch nichts. Der ukrainische Kulturminister Jewgeni Nischuk erklärte in einer Fernseh-Talk-Show, bestimmte Gebiete in der Zentral- und Ost-Ukraine seien "genetisch unrein". Gemeint waren die Gebiete mit einem hohen Anteil russischsprachiger Bevölkerung. Diese 4 Millionen genetisch unreinen Russen haben logischerweise zu den Waffen gegriffen. Die Russen in der Ukraine wissen ja noch, was die genetisch Reinen mit den genetisch Unreinen in den Jahren 1933 bis 1945 gemacht haben.
Bollwerk gegen Russland (oder alternativ Putin oder den Russen), soll die Ukraine für die NATO sein. Die BRD-Eliten und ihre Medien machen mit, ganz nach der Devise: antirussisch ist demokratisch genug.

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